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Smartphone-Displays – Bestandsaufnahme und Ausblick

China schläft bekanntlich nie und Kopieren ist Teil der Kultur. So durften wir zu Beginn des Jahres eine wahre Flut an Notch-Smartphones bewundern, die sich dann nach wenigen Monaten zur chinesischen „Waterdrop“-Notch Eigenkreation wandelte. Der Mega-Konzern BBK-Elektronics, zu dem Vivo, Oppo und Oneplus gehören, präsentiert in seinem aktuellen Line-Up, dass man auch problemlos ohne die Riesen-Apple-Notch auskommt.

Huaweis aktuelles Line-Up verfolgt auch hauptsächlich das Waterdrop-Notch Design, also eine so kleine Notch, wie nur irgendwie möglich. Aber mit dem Honor Magic 2 hat man nun über die Tochter-Marke ein sogenanntes Slider-Smartphone herausgebracht. Das Honor Magic 2 und das Xiaomi Mi Mix 3 bieten also wiederum eine Alternative zur Notch. Der Slider funktioniert in diesem Fall mit Magneten und kommt ohne verschleißanfällige Motorisierung aus. Zunächst einmal die Vor- und Nachteile der jeweiligen „Notch“-Freien Designs:

fullscreen smartphones vergleich watermarked

Waterdrop-Notch (Mini-Notch): Sieht sehr gut aus und bietet zusätzlichen Platz links und rechts zur Einkerbung. Trotzdem bleibt bei Vollbildinhalten die Notch im Weg und verdeckt Inhalte. Außerdem muss das System auf die Notch angepasst werden und ggf. Individualisierungsmöglichkeiten im System bieten.

Motorisierte Kameras (Pop-Up): Ausfahrbare Bauteile an Smartphones sind prinzipiell problematisch. Gerät Sand in einem Zwischenraum, ist das fahrende Modul umgehend eingeschränkt. Ein unglücklicher Sturz auf das Bauteil kann ebenfalls direkt zu Problemen führen. Auch der Kostenfaktor sollte nicht vernachlässigt werden. Die Verarbeitung solcher Smartphones ist deutlich aufwendiger.

Slider Smartphones (Full Screen Slider): Die Kosten sind überschaubar und der manuelle Slidermechanismus deutlich weniger anfällig für Verschleiß als die motorisierte Variante. Slider Smartphones sind aber momentan noch etwas dicker und etwas schwerer als normale Smartphones. Zumindest trifft dies auf die momentan erhältlichen, also das Mix 3 und Magic 2, zu.

Wohin geht die Reise mit den Displays?

Wir wollen ein großes Display in der Hand halten und unsere Inhalte genießen, ohne von schwarzen Rändern belästigt zu werden. Dabei sind curved Displays nicht der richtige Weg gewesen, wie Samsung beim Galaxy S7 lernen musste. Es kam häufig zu problematischen Fehlangaben durch den Handballen an der 3D abgerundeten Displaykante. 2 Millimeter breite Ränder links und recht zum Display sind also eine gute Wahl, wenn man unabsichtliche Bedienung durch den Handballen vermeiden will. Anstatt 3D Curved Glas heißt der Standard mittlerweile 2.5D, also nicht so stark abgerundet. Das Glas erzeugt aber trotzdem ein haptisch sehr angenehmes Gefühl.

Früher befanden sich im Kinn des Smartphones noch sogenannte Android Sensortasten, diese werden nun im Display abgebildet. Wirklich Platz spart man hier also zunächst nicht ein. Die Lösung kommt per Software und man bedient ein modernes Smartphone nur noch mit Wisch-Gesten. Ein Feature, dass je nach Hersteller mal gut und mal weniger gut umgesetzt ist. Ich persönlich nutze mittlerweile bei Huawei und Xiaomi nur noch die Gestensteuerung.

Man hat nun also endlich ein großes Display in den Händen und wird von nichts anderem mehr gestört. Welches „True“-Full Screen Konzept sich durchsetzt, hängt von vielen Faktoren ab. Die Handyhersteller müssen durch den extremen Konkurrenzdruck mittlerweile Smartphone-Konzepte verkaufen, die eventuell noch gar nicht ausgereift sind. Wenn es in den nächsten Jahren zu Problemen beim motorisierten oder beim manuellen Modul kommt, wird sich zeigen, welche Methode die richtige ist und es werden Anpassungen vorgenommen. Optimierungsbedarf gibt es jetzt nur noch an der Software. Wenn man schon ein 6-7 Zoll großes Display im 19:9 Format hat, würde man das auch gerne komplett nutzen. Doch genau hier liegt ein weiteres Problem. Die meisten Inhalte sind immer noch 16:9, also entstehen bei Videos fette schwarze Ränder. Der eine Hersteller streckt das Bild, was auch nicht wirklich optimal ist. Die alternative Methode ist, hereinzuzoomen, dann verliert man oben und unten ein kleines Stück vom Video, was meist nicht sonderlich wichtig ist. Auch müssen Apps entsprechend optimiert werden und das wird noch eine ganze Zeit dauern.

Ich mag große Smartphones und große Displays, aber auch für alle, die sich kleine Smartphones zurückwünschen, wird es in der nächsten Zeit wohl Abhilfe geben. Handys mit faltbaren Displays machen derzeit als Konzept die Runde und absurd ist das nicht. Man kann es also aufklappen und hat ein tolles großes Display. Anschließend kann man das Smartphone aber auch problemlos in der Hosentasche verstauen. Das erste Marktreife Konzept stammte von ZTE, kam aber durch den Spalt im Display nicht gut an. Samsung zeigt hier aber mit dem Galaxy F (Fold) deutliche Fortschritte und auch das Royole FlexPai sollte an dieser Stelle genannt werden.

Displays im Jahr 2019

Wir dürfen uns nächstes Jahr also auf spannende Entwicklungen freuen. Der Hauptgrund für Slider und Notch ist die Frontkamera und ja, wir leben tatsächlich im Selfie Zeitalter. Sensoren und Ohrmuschel würden auch in einem schmalen Rand ihrem Platz finden. Allerdings verbauen die Hersteller ohnehin schon Triple-Kamera Module auf der Rückseite, also warum nicht einfach den Selfie Sensor auch nach hinten mit dazu. Wenn man ein Selfie macht, dreht man das Handy kurz herum, wie es im Nubia X geschieht. So würde man sich aufwendige Slider-Mechanismen ersparen. Meizu hatte im Pro 7 damals z.B. ein kleines Display auf der Rückseite, was man ebenfalls beim Selfie nutzen könnte. Auch gibt es bestimmt viele Leute, die einfach auf die Selfie Kamera verzichten würden. Honor zeigt sich momentan sehr experimentierfreudig und das Honor View 20 hat einfach ein “Loch” im Display, also die Waterdrop Notch im Display.

Naja, Honor probiert einfach mal alles aus…

Noch Anfang des Jahres haben wir das “neue” 18:9 Format beleuchtet und die Smartphone-Generationen untersucht – im selben Jahr noch kommt das Full-Screen-Ideal und die verschiedenen Konzepte.

Ich freue mich über eure Kommentare. Motorisiert, manueller Slider oder Mini-Notch, was wäre eure erste Wahl?  Braucht ihr hier alle eine Selfie Kamera?

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Andrej_Pfeiffer-Perkuhn
Mitglied
Andrej Pfeiffer-Perkuhn

Für mich wäre das fehlen der Frontkamera kein Grund ein Handy nicht zu kaufen. Ich benutze momentan das Mi Mix 2s, weil die Position der Frontkamera schlicht keinen Nachteil für mich darstellt. Umgekehrt sind all die komischen Versuche die Kamera irgendwo anders unterzubringen eher störend für mich.

Folker
Gast
Folker

Ein faltbares Display, wäre schon herrlich. Man könnte mindestens einen Kamerasensor einsparen.

Eine Idee von mir wäre ein Dockingmodul ähnlich wie bei convertible PC’s nur mit Kameraeinheit. Bin auf die weitere Entwicklung gespannt

Dony
Gast
Dony

Also ich benutze die selfie cam nur für videotelefonie und finde die schon wichtig ohne würde ich die nicht mal anschauen da kann ich mir ja auch gleich ein altes tastenhandy kaufen. ;-P
Glaube bestimmt das einige auf jeden fall auf die cam verzichten können aber die mehrheit es doch haben will.

MaxRatio
Gast
MaxRatio

Optimales Smartfone: Keine Notch – Dualdisplay für die Selfie-Freunde, möglichst randlos zu allen Seiten der Front, keine vorstehende Cam und maximal so lang wie das Mi6…
Achso: Das System natürlich Stock-Android!
Vielleicht gibts ja doch ein verbessertes “Essential Phone”…. Uuups… War ja gar kein Chinese… 😁
Beste Grüße!

Fresch_Prince
Mitglied
Mitglied
Fresch Prince

Prinzipiel brauche ich die Selfie kamera so wenig, das ich auch ohne auskommen würde.
Finde aber schade das gerade das Vivo NEX Dual Display Smartphone hier nicht erwähnt wird, was ja auch eine möglichkeit ist ein full-display zu haben ohne störende Notch’s oder sonst was.