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Tile Bluetooth Tracker 2022 im Test – smarte Schlüsselfinder für Vergessliche

Getestet von Joscha am
Vorteile
  • fairer Preis
  • ausgereifte App
  • IP67 Schutzklasse
  • starke Reichweite
  • extrem praktisch im Alltag
  • mit allen Smartphones mit Bluetooth LE nutzbar
Nachteile
  • Tracking durch andere Tile-Nutzer unwahrscheinlich
  • kein wechselbarer Akku bei einigen Modellen
  • intelligente Benachrichtigungen nur mit Premiumabo
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Technik soll das Leben erleichtern. Und da nichts nerviger ist, als den Geldbeutel oder Autoschlüssel nicht zu finden, haben sich schlaue Konzerne dieses Problems angenommen und smarte Tracking-Devices auf den Markt gebracht.

Apples Antwort auf die Vergesslichkeit seiner Nutzer sind die Airtags, während Samsung mit den Galaxy SmartTags verlorene oder verlegte Objekte zu seinen Nutzern zurückbringen möchte. Doch der große Nachteil der smarten Tracking-Devices von Samsung und Apple ist ihre Exklusivität. Weder die Airtags noch die Galaxy SmartTags können mit Smartphones anderer Marken genutzt werden.

Eine Lösung für dieses Problem bietet die amerikanische Firma Tile an, die seit 2012 plattformübergreifende Schlüsselfinder und Bluetooth-Tracker aller Art entwickelt. Die Bluetooth Tracker lassen sich mit allen Androids und iPhones verwenden, die Bluetooth LE (Low Energy) beherrschen, was so ziemlich alle aktuellen Smartphones einschließt. Zudem gehen sie zu einem fairen Preis über die Ladentheke. Wir haben die neuste Generation der Bluetooth-Tracker und Schlüsselfinder von Tile einem ausführlichen Test unterzogen.

Kein GPS-Tracker: Ein weiterverbreitetes Missverständnis

Bevor wir uns den Produkten von Tile widmen, möchten wir an dieser Stelle mit einem weitverbreiteten Missverständnis aufräumen. Keines der genannten Produkte lokalisiert verlorene Gegenstände via GPS. Der Hintergrund ist schlicht und ergreifend, dass GPS Tracker bedingt durch die verwendete Technik einen viel zu hohen Energieverbrauch haben, um sie in eine kompakte Form zu bringen und eine lange Akkulaufzeit zu gewährleisten. Stattdessen arbeiten die Galaxy SmartTags, die Apple Airtags und die Produkte von Tile mit Bluetooth. Dies erlaubt ein kompaktes Design in Größe eines Schlüsselendanhängers und eine Akkulaufzeit von teilweise über einem Jahr. Der Nachteil von Bluetooth ist allerdings, dass zur Bestimmung des Standortes immer ein Hostgerät (in der Regel ein Smartphone) in der Nähe sein muss. Ein im Wald verlorener Schlüssel ist also tatsächlich so lange hoffnungslos unauffindbar, bis man sich mit dem Smartphone nähert. Um dieses Problem zu lindern, greifen die Produkte der jeweiligen Hersteller auf ein Netzwerk ihrer Nutzer zurück. Samsung Smartphones anderer Nutzer können fremde Galaxy SmartTags lokalisieren, ebenso wie iPhones die Airtags und Tile-Nutzer andere Tile-Tracker. Dazu aber später mehr. Widmen wir uns erst einmal dem neuen Produktlineup von Tile.

Tile Schlüsselfinder 2021 / 2022 – Produktübersicht

Tile product overview e1635862907763Tile bietet im Gegensatz zu Samsung und Apple Bluetooth-Tracker in vielen verschiedenen  Formen an. An der Spitze steht der Tile Pro-Version (2022) mit einer Bluetooth-Reichweite von 120 Metern und einer austauschbaren Batterie. Daneben gibt es den Tile Mate, der quasi eine kleinere Version des Pro ist, mit “nur” 76 Meter Reichweite und einer festverbauten Batterie mit 3 Jahren Laufzeit. Mit den gleichen Eigenschaften gibt es dann noch den Tile Sticker zum Ankleben an Gegenstände und den Tile Slim, der in ein Kreditkartenfach des Geldbeutels geschoben werden kann.

Alle Tile-Tracker der aktuellen Generation erfüllen den IP67 Standard. Die IP67-Zertifizierung bedeutet, dass die Tracker staubdicht sind und zum anderen einen Schutz vor zeitweiligem Untertauchen bis maximal 1 Meter Wassertiefe für maximal 30 Minuten haben.

Die Tracker von Tile können einzeln oder im Paket erworben werden. Als Tile Essentials bietet der Hersteller 2 x den Mate, 1 x den Sticker und 1 x den Slim an. Der Preis für die vier Tracker liegt bei fairen 80€. Beachten sollte man allerdings, dass die Tracker nach 3 Jahren neu gekauft werden müssen, da sich die Batterie nicht wechseln lässt. Eine Alternative stellt der Tile Pro Tracker dar, dessen Laufzeit sich mit einer handelsüblichen CR2032 Batterie verlängern lässt. Der Preis für den Tile Pro 2022 liegt bei etwa 36€ oder 60€ im Doppelpack.

Design & Funktionen

Abgesehen von den Abmessungen und dem austauschbaren oder festverbauten Akku haben alle Tile Bluetooth-Tracker identische Funktionen. Praktisch ist, dass sich an allen Trackern ein Knopf befindet, über den man das Smartphone eine Melodie abspielen lassen kann. Somit dienen die Tracker auch zum Auffinden des Smartphones, falls man dieses wieder einmal verlegt hat. Beim Tile Mate, Pro und Slim drückt man dazu auf das Herstellerlogo und beim Tile Sticker befindet sich seitlich ein kleiner Knopf. Die Funktion erfüllte Ihren Zweck im Test immer zuverlässig, solange das Smartphone nicht an einem komplett anderen Ort gelegen hat. Lediglich beim Tile-Slim kam es öfter zu einem unabsichtlichen Auslösen, wenn der Geldbeutel in der Gesäßtasche eingesteckt gewesen ist. Davon sollte man aus gesundheitlichen Gründen aber ohnehin absehen und die Find-my-Smartphone Funktion kann zudem deaktiviert werden. Des Weiteren ist auf jedem Tile ein QR-Code abgedruckt. Meldet man in der App einen Gegenstand als verloren, kann der Finder über den QR-Code Kontakt zum Besitzer aufnehmen. Hierzu muss der Finder natürlich kein Tile-Nutzer sein, sondern einfach eine beliebige QR-Code Scan App verwenden. Erwähnt werden sollte evtl. noch, dass Tile Tracker nicht vollständig zurückgesetzt werden können. Es ist lediglich möglich, den Besitz eines Trackers über die App an einen anderen Nutzer zu übertragen. Darauf sollte man achten, wenn man sich einen gebrauchten Tile über eBay kauft.

App

Tile bietet eine ausgereifte Android-App, die zahlreiche Funktionen bietet und ein übersichtliches Design hat. Die App kann im Google Playstore heruntergeladen werden. Alternativ gibt es die App auch im Apple Appstore. Nachdem man einen Account erstellt hat, kann dieser auch auf mehreren Android-Geräten verwendet werden. Das Pairing der jeweiligen Tracker kann sehr einfach in der App vorgenommen werden. Hier stehen auch eine Vielzahl an Kategorien samt Icons bereit, die sich einem Gegenstand zuordnen lassen. Auch ist es möglich, ein Foto des Gegenstandes aufzunehmen und in der App anzeigen zu lassen. Sehr durchdacht!

Nach dem Koppeln können 10 verschiedene (monophone) Klingeltöne für die jeweiligen Tracker festgelegt werden. In der App ist zudem ein Standortverlauf einsehbar, wobei dieser ohne Premium-Mitgliedschaft nur den letzten Standort anzeigt.

Premium-Funktionen

Tile bietet einen optionalen Premium-Service für 2,92€ im Monat oder 25€ im Jahr an. Dieser Service erlaubt unter anderem, den Standortverlauf über 30 Tage aufzurufen, Tracker unbegrenzt mit anderen Nutzern zu teilen und intelligente Benachrichtigungen zu erhalten, wenn man einen Tile-Tracker irgendwo vergisst. Ob man sich für oder gegen den Premium-Service entscheiden sollte, kann man sich nach einem kostenlosen Testmonat überlegen. Wir sind der Meinung, dass der Hersteller die intelligenten Benachrichtigungen auch ohne Premium-Service ermöglichen sollte, da sie im Zweifelsfall das Verlieren eines Gegenstandes verhindern können. So ergibt sich leider der Eindruck, dass Tile die Funktion seiner Tracker absichtlich beschneidet, um mehr Geld zu verdienen. Eine Übersicht über die Tile Premium Funktionen findet Ihr hier.

Tile Tracking Funktion im Test

Kommen wir nun zum wohl wichtigsten (schlechtes Wortspiel incoming in 1…2…3…) Tile dieses Tests: Der Tracking Funktion. Ich werde diesen Abschnitt dieses Testberichts zur Veranschaulichung mit praktischen Beispielen untermalen, um die Vor- und Nachteile der Tile Tracker zu verdeutlichen.

Letztendlich gibt es nur einen großen Nachteil der Tile-Tracker gegenüber den Konkurrenten von Apple und Samsung. Wie bereits erwähnt, erfolgt das Tracking bei keinem der Hersteller über GPS, sondern über Bluetooth. Die Tracker bestimmen ihre Position also indirekt über das Smartphone und können nur mithilfe eines Smartphones mit Tile-App in der Nähe ihre Position bestimmen. Dies bringt gegenüber den Konkurrenzprodukten von Samsung und Apple einen Nachteil mit sich: Es gibt aktuell wesentlich weniger Tile-Nutzer als Samsung oder iPhone-Nutzer.

Ein Beispiel: Verliere ich meinen Geldbeutel mit Tile-Tracker in der Berliner U-Bahn, dann befinden sich in dessen Nähe wahrscheinlich mehr Gelegenheitsdiebe als Tile-Nutzer. Steckt also jemand meinen Geldbeutel ein und nimmt ihn mit nach Hause, ist die Chance ziemlich groß, dass ich ihn nie wieder sehen werde. Apple und Samsung haben schätzungsweise genauso viele Nutzer in der Berliner U-Bahn, wie es dort Gelegenheitsdiebe gibt. Insofern kann ich den Standort meines Geldbeutels in der App quasi live mitverfolgen. Und selbst wenn der Dieb den Geldbeutel einsteckt und in seine Mietwohnung mitnimmt, gibt es in der direkten Nachbarschaft wahrscheinlich einen iPhone- oder Samsung-Nutzer, der die Position des Geldbeutels automatisch bestimmt. Mit einem solchen Netzwerk kann Tile bei Weitem noch nicht mithalten. 

Der Tile Tracker liegt hinter dem weißen Gebäude und wird auf diese Entfernung noch geortet

Davon abgesehen, haben die Tile Tracker aber ihre Stärken. Tile gibt für den Tile Pro Tracker eine Reichweite von bis zu 120 Metern an und für die anderen Tile-Tracker immerhin 76 Meter. Zunächst war ich skeptisch, ob dies wirklich stimmt. Nach einigen Tests kann ich aber bestätigen, dass die Tracker tatsächlich eine phänomenale Reichweite haben und auch auf große Distanz Kontakt zum Smartphone aufbauen können. Selbst Gebäude stellen dabei kein allzu großes Hindernis dar und verringern die Reichweite nicht drastisch. Zum Auffinden der Tracker kann man diesen einen Klingelton abspielen lassen. Der Ton ist bei dem Tile-Pro etwa 60 Meter in stiller Umgebung hörbar und bei den anderen Tile-Trackern etwa 40 Meter. Zur Erläuterung der Funktion gibt es nun wieder ein Beispiel.

Ich komme abends nach einem Stadtspaziergang nach Hause und bemerke, dass mir mein Schlüssel aus der Jackentasche gefallen ist. Ohne Tile-Tracker wird die Suche jetzt zu einer Odyssee. Mit der Handytaschenlampe laufe ich den Weg entlang und suche den Boden ab, in der Hoffnung meinen Schlüssel zu finden. Und ich weiß genau: Die Chance ihn zu finden, ist mäßig bis schlecht. Mit dem Tile-Tracker hingegen habe ich zunächst die Möglichkeit nachzuschauen, wann das Smartphone zuletzt eine Verbindung mit dem Tracker hatte. Dies gibt mir bereits eine ungefähre Ahnung, wo ich suchen muss. Ich gehe also zurück zu dieser Stelle und melde der App, dass ich den Schlüssel suche. Sobald ich mich dem Schlüssel auf weniger als 100 Meter nähere, zeigt die App mir an, dass der Schlüssel in der Nähe ist und lässt den Tracker klingeln. Ich finde den Schlüssel und gehe nach Hause. 

Ganz selbstverständlich helfen die Tile-Tracker natürlich auch, wenn man zu Hause seinen Geldbeutel oder Schlüssel verlegt hat und diesen partout nicht findet. In diesem Fall lässt man per Smartphone den Schlüssel einfach klingeln. Zudem bieten die Tile-Tracker auch die Möglichkeit, per Doppelklick auf den Knopf das Smartphone klingeln zu lassen, wenn man dieses verlegt hat. Auch eine Integration der Tile-Tracker in die Smart Assistants Siri, Google Assistant und Alexa ist möglich.

Testergebnis

Getestet von
Joscha

Die Bluetooth-Tracker von Tile können in unserem Test überzeugen. Die kleinen Helfer haben einen günstigen Preis und erleichtern einem das Leben im Alltag manchmal doch erheblich. Beeindruckend fanden wir insbesondere die hohe Reichweite über Bluetooth, die ein Finden verlorener Gegenstände zum Kinderspiel macht, wenn man ihren ungefähren Standort kennt. Ein verlegter Schlüsselbund oder Geldbeutel wird Tile-Nutzern jedenfalls keine Kopfschmerzen mehr bereiten. Alleine dies dürfte Vielen im Ernstfall den Preis des Trackers wert sein. Auch ich werde mir nach dem Test zumindest ein 2er-Pack des Tile-Pro Trackers kaufen.

Etwas schade ist lediglich, dass Tile noch nicht auf ein so großes Netzwerk an Nutzern zurückgreifen kann wie Apple und Samsung. Dies macht es für Tile-Nutzer leider auch etwas unwahrscheinlicher, dass man unterwegs verlorene Gegenstände wiederfindet. Dafür können die Tile-Tracker mit jedem Smartphone verwendet werden und haben insofern die Basis, um in Zukunft ein besseres Tracking durch das Tile-Netzwerk zu erreichen. Zu wünschen wäre es Tile und dem Rest der Android-Welt definitiv!

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Geschoss
Gast
Geschoss (@guest_82339)
28 Tage her

Ist denn, gerade wenn jemand das Teil welches ich verloren habe mitnimmt und irgendwo verschwindet, die Chance nicht absolut gering den verlorenen Gegenstand wiederzubekommen? Eine genaue Lokalisierung ist doch nicht möglich da sich der Gegenstand im Umkreis der Reichweite, überall in jeder Richtung befinden kann. In dem Moment wo ich es klingeln lasse wird der unehrliche “Finder” alles tun das Klingeln zu unterdrücken.
Selbst wenn
ich in der Nähe bin und es klingeln lasse mache ich unter Umständen erst auf
den Gegenstand aufmerksam…

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