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Trettitre Tresound 1: Test zum Bluetooth-Speaker fürs Wohnzimmer

Getestet von Benjamin Kalt am
Vorteile
  • schickes und spezielles Design
  • echtes ein-/ausschalten des Lautsprechers möglich
  • überaus einfaches Bedienkonzept
  • hervorragender Klang mit 360°-Abdeckung
  • Bluetooth 5.1 mit aptX
Nachteile
  • Materialien und Verarbeitungsqualität ausbaufähig
  • keine Standards wie Google Cast und AirPlay
  • Speaker ist "dumm" - keine smarten Features
  • keine App mit Equalizer
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Der chinesische Smartphone-Hersteller Oukitel baut sich unter dem Namen Trettitre ein zweites Standbein auf. Die neue Marke zielt auf HiFi-Fans ab, die von den hohen Preisen der bekannten Hersteller abgeschreckt werden, aber nicht auf schickes Design und guten Klang verzichten wollen. Ein solches Konzept stößt bei mir natürlich sofort auf offene Ohren, weswegen ich sehr froh darüber bin, euch den neuen Trettitre Tresound 1 noch vor dem Start der Crowdfunding-Kampagne auf Indiegogo präsentieren zu dürfen.

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Was ist der Tresound 1 eigentlich? Grundsätzlich handelt es sich um einen Bluetooth-Speaker ohne Akku – er ist also zum stationären Betrieb in eurer Wohnung geeignet. Die Form erinnert an die Lautsprecher eines bekannten HiFi-Spezialisten aus Dänemark, wobei Trettitre aber auch eigene Akzente setzt. Der Speaker unterstützt 360°-Klang und empfängt eure Musik via Bluetooth 5.1 mit aptX.

Preislich geht es während des Crowdfundings ab ungefähr 400 Euro los – später soll der Preis wohl auf knapp 800 Euro steigen. Ob und zu welchem Preis der Lautsprecher eine gute Wahl darstellt, wisst ihr, nachdem ihr den ausführlichen Testbericht gelesen habt. Viel Spaß!

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Design & Verarbeitung

Der Trettitre Tresound 1 wiegt 6 Kilogramm und misst 300 x 300 x 430 Millimeter. Der Lautsprecher erscheint in den Farben Snow Peak, Majestic Mountain und Green Hill. Bei uns im Test befindet sich die mittlere Farbvariante, die mit schwarzem Klavierlack und goldenen Akzenten geziert ist. Auf der Front des Lautsprechers befindet sich der Markenname, auf der Rückseite die Anschlüsse. Der obere Teil des Kegels ist drehbar und steuert die Lautstärke.

Lieferumfang des Trettitre Tresound 1

Die Verpackung des Tresound 1 ist etwas schmucklos, wobei sich das bis zur Serienreife noch ändern könnte. Positiv zu vermelden ist hingegen, dass der Lautsprecher durch ein großes Element aus Styropor vor Beschädigungen geschützt wird. Nebst dem Speaker liegen das Stromkabel mit EU-Stecker, das Netzteil und ein Kabel von 3,5 Millimeter Klinke auf 3,5 Millimeter Klinke in der Box.

Tolles Design, ausbaufähige Verarbeitungsqualität

Das kegelförmige Design des Lautsprechers gefällt mir gut. Der Speaker hat zwar klare Kanten, besteht aber dennoch fast nur aus Rundungen. Durch die Form wird zudem ermöglicht, den Schall rundherum in alle Himmelsrichtungen zu senden – auch das ist natürlich ein großer Vorteil.

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Trettitre verspricht, der Tresound 1 bestehe ausschließlich aus Metall und Holz. Ich bin kein Fachmann, aber das goldene Gitter fühlt sich doch stark nach Plastik an. Und selbst wenn es sich wirklich um Holz handelt – gut verarbeitet ist dieser Teil des Lautsprechers nicht. Das Gitter lässt sich ohne größere Krafteinwirkung bewegen und eindrücken. Zudem ist die Haptik an dieser Stelle weit von dem entfernt, was europäische Marken im selben Preisbereich bieten. Auf den mit Klavierlack überzogenen Unterbau trifft das nicht zu – der fühlt sich überaus hochwertig an und ist tadellos verarbeitet.

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Der drehbare Knopf an der Oberseite macht mit einem angenehmen Klick deutlich, dass der Lautsprecher jetzt eingeschaltet ist. Gedreht werden kann er überdies nicht unendlich, es gibt also einen Begrenzer, der die maximale Lautstärke signalisiert. Die kleine Kugel über dem Knopf wird während des Betriebs illuminiert, ebenso wie der Tisch, auf dem der Trettitre Tresound 1 steht. Bleibt nur noch der Blick auf die Rückseite – dort gibt es einen Stromanschluss und den Klinkenanschluss.

Ersteinrichtung, Features & Konnektivität

Der Trettitre Tresound 1 sieht also toll aus, ist an manchen Stellen aber unsauber verarbeitet. Glücklicherweise kann ich das Bedienkonzept nicht kritisieren – es ist simpel, dadurch aber auch absolut idiotensicher. Ein etwas stärkeres Drehen am oberen Knopf schaltet den Lautsprecher ein, dann wird sofort nach Bluetooth-Geräten gesucht. Über mein Smartphone verbinde ich mich und es kann unverzüglich mit der Wiedergabe von Musik begonnen werden.

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Die Verbindung kommt übrigens via Bluetooth 5.1 und aptX zustande, was ich sehr begrüße. In diesem Preisbereich sollte eine hochauflösende Möglichkeit zur Übertragung vorhanden sein, was durch den Bluetooth-Codec abgedeckt wird. Natürlich würde ich mir verlustfreie Musik via Google Cast und AirPlay wünschen – vielleicht ermöglicht das ja eine potenzielle zweite Generation. Der Trettitre Tresound 1 kann jedenfalls absolut nichts, außer Bluetooth und Klinke.

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Das bedeutet auch: Es gibt keinen Equalizer, keine zugehörige App, keine Software-Updates und das dauerhafte Leuchten kann ebenfalls nicht ausgeschaltet werden. Außer natürlich, ihr macht den Lautsprecher aus – dann läuft aber auch keine Musik mehr. Dass es überhaupt einen klassischen Ein-/Ausschalter gibt, bewerte ich hingegen als überaus positiv.

Trick 17: Google Cast via Google Nest Mini

Wer keine Lust auf die Verbindung via Bluetooth hat, kann auf einen kleinen Trick zurückgreifen. In der Google Home-App habe ich einen meiner Google Nest Mini (ebenso möglich mit allen vorherigen Generationen) via Bluetooth mit dem Trettitre Tresound 1 verbunden. Danach habe ich den Lautsprecher als Standard-Audiogerät für den Nest Mini ausgewählt, wodurch an den Smart Speaker übertragene Musik automatisch via Bluetooth an den Tresound 1 weitergeleitet wird.

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In der Praxis funktioniert das richtig gut. Ich wähle einfach den Google Nest Mini im Wohnzimmer in der Streaming-App meiner Wahl aus und die Musik kommt dann aus dem Tresound 1. Allerdings gibt es dabei auch einige Nachteile. Die Smart Speaker von Google unterstützen kein aptX, weswegen die Musik nur via AAC übertragen wird. Das schmälert die Wiedergabequalität ein wenig, aber nicht überproportional stark. Außerdem gibt es via Bluetooth eine Latenz, die in der Google Home-App aber ausgeglichen werden kann.

Sound & Abstimmung des Trettitre Tresound 1

Klanglich hat mich der Tresound 1 von Trettitre positiv überrascht – geschockt ist vielleicht der treffendere Ausdruck. Der Speaker überzeugt mit einem sehr tief hinabreichenden Frequenzspektrum und kann ab mittlerer Lautstärke selbst tiefe Bässe gekonnt reproduzieren. Dabei legt er eine Präzision an den Tag, die mit HiFi-Marken ohne Zweifel mithalten kann. Mir ist das unter anderem bei dem Song Immer bei dir von SEEED und Trettman aufgefallen – der macht richtig Laune.

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Etwas weniger euphorisch fällt mein Urteil über die mittleren Frequenzen aus. Das soll gar nicht bedeuten, dass mir die Mitten negativ aufgefallen wären. Allerdings habe ich sehr hohe Ansprüche an die Wiedergabe von Stimmen, denen selbst Bang & Olufsen in vielen Fällen nicht ganz gerecht werden kann. Da kann ich immerhin mit einem Equalizer gegensteuern, was beim Tresound 1 nur über Umwege möglich ist. Dennoch – den Mitten fehlt es minimal an Wärme, Präsenz und Druck. Die Bässe wildern immer wieder im Gebiet der unteren Mitten und beschneiden damit die eigentlich so wichtigen Frequenzen.

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Bei den Höhen sieht es ähnlich aus – hier entscheidet sich Trettitre für eine eher auf den Mainstream ausgelegte Abstimmung und schneidet besonders hohe Frequenzen etwas zu schnell an. Dadurch kann ich zwar lange ermüdungsfrei der Musik lauschen, aber es gehen Details verloren. Auf maximaler Lautstärke kommt es zu Verzerrungen, wobei auch eine moderate Lautstärke ohne Probleme für die Beschallung eines großen Wohnzimmers ausreicht. Außerdem ist der 360°-Sound nicht ganz echt, da nach hinten kaum Musik abgestrahlt wird. Auch das ist aber wieder Meckern auf überaus hohem Niveau – klanglich ist der Tresound 1 eine Offenbarung für den Preisbereich unter 400 Euro. Das ist insgesamt wirklich großes Kino!

Testergebnis

Getestet von
Benjamin Kalt

Der Trettitre Tresound 1 steht und fällt mit seinem Preis. Für knapp 400 Euro im Early Bird handelt es sich um einen ausgezeichnet klingenden Bluetooth-Lautsprecher, der mit einem schicken Design und einem überaus simplen Bedienkonzept überzeugt. Sollte der Preis aber wie geplant auf knapp 800 Euro steigen, obsiegt die Konkurrenz von Bang & Olufsen. Ein Beosound Emerge für 600 Euro bietet die weitaus bessere Konnektivität und ähnlich guten Klang, auch wenn das Design des Gehäuses ein wenig lieblos daherkommt.

Wenn ihr zum guten Preis einen hervorragend klingenden Lautsprecher in euer Wohnzimmer stellen wollt und auf Google Cast, AirPlay, einen Equalizer, integrierte Radiostationen und weitere Komfort-Features verzichten könnt – dann spreche ich eine Kaufempfehlung aus. Klanglich spielt der Trettitre Tresound 1 weit über seiner derzeitigen Preisklasse. Sollte der Hersteller aber auf die Idee kommen, den Preis tatsächlich deutlich anzuheben, muss ich euch an die Konkurrenz verweisen. Für ähnlich viel oder sogar weniger Geld kriegt ihr dort mehr geboten.

Ich werde die weiteren Entwicklungen rund um die neue Marke Trettitre jedenfalls mit Argusaugen beobachten – rein klanglich ist der Tresound 1 immerhin ein mehr als gelungener Einstand für die Chinesen.

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Manfred Arndt
Gast
Manfred Arndt (@guest_87917)
1 Monat her

So schön das Crowdfunding mit Indiegogo ist – der deutsche Zoll legt gegenwärtig noch eine gehörige Summe Zoll auf den Preis drauf und es gibt KEINE Möglichkeit, erfolgreich (!) Widerspruch einzulegen. So kosten per Crowdfunding mitfinanzierte Produkte inklusive Zoll häufig nahezu das Doppelte des günstigen Preises bei Indiegogo.
Das würde auch den Trettitre Tresound auf etwa den Preis von € 800 anheben, der als späterer Verkaufspreis genannt wird

Oliver König
Gast
Oliver König (@guest_87844)
1 Monat her

Für das Geld? Lieber dann ne richtige Anlage. Aber die Jugend von heute kauft den Schrott bestimmt da es hipp ist

Wackelohr
Mitglied
Mitglied
Wackelohr (@wackelohr)
1 Monat her

Hallo,
wer so etwas braucht, der soll sich doch so etwas kaufen.
Aber- für 800€ kaufe ich mir doch lieber 2 sehr ordentliche Lautsprecherboxen und einen DENON-Receiver (u. U. bei eBay).
Das sieht nicht so spektakulär aus, ist aber zum Hören von Musik garantiert besser geeignet.

Gruß Georg
P. S. In dieser Summe ist auch noch ein Stick für das Streaming enthalten.

Alexander
Gast
Alexander (@guest_87680)
1 Monat her
Antwort an  Wackelohr

Für 750 stehen bei mir im Wohnzimmer ein Denon 2500er Receiver (neu gekauft) und 2 gebrauchte Saxx CX 70 (glaub ich) inkl WLAN Streaming via Heos.

Im Büro hab ich 2 kleine Wharfedale oder je nach Laune 2 Numan Lautsprecher an einem Mini Verstärker. Hat je nach Setup 90 / 100 Euro gekostet. Würde echtes Stereo immer simulierten Raumklang PERSÖNLICH vorziehen.

Herby_B
Gast
Herby_B (@guest_87666)
1 Monat her

So ein Chinaschrott – würde ich nie kaufen.

Uwe
Gast
Uwe (@guest_87662)
1 Monat her

Für den Anfang nicht schlecht, aber ohne Cast oder AirPlay würde ich mir das Ding nicht ins Wohnzimmer stellen.

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