Uhans ist noch immer ein eher unbekannter Hersteller. Dies könnte sich mit dem Uhans U300 jedoch unter Umständen ändern. Die Daten klingen zumindest vielversprechend. Mit der verbauten Hardware positioniert sich das Gerät im obersten Bereich der Mittelklasse Smartphones und das zu einem durchaus annehmbaren Preis. „The best or nothing“ betitelt Uhans das U300 und stellt damit einen Vergleich zu Mercedes auf. Denn nicht nur dieses Motto ist von der renommierten Automarke abgeschaut, sondern auch das Design orientiert sich an dessen Qualität, so Uhans. Ist das Phablet tatsächlich ein Mercedes im 5,5 Zoll Smartphone Format? Dieser Frage möchte ich in diesem Testbericht auf dem Grund gehen.

Design und Verarbeitung

Das Uhans U300 schwimmt beim Design ganz offensichtlich gegen den breiten Strom. Geht doch der Trend zu flachen, leichten Geräten mit möglichst wenig Rahmen hin, zeigt hier der chinesische Hersteller genau das Gegenteil. Als ich das Phablet einem Freund in die Hand gab, versuchte er zuerst die Schutzhülle zu entfernen, um das eigentliche Gerät betrachten zu können. Es war jedoch keine Hülle daran. Mit den Maßen von 154,8 x 80 x 12 mm kommt es sehr wuchtig daher. Kein Wunder, dass Uhans sein neues Produkt mit einem Mercedes GLC SUV vergleicht.

Uhans macht auch in einem Werbevideo klar, dass es ein Gerät für echte Männer ist. Für Männer, die auf hochwertige Materialien wert legen. Das Highlight des 225 Gramm schweren Geräts ist wohl die Rückseite. Diese besteht aus echtem Leder, was dem Uhans U300 etwas Style verleiht. Das Backcover lässt sich jedoch nicht abnehmen. Somit lässt sich auch der Akku nicht so leicht wechseln. Rückkamera, Dual-LED Blitz und Fingerabdrucksensor sind in einem Metallplättchen eingelassen, welches aus dem Backcover hervorgeht.

Die Volume Keys und der Power Button wackeln ein wenig, haben aber einen sehr deutlichen und guten Druckpunkt. Das Phablet wird von einem Metallrahmen umfasst, welcher laut Hersteller aus Titan ist. Dieser massive Schutz lässt den Eindruck eines Outdoor-Smartphones erwecken. Auffallend sind zudem die silbernen Schrauben an der Seite, welche deutlich zu sehen sind. Das Uhans U300 ist IP-65 zertifiziert und somit gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Die USB und Kopfhörer Schnittstelle ist jeweils mit hartem Gummi abgedeckt. Diese zu öffnen gestaltet sich leider oft nicht so einfach und schnell, wie man es sich wünscht. Lange Fingernägel sind hier von Vorteil. Auf der anderen Seite lässt sich mithilfe eines Stifts der Hybridslot rech unkompliziert öffnen.

Lieferumfang des Uhans U300

Uhans U300 VerpackungDer Lieferumfang fällt recht übersichtlich aus. Die Verpackung ist immerhin in einer edlen Lederoptik gehalten. Sie enthält neben dem U300 ein Ladegerät nach dem deutschen Standard, einen Stift für den Kartenslot. Auf dem Smartphone ist von eine Panzerglasfolie für zusätzlichen Schutz angebracht. Ein Headset sucht man leider vergebens.

Display

Mit 1920×1080 Bildpunkten und einer Pixeldichte von 400 dpi wirken Inhalte auf dem IPS Display sehr scharf. Inhalte sind überdies dank der sehr hohen Displayhelligkeit selbst im Sonnenlicht noch gut lesbar. MiraVision verleiht dem Uhans U300 ein hohes Maß an Flexibilität bei der Darstellung. Es handelt sich dabei um ein Feature von MediaTek, welches dem User erlaubt, die Farbtemparatur, die Sättigung, den Kontrast und die Schärfe nach individuellen Belieben einzustellen. Zum Schutz gegen Kratzer ist eine recht dicke Panzerglasfolie angebracht. Nimmt man diese dennoch ab, ist die Darstellung noch etwas klarer. Das multitouchfähige Panel lässt sich per Smartwake Funktion einschalten. Dies geschieht jedoch nicht wie sonst meist über einen doppel-Tipper, sondern über eine Wischgeste nach oben. Wie von einem IPS-Display zu erwarten, verändern sich die Farben aus verschiedenen Blickwinkeln nicht spürbar.

Die verbaute Benachrichtigungs-LED ist ausreichend hell, leuchtet jedoch nur grün. Stellt man für bestimmte Benachrichtigungen eine andere Farbe ein, so bleibt die Leuchte aus. Ob das Display durch Gorilla Glas gegen Kratzer und Brüche abgesichert ist, verrät der Hersteller nicht.

Sehr lobenswert ist die wirklich einfach gehaltene Möglichkeit der Bildschirmübertragung. Hierzu aktiviert man nur den Menüpunkt „Übertragung“ im Einstellungsmenü, wählt das entsprechende Medium aus und sofort erscheinen dort die Inhalte des Uhans U300 im Großformat.

Leistung

Hardwaretechnisch ist vor allem der Arbeitsspeicher des Uhans U300 zu nennen. Dieser ist mit einer Kapazität 4 GB immerhin auf Augenhöhe mit Top-Geräten wie dem Samsung Galaxy S7. Mit einer Geschwindigkeit von 5 GB/s ist der RAM sehr schnell befüllt. Zusammen mit dem MediaTek MT6750T ist Multitasking problemlos möglich. Der Prozessor arbeitet mit acht A53 Kernen, wobei die Hälfte davon mit 1,5 GHz und die andere mit 1 GHz taktet.

Die Navigation im Menü geht jedenfalls überaus flüssig vonstatten. Lediglich bei dem grafisch sehr anspruchsvollen Spiel Modern Combat 5 kam das Gerät im Test an seine Grenzen. Spürbare Ruckler beeinträchtigen hier das Spielerlebnis. Andere 3D-Games wie Temple Run 2 oder Asphalt 6 mit mittleren Grafikeinstellungen lassen sich jedoch sehr gut spielen. Das Uhans erreicht im Inneren Temperaturen von 50 Grad, welche durch die Lederrückseite jedoch nur gemäßigt zu spüren sind. Zuweilen kam es vor, dass meine Handgelenke bei Autorennen und Co nach einiger Zeit zunehmend kraftlos wurden, was wohl auf das hohe Gewicht zurückzuführen ist.

Der interne Speicher fasst 32 Gigabyte und hat eine stolze Lesegeschwindigkeit von 225 MB/s. Schreibende Zugriffe gelingen mit 101 MB/s. Diese Werte sind im praktischen Einsatz mehr als ausreichend. Sowohl das Laden von Spielen, als auch sämtliche Speichervorgänge geschehen zügig. Ein Reboot des U300 dauert ziemlich genau eine Minute. Beeindruckend dabei ist, dass das System direkt nach dem Neustart uneingeschränkt zur Verfügung steht. Häufig muss man bei anderen Geräten zu Beginn mit kleinen Performanceschwächen rechnen. Das Uhans leistet hier gute Arbeit.

Uhans U300 CPU RAM Test Geekbench Antutu 3DMark - Sling Shot Extreme

Betriebssystem

Uhans setzt beim U300 nicht wie zuvor im S1 die Custom ROM freeme-OS ein, sondern setzt auf eine leicht angepasste Version von Android 6. Die meisten Inhalte sind in Deutsch. Nur einige Menüpunkte in den Einstellungen auf Englisch. Apps sind nur sehr wenige vorinstalliert. Einen Appdrawer gibt es nicht. Dafür stehen kleine Zusatzfeatures zur Verfügung. Der Fingerabdrucksensor lässt sich z.B. mit verschiedenen Funktionen belegen. Es ist möglich durch Tippen des Sensors durch den Homescreen zu navigieren, oder durch längeres Drücken einen Screenshot zu machen. Letzteres hat mir sehr viele Bilder in der Galerie beschert, da man doch des Öfteren aus Versehen an den Fingerabdruckscanner kommt. Nichtsdestotrotz eine nette Zusatzfunktion.

Erwähnenswert ist auch noch der Xender Assistant, welcher sich in den Bedienungshilfen befinden. Dieser soll einem dabei helfen Geld beim Onlineshoppen zu sparen und Apps zu installieren, ohne dass man dies manuell durchführen muss. Nach der Aktivierung dieses Assistenten, habe ich jedoch nirgends eine Auswirkung dessen erlebt. Vielleicht geschieht das noch durch ein zukünftiges Update. In der Testzeit von 2 Wochen wurden immerhin zwei OTA Updates mit Minor- und Major-Bug-Fixes eingespielt.

Insgesamt fünf verschiedene Designs mit unterschiedlichen App-Icons stehen zur Verfügung. Es gibt leider keine Möglichkeit wie z.B. bei EMUI von Huawei zusätzliche Designs aus dem Internet zu beziehen. Weitere Flexibilität bietet die Einstellmöglichkeit der Übergangsanimation. Hier stehen sieben Optionen zur Verfügung.

Uhans U300 DesignsUhans U300 Xender Assistant Uhans U300 System Infos

Kamera

Die Kamera geht für den Preis in Ordnung. Bilder sind mit 13 Megapixel ausreichend scharf für die Darstellung auf dem Handydisplay und auch auf Computer-Bildschirmen. Durch Interpolation werden Fotos mit 16 Megapixeln abgespeichert. Weißlastige Bilder wirken leider auffällig blaustichig. Die Linse hat eine Blendenzahl von 2,0. Der Hersteller verspricht, dass man mit der Kamera schöne Momente auch nachts festhalten kann. Dies mag durchaus sein. Die besagten Momente sind auf den Bildern bei schlechten Lichtverhältnissen aber dann nicht in der besten Qualität vorhanden. Da ist auf jeden Fall noch Luft nach oben. Der Fokus wird ausreichend schnell und zuverlässig gefunden.

Als Kamerasoftware kommt die MediaTek Camera Application zum Einsatz. Diese bietet einige Einstellmöglichkeiten und Modi. Gerade der HDR Modus beschert meist schöne Aufnahmen. Die Erhöhung der Belichtungszeit zeigt keinen großen Effekt. Für Videos gibt es nicht sehr viele Optionen. Schön wäre es, wenn man die Frames per Second erhöhen könnte. Die verbaute Hardware gibt aber offenbar nicht mehr her.

Die 5 MP (interpoliert: 8MP) Frontkamera schießt gute Selfies. Eine kleine Sensation ist der Blitz an der Frontkamera. Das sieht man wirklich nicht oft! Jetzt kann man sich sogar nachts fotografieren. Durch das helle Blitzlicht werden die Pupillen auf den Bildern jedoch oft rot. Der ein oder andere kann dieses Feature bestimmt gebrauchen.

Konnektivität

In der Disziplin Empfangsqualität reißt das Uhans U300 zwar keine Bäume aus, kann sich ab dennoch mit Geräten in der gleichen Preiskategorie messen. Dank Band 20 kommt man auch je nach Mobilfunk-Provider auch auf dem Land in Genuss von LTE. Dies gelang in der Praxis sehr gut. Gespräche sind in ausreichender Qualität möglich. Dabei gibt es weder beim Telefonieren über die Freisprechfunktion, noch über ein Headset Mängel. Die Qualität des kleinen Front-Lautsprechers könnte dahingegen etwas besser sein.

Der Hybrid-Slot stellt den U300-Benutzer vor die Qual der Zweitkartenwahl, denn beim 2. Fach muss man sich zwischen einer Sim- oder SD-Karte entscheiden. Alle Karten werden jeweils nach einem Reboot des Systems erkannt und entsprechend angenommen.

Eine kleine Überraschung gibt es beim WLAN-Modul. Zwar ist die Empfangsqualität nur durchschnittlich. Sehr positiv ist aber, dass beide gängigen Frequenzen 2,4 GHz und 5 GHz empfangen werden. Das ist kein Standard. Diesem erfreulichen Fakt steht jedoch ein Bug gegenüber. Bei jedem neuen Kontakt mit einem WLAN Router ändert das Gerät seine MAC-Adresse. Wer seinen Router durch eine Whitelist gesichert hat, wird unvermeidbar Schwierigkeiten haben. Es handelt sich dabei um einen Softwarefehler, welcher hoffentlich schnell durch ein Update von Uhans behoben wird. Wie beim WLAN fährt das Uhans U300 auch bei der Ortung zweigleisig. Durch GPS und Glonass werden sowohl amerikanische, als auch russische Satelliten gefunden und erhöhen so die Standortbestimmung. Diese gelingt nach Aktivierung meist innerhalb von 30-40 Sekunden auf 4 Meter genau.

Der verbaute Lautsprecher ist überraschend kräftig und sorgt selbst bei hoher Lautstärke für satten Sound. Gerade Film schauen und spielen macht dadurch gleich viel mehr Spaß. Wer trotzdem lieber seine Kopfhörer anschließt, hat dank des 3,5 mm Klinkenanschluss auch die Chance auf ein tolles Klangerlebnis. Das Uhans U300 zu seinem Teil stellt auch über den Audio-Ausgang eine hohe Soundqualität zur Verfügung.

Uhans U300 GPS Test (2) Uhans U300 GPS Test

Akku

Der Akku des Uhans U300 kann tatsächlich mit einem SUV verglichen werden. Er fasst laut Hersteller volle 4750 mAh. Ein Test der Ladekapazität korrigiert diesen Wert auf ca 4650 mAh, was immernoch sehr viel ist. Über Nacht verliert das Akkumonster meist nur 1% Akku bei aktiviertem Flugmodus. Teilweise hatte ich am Ende eines Tages nicht einmal 10 % der Kapazität verloren. Spielt man jedoch grafikintensive Games, so entlädt sich der Akku mit 16 % in der Stunde. In der Praxis hält der Akku für Normal-User für 2-3 Tage. Nutzt man den Taschencomputer selten, ist wohl noch etwas mehr drin. An einen Tag bekommt es wohl nur ein Dauerzocker leer, denn selbst im PCMark Work 2.0 Batterie Test hält es 10 Stunden durch. Das ist ein überdurchschnittlicher Wert.

Quick-Charge unterstützt das U300 leider nicht. Der große Akku benötigt gute 4 Stunden bis er zu 90% geladen ist und nochmal mehr als eine halbe Stunde für 100%.

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Fazit

77% Eigenwillig!

Das Uhans U300 lässt sich nicht vom aktuellen Trend beeindrucken und wirkt mit seinem wuchtigen Design recht eigenwillig. Wenn es sich mit einem Auto vergleichen ließe, wäre es definitiv ein SUV. Das hohe Gewicht, die Maße, die IP-65 Zertifizierung und auch der große Akku sind dafür verantwortlich. Die Leistung und Verarbeitung gleicht aber weniger einem Mercedes GLC. Es ist eher ein Dacia Duster. Das günstige Smartphone bringt angesichts seines Preises eine erstaunlich gute Gesamtleistung. So überzeugt im Test das Display, die Kamera, der sehr ausdauernde Akku und vor allem das flotte Android 6 System mit dem 4GB großen Arbeitsspeicher. Hier liefert Uhans Top-Hardware zu einem niedrigen Preis.
Wer also ein robustes mittelklasse Smartphone sucht und bei den Outdoor-Geräten kein passendes findet, ist mit dem U300 gut beraten.

  • Verarbeitung und Design 60 %
  • Display 90 %
  • Betriebssystem und Performance 80 %
  • Kamera 70 %
  • Konnektivität und Kommunikation 70 %
  • Akkulaufzeit 90 %

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Kommentar Updates
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Licht
Gast
Licht

Ich hab eigentlich Lust auf dieses Fon, allerdings habe ich bei dem Teil irgendwie wirklich Angst um die inneren Werte. Die Marke ist auch in China selbst relativ unbekannt und vom Marketing her etc. scheinen die sehr poserhaft auf „große Effekte“ zu setzen. Insofern hab ich etwas Angst, dass sie dafür dann klammheimlich an der Haltbarkeit sparen, z.B. beim Akku. Ist die Sorge berechtigt?

Bernd
Gast
Bernd

Im Text steht ganz oben „Das Backcover lässt sich jedoch nicht abnehmen. Somit lässt sich auch der Akku nicht so leicht wechseln.“ Bedeutet das das man den Akku doch wechseln kann, nur halt nicht so einfach?

Mäcci
Gast
Mäcci

Das UI scheint 1:1 identisch mit Bluboo zu sein..und für 180 € finde ich die Leistung jetzt nicht wirklich überragend..

Uwe
Gast
Uwe

Was für ein Brocken 🙂 – aber das Leder sieht schon schick aus…

dragon-tmd
Gast
dragon-tmd

Ist aber SEHR dünn 😀

Johanna S.
Gast
Johanna S.

Sehr guter Testbericht!

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