Mit einer Zweiten sieht man besser. Das ist weniger ein neuer TV-Werbeslogan als vielmehr der neueste Schrei im Smartphone-Sektor. Dual-Kameras versprechen bessere Fotos und Effekte, wie sie eigentlich nur teure Spiegelrefelex-Kameras liefern können. Neben den großen Spielern im Geschäft werfen vor allem chinesische Hersteller Modelle mit Doppellinse auf den Markt. Mit dem Ulefone Gemini stellt der Hersteller nun eine Einsteiger-Variante vor. Doch wie viel Dual-Kamera bekommt man eigentlich für unter 130 Euro? 

Dual-Kamera

Ulefone Gemini Ansicht1 7 300x200Eine satte Ladung Megapixel oder eine gute Selfie-Kamera locken heute längst niemanden hinter dem Ofen hervor. Deshalb tüfteln die Hersteller eifrig an immer neuen Tricks, um die anspruchsvolle Kundschaft zu befriedigen. Relativ neu sind so genannte Dual-Kameras. Sie sollen das kompensieren, was sie nicht sind: eine teure Spiegelreflex mit Zoomobjektiv.

Wie das funktioniert? Dort, wo normalerweise eine Linse auf der Rückseite des Smartphones sitzt, nimmt nun eine zweite Platz – mit anderer Brennweite. Beim Knipsen verschmelzen dann zwei Bilder zu einem. Dadurch lässt sich die Bildqualität verbessern und der Bokeh-Effekt erzeugen. Letzterer bezeichnet eine geringe Tiefenschärfe, also das Freistellen von Objekten vor unscharfem Hintergrund. Dieser Effekt ist für gewöhnlich nur mit einer weit geöffneten Kamerablende zu erzielen.

Soweit die Theorie, die Praxis sieht anders aus. „Artistic pictures“, also künstlerische Bilder, wie sie Ulefone bewirbt, darf man von der 13-MP-Linse nicht erwarten. Statt stylischer Unschärfe gibt es eher verwaschene Schnappschüsse, die den Eindruck hinterlassen, die Linsen wären angelaufen. Die erzwungene Unschärfe schwappt stellenweise auf das fokussierte Objekt über und vermasselt dadurch das ganze Motiv. Auch ohne den im Menü „SLR“ genannten Effekt ist die Bildqualität nicht berauschend. Tüchtig gerauscht wird nur, sobald die Lichtverhältnisse schlechter werden.

Ein nachträgliche Änderung des Fokuspunktes, wie beispielsweise beim Huawei P9, ist nicht möglich. Streng genommen ist das Gemini sogar ein Dreiauge: An der Front versteckt sich eine 5-MP-Linse für Selfies mit passabler Qualität.

Lieferumfang des Ulefone Gemini

Ulefone Gemini lieferumfang 300x217Die Mitgift ist sehr ordentlich: Neben dem Smarthphone packt Ulefone ein USB-Ladekabel, einen Netzstecker und Kopfhörer in die Verpackung. Absolut nicht alltäglich sind „Zuckerl“ in Form von Silikon-Hülle und Panzerglas. Frei nach dem Motto: Auspacken, (in Schutzmontur) einhüllen und loslegen.

Android 6

Die Einrichtung des Telefons ist schnell erledigt: Anschalten, anmelden, Sprache auswählen und loslegen. Wer schon vorher ein Android-Handy und damit einen Google-Account hatte, kann in einem Rutsch alle Apps runterladen. Der interne Speicher von 32 GB ist ausreichend, lässt sich für Daten-Sammler via Mirco-SD-Karte aber auf stattliche 256 GB erweitern.

Nervig ist die Menüführung und das Bedienen von Apps. Das Gemini verzichtet auf zusätzliche Buttons an der Front, und versucht, mit einem Centerbutton auszukommen. Wer das nicht gewohnt ist, verzweifelt am Gemini. Die On-Screen-Tasten bedecken immer einen Teil des Bildschirms und glänzen vor allem mit Abwesenheit, wenn man sie dringend bräuchte.

Nicht zu finden war die integrierte Option „Display duplizieren“, also Screen mirroring, dafür aber wartet das Gemini mit „Turbo-Download“ auf. Damit lassen sich große Datenmengen durch eine gemeinsame Verbindung von WLAN und 4G schneller herunterladen. Das Testhandy lief unter Android 6.0 Marshmallow, dessen Oberfläche lediglich optisch ein wenig angepasst wurde. Ulefone stellt ein baldiges Upgrade auf 7.0 in Aussicht.

Ulefone Gemini Andoid 1 169x300Ulefone Gemini Andoid 2 169x300 Ulefone Gemini Andoid 6 169x300 Ulefone Gemini Andoid 3 169x300 Ulefone Gemini Andoid 4 169x300 Ulefone Gemini Andoid 5 169x300

Leistung

Drei Kameralinsen, dafür aber nur vier Kerne (MediaTek MT6737T). Hier hat Ulefone gespart, was der Alltagstauglichkeit des Gemini aber keinen Abbruch tut. Apps verrichten butterweich ihren Dienst, Webseiten öffnen schnell und das System läuft stabil. Auch als Multitasker macht das Gemini einen flinken Eindruck, 3GB Arbeitsspeicher sei Dank.

Zum Spielemonster ist es nicht geboren. Bei einem Preis von unter 130 Euro muss es das das aber auch nicht. Bei normaler Nutzung bewahrt das Gemini einen kühlen Kopf und wird nicht heißer als 30 Grad.

Ulefone Gemini PC Mark 169x300 Ulefone Gemini 3D Mark 169x300 Ulefone Gemini Geekbench4 169x300 Ulefone Gemini Antutu 169x300 Ulefone Gemini A1 SD Bench 169x300

Konnektivität

Das Ulefone Gemini kommuniziert auf allen Frequenzen. Egal ob 2G, 3G oder 4G – es holt immer den besten Empfang aus dem deutschen Netz heraus. Der Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung ist klar und deutlich zu hören, je nach Position des Hörers aber ein wenig zu leise. Dual-Sim-Betrieb ist möglich, dann aber flieg die Micro-SD raus.

passende MicroSDs auf

Der Lautsprecher an der Unterseite des Telefons ist schwach auf der Brust. Der Output ist leise, der Klang blechern. Das Musikvergnügen via Klinke und Kopfhörer kann sich aber hören lassen.

Ulefone Gemini Sensorbox 169x300Um sich im Alltag zurecht zu finden, vertraut das Gemini auf Gyro-, Gravity- und Touchsensor. Die Navigation via GPS klappt zuverlässig und genau. Die Übertragung von Musik via Bluetooth an ein fest eingebautes Autoradio funktionierte im Test tadellos.

Design und Verarbeitung

Durch ein Gewicht von 185 g und Maße von 154.5×76.8×9.1 mm liegt das Ulefone Gemini satt in der Hand. Es ist deutlich schlanker und filigraner als beispielsweise das Ulefone Power. Der Body aus Metall erzeugt einen wertigen Eindruck, doch Vorsicht: Rutschgefahr. Die glatte Oberfläche lässt es leicht aus der Hand gleiten. Die mitgelieferte Hülle aus Silikon schafft Abhilfe.

Ulefone Gemini Ansicht1 5

Beim Außenkleid schwimmt Ulefone mit dem Trend. Das Gemini hüllt sich entweder in Schwarz, Grau oder Gold. An der linken Flanke befinden sich die Laut-Leise-Tasten sowie der On/Off-Knopf. Rechts sitzt eine Kamerataste, die gleichzeitig die Fotoapp startet und anschließend als Auslöser fungiert. Auf eine LED an der Front wird ebenso verzichtet wie auf weitere Funktionstasten, was die Bedienung erschwert (siehe Punkt „Android“).

Glücklicherweise hat sich Ulefone entschieden, den an der Rückseite angebrachten Fingerabdruck-Sensor über die Planke zu schicken. Das Gefummel an der Rückseite des Ulefone Power war ohne Gummifinger kaum zu machen. Der neue, also konventionelle Sensor macht genau das, was er soll: das Telefon komfortabel entsperren; und zwar zuverlässig und zügig. Im Test erlaubte er sich kaum Ausrutscher (9/10).

Ulefone Gemini Ansicht1 2 300x229Ulefone Gemini Ansicht1 3 300x164Ulefone Gemini Ansicht1 4 300x125Ulefone Gemini Ansicht1 6 300x200

Display

5,5 Zoll und Full HD – das klingt schon mal gut. Ist es auch. Das Ulefone Gemini serviert 1920×1080 Pixel, die mit 401 PPI dicht aneinandergereiht sind. Das Bild ist scharf und klar, die Farben intensiv, aus jedem Blickwinkel. Was beim Ulefone Power noch gefehlt hat, ist beim Gemini an Bord: MiraVision. Das Tool ermöglicht die Feinjustierung von Kontrast, Schärfe, Sättigung, Helligkeit und Farbtemperatur.

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Das zum Rand hin abgerundete Gorilla Glas 3 schützt vor dem Gröbsten. Das Display registriert bis zu fünf Berührungen gleichzeitig.

Akku

Ulefone Gemini PCMark 169x300Das Ulefone Gemini schöpft seine Kraft aus einem 3250 mAh-Akku von Sony. Diese Kapazität reicht, um bei mäßiger Nutzung von etwa 3 Stunden gut durch den Tag zu kommen. Poweruser werden schnell an ihre Grenzen stoßen. Ein Youtube-Video hier, eine paar Spielepausen und Telefonate da – und schon schreit das Gemini nach Saft aus der Steckdose. Im PC-Mark Aukkutest schaffte das Ulefone Gemini knapp 5 Stunden Leistung. Das Backcover ist nicht abnehmbar und der Akku damit fest verbaut.

Die auf der Ulefone-Website angepriesene Schnellladefunktion funktionierte im Test leider nicht.

Fazit und Alternative

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Philip Hauck:
Fazit

Wer mit seiner Handykamera Effekte wie ein Profi erzielen möchte, ist mit dem Gemini falsch beraten. Gute Ergebnisse liefern bislang nur die teuren Modelle der großen Spieler im Geschäft. Allerdings zeigt Doogee mit dem Shoot 1, dass auch im Low-Budget Bereich mehr aus einem Dual-Kamera Setup gemacht werden kann. Obwohl die Kamera nicht hält, was sie verspricht, ist das Gemini eine solide und vor allem preiswerte Möglichkeit, die neue Technik zu erproben. Für die Bewältigung von Alltagsaufgaben reicht es allemal. Für unter 130 Euro gibt es obendrein ein schickes Äußeres, ein Full-HD-Display, einen Quadcore-Prozessor und, bis auf die Kamera und den Akku, ausgereifte Technik.

73% Okay
  • Verarbeitung und Design 80 %
  • Display 90 %
  • Betriebssystem und Performance 70 %
  • Kamera 60 %
  • Konnektivität und Kommunikation 80 %
  • Akkulaufzeit 60 %

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Gast
Martin85

Hallo, ich heiße Martin und beschäftige mich privat sehr viel mit dem Smartphone Markt. Dabei stöbere ich auf Seiten wie gizchina.com, phoneradar.com, chinamobilemag und so weiter.

Hin und wieder lasse ich mich dazu verleiten, die von den Herstellern angebotenen Gewinnspiele mitzumachen. So auch hier im Januar 2017: http://ulefone.com/activity/winforonedollar170102.html

Tolles Ding, dachte ich mir. „Win an Ulefone for USD1“. „Ulefone’s 1st Flagship for 2017 with Cutting-edge Technology, Ground Breaking Design, Dazzling Speed, Abundant Energy, Landmark-level Camera, Breath-taking Display.“

Und ja,wäre das nicht schon vollmundig genug, kamen noch weitere Verheißungen hinzu: „Maybe dual camera“,“Maybe X30 Processor“, „maybe curved screen“,maybe big battery“.

Gut, dachte ich mir, kaufe ich halt mal ein Los. Und siehe da, ich bin einer von zwei Gewinnern!!!

Zunächst bekam ich relativ schnell eine Email von [email protected] am 13. Januar. Neben der Frage nach meinen persönlichen Daten plus Adresse wurde von mir erwartet, dass ich auch ganz schnell diese glückliche Nachricht in verschiedenen sozialen Medien, allen voran Facebook, veröffentliche und eine Kopie jeweils an Ulefone sende. Na gut, noch nichts bekommen, keine Ahnung, was für ein Phone es sein wird, aber hey, mache ich schon mal einen auf happy…

Danach passierte erst einmal – NICHTS. Der Februar verging, März verging. Na gut, dachte ich, wenn das ein so neues Flagship ist, vielleicht müssen die es ja erst noch überhaupt selbst erst einmal veröffentlichen.

Am 17. April schrieb ich an [email protected]. Die Antwort folgte: „Hi,Have you still not received your Armor? We have already sent it long ago, here is the tracking number, via China post. RS716298864NL“

Was? Ulefone Armor? Ein Ende-2016-device mit nem alten MT6753 Prozessor? Ich schrieb zurück, ob das ein Versehen ist, bekam aber nie eine Antwort.

Der zweite Versuch fand über Facebook statt. Ich fragte, was denn nun mit meinem gewonnenen „2017 Flagship“ sei. Die Antwort: „I just have checked that you said you want to change the Gemini to Gemini pro,“

Wtf? Ich habe erstens nie zuvor Ulefone über Facebook angeschrieben, noch habe ich was vereinbart. Das Ganze klärte sich auf, nachdem ich den anderen Gewinner dieses Events (Marc Schmidt L. R.) anschrieb. Er schrieb mir, dass er zumindest erwartet, dass sie ihm das Gemini Pro zuschicken, da doch das normale Gemini nicht viel mit einem Flagship gemein hat. Ulefone schrieb ihm allerdings zurück, dass es sich beim Gemini-Pro um ein „prenium phone“ handelt und er etwas draufzahlen müsse, wenn er das haben will.

Als ich Ulefone erneut über Facebook anschrieb bestätigten sie auch mir, dass das MT6737 Gemini mein Gewinn sei.

Okay, Ulefone, dank euch weiß ich jetzt, was ein „Flagship Phone“ ist. Eins mit dem low End MT6737 Quadcore 3GB Ram, schwacher Kamera,schwacher Akkulaufzeit und keiner Benachrichtigungs-LED (recherchiert auf chinahandys.net). Nicht zu verwechseln mit einem „premium phone“, dem Gemini Pro.

Neulich habe ich wieder Ulefone über Facebook angeschrieben. Wollte wissen, ob sie das Phone schon verschickt haben. Ulefone fragte dann nach meiner Adresse, weil diese hätten sie nicht. Habe auf die email vom 17.Januar verwiesen…

Gute Nacht, Ulefone!

PS: Sollte wider Erwarten doch dieses Gemini auftauchen, bitte ich Euch um Vorschläge, wie man es am spektakulärsten zerstören kann (bitte aber ernst gemeinte Vorschläge und ohne Gefährdung von anderen Personen, Sachen oder Verstoß gegen Gesetze). Als Tipp zum finden geeigneter Zerstörungsorte – ich wohne in Berlin. Das Video stelle ich dann auf Youtube.

Viele Grüße

Martin

Gast
Marc

Hallo, ich habe das Phone bestellt, muss ich hier auch irgendwelche Rom´s ändern? oder läuft es in Deutschland ohne Änderungen. Ich bin nicht sonderlich Android erfahren, komme aus dem Windows Lager, benötige allerdings für eine medizinische Behandlung ein Android. (die App)

Mitglied
Stephan Krause

Läuft Super mit der Original Rom , nach Update. Ist Kamera und. Akku Problem weg, in kürze kommt noch Nugat

Launcher habe ich geädert , Zehn.UI bzw Nugat launcher , gefällt mir besser wie Standard auf dem Gerät

Autor
TeamStarMitglied
Joscha Becking

Sie müssen nichts dergleichen machen. Einfach auspacken und benutzen.

Gast
Josh

„Maße von 154.5×47.8×9.1 mm“
Super wie geht denn das, dass das Handy schmaler als 5cm ist?
Zahlendreher wirkt für mich da eher wahrscheinlich.

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