Mit dem Mix 2 schickt Ulefone den namentlichen Nachfolger des Mix ins Rennen. Dabei ändert der chinesische Hersteller das Design und die Verarbeitung jedoch so radikal, dass es sich eigentlich um ein neues und eigenständiges Gerät handelt. Statt dem Tri-Bezelless Design des Mix orientiert sich Ulefone diesmal beim Mix 2 am Samsung Galaxy S8 und versucht mit einem 5,7 Zoll Display im 18:9 Format und einer Dual Kamera den Käufer zu überzeugen. Das kennen wir auch schon von Doogee:).
Das Datenblatt mit 2 GB Ram und einem Quadcore SoC, namens MTK6737, von Mediatek legt zudem nahe, dass es dem Mix deutlich unterlegen ist und unterstreicht den Eindruck, dass es sich bei dem Gerät um ein neues Low-Budget Smartphone im 100€-Bereich handelt.

Doch wie sich das Mix 2 im Vergleich zur Konkurrenz wie dem Cubot Note Plus oder dem Xiaomi Redmi 5a schlägt und wieso es nur auf den Produktfotos wie eine Kopie des Galaxy S8 erscheint, klären wir in unserem Test.

Lieferumfang des Ulefone Mix 2

Ulefone Mix 2 Lieferumfang 1

Schick verpackt in einer weißen Box wird das Ulefone Mix 2 ausgeliefert. Mit im Lieferumfang enthalten sind eine Silikonschutzhülle, eine Displayschutzfolie, eine Ringhalterung sowie ein Micro-USB Kabel und ein dazu passendes EU-Netzteil. Das Netzteil liefert gewöhnliche 1A bei 5V und verfügt über keine Quick Charge Funktionalität. Ulefone verhält sich an dieser Stelle wie viele der chinesischen Smartphonehersteller und liefert das Mix 2 gleich mit diversem Zubehör aus.

Verarbeitung und Design

Das Ulefone Mix 2 besteht aus einem Mix aus Glas, Aluminium und Plastik und ist verarbeitungstechnisch auf einem guten Niveau. Auf der Vorderseite befindet sich eine nicht näher spezifizierte Glasfront, welche an den Rändern eine sogenannte 2.5D Rundung besitzt und damit den Übergang zum Rahmen fließender erscheinen lässt. Tasten sucht man hier vergebens, denn Ulefone setzt beim Mix 2 auf On-Screen Buttons. Die sehr dünnen Displayränder und die abgerundeten Ecken der Darstellung, wie sie bei Produktfotos zu sehen sind, entsprechen aber leider nicht der Realität. Das Mix 2 besitzt stattdessen rechteckige Displayecken und etwas breitere Ränder, welche zwar nicht negativ auffallen, aber weit von der Darstellung auf der Verpackung abweichen. Damit ähnelt das Mix 2 auf der Vorderseite viel eher dem Modell 5T von OnePlus als einem Galaxy S8. Mit den Maßen von 152,5 mm in der Länge, 71,6 mm in der Breite und 8,9mm in der Tiefe ist das Ulefone Mix 2 handlich für ein Gerät mit 5,7 Zoll Displaydiagonale und bringt zudem mit 177g wenig Gewicht auf die Waage.

Ulefone Mix 2 Design Verarbeitung 4 Ulefone Mix 2 Design Verarbeitung 3 Ulefone Mix 2 Design Verarbeitung 2 Ulefone Mix 2 Design Verarbeitung 1

Das Gerät selbst ist an den Seiten von einem glänzend schwarz lackierten Aluminiumrahmen umschlossen, welcher an einigen Stellen durch mattschwarze Antennenstreifen unterbrochen ist. Ansonsten sind am unteren Rand noch Micro-USB Anschluss und Lautsprecher sowie 3,5mm Kopfhörer an der Oberseite zu finden. Leider setzt Ulefone mit dem Micro-USB Anschluss auf veraltete Technik, ein moderner USB-C Anschluss hätte dem Gerät sicher gut gestanden.
Rechts außen befinden sich zudem noch die Lautstärkewippe und der Standby-Schalter, welche hervorragend im Gehäuse sitzen und einen satten Druckpunkt besitzen.
Auf der abgerundeten Rückseite findet man schlussendlich den kratzempfindlichen Plastikdeckel, unter welchem sich wechselbarer Akku, Dual-Sim Slot und Micro-SD Karten Slot befinden. Zudem ist die Rückseite in glänzendem Schwarz gehalten, was zur Folge hat, dass sich Fingerabdrücke am Gerät sehr schnell sichtbar ansammeln. Weiterhin ist hier die Dual-Kamera platziert, zusammen mit einem Single-LED-Blitz und dem Fingerabdrucksensor. Letzteres entsperrt in 9/10 Fällen das Gerät und gehört mit diesem Ergebnis zu den Besseren seiner Art.

Ulefone Mix 2 Rückdeckel ablösbar Ulefone Mix 2 Rückseite

Am Mix 2 knarzt und wackelt nichts und auffällige Spaltmaße sucht man vergebens. Im Gegenteil, das Gerät wirkt fast wie aus einem Guss! Mit der abgerundeten Bauform liegt das Mix 2 gut in der Hand und vermittelt ein hochwertiges Gefühl. Leider trüben jedoch der veraltete Micro-USB Anschluss und das Fehlen einer Benachrichtigungs-LED den Eindruck etwas.

Display

Das IPS-Panel des Mix 2 kommt im modernen 18:9 Format daher und besitzt eine HD-Auflösung von 1440×720 Pixel bei einer Bildschirm-Diagonale von 5,7 Zoll. Daraus resultieren 282 ppi, welche im Vergleich mit manchen Geräten der Konkurrenz (Cubot Note Plus) erstmal nicht viel klingen, im Alltag jedoch absolut ausreichend sind. Nur bei näherer Betrachtung werden einzelne Bildpunkte sichtbar. Das Ganze hat zudem auch einen netten Nebeneffekt: die GPU muss in der Regel weniger Bildpunkte berechnen und Animationen laufen somit flüssiger als bei Geräten mit ähnlicher Technik und höherer Auflösung. Bei Spielen oder aufwendigen Animationen kann dies ein entscheidender Vorteil sein.

Ulefone Mix 2 Display 4 Ulefone Mix 2 Display 2

Ansonsten stellt das Display Farben stets natürlich und mit satten Kontrasten dar, welche auch bei Neigung des Geräts erhalten bleiben. Leider hinterlassen jedoch mehrere tote Pixel bei unserem Testmodell einen faden Nachgeschmack. Diese fallen insbesondere bei der Darstellung der Farbe Schwarz auf. Ob dieser Fehler nur bei unserem Handy vorhanden ist, oder ob es sich um einen verbreiteten Produktionsfehler handelt, können wir nicht beurteilen. Wenn ihr das Mix 2 euer Eigen nennt, würden wir uns über einen entsprechenden Kommentar sehr freuen!
Die Helligkeit des Displays ist nicht besonders hoch und der Unterschied zwischen den verschiedenen Stufen kaum merkbar. Im Freien bleibt die Lesbarkeit jedoch auf gutem Niveau und dem Nutzer entsteht somit kein Nachteil. Der Digitizer reagierte zudem im Test immer zuverlässig und erkennt bis zu 5 Berührungspunkte gleichzeitig. Mit an Bord hat das Ulefone Mix 2 auch diverse intelligente Funktionen die unter dem Menüpunkt „Gesture Unlock“ zusammengefasst werden. Darunter ist das Antippen des Bildschirms zur Entsperrung und diverse Gestensteuerungen. So erwacht das Mix 2 automatisch aus dem Standby und öffnet beispielsweise den Browser, wenn auf dem ausgeschalteten Display der Buchstabe „e“ gezeichnet wird.

Leistung

Das Mix 2 generiert seine Leistung aus dem altbekannten MT6737 Quadcore Prozessor von Mediatek, der mit 4 x 1,3GHz taktet und welchem 2GB Ram zur Seite stehen. Damit ist das Mix 2 seinem Vorgänger deutlich unterlegen – dies unterstreichen die Ergebnisse im Antutu und Geekbench Benchmark. Dennoch liefern die Chips ausreichend Leistung für tägliche Aufgaben wie Youtube, WhatsApp und Surfen. Auch bei einfachen Spielen stößt das Mix 2 nicht an seine Grenzen. Aufwendige 3D-Spiele wie Asphalt 8 sind bei niedriger Detailzahl auch spielbar und die Hitzeentwicklung bleibt bei voller Auslastung immer im akzeptablem Rahmen von unter 40°.
Der Arbeitsspeicher ist mit seiner Geschwindigkeit von noch 2,7GB/s durchschnittlich schnell, die Lese- und Schreibgeschwindigkeiten des Massenspeichers mit 96 MB/s und 41 MB/s jedoch leider nicht mehr. Außerdem wird der Arbeitsspeicher vom System aus schon stark ausgelastet und fällt mit 2GB nicht sonderlich groß aus. Das Mix 2 lädt daher Apps häufig erneut und lässt den Nutzer somit ab und an ein paar Sekunden warten, wenn dieser zwischen diversen Apps wechselt.

Antutu Ergebnis Geekbench Multi Ergebnis 3D Mark Ergebnis

Bei einem Preisbereich von ca. 100€ sind die Erwartungen an die Leistungsfähigkeit natürlich nicht allzu hoch und tägliche Aufgaben meistert das Mix 2 auch ausreichend schnell. Trotzdem ist zu erwähnen, dass die Konkurrenz, wie Vernee im M5 oder Cubot im Note Plus, spürbar schnellere Hardware verbaut, welche man für einen ähnlichen Preis erhält.

Android

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Unser Testgerät läuft unter Android 7.0 und besitzt die Sicherheitspatches vom 05. November 2017. Ulefone rollt Updates für das Mix 2 „over-the-air“ aus, Informationen über eine zeitnahe Aktualisierung liegen uns aber nicht vor. Optisch ist die Oberfläche wie reines Android gehalten. Außer einem Dateimanager und einer Verlinkung zur Webseite des Herstellers wurden keine weiteren Apps vorinstalliert. Letztere lässt sich zudem schnell und einfach in den Einstellungen deaktivieren.
Damit ist das System frei von Bloatware und zeigte sich im Test stets performant. Bugs oder Fehler? Fehlanzeige!

Kamera

Dual-Kameras genießen in letzter Zeit große Beliebtheit bei den Herstellern und bieten theoretisch Funktionen wie dualen optischen Zoom oder einen Bokeh-Effekt. In der Praxis sind uns jedoch im Low-Budget Bereich mit Ausnahme der Xiaomi Smartphones nur Geräte untergekommen, bei denen die zweite Linse nur eine Attrappe ist. Auch beim Ulefone Mix 2 ist dies der Fall – entsprechende Funktionen auf Basis jener sollten vom Käufer nicht erwartet werden. Das doppelte Zoom und der Unschärfeeffekt, welcher einem scharf gestellten Kreisbereich gleicht, werden nämlich nur durch die Software erzielt und sind rein digital. DSLR-level Features, wie sie Ulefone vollmundig bezeichnet, sind sie damit definitiv nicht!

Im Mix 2 sind ein Sony IMX135 Sensor mit 13 Megapixel und F/2.0 Blende als Hauptkamera auf der Rückseite sowie ein 5 Megapixel Sensor mit F/2.4 Blende auf der Vorderseite verbaut. Beide werden zudem von je einem Single LED begleitet um Aufnahmen im Dunkeln aufzuhellen.

Die im Test geschossenen Bilder sind recht ordentlich und damit besser als die des Vorgängers. Insbesondere die stark ausgefransten Kanten sind nun Geschichte und die Aufnahmen wirken rundum klarer. Um mit den Top-Geräten im Low-Budget Bereich gleichzuziehen, reicht es aber trotzdem bei weitem nicht. Insbesondere die Farbwiedergabe ist im Vergleich schwach und im Detail betrachtet rauschen die Bilder deutlich stärker als die eines Xiaomi Redmi Note 5a. Immense Probleme hat das Mix 2 zudem mit der Überbelichtung von hellen Flächen und dem Autofokus. Den beworbenen HDR-live-Modus, der hier vielleicht Abhilfe schaffen könnte, sucht man vergebens und im Menü findet sich nur ein HDR-Modus, der die Aufnahmen noch stärker belichtet. Ein Softwareupdate könnte diesen Fehler aber eventuell beheben.
Weiterhin muss man sich bei Dunkelheit schnell auf starkes Bildrauschen und grobkörnige Aufnahmen einstellen. Dagegen kann auch der Blitz nichts anrichten.

An der Selfie-Front bleibt alles beim Alten. Die Aufnahmen sind blass und verschwommen und können nicht überzeugen. Der Blitz hilft jedoch dabei, bei entsprechenden Lichtverhältnissen das Videogespräch weiterführen zu können. Für mehr ist die Kamera aber auch nicht geeignet.

In der Handhabung war die Kamera-App leider nicht sehr intuitiv. Die im iPhone-Gewand designte Oberfläche ruckelte stets beim Umschalten der Aufnahmemodi und eine lang geratene Auslösezeit trübt den Spaß am spontanen Knipsen.

Videos werden maximal in Full HD (1920×1080) bei 30 fps aufgezeichnet und zeigen deutliche Artefakte. Die fehlende Stabilisierung führt dazu, dass die Aufnahmen sehr unruhig geraten.

Auch wenn Ulefone an manchen Stellen aus den Fehlern des Mix gelernt hat, die Konkurrenz liefert schlichtweg bessere Bilder! Für vereinzelte Schnappschüsse und Videotelefonie ist das Mix 2 allemal ausreichend, aber bei höheren Ansprüchen lohnt sich der Griff zu einem anderen Modell.

Konnektivität

Ulefone Mix 2 Simkarten EmpfangZuverlässig bucht sich das Ulefone hier in Deutschland ins 2G (1900/1800/850/900), 3G (2100/900) und 4G Netz (2100/1800/2600/900/800) ein und besitzt alle dafür relevanten Frequenzen. Gespräche können in guter Qualität geführt werden und auch die Person gegenüber erfreut sich an einer ordentlichen Sprachübertragung. Dem Mix 2 hat Ulefone diesmal, im Gegensatz zum Mix, auch einen Annäherungssensor spendiert, der das Display deaktiviert, wenn das Gerät zum Telefonieren ans Ohr gehalten wird. Einer gelungenen Freisprechfunktion jedoch zieht der bassfreie und schlecht klingenden Lautsprecher einen Strich durch die Rechnung. Am Kopfhörerausgang ist die Qualität aber schon deutlich besser und überzeugt selbst via In-Ears mit BA-Treibern durch guten Sound. Nur die Differenzierbarkeit der einzelnen Instrumente könnte besser sein, aber das ist Meckern auf hohem Niveau und bei einem Gerät dieser Preisklasse nicht angebracht.

ulefone mix2 gpsFür die Navigation ist das Ulefone Mix 2 mit GPS (Glonass) und einem digitalen Kompass ausgestattet. Das GPS zeigte im Test nach ein paar Startschwierigkeiten keine Schwächen und der Kompass stellte sich zu Fuß als äußerst hilfreich dar. Das Signal ist stabil genug, um mit dem Handy gelegentlich zu navigieren, allerdings besitzen andere Smartphones auch stärkere Empfänger.

Weiterhin sind Wlan a/b/g/n mit Dual-Band Unterstützung (2,4 GHz/5 GHz), Bluetooth in der Version 4.1 sowie die Standard-Sensoren für Beschleunigung und Licht mit an Bord.

Beim Thema Konnektivität gibt sich das Mix 2 keine Blöße und präsentiert sich von einer guten Seite. Eine vernünftige Auswahl an Sensoren sowie die Möglichkeit zwei SIM-Karten und eine Micro-SD Karte gleichzeitig nutzen zu können, gefällt uns sehr gut. Beim Lautsprecher ist jedoch noch viel Luft nach oben!

Akku

Der wechselbare Akku im Mix 2 leistet 3.300 mAh und ermöglicht damit einen Wert von guten 6 ½ Stunden im PCMark Akkubenchmark. Entsprechend der Nutzung sind daher 1 Tag Nutzung ohne Laden durchaus realistisch. Fehler bei der Prozentanzeige, wie sie beim Mix noch auftraten, gehören nun beim Nachfolger der Vergangenheit an.
Da das Mix 2 jedoch keine Quick Charge Technologie besitzt, genehmigt es sich zum vollständigen Laden gut und gerne 3 1/2h.

Akkulaufzeit Ergebnis Einheit: Std

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Holger
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Holger

Super Handy, habe es jetzt seit 3 Wochen, für 95 € bei ebay gekauft.Keine Displayfehler feststellbar. Akku läuft auch ausreichend lange. Betrieb mit 2 SIM geht hervorragend auch die Bluetooth.Kopplung im Auto. Mit der Kamera bin ich auch zufrieden. Bisher auch keine Abstürze und flüssiger Lauf ohne ins stocken zu kommen.

Stephan Krause
Mitglied
Stephan Krause

Das Gerät hat einen Sony IMX 135 Sensor. Der hat 13 MP nicht 8 MP !!

Der Antutu 7.0 Wert liegt bei 37594 !!!

Und das Display hat Gorilla Glas 3 mit Fett und Öl Abweisender Beschichtung