Der Hersteller Ulefone präsentiert ein neues Low-Budget Smartphone. Dieses wartet für knapp unter 100 Euro mit einem edlen gebürsteten Aluminium-Gehäuse, einem 4200 mAh großen Akku, 5,5 Zoll Bildschirmdiagonale und einem Fingerabdrucksensor auf. Doch was zunächst nach einem Preisleistungs-Monster klingt, muss sich auch im folgenden Test gut genug schlagen, um diesen Titel zu verdienen.

Verarbeitung und Design

Die einzelnen Bauteile inklusive des Displays stecken in einem Kunststoffrahmen mit abnehmbarer Rückseite, welche größtenteils aus Aluminium besteht. Das Display sitzt ohne sichtbare Spalten im Rahmen. Oben am Display befinden sich neben der Frontkamera und der Hörmuschel kaum merklich der Näherungssensor. Unter dem Display befinden sich permanent sichtbare Markierungen für die drei androidtypischen Buttons. Durch eine LED werden die Buttons nicht beleuchtet. Das Display ist an den Ecken abgerundet, sogenanntes 2.5D Glas. Ein 3 mm breiter Streifen verläuft am Rand um das Display. Oben am Rahmen finden sich der USB-Port und ein Kopfhörerausgang. An der rechten Seite befinden sich der Powerbutton und die Lautstärketaste, beide bestehen aus Kunststoff. Des Weiteren ist unten rechts am Rahmen ein kleiner Schlitz, mit dessen Hilfe sich das Backcover aufhebeln lässt. Die Rückseite ist, bis auf einen 12 mm Streifen oben und unten, aus gebürstetem Aluminium gefertigt. Die Streifen selbst bestehen aus dem gleichen Kunststoff wie der Rest des Rahmens. Auf der oberen Rückseite sitzen die Kamera, der LED-Blitz und der Fingerabdrucksensor. Unten rechts ist ein Schlitz für den Lautsprecher gelassen worden. Nach dem Öffnen der Rückseite werden weitere Elemente sichtbar.

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Links neben der Kamera befindet sich die erste Simhalterung, rechts davon die zweite sowie ein Schacht für Mikro-SD-Karten mit einer Größe bis zu 128 GB. Darunter findet sich, unter einer aufgeklebten Folie, der Akku. Da diese Folie sehr fest sitzt, ist Personen ohne Handyreperaturerfahrung abzuraten, sich daran zu schaffen zu machen, um keine Bauteile, Lötstellen oder Kabel zu beschädigen. Der Akku ist somit nicht wechselbar.

Die Haptik dieses Gerätes ist ordentlich. Obwohl in weiten Teilen Plastik zum Einsatz kommt, fühlt es sich gut verarbeitet an. Ein Premiumgefühl kommt jedoch nicht auf. Bei etwas stärkerer mechanischer Belastung war durchaus ein leises Knarzen zu hören. Im Normalgebrauch ist jedoch nichts zu hören. Mit einem Gewicht von 157 g bei Maßen von 155,8*77,8*9,4 mm liegt es gut in der Hand. Durch die asymetrische Gewichtsverteilung fühlt das Ulefone Tiger sich allerdings etwas schwerer an, als es ist.

Lieferumfang des Ulefone Tiger

ulefone-tiger-22Der Lieferumfang des Ulefone Tiger ist, wohl aufgrund des niedrigen Preises, nicht gerade üppig. Die schwarze Schachtel enthält neben dem Tiger noch einen USB-Charger, ein entsprechendes USB 2.0 Kabel und eine mehrsprachige Anleitung. Auf Aliexpress gibt es viele unterschiedliche Cover zu erwerben. Schade, dass Ulefone keine Kopfhörer beigelegt hat, machen sie doch Werbung mit einem „Moving Sound“.

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Display

ulefone-tiger-21Das Ulefone Tiger besitzt ein 5,5 Zoll großes 2.5D IPS Display. Es hat eine Auflösung von 1280×720 Pixeln, was rechnerisch zu 267 ppi führt. Mit bloßem Auge lassen sich bei genauerem Hinsehen durchaus einzelne Pixel erkennen. Man hat allerdings durchaus ein scharfes Bild. Die maximal einstellbare Helligkeit reicht aus, um Texte auch im Freien lesen zu können. Die Erkennbarkeit des Displays ist gut, doch bei hoher Sonneneinstrahlung gibt es deutliche Spiegelungen. Die vertikale Blickwinkelstabilität ist gut, horizontal könnte sie besser sein. Der akkurate Touchscreen kann maximal 5 Elemente gleichzeitig wahrnehmen. Das Ulefone Tiger eigent sich auch für Vielschreiben, denn es kommt auch bei schnellen Eingaben nicht zu Fehlern. Als Schutz vor Kratzern hat Ulefone Gorilla Glas 3 verbaut. als Bonus-Feature verfügt das Ulefone Tiger über Smart-Wake. Das „Aufwecken“ bzw. Starten von Apps durch das Schreiben von Buchstaben funktionierte dagegen reibungslos.

In Punkto Display setzt Ulefone die richtigen Akzente. Wer ein großes Display für wenig Geld sucht, bekommt mit dem Ulefone Tiger das richtige Handy.

Leistung

Als Prozessor ist der Mediatek MT6737 mit 4 Prozessoren á 1,3 GHz verbaut. Als Grafikeinheit kommt eine ARM Mali-T720 MP2 zum Einsatz, zusammen mit 2 GB RAM. Der Arbeitsspeicher hat eine Geschwindigkeit von 3,4GB/s, was für den niedrigen Preis ein guter Wert ist. Als Hauptspeicher sind 16 GB verbaut, die mit 189 MB/s gelesen und mit 100 MB/s beschrieben werden können. Die Ausstattung des Ulefone Tiger ist, wie auch schon der Preis vermuten lässt, eher im unteren Leistungssegment angesiedelt. Die Performance ist jedoch für alltägliche Aufgaben durchaus kraftvoll genug. Wer auf seinem Handy hauptsächlich die Grundfunktionen nutzt (Whatsapp, Facebook, Youtube, Email und Surfen), bekommt ein zufriedenstellendes Gerät zum kleinen Preis.

Bei der Navigation durch das System treten manchmal Wartezeiten auf, das Laden eines YouTube-Videos geht jedoch zügig vonstatten. Die 2 GB RAM ermöglichen in Kombination mit dem Prozessor Multitasking in normalem Umfang. Geschwindigkeitseinbußen sind kaum zu spüren. Spiele lassen sich in begrenztem Umfang genießen, sofern man die Erwartungen im mittleren Leistungsbereich, wie Templerun 2 oder NfS belässt. Die Benchmarks unterstreichen den Fakt, dass diese Hardwarezusammenstellung nicht zum Highend-Gaming geeignet ist. Dennoch erzielt Ulefone mit dem Tiger insgesamt gute Werte, was auf die ordentliche Systemoptimierung zurückzuführen ist.

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Das Ulefone Tiger ist ein Handy für die Nutzung der Grundfunktionen. Wer sein Smartphone eher für Standard-Anforderungen nutzt und gelegentliche Wartezeiten ertragen kann, bekommt mit dem Ulefone Tiger ein ordentliches Smartphone.

Betriebssystem

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Auf dem Tiger ist Android 6 installiert, ohne Zusatzprogramme des Herstellers oder sonstigen Datenmüll. Das System läuft zwar ohne Abstürze, aber es treten oft geringe Ladezeiten oder minimale Ruckler auf, wenn der Workload kurzfristig zuviel ist für die Hardware. Bei der Nutzung der Grundfunktionen stört dies jedoch nicht, da die Wartezeiten nur bei anspruchsvolleren Aufgaben auftreten. Insgesamt läuft das System für ein Gerät unter 100€ gut. Die Systemsprache lässt sich auf Deutsch einstellen. Updates gibt es per installierter Update-App. Der Google Playstore ist vorinstalliert. Ein Appdrawer ist vorhanden. Insgesamt ist das System schlank und hat eine brauchbare Geschwindigkeit.

Kamera

ulefone-tiger-14Als Hauptkamera ist im Ulefone Tiger eine 8 MP Kamera mit einer Apertur von f/1.8 verbaut. Der Sensor stammt von Sony. Für den Preisbereich des Handys sind die Bilder durchschnittlich. Die Fotos sind manchmal von einem Bildrauschen sowie verwaschenen Farben geprägt. Die Kamera macht brauchbare Bilder, deren Erstellung allerdings etwas Mühe bedeutet. So stellt der Sensor verzögert scharf und löst aus. Das führt leider manchmal zu verwackelten Bildern, ist jedoch in diesem Preisbereich normal. Die Auslösetaste auf dem Screen muss exakt getroffen werden, um ein Foto zu machen, da sonst der Fokus des Bildes direkt neben den Auslöseknopf gesetzt wird. Die Kamera neigt auch bei normalem Tageslicht zum Überbelichten. Die Videofunktion ist durchschnittlich, hier kann als Schmankerl bei Aufnahmen die „noise reduction“ aktiviert werden. Das bringt in der Praxis jedoch nur moderate Ergebnisse. Bei schwachem Licht verstärken sich einige der oben genannten negativen Phänomene noch. Dennoch zeigt das Ulefone Tiger für ein Low-Budget Gerät eine brauchbare Performance bei wenig Licht.

ulefone-tiger-selfie-cameraDie Selfies können mit der 5 MP Frontkamera geschossen werden. Die Qualität der Selfies ist gut, auch bei schwachem Licht. Leider neigt auch die Frontkamera zum Teil zum Überbelichten.

Kommunikation und Konnektivität

ulefone-tiger-8Das Ulefone Tiger hat die in Deutschland benötigten 2G, 3G und 4G Frequenzenan Bord. Ein Vorteil das Handys ist, dass es uneingeschränkt LTE-fähig ist. Dabei können zwei Simkarten gleichzeitig genutzt werden, ohne dass man dafür auf die Speichererweiterung per MicroSD verzichten müsste. Der Empfang ist durchschnittlich stark und die Gesprächsqualität zufriedenstellend. Der Lautsprecher ist, wie nicht anders zu erwarten, nicht zum Beschallen von Partys gedacht. Gelegentlich YouTube-Videos schauen oder Sprachnachrichten hören ist in Ordnung, doch audiophile Qualität darf man nicht erwarten. Der Kopfhöreranschluss dagegen überrascht positiv durch einen angenehmen und halbwegs Facettenreichen Klang, der aus einer Preisklasse deutlich über 100 Euro stammt.

gps-1Das GPS-Modul hat im Freien einen brauchbaren Empfang. Wer gelegentlich mit dem Handy navigieren möchte, kann das Tiger dazu nutzen. In seltenen Fällen gibt es kleine Ungenauigkeiten im Empfang. In Räumen wird der Standort nicht bestimmt. Ein Kompass ist nicht verbaut. Der Wlan-Empfang des 2.4 GHz Moduls ist durchschnittlich, durch eine Betondecke waren noch 20 % Empfang zu verzeichnen. Das Anschauen von Youtube-Videos oder das Surfen im Internet stellt kein Problem dar. Das Pairing per Bluetooth klappte problemlos. Der Fingerabdrucksensor funktioniert in 5/10 Fällen. Dies macht die Verwendung äußerst nervig und führte dazu, dass ich die Entsperrung mit Fingerabdruck nur sehr ungern genutzt habe.

Akku

Der Akku ist mit 4200 mAh sehr stark. Die stromsparende CPU/GPU ermöglicht es, nach einem nutzungsintensiven Tag den nächsten mit 50 % Akku zu beginnen. Wer sein Handy selten zur Hand nimmt, kommt sogar auf 3 Tage Laufzeit. Das Ulefone Tiger ist somit ein sehr gutes Handy für alle, die einen ausdauernden Akku wollen. Die Temperatur blieb, trotz reihenweiser Benchmarktests, unterhalb der 40 °C -Marke.

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Fazit

78% Gut

Das Ulefone Tiger ist ein gutes Gerät im Einstiegsbereich. In unserem Test zeigt das Handy in keinem Punkt große Schwachstellen. Das System hat eine brauchbare Geschwindigkeit, mit der sich die Grundfunktionen des Smartphones gut nutzen lassen. Die Kamera des Smartphones eignet sich für gelegentliche Schnappschüsse, eine besonders gute Qualität kann man jedoch nicht erwarten. Schade ist allerdings, dass der Akku des Handys nicht ohne größere Umstände gewechselt werden kann. Hervor sticht das Handy jedoch durch seinen ausdauernden Akku und die volle LTE Unterstützung in Deutschland.

  • Verarbeitung und Design 80 %
  • Display 80 %
  • Betriebssystem und Performance 70 %
  • Konnektivität und Kommunikation 80 %
  • Kamera 70 %
  • Akkulaufzeit 90 %

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5 Kommentare zu "Ulefone Tiger Testbericht"

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Mark
Gast
Mark

Hallo, eignet sich das Handy für Pokemon? Das HomTom hatte ein zu schlechtes GPS….

Daniel Möhring
Gast
Daniel Möhring

Die Maße sind einfach nur abschreckend

Harald
Gast
Harald

Hört sich gut an, vor allem das für die Akku-Größe sehr geringe Gewicht ist attraktiv. Und Dual-Sim bei gleichzeitiger Speichererweiterung, super. Schade, dass sie am Kompass gespart haben.

Christopher
Gast
Christopher

Der Akku ist leider fest verbaut. Hab das Gerät als Ememplar hier vorliegen.

Marion
Gast
Marion

Cect-Shop schreibt, der Akku sei fest verbaut, im Gegensatz zu eurer Beschreibung.
Was ist richtig?

Danke schon mal im Voraus für eure Antwort.

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