Mit dem Umidigi G bringt der chinesische Hersteller ein Smartphone auf den Markt, das äußerlich stark dem Iphone 7 ähnelt. Die verbaute Hardware liegt jedoch im Einsteigerbereich und der Verkaufspreis liegt bei 100€. Dafür bietet das Umidigi G ein 5 Zoll HD-Display, einen Mediatek MT6737 Quad-Core Prozessor, 2GB RAM und Android 7. Die Hardware steht also weit hinter der eines Iphone 7 zurück, was bei diesem Preis aber kein Wunder ist. Geht das Umidigi G trotzdem als günstige Iphone-Alternative für Fans des Apple-Designs durch? Im folgenden Testbericht werden wir dieser Frage auf den Grund gehen!

Design und Verarbeitung

Wer im punkto Design das Vorbild des Umi G ist, dürfte auf den ersten Blick klar sein. Allerdings handelt es sich nicht um einen Iphone Clone, denn dafür sind die Unterschiede zu groß. Auf der Rückseite prangert kein Apfel, sondern der Herstellername „Umidigi“. Das Display ist mit 5 Zoll Diagonale etwas größer als das des Iphones und auch die Anordnung und Anzahl der Buttons unterscheidet sich vom Iphone. So gibt es keinen Lautlos-Switch und auch der Homebutton ist nicht kreisrund sondern oval geformt.  Die oberhalb des Gehäuses entlanggeführten Antennenlinien, die Position der Kamera und das matte Schwarz des Gehäuses entsprechen allerdings weitestgehend dem kalifornischen Vorbild. Mit einem Gewicht von 138g ist das Umi G ein leichtes Smartphone und auch die Maße von 14,2x7x0,78cm können sich mit dem kalifornischen Original in punkto Kompaktheit messen.

Die Verarbeitungsqualität lässt für ein Gerät dieses Preises kaum Raum für Kritik. Das Gehäuse besteht zwar aus Kunststoff, liegt aber aufgrund seiner ergonomischen Form sehr gut in der Hand. Die Buttons sitzen bombenfest im Gehäuse und das abgerundete 2.5D Glas sorgt für ein angenehmes Gefühl bei der Bedienung. Auf der rechten Seite befinden sich die Lautstärkebuttons und der Powerbutton. Linkerhand gibt es einen SIM-Karten Einschub, in dem zwei NanoSIMs Platz finden. Einer der SIM-Slots kann alternativ mit einer MicroSD-Karte belegt werden. Der Einschub schließt bündig mit dem Gehäuse und das einzige, was sich von dem Gehäuse abhebt, ist die Rückkamera, die etwa einen Millimeter herausragt. Das Handy kann trotzdem noch problemlos auf einer Unterlage liegend bedient werden.

An Kontrollelementen und Anschlussmöglichkeiten bietet das Umidigi G die Standard-Ausrüstung aktueller Low-Budget Chinahandys. Auf der Oberseite befindet sich ein MicroUSB- und ein 3,5mm Kopfhöreranschluss. Die Rückseite ist allerdings nicht abnehmbar und man hat keinen Zugriff auf den Akku. Unterhalb des Displays befindet sich ein multifunktionaler Homebutton. Drückt man diesen einmal kurz, wird der Zurück-Befehl ausgelöst. Hält man den Button etwa eine halbe Sekunde gedrückt, gelangt man zur Homescreen. Der Button fungiert zudem noch als Fingerabdrucksensor. Diese Funktion ist allerdings nicht nutzbar, da der Sensor über eine katastrophale Erkennungsrate verfügt. Hoffentlich wird dieses Manko mit einem zukünftigen Update behoben.

In punkto Design und Verarbeitung kann das Umidigi G überzeugen. Es handelt sich trotz des niedrigen Preises um ein schönes Smartphone mit guter Verarbeitung.

Lieferumfang

Im Lieferumfang ist neben dem Smartphone ein Micro-USB Kabel, ein Netzstecker, eine Displayschutzfolie, ein Stecker zum Herausnehmen des SIM-Slots, eine Schnellstartanleitung und eine Schutzhülle enthalten.

Display

Als Display kommt ein 5 Zoll Panel mit einer HD-Auflösung von 1280*720 Pixeln zum Einsatz. Auch hier bietet das Umidigi G keine Überraschungen. Die HD-Auflösung bringt es auf dem 5 Zoll großen Display auf gute 293 Pixel und wird somit ein scharfes Bild liefern. Ein FullHD-Display bietet bei einer Displaygröße von 5 Zoll ohnehin keinen Mehrwert, da bereits die HD-Auflösung scharf genug ist (Das Iphone 7 hat ebenfalls nur ein HD-Display verbaut). Das Panel stammt vom renommierten Hersteller Sharp und liefert eine gute Bildqualität. Die Helligkeit, Farbwiedergabe und der Kontrast können überzeugen und auch bei leichtem Sonnenschein ist das Display noch problemlos ablesbar. Das Bild ist relativ kühl, was uns im Test gut gefallen hat. Zum Schutz vor Kratzern wird das Umi G zudem von Gorilla Glas 4 geschützt. Einen Kratztest mit einem Schraubenzieher besteht das Handy ohne Beschädigungen.

Der Touchscreen kann bis zu 5 Berührungspunkte gleichzeitig registrieren und verrichtet seine Arbeit präzise. Das Handy ist für Schnellschreiber geeignet. Zum Einstellen des Displays liefert Umi das Mediatek MiraVision Tool. Sonstige Zusatzfunktionen wie Gestensteuerung oder Smartwake sind nicht vorhanden.

Leistung

Auch in punkte Leistung bietet das Umidigi G den Standard heutiger Low-Budget Chinahandys. Verbaut ist ein Mediatek MT6737 Prozessor mit 4*1,3Ghz. Dieser wird von einer Mali T720 GPU und 2 GB RAM unterstützt. Zudem gibt es 16 GB internen Speicher. Die Hardware ist für die Nutzung von Grundfunktionen ausgelegt. Bei einer guten Softwareoptimierung kann man mit dem Umi G Whatsapp, Facebook, Youtube und den Browser mit guter Geschwindigkeit nutzen. Die Performance des Smartphones zeigt, dass sich Umidigi bei der Optimierung Mühe gegeben hat. Bei der Nutzung des Systems, Internets oder einfachen Apps überzeugt das Handy mit einer guten Geschwindigkeit. Auch einfache Spiele können auf dem Smartphone gespielt werden. Sobald man allerdings grafisch aufwendige Spiele zockt, muss die Grafikeinstellung auf die niedrigste Stufe reduziert werden, um noch ein halbwegs flüssiges Spielerlebnis zu haben.

Die Benchmarks zeigen die typischen Ergebnisse eines Low-Budget Chinahandys dieses Preisbereichs. Zu beklagen ist die Speichergeschwindigkeit des Arbeitsspeichers, der mit 2GB/s am unteren Ende der Fahnenstange angesiedelt ist. Der interne Speicher erreicht mit 70MB/s im Lesen und Schreiben immerhin durchschnittliche Werte. Der 16GB große Speicher kann bei Bedarf noch mit einer MicroSD-Karte erweitert werden.

Android 7

Von Werk aus Läuft das Umidigi G erfreulicherweise mit Googles neusten Betriebssystem Android 7. Wie wir es von Umi gewohnt sind, ist das System weitestgehend unberührt belassen. Updates werden bequem über Wifi installiert. Nutzer profitieren daher von einem übersichtlichen Android-System ohne Spam Apps mit deutscher Sprache und Google Playstore. Wir hatten während der Testphase keine Probleme zu beklagen.

Umidigi Note C Android 7 (1)Umidigi Note C Android 7 (2) Umidigi Note C Android 7 (3)

Kamera

Das Umidigi G hat eine 8 Megapixel Kamera auf der Rückseite verbaut. Über Linsenöffnung, Sensor und Autofokus gibt es von Seiten des Herstellers bisher keine Informationen. Leider kann die Kamera im Praxiseinsatz nicht überzeugen. Nahaufnahmen gelingen zwar häufig gut und haben eine gute Schärfe und brauchbare Farbwiedergabe. Annähernd unbrauchbar sind allerdings alle Aufnahmen, in denen man Landschaften oder größere Bereiche aufnehmen möchte. Grund dafür ist der Fokus, der nahezu immer falsch gesetzt wird. Von 10 Aufnahmen sind mindestens 7 unscharf. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Problem mit einem Update verbessert wird.

Videoaufnahmen können mit 720p aufgenommen werden. Man bekommt zwar keine wirklich guten Videos, für den Preis des Gerätes sind die Aufnahmen allerdings okay. Die 2 Megapixel Selfie Kamera liefert bei guten Lichtbedingungen halbwegs brauchbare Aufnahmen. Für richtig gute Fotos fehlt es aber auch hier an Schärfe. Insgesamt ist der prädestinierte Einsatz einer 2MP Kamera ohnehin eher Videotelefonie als Fotografie.

Konnektivität

Das Umidigi G ist wie nahezu alle Handys aus China mit der Dual-Sim Funktion ausgestattet. Es können zwei Nano-Simkarten gleichzeitig in dem Handy genutzt werden. Alternativ gibt es die Möglichkeit, einen der beiden Simslots für die Erweiterung mit einer MicroSD zu belegen. Was die Netzfrequenzen angeht, unterstützt das Umidigi G alle in Deutschland nötigen 3G und 4G Frequenzen und kann daher uneingeschränkt für’s LTE Surfen verwendet werden. Die Empfangsstärke ist gut und wir hatten keine Probleme, das LTE Netz zu nutzen. Ebenfalls überzeugen kann die Gesprächsqualität. Man selbst und auch der Gesprächspartner werden gut verstanden und Umgebungsgeräusche werden herausgefiltert. Auch die Freisprechfunktion lässt sich gut nutzen.

Weiterhin gibt es Bluetooth mit 4.1 Standard, Wifi mit a/b/g/n Standard. Beides funktioniert im Test gut. Der Bluetooth-Empfang ist sogar sehr stark. Das GPS gilt als Sorgenkind von Umidigi Smartphones. Hier kann auch das Umi G nicht wirklich überzeugen. Der Empfang ist für die gelegentliche Navigation im Auto oder zu Fuß zwar geeignet, allerdings ist der Empfang nicht besonders stark und es kommt gelegentlich zum Verlust des Signals.

Als Sensoren sind ein Näherungssensor, ein Richtungssensor und ein Kompass verbaut. Ein Gyroskop ist hingegen nicht vorhanden. Der Lautsprecher produziert einen typischen Low-Budget Klang. Das Handy kann sich in der Hose zwar bemerkbar machen, allerdings ist der Klang ziemlich blechern und frei von Tiefen. Schließt man Mittelklasse-Kopfhörer an das Umidigi G an, bekommt man allerdings einen brauchbaren Sound.

Akku

Der Akku des Umidigi G umfasst 2000mAh. Mit dieser mickrigen Kapazität ist das Smartphone kein Langläufer, bei einer aktiven Nutzungsdauer von 2 bis 3 Stunden kommt man nicht wirklich über den Tag. Sowohl der stromsparende Low-Budget Prozessor und auch das Android 7 System sorgen gerade so noch für eine brauchbare Laufzeit. Im PC-Mark Akkutest erreicht das Handy passable 5 Stunden Laufzeit unter Belastung. Für Nutzer, die ihr Handy selten zur Hand nehmen, ist das Umidigi G noch gerade so geeignet. Wer sein Handy jedoch häufiger nutzt oder Filme, Games oder Navigation zu seinen täglichen Anwendungsgebieten zählt, sollte die Finger von dem Umidigi G lassen. Leider kann das Umi G unterwegs auch nicht schnell aufgeladen werden. Mit 2,5 Stunden Ladezeit kann das Handy auch in diesem Punkt nicht überzeugen.

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Fazit und Alternative

67% Naja...

Das Umidigi G ist ein durchwachsenes Gerät. Eigentlich hat das Smartphone mit seinem schicken Design, der guten Verarbeitung und dem schönen Display Potential. Leider scheitert es an einigen entscheidenden Stellen. So ist der Akku für die meisten Nutzer einfach zu klein und die Kamera versagt zu häufig durch den unzuverlässigen Fokus. Dass der Fingerabdrucksensor nicht funktioniert, wäre noch zu vernachlässigen, die genannten Nachteile stellen angesichts der starken Konkurrenz in diesem Preisbereich jedoch einen Genickbruch dar.

Alternativen für das Umidigi G zu nennen, fällt daher leicht. Das Xiaomi Redmi 4a ist dem Handy in nahezu jeder Hinsicht überlegen. Auch das Ulefone Metal oder das ebenfalls aus dem Haus Umidigi stammende Umi Diamond stellen bessere Gesamtpakete zum gleichen Preis dar.

  • Verarbeitung und Design 80 %
  • Display 80 %
  • Betriebssystem und Performance 60 %
  • Kamera 50 %
  • Konnektivität und Kommunikation 80 %
  • Akkulaufzeit 50 %
dragon-tmd
Gast
dragon-tmd

Das Ding ist niemals seine 120 Euro wert 😀 Eine simple Kopie des iPhone 7 aus Polycarbonat.

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