Umidigi im Doppelpack: Das Z1 und Z1 Pro unterscheiden sich vor allem in Größe und Display-Technologie, beide locken mit großem Akku, Dualkamera und guter Grundausstattung. Mit der Pro-Version rühmt der chinesische Hersteller das „world’s thinnest big battery flagship-phone“. Nun gut, wer von sich reden machen will, darf schon mal ein bisschen übertreiben. Ob das Z1 außer kleckern auch klotzen kann, soll der Test zeigen.

Design und Verarbeitung

Längst wissen die Chinesen: Es lohnt sich, erfolgreiche Produkte etablierter Hersteller zu kopieren. Umidigi bildet da keine Ausnahme. Gleich beim ersten Hands-On fällt auf, dass Z1 und Z1 Pro eine starke Ähnlichkeit mit dem Iphone 7 Plus haben. Homebutton, Größe, Anordung von Blitz und Kamera – hier liegt beinahe ein Klon auf dem Tisch. Ein gelungener – sollte man fairerweise dazu sagen.

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Umidigi Z1 und Z1 Pro (rot)

Die auffälligsten Unterschiede zum Iphone sind, neben dem Umidigi-Schriftzug, die zwei horizontalen, schwarzen Linien auf dem Backcover. Die Streifen haben aber auch einen praktischen Nutzen: Sie geben der Antenne mehr „Durchblick“. Beide Geräte sind makellos verarbeitet, liegen gut, wenn auch zu glatt, in der Hand und bestechen optisch durch schlichte Eleganz. Der Body ist aus Aluminium gefräst, dessen Kurven fast nahtlos in das abgerundete 2.5D-Glas übergehen.

Mit Maßen von 154 x 76 x 8.2 mm und einem Gewicht von 173 Gramm zählt schon das Z1 zu den schlanken Smartphones. Das Z1 Pro legt noch einen drauf, besser gesagt: legt noch ein paar Gramm ab. Mit 7 mm ist es dünn wie eine belegte Scheibe Knäckebrot und mit 154 Gramm gefühlt auch nicht viel schwerer. Optisch spielen beide Geräte in der Oberliga mit.

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Die seitlichen Tasten (Power, laut/leise) sind nahezu bündig in das Gehäuse eingearbeitet. Sie haben einen angenehmen Druckpunkt und fast kein Spiel. Der Homebutton kommt ohne Druckpunkt aus, er ist „starr“. Gleichzeitig fungiert er als Fingerabdruck-Sensor, der sehr zuverlässig seinen Dienst verrichtet (10 von 10 Versuchen entsperren das Gerät). Flankiert wird der Homebutton von den üblichen Android-Funktionstasten für „Zurück“ und „Einstellungen“, die nicht beleuchtet sind.

An der Oberseite, neben der Hörmuschel, haben Selfie-Cam und Benachrichtigungs-LED Platz gefunden. Links ist der Sim- und SD-Karten-Slot, die Dual-Kamera auf der Rückseite oben links; bei beiden Modellen ragt sie gut einen Millimeter hervor. An der Oberseite sitzt der Klinkenstecker, an der Unterseite finden sich USB-C-Buchse und Lautsprecher. Das Z1 ist in den Farben „Prime Grey“ und „Soft Gold“ erhältlich, das Z1 Pro in Schwarz und Rot.

Display

Z1 und Z1 Pro haben ein 5.5 Zoll großes Full-HD-Display, das von Corning Gorilla Glass 4 geschützt wird. Der große Unterschied liegt in der Display-Technologie. Während das Z1 mit einem Sharp IGZO ausgestattet ist, bekam das Pro sogar ein AMOLED-Display spendiert. Nur damit konnte es so schlank gebaut werden.

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In der Praxis machen beide Displays eine gute Figur. Die Kontraste sind stark und die Blickwinkelstabilität ausgesprochen gut, mit 401 Pixel pro Zoll ist alles scharf aufgelöst. Überraschend ist, dass im direkten Vergleich die ältere Technologie im Z1 besser abschneidet. Das Sharp-Display produziert das angenehmere Bild, die Farben sind satt und knackig, aber nicht übertrieben. Genau hier liegt die Schwäche des Z1 Pro: Egal ob Spiel, Foto oder Surfen – die Farben sind störend grell und wirken unrealistisch.

Ein Plus für beide Telefone ist die große Palette an Einstellmöglichkeiten. Das fängt bei der Funktion „adaptive Helligkeit“ an, die abhängig vom Umgebungslicht die Displayhelligkeit regelt. Und geht bei dem praktischen Tool „Miravision“ weiter. Hier lassen sich Farbtemperatur, Kontrast und Sättigung regeln. Doch selbst wenn man kräftig an den Reglern dreht, bleiben die Farben des Z1 Pro zu grell.

Wer es gewohnt ist, seine Smartphone mit zwei kurzen Fingerberührungen aufzuwecken, wird enttäuscht, „smart wake“ sucht man vergeblich. Aber ein gut funktionierender Fingerabdrucksensor macht diese Funktion ohnehin überflüssig.

Lieferumfang

Was kommt denn da? Ein chinesisches Würfelrätsel vielleicht? Das Auspacken des Z1 ist alles, aber nicht langweilig. In der kleinen, schwarzen Kiste sind Telefon und Zubehör pfiffig verpackt. Erst eine Seite aufklappen, dann die andere; dann eine Lasche rausfummeln und ein Fach herausziehen – und „schon“ kommt man an das Ladekabel heran.

UmidigiZ1Pro LieferumfangUmidigiZ1 Lieferumfang

 

Gut verpackt und versteckt mitgeliefert sind:

  • Smarthpone
  •  USB Typ C-Kabel
  • Quick-Charge-Netzteil
  • Silikon-Hülle
  • Dünne Schutzfolie

Akku

Außen Iphone 7 Plus, innen Iphone 7 Plus? Was den Akku betrifft, hat Umidigi sogar noch eine Schippe draufgelegt. Satte 4000 mAh soll der Energiespeicher des Z1 und des ultraschlanken Z1 Pro fassen. Die Realität liegt knapp darunter: Während eines Ladevorgangs pumpt das Netzteil 3820 mAh (Z1) und 3779 mAh (Z1 Pro) in die Akkus.

Das sind auf dem Papier starke Werte, die tatsächliche Laufleistung ist allerdings nicht der Knüller. Im Stresstest rannte das Z1 gute neun, das Z1 Pro gute acht Stunden. Das ist nicht schlecht, allerdings schaffen das andere Geräte auch mit weniger Akkukapazität. Eine mögliche Erklärung hierfür ist der Prozessor älterer Generation.

UmidigiZ1Pro PCMarkBatteryUmidigiZ1 PCMarkBattery

Im Alltag reicht eine volle Akkuladung bei starker Nutzung locker-lässig über den ganzen Tag. Wer nur gelegentlich zum Smartphone greift, kommt auch bis zu drei Tage ohne Nachladen aus. Dem Z1 Pro geht allerdings immer ein wenig früher der Saft aus. Alles halb so wild, denn dank der Schnelllade-Technologie „Pump Express +“ ist der Akku nach zwei Stunden wieder voll. Beruhigend: Im Vergleich zu manch anderem Fabrikat werden die Umidigis und deren Netzteile während des Express-Ladens nicht heiß.

Android

Einschalten, gewünschte Sprache einstellen, einloggen und loslegen. Der Einstieg in die Z1-Welt könnte nicht einfacher sein. Wer schon vorher ein Android-Gerät hatte, kann sich mittels seiner Login-Daten anmelden und seine Apps herunterladen. Alternativ bietet das Gerät auch eine Übertragung mittels „Google-Nearby“ an, was im Test tadellos funktioniert hat.

Als Betriebssystem ist Android 7 installiert, das jüngste Sicherheitsupdate stammt von Juni 2017 (Z1) und August 2017 (Z1 Pro). Glücklicherweise hat Umidigi nicht an der Oberfläche gebastelt, der Nutzer bekommt ein sauberes, originales Android. Alles ist an seinem gewohnten Platz, die Apps landen im Drawer und auf Bloatware wird verzichtet. Im Verlauf der Testperiode lief das System auf beiden Geräten stabil, nur einmal stürzte die Foto-App des Z1 ab.

Im Langzeit-Test hat sich gezeigt, dass das System nicht frei von Makeln ist. Störend war vor allem, dass die Widgets (Kalender, Google-Tasks) nicht aktualisiert wurden. Außerdem funktionierten von vielen Apps die Benachrichtungen nicht – erst, wenn man die App öffnete, fragte sie den neuesten Stand ab.

Leistung

Unter der Haube der Z1-Modelle schlummert ein Mediatek-Prozessor. Der ist zwar nicht das Nonplusultra, doch im Alltag schlägt er sich manierlich. Der 2.3 GHz Octa-Core bewältigt Standardaufgaben mit Leichtigkeit und arbeitet selbst grafiklastige Spiele (GPU: ARM Mali-T880 MP2 900MHz) und rechenintensive Programme solide ab. Der 16nm Chip (Helio P20 MT6757) bekommt Unterstützung von 6 GB RAM, was für diese Preisklasse ordentlich ist und Multitasking zu einer leichten Aufgabe macht.

Dank großzügiger 64 GB integriertem Speicher ist Platz ausreichend vorhanden. Die Lese- und Schreibzeit des internen Speichers passt mit 191 MB (read) und 164 MB (write) gut ins Gesamtbild. Zusätzlich lässt der Speicher sich per mirco-SD-Karte erweitern, dann passt aber keine zweite SIM ins seitliche Schubfach. Entweder, oder.

Kamera

Da hat sich Umidigi nicht lumpen lassen. Diesen Eindruck erweckt zumindest das Datenblatt. Auf der Rückseite sitzt eine Dual-Kamera mit 13 und 5 Megapixeln sowie an der Front noch eine 5 MP-Selfiecam. Umidigi gibt vollmundige Versprechen ab, was die Kamera angeht: Dank Quad-LED-Blitz und Pixel-Binning-Technologie soll die Nacht quasi zum Tag werden. Die Dual-Kamera soll „einzigartige Blickwinkel“ ermöglichen.

Zunächst zum Fotografieren bei wenig Licht: Ja, es stimmt, der Samsung-Chip ist nicht der Schlechteste. Statische Objekte, die von Umgebungslicht angestrahlt werden, kommen auf den Bildern gut rüber. Sobald Bewegung im Spiel ist, heißt es: Game Over für die Umidigis. Da hilft auch der Quad-Blitz nichts. Aber ok, mehr ist bei dem Preis auch nicht zu erwarten.

Zur Dual-Kamera: Praktisch ist, dass die App mit einem Doppelklick auf die On/Off-Taste schnell startet. Bei guten Lichtverhältnissen liefert die Kamera akzeptable Aufnahmen. Den Schnappschüssen mangelt es an Klarheit, Kontrast und Schärfe, dafür spart die Kamera nicht mit Bildrauschen. Nett sind die zahlreichen Einstellmöglichkeiten im „Pro Photo“-Modus. Es macht Sinn, die Sättigung und den Kontrast hoch zu schrauben, ansonsten ist man mit der Automatik recht gut bedient. Integrierte Spielereien, wie die Körbchengröße im Nachhinein aufzublasen, oder den Hüftspeck verschwinden zu lassen, sollen der Welt an dieser Stelle erspart werden.

Keine gute Figur machen die Z1-Linsen beim Thema „Bokeh“. Angeblich sollen Linsen unterschiedlicher Brennweiten verbaut sein, um so ein einzelnes Objekt vor unscharfem Hintergrund herausstellen können. Das klappt schon, allerdings zieht die Software einfach einen Kreis im Zentrum und stellt diesen Bereich scharf. Der Rest ist verschwommen. Übrigens lässt sich das Schummel-Bokeh auch dann erzeugen, wenn man eine Linse zuhält. Die Dual-Kamera ist also ein Fake und bringt keinen Mehrwert!

Neugierig macht die 4K-Videofunktion. Aber nur bis nach einem ersten, ernüchternden Test. Die Frames ruckeln während der Aufnahme durch das Bild, das fertige Video sieht alles andere als nach 4K aus. Wäre auch zu schön, bei einem Preis von unter 230 Euro. Die Full-HD-Videos sind passabel.

Konnektivität

Die Gesprächsqualität des Umidigi Z1 und Z1 Pro ist vernünftig. Zwar könnten die Stimmen klarer und die Lautstärke höher sein, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Auch der integrierte Lautsprecher lässt sich durchaus verwenden, zwar nicht als Ersatz für eine Hifi-Anlage, aber für ein kurzes Hands-Free-Telefonat reicht er allemal.

Das mobile Surfen klappt schnell und zuverlässig. Mit 2G (GSM 850/900/1800/1900 MHz), 3G (WCDMA 900/2100 MHz) und 4G (FDD 800, 1800, 2100, 2600 MHz) ist man für alle derzeit relevanten Netze gewappnet. Die Konnektivität via Bluetooth und WIFI (802.11 a/b/g/n) deckt ebenfalls die volle Bandbreite ab. Das parallele Nutzen von Google Maps und einer Steaming-App plus eine Verbindung via Bluetooth mit dem Auto ist problemlos möglich.

An Bord sind ein Beschleunigungs-, Licht-, E-Kompass-, Gyro-, Hall- und Näherungssensor.

Fazit und Alternative

Philip Benbi  1 von 2 1
Philip Hauck:

Der Test zeigt: Das Umidigi ist kein Überflieger, kann aber in fast allen Kategorien überzeugen. Für derzeit 211 Euro (Z1) und 227 Euro (Z1 Pro) gibt es Technik aus der Mittelklasse, verpackt in Oberklasse-Optik. Allein der große interne Speicher, der stattliche Arbeitsspeicher und ein sauberes sowie zuverlässig System machen die Z1-Modelle zu einem guten Kauf. In Sachen Kamera und Akku verspricht der Hersteller mehr, als das Smartphone halten kann. Aber auch das ist in dieser Preisklasse zu erwarten und vor allem zu verschmerzen.

Vergleicht man das Umidigi Z1/Pro mit einem gleichteuren Xiaomi Mi5S, muss das Gerät sich jedoch in allen Belangen außer der Unterstützung von LTE Band 20 geschlagen geben. Wer jedoch sehr viel Wert auf flächendeckenden LTE Empfang legt, bekommt eine brauchbare Alternative. Weiterhin kann noch das Vernee Mars Pro als heißer Konkurrent für das Umi Z1 Pro genannt werden. Hier bekommt man ähnlich gute Hardware zu einem deutlich niedrigeren Preis.

82%
  • Design und Verarbeitung 100 %
  • Display 90 %
  • Leistung und System 70 %
  • Kamera 70 %
  • Konnektivität 80 %
  • Akku 80 %

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*Preise inkl. Versand und Zoll. Zwischenzeitliche Änderung der Preise, Rangfolge, Lieferzeit und -kosten möglich. Preise zuletzt aktualisiert am 01.08.2018

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Gue.
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Gue.

Hallo all. Hat zufällig jemand von euch eine Ahnung, wie ich beim Z1 Pro einen alternativen Launcher installieren kann um diesen dauerhaft zu verwenden.

Lima
Gast
Lima

Mein Z1 Pro kam heute. Bestellt über Gearbest. Per DHL-Express aus Hong Kong. Inzwischen wird ein verbasteltes UMIOS v2 ab Werk installiert. Etliche Apps sind vorinstalliert. Die Kaspersky-Heuristik meldet einen Trojaner. Malwarebytes findet 3 x Malware. Wobei die betroffenen Apps wie Touchpal eigentlich save sein sollten. Gibt es hierzu Erfahrungen und vielleicht auch Lösungen?

Cerp
Gast
Cerp

Hallo,

auf Amazon liest man des Öfteren bei den Bewertungen, dass durch irgendein Update das Handy nun gar nicht mehr geht. Was ist da los?

Martin
Gast
Martin

Hallo, ich habe mir über GearBest das Umidigi Z1 bestellt welches am 22.09 in den Versand gegangen ist. Allerdings ist noch nichts angekommen. Ist das noch normal? Habe als Versandart Germany priority mail gewählt.

Liroy
Gast
Liroy

Seit einigen Monaten gibt es Probleme bei der Versandart Priority Mail.
Du kannst deine Bestellung tracken bei:
http://www.faryaa.com/user/index/package-refer/type/track

Die Wartezeiten über Priority Mail sind momentan deutlich länger aber dein Paket kommt auf jeden Fall an. Durchaus möglich ist auch, dass der Trackingstatus „in clearence“ anzeigt, was bedeutet, dass Gearbest eine Austauschlieferung/Neulieferung plant.
Diese würdest du dann finden unter deinem Account bei „Tickets“.
Dort würde dann eine RMA (Austausch/Neulieferung) vorhanden sein.

Falls nix dergleichen passiert, öffne ein Ticket.

Gruß Liroy

Martin
Gast
Martin

Danke, das hift und beruhigt mich erstmal.
Gruß Martin

René Iseli
Mitglied
René Iseli

Hallo stimmt es das die Pro Version nur 1000 mal gebaut wurde? Habe das mal gelesen.

Frank
Gast
Frank

Ich sehe der Auto hat einen Haufen Bilder in Neumarkt aufgenommen. Bestünde die Möglichkeit sich mal zu Treffen und das Gerät mal in die Hand zu nehmen, o.ä.?