Längere Zeit war es etwas ruhiger um Vernee. Immerhin ist der in Shenzhen sitzende Smartphone Hersteller, obwohl erst 2016 gegründet, bei uns kein unbeschriebenes Blatt mehr. Im Prinzip sind die meisten Telefone des Unternehmens eher im Low-Budget-Bereich angesiedelt, bieten aber dennoch angemessen gute Qualität. Nur die „Apollo“ Modellreihe bieten im Vergleich zum Rest mehr Leistung, sind aber dennoch für vergleichsweise wenig Moneten zu haben. Mit dem T3 Pro versucht Vernee seinem Image treu zu bleiben. Wir haben das Low Budget Smartphone näher untersucht.

Design / Verarbeitung / Lieferumfang

Vernee T3 Pro 5Vernee T3 Pro 3

Vernee T3 Pro 2Vernee T3 Pro 1

Es gehört sich vielleicht nicht, gleich mit einem negativen Aspekt zu beginnen, aber gleich nach dem erstem Auspacken und Anschalten folgte meinerseits eine gewisse Ernüchterung. Natürlich habe ich mich vorab über das Gerät erkundigt und natürlich habe ich mir die gerenderten Werbebilder von Vernee näher zu Gemüte geführt. Klar sind alle Spezifikationen des Gerätes aufgelistet, aber die Werbebilder wurden doch etwas „aufgehübscht“. Im Vergleich zum Original scheint das Smartphone definitiv schmaler zu sein. In Wirklichkeit sind die Displayränder zwar mit gut 3mm recht schmal, aber vertraut man nur den Bildern, existiert links und rechts überhaupt kein Rand. Letztendlich hat es auch den Anschein, als würde das Backcover aus Metall bestehen, bzw. aus einem Metall-Unibody. Doch auch dieser Schein trügt, denn es handelt sich lediglich um Kunststoff. Bei einem Smartphone in dieser Preisklasse darf man aber nun einmal weder einen Aluminium Unibody, noch ein randloses Display erwarten. Da man mit Ausnahme von Xiaomi, wohl eher keines der von uns getesteten Smartphones vor dem Kauf beim Händler um die Ecke anschauen kann, muss man sich auf die Bilder der Online-Shops verlassen. Im Falle des T3 Pro`s aber halt nur bedingt. Und deshalb ist das für mich nicht die feine, englische Art.

Es scheint so, als würde Xiaomi dem US Giganten Apple so langsam den Rang ablaufen. Wenn Smartphone Hersteller aus dem Reich der Mitte mittlerweile beginnen, das Design des chinesischen Großkonzerns zu imitieren, hat das schon etwas zu bedeuten. Das Vernee T3 Pro sieht, nur die Rückseite betrachtend, dem Redmi Note 6 (Pro) oder dem Mi A2 Lite doch schon recht ähnlich. Gut, das mag hauptsächlich an der Hauptkamera liegen. Was das Aussehen anbetrifft, schwimmt das T3 Pro dem Strom aber eher entgegen als mit. Während bei aktuellen Smartphones vor Allem die Displaydiagonale immer größer wird und sich viele Menschen fragen, wie man das Phablet oder eher gesagt das Stullenbrett in die Hosentasche bekommen soll, bleibt Vernee bei diesem Low Budget Modell bei einem „kleinen“ 5,5“ Display. Die Kombination von einem Gewicht von nur 159g und den Abmaßen von 147 x 70 x 10cm lässt das Herz eines Jeden höher schlagen, der sein Smartphone auch in der kleinsten Hosentasche verstauen möchte.

Vernee T3 Pro Colors

Das Smartphone ist in den Farbvarianten Schwarz, Blau und Rot erhältlich. Wie eingangs schon erwähnt, besteht das Backcover komplett aus Plastik. Eine Glas- oder Metallrückseite ist in dieser Preisklasse eher ein Novum. Vernee hat jedoch versucht den Kunststoffdeckel optisch etwas aufzuwerten, denn es verfügt über eine asymetrische Triangel-Optik und ist durch die Riffelung sehr griffig. Die Dual Kamera ist oben links angeordnet. Mittig davon befindet sich der LED Blitz. Die Kamera steht, entgegen dem Trend, nicht aus dem Gehäuse hervor. Das liegt aber schlichtweg auch daran, dass das Backcover an dieser Stelle leicht erhaben ist. Rechts davon befindet sich der gut platzierte Fingerabdrucksensor. Im unteren Bereich des Akkudeckels befinden sich neben dem Vernee-Schriftzug noch die Lautsprecheröffnungen. Auch hier geht man mit dem T3 Pro einen unüblicheren Weg, sind doch die Lautsprecher meist auf der Unterseite zu finden. Gefahr läuft man trotzdem nicht, den Lautsprecher mit der Hand zu verdecken. So ist es mindestens bei mir der Fall. Die seitlichen Bedientasten aus Kunststoff für Power on/off und Lautstärke up/down befinden sich auf der recht Seite, haben einen angenehmen Druckpunkt und sitzen bombenfest, wie es sich gehört. Unterhalb haben wir eine kleine Öffnung für das Mikrofon. Die linke Seite ist komplett frei. Auf der Backcover Oberseite kann sich der Käufer über den guten, alten 3,5mm Klinkenanschluss erfreuen. Geladen wird das Telefon via Mirco-USB. Der Port befindet sich leicht versetzt zur Mitte. Den Verzicht auf einen USB-C Anschluss sollte man hier durchaus verkraften können. Der Verzicht auf eine Benachrichtigungs-LED stößt jedoch dagegen sehr unangenehm auf.

Vernee T3 Pro 4Das T3 Pro gehört zu den Sonderlingen bei dem das Backcover ohne Weiteres entfernt werden kann. Die ist auch nötig um Sim- oder MicroSD-Karte in das Smartphone einlegen zu können. Dabei handelt es sich um einen Hybrid Slot. Entweder könnt ihr das Telefon mit 2 Sim Karten (Nano) betreiben oder halt nur mit einer, wenn ihr den Speicher erweitern möchtet.

passende MicroSDs auf

Völlig daneben ist allerdings die Handhabe des Sim-Kartenschachts. Die Sim-Karten werden nicht nebeneinander, sondern übereinander eingelegt. Oben kann eine MicroSD Karte oder eine zweite Sim-Karte eingesetzt werden. Darunterliegend ist nur Platz für die erste Sim-Karte vorgesehen. Zwar lässt sich diese leicht in den Slot schieben, allerdings scheint Vernee vergessen zu haben, dass man mitunter auch einmal den Mobilfunkbetreiber wechseln könnte oder aus anderen Gründen auch einmal die Karte aus dem Gerät entfernen muss. Hätte ich das nicht im Vorfeld genauer untersucht, wäre meine SIM-Karte vermutlich in den Tiefen des Telefons verschlungen worden. Ich bin mir nicht sicher, ob man die Sim-Karte aus dem Smartphone bekommt, ohne eins von beiden zu beschädigen. Was hätte wohl MacGyver in solch einem Fall getan? Richtig, er hätte die Sim-Karte mit Tesa-Film beklebt, bevor er sie in den Slot schiebt. Genau das habe ich getan. Das Risiko war mir einfach zu groß. Zwar gibt es eine Art Mechanismus, der die Karte ein wenig aus dem Slot befördert, aber man hat wohl kaum eine Chance sie (ohne Gewalteinwirkung) herauszubekommen.

Vernee T3 Pro 7

Zum Lieferumfang des Smartphones gehören:

  • Vernee T3 Pro
  • Micro-USB Lade- und Datenkabel
  • Ladeadapter
  • TPU Silikonbumper in transparent/schwarz
  • Kurzanleitung

Das Design des T3 Pro wird Niemanden vom Hocker hauen. Bei Smartphones im unteren 100€-Preisbereich ist dies aber ohne Zweifel zu vernachlässigen. Wer ein Smartphone in dieser Preiskategorie kauft, macht es wohl eher weniger wegen des Äußeren. Wie von Vernee eigentlich nicht anders zu erwarten war, ist die Verarbeitung ohne große nennenswerte Abzüge als gut zu bezeichnen. Ein paar Pünktchen ziehen wir jedoch wegen des schlecht umgesetzten Hybrid SIM-Slots ab. Trotz des Plastikgehäuse ist dennoch eine gut Verwindungssteifheit gegeben. Ferner scheint rings um die Hauptkamera ein gewisser Grat vorzuherrschen. Hier sammeln sich gerne etwas Dreck und Fussel nach kurzer Zeit an. Beim mitgelieferten Silikonbumper haben wir festgestellt, dass die Aussparung für den Fingerabdrucksensor nicht exakt platziert wurde. Das Loch ist etwas verschoben. Im Großen und Ganzen sind das jedoch nur Banalitäten. Für unter 100€ bekommt man ein äußerlich solides Smartphone.

Display

Vernee T3 Pro 6

Das 5,5 Zoll große IPS Display löst nur in HD (720 x 1440) auf. Das nicht immer ein Full HD von Nöten ist, um Displayinhalte scharf wiedergeben zu können, haben wir zu Hauf schon feststellen können. Auch beim T3 Pro reicht die gegebene Auflösung mit 293ppi völlig aus, denn einzelne Pixel sind nicht auszumachen. Die Screen-to-Body-Ratio liegt bei rund 76%. Wie es sich für ein IPS Display gehört, ist die Blickwinkelstabilität sehr gut.

Vernee T3 Pro PixelEgal aus welchem Winkel man auf das Smartphone schaut, es kommt zu keinen Farbänderungen. Die Kontrastwerte können natürlich nicht mit denen von AMOLED Displays mithalten. Schwarz ist nicht schwarz, sondern eben eher dunkelgrau, aber allein AMOLED Displays wären teurer als das komplette Vernee T3 Pro. Eine „Notch“ braucht der User ebenfalls nicht befürchten. Die Displayhelligkeit ist ausgesprochen gut. Selbst bei Tageslicht lassen sich alle Inhalte gut erkennen. Gemessen an unterschiedlichen Bereichen strahlt das Display durchschnittlich mit 324 Lux. Die minimale Displayhelligkeit könnte für das Lesen bei Nacht, bzw. im Dunkeln doch noch gehörig geringer sein. Der Touchscreen kann maximal 10 Berührungen gleichzeitig registrieren. Die Reaktionsgeschwindigkeit bei Berührung ist sehr kurz, nur ist eher die schwache SoC oftmals überfordert, was oftmals zu Verzögerung führt. Manchmal muss man wirklich überlegen, ob man tatsächlich eine Aktion, bzw. einen Befehl tatsächlich ausgeführt hat. Ja, hat man…es ist ab und zu etwas Geduld nötig. Gorilla Glas wird nicht weiter in den Spezifikationen aufgeführt. Kratzresistent sollte das Display dennoch genug sein. Immerhin wird das Smartphone serienmäßig mit einer Displayschutzfolie ausgeliefert.

Über das Display können wir ausschließlich Gutes berichten. Für ein 100€ Smartphone ist das Display mehr als ausreichend gut und leistet sich keinen Patzer. Die Verzögerungen, die auch bei weniger anspruchsvollen Aufgaben ab und an vorkommen, sind nur das Resultat des schwächelnden SoC‘s.

Leistung

Vernee T3 Pro CPU ZVernee T3 Pro GeekbenchVernee T3 Pro AnTuTuVernee T3 Pro 3DMark

Im Smartphone hat sich Vernee wieder an einem MediaTek-Prozessor bedient. Der implementierte Quad-Core Prozessor MT6739 wurde 2017 veröffentlicht und kommt primär in Einsteiger-Smartphones zum Einsatz. Er verfügt über vier ARM Cortex-A53 Kerne, die maximal mit knapp 1,3 GHz takten. Im Vergleich zum Vorgänger, MT6735, setzt MediaTek auf eine GE8100 GPU aus dem Hause Imagination Technologies. Der Arbeitsspeicher hat eine Größe von 3 GB. Mehr werden von der SoC sowieso nicht unterstützt. Klar, sind aktuelle HighEnd SoC`s, was die Datentransferrate angeht, meist mehr als doppelt so schnell, bei UFS Speicher gern auch 3 mal so fix, aber 3,1 GB/s beim T3 Pro können sich dennoch sehen lassen. Das Vernee Smartphone verfügt über einen ROM Speicher von mageren 16 GB. In der Praxis wird man kaum drum herumkommen, den Speicher erweitern zu müssen, werden doch schon schon allein 3,6 GB vom System belegt. Der interne Speicher hat eine Lesegeschwindigkeit von 136 MB/s. Sofern man Daten auf das Telefon schreibt, kann man sich nebenbei noch einen Kaffee aufbrühen. Mit nicht einmal 40 MB/s lässt sich das Gerät doch viel Zeit.

Vernee T3 Pro A1Vernee T3 Pro AndroSpätestes anhand der genannten Hardware-Daten sollte jedem klar sein, dass das Vernee T3 Pro nicht sonderlich gut für Hardcore-Gamer geeignet ist. So lässt sich „Asphalt 9“ erst gar nicht installieren, bzw. es wird einem nicht im Google PlayStore angezeigt. Wahrscheinlich kann man das Spiel über Umwege direkt als *.apk installieren.

Mit Programmen, wie dem „APK Extractor“, kann man ganz bequem installierte Anwendungen auf einem anderen Telefon als Datei mit der Endung *.apk extrahieren, die man dann auf das andere Telefon kopiert und installiert. Vorher müssen in den meisten Fällen noch die „Entwickleroptionen“ im System aktiviert werden, damit Apps aus anderen Quellen als dem App-Store akzeptiert werden. So, genug des kurzen Exkurses!

Für den Test reichte aber auch Asphalt 8 aus, dass sich ohne zusätzlichen Aufwand direkt installieren lassen lies. Auf minimaler Detailstufe lässt sich das Spiel recht gut zocken. Wer eine höhere Detailstufe und mehr Effekte bei gleichbleibendem Spieleerlebnis wünscht, wird erwartungsgemäß enttäuscht. Auf maximalen Details kommt es zu deutlichen Rucklern. Nein, so macht Spielen kaum Spaß. Normalerweise erwähne ich an dieser Stelle, dass jedoch das System, Messaging, Facebook und Co. reibungslos und ohne Verzögerung funktionieren. Im Fall des T3 Pro ist das leider nicht der Fall. Schon bei der normalen Bedienung und Navigation muss man immer wieder längere Wartezeiten in Kauf nehmen. Teilweise klickt man einen Link oder eine App mehrfach an, weil man denkt die Eingabe wurde nicht registriert. Doch, dass wird sie…die SoC benötigt einfach nur ein bisschen länger. Somit wird die Freude am Surfen doch etwas getrübt.

Die Performance in Games und im System kratzen zusammenfassend also eher am untersten Low-End Niveau, was aber angesichts der gegeben Hardware schon vorauszusehen war. Den Unterschied merkt man vor Allem, wenn man von einem High-End Smartphone auf das T3 Pro wechselt. Nach einiger Zeit gewöhnt man sich aber doch daran. Wem einfachstes Messaging und gelegentliches Surfen zur Nutzung ausreicht, wird aber prinzipiell nicht sonderlich enttäuscht.

Antutu Ergebnis Geekbench Multi Ergebnis Geekbench Single Ergebnis 3D Mark Ergebnis

System

Vernee T3 Pro HomescreenVernee T3 Pro AppDrawerVernee T3 Pro SystemVernee T3 Pro CPU Z

Das T3 Pro verfügt über Android in der Version 8.1.0. Grundlegend handelt es sich, wie bei Vernee üblich, fast um eine reine Stock Android Version. Somit ist es das komplette Gegenteil zum Xiaomis MIUI oder Huawei‘s/Honor‘s EMUI, die kaum noch etwas mit einer reinen Android Version zu tun haben. Freunde von Stock Android werden also ihre wahre Freude an dem Gerät haben. Größere Updates sollten nicht erwartet werden.

Vernee T3 Pro GestenIm System integriert wurde zusätzlich noch ein praktischer QR-Code Scanner und ein paar smart Gesten, wie das Stummschalten eines eingehenden Anrufs durch Umdrehen des Smartphones, das Sperren des Bildschirmes durch „Double-Tab“ auf dem Display oder das nützliche Erhöhen oder Verringern der Lautstärke per Wischgeste mit 2 Fingern. Letzteres ist jedoch etwas zu ungenau und bedarf einer ruhigen Hand, bzw. eines ruhigen Fingers. Die Übersetzung der sogenannten Somato-Gesten ist mitunter nicht korrekt ins Deutsche übersetzt worden, aber man versteht dennoch, was gemeint ist. Lediglich die Geste für das Entsperren des Telefons aus dem Stand-By durch Schütteln der Hand über dem Abstandssensor wollte einfach nicht funktionieren. Wie bei MediaTek-Systemen üblich, ist auch das bekannte „Dura-Speed“ für das Beschränken von Hintergrund Apps oder das Beschleunigen von Vordergrund Programmen ebenfalls implementiert. Wer das nicht wünscht, kann die Funktion jedoch direkt deaktivieren.

Vernee T3 Pro NortonVernee T3 Pro F SecureVernee T3 Pro MalwareBytesVernee T3 Pro Funknetz

Alle Google-Apps sind natürlich von Haus aus installiert. Zudem sind im System nur sehr wenig Apps von Drittanbietern vorhanden, was sehr erfreulich ist. Bezüglich potenzieller Malware gibt es, wie bei Vernee gewohnt, keine unliebsamen Nachrichten. Lediglich Malware Bytes schlug Alarm und identifizierte die App, bzw. die Funktion „Aktualisierung mit Funknetz“ als Tronjaner (Trojan.Dropper.Agent). Dieser Trojaner soll zusätzliche bösartige Apps auf ein infiziertes Endgerät installieren. Wir gehen jedoch sehr stark davon aus, dass es in diesem Fall nur ein Fehlalarm ist, denn das Gerät lässt sich nämlich auch im Funknetz auf mögliche Updates prüfen. Somit wäre eine Installation auch unterwegs, genug Datenvolumen vorausgesetzt, möglich. Das Installieren von neuen Inhalten On-the-fly, ist vermutlich auch der Grund warum einer unserer verwendeten Scanner für Schadsoftware Alarm schlug. Da es sich um eine System-App handelt, lässt sie sich auch nicht ohne Weiteres deinstallieren.

Kamera

Das T3 Pro verfügt über eine 13 Megapixel Hauptkamera, die zusätzlich durch einen weiteren Sensor mit 2 Megapixel unterstützt wird. Das soll für gute Portraitfotos sorgen. Wie bei Sensoren in diesem Preisniveau üblich, wird relativ viel Licht benötigt um ein passables Fotoergebnis zu erhalten. Je weniger Licht, desto weniger Details und vermehrtes Rauschen. Fotos können entweder im Standard 4:3 oder auch im 16:9 Format aufgenommen werden. Deutlich hervorzuheben ist, dass auch die Fotos in 16:9 mit 13 Megapixeln aufgenommen werden. Zuzüglich zum Standardfoto kann der User den (überflüssigen) „FaceBeauty Mode“, den SLR Modus für Tiefenschärfe, Schwarz/Weiß- und auch Panorama-Aufnahmen tätigen.

Vernee T3 Pro Kamer Pro e1542959703961Letztlich können im „Pro-Modus“ ISO- und Helligkeitswerte manuell angepasst werden, bzw. zwischen verschiedenen Lichtbedingungen ausgewählt werden. Vernee ist mittlerweile bei uns bekannt, dass auch die Low-Budget-Geräte recht ordentlich Fotos knipsen können. Von den Ergebnissen wurde ich positiv überrascht, wobei natürlich ein Vergleich mit der Elite-Klasse (Huawei Mate 20 X etc.) keinen Sinn machen würde. Für Telefon, das weniger als 100€ kostet, sind die Fotos mehr als gut, wobei jedoch zu erwähnen wäre, dass die Fotos auf einem größeren Bildschirm (TV, Monitor) doch etwas an Wirkung und Detailgrad verlieren. Ferner hat der Lichtsensor ab und an etwas Probleme, das korrekte Setting einzustellen. So haben einige Bilder doch einen starken Hang dazu, in Orange überzugehen. Teilweise müssen Aufnahmen aufgrund dessen auch wiederholt werden. Zusätzlich bietet die Standard-Kamera-App einen digitalen 4-Fach Zoom. Der Autofokus arbeitet schnell und zuverlässig. Ja, selbst Nachtaufnahmen werden in passabler Qualität geliefert. Der LED Blitz macht eine sehr ordentliche Figur, auch wenn die Aufnahmen einen merkbaren Grauschleier haben.

Zoom:

Bei Aufnahmen mit eingeschalteten HDR wird sehr deutlich, dass den Bildern die Farbintensität fehlt. Zudem sind sie oftmals schlichtweg zu hell. Die Standardaufnahmen gefallen mir deutlich besser und verfügen über kräftigere Farben. Um auf HDR umzustellen, muss oben rechts auf die 3 Punkte tippen. Ärgerlich ist jedoch, dass in ca. 8 von 10 Versuchen immer gleich ein Foto geschossen wird. Dieser Bug nervt wirklich!

Dank der Dual Kamera lassen sich in der Theorie auch Bokeh-Aufnahmen realisieren. Zwar kann die Intensität nach Belieben live eingestellt werden, aber es handelt sich eher um Spielerei als das effektiver Nutzen daraus entsteht. Es sieht vielmehr nach einem 0815-Software-Filter aus.

Für Selbstaufnahmen steht dem Besitzer eine 5 Megapixel Frontkamera zur Verfügung. Gutes Umgebungslicht ist aber auch hier Voraussetzung für ansehnliche Aufnahmen. Videos können maximal in Full HD (1080p) aufgenommen werden. Bei zittriger Hand greift der elektronische Bildstabilisator (EIS) ein um Verwackler auszugleichen, aber dieser zeigt eigentlich keine Wirkung.

Was man allerdings bei Nutzung der Kamera (wieder) deutlich merkt, ist der schwache Prozessor. Die Verarbeitung der Aufnahmen, das Hantieren in der Kamera-App selbst, bzw. das Umstellen der einzelnen Modi dauert einfach zu lange und fordert etwas Nachsicht vom User. Ansonsten liefert die Kamera des T3 Pro ein gutes Resultat ab.

Konnektivität und Kommunikation

Vernee T3 Pro GPSVernee enttäuscht, was die Anzahl an verfügbaren LTE-Bändern angeht, eigentlich nie. Und so kann sich der User neben LTE Band 1, 3, 7, 8 auch an Band 20 erfreuen. Der Netz- und GPS-Empfang ist auf durchschnittlichen Niveau. Empfangsprobleme wird man mit dem T3 Pro gewiss kaum haben, jedoch werden, obwohl verfügbar, nicht immer alle Satelliten genutzt. Die Empfangsstärke durch Nutzung von GPS und GLONASS liegt dabei meist auf durchschnittlichen Niveau und könnte einfach stärker sein. Nichtsdestotrotz führt einem das Gerät immer sicher zum Ziel. Wiedereinmal fällt auf, dass der Richtungspfeil bei Nutzung von Google Maps beim Navigieren zu Fuß in die entgegengesetzte Richtung zeigt, was die Nutzung etwas erschwert. Stellt man jedoch von Navigation zu Fuß zurück zum Auto, tritt dieses Phänomen jedoch nicht auf.

Während der 2-wöchigen Testphase kam es bei der Nutzung von Google Maps zu einem folgenschweren Fehler. Bei einer nächtlichen Autofahrt nach Hause startete ich die Navigation. Da ich selten die automatische Helligkeitsreglung nutze und das System meist auf 100% Helligkeit nutze, wollte ich aufgrund der Dunkelheit die Helligkeit auf ca. 20% reduzieren. Daraufhin schaltete das Display komplett ab. Das Telefon war noch an. Auch die Navigation lief weiter. Ein Bild wurde allerdings nicht mehr angezeigt; egal welche Knöpfe ich (wutentbrannt) drückte. Es blieb mir nichts weiter übrig als das Telefon komplett auszuschalten in der Hoffnung, dass der Neustart das Problem behebt. Tja, Pustekuchen! Jedes Mal als ich die Sim-Karten PIN eingeben wollte, wurde das Display direkt wieder komplett schwarz. Zum Glück haben wir von CH.net meist mehrere Smartphones in paralleler Nutzung. Somit habe ich glücklicher Weise wieder nach Hause gefunden. Das T3 Pro hatte ich bis dato gut 60min nicht genutzt. Nach einem weiteren Neustart lief das Gerät wieder einwandfrei. Den genannten Fehler konnte ich auch nicht reproduzieren. Wir vermuten hier einfach mal einen Abstimmungsfehler mit dem Helligkeitssensor. Verdeckt war dieser jedenfalls nicht.

Navigation – Auto

Navigation – zu Fuß

 

Das Smartphone unterstützt Bluetooth 4.2 und funktioniert tadellos. In dieser Preisklasse darf man zumeist kein NFC erwarten, was hier auch der Fall ist. OTG, also das Verbinden mit anderen Geräten, Festplatten oder USB-Sticks ist leider ebenfalls nicht auf der Habenseite des T3 Pro’s. Der Fingerabdrucksensor arbeitet sehr präzise und zuverlässig. 10 von 10 Versuchen führten zur Entsperrung. Leider dauert es 1,5 Sekunden bis das Gerät entsperrt wird. Wer mag, kann auch gerne die Gesichtserkennung verwenden. Auch hier funktioniert das Entsperren reibungslos, solange genug Licht vorhanden ist. Der “FaceUnlock” mittels Foto führte glücklicher Weise nicht zum Erfolg.

Vernee T3 Pro Sensor BoxDas dual WiFi-Modul (2,4 + 5,0 GHz) arbeitet sehr zuverlässig und gewährleistet eine gute Empfangsstärke. Unterstützt werden die Standards 802.11b/g/n. Der auf der Rückseite positionierte Mono-Lautsprecher ist jedoch eine reine Qual. Der Sound ist völlig blechernd, vielleicht doch an der falschen Position angebracht und er übersteuert sehr schnell. Mehr als Telefonate via Freisprechanlage sollte man sich keineswegs zumuten. Die implementierten Sensoren (Beschleunigungs., Licht-, Näherungs-Sensor) funktionieren in der Praxis reibungslos. Ein UKW-Radio gibt es obendrauf.

Akku

Vernee T3 Pro AkkuDas Vernee T3 Pro verfügt über einen 4080mAh großen Akku. Das ist für ein kompaktes Smartphone mit einem 5,5“ großen Display ziemlich viel. In Kombination mit dem stromsparenden MediaTek Prozessor sollte hier eine lange Akkulaufzeiten das Resultat sein. In der der Tat können wir dies bestätigen. Mit einer DOT (Display On Time) von fast 12 Stunden im Battery Life Test kann das Gerät durchweg überzeugen. Da ist es auch zu verschmerzen, dass Quick-Charge nicht unterstützt wird. Wer ein einstündiges HD YouTube Videos anschaut, büßt 12% Akkuleistung ein. Über den Tag kommt man mit dem Gerät auf jeden Fall. Zwei Tage sind gewiss ebenfalls möglich. In der Zeit in der das T3 Pro von 0 auf 100% geladen wird, laufen aber viele Menschen einen kompletten Marathon. Mit exakt 4 Stunden nimmt sich das Smartphone mit dem unterdimensionierten 5V/1A Ladeadapter aber so richtig viel Zeit.

Akkulaufzeit Ergebnis Einheit: Std

Fazit und Alternative

Christian-Mueller
Christian Müller:

Wer auf der Suche nach einem sehr günstigen Smartphone aus dem Reich der Mitte ist, wird es schwer haben das Vernee T3 Pro nicht in Betracht zu ziehen. Vernee zeigt erneut, was sie im Stande sind zu leisten. Selbstverständlich gibt es auch Kritikpunkte. So muss man eigentlich stetig längere Ladezeiten in Kauf nehmen. Die SoC ist für das System doch mittlerweile etwas zu unterdimensioniert. Das Navigieren im System wird teilweise zu einer richtigen Qual. Dafür sorgt aber die Kamera für vergleichsweise gute Aufnahmen, auch wenn die Dual Kamera eigentlich kaum einen Mehrwert bietet. Zwar ist das Smartphone ein Plastikbomber, aber die Verarbeitung ist, „vernee-gewohnt“, ohne Fehl und Tadel. Lediglich das Handling mit dem Sim-Karten Slots endet in einer wahren Fummellei und ist schlichtweg nicht gut umgesetzt. Wer ein leistungsstarkes, aber zugleich günstiges Smartphone sucht, der möge bitte einen weiten Bogen um das T3 Pro machen. Wer im Alltag etwas mehr Zeit hat und Wartezeiten in Kauf nehmen möchte darf zugreifen. Alternativ sollte man sicher eher das Xiaomi Redmi 6a oder das Ulefone X ansehen.

67%
  • Design und Verarbeitung 60 %
  • Display 70 %
  • Leistung und System 30 %
  • Kamera 70 %
  • Konnektivität 70 %
  • Akku 100 %

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VonLiechtensteinChristian-Muellerajf Letzte Kommentartoren
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VonLiechtenstein
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VonLiechtenstein

Schade irgendwie, das erste Thor war ein voller Erfolg zumindest in meinem Fall. Für den damaligen Preis ein wirklich gelungenes Phone mit ansprechender Leistung, vertretbarer Kamera und vor allem guter Laufzeit. Seit dem ist Vernee recht wenig gelungen, dass man nicht z.B. von XIAOMI günstiger und oder besser bekam.

Dieses Ding hier scheint auch nicht an die guten alten Zeiten anknüpfen zu können.

ajf
Gast
ajf

Moeglich das der Mechanismus die Sim-Karte aus dem Geraet zu befoerdern deswegen nicht richtig funktioniert hat, weil die Karte mit Tesafilm beklebt war? 😉