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Viltrox AF 23mm f1.4 Objektiv mit Nikon Z Mount im Test

Getestet von Joscha am
Vorteile
  • hochwertige Verarbeitung
  • guter Autofokus
  • lichtstark & scharf
  • Firmware-Updates durch hersteller
  • gute Streulicht-Blende im Lieferumfang
Nachteile
  • leichte chromatische Aberration
  • Blendenring kann nicht arretiert werden
  • realtiv Steulicht-empfindlich
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Die Nikon Z50 ist laut Stiftung-Warentest eine der besten DSLM-Kameras im günstigen Preissegment. Allerdings lässt die Auswahl an Objektiven für den Nikon Z Mount immer noch zu wünschen übrig. Der chinesische Hersteller Viltrox hat sich dieses Problems angenommen. Nachdem wir letztes Jahr ein 85mm f/1.8 Autofokus Objektiv von Viltrox getestet hatten, folgt nun ein APS-C Weitwinkel-Objektiv mit 23 Millimeter Brennweite und f/1.4 Blende. Wie immer unterscheiden sich die Viltrox-Objektive von sonstigen “Billig-Marken” aus China durch einen Autofokus und eine hochwertige Verarbeitung. Zudem gibt es das Objektiv neben der Ausführung für den Nikon Z-Mount auch für Fujifilm XF, Sony E und Canon EF-M. In diesem Testbericht findet Ihr heraus, ob das Viltrox AF 23mm f1.4 Objektiv in der Praxis überzeugen kann. 

Viltrox AF 23mm f1.4 Objektiv für Nikon Z Mount Test 18

Wofür ein 23 Millimeter APS-C Objektiv?

Bevor wir uns das Viltrox Objektiv anschauen, widmen wir uns noch kurz der Frage, für welche Einsatzzwecke das Objektiv geeignet ist. Die versierten Fotografen unter Euch können diesen Abschnitt natürlich gerne überspringen.

Bei dem Objektiv handelt es sich um eine Festbrennweite, also um ein Objektiv ohne optischen Zoom. Das schränkt beim Fotografieren in der Flexibilität natürlich etwas ein, allerdings haben Festbrennweiten ein paar wichtige Vorteile im Vergleich zu Zoom-Objektiven mit variabler Brennweite. Sie sind nämlich in der Regel deutlich lichtstärker und eignen sich daher auch besser für Aufnahmen mit wenig Schärfentiefe. Das Viltrox 23mm Objektiv im Test hat beispielweise eine maximale Blendenöffnung von f/1.4. Einen solchen Wert wird man bei Zoom-Objektiv in diesem Preisbereich nicht finden.

Viltrox 23mm F.14 Objektiv

Mit einer Brennweite von 23 Millimetern zählt das Objektiv zu den Weitwinkel-Objektiven. 23 Millimeter Objektive sind gut geeignet für Landschaftsfotografie, Straßenfotografie, Ganzkörper-Personenaufnahmen und Familienfotos. Bedenken sollte man hier allerdings eines: Bei dem Viltrox AF 23 Millimeter Objektiv handelt es sich um ein Objektiv für APS-C Kameras. Wer das Objektiv mit einer Vollformat-Kamera betreiben möchte, sollte Folgendes beachten:

An einer FX Z-Kamera schalten die Kameras automatisch und unabänderlich den Sensor auf DX-Größe, d. h. aus einer Z 5 mit einem 24-MP-Sensor in Kleinbildgröße wird eine Z 5 mit einem 10-MP-Sensor in APS-C-Größe. Bei den Nikon-DSLR mit FX-Sensor konnte man noch manuell zwischen FX- und DX-Größe umschalten, egal welches Objektiv vorne angesetzt war. Das geht bei der Z-Serie nicht mehr. (Leserkommentar von Olli P.)

Im Normalfall wird ein solches Objektiv mit einer APS-C Kamera verwendet. Im Gegensatz zu Vollformat-Kameras hat man dabei einen Crop, also einen verkleinerten Bildbereich. Dieser Crop sorgt dafür, dass die Aufnahmen auf einer APS-C Kamera nach folgendem Schema umgerechnet werden müssen, um herauszufinden, welcher Brennweite auf einer Vollformat-Kamera sie entsprechen:

Brennweite (APS-C) = Brennweite (Vollformat) / 1,5 (Crop-Faktor der APS-C Kamera)

In der Praxis bekommt man von dem 23 Millimeter-Objektiv auf einer APS-C Kamera also Aufnahmen, die äquivalent zu einem 34,5 Millimeter Objektiv auf einer Vollformat-Kamera sind. An diesem Wert sollte man sich orientieren, wenn man das Viltrox Objektiv auf einer APS-C Kamera wie der Nikon Z50 verwenden möchte.

In diesen zwei Aufnahmen seht Ihr den Abstand zum Objekt mit dem Viltrox AF 23mm f1.4 Objektiv auf einer Nikon Z50 APS-C Kamera. Eine Festbrennweite von 35 Millimeter gilt als die Allrounder-Brennweite, weil der Bildausschnitt ungefähr dem Sichtfeld des menschlichen Auges entspricht. Innenaufnahmen mit wenig Abstand, ein Gebäude, ein Familienfoto, ein Halbkörper-Portrait – für solche Einsatzzwecke ist man mit einem 35 Millimeter-Objektiv gut gewappnet, weil der Abstand zum Objekt eben weder besonders groß, noch besonders klein ist. Fotografen empfehlen Einsteigern als erste Brennweite daher meist auch ein Objektiv mit einer solchen Brennweite.

Design und Verarbeitung

Hersteller Viltrox
Modell AF 23 mm f1.4
Bajonettanschluss Nikon Z, alternativ mit Fujifilm XF, Sony E, Canon EF-M
Brennweite 23 Millimeter
größe Blendenöffnung F1,4
Kleinste Blendenöffnung F16
Linsensystem 11 Linsen / 10 Gruppen
Blendenlamellen 9
Naheinstellgrenze 300 mm
Bildstabilisator nein
Autofokus ja
Wasser-/Staubschutz nein
Abmessungen 65 x 72 mm
Gewicht 275 g

Obwohl die Viltrox-Objektive deutlich günstiger sind als die Nikon-Eigenproduktionen, ist davon an der Verarbeitungsqualität nichts zu erkennen. Das Gehäuse des Objektives ist komplett aus Metall gefertigt. Auch der Fokusring und der Blendenring bestehen aus Metall. Dies sorgt dafür, dass das Gewicht des Objektives mit 275 Gramm relativ hoch ist. An APS-C Kameras mit einem Gewicht von durchschnittlich rund 500 Gramm ist die Gewichtsverteilung angenehm und weder zu kopf- oder körperlastig. In der Länge misst es 72 Millimeter und hat einen Durchmesser von 65 Millimeter.

Das Anschlussbajonett lässt sich ohne Reibung auf den Nikon Z-Mount anbringen. Zum richtigen Ansetzen wurde ein weißer Punkt mit der Beschriftung “Z-mount” aufgedruckt, der an dem weißen Punkt auf der Nikon Z50 angesetzt werden muss. Dies erspart ein lästiges Suchen in der Praxis. Ansonsten befindet sich noch ein dezentes Hersteller-Logo zwischen dem Blenden- und Fokusring.

Positiv hervorzuheben ist natürlich, dass das günstige Objektiv sowohl über einen Blenden- als auch über einen Fokusring verfügt. Beide Ringe wirken hochwertig und lassen sich angenehm bedienen. Beim Blendenring gibt es beim Drehen aber ein leichtes Schleifgeräusch, das so bei einem Premium-Objektiv wahrscheinlich nicht wahrnehmbar ist. Störend ist es in der Praxis allerdings nicht. Die Einstellung der Blende erfolgt stufenlos. Die Einstellung wird von dem Viltrox-Objektiv elektronisch umgesetzt und daher auch auf dem Display der Z50 angezeigt. Für die Verwendung von Blende-, Zeit- oder Vollautomatik kann der Blendenring auf “A” gestellt werden, dann wird die Einstellung von der Kamera übernommen. Eine Feststellung des Automatik-Modus ist allerdings nicht möglich und der Blendenring rastet auch nicht ein. Dadurch kann es vorkommen, dass man in der Praxis versehentlich auf die manuelle Blendeneinstellung wechselt. Auch das ist ein kleiner Kritikpunkt an dem 23mm Objektiv von Viltrox, aber definitiv kein Beinbruch. Der Fokusring ist drei Zentimeter breit und geriffelt. Er bietet einen guten Grip und fühlt sich beim Drehen hochwertig an. Zudem gibt er keine Geräusche von sich.

An dem Anschlussbajonett ist ein USB-C Anschluss integriert. Schön, dass Viltrox auf den aktuellen USB-Anschluss setzt, während die Nikon Z50 immer noch über einen veralteten Micro-USB Anschluss verfügt. Dafür schonmal ein großes Lob. Der Anschluss erfüllt lediglich die Funktion, Firmware-Updates auf das Viltrox-Objektiv zu installieren. Der Hersteller ist für eine gute Update-Pflege seiner Modelle bekannt und auch in unserem Fall stand eine neue Firmware auf der Herstellerwebsite zur Verfügung. Der Update-Prozess ist spielend einfach: Das Objektiv per Kabel mit dem Windows-PC verbinden und die Firmware-Datei in das Laufwerk kopieren. Danach startet das Objektiv neu und die Firmware wird aktualisiert. Beachten sollte man allerdings, dass Rechner mit MacOS hierbei häufig Fehler verursachen. Führt den Update-Prozess also am besten mit Windows durch.

Im Lieferumfang sind eine Streulichtblende aus Metall, ein USB-Kabel und eine kleine Transporttasche enthalten. Die Streulichtblende lässt sich zum platzsparenden Transport auch nach hinten gerichtet auf das Objektiv aufsetzen.

Bildqualität & Praxiseinsatz

Als Vorteil gegenüber vielen günstigen Objektiven aus China hat das Viltrox-Objektiv einen Autofokus mit Schrittmotor. Die Fokussierung erfolgt schnell und relativ leise. Es kommt allerdings in actionreichen Szenen etwas häufiger zu einem falsch gesetzten Fokus als bei meinem Nikkor 50mm Objektiv. Insgesamt sind wir mit der Leistung des Autofokus zufrieden. Wenn nicht gerade sehr viel Bewegung in der Aufnahme vorhanden ist, wird der Fokus zuverlässig gesetzt. Auch bei Videoaufnahmen arbeitet der Autofokus mit der Augenerkennung von Nikon zuverlässig zusammen und sorgt in Kombination mit der großen Blende für richtig schöne Aufnahmen.

Der geringste Fokusabstand liegt im Test bei 20 Zentimeter, gemessen von der Frontseite des Objektives. Mit diesem Abstand kann man einigermaßen gute Makro-Aufnahmen erzeugen. Für das Fotografieren richtig kleiner Objekte ist das Viltrox 23mm Objektiv allerdings nicht geeignet, was bei dieser Brennweite normal ist. Personenaufnahmen und Landschaftsaufnahmen hingegen gelingen optimal und der richtige Abstand zum Objekt ist vor dem Fotografieren ohne große Mühe mit dem Auge abzuschätzen.

Die Aufnahmen haben eine gute Schärfe, insbesondere wenn man den eher niedrigen Preis des Objektives im Hinterkopf behält. Personenaufnahmen gelingen auch mit der maximalen Blendenöffnung von f/1.4 gut. Bei Aufnahmen von Landschaften oder Gebäuden sollte man hingegeben mindestens eine Blendenzahl von f/2.5 oder besser f/4.0 einstellen, um keinen zu hohen Schärfeverlust an den Bildrändern zu bekommen. Für Personenfotografie und Landschaftsfotografie am Tag ist die Leistung definitiv ausreichend, für Astrofotografie mit offener Blende würde die Bildschärfe wahrscheinlich nicht ausreichen. Teilweise gibt es auch leichte chromatische Aberration bei starken Kontrasten und Aufnahmen mit offener Blende. Die Farbquerfehler sind meistens im Bildrand verortet und können bei offener Blende durchaus auf den ersten Blick sichtbar sein. Hier ist definitiv ein Unterschied zu Premium-Objektiven zu erkennen. Bei Aufnahmen mit viel Licht empfiehlt es sich auf jeden Fall, die Steulichtblende zu verwenden, da das Objektiv recht Streulicht-empfindlich ist. Lense-Flares treten erfreulicherweise nicht auf. Zudem sorgen die neun Blendenlamellen für ästhetische Sonnensterne mit 18 Strahlen. Wo das Viltrox AF 23mm f1.4 Objektiv ebenfalls überzeugt, ist das Bokeh. In der Praxis lässt sich gut mit Tiefenschärfe arbeiten und Objekte oder Personen freistellen. Das Bokeh sieht angenehm aus und hat eine gleichmäßige, weiche, kreisrunde Form ohne Zwiebelringe.

Testergebnis

Getestet von
Joscha

Das Viltrox AF 23mm f1.4 Objektiv kann in unserem Test mit dem Nikon Z-Mount überzeugen. Das Objektiv hat eine gute Verarbeitung, einen Fokus- und Blendenring und bekommt vom Hersteller konstante Firmware-Updates. Die Bildqualität ist nicht ohne Fehl und Tadel, aber für ambitionierte Hobbyfotografie definitiv ausreichend. Kleine Schwächen sind etwa die leichte chromatische Aberration und die mangelnde Schärfe am Bildrand. Dafür gibt es aber einen schnellen und präzisen Autofokus, eine gute Schärfe und ein harmonisches Bokeh. Wer auf der Suche nach einer günstigen Allrounder-Festbrennweite für seine APS-C Kamera ist, kann zugreifen.

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Olli P.
Gast
Olli P. (@guest_90471)
3 Monate her

“Beim Fokusring gibt es beim Drehen aber ein leichtes Schleifgeräusch, das so bei einem Premium-Objektiv wahrscheinlich nicht wahrnehmbar ist.[…] Der Fokusring ist drei Zentimeter breit und geriffelt. Er bietet einen guten Grip und fühlt sich beim Drehen hochwertig an. Zudem gibt er keine Geräusche von sich.”

Na, was denn nun? Beim Drehen des Fokusrings entweder Schleifgeräusche oder keine Geräusche? Sie sollten sich schon entscheiden, was denn nun zutrifft.

Olli P.
Gast
Olli P. (@guest_90470)
3 Monate her

“Bei dem Viltrox AF 23 Millimeter Objektiv handelt es sich um ein Objektiv für APS-C Kameras. Auf einer Vollformat-Kamera wie der Nikon Z5 könnt Ihr es auch verwenden, allerdings haben die Bilder dann eine Vignette, also einen dunklen Rand.” Das ist schlichtweg sachlich falsch. An einer FX Z-Kamera schalten die Kameras automatisch und unabänderlich den Sensor auf DX-Größe, d. h. aus einer Z 5 mit einem 24-MP-Sensor in Kleinbildgröße wird eine Z 5 mit einem 10-MP-Sensor in APS-C-Größe. Bei den Nikon-DSLR mit FX-Sensor konnte man noch manuell zwischen FX- und DX-Größe umschalten, egal welches Objektiv vorne angesetzt war. Das geht… Weiterlesen »

Ernst Meier
Gast
Ernst Meier (@guest_87926)
6 Monate her

Vielen Dank für den Objektivtest, Joscha. Bitte macht gerne weiter mit den Tests aus den Bereich Fotografie. Es gibt dort gerade bei den Accessoires ja viel Interessantes von Drittanbietern aus China. Spannend wären bspw. die Blitzsysteme von Yongnuo!

Ernst Meier
Gast
Ernst Meier (@guest_87931)
6 Monate her
Antwort an  Joscha

Godox ist auch so ein Unternehmen, dass selbst Profis (denen Profoto zu teuer ist) auf dem Radar haben. Siehe bspw. den Godox V1, der etwas dem Profoto A1 “ähnelt”…
Neewer und Sirui sind ebenfalls interessante Anbieter, bspw. was Stative anbelangt.

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