Vivo X20 Testbericht

Getestet von Christian Müller am
Firmware : Funtouch OS_3.2
Bewertung: 85%
Vorteile
  • exzellente Verarbeitung
  • spitzenmäßige Performance
  • helles 6,0" Super AMOLED Display
  • sehr dünn und leicht
  • gute Dual Kamera
  • 24 MP Frontkamera
  • Funtouch OS (wer iOS mag)
Nachteile
  • kein LTE-Band 20
  • Riskware im System
  • relativ teuer
  • Micro-USB Anschluss
  • SD-Karte als Standardspeicherort nicht möglich
  • Funtouch OS (wer iOS nicht mag)
Springe zu:
CPUSnapdragon 660
RAM4 GB RAM
Speicher64 GB, 128 GB
GPUAdreno 512
Display2160 x 1080, 6 Zoll ()
Betriebssystem7.1.1
Akkukapazität3200 mAh
Speicher erweiterbar Hybrid

Hybrid
Hauptkamera24 MP
Frontkamera24 MP
USB-Anschluss
KopfhöreranschlussNein
EntsperrungFingerabdruck
LTEJa -
NFCNein
SIMDual - nano
Gewicht161 g
Dicke7,5 mm
Antutu143641
Benachrichtigungs-LEDJa
Hersteller
Getestet am27.04.2018

Mit den Marken OnePlus, Oppo und Vivo gehörte der Eletronik-Konzern „BBK Electronics“ 2016 schon zu den 5 größten Herstellern von Smartphones weltweit. Der Marktanteil steigert sich weiter Jahr um Jahr und in Stückzahlen gerechnet, stieg BBK (nach Samsung und vor Apple) zum zweitgrößten Hersteller von Smartphones weltweit auf. Im Jahr 2017 kam der Hersteller auf einen Weltmarktanteil von 15%. Vor Allem auf dem chinesischen Markt war BKK Electronics mit einem Marktanteil von über 30% Marktführer im Land. Nun schickt der Gigant mit dem VIVO X20 seinen neuesten Sprössling auf Enddeckungstour, um neue Käufer für sich zu gewinnen. Ob das Vorhaben gelingen könnte, wird Euch unser folgender Testbericht verraten.

Design / Verarbeitung / Lieferumfang

Wer schon einmal das OnePlus 5T in der Hand gehalten hat, wird die Ähnlichkeit zum „Bruder“ nicht leugnen können. Das VIVO X20 sieht quasi identisch aus. Warum auch nicht. So lassen sich Produktionskosten einsparen. Kommt das Vivo, wie eingangs erwähnt, doch vom gleichen Konzern. Erhältlich ist es in den Farben Matte Black, Gold, Rose Gold. Bei den beiden goldenen Varianten ist die Displayfront in Weiß gehalten. Bei der schwarzen Version ist der komplette Unibody samt Display in schönem Schwarz gefertigt. Das Gewicht des guten Stücks beträgt federleichte 161,4g.

Vivo X20 Verarbeitung 4 Vivo X20 Verarbeitung 2 Vivo X20 Verarbeitung 3 Vivo X20 Verarbeitung 1

Der matt lackierte Unibody besteht aus Aluminium. Die Maße des durchaus schlanken Smartphones betragen 75,1 x 155,7 x 7,5mm. Der Sim-Tray Einschub befindet sich auf der linken Seite. Zur Rechten sind Lautstärke- sowie Power Button zu finden. Diese sind auch bequem einhändig erreichbar und haben einen angenehmen Druckpunkt. Überhaupt macht das Smartphone äußerlich einen sehr stabilen und hochwertig verarbeiteten Eindruck. Selbst ein Versuch es leicht zu verbiegen, zeigte keinerlei Wirkung. Habe ich überhaupt schon erwähnt, dass das Telefon ausgezeichnet in der Hand liegt? Dies ist in der Tat ein Verdienst der dünnen Bauweise.

Auf der Displayoberseite befindet sich oben mittig die Hörmuschel, versteckt unter dem Hörschutzgitter. Links davon sind Frontkamera sowie die Benachrichtigungs-LED untergerbacht. Diese leuchtet allerdings nur in Grün. Zur Rechten befinden sich alle nötigen Sensoren. Die Bedienung erfolgt ausschließlich mittels Onscreen-Buttons. Das Backcover ist etwas anfällig für Fingerabdrücke. Mit Ausnahme des „Vivo“-Schriftzuges sieht die Rückseite 1 zu 1 aus wie die des OnePlus 5T. Neben Dual Kamera, die ca. 1mm aus dem Gehäuse herausragt, ist der LED Blitz angeordnet. Der Fingerabdrucksensor ist oberhalb, mittig platziert und ist sehr gut zu erreichen. „Unterbrochen“ wird der Unibody oben und unten von den nötigen Plastikelementen für den Empfang. Wirklich auffallen tun die grauen Elemente bei der vorliegenden schwarzen Version allerdings nicht sonderlich. Bei den anderen 2 Farbvarianten des X20 sind sie ebenfalls in ähnlicher Farbe des Unibodys gehalten. Auf der Unterseite sind neben Kopfhörer Anschluss, Mikrofoneingang noch 6 Öffnungen für den Lautsprecher, sowie der Micro-USB Anschluss untergebracht. Etwas unverständlich warum Vivo hier auf den veralteten Standard-Anschluss zurückgreift.

Vivo X20 Lieferumfang

Zum Lieferumfang des Vivo X20 gehört folgendes Zubehör:

  • Smartphone
  • USB Ladekabel
  • Ladeadapter (UK Stecker‑Typ G – Prüft, welchen Stecker eurer Shop des Vertauens beifügt)
  • Bedienungsanleitung
  • TPU Silikon Bumper
  • Displayschutzfolie

Zum allgemeinen Design kann man theoretisch sagen „Lieber gut kopiert, als schlecht erfunden.“ In Fall des Vivo X20 trifft das allerdings nur mehr oder weniger zu. Man hat sich einfach am Design des OnePlus 5T orientiert, das ja vom gleichen Konzern stammt. Viele User finden vor Allem das Aussehen der älteren OnePlus Modellreihe 1, 2 und 3 sehr ansprechend, da sie aus dem Einheitsbrei herausstechen. Beim Modell 5, bzw. 5T orientiert man sich schon eher Richtung iPhone. Das mag dem Einem mehr, dem Anderen weniger gut gefallen. Mich persönlich hat das Design des OnePlus 5T, pardon des Vivo X20 sehr überzeugt. Die hervorragende Verarbeitung und der Verwindungssteife Unibody zeugen von Qualität.

Display

Im X20 ist ein großartiges 6,0“ Super AMOLED Display verbaut im „State-of-the-Art“ Seitenverhältnis von 18:9. Die Auflösung liegt bei 1080 x 2160, was eine Anzahl von 402 Pixel pro Zoll ergibt. Die Screen-to-Body Ratio liegt bei fast 80%. Der große Vorteil von AMOLED Displays ist die Tatsache, dass sie keine Hintergrundbeleuchtung benötigen, sodass auch bei dunklen Displayinhalten die LED’s nicht leuchten müssen, was zu einer Energieersparnis gegenüber herkömmlichen LCD-Displays führt. Ferner sorgen sie für einen höheren Kontrast, eine bessere Blickwinkelstabilität und einem satteren Schwarz. Die Displayränder sind dank 2.5D Glas an den Ecken schön abgerundet. Das wiedergegebene Bild ist sehr scharf. Einzelne Bildpunkte sind keineswegs zu erkennen.

Vivo X20 Design Verarbeitung 1 Vivo X20 Display 1

Vivo X2 TouchscreenDas Display erkennt problemlos maximal 10 Berührungen gleichzeitig. Der Multitouchscreen reagiert verdammt präzise und zuverlässig. „AMOLED-Sei Dank“ leuchtet das Display sehr hell. Somit ist es auch locker möglich Inhalte selbst bei direkter Sonneneinstrahlung ablesen zu können. Unser Helligkeitstest ergab folgenden Werte: Im oberen Display Bereich erreicht es 688, in der Bildschirmmitte haben wir 690 gemessen und im unteren Teil des Displays sogar 730 Lux. Die Blickwinkelstabilität ist schier phänomenal! Geschützt wird das Display durch Gorilla Glass.

Uns bleibt also nichts weiter übrig als das Super AMOLED Display des X20 zu loben. Wir haben einfach nichts Negatives finden können. Einzig und allein ein möglicher Display-Tausch, falls einem das Gerät doch einmal zu heftig auf den Boden fällt, könnte man negativ werten, denn (Super) AMOLED Displays sind einfach teurer im Einkauf. Das gilt dann aber natürlich auch für jene anderen Modelle, die ebenfalls auf AMOLED Display setzen. Allen voran natürlich Samsung.

Leistung

Vivo X20 GeekbenchVivo X20 3D MarkVivo X20 AnTuTuVivo X20 CPU Z

Das X20 hat ordentlich Bums unter der Haube. Mit einer Snapdragon 660 SoC vom Marktführer Qualcomm ist das Smartphone bestens gerüstet. Der 660 ist die günstigere Alternative zum 835 und ist leistungsmäßig im oberen Mittelfeld einzuordnen. Er hat alle wichtigen Features des High End Prozessors und ist im 14nm-Fertigungsverfahren hergestellt. Die SoC besteht aus insgesamt 8 Kernen: 4 Kryo Cores mit einer maximalen Taktfrequenz von 2,2 GHz und 4 weitere Kerne, die mit 1,84GHz takten für weniger anspruchsvolle Aufgaben. Zur Seite stehen der SoC 4 GB LPDDR4X RAM. Im Test kam der Zwischenspeicher auf 6,4 GB/s an Datendurchsatz. Das kann sich sehen lassen!

Vivo X20 SpeicherGrafikberechnungen führt die Mittelklasse GPU Adreno 512 durch. Das X20 ist in 2 unterschiedlichen Ausführungen erhältlich (64 GB/4 GB RAM oder 128 GB/4 GB RAM). Der Hauptspeicher kann mittels einer MicroSD-Karte zusätzlich erweitert werden. Dies geschieht jedoch zu Lasten des zweiten SIM-Platzes, da das X20 über einen Hybrid Slot verfügt. Wer keine Speichererweiterung benötigt, kann die Dual SIM Funktion nutzen und 2 Nano-SIM Karten parallel betreiben. Der interne Speicher erreicht Raten von 192 MB/s beim Lesen und flotten 228 MB/s beim Schreiben von Dateien.

In unseren bekannten Performancetests erreicht das Vivo X20 beim AnTuTu Benchmark respektable 143.641 Punkte. Bei Geekbench kommt unser Kandidat im Multi- auf 5882, bzw. auf 1630 Punkte im Single-Core Bereich.

Mit Standardaufgaben wie Social Media Apps, standardmäßiges Surfen, „WhatsAppen“ und Co. langweilt ihr das Smartphone mehr oder minder.

Die Performance des Systems, einschließlich aller zusätzlich installierten Anwendungen ist vollkommen verzögerungsfrei. Multitasking? Vivo X20 Akku BackgroundImmer her damit! Selbst, wenn am Ende des Tages dutzende Apps noch im Hintergrund laufen, führt das nicht zu verminderter Geschwindigkeit. Hier ist allerdings zu beachten, dass zuvor im Akku-Menü eingestellt werden muss, dass stromhungrige Anwendungen auch im Hintergrund weiterlaufen dürfen. Sofern man das nicht tut, werden die Apps zwar immer noch als „aktiv“, angezeigt, obwohl sie eigentlich längst beendet wurden. Nach erneutem Öffnen werden sie komplett neu gestartet.

Das Arbeiten, Bedienen und Zocken mit dem X20 wird Dank der flotten Hardware zu einem wahren Genuss.

 

Antutu Ergebnis Geekbench Multi Ergebnis Geekbench Single Ergebnis 3D Mark Ergebnis

Funtouch OS

Vivo X20 Funtouch OSVivo X20 HomescreenVivo X20 KeyboardVivo X20 Menue

 

Android? Funtouch OS? iOS? Ja, was denn nun? Achtung Spoileralarm: An Funtouch OS werden sich vermutlich die Geister scheiden. Entweder wird man es lieben oder hassen. Aber erst einmal der Reihe nach.

Vivo verpasst dem X20, wie auch dem kürzlich getestetem V7, ein stark modifiziertes System, das auf Android 7.1.1 basiert. Viel ist davon aber gewiss nicht mehr übrig. Freunde von Apples iOS kommen mit Funtouch (Version 3.2) voll auf ihre Kosten, während Befürworter von Stock Android ins Leere schauen. Wem Apples OS nicht zusagt, wird wohl eher einen weiten Bogen um das X20 machen müssen.

Vivo X20 iThemeIch bin mir noch recht unschlüssig, wie genau ich Vivo’s Funtouch OS bewerten soll. Zum Einem bietet das System wirklich nützliche Features. Zum anderen wird Apples iOS schlichtweg dreist kopiert. Das fängt schon bei den typischen App Icons. Ja, selbst gewisse Standardprogramme haben den Apple-typischen Namen verpasst bekommen. Warum sollte der Music-Player denn schlicht „Player“ oder „Music“ benannt werden, wenn er doch auch „i Music“ heißen kann. Weiter geht’s mit „i Theme“, für ein individuelles Erscheinungsbild, bis hin zum „i Manager“, der nichts weiter als ein Datenmonitor und Reiniger ist. Am dreistesten ist jedoch die Kopie des Quick-Toogle Menüs vom Hersteller des angebissenen Apfels.

Kommt uns bekant vor?!

Es wird immer die Android-Fraktion und die entsprechende Opposition, also die “Pro-Apple-Division” geben. Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich Android immer einem Apple OS vorziehen würde. Nun sehe ich mich gezwungen mich irgendwie doch auf Apple einlassen zu müssen. Zu meinem Erstaunen habe ich mich daran recht schnell gewöhnt und ja, jetzt kommt‘s….mich daran sogar erfreut, denn Vivo’s Funtouch OS ist mit zahlreichen nützlichen Features ausgestattet:

Gesichtserkennung: Klar, überhaupt nichts Neues. Dank Apple mittlerweile nahezu „Standard“. Ich konnte bisher einige Smartphones testen bei denen diese Funktion implementiert war. Teilweise funktionierte das Entsperren auch tatsächlich, ließ sich allerdings mitunter sehr leicht mit einem Foto austricksen. Nicht so beim X20! Nicht nur, dass das Entsperren via Face ID tadellos funktioniert, es vermittelt einem auch das Gefühl von Sicherheit. Nimmt man ein Foto zur Hand und versucht es damit zu entsperren, wird zwar ein Gesicht in gewisser Form registriert, der Zugriff jedoch verwehrt. Wirklich klasse dabei ist, dass man keine Geste oder gar einen Knopf betätigen muss zum Entsperren. Könnte das X20 sprechen, würde es sagen: „Schau mir auf mein Display Kleines / Kleiner!” Nur bei Dunkelheit funktioniert das Entsperren allerdings nicht wirklich gut. Aber kein Problem, ist es doch sehr löblich, das sowohl Face Unlock, als auch Fingerprint ID parallel genutzt werden können.

One-Hand-Mode

Ein weiteres, tolles Feature ist das von Samsung bekannte „Smart Stay“. Sobald ihr zum Beispiel einen längeren Text lest, ohne das Display zu berühren, reicht ein kurzes Bewegen des Smartphones damit das Display wieder aufhellt bevor es in den Stand By geht.

Natürlich dürfen „Smart Wakes“, wie „Double-Tap-to-Wake-up“ oder „Double-Tab-to-sleep“ genauso wenig fehlen wie der „Split Screen“, um parallel 2 Anwendungen zu bedienen. Hier sind allerdings die Apps vorgegeben, die diese Funktion nutzen können. Das Bedienen des Telefons, wenn man links seine Aktentasche und in der rechten Hand das Telefon hält, ist dank „One-Hand-Mode“ überhaupt kein Problem. Einfach vom Displayrand zur Mitte und wieder zurückwischen und zack wird der Displayinhalt verkleinert. Die Größe und Position kann zudem ebenfalls manuell angepasst werden.

Always-On

Standardgemäß werden beim Funtouch OS alle Applikationen, auch wenn sie für eine gewisse Zeit noch im Hintergrund laufen, automatisch nach einer Weile beendet. Dies ist sehr sinnvoll, um den Akku zu schonen. Auf Wunsch kann das automatische Beenden von Programmen auch deaktiviert werden, was für Push Benachrichtigungen ggf. sinnvoll ist. Apropos Strombedarf: Dank des sparsamen Super AMOLED Displays kann sich der Käufer des X20 auch an eine „Always-On-Funktion” erfreuen. Der User kann zwischen verschiedenen Anzeigevarianten wählen. Toll!

Fonts

Wer eine App nutzen möchte, dafür aber mehrere Accounts besitzt, kann via „App Clone“ einfach die App kopieren und je Account verwenden. Das wechseln der System-Schriftarten ist ebenfalls möglich und bietet neben verschieden Themen (Stichwort „I Theme) somit genug Abwechslung.

Mein persönliches Highlight und Lieblingsfeature sind allerdings die On-Screen Buttons. Diese kann man nicht nur, wie üblich, einfach nur verstecken und wieder hervorheben. Funtoch OS kann darauf sogar völlig verzichten. Wie das funktioniert? Ganz einfach: Per Wischgesten. Hierbei muss man lediglich links, mittig oder rechts vom unteren Displayrand mit dem Finger ein klein wenig nach oben wischen um die gleiche Funktion auszuführen, als wäre die statische Android Navigationsleiste vorhanden. In der Praxis funktioniert das hervorragend und verschafft dem Nutzer eine größere Displayfläche.

Vivo X20 Game ModeAls letzte Benefits bei Funtouch OS sei noch zu erwähnen, dass bei eingehenden Anrufen oder Nachrichten das Blitzlicht aktiviert werden kann. Freunde der elektronischen Tanzmusik lassen das Telefon dann vermutlich etwas länger klingeln, bevor sie annehmen, um ein wenig Stroboskop-Atmosphäre, wie in einem Underground Club zu bekommen. Wer ungestört Zocken möchte, kann mit dem „Spiele Modus“ alle Banner-Benachrichtigungen vorübergehen abschalten und eingehende Anrufe blockieren oder direkt im Freisprechmodus annehmen. Apropos Anrufe: Ihr habt die Möglichkeit ein wenig NSA zu spielen und jedes eurer Telefonate automatisch aufnehmen lassen.

alternativer Launcher

So schön die Funktionalität des Systems ist, so unnötig groß sind die App Icons, die natürlich ebenfalls sehr an iOS angelehnt sind. Einen App-Drawer vermisst man ebenfalls schmerzlich. Alle installierten Programme werden direkt auf dem Homescreen platziert. Zum Glück ist es ohne Probleme möglich einen alternativen Launcher zu installieren und als „Standard“ festzulegen. Mit meinem geliebten Apex Launcher sieht das doch Alles gleich um Längen besser aus.

Wer das Gerät außerhalb von China erwirbt, bekommt ein mehrsprachiges System mit den dazugehörigen Standard Google Apps. Freunde von Stock können wohl ebenfalls aufatmen. So finden sich doch einige Anleitungen und entsprechende Tools im Netz um das Smartphone zu flashen.

Etwas schade ist, dass man bei Funtouch OS_3.2 eine eingesetze SD-Karte nicht als Hauptspeicher, bzw. als Standardspeicherort einstellen kann. Lediglich in der Kamera-App kann dies entsprechend angepasst werden. In früheren Versionen war dies noch uneingeschränkt möglich.

Während des Testzeitraums wurde bereits ein erstes Update on-the-fly installiert.

Vivo X20 MalwareVivo X20 Riskware

Die Testläufe nach schädlichen Programmen oder Inhalten verliefen mit Ausnahme von Malwarebytes negativ. Kein anderes Sicherheitsprogramm hat potentielle Schadsoftware entdeckt. Malwarebytes jedoch entdeckte beim vorinstallierten Systemprogramm „Zooking LockScreen“ die Riskware Agent.IBL. Zwar ist Riskware per se nicht schädlich, könnte allerdings Funktionen bieten, die für schädliche Zwecke genutzt werden könnten. Des Weiteren ist die App „Touchpal for Vivo“ als Adware (Cootek) entlarvt worden. Da beide Programme System Apps sind, lassen sie sich natürlich nicht einfach so deinstallieren. Deaktivieren kann man sie ebenfalls leider nicht. Also raten wir euch, beiden Apps jegliche Berechtigungen zu entziehen. 

Vivo X2 UpdateVivo X20 Browser

Malware wurde allerdings nicht detektiert. Wir haben bereits bei Vivo bzgl. der 2 genannten Fälle angefragt und halten euch auf dem Laufenden. Den hauseigenen Browser würden wir übrigens aufgrund seiner zahlreichen Berechtigungswünsche nicht verwenden.

Update per 01.05.2018

Vivo hat uns schneller als erwartet eine Rückmeldung zu beiden Vorfällen gegeben, auch wenn die Antwort eher nichtssagend ist, bzw. überhaupt nicht auf das eigentlich Thema eingegangen wird. In der E-Mail heißt es:

“Thanks for your email and we are deeply sorry for the late reply. Thanks for bringing this to our attention. Please be assured, our phone is not that easy to be affected. And we suggest that you can download other antivirus app to detect our phone and check if the problem is still there. Hope it helps. Thanks so much for your time and please keep us posted with questions.”

Wir bleiben dran…. 🙂

Kamera

Vivo X20 Dual Kamera RückseiteDas X20 hat nicht nur eine flotte SoC, sondern auch verdammt potente Kameras zu bieten. Als Hauptkamera verfügt es über eine 12 MP Dual Kamera mit einer f/1.8 Blende und einem LED Blitz. Dieser Sensor ist aber in der Lage 24MP Aufnahmen zu produzieren. Unterstützend steht eine zweite Kamera mit 5 MP zur Seite. Die Kamera liefert sehr gute und detaillierte Aufnahmen. Einen HDR Modus steht natürlich ebenfalls zur Verfügung. Es besteht sogar die Möglichkeiten neben HDR an/aus das Telefon beim Knipsen auch automatisch entscheiden zu lassen, ob die Funktion aktiviert werden soll. Bei schlechteren Lichtverhältnissen stößt die Kamera allerdings auf ihre Grenzen. Hier und da kann es zu Bildrauschen führen. Etwas besser gelingen Nachtaufnahmen, wenn man manuell den “Ultra-HD“ Modus zuvor einschaltet. Bei Dämmerlicht und vor allem bei guten Lichtverhältnissen gelingen verdammt ansehnliche Fotos! Und natürlich lassen sich dank Dual Kamera tolle Bokeh-Effekte erzeugen.

Vivo X20 Kamera e1524788142563Des Weiteren besitzt die Kamera-App einen professionellen Foto-Modus. Hier können nach Belieben ISO und Kontrastwerte eingestellt werden. Makroaufnahmen gehören hier ebenfalls zum Repertoire.

Unter der Displayfront verbirgt sich eine Frontkamera mit einer Blende von f/2.0, die zusätzlich eine Soft-LED besitzt, um das Gesicht bei schlechteren Lichtverhältnissen gegebenenfalls besser auszuleuchten. Bei der Auflösung der vorderen Kamera stockt ein fasst der Atem. Die Frontkamera löst doch tatsächlich, wie die Hauptkamera, mit 24 MP auf. Auch hier unterstützt der Sensor nativ nur 12MP. Der Berliner neigt hier wohl sagen: „Wat? Ick gloob, ick kiek‘ nich richtig, wa?!“ Unter dieser Prämisse erstaunt es ja fast schon gar nicht mehr, dass die Bildqualität der Frontkamera wirklich gut ist. Der Autofokus arbeitet hier ebenfalls sehr fix und präzise, sodass sogar Selfies beim Fahrradfahren keine Hürde für das X20 darstellen. Allerdings sind Objekt im Hintergrund deutlich zu unscharf. Der Fokus liegt bei der Frontkamera beim Gesicht! Zudem kann per Software ein Bokeh-Modus simuliert werden. Erstaunlicher Weise sieht das doch echt auch noch sehr akzeptabel aus. Ja, das ist schon fast irrational: Schaffen es doch viele andere Hersteller nicht einmal eine funktionierende Dual Haupt Kamera zu verbauen, bzw. einen anständigen „Software-Bokeh-Filter“ aufzusetzen.

Videos lassen sich maximal in 4K-Qualität aufnehmen. Zuzüglich bietet die tolle Kamera App die Möglichkeit Slowmotion, als auch Zeitraffer-Videos aufzunehmen. Hier ist die Auflösung jedoch nur auf HD (1280 x 720) begrenzt.

Sofern schlechte Lichtverhältnisse vorherrschen, kann es mitunter zu Bildrauschen kommen. Dies ist aber wirklich das einzige wirkliche Manko der Kameras. Da steht das X20 aber auch gewiss nicht alleine da. Abgesehen davon, haben es uns die Kameras des X20 wirklich angetan. Chapeau Vivo!

Konnektivität und Kommunikation

Vivo X20 SimkartenDas Vivo X20 verfügt über alle wichtigen 3G-Netze für Deutschland. Nutzer, die auf das LTE-Band 20 (800 MHz) angewiesen sind, schauen leider in die Röhre. Ansonsten sind alle LTE Frequenzen für Deutschland vorhanden. Der Netzempfang ist im Allgemeinen ohne Fehl und Tadel. Selbst im Supermarkt um die Ecke, der netztechnisch wie ein Bunker abgeschirmt ist, dass selbst die NSA neidisch wäre, hatte ich immerhin noch 2G Netz. Mit meinem privaten Smartphone dagegen war ich zur gleichen Zeit und im gleichen Netz völlig auf mich allein gestellt, ohne Verbindung zur Außenwelt. Gut, das kann natürlich auch von Vorteil sein: So entgeht man potentiellen Anrufen, dass man doch noch Zucchini oder anderes Gedöns mitbringen soll. :).

Der WLAN-Empfang ist durchschnittlich gut, könnte aber auch einen Tick besser sein. Der Mono-Lautsprecher verrichtet seine Arbeit recht ordentlich und ist dabei sogar sehr laut. Bei maximaler Lautstärke übersteuert er aber doch schon gewaltig. Vivo X20 MapsZur Navigation und Standortnutzung verwendet das Gerät GPS und A-GPS. Mit Google Maps kommt man im PKW unproblematisch zum gewünschten Ziel. Bei der Standortfindung kann es mitunter zu einigen Sekunden Wartezeit kommen, bis selbiger auf 3-5m genau gefunden wurde.

Der Snapdragon 660 unterstützt Bluetooth in der Version 5.0 und den WiFi Standard 802.11a/b/g/n/ac im 2,4, sowie 5,0 GHz Frequenzbereich. Das Smartphone verfügt über eine große Anzahl von Sensoren. Unter anderen sind vom österreichischen Hersteller AMS Sensoren für Helligkeit und Annäherung, sowie von STMicroelectronics ein Beschleunigungssensor und Gyroskop verbaut. Zusätzlich verfügt das X20 neben einem Kompass und Magnetsensor von AKM, auch über einen Hallsensor. Alle Sensoren verrichten exzellente Arbeit! Auch der Fingerabdrucksensor leistet sich keinen Patzer. Bei allen 10 aufeinanderfolgenden Versuchen wurde das X20 zügig und jedes Mal direkt entsperrt. Bei einem nicht registrierten Finger wird man beim 3. Fehlversuch gezwungen, per Muster oder Passwort das Gerät zu entsperren.

Vivo X20 GPS

Bei der Gesprächsqualität kann das X20 ebenfalls sehr überzeugen. Der Ton ist klar und deutlich ohne jegliche Störgeräusche. Der Gesprächspartner konnte mich ebenfalls immer problemlos verstehen. Selbiges gilt auch für den Freisprechmodus.

 

Akku

Vivo X20 AkkuIm Vergleich zum kürzlich getesteten V7, hat Vivo beim X20 nochmal 245mAh drauf gepackt. Im Smartphone sorgt ein 3245mAh großer Akku für genug Power um gerade so 2 Tage ohne Laden bei normaler Nutzung zu überleben. Hardcore-User kommen gewiss einen vollen Tag aus. Der Work 2.0 Battery Life Test wurde leider immer wieder nach einer gewissen Zeit aus unbekannten Gründen beendet. Der längste Test bei 50% Displayhelligkeit lief genau 7h und 15min bis zum Abbruch. Danach waren von 100 noch 26% Akkuleistung vorhanden. Nimmt man das Vivo V7 als Maßstab, sollten wir auf ebenfalls auf gute 9 Stunden DOT (Display On Time) kommen. Das Anschauen von einem einstündigen YouTube Video verschlingt lediglich 9% Akkuleistung.

Geladen wird das Telefon mit einem 5V/2A Ladegerät via Standard Micro-USB Anschluss. Für das vollständige Aufladen müsst ihr nur 1:40h Zeit einplanen. Wer zwischendurch einmal etwas Saft benötigt, kann den Akku innerhalb von 35min um 40% Kapazität erhöhnen.

Akkulaufzeit Ergebnis Einheit: Std

Testergebnis

Getestet von
Christian Müller

Vivo macht mit dem X20 eigentlich Alles richtig. Im Bereich des Kaufpreises ist allerdings noch etwas Luft nach oben, bzw. eher nach unten angesagt. Das Smartphone eignet sich bestens für User, denen ein OnePlus 5T einfach zu teuer ist, oder schon fast zu Mainstream. Gewiss kann das X20 von Vivo als “kleiner” Bruder des OnePlus 5T durchgehen.

An Performance mangelt es dem Smartphone dank Snapdragon 660 keineswegs und für Fotoenthusiasten ist das X20 ebenfalls gut geeignet. Das Display liefert ein fantastisches Bild, selbst bei direkter Sonneneinstrahlung. Solltet ihr mit dem Gedanken spielen, Euch das Gerät zu beschaffen, müsstet aber zwangsläufig mit einem iOS-Clone leben. Man gewöhnt sich allerdings sehr schnell daran und zudem bietet Funtouch OS letztendlich doch zahlreiche nützliche Features. Alternativ können wir euch das Xiaomi Redmi Note 5 wärmstens empfehlen.


Gesamtwertung
85%
Design und Verarbeitung
90 %
Display
90 %
Leistung und System
80 %
Kamera
90 %
Konnektivität
80 %
Akku
80 %

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Christian-MuellerMarc_Kerstenuwejonas-andreManta Letzte Kommentartoren
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Marc_Kersten
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Marc Kersten

Vielen Dank für den guten und ausführlichen Test! Anregung: Die Fotos kann man teilweise nur in separatem Tab öffnen ohne einfache Möglichkeit zu vorherigen und weiteren Bilder zu springen. Das ist etwas unkomfortabel.

Aber vor allem habe ich einige Nachfragen:

1. Kann die Tastatur auch deutsche Umlaute auf oberster Ebene darstellen und mit einem Touch einfügen?
2. Bietet die Spracherkennung der Tastatur auch die Erkennung deutscher Sprache und wie gut funktioniert dies?
3. Ist der Fingerabdrucksensor auch noch für anderes verwendbar als das Entsperren des Gerätes? Gibt es Touch-Gesten und wenn ja welche? Falls nein, harmoniert der Sensor mit 3rd-Party-Apps die diese Funktionalität bereitstellen?
4. Kann man bei Fotos mit Bokeh dieses nachträglich verändern wie bei Huawei (Fokuspunkt, Bokeh-Intensität)?
5. Stimmt das wirklich mit 4K-Video-Fähigkeit und gilt das für die vordere und hintere Kamera?
6. Bietet die Kamera bei Videos eine elektronische Stabilisierung?

Insgesamt schwanke ich zwischen dem Vivo x20 und dem Huawei Mate 10 lite. Was die Qualität des Bokehs angeht scheint mir das Mate doch die Nase vorn zu haben, wenn ich mir etwa das Tulpenfoto anschaue…

uwe
Gast
uwe

Wie war der Durchlauf mit Dr. Web light? Den Touchpal und Look Screen kriegt man mit Rootrechten weg ! Auch über den Touch Pal im Playstore gibt es wegen der unerlaubt agressiven Werbung viel Kritik ! So was darf es nicht als System App geben ! Finde ich unmöglich.Das hat mit normaler Werbung nichts mehr zu tun und gehört verboten ? Ich finde sowas nicht normal !!! Riskware und Adware muss nicht sein, zumal das Teil nicht billig ist.Ein Xiaomi Mix 2 gibt es sogar bei Amazon aus Deutschland schon für 365 Euro ohne Zollprobleme !!!

Manta
Gast
Manta

An sich ist der SD660 echt geil! Finde es nur sehr schade, dass ein SoC, welcher in der oberen Mittelklasse angesiedelt ist, nur etwas mehr als 1/3 der Grafikpower eines High-End SoC’s besitzt.

uwe
Gast
uwe

Malwarebytes ist meiner Meinung nach zur Zeit das Beste Programm um Malware und Adware zu finden! Wie ist es mit Werbeeinblendungen beim öffnen von Apps oder Browsern.Ich dachte immer die kommen von den Apps, kamen sie aber nicht ! Ist wirklich raffiniert gemacht und versteht man auch erst mal nicht. Der Touchpal ist oft das Problem,lässt sich auch nicht deaktivieren.Meine einzige Lösung ist immer der Booster von CM wenn ich ins Internet gehe, der beendet alle Programme auch Adware.Ist aber auch nur eine Notlösung ? Funktioniert aber. Manchmal hilft auch ein anderer Laucher .Habt ihr bessere Lösungen außer Berechtigungen entziehen?Neue Rom ist für Laien nur schwer zu machen?Für Euch natürlich kein Problem ! Der Hinweis auf Malware ist richtig und Fair alles andere von einem guten Tester ist Verbrauchertäuschung und zu verurteilen.Weiter so,macht nicht jeder.