Das noch sehr junge Unternehmen Wieppo hat sich bislang hauptsächlich an Smartphones mit guten Preis/Leistungsverhältnis versucht und bleibt dieser Linie auch bei dem neu vorgestellten S8 treu. Das Ziel ist also ein hervorragendes Smartphone, das vor allem im begehrten Low-Budget-Mark gegen die Konkurrenz besteht. Positiv sticht schon hervor, das nicht versucht wird eine Dual-Kamera vorzutäuschen. Auch ein Face-Unlock wird nicht genannt. Im Gegenzug soll es ein schönes 18:9 Display sein, eine Sony Kamera auf der Rückseite und viele Kleinigkeiten die das Gesamtpaket abrunden.
Ob Wieppo die mittlerweile hohen Anforderungen an den Low-Budget-Markt erfüllen kann, lest ihr in folgenden Testbericht.

Design / Verarbeitung / Lieferumfang

Wieppo S8 Review 10

Das Design lehnt sich wie bei vielen Vertretern dieses Preissegments zurzeit an Apples IPhone 8 an. So sind zum Beispiel Unterschiede zum Blackview S6 auf den ersten Blick nicht auszumachen. Die Front ist nahezu identisch, lediglich die Benachrichtigungs-LED leuchtet in schwachem Weiß statt Blau. Die LED hätte ruhig etwas heller sein dürfen. Selbst in relativ dunklen Räumen geht der fast schon matt weiße Farbton unter. Beim zweiten Blick fallen weitere Unterschiede auf:
Am unteren Rand der 154 mm langen Vorderseite ist unter dem Glas eingelassen ein Logo zu finden. Dieses fungiert nicht wie von uns erhofft als Homebutton, sieht aber trotzdem schick aus. Dreht man das 73 mm breite Handy auf die Rückseite, stellt man als nächstes fest, dass wie oben erwähnt keine Fake Dual-Kamera verbaut wurde, sondern ganz klassisch eine einzelne Linse. Unterstützt wird diese von einem darunterliegenden einfarbigen LED-Blitz. Unter diesem wiederum befindet sich der Fingerabdrucksensor. Spaltmaße oder scharfe Kanten sucht man vergebens. Die Rückseite ist in schlichtem matten Schwarz gehalten und besteht aus Kunststoff. Damit lässt sie sich auch abnehmen.

Wieppo S8 Review 2

Wieppo S8 Review 7

Ist die Rückseite abgenommen, gibt sie den Blick auf den Akku frei.

Wieppo S8 Review 8

Micro-SIM/Nano-SIM/microSD

 

 

Der Übergang von der Rückseite in den Rahmen ist zwar spürbar, aber selbst an der dafür vorgesehenen Stelle ist es nicht ganz einfach den Kunststoff vom Rest zu trennen. Und siehe da, die nächste Überraschung. Der Akku, Wieppo gibt diesen mit 2970 mAh an, lässt sich herausnehmen und damit auch wechseln. Der Akku mag für derzeitige Verhältnisse nicht gigantisch ausfallen, was aber wiederum der Dicke des Smartphones zugutekommt. Mit lediglich 8 mm gehört es daher zu den schlankeren und mit 185 g auch zu den leichteren Vertretern. Freudig dürfte viele auch der nächste Punkt stimmen. Wieppo spendiert dem S8 ähnlich wie Blackview dem S6 satte drei Steckplätze. Auch bei Wieppos S8 gilt, was schon beim S6 erwähnt wurde: Durch die marginale Speicherausstattung von nur 16 GB ROM ist eine SD-Karte nahezu Pflicht.

passende MicroSDs auf

Zusätzlich zu dieser lassen sich aber wie angedeutet noch zwei SIM-Karten einstecken! Eine muss dabei im Micro-SIM, die andere im Nano-SIM-Format vorhanden sein. Wer aber zufällig die Fassungen zum Herausbrechen der SIM-Karten aufgehoben hat, der kann diese einfach wiedereinsetzen und die bisher leeren Fassungen als Adapter für die größeren Micro-SIM-Karten nutzen.

loseless Wieppo S8 20 Adapter

SIM-Karte in Adapter

 

Wieppos S8 liegt, nicht zuletzt wegen der Kunststoffrückseite sehr gut in der Hand. Die Tasten am metallenen Rahmen lassen sich sehr gut erreichen und auch der Fingerabdrucksensor (8/10 Versuchen erfolgreich) befand sich stets in Reichweite des Zeigefingers. Anders als Blackview entschied sich Wieppo die Lautsprecher an der Unterseite des Smartphones nicht nur zur Zierde zu bohren, sondern setzt auf der linken Seite einen Monolautsprecher ein. Vermutlich liegt hinter den Öffnungen auf der rechten Seite das Mikrofon. Wer die untere Kante nicht sofort wieder abschreibt, entdeckt gleich das nächste Highlight. Wieppo spendiert dem S8 einen USB Type-C Anschluss. Zwar beherrscht dieser nur USB 2.0, Type-C ist aber selbst in wesentlich höheren Preislagen nicht selbstverständlich. Da kann man nur sagen: „Thumbs Up“! Zum Schluss dieser ersten Kategorie kann man noch auf dem 3,5 mm Klinkenanschluss hinweisen, denn auch dieser ist vorhanden!

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„Designed by Wieppo Assembled in China“ steht in weißer Schrift auf der Rückseite des S8. Zurecht darf Wieppo hier das eigene Design anmerken, zumindest, wenn man den Feature-Reichtum betrachtet. Hier macht Wieppo mit dem S8 sehr viel besser als einer der direkten Konkurrenten Blackview mit dem S6. Type-C Anschluss, Ausnutzung der des vorhandenen Designs statt in die Rückseite noch ein Loch für den Lautsprecher zu bohren und eine Vielzahl an kleineren Goodies die das Paket abrunden. Man könnte es also als guten Start in den Test bezeichnen.

Lieferumfang des Wieppo S8

Das S8 wird in einer schmalen schwarzen Schachtel geliefert. In geschwungener, goldener Schrift macht das S8 auf sich aufmerksam. Im Inneren warten dann neben dem Smartphone:

Wieppo S8 Review 1

• Displayschutzfolie
• Netzstecker (EU)
• USB Type-C auf Micro-USB Kabel
• Schnellstartanleitung
• Kopfhörer mit Stopp/Start Button

Display

Wieppo S8 Review 12 Wieppo S8 Review 11

Man könnte sich wohl ein Gespräch der Designer im Wieppo Hauptquartier ungefähr so vorstellen: „Dual-Kamera, wer braucht das schon. Riesen Akku, weg damit. Eigene Apps. Pah! So ein Müll! Google bekommt das besser hin. Was verbauen die Anderen nochmal für ein Display? 1440 x 720 p bei 5,7 Zoll? Nehmen wir. Wie viel Finger erkennt der Bildschirm? 5? Geht in Ordnung.“ Zumindest kommt es einem so vor, wenn man sich tiefer mit dem S8 beschäftigt hat. Das Display geht dabei vollkommen in Ordnung. Mit einer ppi von 282 liegt er zwar leicht unter dem Retina Wert, das tut der Optik aber kaum einen Abbruch. Einen leichten Rotton kann man auf weißem Untergrund auszumachen, nichts was man nicht mit einer Portion MiraVision wieder in den Griff bekommen könnte. Wieppo gibt eine Screen to body ratio von 82 % an. Abzüglich der via On-Screen-Buttons realisierten Navigation bleiben davon ca. 74 % bestehen. Links und rechts genehmigt sich das S8 gerade mal 3 mm Rand. Oben sind es 9 mm, unten 13 mm.
Das Display hat eine ausreichende Helligkeit, könnte aber noch heller sein. Die niedrigste Helligkeitsstufe war dunkel genug, um auch abends das Smartphone uneingeschränkt nutzen zu können. Allerdings ist uns ein Bug aufgefallen, der die adaptive Helligkeit betrifft. Ist diese aktiv und man regelt die Helligkeit zusätzlich manuell von 100 % auf 1 %, ist noch alles in Ordnung. Sperrt man aber das Handy und will es danach wieder entsperren, beginnt das Display zu flackern. Das tut es, bis man die Helligkeit über einen Wert von 20 % anhebt. Beim Austesten führte das auch dazu, dass der Bildschirm gar nicht mehr ansprang und das Smartphone erst neu gestartet werden musste. Ohne adaptive Helligkeit funktionierte die Helligkeitsregelung normal, auch bei 1 % Helligkeit trat kein Fehler auf. Eigentlich muss man kaum eingreifen, da die adaptive Helligkeitsregelung zufriedenstellend funktionierte, wer es aber doch nachjustieren muss, erlebt bei einer radikalen Helligkeitsveränderung einen Schreckmoment, bei dem auch der Tester kurz davon ausging, dass das Display den Geist aufgegeben hatte.
Neben diesen Diskrepanzen, die wohl auch eher Software bedingt sind, erlaubt sich Wieppo keine größeren Schnitzer. Der Schwarzwert ist in Ordnung, Lichthofbildung gibt es keine und die Blickwinkelstabilität ist ebenfalls als gut zu betrachten.

Leistung

In Sachen Leistung konnte uns das S8 überraschen. Warum? Nun es erzielte einen Score von 43100 Punkten im Antutu Benchmark 7.0. Das ist eine saubere Leistung für den 4 Kerne Mediatek 6737T Prozessor. Das Blackview S6 mit einer leicht abgespeckten Variante der CPU kam auf 38700 Punkte. 4400 Punkte Differenz entsteht nicht nur durch die mit 1,5 Wieppo S8 Antutu BenchGHz leicht höheren Taktraten, hier hat Wieppo das System ordentlich unter der Haube aufgeräumt und optimiert. Jetzt ist Antutu, auch in Version 7.0 ein recht synthetischer Test, der nicht viel über die sogenannte Real-World-Performance aussagt. Geekbench 4 versucht da schon eher reale Bedingungen in den Berechnungen abzubilden. Doch auch hier sticht das S8 den Kontrahenten mit einigem Vorsprung aus. 670 Punkte und damit 100 im Single Core und 300 Punkte mehr im Multicore. Kommen wir nun zur Grafikleistung der Mali-T720 GPU. Brachial. Zumindest im Vergleich zum Blackview S6. Beide haben die gleiche GPU, beide Takten mit 600 MHz. Die Rücklichter des S8 sind groß, rot und verschwinden in der Ferne. 1220 stehen gegen 920 Punkte. Weil ich dem ganzen nicht getraut habe, scheuchte ich das Blackview nochmal durch den Geekbench 4 Test, vielleicht war ja eine neue Version erschienen, die eine andere Punktevergabe an den Tag legte. Aber das Ergebnis blieb gleich. Entweder Wieppo schummelt in Benchmarks ganz gewaltig oder man hat hier einfach saubere Arbeit abgeliefert. Selbst im Vergleich mit vielen anderen Smartphones, die auch eine T Variante des Prozessors beherbergen, gewinnt das S8 mit 2000 – 4000 Punkten.

Wieppo S8 Geekbench 4 2Wieppo S8 Geekbench 4

 

In Spielen wie Asphalt 8 merkt man die höhere Leistung auf diesem Level noch sehr genau. Für hohe Einstellungen reicht der Score nach wie vor nicht. Aber mit einigen Abstrichen in Sachen FPS lassen sich schon mittlere Einstellungen einigermaßen passabel spielen, zumindest gegen die KI. Wo das S6 von Blackview bei niedrig immer noch zu kämpfen hatte, hat man mit dem S8 schließlich gute Bildraten.

Wieppo S8 AS Bench  Wieppo S8 PCMark Work

Die RAM Auslastung des 2 GB (2200 MB/s) fassenden Speicherriegels war ebenfalls gut, die Geschwindigkeit hängt dem Ganzen etwas hinterher. Das System gönnte sich ca. 1 GB. Satte 500 MB wurden dazu verwendet, einmal geöffnete Apps offen zu halten, um diese schnell wieder verfügbar zu machen. Ca. 200–300 MB waren meist ungenutzt. Ein guter Schnitt. Denn nicht verwendeter RAM ist quasi nutzloser RAM.
Der 16 GB große interne Speicher ist wie bei dem Kollegen von Blackview nicht mehr zeitgemäß und keucht schon bei wenigen Apps und der Musikbibliothek (ca. 3,3 GB) nach mehr Platz. Immerhin kann mit einer bis zu 64 GB fassenden microSD-Karte Abhilfe geschaffen werden. Vermutlich geht sogar mehr, da schon der kleinere Bruder der CPU bis zu 128 GB zu managen weiß.

Antutu Ergebnis Geekbench Multi Ergebnis Geekbench Single Ergebnis

Abschließend für diesen Bereich lässt sich festhalten, dass die gebotene Leistung in dieser Preisklasse nahezu unerreicht ist. Selbst das Redmi 5a von Xiaomi muss sich einigen Disziplinen geschlagen geben. Die Leistung erkauft sich Wieppo mit zwei Dingen: zum einen wird das Gerät um die Kamera herum recht warm, bis zu 45 °C waren keine Seltenheit, zum anderen frisst der Prozessor den Akku zum Frühstück, dazu jedoch später mehr.

System – Android 7.0

Als Basis nutzt Wieppo beim S8 Android 7.0 (Nougat). Das Betriebssystem kann man wohl mittlerweile nicht mehr zu den aktuellsten zählen, Android 9.0 (P, Pie) befindet sich schon auf der Zielgeraden, doch in der Realität ist Android 7 nach wie vor State of Art. Wieppo verlässt sich bei der Zusammenstellung der Apps mehr auf Google als auf eigene Programmierkünste und die Rechnung geht auf. Das System kommt sehr schlank daher und hat beinahe keine Abweichungen zum rohen Android. So gibt es keine eigenen Apps von Wieppo, selbst als Galerie steht lediglich die Google App zur Verfügung. Nicht einmal die Mühe neuer Icons hat man sich gemacht. Wir finden das gut. Nach dem Motto „Lieber gut geklaut als schlecht nachgemacht.“ wird sich wohl auch Wieppo gerichtet haben. Wer auf Google Apps keinen Bock hat, der findet reichlich Alternativen im Play Store oder auf Webseiten wie APKMirror.com. Die Navigation durch die Systeme läuft flüssig vonstatten. Man glaubt es kaum, doch das höhere Ergebnis der Benchmarks macht sich, gerade im Vergleich zum Blackview S6, auch im System bemerkbar. Kleinere Ladezeiten gibt es beim Starten von Apps aber dennoch. Der Wechsel zwischen zwei Apps war unkompliziert und schnell, trotz lahmendem RAM. Die Anpassungsmöglichkeiten der Oberfläche halten sich in Grenzen aber Kleinigkeiten, wie die extra Hauptseite für den Google Assistenten, lassen sich ausblenden.

Als größte Abweichung kann man wohl DuraSpeed bezeichnen, welches auch beim S8 fest ins Optionsmenü integriert worden ist. Eine ausführliche Beschreibung der App und deren Effekt findet Ihr im Artikel zum Blackview S6. Wieppos S8 verhält sich hier identisch.

Ein etwas ungewöhnliches Verfahren stellten wir noch im Stand By fest. Beim Erhalt einer Nachricht wurde das Smartphone immer mal wieder komplett aufgeweckt und der Bildschirm ging vollständig an, statt die Information nur in schwarz-weiß darzustellen. Dies war nicht bei jeder neuen Nachricht der Fall, wiederholte sich aber. Derartiges aufwecken zehrt natürlich an den verfügbaren Akkureserven.

Eine Gestensteuerung gab es ebenfalls, auch beim S8 wurde diese nicht übersetzt, auch beim S8 ließ sich beispielsweise ein O auf den Bildschirm malen, um die Kamera zu öffnen, scheiterte aber am Sperrbildschirm, womit diese Funktion nahezu nutzlos blieb.
Mal abgesehen von dem Fehler bei der adaptiven Helligkeit, der weiter oben schon beschrieben wurde, konnten wir keine Abstürze oder Hänger feststellen.
Sollte sich das S8 durch die etwas angehobene Leistung auch in der Modding-Community behaupten, wird dieser keine Tür versperrt. Der Bootloader lässt sich einfach durch einen Schalter in den erweiterten Entwickleroptionen entsperren. Allerdings sind mannigfaltige Custom-Roms eher nicht zu erwarten, schon allein, weil es sich um einen Mediatek Prozessor handelt.

Kamera

Kommen wir nun zum Sorgenkind im niedrigen Preisbereich. Einen Pluspunkt gibt es erstmal für das Weglassen eines Dummys und der Besinnung auf eine einzelne Kamera. Somit fallen auch alle Dual-Fake-Effekte, wie der Bokeh-Modus, in dem Menü der Kamera-App weg. Zur Bildverbesserung stehen HDR und EIS zur Verfügung. HDR hat in diesem Preissegment die Angewohnheit das Bild lediglich aufzuhellen, oft ist der Effekt aber zu stark und überbelichtet den Schnappschuss. Das S8 ist hier keine Ausnahme. Elektronische Bildstabilisierung (EIS) ist für die Bildstabilität verantwortlich und soll die Bewegung der Hand ausgleichen. Im Falle des S8 ist der Effekt bei Fotos nicht erkenntlich. Bei Videos hingegen spürt man das Eingreifen der Software und zieht sogar einen leicht positiven Effekt daraus. Einem OIS kann diese Implementierung nicht das Wasser reichen, wird aber gerne mitgenommen. Der Autofokus regelte mal besser mal schlechter nach. Oft musste dem Fokus aber auch per Hand nachgeholfen werden.

Die Bilder der Hauptkamera selber lassen einen gemischten, aber doch eher negativen Eindruck zurück. Der Sony IMX 135 13 MP Sensor mit F/2.0 Blende versucht sein bestes, um zumindest bei viel Licht vorzeigbare Ergebnisse liefern zu können. In Räumen, selbst tagsüber, nimmt die Qualität dann schon sichtbar ab. Die Ränder sind in den meisten Fotos sehr unscharf und es tritt schnell Bildrauschen auf. Abends oder bei schlechteren Lichtverhältnissen braucht man auch mit dem S8 nicht großartig herumhantieren, die Ergebnisse sind allenfalls gerade so zu verschmerzen. Der angegebene optische 5-Fach Zoom ist, wie erwartet, leider reines Marketing. Der Zoom ist ganz klassisch als Digitalzoom umgesetzt, bietet aber immerhin die angepriesene fünffache Vergrößerung.

Das S8 bietet zwei verschiedene Modi für die Aufnahme. Panorama und Portrait. Mit dem Panoramamodus sollte wohl der Weitwinkel von 83° ausgenutzt werden, das Ganze funktioniert aber eher mittelprächtig. Im Test hatten wir wesentlich „schärfere“ Resultate, wenn wir im normalen Portraitmodus Einzelbilder knipsten.
Als Selfie-Cam kommt ein unbenannter F/2.0 Sensor mit 5 MP zum Einsatz, der ebenfalls einen Weitwinkel von 81° vorweisen soll. Die Umsetzung des weiten Winkels ist allenfalls zu erahnen. Die Qualität der Bilder fällt selbst bei nahezu optimalen Lichtverhältnissen stark ab. Grundsätzlich ermöglicht aber auch die Selfie Kamera, mit genügend Licht, nach ein paar Versuchen, einen brauchbaren Schnappschuss und damit mehr als die Kameras von Blackviews S6.

Konnektivität

Das Wieppo S8 unterstützt alle in Deutschland nötigen 3G und 4G LTE Frequenzen. Es können zwei SIM-Karten gleichzeitig verwendet werden. Die Empfangsstärke ist durchschnittlich.

Das GPS verrichtete ohne große Aufregung, nach einer kurzen Phase des Kalibrierens, seinen Dienst und führte auch bei einer Navigation ohne größere Aussetzer ans Ziel. Hier und da kam es vor, dass der Standunkt in eine Nebenstraße sprang, nur wenige Sekunden später war der Punkt jedoch wieder richtig ausgerichtet.
Mit dem integrierten Radio-Modul hatten wir keine Probleme und hatten auch in Gebäuden teils sehr guten Empfang. Ähnliches gilt auch für den Bluetooth 4.0 Chip. Die Datenübertragung war über mehrere Meter stabil und die Verbindung mit einem Radio hielt sogar über mehrere Stockwerke und durch Mauern hinweg. Aussetzer waren auch beim W-LAN nicht zu verzeichnen, die Empfangsstärke hätte aber etwas besser sein können. Als Standard wird 802.11 b/g/n verwendet und auch im 5 Ghz Bereich war das S8 unterwegs.

In Sachen Sensoren muss man sich mit dem nötigsten zufriedengeben. Licht, Näherung und Bewegungssensor sind verbaut, hinzu kommt noch der Fingerabdrucksensor, mehr aber auch nicht. Dafür funktionierten diese einwandfrei. Beim Telefonieren wurde der Bildschirm ausgeschaltet, die adaptive Helligkeit passte, wie weiter oben schon beschrieben, die Bildschirmhelligkeit zuverlässig an. Das Telefonat an sich war sehr gut verständlich und auch der Gesprächspartner hatte nichts zu beanstanden. Selbst die Freisprechfunktion erzielte gute Resultate, wenn sich Hintergrundgeräusche in Maßen hielten. Der Fingerabdrucksensor hätte hier und da ein bisschen mehr auf Zack sein können. Die Erkennungsquote war jedoch gut. War der Sperrbildschirm bereits aktiv, vollzog sich die Entsperrung augenblicklich.

Für audiophile Fanatiker ist der eingebaute Lautsprecher bei aller Liebe nichts, die Qualität der Ausgaben konnte dennoch, ähnlich wie beim Blackview S6, vor allem in den Mitten und Höhen überzeugen. Selbst in die höchste Stufe war keine ausgeprägte Verzerrung hörbar, die einen Track ungenießbar gemacht hätte. Dem muss aber angefügt werden, dass die allgemeine Lautstärke nicht besonders hoch war. Als kleiner Vergleich dient hier das OnePlus 3. Der Wecker ist beim Tester im Bereich von 20 % eingestellt und erreicht dabei schon eine ordentliche Lautstärke. Beim S8 mussten es 50–60 % sein, um ein ähnliches Ergebnis zu erzielen. Für laute Umgebungen ist der Lautsprecher des S8 also nicht zu gebrauchen. Wenn man mit der Hand den Schall gezielt in die eigene Richtung lenkt, kann man jedoch viel von der verlorenen Akustik wiedergewinnen. Der Klinkenanschluss, der mit recht neutralen 1More Quad In-Ears getestet wurde, klang nahezu tadellos und befindet sich auch hier auf einer Höhe mit dem Blackview S6. Details gehen etwas unter oder werden leicht verschluckt. Der Bass hätte etwas mehr Punch haben können. Auch dem Klinkenanschluss fehlt es ein klein wenig an Power, womit er noch etwas lauter hätte sein können. Als musikalischer Begleiter für unterwegs taugt das S8 aber allemal und besteht somit den 3,5 mm Klinke Test. Flac Dateien können, bedingt durch den Audiocodec des Prozessors, nicht wiedergegeben werden. Die beigelegten In-Ears waren das Auspacken kaum Wert. Für mehr als den absoluten Notfall sind diese nicht zu gebrauchen.

Akkulaufzeit

Eine Disziplin in der das S8 ziemlich viel einstecken muss. Mit dem 2970 mAh Akku kratzt man nur an der 3000 mAh Marke, überschreitet sie aber nicht. Da geht die Konkurrenz rigoros andere Wege und packt mehr Milliamperestunden obenauf. Der Prozessor, der zwar gute Performance erzielt, saugt den knapp bemessenen Akku sehr schnell leer. Da hilft auch die ansonsten geglückte Optimierung nichts. Wer sein Handy immer wieder in der Hand hat, wird mit dem Wieppo S8 gerade so über den Tag kommen, mehr aber auch nicht. Abends musste das Gerät meistens an die Steckdose und Saft Tanken. Eine Ladung dauerte dabei mit dem mitgelieferten Netzteil 3,5 Stunden, recht lange für den schmalen Akku. Wieppos S8 unterstützt zwar offiziell kein QC, die Ladedauer ließ sich damit jedoch um eine halbe Stunde drücken.

Wieppo S8 Akku1Wieppo S8 Akku2Wieppo S8 Akku Bench

Bei mäßiger Nutzung war eine DOT von 5 bis 6 Stunden drin. Das S8 läuft damit keine Marathons, übersteht den Kurstreckensprint von Tag zu Tag aber allemal. Und sollte der Akku doch den Geist aufgeben – kein Problem, er ist ja wechselbar!

Fazit und Alternative

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Max Drechsel:

Wieppo hat uns mit dem S8 überrascht. Die Leistung liegt über der, vieler Kontrahenten. Das Display zeigt sich, wenn auch nicht Full-HD, von einer guten Seite und die Audiowiedergabe ist für diese Preisklasse gelungen. Das System ist aufgeräumt und ohne Bloatware, reagiert knackig und macht selten faxen. Der Akku ist aber nicht das Wahre. Die Kamera kann man quasi vergessen. Eigentlich fehlt nur ein 50 € Smartphone mit gleicher Ausstattung, komplett ohne Kamera, verschmerzbar wäre es wohl. Aber ‚Pssst‘ wir wollen denen dort drüben keine Flausen in den Kopf setzen.
In Sachen Kamera läuft dem Xiaomi Redmi 5a so schnell wohl niemand den Rang ab. Zumindest den schwächelnden Akku kontert Wieppo aber gekonnt aus, da er sich entnehmen und wechseln lässt. Was bleibt ist ein gutes Smartphone im Niedrigpreissegment. Wer nur kleines Geld zu Verfügung hat, sollte sich das S8 unbedingt genauer anschauen. Mehr Smartphone, in modernem Gewand, bekommt man fast nirgends. Damit liegt eine Kaufempfehlung von unserer Seite fest. Wer nach mehr Sucht wird einzelne bessere Komponenten an anderen Smartphones finden oder mehr Geld investieren. Das Wieppo S8 bleibt aber ein guter Allrounder.

78%
  • Design und Verarbeitung 80 %
  • Display 85 %
  • Leistung und System 90 %
  • Kamera 65 %
  • Konnektivität 80 %
  • Akku 70 %

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Wilfried Busch
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Wilfried Busch

Sollte es nicht besser „TesTbericht“ heißen? 😉