Xiaomi Mi5C

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Das Xiaomi Mi5C ist das erste Smartphone mit dem hauseigenen Xiaomi Pinecone Surge S1 Octa-Core Prozessor. Xiaomi schlachtet die Mi5 Versionen momentan ziemlich aus, so gibt`s bereits ein Mi5 Pro, Mi5s, Mi5s Plus und allesamt in verschiedenen Speicherversionen und unterschiedlichen Prozessorgeschwindigkeiten. Schaut man auf das Datenblatt und betrachtet die Innereien, so ist das Mi5C eher ein Rückschritt, doch Spezifikationen sind häufig nur die halbe Wahrheit. Xiaomi will mit dem Mi5C Flagship-Feeling knapp über der 200€ Marke etablieren.

Hintergrund und Probleme

Xiaomi verlor im letzten Jahr sowohl in China als auch in Indien massiv an Markanteilen. So konnten gemessen an verkauften Smartphones sowohl Oppo, als auch Vivo im 4. Quartal 2016 an Xiaomi vorbeiziehen. Man entgegnet diesen Problemen mit einer wahren Flut an unterschiedlichen Smartphones im Premium als auch im Low-Budget Segment. Mi5s, Mi5s Plus, Mi Note 2, Redmi 4a, Redmi 4X und so weiter. Klare Platzhirsche bleiben nur das Redmi 4 Prime und das Xiaomi Redmi Note 4. Xiaomis Business-Konzept, gute Smarpthones günstig anzubieten, ist denkbar einfach und wird nun von vielen Hersteller übernommen. Mit dem hauseigenen Prozessor ergänzt Xiaomi sein Betriebssystem MIUI und zeigt somit Stärke auf dem internationalen Markt.

Design und Verarbeitung

Xiaomi lässt die Vergangenheit ruhen und orientiert sich auch nicht mehr an Apple. So war das Xiaomi Mi4C eine Plastik Variante des Mi4, ebenso wie Apples iPhone 5C. Das Xiaomi Mi5c ist mit nur 7,1mm Dicke ein sehr dünnes Smartphone geworden und mit 135g auch noch federleicht. Der Körper besteht bis auf 2 Kunststoffleisten komplett aus Metall und die Abmessungen betragen 144 x 77mm. Der Fingerabdrucksensor ist auf der Vorderseite in einem Home-Button zu finden und links und rechts sind 2 beleuchtete Punkte stellvertretend für die klassischen Android Sensortasten am Start.

Dual-Sim wird unterstützt, Speichererweiterung ist wie bei allen Geräten aus der Mi-Reihe leider nicht vorhanden. Dafür wird man mit nur einer Version mit 3/64GB Speicher entschädigt, zumindest wenn einem 64GB Speicher genügen.

Display des Xiaomi Mi5C

Das Display des Xiaomi Mi5c stammt vom japanischen Joint-Venture JDI und verfügt über gestochen scharfe 428 Pixel pro Zoll. Xiaomi spricht von äußerst schmalen Rändern um den Screen und auch die 550cd/m² Helligkeit schinden auf dem Papier Eindruck. Der Touchscreen registriert natürlich 10-Punkte gleichzeitig und das Displayglas ist wie immer.

Leistung und Betriebssystem

Anhand der ersten Benchmarks platziert sich der Xiaomi Surge S1 Prozessor in einer Region zwischen einem Snapdragon 625 und einem Mediatek Helio P20. Der Prozessor ist auf 8 Cortex-A53 Kernen aufgebaut, welche mit 4 x 2,2GHz und 4 x 1,4GHz takten. Wenn Xiaomi diese Taktfrequenzen wirklich in der Praxis umsetzt, wäre dies durchaus eine Kampfansage an Qualcomm. So sticht Xiaomi im Antutu Benchmark zumindest den Snapdraogn 625 und auch den Helio P20 schonmal aus. Auch im Geekbench Multicore Test muss sich Qualcomm geschlagen geben. Die Mali-T860 GPU besteht aus 4 Kernen und sollte auch für anspruchsvolle Spiele noch gut geeignet sein. Ob Xiaomi`s eigener Prozessor im ersten Versuch bereits zum Erfolg führt, wird man erst im System des Xiaomi Mi5c feststellen. Aus unserer Sicht ist es der richtige Schritt um die doch klare Marktmacht von Qualcomm weiter einzuschränken. Auch Huawei geht hier mit ihrem eigenen Prozessor mit guten Beispiel voran.

Auf dem Mi5C wird wie üblich Xiaomis eigenes MIUI Betriebssystem mit allen Features und Funktionen zum Einsatz kommen. Der eigene Prozessor zum eigenen Betriebssystem könnte ein Erfolg werden.

Kamera

Das Xiaomi Mi5c verfügt über einen 12 Megapixel Sensor mit einer f/2.2 Öffnung bei einer Pixelgröße von 1.25μm. Das ist zwar nicht so groß wie beim Mi5s, aber Xiaomi verspricht für das Mi5c gute Nachtaufnahmen und gehobene HDR Bilder. Wir sind gespannt wie der Surge S1 das Mi5c in Punkto Kameraqualität unterstützt, um diese letztlich zu beurteilen müssen wir auf unser Testgerät warten. Des Weiteren gibt es noch eine 8 Megapixel Frontkamera mit einer f/2.0 Öffnung.

Akkulaufzeit

Xiaomi verbaut einen 2860 mAh starken Akku mit 9V/2A Quick-Charge. Somit sollte das Mi5c innerhalb von 80 Minuten wieder voll einsatzbereit sein. Angesichts des doch hoch getakteten Prozessors und des hellen, hochauflösenden Display könnte die Akkulaufzeit jedoch etwas leiden.

Kommunikation und Konnektivität

Das Xiaomi Mi5c glänzt mit guter Sensorausstattung. So ist neben den 3 Standard-Sensoren (Beschleunigungs-, Helligkeits- und Näherungs-Sensor) auch ein Gyroskop und ein Kompass-Sensor verbaut. Auch ein Infrarot-Sensor, Barometer, Hall-Sensor und FM-Radio muss man nicht missen. Einzig auf NFC muss man verzichten.

WLAN mit ac-Standard und Bluetooth 4.1 sind ebenfalls verbaut. Doch nun kommt das große Problem. Wie es derzeit auf der Xiaomi Webseite dargestellt ist, unterstützt das Mi5c weder 3G noch 4G Netze irgendwo auf der Welt, außer in China. Somit raten wir momentan dringend von einer Vorbestellung ab, bis diese Problematik geklärt ist.  

Fazit

Das Xiaomi Mi5c ist zumindest für uns eines der spannendsten Geräte im Jahr 2017. Dass Xiaomi ein Gerät mit eigenem Prozessor produziert, kann sehr viele Auswirkungen haben. Unser Testgerät befindet sich bereits auf dem Weg und wir werden euch in einigen Wochen mehr zum Xiaomi Mi5c berichten können. Achtung! Nicht bestellen bis die Problematik mit dem Netzempfang geklärt wurde.

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14 Kommentare zu "Xiaomi Mi5C"

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Sophia
Gast
Sophia

Lieber Jonas,

hast du schon Neuigkeiten?

Clemens
Gast
Clemens

In einem youtube-Video (das ich, wenn ich denn darf, gerne verlinke) wurde erklärt wie man 3G und 4G aktivieren kann:
1) auf dem Telefon
*#*#1#*#*
eingeben
2) „Song Adjustment“ drücken
3) „TEL_Assistant“ drücken
4) „Telephony“ drücken
5) „Radio Access“ drücken
6) „5 Mode“ aktivieren

Frank
Gast
Frank

Könnt ihr schon etwas zum Vernee Apollo X berichten, insb. ob es wirklich der „Redmi Note 4-Killer“ ist, als den Vernee das Apollo X sieht?

Rene
Gast
Rene

Eigene Prozessoren zu entwickeln macht nur Sinn, wenn man sie auch an andere Hersteller verkauft. Nur für den „Eigenbedarf“ wird sich das nicht rechnen.
Der Vorteil, der hier für Xiaomi auf der Hand liegt, ist die Unabhängigkeit von proprietären Kernel-Treibern anderer Hersteller. Das ermöglicht endlich Versionsübergreifende Android-Updates – ich hoffe Xiaomi, zieht das dann auch durch.
Interessant finde ich das LTE-Modem des Surge1. Das ist laut der Präsentation auf dem MWC frei programmierbar. Somit sollten vermeintlich „gesperrte“ LTE-Bänder kein großes Hindernis darstellen.
Wir werden sehen, was die Custom-ROM Spezies damit anstellen.

Jerry
Gast
Jerry

Ist das schwarz matt?

Stefan
Gast
Stefan

da bin ich ja gespannt, ob da jetzt noch auf wundersame Weise Netze dazu kommen ^^

Tobias
Gast
Tobias

Es unterstützt sogar in China nur ein Netz, das von China Mobile. Bei China Unicom muss man sich mit 2G/GSM zufriedengeben.

Clemens
Gast
Clemens

Danke für den „Warnhinweis“ 😉 war schon drauf und dran… 🙂

Frank Reinoss
Gast
Frank Reinoss

Xiaomi geht ähnlich wie Huawei konsequent eigene Wege und ich bin davon begeistert. Der Highend Chip V970 im 10nm Verfahren würde bereits angekündigt. Wichtiger als der sofortige Erfolg ist der Einstieg und eine kontinuierliche Entwicklung. Schade nur, dass die Akku Kapazität gelitten hat. Ich freue mich jedenfalls auf weitere Überraschungen von Xiaomi in 2017. Mi Mix, global Versions und eigener Chip sind zumindest heftige Schritte und lassen einige Global Player alt aussehen. Danke für den guten Bericht….

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