Ein Video mit 360° Aufnahme? 360° Panoramas mit nur einem Klick? Was vor ein paar Jahren nur mit aufwendiger Bildbearbeitung funktionierte, das verspricht die Xiaomi Mijia Cam mit einer kleinen Kamera zu schaffen. Wer den Freunden nach dem Urlaub mit einer VR-Brille die Bilder in 360° zeigen möchte, der sollte sich diese Kamera genauer ansehen. 

Verpackung und Lieferumfang

Die Xiaomi Mijia wird in einer schicken Kartonverpackung geliefert, die sehr gut auch als Transportbox genutzt werden kann. Stabil und sicher ist die Kamera darin verpackt. In der Verpackung befinden sich außer einer Quickstart-Anleitung und einem USB-Ladekabel mit passendem Adapter ein kleines Stativ mit Standard Schraubanschluss und eine Transporttasche. Das Zubehör ist relativ spartanisch, zeigt jedoch schon an, dass diese 360 Grad Kamera nicht darauf ausgelegt ist, Extremsportarten zu begleiten, sondern eher eine besondere Urlaubserinnerung zu schießen.

Design und Verarbeitung

DSC05974Die Maße der Mijia Cam (7,8 x 6,8 x 2,2 cm) zeigen, dass Xiaomi nicht auf die altbekannte Würfelform der Actioncams zurückgreift, sondern eine extrem flache 360 Grad Kamera gebaut hat. Zudem ist sie mit 107 Gramm angenehm leicht und vermittelt dennoch ein Gefühl von Qualität. Auf der Vorder- und Rückseite wurden jeweils mittig eine 190 Grad Weitwinkellinse (F2.0) verbaut, welche dann zusammengesetzt das Rundum-Bild ergeben. Die gesamte Kamera wurde in schlichtem Schwarz gehalten. Die Vorder- und Rückseite ist jeweils aus Plastik mit durchscheinenden LED Icons und die Kanten wurden aus einem Metallrahmen gefertigt. So ist die Kamera auch gegen Stürze etwas besser abgesichert und sollte sich nicht so leicht verformen, dass die Innereien Schaden nehmen können.

An der Unterseite befindet sich ein Standard Stativgewinde, das auch dazu genutzt werden kann, die Mijia Cam mit Halterungen anderer Firmen zu kombinieren. Seitlich sind, versteckt unter einer sehr stabilen Metallabdeckung, der USB-Anschluss und der Micro-SD-Card-Slot verbaut. Diese Klappe ist zusätzlich mit einer Gummidichtung versehen, da die Kamera eine IP67 Zertifizierung aufweist. Bei den kompatiblen Mikro-SD Karten gibt es teilweise etwas Probleme und die Xiaomi 360 Grad Kamera zeigt sich verwöhnt und nimmt nur High-End Karten an. Ein Display wurde hier nicht verbaut, jedoch zeigen kleine LED Icons an der Front einen Betriebs- und Akkustatus an.

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Man findet auf der Oberseite einen Knopf zum Starten und Stoppen der Aufnahme, einen On/Off Schalter und einen Knopf um das WLAN der Kamera für eine Kopplung mit der App zu starten. Diese sitzen fest im Gehäuse und haben einen angenehmen Druckpunkt der hohe Qualität spüren lässt.

App

Die Mi Sphere App findet man im Google Play Store für Android, bei IOS gibt es ebenfalls eine App, die jedoch noch eingeschränkt funktioniert. Über das Smartphone lässt sich die Mijia Cam einwandfrei steuern. Beim ersten Verbinden leitet einen die App durch den Vorgang und koppelt sich dann mit dem WIFI der Kamera. Die angegebe Reichweite von 50 Metern konnten wir im Test bestätigen. Muss sich nämlich der Fotograf zu nah an der Kamera befinden, ruiniert das oft das Bild. So findet man hier in der guten WIFI Verbindung einen großen Vorteil gegenüber billigeren Modellen. So kann man nun die Mijia Cam mithilfe eines Statives auf dem italienischen Marktplatz aufstellen, sich unter die Passanten mischen, per App ein Foto schießen und dann zu Hause den Freunden auf der VR-Brille die 3D Erinnerungen im 360° Format präsentieren.

Außerdem kann man direkt auf dem Smartphone die Aufnahmen in verschiedenen Modi anschauen. Es stehen der VR-Brillen Modus, der Kugelmodus und der Vollbildmodus zur Verfügung. Im Vollbildmodus lässt sich das Bild auf dem Smartphone durch Wischen komplett drehen. Die aufgenommenen Bilder und Videos lassen sich dann auch direkt aufs Handy per WLAN herunterladen. In der internen Handygalerie werden sie dann allerdings nur als zwei Kugeln angezeigt. Um das Ganze dann umzuwandeln, benötigt man eine spezielle Software auf seinem PC, welche dann die Videos und Bilder in die richtige Form bringt, so dass man die Blickrichtung per Fingerwisch wechseln kann.

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Bildqualität

Wer sich einmal auf Youtube 360 Grad Videos angesehen hat, der weiß, dass man nicht die beste Auflösung hat. Geworben wird mit einem Ambarella A12 Dual IMX 206 Sensor in der 1/2,3 Zoll Größe. Dieser Chipsatz bringt eine beeindruckende 3,5k Auflösung auf dem Papier. Doch diese Pixel erstrecken sich auf das Vierfache der Fläche eines normalen Fotos aus, wodurch die Qualität der Aufnahmen dann doch immer etwas unscharf wird. Im fertigen Video werden die Bilder der zwei Linsen lückenlos aneinandergefügt, doch erkennt man teilweise wo geschnitten wurde, da die Helligkeit etwas unterschiedlich ist. So ist dann die sonnenzugewandte Seite heller als die Abgewandte. Die Technik der 360 Grad Kameras steckt zwar noch in den Kinderschuhen, ist aber dennoch erstaunlich gut und bietet die Möglichkeit Videos aus hundert verschiedenen Blickwinkeln aufzunehmen. Bilder sind im Gegensatz zu Videos schärfer und schöner anzuschauen.

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Akkulaufzeit

Der 1600mAh Akku verspricht dem Nutzer, laut Hersteller, eine Aufnahmezeit von 75 Minuten. Im Test wurde dieser Wert fast erreicht. Wer allerdings eine Powerbank in der Tasche hat, der kann auch unterwegs die Kamera per USB Kabel wieder aufladen und sogar gleichzeitig auch noch filmen. Die Ladezeit beträgt knapp über zwei Stunden und im Standbymodus kann die Mijia Cam ganze zwei Stunden in Betrieb sein.

Fazit und Alternative

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Kilian B.:

Die Mijia 360 Cam zählt mit circa 200 Euro nicht gerade zu den Günstigsten 360 Grad Kameras, doch man bekommt ein sehr gutes Gerät für sein Geld. Die Verarbeitung und das Design sind, in alter Xiaomi Manier, perfekt. Die technischen Spezifikationen können sich ebenfalls sehen lassen. Die Kamera kann anderen Modellen, wie der Samsung 360, das Wasser reichen und braucht sich nicht zu verstecken. Die App ist benutzerfreundlich und zu 97% aus dem Chinesischen ins Englische übersetzt.

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