Xiaomis Solar Smartphone – Zu schön, um wahr zu sein…

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Xiaomi arbeite an einem Smartphone mit Solarzellen auf der Rückseite. Dies berichtet der niederländische Blog letsgodigital unter Berufung auf einen Patentantrag, der bei der internationalen Patentbehörde WIPO Ende Juli eingegangen ist.

Solarzellen auf der Rückseite

Die Solarzellen auf der Rückseite sollen ermöglichen, das Smartphone allein durch Sonneneinstrahlung aufzuladen. Folgendermaßen soll das dann aussehen:Xiaomi Solar Smartphone

Das Konzept ist eigentlich selbsterklärend: Sofern draußen genug Sonnenschein vorhanden ist, kann man sein Handy mit dem Display nach vorne gerichtet platzieren. Die Solarzellen fangen dann Sonnenenergie auf und nutzen diese, um den Akku des Smartphones aufzuladen. Soweit die Theorie…

Könnte das Solar-Smartphone also der nächste Schritt sein? Prinzipiell ist die Idee einfach und überzeugend. Auf der Rückseite befindet sich schließlich jede Menge ungenutzter Platz, der außer der Rückkamera eigentlich keine Funktion erfüllt. Warum diesen also nicht zum Laden des Smartphones benutzen?

Ganz so einfach ist es wahrscheinlich doch nicht…

An dieser Stelle vielleicht ein kleiner Kommentar. Wir hatten bereits Powerbanks mit Solarzellen im Test, zum Beispiel von der durchaus renommierten Marke RAVPower. Das Ergebnis: Die 15,5 x 6cm große Fläche lädt in zwei Sommertagen mit 30°C rund 420mAh auf. Von einem durchschnittlichen Smartphone-Akku von 3500mAh sind das etwa 15%. Auch wer sich mal große Solarpanels zum Laden des Smartphones besorgt hat, wird gemerkt haben, dass der Ladevorgang mehrere Stunden bei starkem Sonnenschein in Anspruch nimmt. Natürlich kann Xiaomi sich noch hochwertigere Panels besorgen, um eine größere Effizienz zu erreichen. Mehr als 5 oder maximal 10% wird man aber nicht in den Akku bekommen, wenn man das Handy einen ganzen Tag bestrahlen lässt. Irgendwo setzt die Physik auch Grenzen. 

Ein Panel dieser Größe bräuchte 2 Wochen, um Energie für einen durchschnittlichen Smartphone Akku zu sammeln…

Von der zusätzlichen Belastung durch die starke Hitzebelastung in der Sonne für den Akku, dem unkontinuierlichen Ladestrom und der zusätzlichen Dicke durch das Solarpanel mal ganz zu schweigen.

Unsere Einschätzung

Das Xiaomi Solar Smartphone ist entweder eine geschickte Marketing-Aktion oder eine vage Idee für ein zukünftiges Smartphone, die man “einfach mal angemeldet” hat. Das Konzept wird in der Realität mit aktueller Technik nicht praktikabel funktionieren.%name Jedes Technikportal, das jetzt euphorisch über diese neue Innovation berichtet, hat seinen Hausaufgaben nicht gemacht oder will einfach nur ein paar Clicks generieren. Sorry.

 
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theInterceptor
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Ich halte die Solarzelle auf der Rückseite schon für glaubwürdig und auch sinnvoll. Ihr habt natürlich Recht, dass eine so kleine Solarzelle nicht für das schnelle Aufladen des Handys ausreicht. Das muss aber auch nicht deren Zweck sein. Um für eine Erhaltungsladung zu sorgen, wenn das Handy sowieso nur rumliegt (und im Leerlauf operiert), ist sie sicherlich gut. Was den Platzbedarf angeht: es gibt auch Handys mit zweitem Display auf der Rückseite – wenn das passt, dann passt eine Solarzelle vermutlich auch rein.

Mit derselben Grundidee gibt es Autos mit Solarzellen im Dach. Diese Zellen reichen mit Sicherheit nicht, um eine nennenswerte Aufladung des Akkus in E-Autos oder Hybriden zu liefern. Sie reichen aber, um den Innenraum mit Lüfter(n) vozuklimatisieren, um den Hitzestau an heißen Tagen deutlich zu reduzieren. Das entlastet bei der nächsten Fahrt die Klimaanlage und sorgt so indirekt für geringeren Verbrauch.

Jona
Gast
Jona

jein weil das handy doch eh meist in der hosentsche ist da bringt die zelle reichlich wenig

theInterceptor
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Es kommt auf die Nutzung an. Power-User mit Handy stets in der Hand oder der Hosentasche werden von dem Solarmodul nicht profitieren. Liegt das Handy aber über längere Zeit ungenutzt herum, z.B. am Arbeitsplatz, in der Freizeit (Freibad, Biergarten etc.), kann das Solarmodul sicherlich ein paar hilfreiche Prozente zur Akkuladung beitragen. Man könnte es im Sommer auch ans Fenster legen, sodass es morgens vor bzw. Nachmittags nach der Schule/Uni/Arbeit laden kann.
Alle Ausstattungsfeatures eines Smartphones können sehr nützlich, aber auch absolut sinnlos sein – es kommt auf den individuellen Anwender und sein Nutzungsprofil an.