Der chinesische Hersteller Yi ist bekannt für seine Kameras und hinterließ bei uns schon häufiger einen hervorragenden Eindruck. Dass viele der Modelle auch zum absoluten Geheimtipp aufsteigen konnten, ist wenig verwunderlich, sind sie doch, trotz ähnlicher Qualität, meist bedeutend günstiger als die bekannte Konkurrenz. Doch wer annimmt, dass nur Action- und Dash-Kameras sich in der Produktpalette des Unternehmens befinden, irrt sich!

Vor kurzem fand die neu aufgelegte Yi Cloud Dome Überwachungskamera Ihren Weg zu unserem Testlabor und wusste vom Datenblatt aus direkt zu überzeugen. Der Hersteller greift, bei einem Preis von ca. 50€, tief in die Kiste und spendiert der schwenkbaren Kamera 1080p-Aufnahmen, Zwei-Wege-Audio, Nachtsicht, Bewegungserkennung und Cloud-Speicherung. Ob sich die Überwachungskamera auch im Test behaupten konnte und sich damit den Ruf als Geheimtipp verdient, findet Ihr in unserem Testbericht heraus.

Verpackung

Xiaomi Yi Dome Kamera 4Xiaomi Yi Dome Kamera 6

In dem unscheinbaren Pappkarton mit Plastikfenster findet man neben der Yi Cloud Dome selbst noch ein 1A-Netzteil, ein Micro-USB Kabel, eine Wandhalterung mit passenden Schrauben und die üblichen Papierbeilagen. Bei der kürzlich getesteten Reolink Argus 2 war der Lieferumfang deutlich größer, die Kamera wird aber auch für einen höheren Preis vertrieben. Erfreulich ist, dass kein weiteres Zubehör für den Einsatz benötigt wird und damit der direkten Einrichtung nichts im Wege steht.

Verarbeitung

Die Yi Cloud Dome Überwachungskamera besteht ausschließlich aus Hartplastik, doch trotz der Materialwahl hinterlässt die Kamera keinen billigen Eindruck. Zwischen den Elementen sieht und spürt man keine ungewöhnlichen Spaltmaße und insgesamt wirkt die Kamera sehr solide. Dank des geringen Gewichts von 300 Gramm und den Maßen von 120x95x95mm kann die Kamera mit kürzeren Schrauben, wie den Beiligenden, angebracht werden und hält auch an Trockenbau-Wänden hervorragend.

Xiaomi Yi Dome Kamera 3Das Gerät selbst teilt sich auf in einen Sockel und der beweglichen Haube, welche das 108’ Weitwinkel-Objektiv sowie 10 Infrarot-Dioden enthält. Letztere sind für den Nachtsichtmodus unabdingbar und strahlen mit einer Wellenlänge 940nm. Damit sind sie für das menschliche Auge nicht wahrnehmbar und ermöglichen eine schwarz-weiße Sichtweite von ca. 3 Metern in der Nacht. Die Haube selbst ist, wie schon erwähnt, steuerbar und bewegt sich horizontal und vertikal in den Winkeln von 345° und 115°. Damit kann die Kamera von ihrem Platz aus eine volle 360° Rundum-Sicht erzielen. Während der Bewegung selbst erzeugen die Motoren nahezu kein Geräusch, so dass die Kamera dabei nicht wahrgenommen wird.

Xiaomi Yi Dome Kamera 5Im Sockel sind Mikrofon und Lautsprecher untergebracht und auf dessen Unterseite befindet sich die Vorrichtung für die mitgelieferte Wandhalterung. An der Rückseite sitzen Micro-SD Karten Einschub (bis zu 32GB), Micro-USB Anschluss, Reset-Taste und ein LAN-Anschluss(!).

Alles in allem macht die Yi Dome, für ihren Preis, einen sehr guten Eindruck und muss sich auch vor teureren Modellen der Konkurrenz nicht verstecken. Einen Vorteil gegenüber den noch günstigeren Modellen von Xiaomi sehen wir in Sachen Verarbeitung aber nicht. Da der Kamera eine IP-Zertifizierung fehlt, ist sie nur für den Einsatz innerhalb der eigenen vier Wände geeignet.

Kamera & Audio

Der 1/2.7“ 2MP CMOS Sensor zeichnet Videos und Fotos mit einer maximalen Auflösung von 1920×1080 auf, die sich auch auf 640×480 reduzieren lässt. Die Bildrate beträgt dabei 15 FPS, wird jedoch während des Nachtmodus auf 5 FPS verringert. Diese Vorgehensweise dient dazu die Aufnahmen bei Dunkelheit in besserer Qualität aufzuzeichnen. Zusätzlich zur klassischen Aufnahme von Videos und Bilder, lassen sich mit der Überwachungskamera auch automatisiert Panoramabilder schießen.Xiaomi Yi Dome Kamera 1

Die Qualität der Videos ist für die Preisklasse gut und weiß mit ordentlichen Farben zu überzeugen. Nur der Dynamikumfang ist, wie auch bei teureren Modellen, deutlich beschränkter als bei Smartphone-Kameras und resultiert darin, dass hellere Flächen oder stärkere Sonnenstrahlung die Aufnahmen schnell überbelichten. Fotos sorgen in der stark begrenzten Auflösung für keine besonders große Begeisterung, sind aber als Schnappschuss definitiv ausreichend. Während des Schwenken der Kamera zeichnen sich leider deutliche Artefakte ab, diese beeinträchtigen die Nutzung aber nicht maßgeblich.

Bei Nacht bleibt das Bild, dank der Infrarot-Leuchten, auch weiterhin sehr klar und auch für einen größeren Raum ausreichend. Sehr angenehm ist, dass die Leuchten der Kamera nicht erkennbar sind und so nicht ungewollt auffallen. Die vom Hersteller angegebene Sichtweite von 3 Metern können wir im positiven Sinne nicht bestätigen, da auch bei absoluter Dunkelheit diese ausreichend für ein gesamtes Zimmer war.

Bedienung & Funktionen

Die Kamera und die mit ihr verbundenen Dienste lassen sich über die zugehörige App einstellen und bedienen. Verfügbar ist diese als App für Android- und iOS-Smartphones sowie Windows- und macOS. Maximal lassen sich in dieser bis zu 12 Kameras hinzufügen und verwalten.

Zur Aktivierung der App wird vorerst ein Yi-Konto benötigt. Vorteil daran ist, dass auch mehrere Geräte über das selbe Konto auf alle verbundenen Kameras zugreifen können. Die Registrierung einer neuen Kamera funktioniert dann dank Sprachansagen und der klaren Anleitung innerhalb kürzester Zeit und bereitete im Test keine Probleme.

Yi Cloud Dome Screenshot5Yi Cloud Dome Screenshot1Yi Cloud Dome Screenshot2Yi Cloud Dome Screenshot4

Sobald die Kamera fertig eingerichtet wurde und sich erfolgreich mit dem heimischen WLAN verbinden konnte, findet man sich im Hauptmenü der App wieder, das alle verbundenen Geräte namentlich, sowie mit einer kleinen Vorschau des Sichtfelds, auflistet. Von dort kann die zugehörige Historie der Alarme, die Einstellungen und das Live-Bild aufgerufen werden. Im Live-Bild Modus kann dann die Kamera gesteuert werden und Videos wie auch Fotos manuell aufgenommen werden. Zudem kann von hier auch über die Kamera kommuniziert werden. Stimmen klangen dabei ausreichend deutlich und auch das Gegenüber konnte einen selbst gut verstehen.

Wenn man nicht die Aufnahmen via Micro-SD speichern möchte, bietet die Yi Cloud Dome, wie der Name schon sagt, die Möglichkeit diese in der Cloud auszulagern. Die Nutzung des Dienstes ist aber nur im ersten Monat kostenlos und variiert entsprechend des gewählten Plans in seinem Preis. Die monatliche Summe von 3,33€ bis 28,99€ ist dabei abhängig davon, wie viele Kameras verbunden werden, welche Aufnahmeart gewählt wird (24h oder Bewegungserkennung) und für welche Dauer Aufnahmen gespeichert werden sollen. Eine genaue Auflistung der Abonnements findet ihr hier. Davon ausgehend funktionierte die Kommunikation mit der Cloud ohne Probleme und gespeicherte Aufnahmen lassen sich übersichtlich in einem Zeitstrahl betrachten. Da die Bewegungserkennung einen sehr zuverlässigen Eindruck hinterließ, Push-Benachrichtigungen versendet und auch die automatische „Verfolgung“ des sich bewegenden Objekts durch die Kamera präzise ist, sehen wir nur in wenigen Fällen einen Grund dafür, die wesentlich teurere 24h-Option zu buchen.

Zusätzlich bietet die Yi Cloud Dome noch die Funktionalität eines gut funktionierenden Baby-Phones und versteht sich mit dem smarten Assistenten Alexa aus dem Hause Amazon. Die Überwachungskamera lässt sich auch mit einem individuellen PIN versehen, um unautorisierten Zugriff zu vermeiden.

Insgesamt bietet die App ausreichend Optionen um die Überwachungskamera individuell auf sich einzurichten und auch moderne Features fehlen dabei nicht. Die Preise für den Cloud-Service sind im Verhältnis zum Anschaffungspreis recht hoch, bei der Konkurrenz von Xiaomi teils sogar komplett kostenlos.

Fazit und Alternative

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Leonardo Staub:

Die Yi Cloud Dome Überwachungskamera ist ein sehr solides Gerät, das im eigenen Heim gut für mehr Übersicht sorgen kann. Wie schon von anderen Produkten des Herstellers gewohnt, finden sich am Gerät keine schwerwiegenden Mängel die Raum für negative Kritik schaffen. Mit einer langen Liste an Funktionen und einem sehr fairen Preis, muss sich Yi nur dem Modell des ehemaligen Partners Xiaomi geschlagen geben, das auf den Namen Dafang hört. Dieses kostet mit ähnlicher Konfiguration noch weniger und integriert sich zudem nahtlos in das Smart-Home System des Herstellers. Einen kleinen Nachteil besitzt die Dafang gegenüber der Cloud Dome Kamera dennoch: nur Yi vertreibt seine Produkte direkt über Amazon in Deutschland. Sollte man auf der Suche nach einer Überwachungskamera sein, die durch einen Akku autonomer ist und auch bei schlechtem Wetter nicht den Dienst versagt, lohnt sich ein Blick auf die Argus 2 von Reolink.

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T Jo.
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Wie lang kann die Aufnahme maximal sein? Wollte den Hund überwache wenn ich arbeite. Mit Aufnahme zur Beweissicherung das er nicht ständig bellt.