Bei dem Namen Yi Technology klingelt es mittlerweile bei vielen. Waren das nicht die Typen die alle möglichen Kameras mit guter Qualität für kleines Geld anbieten? Richtig. Yi Technology hat sich, schwer zu übersehen, auf Kameras aller Art spezialisiert. Von Action über Dash bis Home, fast alles ist vertreten. Dazu bietet Yi oft viel Kamera für wenig Geld. Die Yi Discovery ist so eine günstige Cam, die dennoch mit 4K und 16 MP glänzen soll.

Ob die Yi Discovery den selbst gestellten Anforderungen auch nachkommen kann, wo man Abstriche hinnehmen muss und welche Eigenschaften für einen Preispunkt von unter 50 € herausstachen, erfahrt ihr im Test.

Design und Verarbeitung

Yi discovery action kamera design verarbeitung 7

Das Kunststoffgehäuse der Yi Discovery ist recht unscheinbar und ähnelt eins zu eins den Schwestern Yi Lite, 4K und 4K+. Dennoch ist die Verarbeitung gelungen. Spaltmaße gibt es keine. Die Maße lassen sich ebenfalls 1 : 1 von den Schwestergeräten übernehmen und messen 65 x 21 x 42 mm. 8 mm ragt das Objektiv dabei aus dem Gehäuse heraus.
Micro-USB Anschluss und microSD Kartenslot befinden sich an der rechten Seite. An der Oberseite befindet sich ein kleiner Lautsprecher, das Mikrofon und die Power-Taste, die gleichzeitig auch Auslöser ist. Die Unterseite ist dem Akku-Fach vorbehalten, das mit einer kleinen Abdeckung verschlossen ist. Der Akku selber hat eine Kapazität von 900 mAh. An ihm ist ein kleines Band befestigt, an dem er aus dem Schacht herausgezogen werden kann.

Ein Gewinde oder eine andere Möglichkeit die Kamera zu befestigen, gibt es nicht. Hier muss man auf Yis eigene Accessoires zurückgreifen oder kreative Wege finden, die Cam zu befestigen.

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Lieferumfang der Yi Discovery

Yi discovery action cam lieferumfang

Neben der schmucklosen Versandbox erhält man noch ein Mirko-USB Kabel (15cm), einen Quickstart Guide (Mehrsprachig, auch in deutsch) und natürlich die Kamera.

User Interface und App-Steuerung

Wie auch schon bei den anderen Yi Actionkameras ist die Menüführung ganz ausgezeichnet. Die Bedienung läuft nach einer kurzen Eingewöhnungsphase locker von der Hand. Der 2“ LCD Touchscreen reagiert präzise auf die Eingaben und die Navigation durch die Menüs läuft ohne Ladezeiten ab. Ein bisschen sollte man allerdings mit der englischen Sprache vertraut sein. Das Menü steht nur in Englisch oder verschiedenen asiatischen Sprachen zur Verfügung.

Modi

Als mögliche Modi bringt die Discovery nicht ganz die Fülle der Schwestern mit. So stehen zwar, neben Foto und Video Aufzeichnung, auch Timeraufnahmen, Burst(Serienaufnahme), Zeitraffer und ein Loop genannter Modus bereit. Auf die Zeitlupe muss man aber z. B. verzichten.
Jeder Modus hat dabei eigene Einstellungen für Bildwiederholrate und Auflösung.

App

Die App hat mich persönlich positiv überrascht. Grundsätzlich hat sich hier nicht viel seit dem Test der Schwesternmodelle getan, weshalb ich nicht nochmal auf alles im Detail eingehe. Nachlesen kann man die Details hier!
Erwähnt werden sollte jedoch, dass die Verbindung zwischen Smartphone und Kamera sehr einfach aufbaubar ist. Wurde die App (ca. 45 MB) einmal aus dem Play Store heruntergeladen, führt diese durch ein Tutorial, um die Kamera via W-LAN zu koppeln. Dabei gilt nach wie vor: Eine für alle. Wer mehrere Kameras von Yi besitzt, hat sie mit der App alle vereint an einem Platz. Meine Erfahrungen mit anderen Herstellern von Gebäudekameras haben hier wesentlich chaotischere Verhältnisse offenbart. Das Smartphone dient bei Koppelung nicht nur als Fernbedienung, sondern kann auch die Einstellungen der Kamera verändern oder auch für Firmware-Updates genutzt werden.

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Video/Fotoqualität

Die Discovery möchte wie die großen Schwestern auch 4K Aufnahmen machen und mit 16 MP riesige Bilder schießen. Der Sensor der Wahl ist dabei ein Sony 179 mit einer F/2.4 Blende. Als Objektiv kommt Actioncam-typisch ein Weitwinkel mit 150° zum Einsatz. Dies führt zu einem starken Fischaugeneffekt der Videos. Bei Fotos tritt der Effekt nicht immer so stark hervor. Die größte Schwierigkeit ist es wohl, bei dem kleinen Gehäuse, gepaart mit hohem Weitwinkel, keine Finger auf dem Bild zu haben. Für den Start benötigt die Yis Discovery ca. 8 Sekunden. Etwas zu langsam für einen schnellen Schnappschuss, ansonsten aber in Ordnung.
Im Optionsmenü finden sich allerlei Kombinationen aus Auflösung und Bildwiederholrate, dabei sind die folgenden Beispiele nur die Gängigsten.

2160 p / 20 FPS (4K)
1440 p / 30 FPS (WQHD)
1080 p / 60 FPS (Full-HD)
720 p / 90 FPS (HD)

Zwischen diese Optionen befinden sich also noch sehr viele weitere. Dabei kann die Aufnahme in PAL oder NTSC erfolgen. Wobei nur letzteres in der Lage ist, die vollen 1080p bei 60 FPS aufzunehmen. PAL lässt nur 50 FPS zu.
Als bester Modus für Videos kristallisierte sich nicht die 4K Aufnahme mit mageren 20 FPS heraus. Das Bild war auf diese Auflösung interpoliert und durch die geringe Wiederholrate auch nicht flüssig. Tatsächlich erzielte die Discovery annehmbare Ergebnisse in WQHD bei 30 FPS. Am besten haben mir aber die Videos bei solidem Full-HD mit 60 FPS gefallen, die auch die erste Wahl bei Sportlern sein dürfte. Im Zeitraffer Modus wird eine Mindestaufnahmezeit von 5 Minuten vorgeschlagen und die ist wohl auch nötig. Dabei sollte die Kamera auch fixiert werden, da man bei Bewegung der Aufnahme nicht folgen konnte. Mit 90 FPS bei 720p wurden jedoch Bildfehler bei der Zeitrafferaufnahme erzeugt. Damit sind 60 Bilder pro Sekunde die höchst nutzbare Frequenz.
Die Qualität der Videos war okay, solange man ein sehr ruhiges Händchen bewies, denn leider fehlt der Discovery ein Bildstabilisator. Auch bei Nacht konnten sich die Aufnahmen sehen lassen, vorausgesetzt es sind genügend Lichtquellen in der Umgebung. Die Soundaufnahme war mittelprächtig. Stimmen wurden recht deutlich aufgenommen, Wind oder Bass führten aber zu Übersteuern.

Bei Fotos standen 16 und 8 MP zur Auswahl. Ersteres war dabei lediglich interpoliert. Die Konsequenz daraus war häufig, dass die Bilder mit 16 MP leicht überbelichtet waren. Die 8 MP Bilder haben mir in fast allen Situationen besser gefallen, bildeten sie doch die Lichtverhältnisse naturgetreuer ab. Allgemein kann man die Bilder als sehr gelungen betrachten. In seltenen Fällen konnte man an den Rändern eine leichte Unschärfe ausmachen, in der Regel war das Bild aber bis zum Rand hin scharf.
Details werden auf den Bildern allerdings nur oberflächlich gut abgebildet, einer Vergrößerung halten die Fotos nicht stand. Auch für nächtliche Fotosessions ist die Discovery eher nicht zu gebrauchen. Das Bild wird dann, ganz im Gegensatz zu den Videos, sehr krieselig und starkes Bildrauschen tritt auf.

Akkulaufzeit

Der 900 mAh Akku der Discovery ist natürlich kein Partner für stundenlange Aufnahmen. Ziemlich genau eine Stunde und 45 Minuten waren aber bei aktiviertem W-Lan drin. Bei Deaktivierung kann man hier noch einmal gute 30 Minuten aufschlagen. Beim Laden war die Discovery quasi so schnell wie beim Entladen. Nach ca. 1,5 Stunden war diese wieder voll einsatzbereit.

yi discovery action cam akkulaufzeit

 

Fazit und Alternative

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Max Drechsel:

Yis Discovery lässt sich leider nicht bedingungslos empfehlen. Eine komplette Absage kann man ihr aber auch nicht erteilen.
Für den Preispunkt von unter 50 € bekommt man wohl selten eine bessere Kamera in diesem Format. So klein und handlich, dass sie auch bequem in die Jackentasche passt, das hat uns schon an den Schwestermodellen gut gefallen.
Bei der Qualität der Aufnahmen wird mit zweierlei Maß gemessen. Eigentlich müsste eine Actioncam bessere Videos bei Bewegung aufnehmen. So sind diese, aufgrund der fehlenden Bildstabilisierung, meist nur zu gebrauchen, wenn die Discovery sich selbst nicht bewegt. Die Fotos wiederum konnten bei guten Lichtverhältnissen überzeugen, auch wenn das nicht der eigentliche Einsatzzweck ist. Dabei wird sogar eine Yi Lite ausgestochen, die mehr als doppelt so teuer ist.

Wer also eine Kamera für Videoaufnahmen aus der ich Perspektive sucht, der wird hier nicht fündig. Als zweite oder dritte Kamera, um auch verschiedene Winkel aufnehmen zu können, glänzt die Discovery jedoch und sticht preislich die Konkurrenz aus. Hinzu kommen die gelungenen Fotos, die auch keine Selbstverständlichkeit darstellen. Für diesen Fall kann eine Kaufempfehlung ausgesprochen werden.

74%
  • Videoqualität 70 %
  • Fotoqualität 80 %
  • Preis/Leistung 80 %
  • Lieferumfang 60 %
  • Preis/Leistung 80 %

Preisvergleich

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Gast
Nico

Auf den Test habe ich gewartet. Keine Profikamera, aber scheint doch für meine Zwecke ausreichend zu sein.
Übrigens tolle Seite, lese hier regelmäßig Tests! Macht weiter so!!

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