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Zendure Hyper 2000 Speichersystem im Test – Der Name ist Programm

Getestet von Michael am
Vorteile
  • kompaktes All-In-One Speichersystem
  • hohe Lade- und Entladeleistung
  • intelligentes Energiemanagement mit Shelly Pro 3EM
  • Ladung der Akkus über das heimische Stromnetz
  • intelligente AC-Ladung im Smart-CT Modus
  • exzellente Verarbeitung
  • Aufbau in wenigen Minuten möglich
Nachteile
  • Zendure Cloud arbeitet nicht immer zuverlässig
  • gelegentliche Softwareprobleme
  • Betriebsmodi lassen sich nicht kombinieren
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Zendure hat die diesjährige Intersolar Messe in München dafür genutzt, um sein neustes Produkt vorzustellen. Das Zendure Hyper 2000 vereint alles, was sich Nutzer von einem Speichersystem für Balkonkraftwerke nur wünschen können. Es handelt sich um ein All-in-one-System mit moderner Optik, integriertem Wechselrichter, hoher Leistung, intelligenter Stromerfassung und der Möglichkeit, den Speicher mit Strom aus dem Netz zu laden.

Zendure Hyper 2000 Beitragsbild

Doch das ist noch nicht alles. Zendure ermöglicht, bis zu drei Zendure Hyper 2000 zu einem Cluster zusammenzuschalten. Damit steigt die Kapazität auf beeindruckende 23 kWh. Dabei bleibt es bei der bewährten Akkutechnik, die auch schon beim Zendure Solarflow (zum Test) und beim Zendure Hub 2000 (zum Test) zum Einsatz kommt. Man könnte das Zendure Hyper 2000 also zurecht als Solarflow 3.0 bezeichnen. Wie sich das brandneue System im Test geschlagen hat, erfahrt ihr im Folgenden.

Lieferumfang des Zendure Hyper 2000

Neben dem eigentlichen Zendure Hyper 2000 liegen dem Paket noch zwei Befestigungsbleche für die Fixierung auf dem Akku und das passende Anschlusskabel mit einer Länge von 3 Metern bei. Dank der sehr frühen Bereitstellung eines Testgerätes durch Zendure liegt unserem Paket noch keine Bedienungsanleitung bei. Diese wird beim Gerät für Endkunden selbstverständlich mitgeliefert.

Design und Verarbeitung

Das Grunddesign fügt sich nahtlos in die bestehende Produktlinie von Zendure ein. Das Zendure Hyper 2000 wird einfach auf die Batterien des Herstellers aufgesteckt. Dabei ist es sowohl mit den AB1000 als auch mit den AB2000 Akkus (zum Test) des Herstellers kompatibel. Die Maße des 8,5 Kilogramm schweren Hyper betragen 350 x 202 x 78 Millimeter. Das Gehäuse besteht aus schwarzgrauem Aluminium und ist exzellent verarbeitet.

Die Oberseite wird von Aluminiumkühlrippen dominiert, die für den nötigen Wärmetransport sorgen. Diese sind zu den Seiten hin abgeflacht, um das Design runder und gefälliger wirken zu lassen. Auf der Unterseite befindet sich der altbekannte Zendure Spezialstecker, der die Verbindung zum darunter befindlichen Akku ermöglicht.

Auf der Rückseite befinden sich die eigentlichen Anschlussmöglichkeiten des Zendure Hyper 2000. Insgesamt stehen vier Eingänge für Solarmodule zur Verfügung. Dabei sind jeweils Eingang 1/2 und Eingang 3/4 intern parallel geschaltet. Somit hat das Hyper eigentlich nur zwei Eingänge, die sich auf vier Eingänge aufsplitten. Somit können bis zu vier Solarmodule ohne lästige Y-Adapter angeschlossen werden.

Für den Anschluss an das heimische Stromnetz hat Zendure einen eigenen Stecker entwickelt. Das passende Gegenstück mit 3 Meter Anschlussleitung und Schuko-Stecker liegt dem Lieferumfang selbstverständlich bei. Die Verarbeitung vom Gehäuse und Steckverbindungen gibt keinen Anlass für Kritik. Es ist beeindruckend, wie viel Technik Zendure in dem kleinen Gehäuse untergebracht hat.

Technische Daten des Zendure Hyper 2000

Zendure Hyper 2000 technische Daten

Das Zendure Hyper 2000 ermöglicht es bis zu vier Solarmodule mit einer Leistung von 550W pro Modul anzuschließen. Somit stehen euch bis zu 2200W Modulleistung zur Verfügung. Wie bereits erwähnt, sind PV1/2 und PV4/4 intern parallel geschaltet. Jeder dieser Doppeleingänge wird von einem MPP-Tracker verwaltet. Somit können die Modulpaare bei Bedarf unterschiedlich ausgerichtet werden, um im Tagesverlauf die maximale Stromausbeute zu erzielen. Das Zendure Hyper kann 1600W an das angeschlossene Akkusystem leiten oder bei Bedarf bis zu 1200W direkt in euer Hausnetz einspeisen. Neu hinzugekommen ist die Ladung direkt über die Steckdose. Die Ladeleistung des Akkusystems lässt sich von 30-1200W stufenlos einstellen. Das Hyper 2000 kann wie das Zendure Solarflow bis zu vier Akkus des Typs AB1000/AB2000 verwalten.

Bestückt mit vier AB2000 Akkus kommt ihr so auf eine mächtige Speicherkapazität von 7680Wh. Doch als wenn das noch nicht genug wäre, lassen sich bis zu drei Zendure Hyper 2000 zu einem Cluster verbinden. In Verbindung mit 3 x 4 AB2000 Akkus könnt ihr euch somit einen Zendure Hyper Cluster mit sagenhaften 23 kWh Kapazität aufbauen. Das komplette System ist IP65-zertifiziert und kann somit ganzjährig im Freien betrieben werden. Zendure empfiehlt trotzdem, das Zendure Hyper 2000 in einem überdachten Bereich zu verbauen und vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen.

Aufbau und Einrichtung des Zendure Hyper 2000 Systems

Der Aufbau des Zendure Hyper 2000 ist ein Kinderspiel und in unter 5 Minuten erledigt. Nachdem das Hyper auf den Akku aufgesetzt wurde, muss es noch mit den Solarmodulen verbunden werden. Dann wird der Schuko Stecker in die Steckdose gesteckt und fertig. Das System ist grundlegend einsatzbereit. Es wird kein externer Wechselrichter oder PV Hub mehr benötigt. Das Hyper bietet auf der Front zum einen eine LED-Leiste, die euch über die verschiedenen Betriebsmodi informiert, als auch den einzigen Taster des kompletten Systems. Dieser ist mehrfach belegt und bietet folgende Funktionen.

  • kurzes Drücken – Die LED-Leiste zeigt den Akkustatus, Fehlermeldungen oder Betriebsmodi an
  • 2 Sekunden Drücken – Zendure Hyper anschalten
  • 3 Sekunden Drücken – Reset Wi-Fi und Wi-Fi/Bluetooth-Suche aktivieren
  • 5 Sekunden Drücken – Zendure Hyper ausschalten
  • 10 Sekunden Drücken – Reset des Zendure Hyper

Die Symbolik der Lichtleiste mit den verschiedenen Farben und Laufbildern wird erst im Laufe der Nutzung wirklich klar. Beispielsweise läuft ein grünes Licht von links nach rechts, wenn der Akku geladen wird.

Einrichtung und Steuerung mittels Zendure App

Für den Betrieb des Zendure Hyper 2000 wird zwingend die Zendure App für Android oder iOS benötigt. Nachdem ihr diese installiert habt, müsst ihr euch ein Nutzerkonto anlegen und das Zendure Hyper entsprechend den Anweisungen in der App hinzufügen. Nach nicht einmal 5 Minuten ist das Zendure Hyper bereit für die weitere Konfiguration.

Die App für das Zendure Hyper 2000 bietet grundlegend dieselben Funktionen, die wir schon vom Zendure Solarflow (zum Test) oder vom Zendure AIO (zum Test) kennen. Allerdings hat sich die Optik stark verändert. Die Zendure Beta-App ist sehr dunkel gehalten und erinnert an den Dark-Mode, den wir schon von vielen Handytests kennen. Ob dies in der offiziellen Zendure App auch so umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Die Startseite informiert euch über Solarleistung, Ladeleistung und Netzeinspeisung. Neu dazu gekommen ist der Netzbezug, da das Zendure Hyper die Ladung über das heimische Stromnetz anbietet. Ein Klick auf das Solarsymbol ermöglicht euch, die angeschlossenen Solarmodule einzeln auszuwerten. Dabei sind PV1/2 und PV3/4 jeweils zusammengefasst. Die Statistiken liefern euch historische Daten von Tag/Monat/Jahr.

In den weiteren Einstellungen können neben Firmware-Updates und Netzwerkeinstellungen unter dem Menüpunkt Akkueinstellung die obere und untere Ladegrenze festgelegt werden. Unter dem Menüpunkt “Netz Ein- und Ausgangseinstellungen” könnt ihr manuell festlegen, wie viel Leistung das Zendure Hyper 2000 in euer Hausnetz abgeben soll oder mit wie viel Watt ihr das Hyper mithilfe des Netzes aufladen wollt. Durch den integrierten Wechselrichter könnt ihr hier zwischen 30 und 1200W in 1-Watt-Schritten punktgenau euren Leistungsbedarf festlegen. Hinter der Option “Strategie der Leistungsverteilung” verbirgt sich die Bypass-Funktion. Diese wurde kurzerhand in Energie exportieren umbenannt. Diese bewirkt die automatische Umschaltung der Solarpanels auf den Ausgang, wenn euer Akku voll geladen ist. Das bedeutet, dass die komplette Leistung der Solarmodule an den Wechselrichter weiter gegeben wird, wenn der Akku des Zendure Hyper 2000 zu 100% gefüllt ist. Wird diese Funktion deaktiviert, kappt das Hyper bei vollem Akku die Leistung der Solarmodule und die Energie bleibt ungenutzt. Weiterhin wird es zukünftig die Möglichkeit geben, die Priorität des Solarstroms festzulegen. Bisher steht diese Funktion allerdings nicht zur Verfügung.

Zendure erweitert seine vier bisherigen Modi um eine intelligente, Strompreis gesteuerte Ladung des Zendure Hyper 2000 über das Stromnetz. Somit stehen jetzt insgesamt 4 Betriebsmodi zur Verfügung, auf die wir hier kurz eingehen.

Terminvereinbarung

Im Terminmodus könnt ihr festlegen, wann wie viel Energie in euer Hausnetz abgegeben werden soll. Somit könnt ihr die Einspeiseleistung passend zu euren Tagesgewohnheiten anpassen. So kann beispielsweise zu späterer Stunde die Ausgangsleistung erhöht werden, wenn die Familie zu Hause ist und zahlreiche Elektrogeräte in Betrieb genommen werden.

Intelligente Steckdose

Auch diese Betriebsart ist bereits vom Zendure Solarflow/AIO bekannt. Dort nannte er sich noch intelligenter Abgleichmodus. In diesem Modus wird eine vordefinierte Grundlast mit Zendures SmartPlugs kombiniert. Diese intelligenten Steckdosen werden einfach zwischen die Steckdose und euren Verbraucher gesteckt. Sie erfassen bei Aktivität des Gerätes den Stromverbrauch und funken ihn an das Zendure Hyper 2000 weiter. Dieses erhöht dann seine Einspeiseleistung in das Hausnetz um den Wert, den der Smart-Plug meldet. Somit können stromhungrige Geräte wie Waschmaschine, Geschirrspüler oder mobile Klimaanlage neben der Grundlast gezielt versorgt werden.

Smart CT-Modus

Für die Nutzung des Smart CT-Modus muss ein Smart-Meter (Shelly Pro 3EM, Shelly 3EM) in eurem Zählerschrank installiert werden.

Dieses ermittelt den Stromverbrauch in eurem kompletten Haus und meldet diesen an euren Zendure Hyper weiter. Die Funktion ist ähnlich der Smart-Plug, nur dass hier keine einzelnen Steckdosen, sondern das komplette Hausnetz überwacht wird. Zendure nutzt dafür eine Kooperation mit dem Hersteller Shelly, der jahrelange Erfahrung im Bereich Smart-Meter und smarter Haussteuerung vorweisen kann. Mit den Daten, die das Smart-Meter sendet, weiß das Zendure Hyper 2000 stets, wie viel Energie im Haus benötigt wird und regelt die Ausgangsleistung völlig automatisch nach dem aktuellen Bedarf. Dieser Modus ist mit Abstand der effektivste Modus, da ihr euch hier um nichts mehr kümmern müsst und die maximale Nutzung der Solarenergie sichergestellt wird.

Dank der Möglichkeit, das Zendure Hyper 2000 über das heimische Stromnetz zu laden, wurde der Smart-CT-Modus um einige interessante Features erweitert. Bei Bedarf kann die Ladung der Akkus im Smart-CT getriggert werden. Nutzt ihr insbesondere einen dynamischen Stromtarif, könnt ihr in Niedrigpreisphasen zwischenladen. Ihr könnt auch feste Zeiten definieren, in denen eure Akkus mit einer festgelegten Leistung geladen werden sollen. Am interessantesten ist allerdings die Überschusstromverfolgung. Habt ihr neben dem Zendure Hyper eine zweite Solaranlage in Betrieb, welche größere Mengen Energie ins Netz einspeist, wird dies vom Shelly registriert. Stehen mehr als 150W Einspeiseleistung zur Verfügung, wird die überschüssig erzeugte Energie einfach per AC-Ladung in den Akkus des Zendure Hyper gespeichert.

Der Strompreismodus

Dieser Modus ist für alle Nutzer von dynamischen Stromtarifen wie Tibber sehr interessant. Zendure ermöglicht hier, abhängig vom aktuellen Strompreis den Akku automatisiert über das Stromnetz zu laden. Beim Erreichen einer bestimmten Preisschwelle könnt ihr festlegen, ob der Akku geladen/entladen oder einfach eine Benachrichtigung auf eurem Smartphone auftauchen soll. Somit könnt ihr euren Akku beispielsweise in den Nachtstunden mit günstigem Strom betanken, um ihn dann in den Hochpreisphasen wieder in euer Hausnetz einzuspeisen. Zendure bezieht seine Strompreisdaten von dem Anbieter Nord Pool. Dieser ist Europas führende Strombörse, nach welcher sich die Preise der Anbieter von dynamischen Stromtarifen richten.

Leider lassen sich die verschiedenen Modi immer noch nicht miteinander kombinieren. Vor allem der Strompreismodus wäre vermutlich in Verbindung mit dem Terminmodus für den ein oder anderen sehr interessant. Immerhin ist der Strompreismodus im Smart-CT Modus integriert.

Das Zendure Hyper 2000 im Testbetrieb

Inzwischen ist es gute Tradition geworden, auch mal einen Blick in das Innere der Geräte zu werfen. Nach der Entfernung der 10 Schrauben auf der Unterseite wird ein sehr hoher Kraftaufwand notwendig, um die beiden Gehäusehälften voneinander zu trennen.

Beim Blick in das Innere wird klar, warum die Gehäusehälften so fest miteinander verbunden waren. Die komplette Elektronik ist in einer halb elastischen Epoxidharzmasse vergossen. Zendure stellt somit den IP65-Schutz vor Fremdkörpern und eindringender Feuchtigkeit sicher. Allerdings wird uns somit der Blick auf die Elektronik verwehrt und auch jegliche Möglichkeit der Reparatur unmöglich gemacht.

Für einen Test der Leistungsfähigkeit betreiben wir das System vorerst an zwei Labornetzteilen mit jeweils 60V/21A.

Ab einer Spannung von 18,5V beginnt das System, seine Akkus zu laden. Das Zendure Hyper 2000 regelt seine beiden MPPT Tracker bis an den festgelegten maximalen Strom von 20,5A. Gelegentlich wird der Wert sogar leicht überschritten.

Wird nur ein MPPT (PV1/2) mit Spannung versorgt, kann dieser eine Leistung von bis zu 900W aufnehmen. Bei der Nutzung beider MPPTs (PV1/2 und PV 3/4) liegt die maximale Leistung bei insgesamt 1800W, wovon aber nur 1600W an die Akkus abgegeben werden können. Somit können unter Idealbedingungen die Akkus mit 1600W geladen und 200W in das Hausnetz eingespeist werden. Aufgrund der Tatsache, dass ein AB2000 Akku mit maximal 1200W geladen werden kann, benötigt ihr mindestens zwei Akkus, um die volle Ladeleistung von 1600W nutzen zu können. Aufgrund des maximalen Eingangsstroms von 20,5A benötigt ihr Solarpanels mit einer Arbeitsspannung von 43-45V, um die volle Leistung des Zendure Hyper 2000 nutzen zu können. Verwendet ihr etwa Solarmodule mit einer Nennspannung von 35V, stehen euch pro MPPT Eingang (PV1/2, PV3/4) nur maximal 717W (35V * 20,5A) Eingangsleistung zur Verfügung.

Ladeleistung, Temperatur, Kapazität und Eigenverbrauch

Für einen Test von Temperatur, Kapazität und Ladeleistung haben wir zwei AB1000 Akkus und einen AB2000 Akku verwendet. Diese wurden bis auf 5% entladen und im Anschluss mit der maximal möglichen Leistung geladen. Wie man sehen kann, wird die Ladeleistung nicht über den kompletten Zeitraum gehalten. Mit steigendem Akkustand wird die Ladeleistung sukzessive reduziert. Dieses Verhalten kennt man auch vom Handyakku. Dies dient dazu, die Akkus kurz vor Erreichen der Ladeschlussspannung zu schonen.

Temperaturentwicklung

Bei einer Raumtemperatur von 22°C erwärmten sich die Akkus auf rund 32-38°C. Dabei wurde der Akku direkt unter dem Hyper mit 38°C am wärmsten, da dieser einen Teil der Abwärme des Zendure Hyper 2000 absorbiert.

Während bisherige Zendure Systeme im Betrieb keine nennenswerte Abwärme entwickelten, sieht es bei dem Zendure Hyper etwas anders aus. Das Zendure Hyper 2000 erreichte auf der Oberfläche Temperaturen von maximal 48°C. Hier merkt man deutlich, dass der integrierte Wechselrichter, die vergossene Elektronik und die kompakte Bauweise ihren Tribut fordern. Dennoch sind die Temperaturwerte noch sehr weit von einem kritischen Bereich entfernt.

Kapazität und Ladeverluste

Für einen Test der tatsächlich nutzbaren Kapazität haben wir das Zendure Hyper 2000 mit einem AB2000 Akkus (1920Wh) komplett aufgeladen und mit 400W bis auf 5% entladen. Die Ausgabemenge wurde dabei mittels Strommessgerät direkt an der Schukosteckdose gemessen. Nach 4 Stunden zeigte das Messgerät 1907Wh an. Das entspricht beeindruckenden 99% der Herstellerangabe von 1920Wh. Wir haben das Ergebnis mit verschiedenen Messgeräten wiederholt, haben aber stets 98-99% erreicht. Vermutlich haben wir hier Akkus vorliegen, die in der Serienstreuung am oberen Limit liegen.

Eine anschließende Aufladung mithilfe des Stromnetzes benötigte 2407Wh. Somit liegen die kombinierten Lade- und Entladeverluste bei rund 20%.

Das Zendure Hyper hat einen Stand-By-Verbrauch von 1,5W, die direkt aus eurer Steckdose bezogen werden. Doch dies ist leider nicht alles. Ein AB2000 Akku verliert in 24 Stunden rund 5-6% Kapazität, wenn das Zendure Hyper im Stand-by verbleibt. Dies entspricht rund 100-120Wh innerhalb der 24 Stunden.

Das Zendure Hyper im Realbetrieb

In den letzten zwei Wochen wurde das Zendure Hyper 2000 mit verschiedenen Akkukonfigurationen und vier Trina-Solarpanels mit je 415W versorgt. Dabei traten im normalen Betrieb noch vereinzelte Probleme seitens der Hardware/Software auf. Die Funktionalität wurde mindestens einmal täglich durch Fehlermeldungen wie “Batterieüberspannung” oder “Gleichstromüberlastung” unterbrochen. Meist hat sich das System nach kurzer Zeit wieder selbstständig gefangen und seine Arbeit fortgesetzt. Die Akkus wurden zu Spitzenzeiten mit über 1000W geladen und in den verschiedenen Modi wieder entladen. Allerdings bereiten uns die Zendure Server immer mal wieder Kopfschmerzen. Entweder wurden Termine nicht geschaltet oder die Leistung von Shelly und Smart-Plugs wurde nicht erfasst oder teilweise ignoriert. Hier muss Zendure unbedingt seine Hausaufgaben machen und eine stabile Serverlandschaft zur Verfügung stellen. Das Zendure Hyper 2000 ist im Gegensatz zu früheren Systemen Hot-Plug fähig. Das bedeutet, man kann es im Betrieb abnehmen und auf einen anderen Akku setzen. In der Realität funktioniert das bisher nicht zuverlässig. Nach dem Aufsetzen auf einen neuen Akku wird dieser oftmals mit falschem Ladezustand oder der Fehlermeldung “Unterspannung” erkannt. Hier hilft es, ein paar Minuten zu warten oder einen Reset des Systems durchzuführen. Das System sollte vor dem Umbau sicherheitshalber vollständig abgeschaltet werden.

Der Zendure Hyper Cluster

Zendure Hyper 2000 ZenLink

Wie bereits erwähnt, lassen sich bis zu drei Zendure Hyper zu einem Cluster zusammenschalten. Zendure hat dafür eine eigene Kommunikationsschnittstelle in die Zendure Hyper 2000 integriert. Die Technik nennt sich ZenLink Automatic Networking. Dabei kommunizieren alle Zendure Hyper Systeme, die auf einer Phase angeschlossen sind, ohne Internetverbindung direkt über die Stromleitung miteinander. Das Zendure Hyper 2000 prüft, ob auf derselben Phase ein anderes Hyper antwortet und synchronisiert bis zu drei Systeme vollautomatisch zu einer Gesamteinheit.

Dieser Zendure Cluster bietet nochmals höhere Leistungsdaten als ein Einzelsystem. Zum Schutz euerer Stromleitung addieren sich die Leistungsdaten der Gesamtsysteme allerdings nicht. Der Cluster kann eine Gesamtleistung von 1800W in euer Hausnetz einspeisen und mit 1800W aus dem Netz geladen werden. Die Ladung über Solar bleibt dabei völlig unangetastet und wird immer noch von jedem System einzeln bestimmt. Werden drei Zendure Hyper 2000 mit je vier AB2000 Akkus verbunden, steigt die Gesamtkapazität auf brachiale 23kWh. Für Nutzer eines Balkonkraftwerkes ist dies natürlich absolut überdimensioniert. Ob sich so ein Cluster-system legal in Deutschland als Balkonkraftwerk anmelden lassen würde (Drosselung auf 800W Ausgangsleistung vorausgesetzt), können wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen. Eine Anfrage an die Bundesnetzagentur steht momentan noch aus.

Nach rund 5 Minuten haben sich die beiden Zendure Hyper 2000 synchronisiert und werden als Cluster in der App erkannt. Die Steuerung erfolgt fortan über ein separates Menü, welches die Leistungen der beiden Einzelsysteme koordiniert.

Bis auf die erweiterten Leistungseinstellungen entspricht die Steuerung derjenigen der Einzelsysteme. Sowohl historische Daten als auch die verschiedenen Modi können als Clustersystem angelegt und verwaltet werden. Um den Solarertrag der Einzelsysteme zu überprüfen, können diese auch einzeln ausgewählt und ausgewertet werden. Die Steuerung der Leistung und der Modi kann allerdings nur für den Clusterverbund festgelegt werden. Der Cluster kann jederzeit wieder gelöscht und neu angelegt werden, wenn die Nutzung der Einzelsysteme bevorzugt wird.

Amortisation des Zendure Hyper 2000

Wie immer am Ende eines Tests stellen wir uns die Frage, in welchem Zeitraum sich so ein System rechnen kann. Mit einem Preis von 799 Euro für das Zendure Hyper 2000 und 839€ für einen AB2000 Akku müssen einige Kilowattstunden Strom eingespart werden, bevor man in der Gewinnzone landet. Wie bei den bisherigen Zendure Systemen gilt auch hier: Wer ein großzügig dimensioniertes Balkonkraftwerk mit vier Solarmodulen besitzt, und den Smart CT-Modus verwendet (der ständig bedarfsgerecht einspeist), wird vermutlich 500-600kWh zusätzlich durch das Zendure Hyper 2000 pro Jahr einsparen können. Somit lassen sich bis zu 180€ pro Jahr einsparen. Das System würde sich somit nach 9 Jahren amortisieren. Die Nutzung dynamischer Stromtarife kann die Amortisationsrechnung unter Umständen nochmals verbessern. Allerdings sollte man hier beachten, dass man möglicherweise das System dann tagsüber nicht mehr zur Speicherung von Solarenergie verwenden kann, weil die Akkus schon kostengünstig in der Nacht gefüllt wurden.

Testergebnis

Getestet von
Michael

Das Zendure Hyper 2000 ist ein außergewöhnliches Speichersystem für Balkonkraftwerke. Der Hersteller hat sich die Kritik der Community zu Herzen genommen und ein System entwickelt, das kaum Wünsche offen lässt. Die hohe Lade- und Entladeleistung in Kombination mit der Ladung über die heimische Steckdose sind nur einige Highlights des Speichersystems. Die kompakten Abmessungen und der integrierte Wechselrichter ermöglichen eine ansprechende Optik und vermeiden unnötigen Verkablungsaufwand. Dank Smart Plugs oder Shelly Pro 3EM lässt sich die Energie im Haus intelligent verteilen, sodass die Nutzung der gespeicherten Energie optimiert wird. Wenn Zendure es noch schafft, die Kinderkrankheiten der Software und seine Serverprobleme in den Griff zu bekommen, wird es die Konkurrenz in diesem Jahr schwer haben, etwas Vergleichbares auf die Beine zu stellen.

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Volker
Gast
Volker (@guest_109236)
14 Tage her

Klingt alles sehr interessant, durchdacht und auch für nicht-Elektriker nachvollziehbar. Ist nur leider nicht mit meiner Cloud-Allergie vereinbar. Sobald das alles vollständig ohne Cloud nutzbar ist, werde ich über eine Anschaffung nachdenken.

Melfice
Mitglied
Mitglied
Melfice(@melfice)
18 Tage her

Ist hier der Smart CT Modus auch so Träge wie bei den anderen Systemen von Zendure mit dem Shelly`?
Da Zendure wohl eine VDE Norm falsch auslegt, dauert es ewig bis hohe lasten erreicht werden. Aktuell macht das Systen absolut keinen Spaß im Smart CT Modus.

Twin
Gast
Twin (@guest_108971)
24 Tage her

Hallo

Eine Frage, mit 2 Zendure Hyper 2000 kann ich bis zu 1800 Watt ins Hausnetz geben oder mit Überschuss speichern?

Twin
Gast
Twin (@guest_108975)
24 Tage her
Antwort an  Michael

Hallo Micha

Danke für die schnelle Antwort.
Ein letzte Frage, wenn ich die Shelly Pro 3EMdavor schalte kann die Steuern das bei großen verbrauch wie das beim Kochen passiert mehr Leistung als 800 Watt aus den Akkus abrufen.

VG Carsten

sangroma
Gast
sangroma (@guest_108935)
26 Tage her

Hallo!
du schreibst, dass bei “Bedarf bis zu 1200W direkt in euer Hausnetz einspeisen” möglich ist. ich habe jetzt schon von einigen Stimmen gehört, dass dies nicht möglich ist und nur auf 800W beschränkt ist.
Wurde diese “Funktionalität” unlängst nachgelegt? Oder muss ich wenn ich 900W brauche, 800W direkt beziehen und 100W aus dem Akku?

Hub2000User
Gast
Hub2000User (@guest_108910)
27 Tage her

Funktioniert hier bereits die Umschaltung in den Bypass-Modus, sofern die Anlage im CT Modus betrieben wird? Beim HUB 2000 ist dies bis Dato noch nicht realisiert…

Hub2000User
Gast
Hub2000User (@guest_108946)
25 Tage her
Antwort an  Michael

okay, vielen Dank für die Info. Hätte angenommen das Sie künftig die volle Solarleistung einfach einspeisen kann, sofern die Batterie die 100% erreicht hät. Wäre ein wirklich praktisches Feature, was die Anlage meines Erachtens echt aufwerten würde. Aber mal schauen was mit den kommenden Updates noch so kommen wird

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