ZTE Axon M im Hands-On Test

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Die meisten Technikbegeisterten haben sicherlich schon von dem neuen Smartphone aus dem Hause ZTE gehört. Es handelt sich hierbei um das Axon M, eines der wenigen Dualscreen Smartphones auf dem Markt.

ZTE lancierte letzte Woche den Verkaufsstart in den USA und wir haben das Gerät für euch direkt vor Ort getestet. Es handelt sich hierbei um ein sehr hochwertiges Produkt, welches einwandfrei verarbeitet wurde. Die Haptik der zwei Bildschirme ist wirklich unglaublich gut gelungen. Beim 180° Öffnen des zweiten Bildschirms klickt dieser sauber und stabil ein. Dadurch lässt sich der zuerst eher schlanke Bildschirm mit 5.2 Zoll verdoppeln und man hat somit das Tablet-Feeling mit einem 6.75 Zoll Screen im Hosentaschenformat.

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Design

Beim Testen des Gerätes war ich von der ersten Sekunde an begeistert. Das Smartphone liegt sehr gut in der Hand, da es zugeklappt eine geringe Abmessung von nur 151 x 85 x 12mm hat. Mit 12mm ist das Smartphone eher etwas dick geraten, jedoch fühlt es sich in der Hosentasche nicht so an und auch bei der Verwendung ist diese Dicke durchaus akzeptabel. Der Drehpunkt des zweiten Bildschirmes befindet sich auf der rechten Seite des Smartphones. Ich als Rechtshänder wurde dadurch nicht gestört. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass bei der Verwendung mit der linken Hand die Wölbung des Drehpunktes auffällig und ungewohnt sein kann.

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Die Verarbeitung ist hochwertig und das Gerät erscheint mit seinem Metall-Gehäuse extrem hochwertig. Man bekommt hier ein Premium-Smartphone mit einem wirklich außergewöhnlichen Look geboten.

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Display

Mit den zwei Bildschirmen welche beide über ein Corning Gorilla Glass verfügen, wiegt das Gerät stolze 230g. Jedoch fühlt es sich überraschend leicht an! Die Bildschirme haben eine Größe von 5,2 Zoll und eine FullHD-Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln. Die Pixeldichte liegt damit bei 426ppi, womit man ein glasklares Bild geboten bekommt. Aufgeklappt lässt sich das Axon M im Hochformat gut mit einer Hand halten, jedoch ist die Bedienung der Tastatur etwas gewöhnungsbedürftig und erfordert beide Hände. Zur Bedienung der zwei Screens wurde ein zusätzlicher virtueller Button erstellt. Dieser Button ruft ein kleines Menü am unteren Screen Ende auf, das eine Auswahl über vier verschiedene Modes bietet:

Dual Mode

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Jeder Screen ist einzeln verwendbar. Beispielsweise kann man ein Video auf Youtube streamen und auf dem zweiten Screen gemütlich im Explorer rumgescrollen.

Extended Mode

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Die Anzeige wird über beide Bildschirme gestreckt, somit ein Vollbildmodus welcher das Tablet Feeling näherbringt. Leider sind die Bildschirme durch die Bildschirmränder etwas unterbrochen, jedoch gewöhnt man sich schnell daran. (Wird automatisch beim Aufklappen aktiviert, kann dann aber gewechselt werden.)

Mirror Mode

Auf beiden Bildschirmen wird das gleiche angezeigt. Dies klingt zuerst etwas nutzlos. Jedoch stelle man sich vor: Beim gemütlichen Bierchen, zeige ich noch kurz meinen Freunden die Ferienfotos, egal auf welcher Tischseite sie sitzen.

Traditional Mode
Nur ein Screen wird benutzt wie bei einem normalen Smartphone. (Wird automatisch beim Zuklappen aktiviert.)

Gemäss ZTE sind schon bereits über 100 Apps auf die zwei Bildschirme angepasst worden und es folgen noch viele weitere. Auch die nicht speziell dafür konfigurierten Apps sind ohne grosse Einschränkungen nutzbar.

Leistung und System

Das Axon M läuft unglaublich gut auf dem Android 7.1.2 (Nougat) und ein Update auf das neue Android 8 (Oreo) wurde bereits von ZTE angekündigt. Bei den Tests mit dem neuen Smartphone war ich überrascht wie sauber die Software mit den beiden Bildschirmen navigiert. Flüssig und problemlos lassen sich beide Bildschirme unabhängig voneinander bedienen. Auch beim Vollbild, welches die beiden Bildschirme kombiniert, ist die Bedienung einwandfrei.

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Das Axon M hat im Inneren einen Qualcomm® Snapdragon™ 821 mit einen Quad-core 2.15GHz. 4GB RAM sorgen für genügend Power um ohne Lags und Verzögerungen zu arbeiten. Das Gerät hat einen internen Speicher von 64GB, welcher mittels microSD™ bis zu 256GB erweiterbar ist. Angetrieben wird das Ganze durch einen 3180mAh li-ion Akku, der bis zu 28.7h «Talk time» bieten soll. Die Akkulaufzeit ist hier natürlich stark davon abhängig, ob man das Handy häufig mit beiden Bildschirmen, oder nur mit einem verwendet. Aufgeladen wird der Akku über den USB Type-C und unterstützt Quick Charge 3.

Als tolle Zusatzfunktion hat das Axon M neben dem seitlich angebrachten Fingerprint auf dem Ein/Aus Button auch noch einen zusätzlichen Button, der individuell belegt werden kann. Beispielsweise um die Kamera oder andere Apps auf zu rufen. Wenn man in der Kamera-App ist, kann über diesen Button auch die Kamera ausgelöst werden. (Dies ist in den Einstellungen anpassbar.) Was ich persönlich sehr schätze, es wurde nicht auf den Klinken Anschluss verzichtet. Somit sind die alten Kabel-Kopfhörer noch weiterhin verwendbar.

Kamera

Bei diesem Gerät wurde nur eine einzige 20MP Kamera, mit einer minimalen Blende von ƒ/1.8 verbaut. Da im zugeklappten Modus aber hinten sowie vorne ein Bildschirm ist, kann die Kamera für Selfies sowie für die Standard Aufnahmen verwendet werden. Anfangs ist die Umdrehung des Smartphones beim Wechseln des Kameramodus etwas gewöhnungsbedürftig, jedoch ist dies sehr gut umgesetzt worden und klappt nach ein paar Schnappschüssen schon ganz gut.
Das Smartphone verfügt über einen Low-Light Modus für Nachtaufnahmen, als auch über einen Belichtungszeit Modus. Es können 4k Videos mit 30fps sowie auch Slow Motion Aufnahmen gemacht werden. Zudem ist ein 4-fach digitaler Zoom möglich. Leider verfügt die Kamera über keinen optischen Bildstabilisator und wird somit nur durch digitale Stabilisierung unterstützt. Die Bilder sind sehr scharf und die Farben lebendig. Es handelt sich nicht um eine Spitzen Kamera wie im neuen IPhone X oder Samsung S8, jedoch bietet die Kamera qualitativ angemessene Ergebnisse.

Konnektivität

Nun kommen wir zum Haken des Ganzen. Das Axon M ist derzeit nur in den USA erhältlich und kann lediglich über einen einzigen Anbieter bezogen werden. AT&T verlangt dafür stolze $725. Der Preis ist natürlich exklusive 10% Steuern und ohne die Abo Kosten, welche unumgänglich sind.
Ich habe mit dem Support Team von AT&T Kontakt aufgenommen und es besteht eine Möglichkeit, das Axon M auch als Europäer zu kaufen. Jedoch gelingt dieses Vorhaben nur auf kompliziertem Wege, da das Smartphone Minimum 1 Monat mit Simlock fungieren wird und das zwingende Abo nach einem Monat gekündet werden muss. Somit wird das Gerät für uns in Europa nicht unter 720 Euro erhältlich sein. Des Weiteren muss beachtet werden, dass das Gerät unsere Bandbreiten NICHT unterstützt.
Leider wurden derzeit nur folgende Bänder verbaut:

LTE 2, 4, 5, 12, 29, 30, und 66
UMTS 850 / 1900 MHz
GSM AWS / 850 / 1900MHz

JA, leider ist dies derzeit so! Für mich als technikbegeisterter Smartphone Fan ein Faustschlag ins Gesicht. Ich habe lange recherchiert und gesucht und dabei Gerüchte gefunden, dass ZTE den Start des Smartphones auch in Europa geplant hat. Leider werden wir uns alle dafür noch eine Weile gedulden müssen, derzeit ist kein Datum bekannt.

Fazit

ZTE Axon M 3 220x300Das Axon M ist ein gelungenes Gerät aus dem Hause ZTE, welches sehr hochwertig verarbeitet wurde. Es handelt sich hier zwar um eines der ersten Dualscreen Smartphones, jedoch wurde das System perfekt integriert und läuft einwandfrei. Davon war ich sehr positiv überrascht!

Leider unterstützt das Gerät unsere Bandbreiten aus Europa nicht und ist somit nur über Wifi im Internet unterwegs. Der stolze Preis von rund 720 Euro trotz nicht ganz aktueller Hardware finden wir angemessen, wenn man die enormen Entwicklungskosten für die Software der Dualscreen Verwendung beachtet. Kurz gesagt, ein tolles und ganz neues Smartphone Erlebnis, welches derzeit aber leider durch fehlende Bandbreiten nur in den USA Verwendung findet.

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Gast
SCARed

dank des randes zwischen den panels sehe ich da auch wenig sinnvollen nutzen.

und 151 x 85 x 12mm sind NICHT klein – egal was mir irgendwelche chines. marketing-fuzzis einreden wollen!

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Dirk Schützner (mobile-reviews)

De facto ist das Ding hierzulande fast nutzlos. Ein Start in der EU ist laut ZTE auch nicht geplant. Selbst in den USA floppt es.