Ein dick gepanzertes Outdoor-Handy kommt für viele Nutzer nicht in Frage. Zu unhandlich, zu schwer, zu unschön. Dann lieber doch ein auf Hochglanz poliertes Flagship aus der Oberklasse? Zu teuer, zu zerbrechlich, zu normal. Ein günstiges Zwischending gab es bislang nicht, diese Lücke will Cubot mit dem Quest füllen. Der Hersteller selbst bezeichnet das Gerät als erstes Sport-Smartphone der Welt. Ob es seinem Namen gerecht wird, soll der Test zeigen.

Verarbeitung und Design

Cubot Quest Hand 1 Das Cubot Quest Sport Smartphone macht einen sehr guten ersten Eindruck: Für ein robustes 5,5 Zoll-Gerät ist es mit 11 Millimetern noch vergleichsweise schlank und liegt entsprechend angenehm in der Hand. Die Maße sind 159 mm x 75 mm x 11 mm, es wiegt 200 Gramm. Die Oberfläche fühlt sich sehr geschmeidig an, das Quest ist rundum gummiert und sehr solide verarbeitet. Das Quest ist auch komplett in Schwarz erhältlich.

Seine Ambitionen hält es nicht versteckt: An den Flanken ist “Shockproof” und “Waterproof” eingeprägt, auf der Rückseite drei sportliche Symbole. Der Custom-Button an der linken sowie die Laut/Leise-Tasten an der rechten Seite sind millimetergenau ins Gehäuse eingearbeitet, nichts wackelt, nichts klappert. Besonders schick, für die, die es gerne rau mögen: Der On/Off-Button ist aus Metall und passt perfekt ins Bild. Abgerundet wird die Optik durch elf Torx-Metallschrauben, die das Gehäuse zusammenhalten.

Cubot Quest Design Verarbeitung 2

Laut Hersteller soll das Cubot Quest wasserdicht nach IP68 sowie staubgeschützt sein. Corning Gorilla Glas 5 verspricht ein langes Display-Leben. In der Praxis macht das Sport-Fon eine gute Figur: Kurze Ausflüge ins Spülbecken sowie den Sandkasten überlebt es ohne bleibende Schäden. Die Ladebuchse, der Sim-Karten-Slot und die Lautsprecher-Öffnung sind theoretisch die einzigen Schwachstellen, hier könnte Wasser eindringen. Ladebuchse und Sim-Slot sind gut abgedichtet, die USB-C-Buchse wird mit einer dicken Gummidichtung versiegelt. Eine Klinken-Buchse gibt es nicht, leider. Wer Musik hören möchte, braucht einen Adapter.

Cubot Quest Design Verarbeitung 3Cubot Quest USB Type CCubot Quest Design Verarbeitung 1Cubot Quest Seite

Stürze aus mittlerer Höhe stellen ebenfalls kein Problem für das Quest dar. Die Kanten sind extra dick mit geriffeltem Gummi ausgestattet, das Display ist zusätzlich von einem Plastikrahmen eingehüllt, der leicht übersteht. Gleiches gilt für die Kamera auf der Rückseite. Die beiden Linsen und der LED-Blitz dürfen auf den zusätzlichen Schutz vertrauen.

Display

An der Displayfront gibt es, neben Gorilla Glas 5 noch weitere gute Nachrichten: Cubot hat beim Quest auf die Notch verzichtet. Die Auflösung von 1440×720 Pixeln auf 5,5 Zoll entspricht einer Pixeldichte von 293ppi. Das ist HD und reicht im Alltag vollkommen aus. Einzelne Pixel sind im Grunde nicht zu erkennen.

Cubot Quest Display 2

Die Helligkeit (845 cd/m²) ist genau so ordentlich wie die korrekte und natürliche Farbdarstellung. Dank IPS-Technologie gibt es auch an der Blickwinkelstabilität und dem Kontrast absolut nichts auszusetzen. Alles befindet sich, vor allem in Anbetracht des Preisniveaus, auf einem hohen Level.

Leistung

CubotQuest A1SDIm Cubot Quest werkelt ein MT6762 Octacore mit 2.0 GHz, im Arbeitsspeicher stehen 4 GB RAM zur Verfügung und die Festplatte hat eine Kapazität von 64 GB. Auch das ist für einen aktuellen Aktionspreis von 135 Euro (Stand 13. Mai 2015) eine mehr als ordentliche Ausstattung. Der Speicher kann mittels Micro-SD-Karte erweitert werden.

Antutu Ergebnis Geekbench Multi Ergebnis Geekbench Single Ergebnis 3D Mark Ergebnis

 

Die Benchmark-Tests untermauern den guten Eindruck, den das Quest im Alltag macht: Alle Apps, auch mittelmäßig hardwarelastige 3D-Games, laufen flüssig. Surfen, Daddeln, Streamen und Multitasken stellen kein Problem für den Smartphonesportler dar.

Android 9

CubotQuest Android 1CubotQuest Android 2CubotQuest Android 3CubotQuest Android 4

Es könnte so schön sein: Android 9 Pie, ein aufgeräumtes System und keine Bloatware. All das darf das Cubot Quest von sich behaupten, doch leider hat das System so seine Macken. Angefangen bei der Einrichtung des Geräts, als es plötzlich Zicken macht: Die Facebook-App lässt sich partout nicht installieren; nur die “Facebook Lite”-Version will bleiben. Hmm…

Weitere Probleme tauchen beim Telefonieren auf. Extrem störend ist, dass der Näherungssensor offenbar ein Eigenleben entwickelt. Während des Gesprächs schaltet das Display oftmals nicht aus und die Ohrwascherl wischen munter im Menü herum. Ebenfalls kurios und genau umgekehrt: Beim Abhören von Sprachnachrichten in WhatsApp deaktiviert sich das Display und die Wiedergabe schaltet auf “Telefon-Modus”. Apropos Telefonieren: Zu Beginn will das Quest einfach nicht die Sim-Karte akzeptieren. Mehrere Versuche, zahlreiche Neustarts später macht es endlich, was es soll.

Wohl gemerkt: All diese Defekte traten vor dem ersten Ausflug ins Waschbecken auf. Ebenso dieser hier: Beim Streamen von Youtube-Videos lässt sich der Ton nie ganz ausschalten. Auf niedrigster Lautstärke, also Null, ist immer noch etwas zu hören.

Ob es sich bei dem vorliegenden Cubot um ein Sonntagsgerät handelt, ist schwer zu sagen. Bleibt nur zu hoffen, dass der Rest der Charge weniger buggy ist.

Ansonsten, wem das ein Trost ist, läuft das System stabil, hat keine Abstürze und lässt sich flüssig bedienen. Die On-Screen-Buttons lassen sich leider nicht konfigurieren, es sind nur die Funktionen “zurück” und “minimieren” vorhanden. Die Funktion “Tabs öffnen”, also das Viereck, lässt sich nicht aktivieren. Hier muss man einen Umweg nehmen und über die Quick-Access-Leiste nach oben wischen, dann öffnen sich die im Hintergrund laufenden Apps in der Tab-Übersicht.

Kamera

Nicht schlecht Herr Specht, was das Cubot Quest hier abliefert. Für ein Outdoor-Smartphone in dieser Preisklasse ist die Kamera absolute Spitze. Die Bilder sind knackscharf, die Farben angenehm natürlich und nicht übersättigt. Selbst mit schwierigen Lichtverhältnissen, also Licht und Schatten sowie leichtem Gegenlicht, kommt die 12 MP-Linse (SONY IMX486) gut zurecht. Der Fokus arbeitet zackig und meistens auf den Punkt. Bei schlechten Lichtverhältnissen stößt das Cubot Quest ganz schnell an seine Grenzen und nur still stehende Motive können ohne Verwacklungen eingefangen werden.

Die 8MP-Linse an der Vorderseite macht ihren Selfie-Job vernünftig.

Kleiner Wermutstropfen: Die Dual-Kamera ist, wie sollte es auch anders sein in dieser Preisklasse, ein Reinfall. Um genau zu sein ist sie ein gnadenloser Fake und macht rein gar nichts. Die in die Kamera-App implementierte Bokeh-Funktion ist Schrott,  das hätte sich Cubot gerne sparen dürfen.

Konnektivität

Das Cubot Quest funkt auf allen wichtigen Frequenzen (natürlich auch LTE Band 20) und der Empfang leidet nicht unter der dicken Gummierung.

4G FDD-LTE:
Band:B1 / 2 / 3 / 4 / 5 / 7 / 8 / 12 / 17 / 20
3G WCDMA:
850 / 900 / 1700 / 1900 / 2100 MHZ
2G GSM:
850 / 900 / 1800 / 1900 MHz

Die Gesprächsqualität ist tadellos und ausreichend laut. Die Wlan ist dank n-Standard flott, zuverlässig arbeitet ebenso die Verbindung mittels Bluetooth 4.2. Auf die Navigation mittels GPS ist Verlass, die Ortung arbeitet sehr genau und zügig.

Cubot Quest Sim Netz EmpfangAn Bord sind ein Näherungssensor, Umgebungslichtsensor, Beschleunigungssensor, Gyroskop und Magnetometer (Kompass). Der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite erfüllt seinen Dienst, 9 von 10 Versuchen entsperren das Display. Unlocken ist ebenfalls mittels Face-ID möglich. Einmal eingerichtet, erkennt die Kamera in 7 von 10 Fällen das Gesicht, je nach Lichtverhältnis.

Das Cubot Quest unterstützt Dual-Sim. Allerdings handelt es sich um einen Hybrid-Slot, heißt: Entweder zwei Sim-Karten oder eine Sim plus eine Speicherkarte.

Der Lautsprecher auf der Rückseite ist nicht der Brüller. Sein größtes Manko ist, dass er schlicht zu leise ist, vermutlich bauartbedingt, damit er kein Wasser durchlässt. Normalerweise könnte man an dieser Stelle auf die Möglichkeit eines Kopfhörer-Anschlusses verweisen. Doch Pustekuchen: Ohne zusätzlichen USB-C-Adapter geht hier gar nichts; den muss man selbst kaufen.

Akku

Cubot verspricht eine Akkukapazität von 4000mAh. Mit einem vollen Akku läuft das Cubot Quest im Normalbetrieb gut und gerne zwei Tage. Wer häufig zum Smartphone greift und zwischendurch auch mal daddelt, der muss das Quest jeden Abend an die Steckdose stöpseln.

Insgesamt betrachtet ist die Akkuleistung okay. Von einem Outdoor-Gerät erwartet man sich aber eigentlich ein bisschen mehr Reserve, um auch mal eine eine Nacht im Zelt ohne Powerbank verbringen kann. Doch dann wäre das relativ schlanke Outdoor-Handy vermutlich dicker geworden – eine Zwickmühle für den Hersteller.

Quickcharge unterstützt das Cubot Quest nicht, einmal Aufladen dauert gute zwei Stunden.

Lieferumfang des Cubot Quest

Cubot Quest Lieferumfang

Viel ist es nicht, was Cubot da in die Quest-Kiste packt: Ein Smartphone, den Quick-Start-Guide, das Netzteil und ein USB-C-Kabel. That’s it.

Fazit und Alternative

philip-huack
Philip Hauck:

Das Cubot Quest würde uneingeschränkt eine Kaufempfehlung erhalten, wenn da nicht die fiesen Bugs im System des Testgeräts wären. Extrem störend ist der zickige Näherungssensor sowie die fehlende Möglichkeit, die Wiedergabe-Lautstärke ganz auf Null zu stellen. Wenn Cubot das nicht in den den Griff bekommt, wären alleine diese Bugs ein K.o.-Kriterium.

Sollte der Hersteller die Probleme mit einem Update Griff bekommen, hätte man ein sehr gutes Smartphone für wenig Geld: Outdoortauglich, ordentliche Hardware, eine prima Kamera und nicht zuletzt ein ansprechendes Design. Das Cubot Quest wäre der ideale Begleiter für all diejenigen, denen ein klassischer Outdoor-Prügel zu wuchtig ist und die auf eine gute Ausstattung nicht verzichten wollen.

77%
  • Design und Verarbeitung 80 %
  • Display 80 %
  • Leistung und System 60 %
  • Kamera 90 %
  • Konnektivität 80 %
  • Akku 70 %

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7 Kommentatoren
RalfErnieJéjé 24Jenscyberkai Letzte Kommentartoren
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Ralf
Gast
Ralf

Inzwischen ist auch das angekündigte Update da.

Ralf
Gast
Ralf

Ich habe heute mein Cubot Quest bekommen. Die gute Nachricht für alle Interessierten:

Mit Ausnahme der Lautstärke, die auch bei mir nicht ganz auf Null geht, habe ich keinen einzigen der oben genannten Bugs.

Kamera in der Tat erfreulich gut. GPS gigantisch und auch die Helligkeit des Displays deutlich über dem Üblichen.

Jens
Gast
Jens

Ich kann die Kritikpunkte nicht ganz nachvollziehen und bin persönlich sehr zufrieden mit meinem Quest. Fehler nach dem Wasserbad sind bei meinem Quest nicht aufgetreten. Einzig den Lautstärke Bug habe ich auch – es soll aber im laufe des Monats ein Update zur Fehlerbehebung geben.

Jéjé 24
Gast
Jéjé 24

hallo,
für das Problem der Lautstärke ist es durch die MTK-Einstellung veränderbar (Audio-Wiedergabe-Musik-Lautsprecher-Index 0 setzen 0 und gedrückt setzen)
So rufen Sie die 3-Schaltfläche am unteren Bildschirmrand auf (Einstellungen / System / Gesten / Bildschirm nach oben wischen von der Home-Schaltfläche aus deaktiviert)

Ralf
Gast
Ralf

Danke für den Tipp mit der Lautstärke. Hat super geklappt.

Ernie
Gast
Ernie

Habe es leider nicht verstanden kannst du mir es erklären wo ich es finde

Ralf
Gast
Ralf

Hast du das neueste Update heruntergeladen? Dann müsste die Lautstärkenrinstellung automatisch korrigiert sein.

Falls nicht, melde dich nochmals, dann schreibe ich dir eine Anleitung, wie du die MTK Einstellungen änderst. Dazu müsstest du vorher die Entwickleroptionen aktivieren.

cyberkai
Gast
cyberkai

Hi,

evtl. schreibt jemand noch etwas zum GPS-Empfang?

Wie schaut es aus, hat jemand das gleiche Smartphone? gibt es Updates(bzw. wird es welche geben) und wurden die Bugs ausgemerzt?

Grüße aus’m Wald inna Eifel

Jéjé 24
Gast
Jéjé 24

hallo, im Moment ist das angegebene Problem immer noch vorhanden, aber auf GPS-Ebene ist es wirklich exzellent. Es erkennt Galileo-Satelliten mit mehr Kraft als andere Smartphones.
Traduction Google Fr

hessben
Gast
hessben

Da es ein Outdoor-Handy ist fände ich den Aspekt deqr ” Robustheit ” enorm wichtig!!
Was hält es aus, welche Art von Stürzen oder ausgeübte Kräfte auf das Handy sind möglich.
Für ein Outdoor Handy sollte mehr drin sein als nur Sandkasten…
Wäre super wenn ihr darüber mehr schreiben könntet… Oder müsst ihr das wieder zurückschicken, Ganz?

Simon2
Mitglied
Simon2

Mit den Stürzen ist das immer so eine Sache. Wenn ein Outdoor Handy mit dem Display auf ein Stein, eine Kante etc. fällt ist das genauso schnell hin wie ein anderes.
Ich finde die Entwicklung von nicht ganz so extremen Outdoor Handys gut.
Ich brauche auch keine 10k Batterien. 5k – 6k reichen aus.

Das Ulefone Armor 6E ist für mich ein ähnlicher Vertreter. Zwar etwas mehr Gummierung aber auch vergleichsweise dünn.