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Nokia

Nokia dürfte vielen von euch noch ein Begriff sein: Das Nokia 3310 ist mittlerweile schon fast sowas wie eine Legende und der finnische Handy- und Smartphone-Hersteller ist das ebenfalls. Doch was treibt Nokia eigentlich heute – und stehen sie noch auf eigenen Beinen oder wurde das Unternehmen von einem Big Player gekauft?

Die Geschichte von Nokia

Die Firma Nokia wurde bereits 1865 in Tampere, Finnland gegründet. Zu Anfang lag der Fokus des Unternehmens auf der Herstellung von Papiererzeugnissen. Durch verschiedene Zukäufe aus Branchen wie der Energiegewinnung oder der Herstellung von Rollstühlen, Gummistiefeln und Fahrradreifen wurde aus Nokia bald ein Mischkonzern. Die Fahrradreifen-Sparte von Nokia wurde übrigens erst 2003 an die Firma Bridgestone verkauft. Auf vielen älteren Fahrrädern lassen sich deshalb immer noch Nokia-Logos finden.

Wirklich interessant für uns ist aber der Einstieg von Nokia in das Elektronikgeschäft 1975. Durch Partnerschaften mit einem Radiohersteller und den Käufen mehrerer TV-Hersteller kann Nokia Fuß in diesem Markt fassen.

1982 stellte Nokia dann das erste Autotelefon für das neue finnische Mobilfunknetz vor, das immerhin zehn Kilogramm gewogen hat. 1987 folgte dann das erste tatsächlich tragbare Mobiltelefon, das nicht an ein Auto oder ähnliches gebunden war. Im selben Jahr wurde übrigens auch der GSM-Standard eingeführt, über den noch heute viele mobile Telefonate geführt werden.

Bis 2008 stieg Nokia zum drittgrößten Telekommunikationsausstatter der Welt auf. Alle anderen Firmenbereiche wurden abgestoßen, Handys und Netzwerktechnik wurden das alleinige Geschäft des finnischen Unternehmens. In diesem Jahr – 2008 – musste Nokia aber den Standort Bochum schließen, wodurch über 2000 Arbeitsplätze verloren gingen. Dieser Punkt markierte den beginnenden Abstieg von Nokia.

Abstieg und Kauf durch Microsoft

Im Jahr 2012 war Nokia erstmals seit 1998 nicht mehr der Mobiltelefonhersteller mit den höchsten Absatzzahlen auf dem Weltmarkt. Samsung konnte in diesem Jahr 25,4 Prozent Anteil verbuchen, Nokia nur noch 22,5 Prozent. Auch die Gefahr durch Apple, die immerhin respektable 9,5 Prozent Marktanteil hatten, wurde hier erstmals deutlich.

Dieser Abstieg lässt sich auch an den Zahlen erkennen: 2010 konnte Nokia einen Gewinn von 1,85 Milliarden Euro verbuchen, 2011 wurde ein Verlust von 1,07 Milliarden Euro ausgewiesen.

2011 gab Nokia bekannt, zukünftig auf Windows Phone anstelle der eigenen Totgeburt Symbian zu setzen. Am 25. April 2014 veräußerte Nokia dann die Mobilfunksparte an Microsoft, laut eigener Angaben, um sich besser auf die Entwicklung der eigenen Kartendienste in Zusammenarbeit mit Oracle konzentrieren zu können.

Unter Microsoft gingen die Verkaufszahlen aber noch stärker zurück, weswegen der US-Konzern die Marke Nokia bald auf Eis legte.

Wiederkehr unter HMD Global

HMD Global wurde 2016 von ehemaligen Nokia-Funktionären gegründet und steht nicht in direkter Verbindung zum Nokia-Konzern, der noch heute in verschiedenen Branchen, zum Beispiel der Entwicklung von 5G-Sendemasten tätig ist. Allerdings muss HMD Global für die Nutzung der Marke Nokia für seine Mobiltelefone Lizenzgebühren an Nokia zahlen.

HMD Global vertreibt nun relativ erfolgreich Smartphones und Feature-Phones unter dem Namen Nokia. Die Geräte basieren größtenteils auf Android und werden bei Foxconn in China gefertigt. Bekannt ist die Marke außerdem für Retro-Versionen legendärer Smartphones wie dem bereits eingangs erwähnten Nokia 3310.

Die aktuellen Produkte von Nokia

Im Vergleich zu anderen Marken (Xiaomi ist hierbei mit seinen zig Untermarken und Modellreihen natürlich allen voraus) verwendet Nokia sehr einfache und übersichtliche Produktbezeichnungen, aus denen relativ deutlich klar wird, wo das Smartphone, das man sich gerade anguckt, preislich und von der Ausstattung her einzuordnen ist.

Einsteigerklasse: Nokia 1, Nokia 2, Nokia 3

Die günstigsten und am schwächsten ausgestatteten Modelle des Herstellers haben alle eine 1, 2 oder 3 im Namen. Spezifisch sind das das Nokia 1 und das Nokia 1 Plus, das Nokia 2, Nokia 2.1 und Nokia 2.2 und das Nokia 3.1, Nokia 3.1 Plus und Nokia 3.2.

Das Nokia 2.3 ist zum Beispiel eine Weiterentwicklung des Nokia 2.2 – mit einem moderneren Design und aktuellerer Technik. Bei uns bereits im Test waren folgende Einsteiger-Handys von Nokia:

Zum Nokia 3.1 Testbericht

Mittelklasse: Nokia 4, Nokia 5, Nokia 6

Weiter geht’s in der Mittelklasse mit dem Nokia 4.2, dem Nokia 5.1 und 5.1 Plus und dem Nokia 6.1. Einige dieser Geräte haben wir bereits getestet und sie konnten durchaus überzeugen. Speziell das Android One Betriebssystem, das mit mindestens zwei Jahren Update-Garantie und direkten Patches durch Google glänzt, konnte uns und auch andere Tester überzeugen.

Zum Nokia 5.1 Plus Testbericht

Zum Nokia 6.1 Plus Test

Oberklasse: Nokia 7, Nokia 8, Nokia 9 PureView

Nokia versucht sich auch an der Oberklasse. Das aktuelle Spitzenmodell ist das Nokia 9 PureView. Dieses treibt den Kamera-Wahnsinn auf die Spitze und hat gleich 5 Kameras auf der Rückseite. Die meisten Tests fällen aber kein allzu gutes Urteil: Die Software ist sehr unausgereift und in der Praxis bringt die Vielzahl an Kameras keinen Mehrwert. Auch wir wagen die These aufzustellen, dass Nokia nicht in der High-End Klasse mitspielen kann. Mit den Flagships von Samsung, Huawei, OnePlus und Xiaomi kann Nokia mit Modellen wie dem PureView nicht gleichziehen.

Die Nokia 7 Serie hat die 6xx-Prozessoren von Qualcomm im Einsatz und konkurriert deswegen vor allem mit Geräten wie dem Xiaomi Mi A2.

Zum Nokia 7 Plus Testbericht

Zum Nokia 7.1 Testbericht

Einordnung in den Chinahandys-Markt

Dadurch, dass alle Smartphones von Nokia mit Android One ausgeliefert werden, sind sie was die Übersetzung des Systems und die Anpassung an die im Westen beliebten Google Apps angeht, anderen chinesischen Handys teilweise voraus. Auch die regelmäßigen Sicherheitsupdates sind – besonders in der Einsteigerklasse – sonst eher unüblich.

Das einzige Problem ist, dass die Geräte preislich nicht mit den Handys der Big Player wie Xiaomi oder auch Honor / Huawei mithalten können. Wer auf pures Android steht, kommt allerdings fast nicht an Nokia vorbei.