Xiaomi 14 Test

Getestet von Jonas Andre am
Updatezeitraum: 4+5
Bewertung: 89%
Vorteile
  • gutes 120Hz AMOLED Display
  • brachiale Performance (SD 8 Gen 3, UFS 4.0, DDR5)
  • exzellente Fotos mit allen Kameras
  • starke Videoaufnahmen mit Stabilisierung
  • Akkulaufzeit & schnelles und kabelloses Laden
  • starke Stereo Lautsprecher
  • kompakt gebaut & tolle Verarbeitung
  • wasser- und staubdicht (IP68)
  • endlich USB 3
Nachteile
  • kein Unlock und kein LTE Band 20 (China Version)
  • SD 8 Gen 3 überhitzt bei Benchmarks
  • höchste Displayhelligkeit wird nicht erreicht
Springe zu:
CPUSnapdragon 8 Gen 3 - 1 x 3,3GHz + 3 x 3,15Ghz + 2 x 2,26GHz
RAM8 GB RAM, 12 GB RAM, 16 GB RAM
Speicher1 TB, 256 GB, 512 GB
GPUAdreno 750
Display 2670 x 1200, 6,4 Zoll 120Hz (AMOLED)
BetriebssystemMIUI - Android 14
Akkukapazität4610 mAh
Speicher erweiterbar Nein
Hauptkamera50 MP + 50MP (dual) + 32MP (triple)
Frontkamera32 MP
USB-AnschlussUSB-C
KopfhöreranschlussNein
EntsperrungFingerabdruck, Face-ID
4G1, 3, 4, 5, 8, 18, 19, 26, 28, 66
5G1, 3, 5, 8, 28, 38, 40, 41, 66, 77, 78
NFCJa
SIMDual - nano
Gewicht193 g
Maße153 x 71,5 x 8,6 mm
Antutu1520056
Benachrichtigungs-LEDNein
Hersteller
Getestet am05.12.2023

Xiaomi bleibt seiner Linie treu und bringt auch in der aktuellen Flagshipgeneration mit dem Xiaomi 14 wieder ein kompaktes Smartphone auf den Markt. Der Fortschritt bei der Kamera des Vorgängers wird beibehalten und auch hier ist im günstigsten Flagship wieder eine Zoom-Kamera mit dabei nebst einer hochauflösenden Ultraweitwinkel- und natürlich Hauptkamera. Der Snapdragon 8 Gen 3 ist zwar schön zu sehen, aber wohl kaum das Zugpferd für die neuste Generation. Vielmehr stechen der USB 3 Anschluss, die mit 90W schnellere Ladegeschwindigkeit und eine VLog-fähige Selfiekamera mit 4K/60FPS Aufnahmen ins Auge. In diesem Test erfahrt ihr, wo Xiaomi nachgebessert hat und ob das Xiaomi 14 euer neues Smartphone werden könnte.

Unser Testgerät wurde uns vom Onlineshop Tradingshenzhen zur Verfügung gestellt. Es handelt sich entsprechend um die chinesische Version mit dem neuen HyperOS System. Wie man Hyper OS auch hierzulande problemlos nutzen kann, erfahrt ihr in diesem Artikel. Bei Tradingshenzhen könnt ihr das Smartphone ohne LTE Band 20 und mit chinesischem System importieren. Wir raten jedoch dazu, die aktuelle Problematik mit dem Unlock des Bootloader abzuwarten, bis es dafür eine Lösung gibt. Jetzt aber endlich zum Xiaomi 14, was wohl Anfang nächsten Jahres auch offiziell in Deutschland in den Verkauf starten wird.

Design und Verarbeitung

Das Xiaomi 14 geht designtechnisch keine neuen Wege und orientiert sich stark an seinem Vorgänger. Der größte sichtbare und vor allem spürbare Unterschied ist das Kameramodul auf der Rückseite des Xiaomi 14. Die Abmessungen des Smartphones betragen 153 x 71,5 x 8,6 Millimeter und das Gewicht liegt bei 193 Gramm. Damit bleibt das 14er ein verhältnismäßig kompaktes und leichtes Smartphone. Im Unterschied zum Xiaomi 13 steht das Kameramodul aber nun gewaltige 3,8mm aus der Rückseite hervor. Das Modul ist aber im Gegenzug auch so breit, dass es beim Tippen auf dem flachen Tisch nicht wackelt. Beeindruckend ist nach wie vor die Vorderseite, denn die Displayränder schinden mit symmetrischen und nur 2 Millimeter schmalen Rändern richtig Eindruck. Da stört die ebenfalls winzige und zentrierte Punch-Hole Notch kaum.

Der Materialmix mit dickem Metallrahmen und Glasrückseite (wohl Gorilla Glas Victus oder ähnliches – aber bisher nicht näher spezifiziert seitens Xiaomi) wirkt in Kombination mit dem Gewicht hochwertig in der Hand. Durch die abgerundeten Ecken und Kanten am gesamten Smartphone fällt das eigentlich kantige Design weniger ins Gewicht. Zusätzlich liegt das auch an den geringen Abmessungen des Xiaomi 14. An Farbvarianten bietet Xiaomi in China neben unserem schicken Grün noch Schwarz, Weiß und Rosa an. Auf die Nano-Lederversion müssen wir hingegen nicht näher eingehen, da sie es bislang noch nie aus China heraus geschafft hat.

Der Rahmen des Xiaomi 14 ist in der grünen Version von schwarzen Antennenlinien unterbrochen, wirkt allerdings insgesamt deutlich cleaner. Powerbutton und Lautstärkewippe befinden sich wie gehabt auf der rechten Seite in gewohnter Höhe und Position. An der Unterseite ist eine Lautsprecheröffnung, das Hauptmikrofon, der USB-C 3.0 (5GBit/s und Display-Out) Anschluss und der SIM-Karteneinschub (2 x Nano) untergebracht. USB 3 ist natürlich ein lange ersehntes Highlight vieler Xiaomi Fans. Auch auf den Xiaomi typischen Infrarotsender muss man nicht verzichten, allerdings ist dieser erstmals Teil des Kameramoduls. Das trifft auch auf das zusätzliche Mikrofon zu und so bleibt die Oberseite und die linke Seite des Rahmens frei von sichtbaren Dingen. Anpassbarer Dolby Atmos Stereo Sound wird mithilfe der Ohrmuschel erzeugt.

Gesteuert wird das Xiaomi 14 auch unter Hyper OS wahlweise mit den üblichen Wischgesten oder auch den alten On-Screen-Buttons, die sich hier natürlich konfigurieren lassen. Der Fingerabdrucksensor im Display könnte für meinen Geschmack etwas weiter oben im Display sitzen. In der Praxis entsperrt er das Smartphone aber in 9 von 10 Fällen in unter 0,5 Sekunden. Wie immer an dieser Stelle der Hinweis auf Vivo und IQOO, die als einzige Hersteller beim Fingerabdrucksensor noch mal besser sind. Ebenfalls hervorragend arbeitet die Gesichtserkennung. Ein voll funktionsfähiges AOD (Always-On-Display) ist beim Xiaomi 14 auch vorhanden und kann umfangreich konfiguriert werden.

Die beim Vorgänger eingeführt IP68 Zertifizierung und damit vollumfänglicher Schutz vor Staub und Wasser bleibt uns erhalten. Mit nahezu identischen Abmessungen wie der Vorgänger liegt das Xiaomi 14 weiterhin gut in der Hand und nur der Kamerahügel ist stark angewachsen. Mit dem USB 3 Anschluss muss auch da nicht mehr gemeckert werden. Das Xiaomi 14 sieht aus wie ein iPhone 15 mit dünnen Displayrändern und Angeber-Kamerahügel 😁. Die Verarbeitung ist von Kopf bis Fuß tadellos.

Lieferumfang des Xiaomi 14

Xiaomi 14 Lieferumfang

Loben kann man den Lieferumfang mit Hülle, 90 Watt Ladeadapter (chinesischer Stecker bei der China Version) und das mitgelieferte USB-A auf USB-C-Kabel (2.0 Datenübertragung). Also einfach alles, was man vorerst für den Betrieb des Smartphones benötigt.

Display des Xiaomi 14

Xiaomi 14 Design 1

Xiaomi setzt mit 2670 x 1200 Pixel für das 6,36 Zoll große Display auf eine höhere Auflösung als gewöhnlich. In der Praxis würde ich dem keine höhere Schärfe als der Konkurrenz unterschreiben, aber die 460 Pixel pro Zoll sind einfach perfekt scharf. Durch die LTPO-Technik des AMOLED Displays wird die Bildwiederholungsfrequenz durchgehend zwischen 1 und 120Hz reguliert. Das sorgt nicht nur für eine perfekt flüssige Darstellung, sondern auch für einen reduzierten Stromverbrauch. Xiaomi hebt noch die 12 Bit Farben des Displays hervor, wobei Dolby Vision und HDR10+ Unterstützung in Kombination mit Widevine L1 wohl wichtigere Faktoren sind. Damit steht dem hochauflösenden Seriengenuss in der Praxis bei Netflix, Disney+ und Co. nichts im Weg. Die Blickwinkelstabilität und die Kontraste sind exzellent. Bei der Farbdarstellung setzt Xiaomi im Standard auf eine akkurate Darstellung, das lässt sich aber minutiös den individuellen Vorlieben anpassen.

Xiaomi 14 Display Test

Display Helligkeit (in Lux) Einheit: Lux

Im manuellen Modus lässt sich die Helligkeit bis 870 Lux hochregeln. Der Boost bei Automatik erlaubt dann bis zu 1720 Lux. Mehr wurden es im Test trotz der Angabe von 3000 Lux seitens Xiaomi leider nicht. In der Praxis reicht das für eine perfekte Lesbarkeit im Freien und auch im direkten Sonnenlicht. Aber im Vergleich reicht das nicht für eine Spitzenposition und auch das Xiaomi 13 wurde heller im Test. DC-Dimming lässt sich bei Xiaomi im Optionsmenü aktivieren und funktioniert laut Hersteller auch bei hohen Helligkeiten. Neben dem bekannten Dark-Mode ist auch ein terminierbarer Lesemodus und die üblichen AI-Funktionen mit von der Partie.

Der Touchscreen funktionierte in der Praxis einwandfrei und die Glasoberfläche fühlt sich geschmeidig an. Zum Einsatz kommt hier wohl ein speziell gehärtetes Glas und das schützt auch vor Kratzern. Eine Displayschutzfolie ist allerdings ebenfalls ab Werk angebracht. Überhaupt hat sich in den letzten Jahren die Qualität des Displayglas enorm verbessert und es kommt immer seltener zu kompletten Displaybrüchen. Doppelt Tippen zum Aufwecken gehört bei Xiaomi nebst weitere cooler Features wie eine “Anschau-Erkennung” (das Display geht dann nicht in den Stand-by, solange man draufschaut) oder auch das stark konfigurierbare AOD weiterhin mit zum Standard. Bis auf die nicht außergewöhnlich hohe Helligkeit liefert Xiaomi hier das perfekte flache Display ab. 

Leistung

Xiaomi setzt wie gehabt auf den neusten Prozessor vom Marktführer Qualcomm und das Snapdragon 8 Gen 3 feiert bei uns seine Premiere. Einen Sprung zur 3nm-Fertigung wird seitens Qualcomm allerdings vertagt und folgende Kerne sorgen nun unter deutlicher Hitzeentwicklung für mehr Leistung:

  • 1 x Cortex-X4 @ 3,3 GHz
  • 3 x Cortex-A720 @ 3,2 GHz
  • 2 x Cortex-A720 @ 3,0 GHz
  • 2 x Cortex-A520 @ 2,3 GHz

Die integrierte Adreno 750 GPU liefert in der Grafikleistung aber den größten Leistungssprung. Ob man den nun wirklich braucht oder darauf gewartet hat, sei einmal dahingestellt. Das Xiaomi 14 läuft zu jederzeit pfeilschnell und Ruckler oder Wartezeiten sind einfach nicht wahrnehmbar. Dazu trägt auch der 8GB große DDR5 RAM und der pfeilschnelle 256GB große UFS 4 Speicher bei. Unser 12/256GB Testgerät liefert eine schnelle Lese/Schreibrate von 3515/2892MB/s. In folgenden Speicherversionen ist das Xiaomi 14 in China erhältlich. Ob all diese Version auch nach Europa kommen, ist nicht bestätigt:

  • 8 + 256GB
  • 12 + 256GB
  • 16 + 512GB
  • 16 + 1TB

Xiaomi führt mit dem neuen Qualcomm Chipsatz problemlos sämtliche Benchmarks an.

Antutu (v9)
Geekbench Single (v5)
Geekbench Multi (v5)
3D Mark (Wildlife Extreme)

Screenshot 2023 11 22 14 09 37 980 com.futuremark.dmandroid.applicationDer Snapdragon 8 Gen 3 sorgt beim Xiaomi 14 nicht nur für Spitzenpositionen in sämtlichen Benchmarks, sondern in diesen extremen Tests auch für eine brutale Hitzeentwicklung. So lässt sich der 3DMark Stresstest gar nicht erst durchführen, sondern nach 18 Durchläufen (20 Ueberhitzung Xiaomi 14wären es insgesamt) schaltet das Gerät vorsorglich mit einer messbaren Temperatur an der wärmsten Stelle von 52° Grad Celsius ab. Wie immer ist Hitzeproblematik auch ein konstruiertes Problem, denn weder bei den anspruchsvollsten Spielen noch bei sonst irgendwelchen Aufgaben kommt das Xiaomi 14 irgendwie ins Straucheln. Nach einer Stunde Gaming ist es aber dennoch spürbar auf 42°C erwärmt.

In der Praxis muss man sich mit dieser Leistung in den nächsten Jahren keinerlei Gedanken machen. Auch Aufgaben der künstlichen Intelligenz sind für den neuen Qualcomm Snapdragon 8 Gen 3 im individuellen Maßstab ein Kinderspiel. Das Xiaomi 14 ist aktuell eines der schnellsten Smartphones dieses Planeten.

Hyper OS auf dem Xiaomi 14

Nach Jahren wechselt Xiaomi den Namen MIUI gegen Hyper OS aus. Was für Xiaomi aus Sicht ihres Ökosystems mit bald kommenden E-Autos und absurd vielen Gadgets vielleicht der große Wurf ist, ist für uns Smartphonenutzer keine große Erwähnung wert. Neben minimalen und kaum wahrnehmbaren optischen Anpassungen ändert sich selbst am Optionsmenü und dessen Aufbau kaum etwas. Unabhängig von diesem Test werden wir in den nächsten Wochen noch einen Überblick über Neuerungen geben, aber zunächst heißt es abwarten, wie die globale ROM aussehen wird. Wer sich in MIUI zurechtfindet, wird auch bei Hyper OS keinerlei Probleme haben. Unser Xiaomi 14 ist mit der Version 1.0.20.0.UNCCNXM ausgestattet samt Android 14 Basis und aktuellstem Sicherheitspatch. Xiaomi verspricht die üblichen 4 Jahre System- und 5 Jahre Sicherheitsupdates.

Wie immer empfehlen wir für importierte Geräte schnellstmöglich den Unlock durchzuführen und die Xiaomi.EU ROM zu installieren. Das wurde seitens Xiaomi mit einem weiteren Zwischenschritt versehen, wie ihr das dennoch in wenigen Minuten meistert, erfahrt ihr in unserer Bootloader Unlock Anleitung. Unser Testgerät ließ sich mit dieser Anleitung problemlos mit dem Google Playstore versehen und nahezu uneingeschränkt nutzen. Wer dauerhaft die China ROM verwendet, muss etwas auf Features wie Android Auto oder auch Wear OS Smartwatches verzichten.

Kamera des Xiaomi 14

Xiaomi wirft das Kamerasetup augenscheinlich komplett über den Haufen und die neue Hardware benötigt wohl deutlich mehr Platz. Das Ergebnis ist ein ziemlich großes Kameramodul mit 3 Kameras, LED-Blitz, Infrarot-Sender und einem Mikrofon.

Xiaomi 14 Kamera Test

  • Hauptkamera: 50 Megapixel (Light Hunter 900), f/1.6, 1/1.31 Zoll, 23mm, AF, OIS
  • Ultraweitwinkel-Kamera: 50 Megapixel (Sensor unklar), f/2.2, 14mm, 115°
  • Zoom-Kamera: 32/50 Megapixel (Sensor unklar), f/2.0, 75mm, OIS, 3,2x Zoom
  • Selfie-Kamera: 32 Megapixel

Xiaomi hält sich bei den genauen Kamerasensoren bedeckt und lässt uns diese auch nicht auslesen. So sieht das im Vergleich normalerweise aus:

Es scheint, als würde Xiaomi komplett auf speziell angepasste Sensoren setzen. Darauf deutet auch der Name Light Hunter/Fusion 900 hin. Letztendlich ist es uns so ziemlich egal, welcher Sensor genau drinsteckt. Wir schauen uns jetzt alle Kameras in der Praxis an.

Tageslichtaufnahmen

Im Standard liefert das Xiaomi 14 wie üblich 12,5 Megapixel Aufnahmen und man hat die Wahl zwischen einer durch Leica gesteuerten akkuraten oder gewohnt kräftigen Farbdarstellung. Da wohl niemand Lust auf die triste Realität hat, habe ich alle Aufnahmen mit dem “Leica Lebendig” Modus gemacht. Die Möglichkeit dazu ist natürlich eine gute Sache. Das Xiaomi 14 liefert bei Tageslicht jedenfalls scharfe Aufnahmen mit vielen Details, gutem Kontrast und einem großen Dynamikumfang. Auto HDR war aktiviert und wurde vom Xiaomi 14 auch gelegentlich genutzt. Die so entstanden Shots bringen zusätzliche Details im Schatten zum Vorschein und neigen auch kaum zum Überschärfen. Die HDR-Aufnahmen mit dem Xiaomi 14 sind exzellent. Ob Tageslichtaufnahmen bei High-End Smartphones noch einen großen Unterschied machen, werden die Kameravergleiche zeigen. Das Xiaomi 14 schießt auf jeden Fall hervorragende Aufnahmen und bietet obendrein unterschiedliche und schön abgestimmte Modi an.

Ultraweitwinkelkamera

Auch der 50-Megapixel-Sensor der Hauptkamera arbeitet wie gewohnt mit Pixel Binnning und liefert dadurch 12,5 Megapixel Aufnahmen. Positiv ist das Farbprofil zu verbuchen, was dem der Hauptkamera schon mal sehr ähnlich ist. Das merken wir nachher auch noch bei Videoaufnahmen. Schärfe, Details und auch der Dynamikumfang sind angemessen für ein Flagship und die Aufnahmen auch am größeren Bildschirm und als Urlaubserinnerung definitiv brauchbar.

Zoom-Kamera

Xiaomi spricht bei normalen Zoom-Aufnahmen von effektiv 32 Megapixel. Bei Portraitaufnahmen (dafür ist dieser Sensor ebenfalls vorgesehen) sind es dann effektiv 50MP. Das ändert nichts daran, dass wir hier 12,5MP Aufnahmen geliefert bekommen, die einfach ausgezeichnet ausschauen. Die Aufnahmen sind scharf, detailliert und glänzen mit hohem Kontrast. Die Kamera hat mit ihrem 3,2x optischen Zoom definitiv einen Mehrwert. Die Zoom-Kamera kann dazu auch gute Makro-Aufnahmen liefern.

 

Nachtaufnahmen

Hauptkamera: Xiaomis Nachtmodus arbeitet wie gewohnt eher zurückhaltend und liefert in einem kurzen Moment ein nicht zu sehr aufgehelltes Bild mit vielen Details, starkem Kontrast und hoher Schärfe. Durch die Farbdarstellung und den gekonnten Umgang mit Kunstlicht liefert Xiaomi eigentlich die besten Nachtaufnahmen, die ich bislang bei einem Smartphone gesehen habe. Zumindest trifft das auf die Hauptkamera zu.

Die Ultraweitwinkelkamera kann im Notfall mal ausgepackt werden, aber die Aufnahmen sind nicht mehr als ausreichend. Es rauscht einfach stark auf den Aufnahmen.

Telephotosensor: Die Mischung aus Schärfe, Details und Kontrast kann bei der Zoom-Kamera hingegen wieder überzeugen und die ist bei Nacht problemlos einsetzbar.

Portraitaufnahmen

Im Standard nutzt das Xiaomi 14 die Zoom-Kamera für Portraitaufnahmen, aber man kann auch auf alle anderen Kameras zugreifen. Im Vergleich zu allen anderen Aufnahmen bislang neigt Xiaomi hier deutlich zu einer starken Nachbearbeitung, die etwa die gesamten Farben völlig verändert. Ich bin davon grundsätzlich kein Fan und würde euch empfehlen, HDR hier zu deaktivieren. Dann kann man auch Fotos schießen, die nicht so künstlich wirken. Die Trennung zwischen Vorder- und Hintergrund gelingt hingegen mit allen Kameras problemlos.

Selfie-Kamera

Das Xiaomi 14 schießt wahlweise 8,5MP große Selfies mit 1x Vergrößerung und kann mit 0,8x auch einen größeren Winkel mit 32MP großen Selfies abdecken. Eins haben aber beide gemeinsam, denn die Qualität ist einfach hervorragend. Die Schärfe ist exzellent, die Detaildichte gehoben und die Farbabstimmung gefällt mir mit Abstand am besten im Vergleich zu den meisten Flagships auf dem Markt. Wer realistische und scharfe Selfies mag, der ist beim Xiaomi 14 goldrichtig.

Videos mit dem Xiaomi 14

In den letzten Jahren gab es bei Videos eine klare Schwachstelle bei Xiaomi und das war die Frontkamera. Plötzlich ändert sich das und das Xiaomi 14 produziert hervorragende stabilisierte Aufnahmen in 4K mit 60 FPS mit der Selfie-Kamera. Das wird Fans von VLogs ganz besonders freuen. Ich denke, die meisten von euch werden sich eher weniger selbst filmen, aber bei Flagships gehört das einfach mal mit dazu. Die Qualität ist im übrigen exzellent und steht den guten Selfies in nichts nach. Xiaomi liefert sogar plötzlich die besten Frontkamera-Videos, die ich je gesehen habe.

Auch die Videoqualität der restlichen Kameras kann gerade durch die nahezu perfekte Stabilisierung überzeugen. Die Hauptkamera macht Aufnahmen, als hätte ich das Smartphone in einem Gimbal gehabt, schaut euch einfach unser Testvideo oben an. Alle Kameras können in 4K mit 60 FPS aufnehmen, wobei ein direkter Wechsel zwischen den Sensoren nur bei 4K/30FPS möglich ist. Der Wechsel ist allerdings ebenfalls positiv zu verbuchen, da sich die Farbdarstellung hier kaum ändert und das ist wirklich eine Seltenheit. Wenn euch Videoaufnahmen mit dem Smartphone wichtig sind, solltet ihr das Xiaomi 14 schon mal in die nähere Auswahl nehmen. Auch die Soundqualität der Mikrofone und die Geräuschunterdrückung sind bärenstark.

Zusammenfassung der Kameraqualität des Xiaomi 14

Xiaomi geht offensichtlich neue Wege bei der Kamera und die stabilisierten 4K / 60FPS Videos hätte ich offen gesagt nicht erwartet. Die Aufnahmen sind zwar speziell, aber einfach nur der Hammer und auch die Soundqualität bei den Videoaufnahmen des Xiaomi 14 ist astrein. Was Bilder anbelangt, so bekommt man hervorragende Aufnahmen mit allen Kameras bei Tageslicht und auch hier sticht die Selfie-Kamera hervor, da Xiaomi eine Schwäche des Vorgängers ausgleicht. Haupt-, UWW- und Zoom-Kamera liefern bei Tag und Nacht einwandfreie Aufnahmen, wobei die Hauptkamera bei Nacht positiv hervorsticht und die UWW eher enttäuscht. Ob es Xiaomi an die Spitze der Kamerabestenliste schafft, wird zunächst das Xiaomi 14 Pro entscheiden und muss sich den Giganten in der Liste erst noch stellen. Mit dem Xiaomi 14 bekommt man jedenfalls ein hervorragendes Kamerasetup ohne große Schwachstelle geboten.

Konnektivität und Kommunikation

Xiaomi 14 SIM Netz EmpfangIm Testzeitraum bewegte ich mich hauptsächlich rund um Mühldorf am Inn und machte auch einen Ausflug in die Münchner Innenstadt. Grundsätzlich kann ich dem Xiaomi 14 einen guten Empfang bescheinigen und im Vodafone Netz konnte ich fast überall auch 4G nutzen. Höchstens in Gebäuden ging es mal runter auf Edge, was angesichts des fehlenden LTE Band 20 hier auch nicht verwunderlich ist. Die Option zur eSIM wird es mit der Global Version geben, in China sind eSIMs hingegen nicht üblich und auch in der Xiaomi 14 Serie nicht verbaut. Auch das solltet ihr beim Import beachten, ebenso wie die folgenden Netzfrequenzen, die das Smartphone unterstützt:

  • 5G: n1/n3/n5/n8/n28/n38/n40/n41/n48/n66/n77/n78
  • 4G: LTE: B1/B3/B4/B5/B8/B18/B19/B26/B28/B66/B34/B38/B39/B40/B41/B42/B48
  • 3G: UMTS: B1/B4/B5/ B6/B8/B19
  • 2G: GSM: B3/B5/B8

Features wie VoLTE (Telefonie über das LTE-Netz) und VoWiFi (Telefonie über das WLAN) werden unterstützt und funktionierten in der Praxis problemlos. Die Gesprächsqualität war sowohl am Ohr als auch über den Lautsprecher exzellent.

Das Xiaomi 14 funkte zuverlässig mit sehr hohen Datenraten in meinem WiFi 6 Heimnetz. Theoretisch unterstützt das Smartphone sogar WiFi 7, was hierzulande aber noch nicht freigegeben ist. Im gleichen Raum wie der Router werden 600/50 MBit/s meiner Gigabit Leitung genutzt. 10m und 2 Wände weiter sind davon immer noch pfeilschnelle 345/50MBit/s übrig. Das sind wirklich sehr gute Werte. Unauffällig verhielt sich Bluetooth 5.4 und hielt konstant die Verbindung mit all meinen Bluetooth-Geräten. Nur der Seat Mii Electric (und auch alle anderen günstigen VW Autos) konnten aber wie immer keine konstante Verbindung halten. An Bluetooth Codecs werden laut Xiaomi folgende unterstützt: AAC/AptX/AptX HD/AptX Adaptive/LDAC/LHDC 5.0. Ebenfalls voll überzeugt hat mich die Standortbestimmung. Binnen Sekunden verbindet sich das Xiaomi 14 mit knapp 60 dualen Satellitensystem wie GPS, Glonass, Galileo und Co. Die Navigation mittels Google Maps in der Praxis verlief perfekt und ohne irgendwelche Einschränkungen. Die Einschränkung auf 3m Genauigkeit sind dem Qualcomm Prozessor geschuldet.

An Sensoren ist das Xiaomi 14 neben einem Beschleunigungs-, Näherungs- und Helligkeitssensor auch mit einem Gyroskop, Barometer, Kompass und Infrarot-Sender bestückt. NFC zum mobilen Bezahlen und OTG wären an dieser Stelle auch noch zu nennen.  Die Stereo Lautsprecher des Xiaomi 14 glänzen nicht nur mit hoher Lautstärke, sondern liefern auch eine gehobenen und Flagship-würdige Qualität. Mittels Dolby Atmos kann man den Sound individuell anpassen.

Akkulaufzeit des Xiaomi 14

Das Xiaomi 14 bekommt mit einem 4610 mAh einen geringfügig größeren Akku, als sein Vorgänger spendiert. Auffällig lang ist die Laufzeit mit 60Hz im Vergleich zu den beiden Stufen, die durchgehend die Herzrate anpassen. Zu beachten gilt es hier, dass chinesische Geräte durch die fehlende tiefgreifende Google Integration im Benchmark stets etwas besser abschneiden. Aber gerade in der Praxis würde ich dem Xiaomi 14 eine noch etwas bessere Laufzeit als dem Xiaomi 13 zuschreiben. Im Test kam ich einfach immer durch mindestens 2 Tage bei 3-4 Stunden Nutzung pro Tag und hatte dann sogar noch etwas über. Bei 200 Lux Helligkeit kostet eine Stunde Streaming bei YouTube im WLAN gerade mal 4% Akku. Das sind insgesamt alles hervorragende Werte und das Xiaomi 14 ist gerade als kleineres Smartphone dennoch ein echtes 2-Tage-Gerät. 

Akkulaufzeit Einheit: Std
Ladegeschwindigkeit Einheit: Minuten

Am mitgelieferten 90 Watt Ladeadapter wird der 4610 mAh Akku des Xiaomi 14 in nur 33 Minuten von 1 auf 99% geladen. Das ist nochmals eine kleine und willkommene Steigerung. Im Standard wird diese hohe Ladegeschwindigkeit nur auf Wunsch genutzt, wenn man das auch explizit möchte. Ansonsten dauert ein Ladevorgang knapp 44 Minuten. Kabellos geht alles natürlich etwas gemächlicher zu, wobei 50 Watt auch nicht von schlechten Eltern sind. Mit dem entsprechenden Xiaomi Ladepad dauert der Ladevorgang knapp 50 Minuten.

Testergebnis

Getestet von
Jonas Andre

Gleich zwei von uns genannte Nachteile wird Xiaomi in der 14. Generation mit Leichtigkeit los. Da wäre einerseits der unbeliebte USB 2 Anschluss, der einem USB 3.0 Anschluss weicht. Andererseits kann die Selfie-Kamera nun auch stabilisierte 4K Videos mit 60FPS auszeichnen. Das Gehäuse bleibt verhältnismäßig kompakt, aber der Kamerahügel legt ordentlich zu. Ein Xiaomi 13 (Zum Test) war regelmäßig für ungefähr 700€ erhältlich und genau da sollte sich auch das Xiaomi 14 nach kurzer Zeit wieder einordnen. Dafür bekommt man brachiale Leistung, eine vielseitig einsetzbare Kamera, eine gute Akkulaufzeit und ein nahezu perfektes Display. Die Helligkeit des Displays ist leider nicht so hoch wie beschrieben und der Snapdragon 8 Gen 3 überhitzt massiv, wenn man es drauf anlegt.

Aktuell ist das Xiaomi 14 nur in China über Importshops erhältlich und kommt mit den bekannten Nachteilen wie fehlendem LTE Band 20 daher. Da aktuell auch der Unlock des Bootloaders nicht wie früher möglich ist, raten wir von einem Import erst mal ab. Nur aus Ungeduld dauerhaft eine China ROM zu verwenden, können wir einfach nicht guten Gewissens empfehlen. Erfahrene Nutzer hingegen können zuschlagen, denn es gibt Wege den Bootloader zu entsperren, aber für die breite Masse ist das letztendlich keine Option. Sobald das mit dem Bootloader geklärt ist, geben wir an dieser Stelle Entwarnung.

Ansonsten bleibt natürlich die Vorfreude auf das globale Xiaomi 14 und wenn es euch in den Finger juckt, dann kauft euch ein Xiaomi 13. Die Unterschiede sind letztendlich nicht weltbewegend und Hyper OS unterscheidet sich von MIUI kaum.


Gesamtwertung
89%
Design und Verarbeitung
95 %
Display
90 %
Leistung und System
80 %
Kamera
90 %
Konnektivität
90 %
Akku
90 %

Preisvergleich

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Tobias
Gast
Tobias (@guest_105239)
20 Tage her

Hat das Handy den ein Curve Display? Mein Mi 11 hat den, kann auf den Fotos des 14 aber nicht genau erkennen ober das glatt ist oder abgerundet.

chris
Gast
chris (@guest_103826)
2 Monate her

Bei Xiaomi 13 ist es USB 2.0, bei 14 ist es doch USB 3.0/3.1 oder? Habt ihr da euch vertan oder ist es wirklich noch 2.0 bei Xiaomi 14?

Erik-Zuerrlein
Autor
TeamMitglied
Erik(@erik-zuerrlein)
2 Monate her
Antwort an  chris

Hallo Chris, es steht doch sechsmal im Test, dass es USB 3 ist. Wo liest du denn USB 2.0?
Also ja, es ist ein USB-C 3.0 (5GBit/s und Display-Out) Port.
Beste Grüße und ein schönes neues Jahr

Max
Gast
Max (@guest_103820)
2 Monate her

Hallo,
Könnt ihr das mal bitte näher erläutern warum ich unbedingt denn bootloader bzw xiaomi.eu Rom nutze sollte. Was funktioniert denn auf der China Rom nicht?

Mfg
Max

Max
Gast
Max (@guest_104016)
1 Monat her
Antwort an  Jonas Andre

Hey,
Danke für die ausführliche Antwort, und diese EU Rom die tradingshenzhen.com jetzt anbietet ist die sicher? Bekomme ich dann Updates over the air? Und Wie lange machen die dann die Updates.
Danke im vorraus

jyuitty
Gast
Simon S. (@guest_103386)
2 Monate her

Naja … die Stabilisierung und das Bildrauschen bei Gesichtern, gerade im Low-Light Bereich ist doch schon sehr auffällig. Da wundert es mich ehrlich gesagt nicht, dass sich Xiaomi hier im Bereich Kamera bedeckt hält …der Rest mag Geschmackssache sein. Den Dynamikumfang finde ich z. B. auch nicht schlecht …

The System
Gast
The System (@guest_103184)
2 Monate her

Sehr guter Test ! Jonas könntest du mir vielleicht sagen wie die “anschau Erkennung” im System heißt ? Konnte sie bis jetzt noch nicht finden….. Danke !

The System
Gast
The System (@guest_103362)
2 Monate her
Antwort an  Jonas Andre

Danke dir 👍

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