OnePlus Nord 3 Test

Getestet von Joscha am
Updatezeitraum: 3+4 Updateversprechen
Bewertung: 91%
Vorteile
  • schnelle Ladezeit
  • brachiale Leistung
  • gute Hauptkamera
  • schickes Design & gute Verarbeitung
  • hochauflösendes 120Hz OLED-Display
  • starker Empfang (GPS, Netz, WLAN)
Nachteile
  • sekundäre Kamera-Sensoren enttäuschen
  • keine stabilisierten 4K Videos
  • mittelmäßige Selfie-Kamera
  • keine Hülle im Lieferumfang
Springe zu:
CPUMediaTek Dimensity 9000 - 1 x 3,05GHz + 3 x 2,85GHz + 4 x 1,8GHz
RAM8 GB RAM, 12 GB RAM
Speicher128 GB, 256 GB
GPUARM Mali-G710 MC10
Display 2772 x 1240, 6,7 Zoll 120Hz (AMOLED)
BetriebssystemOxygenOS - Android 13
Akkukapazität5000 mAh
Speicher erweiterbar Nein
Hauptkamera50 MP + 8MP (dual) + 2MP (triple)
Frontkamera16 MP
USB-AnschlussUSB-C
KopfhöreranschlussNein
EntsperrungFingerabdruck, Face-ID
LTEJa - 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12, 17, 18, 19, 20, 25, 26, 28, 32, 66, 38, 39, 40, 41
NFCJa
SIMDual - nano
Gewicht194 g
Maße163 x 75 x 10 mm
Antutu833466
Benachrichtigungs-LEDNein
Hersteller
Getestet am06.08.2023

Das OnePlus Nord 3 hat eigentlich alles, was ein starkes Mittelklasse-Smartphone braucht: einen richtig schnellen Prozessor, eine hochauflösende Hauptkamera mit optischem Bildstabilisator, eine hohe Ladegeschwindigkeit und sogar ein hochauflösendes OLED-Display. Die gute Nachricht für deutsche Nutzerinnen und Nutzer ist zudem, dass das Smartphone trotz des Rechtsstreits mit Nokia bei einigen Händlern hierzulande erhältlich ist. Liefert uns OnePlus mit dem Nord 3 also einen würdigen Nachfolger des extrem beliebten OnePlus Nord 2? In diesem Testbericht finden wir heraus, wo die Stärken und Schwächen des Smartphones liegen.

Design und Verarbeitung

Dass es OnePlus ernst meint, zeigt sich bereits an der Verarbeitungsqualität: Das Smartphone liegt wunderbar in der Hand und macht auch optisch einen hochwertigen Eindruck. Anders als bei echten Highend-Smartphones ist der Rahmen zwar aus Kunststoff und das Display flach, aber trotzdem wirkt das Smartphone sehr hochwertig.

OnePlus Nord 3 Test 4

Die Rückseite besteht aus Gorilla Glass 5 und ist in den Farben Grün mit glänzender Oberfläche und Grau mit mattem Metallic-Lack erhältlich. Unser Testexemplar in Grau fühlt sich etwas samtig an und ist im Gegensatz zu den meisten Smartphones mit Glasrückseite nicht so rutschig. Auch ist die Rückseite einwandfrei gegen Fingerabdrücke und Fettschlieren geschützt. Die Abmessungen des Smartphones 163 x 75 x 10 Millimeter bei einem Gewicht von 194 Gramm. Hervorzuheben ist, dass die Ränder um das 6,74 Zoll große Display schmal ausfallen: Seitlich und oben messen wir 3 Millimeter, unten 4 Millimeter. Da kann so manches High-End Smartphone nicht mithalten. Der Fingerabdrucksensor befindet sich unter dem Display und macht seine Sache gut. Zusätzlich steht zum Entsperren auch Face-Unlock über die Frontkamera zur Verfügung. Das Display ist mit Dragontrail Glas, einem Konkurrenzprodukt zu Corning Gorilla, vor Kratzern geschützt.

Der Rahmen beherbergt den Powerbutton und den Alert Slider. Auf der linken Seite ist die Lautstärkewippe positioniert und auf der Unterseite des Smartphones befinden sich der USB-C 2.0 Anschluss und der SIM Slot. In den Slot können zwei Nano SIM-Karten eingesetzt werden, jedoch keine MicroSD zur Speichererweiterung. Erwähnenswert ist auch die IP54 Zertifizierung für Staub- und Spritzwasserschutz, der aber auch auf jedes andere gut verarbeitete Smartphone ebenso zutrifft. Wenn schon IP-Zertifizierung, dann wenigstens komplett staub- und wasserdicht.

Zwei runde Kameramodule mit einem Durchmesser von 20 Millimeter finden sich auf der Rückseite. Im oberen befindet sich die Hauptkamera, im unteren die beiden Sekundärsensoren. Daneben befindet sich ein LED-Blitz und eine weitere Aussparung, in der sich vermutlich ein Farbsensor befindet. Auf ebenen Flächen kippelt das Smartphone leicht. Eine Benachrichtigungs-LED und ein Kopfhöreranschluss sind nicht vorhanden. Dafür gibt es ein konfigurierbares Always-On-Display und einen Infrarotsender. Insgesamt zwei Lautsprecher an der Ober- und Unterseite sorgen zudem für Stereoklang.

In Bezug auf Verarbeitungsqualität haben wir keine wirklichen Kritikpunkte am OnePlus Nord 3. Das Smartphone ist tadellos verarbeitet, liegt ausgezeichnet in der Hand und sieht dank der schmalen Displayränder auch modern aus. Dem Poco F5 ist das OnePlus Nord 3 durch seine Glasrückseite in diesem Punkt überlegen. Nur das Poco F5 Pro bietet unter den aktuellen Mittelklasse-Smartphones einen Metallrahmen und eine Glasrückseite.

Lieferumfang des OnePlus Nord 3

OnePlus Nord 3 Test Lieferumfang

Im Lieferumfang befindet sich neben dem Smartphone ein 80W USB-C Netzteil, ein rotes USB-C auf USB-A Kabel und etwas Papierkram. Eine Schutzhülle gehört leider nicht dazu. Dafür ist eine Displayschutzfolie ab Werk auf dem Display angebracht.

 

Display des OnePlus Nord 3

OnePlus Nord 3 Test 1

Das OnePlus Nord 3 verfügt über ein großes 6,7-Zoll-Display mit OLED-Technologie. Die Auflösung liegt mit 2772 x 1240 Pixel über der klassischen Full-HD-Auflösung und bietet eine extrem hohe Pixeldichte von 450 Pixel pro Zoll. Erwähnenswert ist auch, dass das Display deutlich größer ist als beim OnePlus Nord 2 (6,43 Zoll). Die hohe Auflösung wird zudem durch eine hohe Bildwiederholrate von 120 Hz ergänzt. Ferner unterstützt das Smartphone 10 Bit Farbtiefe, HDR10 und verfügt über eine Abtastrate von 1000 Hz für den Touchscreen.

Das Display erreicht unter direkter Sonneneinstrahlung eine Helligkeit von 1740 Lux. Das ist ein ausgezeichneter Wert und die Ablesbarkeit ist auch bei Sonnenschein noch in Ordnung.

Display Helligkeit (in Lux) Einheit: Lux

Bei dieser hochwertigen Hardware ist es kein Wunder, dass die Displayqualität im Alltag überzeugt: Das Display ist hell, gestochen scharf und zudem blickwinkelstabil. Ob die erhöhte Auflösung aber wirklich einen Mehrwert gegenüber Full-HD bietet, muss an dieser Stelle bezweifelt werden. Zudem ist es nicht möglich, die Auflösung in den Einstellungen zu reduzieren. Dafür kann die Bildwiederholrate auf 120Hz, 60 Hertz und automatisch eingestellt werden. Sowohl 120Hz als auch automatisch passen die Darstellung an den Inhalt an und reduzieren die Wiederholrate bei statischen Inhalten. Allerdings haben wir im Test festgestellt, dass die Anpassungen beim OnePlus Nord 3 mit der Einstellung automatisch nicht besonders sinnvoll sind. Fast alle Apps von Drittanbietern werden nur mit 60 Hz dargestellt. Mit der Einstellung 120 Hz wird die Bildwiederholrate bei Apps von Drittanbietern immerhin meist nur auf 90 Hz reduziert, was nicht optimal, aber definitiv die bessere Option ist. Von einer hohen PWM-Frequenz oder DC-Dimming fehlt beim Nord 3 leider jede Spur.

Widevine L1 zur Darstellung von hochauflösenden Bildschirmen wird vom OnePlus Nord 3 unterstützt und auch HDR-Inhalte werden korrekt wiedergegeben. Für die Farbdarstellung stehen die Modi Lebendig, Natur und Pro zur Verfügung. Der Modus Natur zeigt, wie der Name schon sagt, natürliche Farben mit einer etwas gedämpften Optik. Der Modus Lebendig liefert deutlich kräftigere und kühlere Farben. Zusätzlich kann die Farbtemperatur der einzelnen Modi stufenlos eingestellt werden.

Leistung und System

Mit dem Dimensity 1200 war das Nord 2 schon kein Kind von Traurigkeit, aber das Nord 3 setzt mit dem MediaTek Dimensity 9000 noch einen drauf. Dabei handelt es sich um den Top-Prozessor des letzten Jahres. Der Dimensity 9000 basiert bereits auf der neuen ARMv9 Architektur, wird von TSMC im 4nm Prozess gefertigt und setzt auf einen schnellen Cortex-X2 Kern mit maximal 3,05 GHz. Hinzu kommen 3 x Cortex-A710 @ 2,85 GHz, 4 x Cortex-A510 @ 1,8 GHz und eine Mali-G710 MC10 GPU. Als Arbeitsspeicher sind LPDDDR5x und UFS 3.1 verbaut, wobei OnePlus dem Nutzer 8 Gigabyte RAM und 128 Gigabyte Speicher oder 16 Gigabyte RAM und 256 Gigabyte Speicher zur Verfügung stellt. Der interne Speicher erreicht mit 1400 MB/s beim Lesen und 954 MB/s beim Schreiben ebenfalls gute Werte. Wie sich das OnePlus Nord 3 im Vergleich zur Konkurrenz in den Benchmarks schlägt, erfahrt ihr hier:

Antutu (v9)
Geekbench Single (v5)
Geekbench Multi (v5)
3D Mark (Wildlife Extreme)

Von den aktuellen Smartphones können bezüglich Leistung also nur das Poco F5 und das Poco F5 Pro mit dem OnePlus Nord 3 mithalten. Die Gesamtleistung (Antutu) und CPU-Leistung (Geekbench) liegen bei Xiaomi über dem OnePlus Nord 3. Dafür hat das OnePlus Nord 3 die stärkste GPU im Preisbereich. Die Bediengeschwindigkeit im Alltag ist auf jeden Fall hervorragend. Apps öffnen sich blitzschnell und es gibt kaum Ladezeiten. Auch aufwendigere Apps oder Webseiten kann das OnePlus Nord problemlos flüssig darstellen. Selbst zum Gaming eignet sich das Smartphone und kann aktuelle Titel in mittleren bis hohen Grafikeinstellungen wiedergeben. Ein kleiner Wermutstropfen ist allerdings, dass OxygenOS die meisten Games auf 60 Hertz beschränkt.

Die Leistung kann das OnePlus Nord 3 recht konstant erbringen. Unter Volllast taktet die GPU nach 10 Minuten auf 70% Leistung herunter und die CPU fällt auf 88% ab. Dabei wird das Smartphone nicht bedenklich warm.

Insgesamt kann das OnePlus Nord 3 auch in Hinblick auf die Leistung voll überzeugen. Eine so gute Leistung für den Preis bekommt man auf dem aktuellen Markt nur noch von Xiaomi und Realme geboten. Die Systemgeschwindigkeit entspricht einem Highend-Smartphone.

System des OnePlus Nord 3

Das OnePlus Nord 3 läuft mit Android 13 und OxygenOS 13.1. OnePlus verspricht zudem 3 Android-Basis-Updates und 4 Jahre Sicherheitsupdates für das Nord 3.

Das Design ähnelt stark Realmes UI 4.0 und Oppos ColorOS, der Funktionsumfang ist identisch. Mittlerweile wurden viele Systemelemente mit Animationen unterlegt, wie man es auch von Xiaomis MIUI kennt. Ebenso kann das System an die eigenen Vorlieben angepasst werden. OxygenOS 13 bietet zahlreiche Personalisierungsoptionen, darunter verschiedene Hintergrundbilder, Icon-Pakete, Schnellwahlsymbole, Schriftarten und Farben. Auch die Always-On-Display Styles und die Fingerabdruckscanner-Animationen können angepasst werden.

Das System ist ab Werk sehr aufgeräumt und es gibt kaum Bloatware. Lediglich die “App-Vorschläge” bei der Suche im App-Drawer wirken etwas deplatziert. Diese lassen sich aber leicht abschalten. Wenn wir noch auf neue Funktionen in OxygenOS 13 eingehen sollten, dann sind es wohl am ehesten die flexiblen Fenster zur kompakten Darstellung von Apps. Minimierte Apps lassen sich in der Größe anpassen. Außerdem können Dateien zwischen Apps per Drag & Drop ausgetauscht werden, sodass man etwa Bilder aus der Galerie einfach in einen Messenger übertragen kann. Eine Funktion zur Erweiterung des Arbeitsspeichers mit dem Festspeicher ist ebenfalls vorhanden und ab Werk aktiviert. Da unser Test der RAM-Erweiterung gezeigt hat, dass sich diese Funktion eher negativ auf die Performance auswirkt, empfehlen wir, diese Funktion zu deaktivieren.

Im Großen und Ganzen lief das OxygenOS 13.1 auf unserem OnePlus Nord 3 einwandfrei. Abstürze hatten wir im Test nicht zu beklagen. Zudem ist OxygenOS ein sehr sauberes und aufgeräumtes System. Dass ColorOS und OxygenOS mittlerweile komplett verschmolzen sind, lässt sich allerdings nicht mehr leugnen. Negativ empfand ich das aber zu keiner Zeit. 

Kamera

Zum Einsatz als Hauptkamera kommt der Sony IMX890 mit optischer Bildstabilisierung, wie wir ihn vom OnePlus 11 kennen. Nur auf das Hasselblad-Marketing muss die Nord-Reihe weiterhin verzichten. Der Sony IMX890 (f/1.8) mit 50MP hat eine Sensorgröße von 1/1,56“ Zoll und 1.0 µm große einzelne Pixel. Bei den anderen Kamerasensoren muss das Nord 3 etwas zurückfahren. Die Ultraweitwinkelkamera löst mit 8MP auf und fängt einen Bereich von 112° ein. Dazu ist (leider) noch ein 2MP Makrosensor verbaut, auf den wir wegen der miserablen Qualität nicht weiter eingehen werden. Auch die Frontkamera ist mit 16MP (f/2.4) nichts Besonderes.

  • Hauptkamera: 50 Megapixel (Sony IMX890), f/1.8, 1/1.56 Zoll, Autofokus, OIS
  • Ultraweitwinkel-Kamera: 8 Megapixel, f/2.2, 112°
  • Makro-Kamera: 2 Megapixel
  • Selfie-Kamera: 16 Megapixel, f/2.4, 24mm

Hauptkamera Tageslicht

Die Hauptkamera nimmt Fotos mit 12,5 Megapixel auf. Die Bilder haben ein gutes Maß an Details und wirken angenehm lebendig. Aufnahmen ohne den HDR-Modus haben eine ordentliche Schärfe und natürliche Farben. Selbst bei Innenaufnahmen gibt es in den Aufnahmen quasi kein Rauschen. Die Dynamik in den Aufnahmen ist gut, zählt aber nicht zu den besten. Etwas schwächer schneidet das OnePlus Nord 3 ab, sobald viel Licht vorhanden ist. Der automatische HDR-Modus rettet die Bilder zwar vor ausgebrannten Bildstellen, allerdings wirken die Fotos teilweise etwas überschärft und unnatürlich. Auch die Farbdarstellung ist dann stark übertrieben. Insgesamt handelt es sich um gute Tageslichtaufnahmen mit kleinen Schwächen bei schwierigen Lichtbedingungen.

Digitalzoom:

In der Kamera-App gibt es eine Vorauswahl für 2x Zoom. Dieser wird natürlich rein digital erstellt. Die Qualität der Aufnahmen ist so weit in Ordnung und viele Details bleiben erhalten. Allerdings geht bei Zoom-Aufnahmen der HDR-Modus verloren. Bei Shots mit Gegenlicht brennt daher häufig der Hintergrund aus und Details wirken ziemlich verwaschen.

Hauptkamera Nacht

Bei Nachtaufnahmen enttäuscht das OnePlus Nord 3 ebenfalls nicht. Im Gegensatz zu günstigeren Mittelklasse-Smartphones gibt es nur sehr wenig Rauschen in den Aufnahmen. Zudem gelingen Fotos auch mit dem Nachtmodus (1-2 Sekunden Belichtungszeit) meist ohne zu verwackeln. Hier hilft der optische Bildstabilisator. Die Menge an Details in den Aufnahmen ist ebenfalls gut. Kritik kann man jedoch an der Farbdarstellung üben: Zwar bleiben sehr viele Farben in den Aufnahmen erhalten, aber das OnePlus Nord 3 schießt hierbei häufig über das Ziel hinaus. So wird etwa der Himmel häufig unnatürlich blau und generell gibt es oft einen leichten Geld- oder Rotstich in den Aufnahmen. So ausgeprägt wie bei einigen älteren OnePlus Modellen ist der Effekt aber nicht mehr.

Ultraweitwinkel-Kamera

Bei der Ultraweitwinkel-Kamera geht es mit der Qualität steil bergab. Die Bilder wirken verwaschen und sind an den Rändern unscharf. Zudem gehen viele Details verloren. Für Schnappschüsse ist die Cam in Ordnung, aber auf einem großen Bildschirm möchte man sich die Resultate nicht anschauen.

Bei Nacht ist die Qualität wie erwartet noch schlechter. Der Nightmode schafft es hier aber immerhin, das Abgebildete erkennbar darzustellen.

Portraits

Für Portrait-Shots eignet sich das OnePlus Nord 3 ausgezeichnet. Die Fotos können im Alltag schnell geschossen werden, sodass auch bewegte Szenen gut eingefangen werden. Zudem gelingt die Abtrennung von Vorder- und Hintergrund fast immer einwandfrei. Auch Schärfe, Farbdarstellung und Details sind gut. Ein automatischer HDR-Effekt sorgt zudem auch bei Gegenlicht für gute Aufnahmen, wobei dann ein paar Details verloren gehen.

Selfies

Die Selfies sind leider ziemlich enttäuschend. Die Aufnahmen haben häufig einen Rot- oder Gelbstich. Zudem gehen bei starkem Gegenlicht viele Details verloren und die Aufnahmen wirken sehr grobkörnig. Ebenso gibt es bei Selfies in Innenräumen ein sichtbares Bildrauschen.

Videos

Bei Videos kann das OnePlus Nord 3 leider auch nicht wirklich glänzen. Der Aufnahmen in 4K werden nämlich nicht stabilisiert, was angesichts der Preisklasse und der tollen Hauptkamera wirklich sehr schade ist. Immerhin gibt es stabilisierte Full-HD 60FPS Aufnahmen über die Hauptkamera. Die Ultraweitwinkel-Kamera kann nur in 1080p 30FPS aufzeichnen und hat keine besonders gute Qualität. Auch die Selfie-Videos werden nicht stabilisiert. Insgesamt eine ziemliche Enttäuschung.

Zwischenfazit Kamera

Das OnePlus Nord 3 hat eine gute Hauptkamera für Fotos am Tag und bei der Nacht. Die wichtigste Linse enttäuscht im Test also nicht. Die Qualität der Aufnahmen dürfte etwa auf dem Niveau des Poco F5 liegen, wobei wir dies vermutlich noch in einem Kamera-Vergleich überprüfen werden. Was die sekundären Sensoren angeht (UWW, Selfie, Makro) bekommt man ungünstigerweise keine gute Qualität. Auch bei Videos enttäuscht das OnePlus Nord 3 aufgrund der fehlenden Selfie- und 4K-Bildstabilisierung.

Konnektivität und Kommunikation

OnePlus Nord 3 Test Simslot e1690918035877

Das OnePlus Nord 3 nimmt zwei Nano-SIM-Karten auf und funkt im 4G / LTE und 5G Netz. VoLTE und WLAN-Call (VoWiFi) werden unterstützt. Auch gibt es eine große Anzahl an unterstützten 4G & 5G Bändern.

  • 4G LTE: B1/2/3/4/5/7/8/12/17/18/19/20/25/26/28/32/38/39/40/41/66
  • 5G: n77/78/38/40/41/1/2/3/5/7/8/12/20/25/28/66

Damit sollte das Smartphone in den meisten Ländern problemlos nutzbar sein. Der Empfang war im Test durchschnittlich und zu keinem Zeitpunkt problematisch. Den SAR Wert gibt OnePlus mit 1,13 W/kg (Körper) und 0,872 W/kg (Kopf) an. Im o2-Netz konnten rund 300 Mbit/s aus dem 5G-Netz abgerufen werden. Die Konnektivitätsstandards sind ansonsten WiFi 6, Bluetooth 5.2 mit LDAC & aptX HD, NFC und GPS mit GLONASS, Galileo, BeiDou und QZSS. Der WLAN-Empfang in meinem WiFi 6-Netz war ebenfalls gut und auch bei der Ortung gab es keine Probleme. Dank des Mediatek Prozessors gibt es hier auch keine Begrenzung auf drei Meter, sondern die Position kann innerhalb weniger Sekunden auf 1 bis 2 Meter genau bestimmt werden. An Sensoren gibt es neben den Standards für Beschleunigung, Annäherung und Helligkeit noch ein Gyroskop und einen Kompass. Auch ein IR-Sender zur Nutzung als Fernbedienung ist integriert.

Das OnePlus Nord 3 verfügt über Stereo-Lautsprecher. Dabei handelt es sich um ein Stereo-Setup, bei dem die Ohrmuschel als oberer Lautsprecher dient, während der untere Lautsprecher einen normalen Lautsprecherausgang hat und lauter ist. Der Klang der beiden Lautsprecher ist dennoch ausgewogen. Stimmen kommen gut zur Geltung und hohe Töne werden nicht verzerrt. Auch Bässe sind ansatzweise wahrnehmbar.

Akkulaufzeit des OnePlus Nord 3

60Hz

Das OnePlus Nord 3 verfügt über einen 5000 mAh Akku. Für ein Smartphone dieser Größe mit einem so hochauflösenden Display ist das durchschnittlich. Mit der Akkulaufzeit hatten wir im Test keine Probleme. Das Smartphone hält auch bei häufiger Nutzung immer einen ganzen Tag durch. Insgesamt erreichten wir im Test eine durchschnittliche aktive Nutzungszeit von rund sechs Stunden. Das ist ein angemessenes Ergebnis, aber deutlich schlechter als beim Poco F5, das gut neun Stunden aktiv genutzt werden kann. Dieses Ergebnis spiegelt sich auch im PC-Mark Akkutest wider, den das OnePlus Nord 3 übrigens mit allen Einstellungen nur mit 60Hz durchgeführt hat:

Akkulaufzeit Einheit: Std
Ladegeschwindigkeit Einheit: Minuten

Die etwas schwächere Akkulaufzeit gleicht das OnePlus Nord 3 mit einer Ladegeschwindigkeit von 80 Watt aus. Nach 15 Minuten ist der Akku zu 55 Prozent geladen, nach 30 Minuten sind es 96 Prozent und nach 33 Minuten ist der Akku komplett voll. Kabelloses Laden wird nicht unterstützt.

Testergebnis

Getestet von
Joscha

Das OnePlus Nord 3 kann in unserem Test überzeugen und gehört zu den besten Mittelklasse-Smartphones auf dem Markt. Besonders positiv fallen die Systemleistung und die schnelle Ladegeschwindigkeit auf. Auch die Verarbeitungsqualität des Smartphones ist gut und am Display gibt es kaum etwas auszusetzen. Die Hauptkamera macht sowohl bei Tag als auch bei Nacht gute Fotos.

Abzüge gibt es vor allem für die sekundären Kamerasensoren und die Videoaufnahmen, die nicht wirklich überzeugen können. Auch die Akkulaufzeit ist gut, aber nicht besonders beeindruckend.

Insgesamt gibt es nur wenige Smartphones, die auf dem aktuellen Markt mit dem OnePlus Nord 3 mithalten können. Allen voran sind hier die beiden Poco F5 Smartphones zu nennen. Das Poco F5 (zum Test) hat gegenüber dem OnePlus Nord 3 zwar das Nachsehen bei der Verarbeitung und der Ladegeschwindigkeit, dafür bekommt man bessere Videos, eine stärkere Akkulaufzeit und eine genauso gute Performance. Das Poco F5 Pro (zum Test) bietet zudem eine ebenso hochwertige Verarbeitung wie das OnePlus Nord 3, hat aber zusätzlich noch mehr Leistung und Wireless-Charging an Bord.

Das OnePlus Nord 3 kann von uns auf jeden Fall eine Kaufempfehlung erhalten. Wer etwas Geduld mitbringt, sollte aber warten, bis der Preis auf rund 350 Euro für die kleine Speicherversion gefallen ist.


Gesamtwertung
91%
Design und Verarbeitung
95 %
Display
95 %
Leistung und System
100 %
Kamera
75 %
Konnektivität
95 %
Akku
85 %

Preisvergleich

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*Preise inkl. Versand und Zoll. Zwischenzeitliche Änderung der Preise, Rangfolge, Lieferzeit und -kosten möglich. Preise zuletzt aktualisiert am 01.10.2023

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Stephan
Gast
Stephan (@guest_100279)
26 Tage her

Interessant wäre im Fazit auch der Vergleich zum Vorgänger und ob sich 1.Das Upgrade lohnt und 2.Welches von beides bei aktuellem Preis empfohlen wird.

LG, Stephan

Erik-Zuerrlein
Autor
TeamMitglied
Erik Zürrlein(@erik-zuerrlein)
25 Tage her
Antwort an  Stephan

Hallo Stephan, das können wir dich auch so beantworten. 2. ist einfacher: Bei den aktuellen Preisen ganz klar das Nord 3. Das Nord 2 bzw. Nord 2T gibt es kaum noch im Angebot, sodass man über 300€ für ein älteres Gerät ausgeben muss. Da gibt es aktuelle Smartphones, die mehr für das Geld bieten. 1. Das kommmt darauf an, ob du mit dem OnePlus Nord 2 noch zufrieden bist. Ich habe meines als BackUp-Handy im Einsatz (also falls kein Testgerät genutzt wird) und bin zufrieden im Alltag: aktuelles und gut-funktonierendes System (heute kam erst das Update für den August Sicherheitspatch),… Weiterlesen »

Christian
Gast
Christian (@guest_100001)
1 Monat her

Hallo,

eine Frage zum Gerät. Ist es möglich den Nachrichtenzähler im Launcher zurückzubringen ? Oder wird dieses Feature von OxygenOS aber nicht vom ColorOS unterstützt? Finde in den Einstellungen dazu nichts.
Danke und Grüße

Chris
Gast
Chris (@guest_99887)
1 Monat her

Hallo,

Mir ist ein AOD sehr wichtig deshalb meine Frage.

ist das Always On Display wirklich immer aktiviert oder geht es aus und man muss tippen um es wieder zu aktivieren?

Danke!

Jonny
Gast
Jonny (@guest_99716)
1 Monat her

Was meind ihr liebes Team und Leute…. Nord-3 oder doch eher Xiaomi 12? Das 12er gibt’s auch schon zu einen sehr guten Preis.
Besten Dank und bitte immer weiter so. Tolle Seite!!

Tobey
Gast
Tobey (@guest_99560)
1 Monat her

Habt ihr Erfahrungswerte oder könnt ihr anhand eurer Test-Eindrücke des Nord 3 etwas dazu sagen, wie es sich beim hier für das Display verwendeten Dragontrail-Glas in Sachen Kratzer-Empfindlichkeit verhält (vielleicht auch im Vergleich mit den gängigen Gorilla Glas-Alternativen)?

jonas-andre
Autor
Team
Jonas Andre(@jonas-andre)
1 Monat her
Antwort an  Tobey

Servus Tobey, also auch normales Glas ist grundsätzlich schon sehr resistent. Wenn du Kratzer wirklich vermeiden willst, dann hilft nur ein gutes Displayschutzglas. Ansonsten werden zwangsläufig auch bei vorsichtiger Nutzung nach 1-2 Jahren einige Kratzer zu sehen sein. Unglücklich hinfallen und zersplittern kann auch jedes Glas einfach immer. Es gibt direkte Vergleiche zwischen den beiden Gläsern und Corning schneidet dort am besten ab, aber auch nur minimal vor Konkurrenten wie Dragontrail. Und der Unterschied zu normalem Glas ist auch nicht gewaltig.

Beste Grüße

Jonas

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