Große Notch, kleine Notch, breite Notch, tiefe Notch oder auch Wassertropfen-Notch. In den letzten Jahren hat die Einkerbung im Display, die mit dem englischen Begriff Notch gemeint ist, in verschiedenen Formen ihren Weg in eine Vielzahl von Smartphones gefunden. Dabei hat der Trend sich selbstverständlich auch bei den chinesischen Smartphone-Herstellern wie ein Lauffeuer verbreitet und findet sich heute sowohl in High-End als auch Low-Budget Geräten aus Fernost. Doch jeder neue Trend ruft für gewöhnlich auch Kritiker hervor, die sich auf alte Gewohnheiten besinnen und aus diversen Gründen nicht Befürworter der aktuellen Entwicklung sind. Für all diese hat Oukitel nun eine Lösung parat, die dem zerklüfteten Displayformat die Stirn bietet, auf eine Notch verzichtet und auf den Namen U25 Pro hört. Bepackt mit 4 GB RAM, einem Mediatek MT6750 SoC, 64 GB Massenspeicher und einem Full-HD Display möchte das Smartphone zu einem moderaten Preis unterhalb der 100€ Grenze die Gunst der Kunden gewinnen. Ob Oukitel es geschafft hat, ein gutes und gleichzeitig modernes Einsteigersmartphone in altem Gewand auf die Beine zu stellen, haben wir für euch herausgefunden.

Verpackung und Lieferumfang

Oukitel U25 Pro Lieferumfang

Das Oukitel U25 Pro erreicht seinen neuen Besitzer in einem grell orangenen Pappkarton, in dem sich neben dem Smartphone selbst noch folgendes Zubehör befindet:
USB-C zu USB-A Ladekabel
USB-C zu 3,5mm Klinkenadapter
5W Netzteil
SIM Tool
durchsichtige Silikonschutzhülle
Zudem findet sich auf dem Display des Smartphones von Werk aus eine Schutzfolie aus Plastik, die effektiv gegen leichtere Kratzer und Abreibungen Abhilfe schafft. Damit ist für den Start mit dem neuen Smartphone, im üblichen Rahmen des Preissegment, das Notwendigste mit an Bord.

Design und Verarbeitung

Oukitel U25 Pro Rückseite

Wie bereits eingangs erwähnt, verzichtet Oukitel beim U25 Pro auf ein Display mit Einkerbung und so präsentiert sich auf der Vorderseite des Smartphones rund um das 5,5 Zoll große Display ein ziemlich breiter Rahmen, in dem sich an der Oberseite die notwendige Sensorik und die Frontkamera befinden. Leider verzichtet der Hersteller darauf, dedizierte Tasten im unteren Rahmen einzubauen sondern setzt stattdessen auf On-Screen Buttons, die die Anzeigefläche weiter eingrenzen.

Oukitel U25 Pro Design Verarbeitung 1Auf der Rückseite findet sich eine Dual-Kamera mit LED-Blitzlicht und ein Fingerabdrucksensor, der im Test zuverlässig in 9 von 10 Fällen den Finger zügig erkannte. Leider wurde der Lautsprecher ebenso auf der Rückseite platziert, so dass man diesen leicht beim in der Hand Halten verdeckt. Zur weiteren Bedienung des Geräts stehen wie gewohnt an der Seite eine Lautstärkewippe und eine Standby-Taste zur Stelle. Der USB-C Port an der Unterseite dient zum Laden des Geräts und dem Anschließen von Kopfhörern mithilfe des beigelegten Adapters. Schön zu sehen, dass USB-C nun wirklich flächendeckend in Smartphones jeglichen Preisrahmens Einzug gefunden hat. Ich würde mir wünschen, das auch für die Zubehör-Industrie behaupten zu können.

Oukitel U25 Pro Design Verarbeitung 3In Sachen Verarbeitungsqualität leistet sich Oukitel beim U25 Pro keine Patzer und liefert ein für die Preisklasse hochwertiges Smartphone. Mit den Maßen von 153,8x76x9,8 mm bringt das Gerät 180 Gramm auf die Waage, was nicht zuletzt daran liegt, dass das Smartphone vollständig aus Plastik gefertigt ist. Das Gerät steht außerdem in zwei unterschiedlichen Farbvarianten zur Wahl. Eine davon entspricht der derzeit weit verbreiteten Twilight-Farbgebung. Diese zeichnet sich mit einem schön anzusehenden Farbverlauf zwischen Schwarz, Lila und Blaus auf der Rückseite aus.

Display

Oukitel U25 Pro Hand 2Oukitel verbaut im U25 Pro ein IPS-Display mit einer Auflösung von 1920×1080 Pixeln, das in der Diagonale 5,5 Zoll misst. Damit ergibt sich eine Dichte von 400 ppi, die ausreichend hoch ist, um keine einzelnen Bildpunkte mit dem bloßen Auge zu erkennen. Zudem sind die Farben kräftig und die Anzeige ausreichend blickwinkelstabil. Unüblich für diese Preisklasse, kann sich das U25 Pro mit einem außerordentlich hellem Display rühmen, sodass die Nutzung des Displays bei direkter Sonneneinstrahlung noch möglich ist. Die adaptive Helligkeitsfunktion funktionierte im Test auch hervorragend.

Das Display erkennt bis zu 10 Berührungen gleichzeitig und zeigte sich im Test reaktionsschnell. Unterm Strich verbaut Oukitel beim U25 Pro für die Preisklasse ein wirklich tolles Display, das sich zum Beispiel mit dem des LeEco Le 2 definitiv messen kann.

Leistung

Antutu Ergebnis Geekbench Multi Ergebnis Geekbench Single Ergebnis

Im Inneren des Oukitel U25 Pro sorgt ein Mediatek MT6750T SoC für die nötige Leistung. Der Chip setzt sich aus zwei Clustern mit jeweils vier Cortex-A53 Kernen zusammen, die maximal mit 4×1,5 oder 4×1 GHz im Stromsparcluster takten. Als GPU findet sich eine Mali-T860 MP2 wieder.

Oukitel U25 Pro Screenshot 10 Oukitel U25 Pro Screenshot 11 Oukitel U25 Pro Screenshot 13

Oukitel U25 Pro Screenshot 9Gewohnte Ware also, die Oukitel da serviert. Jedoch ist die Hardware gut auf die Software abgestimmt worden, sodass die Ergebnisse in den Benchmarks für den Chipsatz sich sehen lassen können. Entsprechend fühlte ich mich während des Testzeitraums auch selten durch den Prozessor in meiner alltäglichen Nutzung eingeschränkt. Natürlich meistert das Smartphone nicht ausuferndes Multitasking oder anspruchsvolle 3D-Spiele auf höchster Detailstufe, aber die normale Nutzung des Smartphones im Sinne von Youtube, WhatsApp etc. war zu keinem Moment ein Herausforderung für den Chipsatz. Selbst Spiele wie PUBG Mobile sind noch spielbar, laufen aber selbst bei geringster Detailstufe mit einer sehr geringen Bildwiederholungsrate.

Um Dateien auf dem Smartphone Platz bieten zu können, sind im U25 Pro 64GB Massenspeicher fest verbaut. Lese- und Schreibgeschwindigkeit des Speichers von jeweils 140 MB/s gehen in Ordnung. Der Arbeitsspeicher misst ganze 4GB und erreicht eine Geschwindigkeit von 3700 MB/s. Damit steht auch normalem Multitasking nichts im Wege.

System

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Auf dem U25 Pro läuft Android 8.1 mit den Sicherheitsupdates des 5. Dezember 2018. Beide Versionen sind also schon etwas betagter und würden in aktuellerer Version dem Smartphone deutlich besser stehen. Nichtdestotrotz läuft das System meist flüssig und genehmigt sich nur selten kurze Gedenkpausen. Dies liegt sicherlich auch daran, dass Oukitel dem System keine eigene Handschrift verpasst hat sondern Android in seiner reinsten Form vorinstalliert. Nur ein paar zusätzliche intelligente Funktionen für den Fingerabdrucksensor oder die Screenshot-Funktion erweitern das System sinnvoll.

Oukitel U25 Pro Screenshot 19 Oukitel U25 Pro Screenshot 18 Oukitel U25 Pro Screenshot 20

Kamera

Oukitel U25 Pro Design Verarbeitung 4Ganze drei Kameras finden sich im Oukitel U25 Pro wieder. Eine davon befindet sich oberhalb des Displays auf der Vorderseite, löst mit 5 Megapixel auf und besitzt eine f/2.8 Blende. Die restlichen zwei bilden eine sogenannte Dual-Kamera auf der Rückseite. Dabei stützt sich das theoretische Konzept darauf, dass eine der beiden Kameras Tiefeninformationen sammelt, um einen künstlichen Bokeh-Effekt zu erzeugen, wie man ihn von ausgewachsenen Kameras kennt. Leider jedoch stellt sich auch beim U25 Pro heraus, dass der Hersteller abermals eine Fake-Linse verbaut, um nur den Anschein einer solchen Funktion zu erwecken. Die Funktion die in der Kamera-App angeboten wird ist nur ein simpler Effekt, der nur inakzeptable Aufnahmen erzeugt.

Der tatsächlich funktionierende Sensor auf der Rückseite stammt von Sony und hört auf das Kürzel IMX 135. Dieser löst mit 13 Megapixeln auf und hat mich im Test tatsächlich überrascht. So lang nämlich die Lichtbedingungen gut sind, lassen sich mit dem U25 Pro ansehnliche Fotos schießen. Dynamik und Farbwiedergabe sind für diese Preisklasse definitiv mehr als nur akzeptabel. Die Farben besitzen maximal einen leichten Blaustich und zu den Rändern hin lässt sich leider die bekannte Unschärfe beobachten.

Bei schlechten Lichtbedingungen verändert sich die Situation jedoch zum Schlechten und die Aufnahmen zeigen ein starkes Grundrauschen. Da kann selbst der verbaute Dual-LED-Blitz nichts bewirken. In diesem Preisbereich ist das allerdings normal.

Die einzelne Kamera auf der Vorderseite für Selfies und Videotelefonie konnte mich jedoch im Test zu keiner Tageszeit begeistern. Die Fotos wirken blass und unscharf.

Konnektivität

Oukitel U25 Pro Screenshot 12Das Oukitel U25 Pro bietet eine breite Palette an Sensoren, die man in dieser Preisklasse sonst nur bei wenigen Ausnahmen zu Gesicht bekommt. Konkret sind es Gyroskop und E-Kompass, die sich zur Standardsensorik, im Sinne von Licht-, Annäherungs- und Beschleunigungssensor, dazugesellen. Insbesondere der E-Kompass besitzt den großen Vorteil, dass kombiniert mit der gut funktionierenden GPS-Antenne auch zuverlässige Fußgängernavigation möglich ist.

Oukitel U25 Pro Sim Netz EmpfangDes Weiteren bietet das U25 Pro gewohnte und zuverlässige Technik wie a/b/g/n Dual-Band WLAN und Bluetooth 4.0. Wie es sich für ein waschechtes Chinahandy gehört, finden auch im Oukitel U25 Pro zwei Nano-SIM Karten gleichzeitig Platz, vorausgesetzt, dass einer der beiden Steckplätze nicht schon durch die Micro-SD Karte zur Speichererweiterung belegt ist. Beide Steckplätze sind für LTE-Nutzung ausgelegt und unterstützen auch das hierzulande relevante LTE Band 20.

Oukitel U25 Pro Design Verarbeitung 3Telefonieren, Surfen und Simsen war mit dem U25 Pro während des Tests problemlos möglich. Auch das verbaute Mikrofon fängt die eigene Stimme gut ein, sodass der oder die Gesprächspartner/in mich immer deutlich verstehen konnte. Wie für diesen Preisrahmen üblich, konnte der Lautsprecher des Smartphones insbesondere bei Medien nicht überzeugen, da sämtlicher Tiefgang fehlt. Hier empfiehlt es sich auf Kopfhörer zurückzugreifen.

Akku

Oukitel U25 Pro Screenshot 21Im Oukitel U25 Pro verbaut der Hersteller einen mittelgroßen 3.200 mAh Akku, der im Benchmark das Smartphone für 5,5 Stunden am Laufen hält. Der Wert ist sowohl kein positiver als auch kein negativer Ausreißer, sodass sich das Smartphone in eine Reihe mit vielen Konkurrenten stellt. Trotzdem gibt es Geräte, die auch ohne energieeffizientere Prozessoren aus dem Hause Qualcomm in diesem Punkt deutlich überlegen sind. So geht zum Beispiel dem Xiaomi Redmi 6a gut 2,5 Stunden später erst die Luft aus. In der Praxis genügt die Laufzeit, um sein Handy pro Tag etwa 3 bis 5 Stunden aktiv zu nutzen. 

Zum Laden des U25 Pro liegt ein USB-C zu USB-A Kabel bei und ein 5W Ladegerät. Mit diesem Gespann dauert eine vollständige Ladung aufgrund des schwachen Netzteils gut und gerne 3,5 Stunden.

Fazit und Alternative

Leonardo_Staub
Leonardo Staub:

Das Oukitel U25 Pro ist definitv ein solides Einsteigersmartphone für um die 100€, das die grundlegendsten Erwartungen an ein Smartphone erfüllt. So sind zum Beispiel Performance als auch Kamera im Alltag zufriedenstellend und das Display in dieser Preisklasse ein echter Hingucker, wenn man über die dickeren Displayränder hinwegschaut. Leider erhält das Smartphone, trotz grundsolidem Auftritt in unserem Testbericht, trotzdem keinen Platz in den Top 5 unserer Bestenliste, da die Konkurrenz namens Xiaomi Redmi 6a, Gome U7 Mini und Meizu M6T in dem einen oder anderen Aspekt noch einen Tick besser ist.

Es bleibt aber dabei, dass man mit dem Kauf eines U25 Pro nichts falsch macht und in dem Smartphone einen zuverlässigen Alltagsbegleiter finden kann. Zudem ist das Smartphone aufgrund des einfach verständlichen und aufgeräumten Android-System für Einsteiger besonders geeignet, was das Smartphone gegenüber den genannten Modellen auszeichnet.

80%
  • Design und Verarbeitung 80 %
  • Display 90 %
  • Leistung und System 80 %
  • Kamera 80 %
  • Konnektivität 80 %
  • Akku 70 %

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H.E.
Gast
H.E.

Danke für den Test….aber wenn Samsung A40 und Xiaomi 9 SE für jeweils 9 Stunden Akkulaufzeit 70% bekommen, sollte die Bewertung bei 5,5 Std. hier erheblich niedriger liegen.

Ihr solltet da mal euer Bewertungssystem vereinheitlichen.

Erik-Zuerrlein
Editor
TeamMitglied
Erik Zürrlein

Hallo, und die Beiden kosten auch mehr als doppelt so viel, weshalb man da andere Ansprüche stellen darf. Ein absolutes Bewertungssystem macht leider bei subjektiven Testberichten in so vielen Preisklassen (Erfahrungsbericht in der Praxis über meist zwei Wochen Benutzung + mehreren Testern) keinen Sinn. Trotzdem Beste Grüße

H. E.
Gast
H. E.

Kann man sicher so sehen, aber dann hätte das Redmi 6a im gleichen Preisbereich mit 8 Stunden eher 90% verdient. Naja, ich will nicht rumkritteln, nur ne Anregung. Schöne Ostern!