BL9000 heißt die neueste Big Battery-Kreation aus dem Hause Doogee. Das Smartphone schließt die Lücke zwischen BL5000, BL7000 und BL12000, womit das Portfolio vorerst komplett sein dürfte. Das neue Akkumonster spuckt nicht nur große Töne im Hinblick auf die Laufzeit, sondern wartet auch auf mit netten Features wie NFC, OTG, kabelloses Laden und Face ID. Ob es hält, was es verspricht, soll der Test zeigen.

Design

Wer auf einen bunten Materialmix steht, der kommt beim Doogee BL9000 voll auf seine Kosten: Die Displayfront (natürlich) aus Glas, der Rahmen aus zweierlei Plastik und die Rückseite mit Kunstleder bezogen. Auch ansonsten tanzt das Smartphone eher aus der Reihe. Es erteilt sowohl dem Trend zum Randlosen als auch dem zum Runden eine klare Absage. Stattdessen gibt es ein 5,99 Zoll-Display mit deutlichen Rändern, umhüllt von vielen Ecken und Kanten.

Doogee BL9000 5

Die kantige Optik passt gut zum BL9000, das so erst gar nicht versucht, seine Problemzonen zu verstecken. Ein 9000 mAh große Akku fordert eben seinen Tribut. Doch trotz seines stolzen Gewichtes von 295 Gramm und den Maßen von 163 x 77,3 x 14,6 mm liegt es angenehm in der Hand und Dank des Kunstleders rutscht es nicht aus den Fingern. Lediglich die spitzen Ecken liegen unangenehm in der Handfläche.

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Die Verarbeitung lässt sich im Allgemeinen als ordentlich und robust beschreiben. Der Materialmix, sichtbare Schrauben, spürbare Übergänge und viel Plastik versprühen allerdings Billig-Charme. Ein Handschmeichler ist das Doogee nicht.

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Power-Knopf und Lautstärkewippe sitzen in der rechten Seite, haben einen Ticken zu viel Spiel sowie einen laschen Druckpunkt. Links ist der SIM-Schacht, unten der Lautsprecher und der USB-C-Anschluss. Eine Klinken-Buchse gibt es nicht, für die Kopfhörer muss also immer der mitgelieferte Adapter herhalten. Eine Benachrichtigungs-LED fehlt ebenfalls, gut getarnt liegt ein LED-Blitz an der Vorderseite unter dem Displayglas. Wie in dieser Preisklasse oft üblich, erfolgt die Bedienung über On-Screen-Tasten und lässt die Fläche unterhalb des nutzbaren Displays brach liegen.

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Auf der Rückseite befindet sich inmitten des Kunstleders eine Plastikinsel. Darauf liegen Dual-Kamera, Dual-Blitz und Fingerabdrucksensor. Zum Fingerprint: Er entsperrt das Phablet sehr schnell (unter einer Sekunde) und erlaubt sich nur selten einen Ausrutscher (9/10 Versuchen entsperrten erfolgreich). Die Gesichtserkennung arbeitet fast genau so schnell. Einmal registriert, entsperrt das Konterfei absolut zuverlässig den Bildschirm (10/10 Versuchen erfolgreich).

Lieferumfang des Doogee BL9000

Nicht von schlechten Eltern, was Doogee da in die schlichte, schwarze Verpackung gepackt hat:

  • Smartphone Doogee BL9000
  • Schnellladegerät
  • Wireless Ladegerät mit USB-Kabel (Mirco-USB)
  • USB-Kabel
  • Adapter für Kopfhörer
  • OTG-Adapter
  • Backcover (nicht sehr stabil)
  • Displayfolie

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Display

Das äußere Erscheinungsbild des IPS-Displays haut niemanden vom Hocker: Breite Ränder zur Seite sowie nach oben und unten sind nicht mehr zeitgemäß. Dennoch liest sich das Datenblatt recht ordentlich: 5,99 Zoll im Format 18:9, eine FHD+ Auflösung (2160 x 1080) machen 403 ppi. Dadurch lassen sich einzelne Pixel mit bloßem Auge nicht erkennen, das Bild ist dementsprechend scharf.

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Warum gerade das eckige und kantige BL9000 „rounded Corners“ in den Display-Ecken verpasst bekommen hat, erschließt sich nicht. Das sieht zwar prinzipiell ganz nett aus, doch ins Gesamtbild passt es hier überhaupt nicht. Individuelle Anpassungen (z.B. über MiraVision) lassen sich nicht machen, doch die sind auch nicht nötig: Die Farbwiedergabe ist sehr satt, dabei trotzdem natürlich, und die Kontraste (Schwarzwert: 4 Lux) sind stark. Mit 530 Lux ist die Helligkeit/Lesbarkeit im Freien absolut ausreichend.

Den Kratztest mit dem Schlüssel besteht das Display des BL9000 problemlos, es dürfte sich also (mangels Herstellerangabe) um Gorillaglas oder Vergleichbares handeln. Der Fünf-Punkt-Touchscreen reagiert genau.

Leistung

Mediateks Mitteklasse Prozessor Helio P23 kommt im Doogee BL9000 zum Einsatz. Er verfügt über 8 Kerne, unterteilt in 2 Cluster mit jeweils 4 x 1,5 und 4 x 2,0 GHz. Als GPU werkelt die Mali-G71.  Beim Scrollen im Browser macht das Doogee eine ebenso gute Figur wie bei den allermeisten 3D-Spielen. Lediglich sehr grafiklastige Spiele sollte man ein wenig herunterschrauben, um ohne Einschränkungen daddeln zu können.

DoogeeBL9000 Antutu DoogeeBL9000 Androbench DoogeeBL9000 A1SD

Mit 6GB RAM ist das Doogee bestens für Multitasking gerüstet. Der RAM ist mit 5024 MB/s ein wenig schneller als die meisten Mittelklasse Smartphones. Der interne 64 GB große Speicher ist mit einer Lese-/Schreibgeschwindigkeit von 161/204 MB/s im Durchschnitt. Die Benchmarks bestätigen ansonsten ein schnelles System, der Antutuwert von über 80.000 erklimmt sogar das Niveau der oberen Mittelklasse. Das BL9000 liefert also genau das, was man für ein Gerät in dieser Preisklasse erwartet: Ein schnelles, stabiles und aktuelles System, ohne störende Bloatware und frei von Bugs.

Antutu Ergebnis Geekbench Multi Ergebnis Geekbench Single Ergebnis 3D Mark Ergebnis

Android

Das Doogee BL9000 läuft mit dem aktuellen Android 8.1.0 und das auch sehr stabil. Hard- und Software sind gut aufeinander abgestimmt und liefern daher eine gute Leistung ab. Die getestete Firmware ist vom 5. April 2018. Das System ist frei von Bloatware und erlaubte sich in der Testperiode keine Abstürze. Malwarebytes bestätigt ein sauberes System. Bis auf die übliche Google-Garde ist nichts zusätzlich vorinstalliert. Die Icons sind optisch im Vergleich zum Serienzustand von Android 8.1.0 abgeändert, was aber nicht weiter stört.

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Im Optionsmenü findet man ein paar nette Spielerein, wie z.B. die Gestensteuerung (aber wer braucht die schon?) oder: „Background auto clean memory“. Aktiviert man diese Funktion, räumt das BL9000 den Arbeitsspeicher leer, sobald man in die Displaysperre wechselt.

Nett gemacht ist der App-Drawer. Zieht man die Schnellzugriffleiste von unten nach oben, dann öffnet sich der Drawer samt praktischer „App suchen“-Funktion. So lässt sich jede App schnell finden und auch ordentlich verstauen. Die enorme Displaylänge durch das Format 18:9 schafft eine gigantische Arbeitsfläche, wie sich schon gut an den Screenshots erkennen lässt.

Akku

DoogeeBL9000 PCMarkAkku

Kein Überflieger, aber auch kein Schwächling ist das Doogee BL9000 in der Disziplin „Akku“. Denn: Der Hersteller verspricht 9000 mAh Kapazität, das Messgerät spuckt bei einer Ladung über ein konventionelles Netzteil immerhin glatte 8500 mAh aus. Das ist ordentlich. Noch besser ist, was das Big Battery Smartphone aus dieser Kapazität schöpft: nämlich gute 18 Stunden Laufzeit im PC Mark Akkutest. Damit liegt das Gerät im Verhältnis zu seiner Akkugröße im Durchschnitt. Zum Vergleich: Der Akku-Spitzenreiter Oukitel K10 (11.000 mAh) schafft 23 Stunden im Dauertest. Ein Oukitel K8000 (8000 mAh) macht nach 19 Stunden schlapp. Interessant ist auch, dass das BL9000 die gleiche Zeit packt wie der große Bruder (BL12000, 12.000 mAh), dem ebenfalls nach 18 Stunden die Puste ausging. In der Praxis kann man mit dem Smartphone gute 4 Tage bei durchschnittlicher Nutzung über die Runde kommen. 

Mit im Lieferumfang ist ein 5V/5A Charger, der das Gerät in unter 2 Stunden im Eilverfahren wieder vollpumpt (Pump Express 4.0). Gleiches gilt für die (Achtung, angeblich nur Teil der Promo-Version zum Verkaufsstart) mitgelieferte Wireless-Ladestation. Die sieht zwar schlank und schick aus, erfüllt aber nur mäßig ihren Zweck. Es braucht schon Geduld und vor allem den richtigen Aufleg-Winkel, damit das Smartphone anfängt, Strom zu zapfen. Dass es auch anders geht, hat zum Beispiel kürzlich Allcall mit dem Mix 2 gezeigt.

Akkulaufzeit Ergebnis Einheit: Std

Kamera

Weil kaum ein Hersteller mehr ohne auskommt, hat auch das Doogee BL9000 eine Dual-Kamera verbaut. Für Bilder bei der Hauptkamera ist ein 12 Megapixel Sensor mit Blende f/2.2 zuständig. Der zweite Sensor ist ein angeblich 5 Megapixel Sensor. Angeblich deshalb, weil er, wie schon fast zu erwarten war, nutzlos ist. Wenn man den SLR-Modus aktiviert (Bokeh-Modus), wird ein kreisrunder Bereich auf dem Bild scharf gelassen, der Rest wird von der Software unscharf gemacht. Wenn man die zweite Linse zuhält, ändert sich am Ergebnis nichts. Soll heißen: alles Schummelei.

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Ohne „Bokeh“

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Mit „Bokeh“

 

Die Hauptkamera schießt bei guten Lichtverhältnissen ansonsten ganz ordentlich Bilder, die allerdings durchweg zu dunkel geraten. Bis auf diesen Kritikpunkt bekommt man meist scharfe und satte Bilder serviert. Der Auslöser ist zwar sehr schnell, doch man sollte manuell nachfokussieren, weil der Fokus nicht immer gleich sitzt. Die Naheinstellgrenze ist sehr gut, der Sony-Sensor verrichtet hier treu seinen Dienst.

Die Kamera-App bietet allerhand Einstellungsmöglichkeiten wie z.B. Facebeauty, besagtes Fake-Bokeh, Panorama und HDR. Was leider nicht geht, ist das manuelle Justieren von ISO, Sättigung und Kontrast. Gerade im Hinblick auf die dunkel geratenen Bilder wäre das ein großer Vorteil. Apropos dunkel: Sobald die Sonne untergeht, geht auch die Bildqualität den Bach runter.

Bei der Frontkamera wurde kräftig gespart, hier ist auch nichts über den verbauten Sensor bekannt. Vermutlich aus gutem Grund. Der Test-Selfie zeigt: Selbst bei guten Lichtverhältnissen (kein Gegenlicht) entsteht ein völlig überbelichtetes Foto.

Zusammenfassend ist das BL9000 beileibe kein Kamerawunder, aber auch keine Katastrophe. Für einen Preis von über 200 Euro könnte man allerdings mehr erwarten, vor allem einen Pro-Modus zum manuellen Einstellen der Parameter für ISO, Kontrast und Sättigung.

Konnektivität

Das Doogee BL9000 funkt auf allen in Deutschland wichtigen Frequenzen: 2G, 3G und 4G (LTE) werden vollständig unterstützt und der Empfang war durchweg auf hohem Niveau. Wer zwei SIM-Karten einstecken möchten, kann das gerne tun. Allerdings ist der SIM-Slot ein Hybrid-Slot: Entweder passen zwei Nano-SIM-Karten oder eine SIM-Karte plus eine microSD zur Erweiterung des internen Speichers in den Schacht.

passende MicroSDs auf

Die Gesprächsqualität verdient die Schulnote 2-. Gewöhnungsbedürftig ist, dass die Hörmuschel (der Hörschlitz vielmehr) sehr weit oben am Gehäuse sitzt, also auch das Ohr entsprechend platziert werden muss, um die Person am anderen Ende der Leitung gut zu verstehen.

Das WIFI Modul (802.11 a, b, g, n) leistet gute Arbeit mit starkem Empfang und schnellen Übertragungsraten. Das Bluetooth 4.0 Modul verrichtet kritikfrei seine Arbeit und auch der Satelliten-Empfang (A-GPS, GLONASS) ist für die Autonavigation zuverlässig.

An weiteren Sensoren sind neben den drei Standardsensoren (Näherungs-, Helligkeits- und Beschleunigungs-Sensor) auch noch ein Gyroskop und Magnetsensor mit an Bord. Sehr praktisch für unterwegs sind das Kontaktlos-Feature „NFC“ und die Möglichkeit mittels mitgeliefertem OTG-Adapter das Smartphone als Powerbank zu nutzen.

Der eingebaute Lautsprecher ist zu leise für ein Gerät dieser Größe. Der Klang lässt ebenfalls zu wünschen übrig: Er ist dumpf, blechern und übersteuert.

Fazit und Alternative

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Philip Hauck:

Es ist schnell, hat ein aktuelles Android (Oreo) vorinstalliert, viel Speicher und vor allem sehr nette Featueres, die zum Glück auch funktionieren. Mit Face-ID, NFC, OTG, 18:9-Display und kontaktlosem Schnelladen ist das Doogee BL9000 voll auf Höhe der Zeit. Anscheinend hat der Hersteller aus den Fehlern beim langsamen BL12000 gelernt und beim kleinen Bruder alles besser gemacht.

All das lässt schnell vergessen, dass das BL9000 bei der Dualkamera schummelt und ein ganz schön großer Brocken ist. Doch zugegeben: Viel Hardware braucht eben Platz und im Fall des neuen Doogee ist die auch gar nicht mal unansehnlich verpackt.

Dennoch: Das BL9000 hat einen recht stattlichen Preis von über 200 Euro. Da lohnt es sich durchaus, einen Blick auf die Konkurrenz zu werfen, zum Beispiel auf den Akku-Spitzenreiter Ulefone Power 5. Eine Kaufempfehlung gibt es trotzdem, denn das Doogee BL9000 überzeugt fast auf ganzer Linie.

77%
  • Design und Verarbeitung 70 %
  • Display 80 %
  • Leistung und System 80 %
  • Kamera 60 %
  • Konnektivität 80 %
  • Akku 90 %

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