Es läuft und läuft und läuft und läuft. Das beschreibt Ulefones Power 5 vermutlich am besten. Wer es doch noch detaillierter will, sollte sich den folgenden Testbericht über das Akkumonster mit 13000 mAh zu Gemüte führen. Denn Ulefone versucht nicht nur mit einem gigantischen Akku zu glänzen, sondern fährt auch noch andere große Geschütze auf. Welche das sind? Nun, viel Spaß beim Lesen.

Design und Verarbeitung

Ulefone Power 5 2

Das Doogee BL12000 wurde als Klotz verschrien. Das Power 5 setzt aber hier noch einen drauf! Gewichtheber scheinen auf ihre Kosten zu kommen, wenn sie das 331 g schwere Smartphone auch nur ansehen! Auf den zweiten Blick fällt vor allem das außergewöhnliche Design des Power 5 auf. Ulefone bleibt dem Motto „slim and clean“ fern und verziert das Power 5 mit allerlei Schnickschnack. So wirkt das Power 5 wie ein Outdoor-Handy, nur das es keines ist. Nicht einmal eine niedrige IP-Zertifizierung gibt es. Stabil wirkt es trotzdem. Die Seiten sind immerhin mit jeweils 4 Schrauben durch einen Metallstreifen verstärkt, alle Ecken haben eine Art Kunststoff Verstärkung erhalten und auch sonst wirkt das Power 5 nahezu „unkaputtbar“. So außergewöhnlich wie das Design, so wuchtig lesen sich die Maße. Mit 79 mm Breite, 169 mm Höhe und einer Dicke von vollen 16 mm ist das Power 5 ein wahrer Gigant.

Ulefone Power 5 1
Während die linke Seite nur den Dual-nano-SIM/microSD-Hybrid-Slot beherbergt, kann man an der rechten Seite einige Knöpfe finden. Im oberen Drittel befinden sich die Lautstärke-Buttons.

passende MicroSDs auf

Direkt darunter ist der Power-Knopf. Am unteren Ende findet sich noch eine weitere Taste, ein langer Druck auf diese startet die Memo-Aufnahme, ein kurzer die Kamera. Zwischen diesen beiden Knöpfen liegt ein Fingerabdrucksensor (10/10 Versuche erfolgreich), der das Smartphone ohne große Verzögerung und zuverlässig aus dem Stand By holt. Alle Tasten sind aus Metall und fest an ihren Plätzen. Größere Spaltmaße sucht man am ganzen Smartphone vergeblich.

Ulefone Power 5 2 Ulefone Power 5 1Ulefone Power 5 14 Ulefone Power 5 13 Ulefone Power 5 9Ulefone Power 5 5

Bei den ganzen Verzierungen sticht die Rückseite nochmal hervor. Diese ist in einem Leder-Look gehalten. Tatsächlich ist es jedoch harter Kunststoff. Der Einsatz von echtem Kunstleder hätte dem Ganzen noch die Krone aufgesetzt. Fast ein bisschen schade. Ebenso herausstechend wie der Ulefone Schriftzug in der Mitte ist die groß mit einem „dual-Lens“-Sticker beworbene Kamera. Hier gibt es mal wieder Grund zu Schmach und Schande, denn obwohl so prominent herausgestellt, ist die zweite Kamera wie so oft ein Dummy und die „dual-Lens“ damit ein Fake! Die Kamera wird von einem zweifarbigen Dual-LED Blitz flankiert und hat einen extra Rahmen erhalten, der optisch definitiv heraussticht, höhentechnisch jedoch nicht.
Die Front kommt, abgesehen von dem 18 : 9 Format, recht unspektakulär daher. Die bekannte Sensorik bestehend aus Helligkeits- und Näherungssensor sind vorhanden, ebenso wie eine dual-Selfie Kamera und ein Lautsprecher fürs Ohr. Auch bei dieser Kamera muss die Euphorie gebremst werden. Die zweite Kamera ist auch hier ein Fake!

An der oberen Kante befindet sich nichts. An der Unteren wird über zwei große Gitter auf der rechten Seite die Audioausgabe vorgenommen, auf der Linken verbirgt sich das Mikrofon. In der Mitte gibt es einen modernen USB Type-C Anschluss! Wer nun einen Kopfhörer-Anschluss vermisst, der liegt leider richtig. Ein 3,5 mm Klinkenanschluss ist nicht verbaut. Allerdings legt Ulefone eine Fülle an Adaptern bei, bei denen sich auch einer von USB Type-C auf Klinke finden lässt.

Ulefone Power 5 12

Zum Schluss dieser Rubrik noch eine erfreuliche Kleinigkeit, die aber meiner Meinung nach bei keinem Smartphone fehlen sollte. Eine Benachrichtigung LED leuchtete in angenehm pulsierendem Blau, Rot oder Grün. Rot und Grün sind allerdings hauptsächlich für den Akkustand zuständig während Blau alle möglichen eintreffenden Nachrichten oder Benachrichtigungen signalisiert.

Abgesehen von den Ausmaßen und Gewicht, die aber wohl in erster Linie dem riesigen Akku geschuldet sind, leistet sich Ulefone mit dem Power 5 keine Schnitzer und schaukelt sich locker durch die erste Kategorie. Das Design muss man mögen, die Verarbeitung ist jedoch über jeden Zweifel erhaben.

Lieferumfang des Ulefone Power 5

Ulefone Power 5 3

Hier lässt Ulefone keine Wünsche offen. In der großen schwarzen Schachtel findet man neben dem Smartphone alles, was man sich als Adapter und Ausstattung je zu träumen gewagt hat.

• Quickcharge 3.0 Netzteil (5V / 5A) (EU)
• USB Type-C Kabel (Stecker mit Überlänge)
• SIM Nadel
• Anleitung (deutsch)
• dicke Schutzhülle (schwarz/grau)
• USB Typ-C auf Micro USB (Adapter)
• USB Typ-C auf 3,5 mm Klinke (Adapter)
• USB Type-C auf USB Type-A (Adapter)(OTG)
• Displayschutzfolie (eine ist bereits aufgebracht)

Ulefone Power 5 4

Display

Das 18 : 9 IPS LCD-Display löst mit knackigen 2160 x 1080 Pixeln auf und misst recht verbreitete 6 Zoll. Das ergibt gute 404 ppi und einzelne Bildpunkte sind nicht zu erkennen. Beschränkt man sich beim Ausmessen auf die Größe des Displayglases, erhält man eine gute Screen to Body Ratio von 90 %! Nimmt man allerdings die komplette Frontseite des Smartphones als Maß, werden daraus durchschnittliche 68 % und dabei sind die One-Screen-Buttons nicht mal mit eingerechnet! Links und rechts vom Display hat das Power 5 nur 1,2 mm Rand. Ebenfalls ein sehr guter Wert auf den ersten Blick. Denn der Metallrahmen ist sehr viel breiter als das Displayglas. Rechnet man ihn mit ein, sind es schon 5,2 mm. Die gleiche Erkenntnis gilt für den obigen Rand (7 mm) und den unteren (6,2 mm). Das Glas ist nach diesen Millimetern zu Ende, das Smartphone erstreckt sich allerdings in beide Richtungen wesentlich weiter.

Ulefone Power 5 6

Farben werden sehr naturgetreu aber kräftig wiedergegeben. Leider fehlt MiraVision oder eine Alternative, um die Farbtemperatur anzupassen. Dieser Umstand ist aber verschmerzbar, da bereits eine sehr ausgeglichene Darstellung vorliegt. Die Helligkeit befindet sich in einem guten hohen Bereich. Bei direkter Sonneneinstrahlung musste man sich, je nach Inhalt, dennoch etwas Zeit nehmen, um auch Details erkennen zu können. Die niedrigste Helligkeitsstufe ging dafür vollkommen in Ordnung und war auch bei Dunkelheit noch angenehm. Die adaptive Helligkeit regelt in den meisten Fällen zügig und brauchbar nach. Gerade nach oben wird jedoch gerne etwas mehr aufgedreht als nötig. Auch der Schwarz-Wert kann sich sehen lassen, der Kontrast ist natürlich nicht unendlich, wie bei AMOLED, sehr gute Werte werden dennoch erzielt. Über das Display erhält man mit dem Power 5 eine nahezu perfekte Verteilung der Hintergrundbeleuchtung. Die Blickwinkelstabilität fällt ebenfalls sehr gut aus. Das Bild wird erst merklich dunkler, wenn der Betrachtungswinkel so steil fällt, dass man eh nicht mehr viel erkennt.

Die Reaktion des Touchscreens ist wunderbar und das Schreiben mit zwei Händen, die wegen des Gewichts fast sowieso benötigt werden, geht schnell vonstatten. Freunde von Klicker-Spielen freuen sich außerdem über stundenlanges Eindreschen auf den Bildschirm mit allen 10 vorhandenen Fingern. Fingerabdrücke sind natürlich präsent, halten sich aber in Maßen.

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Ich konnte keine Kratzer mit Schlüssel oder Messer hinzufügen, das Glas ist also gehärtet. Mit GORILLA Glas wird aber nicht geworben. Dabei war das Smartphone sogar zeitweise Sand ausgesetzt. Für die unsicheren Gemüter ist aber auch eine Schutzfolie aufgebracht und eine zweite liegt wie oben aufgezählt, der Verpackung bei.

Ulefone macht auch bei dem verwendeten Display vieles richtig. Modernes 18 : 9, gute Ausleuchtung, toller Schwarzwert und ebenso gute Blickwinkelstabilität und das alles bei sehr schönen Farben. Abzüge gibt’s maximal in der B-Note für die Helligkeitsregelung.

System – Android 8.1 Oreo

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Das Power 5 läuft auf einer nahezu unveränderten Version vom aktuellen Android 8.1. alias Oreo. Soweit so gut. Die Anpassungen belaufen sich auf ein Minimum, so gibt es leicht veränderte Icons für die Standard – Apps und das gute alte Dura Speed ist in den Einstellungen auch mit von der Partie. Eine Erklärung für Dura Speed findet sich im Artikel zum Blackview S6. Es sei aber gesagt, dass die Funktion für besser ausgestattete Geräte, vor allem jene mit mehr RAM, immer sinnloser wird. Somit ist man besser beraten, diese deaktiviert zu lassen.
Bloatware in Form von komplett unnötigen Apps gibt nicht. Ein Viren Check mit Malewarebytes brachte keine Funde zutage.
Ulefone Power 5 System 5 Die Navigation durch das System läuft intuitiv und ohne große Überraschungen. Auf dem Startbildschirm hat man jedoch die Möglichkeit, den bekannten Button in der Mitte zu nutzen, um in den App-Drawer zu gelangen oder man wischt, ganz nach Google Pixel Vorbild, einfach nach oben. Google Suchleiste und extra Startseite für den Sprachassistenten lassen sich in den Einstellungen deaktivieren bzw. entfernen.

Die Gestensteuerung ist vorhanden, jedoch sehr abgespeckt. Mir persönlich fehlt vor allem die Funktion, Musiktitel bei abgeschaltetem Display durch einen Seitwärtsbewegung zu wechseln.

Stichwort Face Unlock: Neben dem bewährtem Fingerabdrucksensor gibt es beim Power 5 die Möglichkeit sein Gesicht zur Entsperrung zu nutzen. Dies funktionierte in den meisten Fällen ganz gut. Ulefone Power 5 MalwarebytesAuch ein einfaches Bild reicht nicht, um die Funktion zu überlisten. Manchmal will das Smartphone aber auch eine Veränderung der Haare oder Grimasse nicht wahrhaben, womit die Funktion fehlschlägt oder sehr lange für die Entsperrung benötigt. In der Regel geschieht dies aber recht zügig.

Etwas nervig im Bezug auf den Fingerabdrucksensor war das oftmalige Auslösen des Sensors aus Versehen. Durch die Lage an der Seite, direkt im Grifffeld, erkennt der Sensor auch eine Berührung mit dem Handballen oder einen unbewussten Griff als Entsperrungsversuch und wird dementsprechend nach einigen misslungenen Versuchen gesperrt. Auch kommen sich hier und da der Face Unlock und der Fingerabdruck in die Quere. Schlägt die Erkennung mit dem Finger fehl oder ist bereits blockiert, wird das Smartphone dann doch noch, nach aufwachen aus dem Stand By per Face Unlock entsperrt. Das führte bei mir aber immer wieder zu komischen Momenten, in denen erst eine Fehlermeldung zu sehen war, dann wurde mir plötzlich doch Zugriff gewährt. Hier kann ein Software Update aber noch Abhilfe schaffen.

Sollte das Power 5 Freunde in der Programmiererszene finden, stünde einer Custom ROM nichts im Wege. Der Bootloader lässt sich einfach im Entwicklermenü entsperren. Performance wäre genug vorhanden. Nur der Mediatek Prozessor stellt oftmals ein Hindernis, dass nicht viele Programmierer bereit sind zu gehen. Die Zeit wird zeigen, ob das Power 5 eine große Verbreitung erreicht und sich doch einer traut, ein modifiziertes OS zu erstellen.

Das System ist sauber, hat aber kleine Ungereimtheiten bei der Entsperrung, wenn man dafür zwei verschiedene Systeme auf einmal nutzt. Das geht in Ordnung und tritt auch nicht ständig auf. Meist ist einer der beiden Sensoren wesentlich schneller als der jeweils andere. Und selbst wenn der Fehler auftrat, entsperrt wurde dann trotzdem.

Leistung

Ulefone Power 5 5

Bei der gelieferten Performance konnte bei den das Power 5 voll überzeugen. Eingesetzt wird ein recht neuer Mediatek Helio P23 Prozessor oder auch MT6763 genannt. Der Octa-Core aus dem Jahre 2017 wird in 16 nm gefertigt und bietet ganze 8 Cortex-A53 Kerne. Diese werden wie üblich in einen Leistungs- und einen Stromsparcluster aufgeteilt. Der Leistungscluster erreicht dabei 2,3 GHz, ein einzelner Kern boostet aber auch gerne mal auf 2,5 GHz. Im Stromsparcluster geht es mit 1,65 GHz pro Prozessornase etwas genügsamer zu.

Für die Beschleunigung von Spielen sorgt unterdessen eine aus zwei Kernen bestehende Mali-G71 MP2 GPU mit 770 MHz Takt. Fun Fakt: Dieselbe GPU, allerdings mit 18 (von maximal 32) Kernen und 850 MHz Takt, kommt übrigens auch im Exynos Prozessor des Galaxy S9 vor.

Dank 16 nm Fertigung ist der Chip performant und stromsparend zugleich. Was dem sowieso übertrieben großem Akku noch längere Laufzeit beschert. Beim Doogee BL12000 hat unter anderem der veraltete Prozessor einen großen Teil der eher durchschnittlichen Akkulaufzeit ausgemacht.

Ulefone Power 5 Antutu Benchmark Ulefone Power 5 Geekbench 4 CPU Ulefone Power 5 Geekbench 4 GPUUlefone Power 5 3D Mark bench

Dem Setup werden außerdem 6 GB LPDDR4X RAM zur Seite gestellt.Ulefone Power 5 A1SD Bench Im Benchmark erreicht dieser 5000 MB/s. Durchschnittlich, aber ausreichend, um Apps schnell wieder aus dem Hintergrund aufzurufen. 64 GB ROM (200/160 MB/s) liefern den üppigen Platz für besagte Apps. Zusätzlich lässt sich dieser mit einer maximal 256 GB fassenden SD-Karte erweitern. Einmal geöffnete Apps blieben sehr lange, teilweise einen ganzen Tag, bis zu einer länger dauernden Stand By-Phase (meist während dem schlafen) aktiv und konnten ohne Ladezeit aus dem RAM aufgerufen werden. Durch den 6 GB fassenden RAM ist auch ein ständiges Freischaufeln von Speicherplatz durch den Taskmanager unnötig.

Der MT6763 liefert ansehnliche Werte in Benchmarks.Ulefone Power 5 PC Mark Work Gut zu sehen am Antutu Score von 82000 Punkten, der etwas über einem Snapdragon 625 (ca. 76000) liegt. Spiele laufen gut von der Hand. Asphalt 8 ist auf hohen Einstellungen gut spielbar – über Stunden hinweg!

Anders als das BL12000 punktet Ulefone mit einem anständigen Prozessor, der einen die riesigen Kapazitäten des Akkus auch flüssig und ohne Einschränkungen nutzen lässt. Speicher und Geschwindigkeit sind also mehr als ausreichend und erfüllen die allermeisten Anforderungen spielend.

Antutu Ergebnis Geekbench Multi Ergebnis Geekbench Single Ergebnis

Kamera

Ein beworbenes Glanzstück soll die Kamera darstellen. In der Vergangenheit war diese bei Ulefone Smartphones eher schlecht als recht. Teilweise gab es sogar total Ausfälle, die nahezu unbrauchbar waren. Mit dem Power 5 soll alles anders werden! Gleich zwei mal zwei Kameras (2 Selfie, 2 Hauptkameras) werden beworben. Leider ist Werbung auch alles. Die zweite Selfie-Kamera ist ebenso Fake wie die zweite Rückseitige. Bei letzterer scheint es sich um einen VGA-Sensor zu handeln, der immerhin erkennt, ob das Objektiv verdeckt wird oder nicht (suuuper sinnvoll!!!).

Hat man sich damit abgefunden, dass gleich zwei nutzlose Kameras verbaut sind, kann man einen genaueren Blick auf die funktionierenden beiden werfen. Die Daten der Hauptkamera fallen überraschend positiv aus. Ein angegebener 21MP Sony IMX230 Sensor mit angeblicher f/1.8 Blende soll für umwerfende Fotos sorgen. Tatsächlich können sich die geknipsten Schnappschüsse sehen lassen. Bei viel Licht werden die Fotos sehr detailliert und scharf. Farben werden gut herausgestellt und kommen kräftig daher. Makro Aufnahmen gelingen nach ein bis zwei Versuchen mit guten Resultaten. Doch, auch wenn die Sonne mal nicht das Land mit Licht durchflutet, sind die Aufnahmen alles andere als unbrauchbar. Abhilfe schafft unter anderem auch der HDR-Modus, der zwar die auslöse Zeit erheblich erhöht, dafür aber die Dynamik im Bild, gerade bei unzureichenden Lichtverhältnissen, stark verbessert. Ein relativ ruhiges Händchen vorausgesetzt.

Mit weiter abnehmender Helligkeit werden die Bilder allerdings zunehmend schlechter. Sollte tatsächlich eine f/1.8 Blende verbaut sein, schwächelt an dieser Stelle die Software. Denn Fotos bei Dunkelheit sind kaum noch zu gebrauchen. Nahaufnahmen mit Blitz können das ein oder andere retten, nehmen den Bildern aber wie gewohnt einiges an Farbechtheit.

Da die Dual-Kamera ein Fake ist, sind auch die Dual-Funktionen nur Augenwischerei. Ein Bokeh-Modus ist wie üblich als verwaschener Kreis mit einem scharfen Zentrum realisiert.

Ulefone Power 5 8Ein weiterer Pluspunkt hingegen ist die Bildstabilisierung. Das Power 5 soll eine optische Bildstabilisierung (OIS) besitzen. Diese ist für gewöhnlich hochpreisigen Smartphones vorbehalten. Leider bringt auch die beste Stabilisierung nichts, wenn die Software nicht hinterherkommt. Während Fotos noch kleine Wackler verzeihen und der OIS das Bild recht stabil halten kann, hat der Gute bei Videos seine liebe Not. Kleine Bewegungen können hier noch ausgeglichen werden, verwackelt ist die Aufnahme dennoch. Wer sich Zeit lässt und vorsichtig filmt, kann also ganz ansprechende Aufnahmen erzeugen, ansonsten muss man mit einigen wackligen Bewegungen leben. Aufgenommen wird, vorne wie hinten, in Full HD. 4K steht nicht zur Verfügung. Side Fakt: Bei Videoaufnahmen, kann man bei ruckartigen Bewegungen schön auf dem Bildschirm sehen, wie die Aufhängung des OIS der Bewegung hinterher wobbelt.

Die funktionierende der beiden Selfie Kameras kommt als 8 MP Sensor mit einer f/2.2 Blende zu ihrem neuen Besitzer. Die Aufnahmen sind durchaus brauchbar, solange eine gesunde Portion Helligkeit vorhanden ist. Bei den Selfie-Aufnahmen hilft außerdem der extra Knopf an der rechten, unteren Seite, mit dem man ein Foto auslösen kann.

Ganz an die Qualität eines Meizu E3 oder eines Xiaomi Redmi Note 5 kommt das Power 5 nicht heran, zu verachten sind die Bilder, vor allem bei guten Lichtverhältnissen jedoch nicht. Erst bei abendlichen Verhältnissen oder bei Nacht wird die Schwäche richtig ersichtlich. Den Fake-Dual-Mist hätte man sich schenken können.

Konnektivität

Das Power 5 lässt sich im Bereich Konnektivität nicht lumpen. Alle nötigen Frequenzbänder werden unterstützt. Band 20 ist also vorhanden. Im W-LAN Bereich steht dual Band Wi-Fi mit 5 GHz und 2,4 GHz zur Verfügung. Der Mobilfunk erzielt bessere Konnektivitäts-Werte als das W-LAN Netz. Nach der Symbolik in der Schnellstartleiste zu urteilen, fällt die W-LAN Verbindung oft wesentlich schwächer aus und das, obwohl die Geschwindigkeiten der Übertragung zu jeder Zeit auf einem hohen Niveau sind.

Ulefone Power 5 GPSEin besonderes Schmankerl ist die kontaktlose Ladefunktion. Via Induktionspad lässt sich das Smartphone also ohne Kabel laden. Mehr dazu im Bereich Akkuleistung. NFC ist leider im Gegenzug nicht mit an Bord, schade.

Die Navigationsfunktion vollrichtet ihr Werk ohne Wenn und Aber. GPS, A-GPS, BDS und GLONASS finden den Standort ohne Probleme und führen den Anwender an den gewünschten Zielort. Die Genauigkeit der Angaben liegen in der Regel bei 2 – 3 Metern.

Auch bei den Sensoren trumpft das Power 5 auf. Neben dem bereits erwähnten Helligkeits- und Näherungssensor bietet es außerdem einen Kompass, ein Gyroskop und einen Gravitationssensor. Natürlich ist auch ein Chip für die Rotation und Beschleunigung vorhanden.

Bluetooth wird nach Version 4.2 unterstützt und hat eine gute Reichweite mit ordentlicher Konnektivität bis zum Schluss. Selbst über ein Stockwerk und durch Mauern war die Verbindung noch gut.

Die Audioabteilung bekommt erst einmal einen Ellenbogen in die Rippen. Kein Klinkenanschluss und der verbaute Monolautsprecher musiziert auch eher passabel als großartig. Höhen und Mitten gehen noch in Ordnung, Stimmen und Sprachnotizen werden klar wiedergegeben. Bässe sind aber quasi nicht vorhanden. Auf maximaler Stufe und ein, zwei Einstellungen darunter, neigt der Lautsprecher zusätzlich zu Verzerrungen. Das ist etwas schade, hätte man doch in dem riesigen Gehäuse genügend Platz gehabt, eine brauchbare Audioimplementierung vorzunehmen. Ganz anders sieht es beim Telefonieren aus. Das Mikrofon nimmt das Gesprochene klar auf und eliminiert die gröbsten Hintergrundgeräusche auch ohne explizites Noise cancelling. Die Ausgabe der Ohrmuschel ist sauber und Stimmen gut verständlich.

Abhilfe für die Musikhörer schaffen entweder USB Typ-C Kopfhörer, wie beispielsweise die CDLA von Leeco oder die In-Ears von Xiaomi. Oder man greift zum beiliegenden Type-C Adapter für die altbewährte Klinke.

Der Sound über den USB-Anschluss ist gut, könnte aber in den höchsten Lautstärken etwas mehr Power vertragen. Details werden fast vollständig abgebildet, eine kleine Steigerung der Qualität hat man aber mit höherklassigen Audiocodecs dennoch. Für unterwegs reicht das Gebotene aber auf jeden Fall. FLAC Dateien werden vom Chip unterstützt.

Akkuleistung

Der Titel dieses Abschnitts sagt quasi schon genug.Ulefone Power 5 PCMark Battery1 Das Power 5 hat Akkuleistung und davon eine ganze Menge. 13000 mAh wollen an den Mann gebracht, verbraucht und wieder gefüllt werden. Das sich hier nur Spitzenwerte ergeben können, liegt auf der Hand, aber die brachiale Laufzeit des Power 5 hat mich doch überrascht.

Ohne Probleme war die Nutzung über, sage und schreibe, 6 Tage möglich. 6! Geschont wurde das Power 5 dabei nicht. Ständiges Fotografieren, dort mal etwas Googeln, da eine Navigation zum nächsten Ausflugsziel, online Artikel lesen, ein bisschen Spielen, E-Mails abrufen… Usw. Das alles bei daueraktivem Bluetooth inklusive Audionutzung übers Auto und teils aktiviertem W-LAN. Mehr geht natürlich immer aber die Beanspruchung kann definitiv als „überdurchschnittlich viel“ gewertet werden. Eine halbe Stunde Youtube-Video schauen bei halber Helligkeit und in Full HD verbrauchte nur 2% der Akkukapazität!

Der PC Mark „Work“ Test offenbart dann die ganze Pracht. Es ist quasi unmöglich, das Power 5 an einem Tag leer zu saugen. 27 Stunden stehen auf der Benchmark Uhr und da sind noch 20 % übrig! Definitiv Weltrekord für ein Smartphone. Obendrauf kann man im Alltag ohne größere Einschränkungen den Energiesparmodus nutzen, mit dem ich trotz Musikhörens auf einer hohen Lautstärke selbst bei 5% noch mehrere Stunden durchgebracht habe. Wem das immer noch nicht reicht, kann zusätzlich noch den Ultra Energiesparmodus anschalten. Bei diesem wird die UI auf ein Minimum reduziert und geschwärzt. Zur Verfügung stehen dann nur noch Apps auf einer „Whitelist“ sowie Telefon und SMS. Hintergrunddaten werden komplett gekappt und aufgerufene Apps fliegen zügig aus dem RAM.

Man male sich nun aus was mit einem AMOLED-Screen und einem noch sparsameren Snapdragon möglich gewesen wäre!

Akkulaufzeit Ergebnis Einheit: Std

Hat man es doch geschafft, das Power 5 leer zu saugen, möchte es natürlich auch wieder mit Energie gefüttert werden! Unter zu Hilfename des beiliegenden Quickcharge 3.0 Netzteils dauert das weniger lang als zuerst gedacht. In 40 Minuten konnte man 25 % gut machen, das reicht locker schon wieder für einen Tag. Nach weiteren 40 Minuten war das Power 5 bei 50 % angelangt. Vollständig geladen war es nach ziemlich genau 3 Stunden und 20 Minuten. Beginn 14:20 mit 1 %. Ende 17:45 mit 100 %. Beim Laden im Bereich von 20 – 80 % wird das Smartphone allerdings sehr warm, fast schon etwas ungemütlich.

Ulefone Power 5 PCMark Battery2 Ulefone Power 5 Akkuverbrauch

Etwas, was bei diesen Werten nicht fehlen darf ist der OTG Modus, also die Möglichkeit das Smartphone als Powerbank zu nutzen. Das Power 5 hat diese Funktion. Das benötigte Kabel liegt der Verpackung bei.

Drahtloses Laden

Das Ulefone Power 5 unterstützt eine Ladeleistung von 10 Watt via Induktion. Ulefone schickte uns für den Test daher das hauseigene lade Pad UF002. Designtechnisch ist dieses definitiv nicht so gewagt wie das Smartphone. Schlichte Eleganz trifft es hier wieder besser. Die Oberfläche des Pads ist mit weißem oder schwarzem Kunstleder überzogen, der Rest des Gehäuses ist aus Metall. Der Packung liegt ein hochwertiges, mit Stoff umwickeltes USB-Kabel bei. Ein Netzteil fehlt. Das Pad hat einen Durchmesser von 10 cm und ist 6,5 mm dick.

Ulefone Power 5 4
Ladestation und Smartphone erkennen von alleine, wenn ein kompatibles Gerät in Reichweite ist und beginnen den Ladevorgang. Wunder sollte man hier keine erwarten. Eine vollständige Ladung, dauerte mit dem Pad fast doppelt so lange wie mit dem normalen Netzteil, ca. 6,5 Stunden. Für eine Ladung über Nacht nach einer langen Woche sollte die Geschwindigkeit jedoch ausreichen.

Das Lade-Pad liegt dem Smartphone nicht bei!

Fazit und Alternative

Gravatar Smaller
Max Drechsel:

Ulefone hat mit dem Power 5 nahezu alles richtig gemacht und für mich besteht kein Zweifel, dass mit dieser Generation der Power Serie an den Erfolg des Erstlings angeknüpft werden kann. Das Power 5 hat kaum Schwächen, dafür aber viele Stärken, allen voran die unendlich wirkende Akkukapazität.

Wer sich mit dem, nun ja, etwas anderem Design anfreunden kann und wer das hohe Gewicht nicht scheut, bekommt einen treuen Begleiter für jeden Ausflug. Ich selber testete das Power 5 im Urlaub und war einfach nur glücklich nicht ständig mit Kabeln hantieren zu müssen. Angst, es nicht über den Tag zu schaffen, nach dem es man am Morgen oder über Nacht nicht geladen hatte? Witzig! Einen Dämpfer gibt’s dann doch. So viel Leistung will bezahlt werden. Ulefone ruft derzeit 230 € für das Power 5 auf. Für das Geld bekommt man jedoch auch eine Menge geboten.

87%
  • Design und Verarbeitung 90 %
  • Display 90 %
  • Leistung und System 80 %
  • Kamera 70 %
  • Konnektivität 90 %
  • Akku 100 %

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Markus
Gast
Markus

Hallo,
weiss eigentlich jemand ob das Power 5 VoWiFi beherrscht? Das Power 3 kann es ja bisher noch nicht (habe jedenfalls noch keine Einstellmöglichkeiten gefunden).

Tobias Hendrich
Gast
Tobias Hendrich

Ich habe eine Frage.
Weiß jemand von euch ob man bei Android 8.1 der Handycamera beim Ulevon Power 5 den Speicherort der Fotos ändern kann ? Ich hätte die Fotos gerne auf meiner sd-card und nicht auf dem Handy oder in einer cloud!

Mfg
Tobias

Alex
Gast
Alex

Ich habe eine Frage zu den Testfotos. Wo sind die Fotos von den Schwertern gemacht worden? DAnke

Franko Pranko
Mitglied
Mitglied
Franko Pranko

Ist der Akku eigentlich herausnehmbar?

Erik Nitschke
Gast
Erik Nitschke

Der Amazon Link führt leider zu banggood 🙁

Marcel
Gast
Marcel

Ich hab noch das erste Ulefone Power, nach 3 Jahren ging der Akku kaputt, ich hab mir dann ein gebrauchtes Samsung S6 edge von einem Freund gekauft.
Nun ich muss sagen, wer vorher ein Handy hatte das man nach 4 Tagen erst wieder aufladen muss, der möchte dass in Zukunft nicht mehr missen.Das S6 edge musste ich jeden Tag aufs neue laden, dass war so nervig das ich dann ein neuer Akku für das Ulefone Power bei Ebay bestellt habe.
Eingebaut und ich war wieder völlig zufrieden so das ich das S6 edge am gleichen Tag bei Ebay zum verkauf anbot.
Das die Kamera beim Ulefone Power etwas schwächelt nehme ich gerne in Kauf gegen einen Akku der mich 4 Tage nicht nervt.Durch die App „Open Camera“ kann man dies wieder ausgleichen und man hat dann wieder ein perfektes Handy.

Verty
Gast
Verty

Also ich habe das Power auch da und egal mit welcher App und auch mit Open Camera, wird es nicht besser. Katastrophe trifft es gut. Das s6 Edge macht sehr gute Bilder. Also wenn meine Priorität bei Bildern wäre, hätte ich lieber das behalten. Ansonsten…. Perfektes Handy gibts nicht. Weder mein P20 Pro noch mein Mi A2 sind perfekt.

Christian
Gast
Christian

In meinen Augen sollte kein Gerät über 85% liegen wenn irgendwelche Details „Fake“ sind. Die Kamera ist doch heute eines der wichtigsten Elemente bei einem Smartphone. Wenn es nur um Leistung geht, sollten ja dann alle Geräte 90% haben oder`?

Tom
Gast
Tom

‚Die Kamera ist doch heute eines der wichtigsten Elemente bei einem Smartphone.‘
Sorry.. Bei Leuten vielleicht die ihr so interessantes Leben in allen Einzelheiten überall veröffentlichen müssen.
Für mich ist Akku am wichtigsten.
Was nutzt das beste Handy das mal wieder den Einsatz versagt weil… Akku leer.
Also nicht nur von ihren Bedürfnissen ausgehen. Die Bewertung geht also in Ordnung.

Christian
Gast
Christian

Naja,…wenn ich die 87% bei diesem Gerät mit dem Xiaomi Mi A2 vergleiche welches die gleiche WErtung hat sind da für mich schon diverse Qualitätsunterschiede. Der Akku hält heute bei fast jedem Gerät mindestens einen Tag und wer mag eine Powerbank mit diesem Gewicht mitschleppen.

Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen….

Tom
Gast
Tom

Komisch.. Ich lese bei Verarbeitung Display die gleiche Bewertung.

Super wenn der Akku theoretisch einen Tag hält.
Ich kenne genug Leute die abends unterwegs sind und denen der Akku ausgeht.

Sehen Sie es doch ein… Jeder hat andere Bedürfnisse.

Andreas
Gast
Andreas

hallo,
wann dürfen wir mit dem Test rechnen?
Ich schwanke im Moment zwischen dem Blackview P10000Pro und dem Power 5.

Gruss

Jonas Andre
Admin
TeamMitglied
Jonas Andre

Hey, der test ist gleich online :).

Gruß Jonas

Peter
Gast
Peter

Es wäre super wenn Sie auch den Aspekt der Soundqualität beim Testen berücksichtigen würden. Bluetooth und Kabel, beim Power 2 konnte ich deutliche Unterschiede zu einem LG G5 hören und die Bluetooth Verbindung zum B&O H7 brach regelmäßig für eine sec ab was auf Dauer ziemlich nervig wurde. Wäre spannend zu wissen ob man diese Probleme mittlerweile in den Griff bekommen hat. Mfg