Blackview rühmte sich in den letzten Tests mit solide ausgestatteten Handys zu einem guten Preis. Das Blackview S6 zielt auf diese Zielgruppe ab und erfüllt auf den ersten Blick die selbst gesteckten Ziele vollständig. Dabei hat der Name nichts mit dem in die Jahre gekommenen Vetter aus dem Hause Samsung gemein. Das Blackview S6 ist brandneu, muss sich von dem alten Flaggschiff in Sachen Leistung aber geschlagen geben. Dafür soll das S6 neben einem großen 18:9 Display und einem üppigen Akku, auch mit einer Dual-Kamera auf der Rückseite (wer’s glaubt) dienen. Das alles zu einem Preis von erschwinglichen 80€!

Wie viel Smartphone für diesen Preis tatsächlich drin ist, wie sich Blackviews S6 gegen die Konkurrenz schlägt, wo man Abstriche hinnehmen muss und was uns überrascht hat, erfahrt Ihr im folgenden Test.

Design / Verarbeitung / Lieferumfang

Woher Blackview beim S6 die Inspiration für das Design her hat, wird schnell ersichtlich, wenn man zum iPhone 8 schielt. Viele chinesische Smartphone Hersteller haben das Design adaptiert und mixen es meist mit eigenen Impressionen. Die Kanten am Gehäuserahmen und auch am Displayglas sind somit vollständig abgerundet. Die Tasten für Lautstärke und Power befinden sich auf der rechten Seite und sind wie der Rahmen aus Metall. Die Verarbeitung ist tadellos und Spaltmaße sind nicht zu erkennen. 155 mm reckt sich das S6 in die Länge, 73 mm zieht es Blackview in die Breite und 9,5 mm ist es dick. Für diese, etwas über dem Durchschnitt liegenden Maße, erhält man einen üppigen 4180 mAh Akku. Das S6 ist mit 215 Gramm kein absolutes Leichtgewicht, liegt aber sehr gut in der Hand.

Blackview S6 Display review 1 Blackview S6 Rückseite

Rutschig ist das Smartphone ebenfalls nicht, was an der abnehmbaren Kunststoffrückseite liegt. Nimmt man diese, mit der Erwartung eines wechselbaren Akkus ab, wird man erstmal enttäuscht. Eine große metallene Platte im Zentrum macht deutlich: Es ist nicht vorgesehen den Akku zu tauschen. Allerdings liegen rund um den Akku viele Schrauben, es ist also nicht abwegig, dass der Akku mit geringerem Aufwand gewechselt werden kann. Hat man sich von dem Akku losgerissen, springt einem gleich das erste Highlight ins Auge. Direkt über dem Akku finden sich drei voneinander getrennte Kartensteckplätze. Zwei davon nehmen jeweils eine Nano-SIM-Karte auf. Der Dritte lässt sich unabhängig von den anderen mit einer Micro-SD-Karte füttern. Dieser Slot wird auch dringend gebraucht, denn Blackview stattet das S6 nur mit 16 GB internen Speicher aus. Für eine zweite SIM-Karte wäre bei dem üblichen Hybrid-Slot wohl nie Platz.

Blackview S6 Rückseite SIM Karten 2 Blackview S6 Rückseite SIM Karten 1

Die Kunststoffrückseite selbst ist in einer Art Karbon-Optik gehalten, bei der ein Muster aus Rechtecken und Quadraten kreiert wurde. Der Fingerabdrucksensor prangt dabei zentral im oberen Drittel und ist sehr gut erreichbar. In 9/10 Fällen entsperrt dieser das Handy zuverlässig aus dem Stand-by und genehmigte sich dazu im Mittel etwas mehr als eine Sekunde. War der Sperrbildschirm schon aktiv, wurde die Entsperrung ohne Verzögerung umgesetzt. In der oberen linken Ecke der Rückseite findet sich die (Fake) Dual-Kamera, die von einem doppelten aber nicht zweifarbigen LED-Blitz zur Rechten flankiert wird. Im unteren Drittel rechts gelegen findet man eine Aussparung für den Lautsprecher. Dieser strahlt zur Rückseite ab. An der unteren Kante des Metallrahmens finden sich zwar zwei Gitter, die nach weiteren Lautsprechern aussehen, anscheinend sind diese aber nur für optische Zwecke vorhanden, eine Funktion erfüllen sie nicht. An der Unterseite ganz links außen ist auch das Mikrofon zu finden. Wer jetzt einen Mikro-USB Anschluss vermisst wird am oberen Ende des Smartphones fündig, ihm zur Seite steht auch der immer noch gern gesehene 3,5 mm Klinkenanschluss.

Blackview S6 Design und Verarbeitung 1 Blackview S6 Design und Verarbeitung 3 Blackview S6 Design und Verarbeitung 2 Blackview S6 Design und Verarbeitung 4

Die Front wird hauptsächlich vom 5,7 Zoll Display im 18:9 Format eingenommen, Soft-Touch oder Hardware Tasten gibt es nicht. Die Navigation wird über On-Screen Buttons realisiert. Der Lautsprecher für das Ohr befindet sich standardmäßig mittig über dem Display. Rechts und links wird dieser flankiert durch die Selfie-Kamera und einen Helligkeits-, sowie Näherungssensor. Eine LED erstrahlt bei Benachrichtigen ausschließlich in Blau.

Die Anzahl der Sensoren ist zwar begrenzt, in dieser Preisklasse gibt es aber kein Grund zu meckern. Das Blackview S6 ist von der Verarbeitung her als tadellos zu bezeichnen. Ankreiden könnte man höchstes, die Rückseite aus Kunststoff und den Griff zu einem Micro-USB Anschluss statt Type-C. Da aber selbst Smartphones in höheren Preislagen nach wie vor auf Micro-USB setzen ist dies kein Beinbruch. Die Rückseite kann ebenfalls verschmerzt werden, spart man sich somit doch das Einschubfach für das SIM-Karten-Tray und eliminiert damit weitere mögliche Mängel in der Verarbeitung. Quasi als Bonus gibt es dafür zwei SIM-Karten plus Micro-SD.

Lieferumfang des Blackview S6

Dem Blackview S6 wird eine fast schon zum guten Ton gehörende Ausrüstung in einer weißen Verpackung beigelegt. Neben dem Smartphone erhält man somit:

Blackview S6 Lieferumfang

  •  Displayschutzfolie
  •  Netzstecker (EU)
  • USB auf Mikro-USB Kabel            
  • Schnellstartanleitung
  • Kopfhörer mit Stopp/Play Button
  • Gummischutzhülle (Bumper)

Display

Blackview stattet das S6 mit erwähntem 5,7 Zoll IPS-Display im 18:9 Format aus. Das Display hat dabei eine HD Auflösung von 1440 x 720 Pixeln, was einer Pixeldichte von 282 ppi entspricht.
Blackview S6 Display review 3Inhalte sind also klar und deutlich sichtbar und auch kleine Schrift wird ausreichend scharf dargestellt. Einzelne Bildpunkte erkennt man bei genauerer Betrachtung aber.

Durch die üppigen Ausmaße des Displays wird auch eine Screen to Body Ratio von 80% erzielt, als nutzbare Fläche bleibt nach Abzug der On-Screen-Buttons noch ca. 74 %.
Als einer der wenigen Hersteller in letzter Zeit bewirbt Blackview sein Smartphone nicht mit einem randlosen Display, was auch vollkommen der Realität entspricht und somit Pluspunkte einheimst. Während oben und unten 11 mm Platz gelassen wird, gönnt man sich an den Seiten jeweils 3 mm.

Das Bild hat in der Grundeinstellung einen gewissen Blaustich, diesem kann man aber vollständig mit MiraVision entgegenwirken. Um genau zu sein, reicht eine Umstellung des Bildmodus von Standard auf Lebendig und der Blaustich ist nahezu nicht mehr erkennbar.
Wer es gerne noch wärmer hat, kann mit LiveDisplay feinjustieren. Die adaptive Helligkeit regelte den Situationen entsprechend recht zügig die Helligkeit nach. Apropos Helligkeit: die höchste Stufe reichte um bei Sonneneinstrahlung noch gut vom Display ablesen zu können. Die niedrigste Stufe hingegen war angemessen abgedunkelt, um auch abends nicht das Gefühl zu haben, direkt in die Sonne zu schauen.

Der Schwarzwert war zufriedenstellend. Die Blickwinkelstabilität hätte besser ausfallen können. Bei starken Neigungen nach oben und unten kommt es zu Helligkeits- und Farbechtheitsverlusten. Den User selbst wird das zwar kaum betreffen. Wer aber öfter mal ein Video oder Bilder in die Runde zeigt, muss damit rechnen, dass die Kollegen am Rand der Gruppe das Bild sehr dunkel wahrnehmen.

Der verbaute Bildschirm ist gut durch Kratzer vom eingesetzten Glas geschützt, wie ein Test mit dem Messer zeigte. Ob hier Gorilla Glas verbaut wurde ist nicht bekannt. Die Gleitfähigkeit war ebenfalls gut. Tatsächlich hielten sich auch Fingerabdrücke in Grenzen, zumindest haben wir das schon viel schlimmer erlebt. Der Touchscreen erkennt fünf Finger, was in dieser Preisklasse absolut in Ordnung geht und die Anwendung zu keiner Zeit behinderte. Die Eingaben mit besagten Fingern ging zügig von der Hand und wurden präzise umgesetzt.

Leistung und System

Blackview muss durch den günstigen Preis beim S6 einige Abstriche machen, dazu zählt auch der Prozessor. Verbaut wurde eine Mediathek MT6737 mit 4 Kernen die standardmäßig bei 1,35 GHz laufen. Der Boost ermöglicht 1,5 GHz. Das reicht in der Regel für das S6 und Android mit einfachen Apps aus. Dem schwachen Prozessor folgend wurde auch nur ein HD-Display verbaut, Full-HD hätte noch mehr Last bedeutet. Der 28 nm Prozess, in dem die CPU gefertigt wird, ist mittlerweile veraltet. Modernere Fertigungsverfahren ermöglichen mehr Leistung bei gleichem Verbrauch oder geringeren Verbrauch bei gleicher Leistung. Nichtsdestotrotz schlägt sich die CPU mit ihren Cortex-A53 Kernen solide im Benchmark und erzielt im neuen Antutu 7.0 ordentliche 39000 Punkte. Immer unter dem Gesichtspunkt das man hier nur 80 € für sein Smartphone zahlt.

Blackview S6 Geekbench 4 1Blackview S6 Geekbench 4 2Screenshot 20180305 194435

Die Grafikeinheit, namentlich eine Mali-T720, taktet mit 600 MHz und befeuert weniger aufwendige Spiele zufriedenstellend. In Asphalt 8 hingegen sollte man auf mittlere oder niedrigere Einstellungen zurückgreifen, da sonst kaum flüssige Bildraten erreicht werden. Bei Videos auf YouTube zeigte sich ein gemischtes Bild. In 720p sind die Bildraten bei 30 FPS stabil, bei 60 FPS kommt es in unregelmäßigen Abständen zu Nachladerucklern, die insgesamt das Bild bzw. Video trübten.
Mit gerade mal 2 GB RAM, von denen ca. 900 MB frei sind, ist das S6 für aktuelle Standards nicht sonderlich üppig ausgestattet. Tatsächlich hätte man den, sowieso schon geringen RAM, besser auslasten können. Keiner braucht Arbeitsspeicher, der nie genutzt wird. Immerhin, bei viel Multitasking in dem auch zwischen einem Spiel gewechselt wurde, gönnte sich das System 1,4 GB.
Stichwort Multitasking: Die Navigation durch das System und das Scrollen von Seiten war zufriedenstellend. Beim Öffnen von Apps muss man aber die ein oder andere Sekunde an Verzögerung in Kauf nehmen. Sind die Apps dann einmal geöffnet gestaltet sich der Wechsel zwischen diesen angenehm zügig. Alle Apps und das System müssen auf gerade mal 16 GB Speicher Platz finden, sofern man keine microSD-Karte zur Erweiterung einsteckt. Das System belegt dabei knappe 2 GB.

Antutu Ergebnis Geekbench Multi Ergebnis Geekbench Single Ergebnis

Blackview S6 PCMark WorkBlackview S6 Antutu BenchmarkDie größten Schwierigkeiten hatte das S6 kurioserweise mit dem Chrome Browser. Dieser funktionierte grundsätzlich tadellos, aber selbst bei guter W-LAN Verbindung dauerte der Seitenaufbau auf Seiten mit mehreren Bildern überdurchschnittlich lange. Die vorinstallierte Browser-App war hier wesentlich schneller unterwegs und erreichte gute Geschwindigkeiten. Das S6 blieb bei Benchmarks und aufwendigen Anwendungen immer kühl. Lediglich im oberen Drittel war überhaupt eine Wärmeentwicklung zu bemerken. Beim Laden war der Akku (fast schon angenehm) warm.

System – Android 7.0

Blackview S6 Android 7 6Blackview S6 Android 7 7 Blackview S6 Android 7 3Blackview S6 Android 7 4

 

Das Blackview S6 Android 7 2 Blackview S6 erreicht den Käufer mit einem kaum veränderten Android 7.0 alias Nougat. Lediglich die Schnellstartleiste und Standard Apps waren optisch angepasst. In den Einstellungen gab es viele Möglichkeiten, das S6 um Gestik-Features zu erweitern. So blätterte man beispielsweise mit einem Handschwenk vor dem Display durch verschiedene Menüs und auch die Galerie. Den Fingerabdrucksensor kann man auch als Auslöser für Fotos verwenden, eine sinnvolle Erweiterung. Auch das Zeichnen von Buchstaben auf dem deaktivieren Display funktionierte, nur leider nicht so wie wir es erwarteten. Zeichnete man zum Beispiel ein O, um die Kamera zu öffnen, hieß es warten. Irgendwann kurz danach registrierte das Smartphone dann das O und zeichnete es in grüner Schrift auf dem Display nach. Danach wollte sich die Kamera-App öffnen, scheiterte aber am Sperrbildschirm, womit diese Funktion recht sinnfrei blieb. Bei OnePlus gibt es beispielsweise diese Zeichensteuerung ebenfalls, die Kamera wird hier geöffnet und Fotos können gemacht werden. Allerdings wird für das Ansehen der Bilder und den Wechsel in die Galerie dann der Pin gefordert. Alle Gestik Einstellungen waren nicht ins Deutsche übersetzt.

Eine Einstellung sei noch erwähnt: DuraSpeed. DuraSpeed ist eine App, die auch regulär im Appstore verfügbar ist. Ziel ist es auf Systemen mit Mediathek Prozessor, der im Vordergrund befindlichen App ein extra Plus an Leistung zur Verfügung zu stellen. Dies wird erreicht, indem man Hintergrundprozesse verzögert oder ganz deaktiviert, grundsätzlich eine gute Idee. Blackview integrierte diese App direkt in das System.
Effektiv sind durch die App keine höheren Benchmark Werte erreicht worden. Als Vorteil (aber auch Nachteil) kann gewertet werden, dass Nachrichten-Apps wie Telegram oder WhatsApp nicht während einem offenen Spiel eingeblendet werden und somit einen Großteil des Bildschirms bedecken.
Negativ betrachtet leidet jedoch das Multitasking. Geöffnete Apps werden zuverlässig nach einer sehr kurzen Zeit aus dem RAM geschmissen, was zu längeren Wartezeiten beim Wechseln führt, gleichzeitig erhält man eine etwas gesteigerte Akku Leistung, die aber kaum ins Gewicht fällt. Im Playstore lässt sich DuraSpeed auch deinstallieren, die Option bleibt in den Einstellungen allerdings bestehen.

Freunde von Custom Roms wird es freuen das Blackview die Entsperrung des Bootloaders nicht unnötig kompliziert gestaltet – kurzer Seitenhieb Richtung Xiaomi – eine einfache Option in den Entwickleroptionen entsperrt diesen. Allerdings ist fraglich, ob sich eine Fangemeinde um das S6 bildet, die es mit modifizierten Betriebssystemen ausstattet. Problematisch ist hier bereits der Mediatek Prozessor. Immerhin steht dem Aufspielen einer eigenen Recovery oder eines angepassten OS nichts im Wege.

Kamera

Das leidige Thema der Fake Dual-Kameras geht auch am S6 nicht vorbei. Blackview stattet das S6 nach eigenen Angaben mit einer 8 MP (f/2.0 Blende) und einer 0,3 MP Kamera aus, wobei nur die erste wirklich verwendet wird. Ein möglicher Bokeh-Effekt wird also rein Softwareseitig umgesetzt. Die Kameras sind wohl auch der größte Kritikpunkt, denn die Qualität der Aufnahmen variiert stark von einigermaßen brauchbar zu völlig unbrauchbar. Ein Bildstabilisator ist nur elektronisch (EIS) vorhanden und funktionierte weder bei der Videoaufzeichnung noch bei Fotos.
Bei Tageslicht oder gut ausgeleuchteten Räumen kann man mit einigen Versuchen einen brauchbaren Schnappschuss hinbekommen. Der Autofokus funktioniert dabei nur mäßig erfolgreich, dafür ist die Auslösezeit sehr kurz. Gegenlicht schmeckt dem S6 allerdings überhaupt nicht und bestärkt nur die durchgehend überbelichteten Aufnahmen.
Der HDR-Modus, der normalerweise eine bessere Lichtverteilung bewirkt, dreht die Helligkeit der Bilder nur noch höher und ist damit in den meisten Fällen unbrauchbar.
Ist ein Foto geglückt, hat man zu den Rändern hin einen leicht unscharfen Bereich.

Bei schlechtem Licht oder bei Nacht braucht man das S6 leider gar nicht erst für Fotoaufnahmen herausholen, die Qualität wäre unterirdisch. Die Selfie-Kamera hat lediglich 2,4 MP, eine Brennweite ist nicht angegeben. Die geringen Megapixel schlagen sich in der Qualität nieder. So sind Selfies nur unter guten Lichtverhältnissen zu gebrauchen. Details sind Mangelware und auch hier ist das Bild durchgehend überbelichtet.
Bei Videos verhält es sich im Allgemeinen sehr ähnlich. Die Überbelichtung ist zwar nicht so stark ausgeprägt, durch den fehlenden Stabilisator ist es aber schwer eine ruhige Aufnahme zu erhalten.

Auch unter dem preislichen Aspekt fällt die Kamera ab. Statt eine Dummy Dual-Kamera zu verbauen, hätte man das Geld dafür lieber in die Hauptkamera investieren sollen.

Konnektivität

Diesen Punkt meistert das S6 mit Bravour. Neben einem 2,4 GHz Band für W-LAN ist das 5 GHz Band vorhanden, wenn auch ohne .ac Standard. Bei den Frequenzen für mobiles Internet ist das für Deutschland wichtige Band 20 mit am Start. Die Verbindung mit dem LTE-Netz hätte manchmal Blackview S6 GPS Testetwas besser sein können, die Empfangsstärke war im Vergleich zu hochpreisigeren Modellen etwas schlechter aber immer noch gut. Beim W-LAN konnten wir keinen schwächeren Empfang oder besonders langsame Datenraten feststellen.Wie schon zu Beginn dieses Tests beschrieben lassen sich in das Blackview S6 zwei separate Sim-Karten einsetzen, ohne den microSD-Karten Slot zu opfern. Als höchste erweiterbare Menge wird dabei 128 GB angegeben. Bluetooth steht in der Version 4.1 zur Verfügung. Auch hier gab es keine Ausfälle und eine Verbindung war über mehrere Meter hinweg stabil. Zum Schluss steht noch das GPS Modul an. Dieses arbeitete zufriedenstellend und auf 4-5 m genau. Eine Navigation war ohne Probleme nach einer kurzen Phase des Einpendelns möglich und führte den Nutzer somit auch ans Ziel.

Ein Telefonat funktionierte tadellos und beide Gesprächspartner konnten sich klar und deutlich verstehen. Selbst die Freisprechfunktion erzielte noch gute Resultate.

Man kennt das ja, für gewöhnlich haben Smartphones nicht die besten Lautsprecher. Meist fehlt die Tiefe des Basses oder sie Plärren ohne Ende. Das Blackview S6 hat uns hier positiv überrascht. Obwohl die Tonausgabe sicher nicht zu den besten gehört, kann es in dieser Kategorie Punkte gutmachen. Die Ausgabe der Mitten und Höhen übertrifft dabei die Erwartungen. Diese klingen für das Preissegment sehr sauber. Bass sucht man im Gegenzug vergebens, er wird quasi konsequent ignoriert. Erst in der höchsten Lautstärkestufe neigt der Lautsprecher zu krasser Übersteuerung. Für das musikalische Berieseln nebenbei, oder einem YouTube-Video hält das Blackview S6 insgesamt besser her als so mancher Konkurrent in höheren Preislagen.
Wer kann, greift aber auf den Klinkenanschluss zurück. Bei maximaler Lautstärke drängt sich gerade der beim Lautsprecher fehlende Bass etwas auf und überlagert somit leicht die Höhen. Eine Stufe darunter tritt der Effekt aber schon nicht mehr auf. Hier und da werden ein paar Details verschluckt, alles in allem hat man mit dem Klinkenanschluss aber einen guten Begleiter für unterwegs. Es sei angemerkt, dass der Audiocodec keine Flac-Dateien unterstützt.

Bei der Wahl der Sensoren beschränkt man sich auf das gerade so Nötigste. Neben dem schon genannten Fingerabdrucksensor ist außerdem ein Licht-, Näherung- und Beschleunigungssensor vorhanden.

Akkulaufzeit

In letzter Zeit kamen viele Big-Battery Handys von allen möglichen Herstellern auf den Markt. Auch Blackview war vorne mit dabei und veröffentlichte fleißig ein Smartphone mit Riesenakku nach dem anderen. 6000 mAh, 8000 mAh und 10000 mAh waren dabei nicht genug und es wurde alles was möglich und noch vertretbar war herausgeholt. Für das S6 hat sich Blackview wieder auf „normale“ Größen besonnen. 4180 mAh werden zur Verfügung gestellt. Klein kann man den Akku also nicht bezeichnen, haben doch die Flaggschiffe etablierter Firmen meist um die drei bis viertausend Milliamperestunden. Vielmehr reiht sich das S6 mit der reinen Rohleistung im oberen Mittelfeld ein.

Akkulaufzeit Ergebnis Einheit: Std

Blackview S6 Android 7 1 Blackview S6 Android 7 5Blackview S6 PCMark Battery

Auch der PCMark Work Test bescheinigt das mit sechseinhalb Stunden. Als Poweruser muss man mit dem S6 nach einem Tag an die Dose. Wer viel spielt, Fotos knipst und ständig im Internet surft kann schon mal auf eine Screen-on-Time von 4 bis 5 Stunden kommen. Bei gemäßigter Handhabung kann das S6 aber auch durchaus ein Wochenende überstehen, ohne die Angst zu wecken, ständig eine Steckdose in Reichweite haben zu müssen. Ein HD YouTube-Video bei halber Helligkeit verbrauchte 13 % in einer Stunde, kein besonders herausragender Wert, aber auch nicht schlecht.

Fazit und Alternative

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Max Drechsel:

Blackview hat es geschafft mit einem relativ günstigen Smartphone eine akzeptable Leistung zu erzielen. Das S6 hat gewiss einige Schwächen, allen voran die Kamera. Aber man erhält abseits davon eine gute Ausstattung für den schmalen Geldbeutel. Die zwei Gigabyte RAM haben sich im Test beispielsweise weniger stark auf die Performance ausgewirkt als wir erwartet hatten. Als weiteren Top-Punkt ist auch das 18:9 Display zu nennen. Hier wurde zwar nur auf HD-Ausgabe gesetzt, betrachtet man aber das Gesamtpaket mit wenig RAM und Budgetprozessor, ergibt es Sinn, nicht unnötig viel Last auf diese Komponenten zu legen. Die Audioausgabe ist für diese Preisklasse grundsolide und die verbauten Sensoren verrichten ihre Arbeit zufriedenstellend bis gut. Gerade als Zweites oder Geschäftshandy macht sich das S6 durch den zweifachen SIM-Karten-Slot plus microSD-Karte sehr gut. Durch die gute Konnektivität mit Band 20 und 5 GHz W-LAN Schnittstelle sticht es Kontrahenten im selben Preissegment, wie das Xiaomi Redmi 5a aus, muss aber wie beschrieben an anderer Stelle zurückstecken. Wer nur um die 80 € ausgeben möchte, der macht mit dem Blackview S6 einen guten Griff. In Anbetracht von Preis/Leistung kann man eine Kaufempfehlung aussprechen. Ein in nahezu allen Belangen besseres Modell, aber mit ca. 100 € auch etwas teurer, erhält man erst mit dem Vernee M5.

71%
  • Design und Verarbeitung 80 %
  • Display 80 %
  • Leistung und System 60 %
  • Kamera 55 %
  • Konnektivität 80 %
  • Akku 70 %

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Stephan
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Stephan

Hallo!

Das Handy hat 58% als Bewertung bekommen. Aber da fehlt die Bewertung vom Display! Etwas mehr als 0% werden doch wohl drin sein, oder?

Ich habe mir eine Tabelle mit „allen“ Handys im 18:9 Design gemacht:

Warum bekommt das Handy bei einem großen 4200 mAh aber nur schwachen 6:33 im PC Mark Akkutest 70%? Die Zeit geht noch so einigermaßen, aber bei dem Akku ist das doch enttäuschend.

Das Oukitel C8 kommt mit einem gerade mal 3000 mAh Akku auf 8:24 beim PC Mark! Und bekommt dafür nur 80%… („Ein Langstreckenläufer ist das C8 nicht unbedingt, macht auf der normalen Distanz aber eine sehr gute Figur“). Die Laufzeit ist wirklich gut, vor allem mit dem kleinen Akku.

Ich wollte bei meiner Handywahl nach Akkugröße gehen, aber das bringt offenbar garnichts! Mir ist klar, dass die Hardwareausstattung bei diesen beiden Geräten unterschiedlich ist, aber die Bewertungen machen im Verhältnis zueinander keinen Sinn!

Ich weiß nicht, wie ihr genau bewertet. Laufzeit ist natürlich im Endeffekt am Wichtigsten. Aber vielleicht macht eine Bewertung der Effizienz Sinn: Wie viel Laufzeit bekomme ich pro mAh?