Das Yotaphone 2 ist mit seinen zwei Bildschirmen ist ein absolutes Unikat. Trotz des kleinen Akkus soll das Handy bis zu 2 Tagen im Normalbetrieb oder ganze 5 Tage Lesezeit garantieren. Ob diese Werte tatsächlich erreicht werden können und welche Vorteile das zweite Display mit sich bringt, wird der folgende Testbericht zeigen.

Design und Verarbeitung

Das Yotaphone 2 fällt mit 144,9 mm x 69,4 mm x 8,95 mm und seiner abgerundeten Form handlich aus. Auch mit 144g ist das Handy schön leicht. Das Gehäuse besteht aus mattem grau-blauem Plastik und ist tadellos verarbeitet.

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Auf der Vorderseite des Smartphone liegt das 5 Zoll Große Hauptdisplay und darüber wie üblich die Hörmuschel sowie Frontkamera und die Sensoren. Auf die Softtouch-Buttons wurde verzichtet. Auf der nicht abnehmbaren Rückseite liegt das 4,7 Zoll E-Ink-Display und die Hauptkamera. Da das rückseitig verbaute Display zur Darstellung von Benachrichtigungen verwendet wird, wurde auf eine Benachrichtigungs-LED auf der Vorderseite verzichtet. Da das immer angeschaltete E-Ink Display zur Anzeige von Benachrichtigungen dient, liegt, zumindest bei mir, das Handy oft auf dem Hauptdisplay. Hier wäre ein überstehender Rand angebracht gewesen, denn auch wenn es sich um Gorilla Glas handelt, sind Kratzer kaum vermeidbar.

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Die einzigen Buttons sitzen auf der rechten Seite des Handys und haben keinen so guten Druckpunkt. Bei der Lautstärkewippe ist dies mit Sicherheit der Unterbringung des SIM-Fachs geschuldet, beim Powerbutton überrascht der schlechte Druckpunkt allerdings.

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Auf der Oberseite befindet sich der Klinkenanschluss und auf der Unterseite der Lautsprecher und der Mikro-USB Anschluss. Sowohl oben als auch unten befindet sich ein Mikrofon. Der Lautsprecher hat einen außerordentlich guten Klang. Die Kopfhörer dagegen sind eine absolute Enttäuschung. Dabei war ich positiv überrascht, dass so viele Austausch-Pads dabei waren und die Kopfhörer durchaus einen hochwertigen Eindruck machten. Der Klang der Kopfhörer ist blechern und es sind keinerlei Bässe vorhanden, selbst wenn man mit dem Equalizer nachjustiert, kommt man zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis.

Lieferumfang des Yotaphone 2

yotaphone 2 lieferumfangHübsch verpackt gibt es:

  • Netzstecker
  • USB-Datenkabel
  • In-Ear Kopfhörer
  • In-Ear Auswechselpads
  • SIM-Pin
  • Kurzanleitung

Leistung

Im Yotaphone 2 werkelt ein Snapdragon 800 Quad-Core der mit 4×2,2 Ghz taktet. Unterstützt wird dieser von einer Adreno 330 GPU und 2GB RAM.

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Der interne Speicher hat eine Kapazität von 32 GB und ist mit einer Lese-/Schreibgeschwindigkeit von 164/47 MB pro Sekunde eher Durchschnitt und der RAM mit 3,5 MB/s durschnittlich schnell. Auf eine Erweiterung per Micro-SD Karte muss allerdings verzichtet werden.

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Im Alltag kommt das Handy nicht ins Schwitzen und auch grafisch anspruchsvolle Games laufen flüssig. Für den derzeitigen Preis des Yotaphone 2 bietet das Handy eine ganze Menge Leistung. Auch mit Multitasking kommt das Yotaphone ohne Probleme zurecht, auch wenn der 2 GB große RAM die Anzahl an parallel laufenden Apps etwas beschränkt.

Android System

Auf dem Smartphone kommt Android 5.0 zum Einsatz und ist zum größten Teil unverändert belassen. Trotz allem kommt es ab und an zu Rucklern, was anhand der Leistung wohl auf eine schlechte Programmierung zurückzuführen ist. Neben einer russischen Bezahl- und Airline – App sind auf dem System noch jede Menge andere Apps vorinstalliert (Spiele, Fitness, E-Book Reader…). Einzig alleine die russischen Apps können deinstalliert werden.

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So übersichtlich das restliche System ist, umso komplizierter ist die Einstellung für das E-Ink Display. Auch wenn es viele Möglichkeiten bietet, so scheitert es doch leider an den Grundlagen. So werden Benachrichtigungen nicht wie auf dem Lockscreen übereinander gestapelt, sondern einzig und alleine die letzte Benachrichtigung wird eingeblendet. Zusätzlich gibt es oft Verzögerungen in der Push-Benachrichtigung auf das E-Ink Display. Neben den Apps, die extra für das zweite Display entwickelt wurden, kann man auch das komplette System über das Display bedienen. Wie nicht anders zu erwarten reagiert das System auf dem rückwärtigen Bildschirm nicht allzu flott, weshalb ich zum Tippen längerer Nachrichten immer auf das Hauptdisplay wechseln würde. Um den Akku etwas zu schonen, können akkuintensive Apps wie z.B. Navigation auf dem E-Ink genutzt werden. Sogar Pokemon Go lief ganz gut.

Display

Das Hauptdisplay ist ein 5 Zoll Full-HD AMOLED Panel, bei dem Dank seiner 442 PPI keine einzelnen Pixel mehr erkennbar sind. Der Blickwinkel ist sehr stabil und die Farben kräftig. Die Helligkeit ist gut und auch bei direkter Sonneneinstrahlung ist das Display noch lesbar. Das 10 Punkte Touchpanel wird durch Gorilla Glas 3 geschützt.

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Das E-Ink Panel löst mit 960 x 540 Pixel auf. Wie üblich für E-Ink Displays ist die Reaktionszeit nicht die schnellste und das zuvor dargestellte Bild bleibt oft als schwach erkennbares Bild sichtbar. Überraschenderweise passierte mir das nicht bei der Navigations-App oder Pokemon Go und das, obwohl das Bild gerade bei diesen Apps oft wechselt. Umso auffälliger ist es leider bei der angezeigten Uhr, da jede Minutenposition des großen Zeigers noch sichtbar ist und das sogar immer noch, wenn er bereits eine volle Runde gedreht hat. Das hätte man definitiv besser machen können. Auch bei der Benutzung von YotaMirror, welches das System aufs zweite Display spiegelt, hat man mit diesen Ghost-Bildern zu kämpfen. Ein großer Kritikpunkt ist, dass dieses Display nicht beleuchtet ist, was die Benutzung im Dunkeln völlig ausschließt. Auch ist das E-Ink Display nicht so scharf wie eine Amazon Kindle, nichtsdestotrotz können E-Book Freunde das zweite Display problemlos zum Lesen nutzen.

Kamera

Die rückwärtige Kamera löst mit 8 MP die Frontkamera nur mit 2,1 MP auf. Was soll ich sagen, die Kameras sind für 300€ schlichtweg eine pure Enttäuschung. Auch wenn der Fokus und die Verschlusszeit gut sind, so hapert es einfach an der Bildqualität. Leichtes Rauschen und teilweise Unschärfe prägen die Bilder, wenngleich auch die Farben dynamisch sind. Nahaufnahmen sind annehmbar scharf. Zum China-Preis von 130€ kann man sich über die Kamera nicht beschweren.

Dank des zweiten Displays kann die rückwärtige Kamera zum Schießen von Selfies genutzt werden, was zu empfehlen ist. Die überflüssige 2,1 MP Frontkamera ist nur für die Videotelefonie zu gebrauchen, da, wie schon gesagt, Selfies besser mit der anderen Geschossen werden. Die Farben sind auch hier gut, man kämpft aber auch mit Rauschen.

Konnektivität

Das Yotaphone 2 unterstützt alle Frequenzen, somit steht der Nutzung von LTE auch in Deutschland nichts im Wege. Achtung! Bei Bestellung sollte unbedingt auf die internationale Version mit LTE Band 20 geachtet werden. Beim Efox-Shop wird as Yotaphone 2 mit Band 20 geliefert, bei Gearbest hingegen nicht. Wer aus Band 20 verzichtet, bekommt das Yotaphone 2 natürlich günstiger. Der Empfang ist durchweg gut, es gab während der Testphase weder Abbrüche noch Störungen. Das Handy lässt sich mit einer Nano-SIM Karte betreiben. Die Gesprächsqualität beim Telefonat kann überzeugen und auch die Freisprecheinrichtung kann genutzt werden.

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yotaphone 2 GPS test fixDer Bluetooth als auch der WLAN Empfang überzeugen ebenfalls. Die Verbindung zur Freisprechanlage im Auto als auch eine Datenübertragung zu meinem anderen Handy verliefen ohne Probleme. Zudem wird auch WLAN a und ac unterstützt. Auch NFC ist mit an Bord. Das GPS-Modul verrichtet einen sehr guten Job. Die Position wird innerhalb weniger Sekunden bestimmt. Sowohl zu Fuß, als auch auf der 412km langen Teststrecke mit dem Auto gab es keine Abweichung.

Was die Sensoren angeht, hat das Smartphone echt volle Hütte, alles ist mit an Bord. Somit muss weder auf Gyroskop noch auf Kompass verzichtet werden, was der Zufuß-Navigation zu Gute kommt.

Akkulaufzeit

Im Yotaphone 2 ist laut Angabe ein 2500 mAh Akku verbaut. Leider kommt das Smartphone im Normalbetrieb über den Hauptbildschirm gerade so über den Tag. Bei etwas intensiverer Nutzung hält es gerade mal den halben Tag und bei Dauerzocken ist es nach etwas mehr als 3 Stunden leer. Kombiniert man beide Bildschirme, kommt man allerdings auf gut 2 Tage. Die angegebenen 5 Tage Laufzeit, die das Akku-Widget auf dem E-Ink Display ausgibt, sind nur erreichbar, wenn man das Handy nicht benutzt. Nach einer Benutzung von 20 Minuten auf dem Hauptbildschirm halbiert sich, laut Widget, die Zeit schon.

Das Yotaphone 2 bietet einen Energiespar-Modus und einen extremen Energie-Sparmodus an. Bei letzterem kann nur der Always-On Bildschirm benutzt werden und abgesehen von Telefonieren und SMS schreiben, kann nur noch der E-Book Reader genutzt werden, alle anderen Funktionen sind deaktiviert. Wem das zu extrem ist, kann den normalen Energiespar-Modus allerdings nach Belieben konfigurieren und auf seine Bedürfnisse anpassen.

Trotz angegebenen QuickCharge braucht das Handy über 2 Stunden, um voll geladen zu werden. Wireless-Charging wird ebenfalls unterstützt, konnte von mir aber nicht getestet werden.

Preisvergleich

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Fazit

75% Innovativ

Bedenkt man den damaligen Neupreis (500€) des Smartphone, so kann man nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Die unterdurchschnittliche Akkulaufzeit und das mit Bloatware beladene System sind die größten Kritikpunkte am Yotaphone 2. Das E-Ink Display könnte besser umgesetzt sein, zum Ebooks lesen ist es jedoch gut geeignet. Für 150€ ist die Leistung des Handy sehr gut und das 5 Zoll AMOLED Display ist scharf und farbecht. Für alle die direkt aus der Hosentasche Zugriff auf ihre Bücher wollen, ohne ein zusätzliches Gerät mitzutragen, ist das Yotaphone auf jeden Fall emfpehlenswert.

  • Verarbeitung und Design 80 %
  • Display 80 %
  • Betriebssystem und Performance 70 %
  • Konnektivität und Kommunikation 100 %
  • Kamera 70 %
  • Akkulaufzeit 50 %

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7 Kommentare zu "Yotaphone 2 Testbericht"

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Bert
Gast
Bert

Mein Yotaphone2 wurde mit Android 4.4 von Tiny deal ausgeliefert. Der Punkt Software aktualisierung ist nicht vorhanden. Gibt es eine Lösung für den Update?

Elferkiller
Gast
Elferkiller

Du hast wahrscheinlich das Modell 206. Schau mal unter Einstellungen ‚über das Telefon‘ ob das so ist. Sollte das der Fall sein, kannst du per USB Kabel relativ einfach manuell auf die Version. 201 umsteigen. Das ist dann Android 5 und es gibt auch wieder den Punkt Update.

Falls du das Problem noch nicht gelöst hast, sende ich gerne eine Beschreibung, wie du vorgehen musst…

fred
Gast
fred

Ich habe auch das Modell 206 mit Android 4.4. Gibt es nach dem Update auf 5.0. Probleme mit dem 2. Bildschirm?

Peter
Gast
Peter

Ich habe auch dieses Handy aber Kontakte auf der SIM-Karte kann nicht angezeigt werden!
Sie haben auch dieses Problem ??

Markus
Gast
Markus

Vielen Dank für den Test. Allerdings hat das Yotaphone 2 nicht 16 GB sondern 32 GB eingebauten RAM, von dem ca. 24 zur Verfügung stehen.

Markus
Gast
Markus

Sorry, ich meinte 32 GB interner Speicher.

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