Das OnePlus 6T ist da und viele sind begeistert. Aber gibt es wirklich Grund zum Feiern? Immerhin hatte OnePlus schon vorab positive wie negative Schlagzeilen produziert. Kein Klinkenanschluss, keine Benachrichtigungs-LED, dafür aber eine viel kleinere Notch, Verbesserungen bei der Kamera und der In-Display-Fingerabdrucksensor. Bei der Frage, wie Pro und Kontra des OP6T im Detail aussehen, ob und wann sich das Upgrade lohnt, erfahrt ihr im ausführlichen Testbericht.

OnePlus 6T Testbericht 1

Das OnePlus 6T im Test

OnePlus fährt schon seit dem 1+3 die Strategie einer halbjährlichen Veröffentlichung. Das bedeutet: Innerhalb des ersten oder zweiten Quartals kommt in der Regel das neue Flaggschiff mit einer neuen Versionsnummer. So kam auch das OnePlus 6 zu Beginn des Jahres und in der zweiten Jahreshälfte ein Refresh dieses Flaggschiffs, die T-Variante. Ein Autohersteller würde solch eine Version einfach Facelift nennen. Die Unterschiede zu den beiden Varianten fielen in der Vergangenheit mal mehr und mal weniger üppig aus. Oft werden nur Details verändert oder angepasst. Sollte es neue Hardware in Form eines Snapdragon Upgrades geben, so wird beispielsweise für die T-Variante auf diesen neuen Prozessor zurückgegriffen.

Das OnePlus 6T muss leider ohne diesen neuen Prozessor auskommen und auch sonst bleibt die Ausstattung zum OnePlus 6 sehr ähnlich. Weder eine neue oder andere Kameras kommen zum Einsatz, noch wird der Speicher weiter hochgeschraubt. Doch Moment, das stimmt nicht ganz. Denn bei OnePlus fällt nun offiziell die 64 GB Variante des Smartphones weg. Die Mindestmenge an Speicher beträgt somit 128 Gigabyte. Nicht unbedingt der schlechteste Schritt, da bei OnePlus schon seit geraumer zeit kein Hybrid-Slot für die SIM-Karten verwendet wird und somit eine Speichererweiterung flachfällt. Mit 128 GB Hauptspeicher sollten die allermeisten Nutzer auskommen. Wer mehr benötigt, kann auch direkt zum 256 GB Modell greifen. Eine Gegenüberstellung zum OnePlus 6 gibt es hier:

OnePlus 6: OnePlus 6T:
Maße: 155.7×75.4×7.75 mm – 177g 157.5 x 74.8 x 8.2 mm – 185g
Display: 6,28 Zoll, 2280 x 1080 Pixel, 19:9, 83,8% Screen-to-Body 6,41 Zoll, 2340 x 1080 Pixel, 19,5:9, 86% Screen-to-Body
Prozessor: Qualcomm Snapdragon 845 / Adreno 630 Qualcomm Snapdragon 845 / Adreno 630
Speicher: 6+64GB, 8+128GB, 8+256GB 6+128GB, 8+128GB, 8+256GB
Akku: 3300mAh 3700mAh – bis zu 23% mehr Laufzeit
Besonderheiten: 3,5mm Klinkenanschluss, RGB Benachrichtigungs-LED In-Display-Fingerabdrucksensor, Waterdrop-Notch

Design / Verarbeitung / Lieferumfang

Über die Verarbeitungsqualität braucht man nicht viele Worte verlieren, denn diese ist auf Top Niveau, wie auch schon bei den Vorgängern. Es gibt keine scharfen Kanten, die Übergänge der verschiedenen Materialien sind sehr weich. OnePlus verzichtet zudem auf 2,5 D Glas, was gerade Schutzfolien oder Panzerglas zugutekommt, da diese besser haften. Der Rahmen besteht aus Aluminium. An der oberen Kante ist das zweite Mikrofon angebracht, an der Unterseite hinter zwei Lautsprecher-Gittern sitzen auf der linken Seite der Lautsprecher und auf der rechten das Hauptmikrofon. In der Mitte thront wie üblich der USB Type-C Anschluss, leider immer noch in Version 2.0. Die linke Seite bringt das Dual SIM-Tray mit sich, ebenso wie die Lautstärke-Wippe. Der SIM-Karten Schlitten ist leider nur noch außen aus Metall, die eigentlichen Slots haben nun einen Plastikrahmen. Auf der rechten Seite findet man den allseits beliebten Alert-Slider, der mit drei verschiedenen Modi für die Benachrichtigungen eingestellt werden kann. Direkt darunter findet noch der Power-Button Platz.

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Die Rückseite ist sehr sauber gehalten. In der oberen Hälfte mittig findet sich das Dual Kamera Setup, darunter ein zweifarbiger LED-Blitz. Mittig darunter ist das schlichte OnePlus Logo unterm Glas aufgedruckt. Die Glasrückseite ist leider ein Magnet für Fingerabdrücke, übrigens ebenso wie die Vorderseite.

Wirkliche Neuerungen findet man insbesondere auf der Vorderseite. Der Fingerabdrucksensor ist unters Displayglas gewandert. Die Ränder sind im Vergleich zum OnePlus 6 noch eine ganze Ecke schmaler geworden und die Notch ist wie anfangs erwähnt auf ein Minimum zusammengeschrumpft. In der Notch findet man die Selfie-Kamera, die diese fast komplett ausfüllt, doch OnePlus hat es auch fertig gebracht den Näherungssensor und den Helligkeitssensor an dieser Stelle zu platzieren. Die Benachrichtigungs LED ist allerdings dem Rotstift zum Opfer gefallen. Als Entschädigung will OnePlus den „always On-Screen“ verbessert haben. Dazu später mehr. Oberhalb der Notch ist, sehr schmal und fast unsichtbar, die Ohrmuschel zu finden.

Obwohl es mittlerweile einige nahezu randlose Displays gibt, wirkt das OnePlus 6T in seiner Form doch recht gut ausgearbeitet. Die Waterdrop-Notch fügt sich besser in das Gesamtbild ein und das nochmals größere Display ist schon echt ein Hingucker.

Lieferumfang des Oneplus 6T

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Das OnePlus 6T kommt in der bereits bekannten, recht schicken Schachtel des 1+6 , lediglich an der Seite findet man den T Zusatz an der Nummer. Das Innere ist gut gepolstert und beherbergt einige Dreingaben:

-Displayfolie (bereits aufgetragen)
-Gummihülle (Bumper, Grau)
-Netzteil (5V / 4A)
-Ladekabel (106 cm)
-3,5 mm Klinke auf USB Type-C Adapter (10 cm)
-Garantiekarte
-Quickstartguide (englisch)
-„Brief“ vom CEO (englisch)

Display

Eines der Hauptargumente des OnePlus 6T gegenüber etwaigen Vorgängern dürfte auch schon das Display sein. Dieses bringt es nun auf stolze 6,41 Zoll, bei marginal gestiegenen Ausmaßen. In der Breite bleiben noch 2,5 mm, das Kinn misst noch 6 mm und der obere Rand 4 mm. Die Notch ragt an ihrer tiefsten Stelle 9 mm in das Bild und misst eine maximale Breite von 15 mm. Das sind Top Maße, allerdings bleibt die Bilddiagonale, im Sinne der Medienwiedergabe, ein sehr unhandliches 19,5:9 Format. Die Auflösung gewinnt mit der größeren Spannweite ein paar Pixel und zählt nun 2340 x 1080, es bleibt jedoch bei 402 PPI und Full-HD. Große Unterschiede zu WQHD sieht man in der Regel nicht.

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Zum Einsatz kommt ein Super-AMOLED Panel aus dem Hause Samsung. Geschützt wird das Panel von Corning Gorilla Glas 6. Es ist also nicht durch Schlüssel oder metallene Gegenstände verkratzbar, wie auch ein Test mit einem Messer zeigt. Allerdings bleibt es auf Mohs-Härteskala ein Level 5 Glas, was Kratzer durch Sand oder besonders harte Sorten von Staub nicht verhindert. Eine Folie kann also nicht schaden, zum Glück ist schon eine werksseitig auf dem Display angebracht.

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Softwareseitig bekommen wir die Möglichkeit, die Farbtemperatur in einigen neuen Modi an unsere Vorlieben anzupassen. Zum „sRGB“ und „Standard“ gesellt sich das „adaptive Modell“ sowie der DCI-P3 Modus. Wer will, kann die Farbtemperatur aber auch per Hand an seine Bedürfnisse anpassen. Die Standardeinstellung liefert übrigens schon sehr kräftige aber natürliche Farben. Ich hatte also nicht den Drang, einen Blaustich zu beseitigen oder ein zu warmes Bild etwas Kühle einzuhauchen.

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Die Blickwinkelstabilität ist hervorragend und lässt keinen Anlass zur Kritik. Kritik gibt es unterdessen für die Helligkeitsregelung. Diese funktioniert noch nicht so präzise, wie ich es gern gesehen hätte. Dennoch ist der Helligkeitswert von 497 (OP3 ca. 455) Candela ordentlich. Verglichen mit meinem alten OnePlus 3 legt das Display des 6T noch eine gute Schippe drauf. Auch bei der minimalen Helligkeit macht das neue Flaggschiff eine sehr gute Figur, der Vorsprung gegenüber dem alten Titanen ist hier allerdings nicht sehr groß. Dafür lässt sich das Display auch im Dunkeln augenschonend ablesen, zusätzlich hilft hierbei noch der Nachtmodus oder Lesemodus. Das Display besitzt eine sehr hohe Gleitfähigkeit und hat natürlich eine 10 Finger-Touch Erkennung, die auch bis an die äußersten Ränder sauber arbeitet.

Leistung

Hinsichtlich der Hardware ändert sich, außer des Upgrades an Speicher, nichts. Als Prozessor kommt derzeitig „nur“ der Qualcomm Snapdragon 845 zum Einsatz, denn das neue Top-Modell lässt noch sich auf sich warten. Als Grafiklösung ist die Adreno 630 integriert und der Speicher wird per LPDDR4X (Arbeitsspeicher, 15 Gb/s) und UFS 2.1 (Systemspeicher, 760 mb/s Read) angebunden. Vom 128 Gigabyte Speicher bleiben gute 110 GB zur freien Verfügung übrig.

OnePlus 6T PC Mark OnePlus 6T 3D MarkOnePlus 6T Antutu

Jedwede Art von Arbeit erledigt der Prozessor ohnehin spielend und kommt dabei nicht mal ins Schwitzen – er wird also nicht mal warm, abgesehen von Benchmarks. Ein kleines Upgrade von ein paar Mhz mehr hätten hier vermutlich nicht das Zünglein an der Waage gebracht. Hinzu kommt die neue Technik, derzeit noch im Beta Status, mit dem Namen „Smart Boost“. Diese soll überflüssigen Arbeitsspeicher verwenden, um häufig genutzte Dateien direkt im RAM abzulegen. Was zu schnelleren Starts und besserer Reaktionszeit führen soll (das übliche AI BlaBla eben!). Ziel ist es vor allem, die Ladezeiten bei Spielen noch weiter zu kürzen. Smart Boost wurde von mir als eine der ersten Amtshandlungen aktiviert und zwischenzeitlich auch mal deaktiviert, um eine Auswirkung festzustellen. Bis jetzt, kann ich nicht behaupten, dass der Gewinn besonders hoch ist. Allerdings wurden zumindest Spiele ein Ticken schneller geladen, wenn sie bereits einmal geöffnet waren. Somit kann man sagen, dass mit mehr Feintuning noch viel Luft nach oben ist. Da sich das Ganze noch in der Beta befindet, kann man noch das ein oder andere Leistungsplus erwarten.

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Antutu Ergebnis Geekbench Multi Ergebnis Geekbench Single Ergebnis 3D Mark Ergebnis

System – OxygenOS – Android 9

Ein Hauptargument für ein OnePlus Smartphone ist oft auch die Software. OnePlus setzt auf das Hauseigene OxygenOS. Aktuell schon auf Basis von Android 9 (P alias Pie) in der Version 9.0.6. Der Sicherheitspatch ist ganz frisch von November 2018 und wird auch aktuell bleiben.

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OnePlus 6T Menü 3 OnePlus 6T Menü 2

Für nicht-Kenner des Betriebssystems: OxygenOS orientiert sich sehr stark am puren Android, wird aber durch wenige, meist sinnvolle Erweiterungen ergänzt. So gibt es eben zum Beispiel verschiedene vorausgewählte Modi bei der Farbtemperatur, einen Game-Mode, Nachtmodi, Gestensteuerung, Anpassungsmöglichkeiten für die Akzentfarben, verschiedene Optionen für den Alter-Slider und und und. Selten trifft man mal auf eine Implementation, die völlig willkürlich erscheint. Ab und an gibt es auch experimentelle Features wie den schon erwähnten Smart Boost. Bei all diesen Features ist das Gebot stets ein stabiles System abzuliefern und hier trumpft OxygenOS als „rock stable“ und „fast as possible“ auf.

Hierzu sei gesagt, dass die Version 9.0.5 bei mir einige Probleme hervorgerufen hat. Das Smartphone hatte Probleme beim Rotieren von hochauflösenden YouTube-Videos und die Kamera war völlig unzumutbar. Nicht weil die Fotoqualität schlecht war, sondern weil ca. alle drei Fotos ein Einfrieren des Systems aufgetreten war. Beim neuen Nightmode war die Erfolgsrate sogar nur bei 20%. Ohne einen Hard-Reboot war das Smartphone zu keiner Aktion mehr zu bewegen. Das Versionsupdate auf OxygenOS 9.0.6 schaffte hier Abhilfe und behob die Fehler.

Abseits von diesen zwei krassen Fällen hatte ich auch mit Version 9.0.5 keine weiteren Probleme. Das System ist pfeilschnell, die Übergänge und Animationen flüssig und die Reaktionsgeschwindigkeit ohne merkbare Verzögerung. Soweit so gut.

OnePlus 6T Game Mode

Als große Neuerungen kommen unter anderem der Game Mode und die verbesserte Gestensteuerung. Einen rudimentären Game Mode, bei dem Hintergrund-Daten anderer Apps begrenzt werden, kennt man schon von anderen Smartphones. OnePlus will allerdings auch die Dateien des Spiels priorisieren und optimieren. Dafür wird während dem Laden eines Spieles auch ein Fenster eingeblendet, das nach kurzer Ladezeit zeigt, dass CPU, RAM und GPU nun für das Spiel optimiert wurden. Was für Optimierungen hier angestellt werden, wird allerdings nicht genannt. In den Quicksettings kann man dann noch auswählen, ob man beispielsweise während dem Spielen angerufen werden kann oder ob Nachrichten eingeblendet werden.

OnePlus 6T Vierenscanner

Viren gibt es selbstversändlich nicht!

Die Gestensteuerung: Beim Vorgänger eingeführt und sehr gut optimiert. Ein Wisch am rechten Rand nach oben dient als Zurück-Button, ein langsamer Wisch aus der Mitte heraus öffnet den Taskmanager und ein schneller dient als Home-Button. Das Ganze funktioniert nach einiger Eingewöhnungszeit sehr gut, die Erkennung ist sehr genau, hat allerdings auch seine Tücken. In die Horizontale dreht sich die Steuerung nicht mit, das heißt, man wischt immer mal wieder nach oben, während das Handy quasi liegt und nichts passiert.

Eine ausgezeichnete Reaktionszeit hat das Always-On Display, wenn das Smartphone bewegt wird. Selbst eine Drehung auf flachem Untergrund reicht, um diese Funktion zu aktivieren. Ein Aufheben des Smartphones aktiviert das Display zuverlässig zu jeder Zeit.

Viele dieser Features, mal abgesehen vom Fingerabdrucksensor unter dem Display, werden aber auch in einem Systemupdate für das OnePlus 6 kommen. Ein Alleinstellungsmerkmal für das 6T bleibt da kaum noch. Dennoch ist dieser Schritt in Sachen Kundensupport durchaus zu begrüßen.

Custom Rom auf dem OnePlus 6T

OnePlus 6T Pie Easter Egg

Das Easter egg von Android 9

Ebenfalls ein Kaufargument für Bastler, Tüftler oder einfach Leute sie selbst Herr über das System sein möchten, stellt die Handhabe von OnePlus mit der Entsperrung des Bootloaders dar. Dieser ist wie immer frei zugänglich in den Entwickleroptionen zu entsperren. Anschließend muss nur mit „minimalADB & Fastboot“ den Befehl für den OEM-Unlock eingegeben werden – fertig. Das OnePlus 6T ist nun bereit für Custom Roms und Recoverys wie TWRP. Eine Anleitung zur Installation von Custom Roms und Entsperren des Bootloaders findet ihr bald hier auf Chinanahdys.net. Zurzeit sind aber noch keine Custom Roms verfügbar.

Eine interessante Neuerung zu diesem Thema ist die mit dem OnePlus 6T eingeführte zweifache Systempartition (A/B Partition). Es ist also möglich, ein Update während des (A)Betriebs zu installieren. Nach einem Neustart wechselt das Smartphone die Systempartition und startet mit der (B)Partition, auf der das Update installiert wurde. Sollte etwas schiefgehen wird automatisch ein Rollback auf die Erste (A) Partition durchgeführt, auf der unverändert euer System liegt. Dies ist auch für Custom Roms interessant, da man so theoretisch eine Custom Rom installieren könnte und zeitgleich eine OxygenOS Installation auf der sekundären „Platte“ haben könnte. Ob sich solche Spielereien durchsetzen, hängt vor allem an den Entwicklern der Recoverys wie TWRP oder Clockworkmod.

Kamera

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Im ersten Moment scheint das OnePlus 6T keine Fortschritte bei der Kamera gemacht zu haben. Das Dual-Setup setzt sich aus dem Sony-Sensor IMX 519 mit 16MP (Pixel Größe: 1.22 µm, Blende: f/1.7) und einem Sony IMX 376K mit 20MP (Pixel Größe: 1.22 µm, Blende: f/1.7) zusammen. Das gleiche Setup kommt bereits beim OnePlus 6 zum Einsatz. Der IMX 519 ist für die Aufnahmen zuständig, der IMX 376K ausschließlich für die Bereichstrennung bei Bokeh Aufnahmen. Zu diesem gesellt sich ein Dual-LED Blitz. Der Hauptsensor ist zudem mit einem Optischen-Bildstabilisator (OIS) ausgestattet. Beide Sensoren können außerdem auf einen Elektronischen-Bildstabilisator (EIS) zurückgreifen. Die Selfiecam bildet ein einzelner Sony IMX 371 mit 16MP (Pixel Größe: 1.22 µm, Blende: f/2.0), auch sie ist imstande, Gebrauch vom EIS zu machen.

Angesetzt wurde, wie so häufig bei diesem Refresh, auf Software Ebene. Das Oneplus 6T bietet die Modi „Night Scape“ (Nachtaufnahme) und „Studio Lightning“ für bessere Portraitaufnahmen. Auch die AI- Artifactical Intelligence integriert OnePlus unter dem Namen „Intelligent-Sence-Recognition-Technologie“. Führt die Integration aber nicht weiter aus, möglicherweise kommt hier mit einem Update noch mehr.

Schon bei geringem Lichteinfall unterschieden sich die Standartfotos nicht wirklich von den Nachtaufnahmen. Klar, die Bilder sind im Nachtmodus heller, man erkennt mehr, die Fotos wirken dynamischer. Doch so richtig lässt der Night Scape-Mode seine Muskeln bei sehr wenig oder indirektem Lichteinfall spielen. Gut zu sehen an den Konzertaufnahmen, bei denen man im Standard-Modus kaum was erkennt und bei den Nachtaufnahmen plötzlich eine Halle gefüllt mit Publikum ersichtlich wird. Wenn man kein Stativ dabei hat, erkauft sich der Nachtmodus diese Lichtausbeute aber mit Einbußen bei den Details. Betrachtet man das Bild als Ganzes, sind diese nicht ersichtlich, wer aber öfter mal das Ganze auf Leinwand bringen will, sollte sehr ruhige Hände (oder eben ein Stativ) mitbringen. Denn wie schon bei Google oder Huawei verrechnet der Night Scape mehrere Bilder in einem kurzen Zeitraum miteinander, je mehr man in dieser Zeit wackelt, desto verschwommener wird das Bild, auch wenn kleine Fehler bereits von der Software ausgeglichen werden.

Bei dem Selfie Aufnahmen hingegen stellt sich die Frage, wofür das 6T eine Dual-Kamera brauchen sollte, denn auch Bokeh-Selfies trennt die Sofware den Hintergrund sehr gut vom Motiv ab. Zudem kommt der neue Studio Lightning-Effekt zum Einsatz, der die Gesichter von Personen in Szene setzt und dem Ganzen einen professionellen Studio-Shoot-Flair verpasst. Dabei wird aber nicht so maßlos übertrieben wie beispielsweise bei den sonst bekannten Beauty-Shots, sondern bleibt in einem, meiner Meinung nach, ansehnlichen Rahmen.

Völlig am Rad drehen derzeit noch die Panoramaaufnahmen. Ich habe es in zig Versuchen nicht hinbekommen, eine 180° Aufnahme zu schießen, die nicht völlig verwackelt oder verrissen war. Hier muss definitiv bei der Verrechnung der Bilder noch nachgebessert werden.

Unterm Strich macht das 6T, im Vergleich zum OnePlus 6, die besseren Fotos, doch auch hier ist für die Besitzer der 1+ 6 noch nichts verloren. Denn all diese Modi und Kameraverbesserungen kommen ebenfalls mit einem Update für das OnePlus 6. Night Scape und Studio-Lightning kamen bereits per OTA Update. Somit dürften sich etwaige bestehende Vorsprünge relativieren, wenn das OnePlus 6 auf die aktuellste Version von OxygenOS angehoben wird.

Vergleichsbilder mit anderen Geräten folgen in den kommenden Tagen.

Konnektivität

Auch wenn man die Blätter an technischen Daten des OP6 und 6T nebeneinanderlegt, dann muss man zunächst die Unterschiede suchen. Das OnePlus 6T bietet weltweiten LTE Empfang, die OnePlus 6T GPSneuesten Verbindungsstandards und ein umfangreiches Paket an Sensoren und Navigationsdiensten.

  • FDD LTE: Band 1/2/3/4/5/7/8/12/13/17/18/ 19/20/25/26/28/29/30/32/66/71
  • TDD LTE: Band 34/38/39/40/41/46
  • Unterstützt bis zu DL CAT16/ UL CAT13

Neu ist LTE Band 13, das in der Karibik genutzt wird und teilweise in den USA. OnePlus hat bei Produktlaunch auch die Kooperation mit dem Chip-Hersteller Qualcomm vorgestellt – und diese wiederum arbeiten mit der Telekom in der USA am 5G Netzwerk zusammen. Ob 5G im nächsten Flaggschiff der OnePlus Reihe eingesetzt wird, scheint noch nicht ganz sicher zu sein. Einige Quellen berichten von einem eigenen Smartphone, das exklusiv 5G unterstützt, andere behaupten 5G würde zum Repertoire vom regulären OnePlus 7 gehören.

Der Schnelldurchlauf der Konnektivitätsstandards des OnePlus 6T:

  • Bluetooth 5.0 mit aptX
  • NFC
  • WiFi mit 2×2 MIMO mit Dual Band im ac-Standard
  • Navigation mit GPS/A-GPS/ GLONASS/BeiDou/Galileo
  • E-Kompass
  • Weitere Sensorik: Beschleunigung, Gyroskop, Licht, Näherung und Hall
OnePlus 6T W Lan

W-LAN 100 mbit/s

OnePlus 6T LTE

LTE + … O2 ….

Durch die Glasrückseite unseres Testmodells wird der Empfang kaum eingeschränkt. Trotzdem gibt es an den Metallelementen die bekannten Antennenleisten. Tatsächlich war die Verbindung in Innen- und Außenbereichen stets tadellos. Im Vergleich zum alten OnePlus 3 konnten sich hier und da sogar eine ganze Ecke an stärkeren Signalen in den Antennen des OnePlus 6T wiederfinden. Die Verbindung bricht in bestimmten Bereichen erst später ab und vor allem die Geschwindigkeit, mit der sich WLAN und Bluetooth verbinden, sind gerade zu absurd.

Die Navigation hatte unter Oxygen Version 9.0.5 hier und da mit Startschwierigkeiten zu kämpfen, von denen ich in 9.0.6 nichts mehr gemerkt habe. Navi an und loslegen, lautet die Devise.

Kommen wir zur Entsperrung des Smartphones. Der Fingerabdruckscanner: Ja er ist sehr präzise und ja er entsperrt schnell. Nein, er ist nicht schneller als der Fingerabdruckscanner des OnePlus 6, ja nicht mal schneller als der des OnePlus 3. Was allerdings tatsächlich der Wahrheit entspricht, der am häufigsten benutzte Finger entsperrt am schnellsten. Finger, die nicht besonders oft zum Entsperren genutzt werden, brauchen wesentlich länger und ich meine damit mehrere Sekunden und nicht ein paar Millisekunden.

OnePlus 6T FingerabdruckEin Nachteil: Liegt das Handy flach auf dem Untergrund und die Notch und damit der Näherungssensor wird von irgendetwas verdeckt, funktioniert nicht mal mehr „(double)-tap-to-wake“. Grund hierfür ist die „Hosentaschen Funktion“. Dies unterbindet die Bedienung des Displays im gesperrten Zustand, um ständiges aus- und anschalten in der Hosentasche zu verhindern. Gleichzeitig wird das Display im Zuge des „always On-Modus“ immer kurz aktiviert, wenn etwas vom Näherungssensor entfernt wird. Eine Wink Bewegung kann so ein Auslöser sein.

OnePlus 6T DRM

Etwas traurig, OnePlus hat die Zertifizierung verschlafen. Erstmal gibts kein Full-HD beim Filme Stream (nur Netflix und Amazon).

Ich hatte allerdings oft bei gedämpftem Licht den Fall, dass das Handy auf keine Eingaben reagierte, obwohl nichts den Sensor bedeckte. Somit musste ich es zum Entsperren zwingend in die Hand nehmen. Hier ist definitiv noch Feintuning vonnöten, denn beim OnePlus 3 in der selben Umgebung funktionierte die Entsperrung korrekt. Weniger negativ habe ich das grüne Licht des Sensors wahrgenommen. Was wirklich hell ausfällt, da das Display kurz eine viel höhere Helligkeit anlegt, um den Finger besser zu beleuchten, ist die Entsperr-Animation. Davon gibt es drei, wobei zwei einen sehr hellen Akzent haben. Die Dritte ging für mich aber in Ordnung. OnePlus könnte in Zukunft die Möglichkeit anbieten, die Animation abzuschalten oder dezentere hinzufügen.

Für die Interessenten alternativer Entsperrmöglichkeiten: Face Unlock funktioniert tadellos und war sogar bei recht schlechter Beleuchtung noch sehr gut anwendbar und schnell. Die Entsperrung erfolgt augenblicklich und ist viel schneller als der Fingerabdrucksensor, wird aber nicht im always-On Modus ausgelöst. Die einzige Möglichkeit stellt double-tap-to-wake dar (single-tap-to-wake ist möglich, zeigt dann aber nur den always-on screen), was aber wie beim Fingerabdrucksensor beschrieben, nicht immer reibungslos funktionierte.

Sound

Kurzer Ausflug in die Welt der Klänge. Das OnePlus 6T hat ja nun keinen Klinkenanschluss mehr, kommt aber mit einem USB Type-C Adapter. Dieser scheint beim DSC08401Klangtest (als Vergleich dient das OP3) kaum Unterschiede aufzufahren. Der bessere Codec des Snapdragon 845 fängt hier viel auf oder der Adapter hat einfach einen brauchbaren Wandler verbaut. Ob und wie lange der Adapter die Beanspruchung aushält, kann ich nach diesem ersten Testzeitraum noch nicht sagen. Für den Type-C Anschluss selber bedeutet es trotz allem die doppelte Belastung.

Zu den klanglichen Gegebenheiten lässt sich eigentlich nur sagen, dass das OnePlus 6T auch große Kopfhörer bis 250 Ohm brauchbar befeuert. Definitiv besser das OnePlus 3 es vermag, was aber auch nicht sonderlich verwundert.

Bluetooth ist in der 5.0 Version verfügbar und verbindet sich auch mit Geräten niedrigerer Version sehr schnell. Über die klanglichen Qualitäten in diesem Preissegment kann ich, in Ermangelung an hochwertigen Bluetooth-Kopfhörern, vor allem in Version 5.0, keine passende Einschätzung abgeben. Fehler oder Aussetzer bei der Wiedergabe gab es aber keine.

Der interne Lautsprecher ist nur in mono vorhanden, hat sich im Vergleich zum Vorgänger aber hörbar gesteigert. Im Vergleich zum alten Flaggschiff, dem 1+ 3, ist der Ton etwas ausgewogener, etwas lauter ohne zu verzerren und etwas „bass“ betonter. Unterm Strich bleibt hier jedoch nach wie vor ein moderater Lautsprecher in dieser Preisklasse stehen.

Akkuleistung

%nameIm neuen OnePlus 6T ist der Akku auf nun 3700 mAh angewachsen, was im Vergleich zu 3300 mAh des 1+ 6 ein gutes Stück mehr ist; der Hersteller spricht von einem Plus von 23 % Akkulaufzeit. Wie auch schon der Vorgänger lässt sich das Smartphone mit 5V und 4A Laden – nur die Schnellladetechnologie darf nicht mehr „Dash Charge“ genannt werden. Damit lädt man das Smartphone binnen kürzester Zeit voll. 65 % Ladung entsprechen grob 40 Minuten (von 15 % auf 80 %). Um das Smartphone komplett von null auf vollzuladen, benötigt man somit knapp eine Stunde und 15 Minuten. Das liest sich zuerst alles etwas schlechter als beim OnePlus 6, man sollte aber nicht vergessen, dass hier 400 mAh mehr geladen werden.

Locker schafft es das 6T den Nutzer über einen Tag zu bringen, was ich im Übrigen von meinem OnePlus 3 nicht mehr behaupten kann. Zwei Tage waren in der Regel auch ohne eine Zwischenladung möglich. Oft erlebte eine OnePlus 6T AkkuverbrauchAkkuladung sogar noch den dritten Tag, musste in dessen Verlauf aber wieder befüllt werden. Die Display-On-Time liegt mit ihren 8-9 Stunden etwas über dem Niveau des Vorgängers.

Auch bei der Akkuleistung gibt es sichtbare Unterschiede zwischen den Versionen 9.0.5 und 9.0.6. In letzterer soll der Akkuverbrauch im Stand-By verbessert worden sein, was ich bestätigen kann. Mit 9.0.5 verbrauchte das 6T über die 8 Stunden über Nacht (23 – 7 Uhr) ca. 7–8 %, was recht viel war. Mit 9.0.6 reduzierte sich der Verbraucht auf 3-4 % im selben Zeitraum, halbierte sich also.

Etwas schade ist die Abstinenz von Wireless Charging. Mit einer Glasrückseite wäre das durchaus möglich gewesen, hat es aber nicht ins Gerät geschafft.

Akkulaufzeit Ergebnis Einheit: Std

Fazit und Alternative

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Max Drechsel:

Die eingangs erwähnte Frage, für wen sich das OnePlus 6T lohnt, kann ganz klar mit einem „schonmal nicht für die User eines OP6“ beantwortet werden. Von anderen Flagships aus ist das OnePlus 6T in den meisten Fällen ein Sidegrade, also keine wirkliche Verbesserung. Die Aussicht auf lange Supportzyklen, wie sie das OnePlus 3 erhalten hat, machen die Sache schon gehaltvoller. Hardware-technisch verbessert sich in der Praxis nicht viel, denn auch der Fingerabdrucksensor kann noch nicht voll überzeugen, auch wenn hier noch sichtbares Potential steckt, wie man nach dem ersten Update gesehen hat.

Für die Nutzer, die sich länger an ein Smartphone halten und in diesem Fall kann ich besonders nochmal auf das OnePlus 3 verweisen, ist der Performancezuwachs und die Verbesserungen bei Kamera und System auf jedenfall deutlich spürbar. Rein messbar hat sich die Performance mittlerweile ja fast verdoppelt. Für Gegner der Notch stellt das Waterdrop-Design einen geeigneten Kompromiss dar. Wer keine Eile hat, sollte die Updates für Oxygen-OS im Auge behalten, zurzeit gibt es hier und da noch Kinderkrankheiten in Android 9. Wenn diese sich gelegt haben, gibt es aber für Aufrüster kaum einen Grund, nicht zuzugreifen. Es sei denn, man hängt sich an Dingen wie IP-Zertifizierung und Stereo Lautsprecher auf. In diesem Falls sollte man doch zur Konkurrenz greifen.

93%
  • Design und Verarbeitung 90 %
  • Display 100 %
  • Leistung und System 95 %
  • Kamera 90 %
  • Konnektivität 90 %
  • Akku 90 %

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Nico
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Nico

Die fehlende 3,5 mm Klinke ist meiner Meinung nach kein Nachteil. Ich habe seit zwei Jahren das Leeco LeMax 2 ebenfalls ohne Klinke und vermisse sie nicht. Gibt doch tausend Kopfhörer mit USB C oder Bluetooth…
Auch die fehlende Benachrichtigungs-LED braucht kein Mensch, wir schauen doch eh schon instinktiv alle fünf Minuten aufs Display, gierig nach neuesten Infos a la Insta, FB oder ähnlichem…