Ulefone fügt seiner beliebten Armor-Serie ein weiteres Smartphone hinzu – das Ulefone Armor 3. Das Armor 3 stellt damit den robustesten Ausbau der Outdoorserie dar und kommt mit einer IP69K Zertifizierung, einem gigantischen 10000 mAh Akku und mit einem Helio P23 + 4GB RAM. Damit sollte genügend Leistung für die alltäglichen Aufgaben zur Verfügung stehen. Was das Ulefone Armor 3 aber tatsächlich drauf hat, klärt unser Testbericht.

Ulefone Armor 3 Display Hand

Verarbeitung und Design

Typisch Outdoor-Smartphone präsentiert sich auch das Ulefone Armor 3 als unhandlicher und schwerer Klotz. Das verdeutlichen auch die Maße von 165 x 79,5 x 18,2 mm und das hohe Gewicht von 373,6 g, das zweifelsohne dem großen Akku geschuldet ist. Das Gehäuse besteht zum größten Teil aus Hartplastik, welches von einer gummiartigen Schicht umgeben ist. Lediglich die beiden Leisten an der Seite und die Abdeckung des SIM-Karten Schachts sind aus Metall gefertigt.

Ulefone Armor 3 Design 2 Ulefone Armor 3 Design und Verarbeitung 1 Ulefone Armor 3 Simkarten 3 Slots 2Ulefone Armor 3 Design 1

Der dicke Rahmen schützt das Smartphone zuverlässig vor Stürzen und auch der Tauchgang ging ohne jeglichen Schäden an dem Smartphone vorbei. Somit macht es der IP69K Zertifizierung alle Ehre. Zusätzlich brüstet sich Ulefone damit, dass das Smartphone auch dem Militärstandard MIL-STD-810G entspricht. Laut Werbung wurde das Armor 3 diesbezüglich niedrigem Druck, extremer Trockenheit und hoher Temperatur, saurer Umgebung und hoher Sonnenstrahlung ausgesetzt. Da nur das Bestehen eines dieser Tests schon die Auszeichnung nach Militärstandard gewährt, wird dieses Mittel oft als Marketingmaßnahme verwendet. Ob alle 4 Test bestanden wurden ist somit unklar. Nichtsdestotrotz konnte ich dem Gerät keinerlei Schaden zufügen im Praxisgebrauch.

Ulefone Armor 3 Design und Verarbeitung 3 Ulefone Armor 3 Design und Verarbeitung 2 Ulefone Armor 3 Design und Verarbeitung 4 Ulefone Armor 3 Rückseite abschrauben

Auf der Rückseite des Smartphones sind sowohl die Kamera, ein Dual-LED Blitz und ein Mikrofon verbaut. Darunter befindet sich die metallene Abdeckung, die mit Schrauben fixiert ist und den SIM- sowie den Micro-SD Karten Schacht schützt.

Auf der Vorderseite liegt über und unter dem Display jeweils ein Lautsprecher und zusätzlich sowohl die Hörmuschel als auch ein Mikrofon. Das Ulefone Armor 3 verfügt somit über Stereo-Lautsprecher. Direkt über dem Display befindet sich die Frontkamera sowie auch die Sensoren und eine Benachrichtigungs-LED. Auf Softtouch- oder physikalische Buttons verzichtet das Armor 3 völlig.

Die Lautstärkewippe als auch der PTT Button (Push to Talk) sind in die linke Leiste integriert, der Powerbutton als auch der Fingerabdrucksensor befinden sich auf der rechten Seite. Die Buttons weisen einen recht festen Druckpunkt auf, das Feedback ist dafür aber recht schwach. Die Integration des Fingerabdrucksensors in die Seite des Smartphones ist für mich ein direkter Negativpunkt, da er in der täglichen Handhabung zu oft versehentlich betätigt wird. Somit können nicht nur die zusätzlichen Funktionen nicht genutzt werden. Auch beim Herausholen aus der Hosentasche kann es passieren, dass der Sensor bis dahin so oft einen falschen Finger erkannt hat, dass die Entsperrung mit Fingerabdrucksensor gesperrt ist.

An der Oberseite des Armor 3 befinden sich eine Möglichkeit, die Halteschlaufe anzubringen. Beim Armor 3T ist hier zusätzlich die Abdeckung für die Funkantenne vorhanden. Eben jene, eben erwähnte Schlaufe kann ebenfalls an der Unterseite befestigt werden, wo auch der USB-C Anschluss untergebracht ist. Dieser wird natürlich mit einer Gummiabdeckung gegen äußerliche Einflüsse geschützt.

Die Lautsprecher bei Outdoor-Smartphones sind in der Regel immer eines, nämlich laut. Anders ist es auch beim Armor 3 nicht. Da beide Lautsprecher beim Videos schauen direkt auf einen gerichtet sind, fliegen einem förmlich die Ohren weg, sollte man die Lautstärke auf Maximum stellen. Bis zu einer Lautstärke von 50% ist der Klang tatsächlich akzeptabel, wenngleich keinerlei Tiefen hörbar sind. Alles über 50% besteht hauptsächlich aus Höhen und fängt beinahe schon an in den Ohren weh zu tun. Übersteuern tut der Lautsprecher allerdings nie.

Ulefone Armor 3 Rückseite

Die Verarbeitung des Ulefone Armor 3 ist top, die Abdeckungen dichten alle Eingänge perfekt ab und ein Eindringen von Flüssigkeit oder Staub ist somit nicht möglich. Durch den großen Akku ist das Gerät allerdings sehr dick und schwer, für den täglichen Gebrauch und die Hosentasche ist das Smartphone faktisch nicht zu gebrauchen. Wer das Smartphone aber tatsächlich in der ihm angedachten Umgebung nutzt, wird es in seiner Funtkionskleidung wohl unterbekommen.

Lieferumfang des Ulefone Armor 3 / Armor 3 T

Ulefone Armor 3 Lieferumfang

Out of the Box gibt es bei beiden Versionen

  • Schutzfolie
  • OTG-Kabel
  • USB-C auf Klinke Adapter, USB-C auf Micro USB Adapter
  • USB-C Kabel + Ladeadapter
  • Halteschlaufe, Handyhalterung, Schraubenzieher

Beim Armor 3T erhält man zusätzlich:

  • Eine Antenne für die Walkie-Talkie Funktion

Display des Ulefone Armor 3

Beim Armor 3 erhält man ein 5,7 Zoll Display, welches mit Full-HD und damit mit 2160 x 1080 Pixel auflöst. Das führt zu einer Pixeldicht von gerade mal 387 ppi, welche aber immer noch ausreichend ist, um alles scharf zu sehen. Einzelne Pixel sind nicht wirklich auszumachen. Das Panel verarbeitet bis zu 5 Berührungspunkte gleichzeitig und ist reaktionsfreudig. Geschützt wird das Ganze durch Gorilla Glas 5, welches wie gewohnt keinen Schaden während des Testzeitraums nahm.

Ulefone Armor 3 Display 2

Die Farben des Displays wirken kräftig, aber nicht übertrieben und die Blickwinkel sind sehr stabil. Persönliche Anpassungen an der Farbtemperatur können nicht vorgenommen werden. Auch ein augenschonender Lesemodus existiert nicht in den Einstellungen. Enttäuschend ist auch die maximale Helligkeit. Hier kommt das Display auf lediglich 490 cd/m², bei direkter Sonneneinstrahlung führt das zu einem nur zu einem befriedigenden Ergebnis.

Das Display ist eine kleine Enttäuschung. Es ist zwar durch Gorilla Glas geschützt, die geringe Leuchtkraft, keine zusätzlichen Einstellungen und fehlende Annehmlichkeiten wie ein Handschuhmodus sind eines Outdoor-Smartphones unwürdig.

Leistung und System

Im Ulefone Armor 3 werkelt ein Mediatek Helio P23. Der Octa-Core ist in zwei Cluster mit 4 x 1,7 und 4 x 2,3 Ghz unterteilt. Unterstützt wird er von einer Mali G71 GPU und 4GB RAM. Der Arbeitsspeicher taktet mit 5,6 GB/s ausreichend flott. Der 64 GB interne Speicher weist mit einer Lesegeschwindigkeit von 173 MB und einer Schreibgeschwindigkeit von 216 MB ebenfalls gute Werte auf. Wem der Platz nicht ausreicht, kann den Speicher via Micro-SD Karte erweitern. Dafür muss auch nicht die Dual-SIM Funktion geopfert werden, da Ulefone hier keinen Hybrid-Slot verbaut hat.

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Der Helio P23 ist ein guter Mittelklasse-Prozessor, der genügend Leistung für alltägliche Aufgaben und auch das ein oder andere nicht so anspruchsvolle Game bietet. Mit 4GB RAM ist das Armor 3 ausreichend bestückt, um auch mit Multitasking einwandfrei klar zu kommen.

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Auf dem Ulefone Armor 3 läuft ein läuft ein fast reines Android 8.1. Lediglich einige Sonderfunktionen wie der 3-Finger-Screenshot oder Flip-to-Mute wurden ergänzt. Ansonsten hat man hier an Funktionen gespart: kein Tap-to-Wake und vor allem keine SOS-Funktion sind integriert. Gerade letzteres wäre bei einem auf extreme Outdoorfähigkeit getrimmten Gerät ein Muss. Auch wenn einige Sonderfunktionen vermisst werden, so kommt das Ulefone immerhin mit einer Gesichtserkennung. Diese wird aber lediglich durch die Frontkamera realisiert und kann einfach mit einem Foto ausgetrickst werden.

Das Ulefone Armor 3 liefert ein reines System ohne Bloatware oder Malware. Dafür fehlen wichtige Sonderfunktionen, die bei einem Outdoor-Smartphone einfach dazugehören. Per Update könnten diese Features aber noch kommen.

Kamera

Die Hauptkamera des Ulefone stammt aus dem Hause Sony und löst mit 21 MP auf und verfügt über eine f/1.8 Blende. Die Kamera ist oft kein Steckenpferd von Outdoor-Smartphones. Das Armor 3 macht hierbei aber eine erstaunlich gute Figur. Der Fokus ist zwar nicht der flotteste, aber immerhin die Auslösezeit ist kurz. Bilder werden recht detailreich und die Farben realistisch, wenngleich auch etwas dunkler als in der Realität. Der HDR-Modus gleicht dies gut aus, leider braucht dieser extrem lange, sodass Bilder leicht verwackeln. Leider erlaubte das Wetter aktuell keine farbenfroheren Bilder. Sollte das in nächster Zeit noch aufklaren, reiche ich diese dann nach.

Das Armor 3 kann leider nur Videos in Full HD aufnehmen. Eine Bildstabilisierung fehlt völlig, weshalb Videos ziemlich wackelig werden. Zudem ist das Mikrofon nicht das Beste, wodurch der Ton entweder oft zu leise oder leicht blechern klingt.

Die Frontkamera des Ulefone löst mit 8MP (interpoliert 13MP) auf. Die Qualität der Selfies ist als brauchbar zu bezeichnen. Die Details sind ausreichend und das Bild rauscht nicht, dafür sieht es ziemlich weich-gezeichnet aus. Farben werden ebenfalls ok dargestellt.

Konnektivität und Kommunikation

Ulefone Armor 3 Simkarten 3 Slots 1In dieser Kategorie können Outdoor-Smartphones in der Regel punkten. So auch das Ulefone Armor 3. Das Smartphone unterstützt alle wichtigen Frequenzen, so auch das für uns wichtige Band 20. Der Empfang war immer tip-top und hier gibt es nichts zu beanstanden. Im Smartphone finden zwei Nano-SIM Karten Platz. Da Ulefone auf einen Hybrid-Slot verzichtet hat, kann gleichzeitig die Dual-SIM Funktion und eine Speichererweiterung genutzt werden. Die Qualität der Ohrmuschel ist in Ordnung, aber etwas blechern und Vorsicht, diese kann man ziemlich laut stellen, sodass man beinahe einen Hörsturz erleidet. Dafür ist die Gesprächsqualität auf der anderen Seite durchaus in Ordnung.

Das Ulefone Armor 3 verfügt über ein Dual-Band WLAN Modul und kann somit mit 2.4 Ghz als auch mit 5 Ghz Netzen verbunden werden. Dabei unterstützt es die Standards a/b/g/n. Der Empfang war durchweg gut und es kam nie zu Verbindungsabbrüchen. Mit an Bord sind auch Bluetooth 4.0, welches anstandslos funktionierte. Zusätzlich verfügt das Ulefone auch noch über NFC.

ulefone armor3 010Bei den Sensoren wurde wahrlich nicht gespart. So sind neben den 3 Standards (Näherungs-, Helligkeits- und Beschleunigungs-Sensor) auch ein Kompass, ein Gyroskop, ein Coulometer und ein Barometer verbaut. Hier ergaben sich keinerlei Probleme und alle Sensoren sind funktionstüchtig. Den seitlich platzierten Fingerabdrucksensor hatte ich zu Beginn des Berichts schon erwähnt. Die Platzierung ist für mich eine absolute Katastrophe, da man ihn immer wieder versehentlich aktiviert. Somit sind die zusätzlichen, einstellbaren Funktionen nicht nutzbar für mich. Auch die Entsperrung ist oft nicht möglich, da beim Herausholen aus der Tasche der Sensor schon so oft auslöst, dass die Entsperrung mit Fingerabdruck ironischerweise gesperrt ist. Ansonsten funktioniert der Sensor aber gut und entsperrt bei 9 von 10 Versuchen mit kurzer Verzögerung das Smartphone. Das GPS ist beim Ulefone ohne jegliche Beanstandung. Der Fix ist innerhalb eines Augenblickes da und bis auf wenige Meter genau. Die Navigation zu Fuß als auch mit dem Auto lief ohne eine Fehllokalisierung.

Akku

ulefone armor3 pcmarkEines der Highlights des Ulefone Armor 3 ist ganz klar der Akku. Der mit 10300 mAh angegebene Akku liefert aber in der Probemessung lediglich um die 9000 – 9100 mAh, was gerade noch so tolerierbar ist. Damit bildet das Armor 3 mit 21h 54 Minuten aktuell die Speerspitze im Akkuranking. Im Durchschnitt komme ich mit einer Akkuladung locker eine Woche hin. Wenn man den Energiesparmodus gezielt nutzt und nur wenige Apps auf der Whitelist lässt und sich lediglich auf wenige Funktionen beschränkt, der kommt auch locker auf 10 – 13 Tage. Letzteres war mein Spitzenwert, wobei das Smartphone nur für WhatsApp, Deezer und gelegentliches Surfen genutzt wurde. Das Ulefone verfügt zwar über eine Schnellladetechnologie, trotzdem braucht der Ladevorgang über 3 Stunden.

Akkulaufzeit Ergebnis Einheit: Std

Fazit und Alternative

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Mathias:

Das Ulefone Armor 3 ist ein waschechtes Outdoorsmartphone, das mit Robustheit und langer Akkulaufzeit punktet. Das größte Manko des Armor 3 sind die fehlenden System-Funktionen und das selbst für diese Riege hohe Gewicht und die extreme Dicke. Ansonsten ist das Armor 3 ein treuer und robuster Begleiter mit genügend Leistung. Wer die DRM Funkfunktion nutzen möchte findet im Armor 3T eine gute Alternative zum Doogee S80, vor allem weil das Armor 3T deutlich dünner ausfällt als sein Konkurrent.

83%
  • Design und Verarbeitung 80 %
  • Display 70 %
  • Leistung und System 75 %
  • Kamera 70 %
  • Konnektivität 100 %
  • Akku 100 %

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