Frischfleisch auf dem Markt für Chinahandys: Auch Wieppo möchte ein Stück vom Kuchen abhaben und schickt das Wieppo S6 ins Rennen, ein 5,5-Zoll-Smartphone im Low-Budget-Bereich. Ein Preis von rund 90 Euro, gepaart mit interessanten Features wie einer Dual-Kamera und OTG, lassen aufhorchen. Ob der Neuling die Erwartungen erfüllen kann, soll der Test zeigen.

Design und Verarbeitung

In Anbetracht des Preises überrascht das Wieppo S6 in dieser Disziplin – und zwar positiv. Egal ob in Schwarz, Silber oder Weiß: Das Design ähnelt dem des Huawei P10 und überzeugt vor allem durch seine Schlichtheit. Durch die glatte Oberfläche liegt es ein wenig rutschig in der Hand, es bringt 175 Gramm auf die Waage und misst 7,8 (B) x 15.5 (H) x 0.96 (T) cm.

Wieppo S6 Display 2 300x200 Wieppo S6 Rückseite ablösbar 2 300x200

Das 5.5-Zoll-Display fügt sich dank seiner abgerundeten Ecken sauber in das Gehäuse ein. Vom Displayglas abwärts gibt es ausschließlich ein Material: Plastik. Das Backcover lässt sich kinderleicht abnehmen, trotzdem knarzt und knackt nichts im zusammengebauten Zustand. Unter dem Cover befinden sich der herausnehmbare Li-Polymer-Akku sowie die drei Slots für Sim-Karte (2) und Micro-SD (1).

Wieppo S6 Rückseite ablösbar 1 300x200 Wieppo S6 Lieferumfang 2 300x200

Auf der rechten Seite befinden sich die Lautstärkeregler und der Powerbutton mit geriffelter Oberfläche. Die Knöpfe bestehen ebenfalls aus Plastik und haben einen guten Druckpunkt. Auf der Unterseite des Smartphones befinden sich zwei Lautsprecheröffnungen und der Mikrofon-Eingang. Der Kopfhöreranschluss und der Mirco-USB-Eingang sitzen an der Oberseite.

Wieppo S6 Design Verarbeitung 4 300x200 Wieppo S6 Design Verarbeitung 2 300x200 Wieppo S6 Design Verarbeitung 3 300x200 Wieppo S6 Design Verarbeitung 1 300x200

Eine Benachrichtigungs-LED gibt es nicht, dafür aber einen zusätzlichen LED-Blitz an der Vorderseite. Ein großes Plus sind die Soft-Touch-Buttons unterhalb des Displays, die die Bedienung ungemein erleichtern. Auf der Rückseite sitzt die Dual-Kamera samt LED-Blitz bündig eingepasst. Einen Fingerabdrucksensor gibt es nicht.

Lieferumfang des Wieppo S6

Wieppo S6 Lieferumfang 1 1200x800

Geliefert werden:

  • Wieppo S6
  • Netzteil
  • USB-Kabel
  • Kopfhörer mit Mikrofon
  • Anleitung und Garantiekarte

Display

Das Wieppo S6 verfügt über ein 5,5-Zoll großes Dispay mit 1280 x 720 Pixeln, was einer Pixeldichte von 267 entspricht. Das ist zwar bei Weitem nicht das Beste, was es derzeit auf dem Markt gibt, aber in dieser Preisklasse reicht HD allemal aus. Die Farbwiedergabe ist sehr natürlich, die Kontraste ordentlich und die Helligkeit im Maximalbereich ausreichend hell.

Wieppo S6 Display 1200x800

Für den Feinschliff der Einstellungen ist MiraVision integriert. Der 2.5D-Touchscreen kann bis zu 5 Berührungspunkte gleichzeitig registrieren. Zwischenfazit: In Sachen Design und Display macht das Wieppo S6 durchaus eine gute Figur und stellt so manchen Konkurrenten im Low-Budget-Sektor in den Schatten.

Leistung

Unter der Haube des Wieppo S6 steckt ein MT6737 1.3GHz Quad-core 64-bit Prozessor. Die vier Kerne des MT6732 takten mit bis zu 1,35 GHz, sodass sich der Prozessor in etwa auf dem Niveau des Snapdragon 410 einordnet. Übliche Alltagsanwendungen wie Browsing bewältigt der Chip mit zufriedenstellender Geschwindigkeit.

Antutu Ergebnis Geekbench Multi Ergebnis Geekbench Single Ergebnis

WieppoS6 SDBench 169x300Im Wieppo S6 wird die CPU von 2 GB RAM und 16 GB Speicher unterstützt. Das ist durchaus eine normale Ausstattung in diesem Preissegment, macht flüssiges Multitasking aber fast unmöglich. Für nur 15 Euro mehr gibt es z.B. ein Vernee Thor Plus mit 3 GB RAM und 32 GB Speicher. Es empfiehlt sich, nicht verwendete Apps im Hintergrund zu schließen. Die Navigation durch das System läuft flüssig. Auch das Surfen im Internet stellt kein Problem dar. Weniger grafikintensive Spiele, wie z.B. Clash Royale, laufen gut auf dem S6. Alles, was mehr Rechenleistung braucht, macht wenig Spaß.

Die Speichermodule zählen mit 46 MB/s im Schreiben und 143 MB/s im Lesen eher zur gemütlichen Sorte. Gleiches gilt für den Arbeitsspeicher mit einer Schreibgeschwindigkeit von 2,2 GB/s.

System

In dieser Disziplin gibt es keinen Grund zu meckern. Das Wieppo S6 erfreut den Nutzer mit einem aktuellen Android 7, das Ende Oktober 2017 sein letztes Update bekommen hat. Das System ist von Werk aus fast unberührt und total aufgeräumt. Das System läuft angenehm schnell, ohne Abstürze und Bugs. Zusätzlicher Bonuspunkt: Der App-Drawer verfügt über die praktische Funktion „Apps suchen“, was die Navigation durch den Appdschungel erheblich vereinfacht.

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Kamera

Hier lohnt es sich genauer hinzusehen, denn vor allem im niedrigen Preissegment sind die Dual-Kameras oft fake. Zu den Daten: Auf der Rückseite ist als Hauptkamera ein 8 MP Sony IMX 219 Sensor verbaut mit einer Blendenöffnung von 2.0. Zudem soll die Linse einen Winkel von 77,6 Grad abdecken und einen fünffachen optischen Zoom haben.

Zu der Praxis: Wie erwartet, darf man in dieser Preisklasse keine echten Dual-Kamera-Funktionen erwarten. Statt Portrait mit stylischem, unscharfem Hintergrund bastelt das S6 einfach einen unscharfen Kreis um das Zentrum des Bildes. Und auch der optische Zoom ist nicht mehr als ein leeres Werbeversprechen.

Solange ausreichend Licht vorhanden ist, haben die Bilder eine akzeptable Schärfe und auch der Fokus wird meistens richtig gesetzt. Gerade bei Gegenlicht oder hellen Hintergründen (z.B. Schnee) gibt es große Probleme beim Weißabgleich und bei wenig Licht sind die Bilder eher unbrauchbar. Wer an den Reglern für Sättigung, Kontrast usw. heraumschraubt, bekommt unechte Farben als Ergebnis. Insgesamt erhält man (für diese Preisklasse) eine mäßige Haupt- und Selfiekamera.

Konnektivität

Wieppo S6 Netz Empfang 300x200Das Wieppo S6 ist ein Dual-SIM-Smartphone. Wer zwei SIM-Karten hat, kann diese parallel laufen lassen und obendrein den Speicher mit einer Micro-SD-Karte erweitern.  Was die Netzabdeckung angeht, muss man sich keine Sorgen machen: Es werden alle in Deutschland nötigen 2G, 3G und 4G (LTE) Frequenzen unterstützt.

Die Gesprächsqualität beim Telefonieren ist erstaunlich gut für ein Gerät dieser Preisklasse. Man wird klar und deutlich verstanden und auch aus der Wieppo-Hörmuschel kommt es ausreichend laut und vor allem in guter Qualität. Das Wifi-Modul mit a/b/g/n Standard hat einen durchschnittlich starken Empfang, auch die drahtlose Verbindung über Bluetooth 4.0 funktioniert gut.

Die Standortbestimmung per GPS funktioniert ebenfalls gut und das Handy kann auch zur Navigation genutzt werden. Was die verbauten Sensoren angeht, bekommt man die Standards geliefert: Beschleunigungs-, Näherungs- und Lichtsensor. Der Klang der Lautsprecher ist verhältnismäßig laut, aber auf Maximallevel recht blechern und nicht für Musikgenuss geeignet. Die Tonqualität ist deutlich besser, wenn man einen Kopfhörer in die Klinkenbuchse steckt. Nettes Extra: Wer ein OTG-Datenkabel hat, kann diese Funktion am Wieppo S6 nutzen.

Akku

WieppoS6 PKMarkAkku 169x300Das Wieppo S6 hält, was der Hersteller verspricht: Die Kapazität von 2970 mAh bestätigt auch unsere Messung. In der Praxis bedeutet das eine Laufleistung von rund einem Tag, je nach Nutzung. Wer viel am Smartphone hängt, muss das Gerät abends wieder ans Ladekabel hängen.

Akkulaufzeit Ergebnis Einheit: Std

Wer nur selten zum Handy greift, kommt mit einer Ladung auch zwei Tage hin. Im PC-Mark Akkutest hält das S6 fast 8 Stunden durch. Aufgeladen wird ganz konventionell, Pump Express oder Quick Charge gibt es nicht. Einmal Volltanken dauert rund 4 Stunden.

Fazit und Alternative

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Philip Hauck:

Mit dem Wieppo S6 ist dem Neuling auf dem Markt für Chinahandys ein guter Wurf gelungen. Für rund 90 Euro gibt es ein solide verarbeitetes Smartphone mit stabilem Android 7, das sogar LTE beherrscht. Ein Wermutstropfen ist die Dual-Kamera, die eigentlich keine ist und, gelinde gesagt, bescheidene Bilder liefert. Eine Kaufempfehlung können wir trotzdem getrost aussprechen, für diejenigen, die keine großen Ansprüche an ein Smarthphone und dessen Kamera haben, aber einen soliden Alltagsbegleiter möchten.

70% Guter Start
  • Verarbeitung und Design 80 %
  • Display 60 %
  • Betriebssystem und Performance 70 %
  • Konnektivität und Kommunikation 70 %
  • Kamera 60 %
  • Akkulaufzeit 80 %

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Kommentar Updates
 
Gast
Mario D.

Danke für den Test.

„Solange ausreichend Licht vorhanden ist, haben die Bilder eine akzeptable Schärfe und auch der Fokus wird meistens richtig gesetzt.“ Schaut man sich die Testbilder an, muss man sagen das dieses Kamera-Fazit doch gar nicht stimmen kann. Die Bilder sind unscharf, voller Rauschen und absolut unter aller Kanone. Wie kommt man bitteschön auf so ein Statement?

Gast
Dragan P.

Aber echt wahr….grausige Bilder und dann 60% bei der Kamera ? Das sieht eher nach 10 oder 20% (maximal) aus !

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