Fast täglich lassen sich auf Safari durch den Smartphone-Dschungel neue China-Geräte entdecken. Und wer war nochmal Wileyfox? Doch Moment, „China“ trifft auf das Swift 2 Plus nur teilweise zu. Denn Wileyfox hat seinen Firmensitz in England, lässt aber, wie fast alle Hersteller, in China produzieren. Was der rund 170 Euro teure Engländer mit chinesischen Genen drauf hat, soll der Test zeigen.

Design und Verarbeitung

Der englische Fuchs ist außerordentlich handlich. Das Design überzeugt vor allem dadurch, dass es nicht überrascht. Soll bedeuten: Das Wileyfox Swift 2 Plus ist sehr schlicht und obendrein elegant gehalten. Kleinere optische Hingucker runden das stimmige Gesamtbild ab, wie das dezente Fuchs-Firmenlogo unter dem Display sowie eingraviert auf der Rückseite.

Wileyfox Swift 2 Plus review 4Der Hersteller setzt nach eigenen Angaben auf „high quality“. Und das merkt man dann auch am Endprodukt: Der Aluminiumbody wirkt, bis auf die Plastikkappen für die Antennen, wie aus einem Guss. Einziger Kritikpunkt: Der Übergang zwischen Plastik und Aluminium könnte besser sein, das Plastik ist minimal erhaben, die angeschrägte Kante an den Flanken verläuft nicht perfekt in einer Flucht. Trotz der recht glatten Oberfläche liegt das Swift relativ sicher in der Hand, es misst 72 mm (Breite) x 144,2 mm (Länge) und 8,55 mm (Dicke) und bringt 157 g auf die Waage.

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Die Kamera schließt fast bündig mit der Rückschale ab und ist von einem zarten Metallring eingerahmt. Gleiches gilt für den darunter liegenden Fingerabdruck-Sensor, der seinen Dienst absolut treu verrichtet (10/10 Versuchen erfolgreich).

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Die Knöpfe und Buchsen finden sich an gewohnten Stellen: Rechts ist die An/Aus-Taste, darüber die Lautstärke-Wippe. Links wird die SIM-Karte und die microSD eingeschoben. Unten sitzt der USB-C-Port, oben die Klinkenbuchse.

Lieferumfang des Wileyfox Swift 2 Plus

Wileyfox Swift 2 Plus review 1Das Wileyfox kommt in der stylischen und obligatorischen fuchs-orangen Verpackung daher. Außer Style ist aber nicht viel dabei:

  • Wileyfox Swift 2 Plus
  • USB Typ C Ladekabel
  • Anleitung

Display

Da haben sich die Werbetexter aber mächtig ausgetobt: „Mit diesem 5 Zoll HD-Display bekommen Sie Bilder serviert, die scharf wie ein Eisbergsalat sind“. Wow. Oder: „Die erdnussbutter-Finger-hassende Beschichtung widersteht fettigen Fingerabdrücken“. Doppel-Wow. In einfaches Deutsch übersetzt soll das heißen: Das Display ist toll.

Wileyfox Swift 2 Plus review 3Fern von aller Schönrederei stehen auf dem Datenblatt: 5 Zoll, Auflösung 1280×720, Pixeldichte 294 ppi, Gorilla und 2.5d glass. Zwar nicht schlecht, aber auch nicht weltmeisterlich. FullHD hätte es schon sein dürfen beim Swift 2 Plus.

In der Praxis macht das Display einen guten Job. Die Inhalte sind ausreichend scharf, außerordentlich hell und bieten einen ordentlichen Kontrast. Auch die Farben sind natürlich und nicht so übertrieben knallig wie bei manch anderem Konkurrenten. Die Blickwinkelstabiltät lässt zu Wünschen übrig, beim Blick von der Seite lässt die Leuchtkraft deutlich nach.

Was die Bedienbarkeit angeht, so muss der User mit On-Screen-Tasten auskommen. Immerhin: Das Display registriert fünf Berührungen gleichzeitig und verfügt oberhalb über eine Benachrichtigungs-LED.

Leistung

Im Wileyfox Swift 2 Plus werkelt ein Snapdragon 430. Die Achtkern-Recheneinheit taktet mit 1,2 Ghz und wird in grafischen Angelegenheit von einem Adreno 505 tatkräftig unterstützt. Wer gerne und viel am Smartphone zockt, ist mit dem flinken Fuchs nur bedingt gut bedient. Zwar gehen Surfen und Co. sehr flüssig von der Hand, doch grafisch anspruchsvolle Spiele sind nicht ruckelfrei.

Die Benchmark-Tests zeichnen folgendes Bild: Das Wileyfox muss sich, gerade in dieser Preisklasse, beileibe nicht verstecken. Doch um mit den Spitzenreitern in diesem Preissegment mitzuhalten, reicht es dann doch nicht. Vor allem, weil es unter Volllast ganz schön schwitzt (warm wird). Fazit: Für den Alltag mega, für Spiele eher mittel.

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Die Speicher-Mitgift ist ganz ordentlich. 3 GB Arbeitsspeicher und 32 GB internen Speicher, von denen 24 GB effektiv nutzbar sind, hat das Wileyfox mitbekommen. Das erlaubt zum einen solides Multitasking, zum anderen ist ausreichend Speicherplatz für Apps, Dateien und Fotos vorhanden. Wem die 32 GB nicht reichen, der kann eine microSD einschieben und den Speicher auf diese Weise erweitern. Aber Vorsicht: Steckt eine mircoSD im Schacht, entfällt der Platz für eine zweite SIM-Karte.

Android

Das Einrichten geht kinderleicht: Einschalten, Sprache auswählen und loslegen. Die Bedienung erfolgt dank eines fast naturbelassenen Android 7.1.2 sehr intuitiv. Das aktuelle System läuft stabil, dank der „App-Suchen-Funktion“ im App-Drawer ist alles schön aufgeräumt. Ein nettes Extra ist der Newsfeed, der sich mit einem „Linkswisch“ auf dem Homescreen auftut; dort lassen sich die favorisierten Nachrichten-Apps usw. einrichten.

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Was Updates angeht, so verspricht Wileyfox eine längerfristige Versorgung. Bleibt abzuwarten, was das im Detail heißt. Viel mehr gibt es nicht zu sagen, denn während der Testperiode erlaubte sich das Wileyfox keine nennenswerten Ausrutscher. Daumen hoch.

Akku

WileyfoxSwift2Plus Batterylife

Was positiv auffällt: Im absoluten Standby, also ohne es oft aufzuwecken, hält das Wileyfox gut und gerne eine Woche durch. Soweit die gute Nachricht. Die schlechte: Von den vom Hersteller angegebenen 2700 mAh misst das Testgerät lediglich 2300 mAh. Das macht sich dann auch im Akku-Dauertest bemerkbar: Nicht einmal drei Stunden hält das Swift 2 Plus durch. Tatsächlich schafft das Gerät bei normaler Nutzung knapp einen Tag.

Der Hersteller hat dem Gerät QuickCharge 3.0 verpasst – in knapp über einer Stunde ist der Akku wieder randvoll. Doch ällabätsch: Ein passendes Netzteil sucht man aber vergeblich, das muss man sich schon selbst kaufen.

Kamera

Auf dem Papier klingt das schon mal ganz gut: Die Kamera des Wileyfox Swift 2 Plus löst mit 16 Megapixeln auf, die Blendenöffnung beträgt f/2.0. Im Praxiseinsatz fällt eines sofort positiv auf: Der Autofokus arbeitet blitzschnell und die Naheinstellgrenze ist wahnsinnig gering.

Aufnahmen, die Outdoor und bei guten Lichtverhältnissen entstehen, brillieren mit hoher Schärfe und einer natürlichen Farbgebung. Die Belichtung ist nicht perfekt, sobald viel Weiß oder Gegenlicht im Spiel ist, was in dieser Preisklasse aber zu verkraften ist. Bei schwierigen Lichtverhältnissen oder Indoor braucht man eine ruhige Hand, ansonsten ist viel (verwackelter) Ausschuss dabei. Das Rauschen hält sich bei schlechtem Licht in Grenzen, der LED-Blitz kann das natürlich nur bedingt kompensieren.

Der HDR-Modus schafft dabei ein wenig Abhilfe. Zu finden sind die verschiedenen Modi, indem man in der sehr übersichtlichen und aufgeräumten Foto-App von oben nach unten über den Bildschirm streicht. Die Frontkamera mit ihren 8 Megapixeln macht einen guten Job. Für ein schnelles Selfie reicht’s allemal.

Konnektivität

Das Wileyfox Swift 2 Plus ist ein Dual-SIM Gerät, auf dem sich eine nano- und eine micro-SIM gleichzeitig verwenden lassen. Eine Speichererweiterung ist möglich, doch dann fliegt die zweite SIM raus. Folgende Frequenzen deckt das Gerät ab:

  • 2G: GSM 850, 900, 1800, 1900 MHz
  • 3G: 900, 2100 MHz
  • 4G: 800, 1800, 2600 MHz

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Für die Nutzung in Deutschland ist also das wichtige LTE Band 20 vorhanden. In der Praxis heißt das: Vollgas auf der Datenautobahn.

Die Empfangsstärke ist hoch. Beim Telefonieren ist allerdings nur an einem Ende der Leitung die Gesprächsqualität wirklich gut: Beim Angerufenen. Aus der eigenen Hörmuschel klingt die Stimme eher blechern, fast schon ein bisschen roboterartig. Beim Freichsprechen gibt es keine Probleme, die Lautstärke könnte allerdings höher sein.

Das W-Lan funkt auf 2,4GHz im Standard b/g/n, Bluetooth 4.1 ist ebenfalls an Bord. Die Empfangsstärke ist auch hier zufriedenstellend. Die Standortbestimmung erfolgt über GPS, GLONASS und BeiDou. Das Swift 2 Plus bestimmt die aktuelle Position schnell und zuverlässig und ist somit als Navi gut geeignet.

Als weitere Sensoren bringt das Handy mit: Beschleunigungssensor, Gyroskop, Näherungssensor und Helligkeitssensor.

Fazit und Alternative

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Philip Hauck:

Wileyfox kommt von der „Insel“ und muss sich absolut nicht hinter der gigantischen Konkurrenz aus China verstecken. Es ist edel verarbeitet, sieht gut aus und hat ordentliche Hardware an Bord. Und obendrein ist es mit rund 170 Euro erschwinglich. Allerdings gibt es für dieses Geld durchaus China-Ware, die das Swift 2 Plus um Längen schlägt. Allein schon, weil sie ein Ladegerät inklusive haben und die Akkus deutlich länger durchhalten. Wer also auf ein Produkt einer Firma aus UK steht, ist gut bedient. Wem das egal ist, der sollte sich z.B. bei Xiaomi, Vernee oder Ulefone umsehen.

68%
  • Design und Verarbeitung 90 %
  • Display 70 %
  • Leistung und System 80 %
  • Kamera 60 %
  • Konnektivität 70 %
  • Akku 40 %

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Yannick

Wow, was ist das für ein McLaren? P1?

Gast
MelCare

@chinahandys
Ihr solltet ganz klar erwähnen, dass sich Wileyfox derzeit im Insolvenzverfahren befindet. Somit sind Updates und Reparaturleistungen nicht gesichert
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Wileyfox-Britischer-Smartphone-Hersteller-ist-unter-Konkursverwaltung-3962184.html

Gast
dragon-tmd

So ist es, also FINGER WEG. Ist eh nur eine Auftragsfertigung mit Fuchs-Logo.

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