Das Meizu 15 Lite ist beim Hype um das Meizu 16 völlig untergegangen. Trotzdem lohnt sich ein Blick auf das Gerät, denn es ist eines der kompaktesten Smartphones, dass ich seit langem in der Hand hatte. Dabei liegt die Hardware auf Mittelklasse-Niveau, auch wenn sie nicht mehr die neuste ist. Dennoch überzeugt das Gerät auf den ersten Blick mit schickem Design und guten Specs für ein Mittelklasse-Gerät. Was es wirklich taugt, klären wir im ausführlichen Test.

Design und Verarbeitung des Meizu 15 Lite

Wie von Meizu gewohnt, ist die Verarbeitung einfach nur spitze. Das Gerät wirkt wie aus einem Guss und das metallene Unibody-Gehäuse wird nur oben und unten durch nahezu unsichtbare Plastikstreifen durchbrochen. Mit 143 x 72,5 x 7,5 mm ist das Smartphone durchaus als kompakt und dünn zu bezeichnen und ist mit seinen 145g ebenfalls sehr leicht.

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Die Rückseite ziert lediglich die große Hauptkamera, die minimal aus dem Gehäuse ragt und der ringförmige LED Blitz, bei dem Meizu gleich 6 LEDs verbaut hat. Auf der Vorderseite sieht man hauptsächlich das Display, das links und rechts von kaum sichtbaren Rändern eingehüllt wird. Auch Oben und Unten hat Meizu bei der Breite der Ränder gespart. So ist unter dem Display Platz für den kleinen runden Home-Button, in dem auch der Fingerabdrucksensor steckt. Auf weitere Buttons verzichtet Meizu wie gewohnt. Die Funktionen der beiden anderen Tasten übernimmt der Homebutton. Über dem Display sind wie üblich Hörmuschel, Frontkamera und Sensoren integriert. Auch eine Benachrichtiungs-LED ist vorhanden. Diese versteckt sich in der Hörmuschel und beherrscht lediglich die Farbe Weiß.

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Auf der linken Seite des Meizu 15 Lite befinden sich die Lauter- und Leisertaste. Auf der gegenüberliegenden Seite lediglich der Power-Button als auch der SIM-Schacht. Die Tasten besitzen einen festen, aber angenehmen Druckpunkt und sitzen fest im Gehäuse.

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Die Oberseite des Smartphones beherbergt lediglich ein Mikrofon für die Rauschunterdrückung. Lautsprecher, USB-C und Kopfhöreranschluss befinden sich auf der Unterseite.

Die Qualität des Lautsprechers ist auf dem gleichen Level wie der Rest der Verarbeitung. Keine klirrenden Höhen, dynamische Mitten und keinerlei Übersteuern bei voller Lautstärke. Tiefen sind aber wie immer Mangelware.

Insgesamt ist die Verarbeitung des Meizu 15 Lite perfekt und hat Oberklasse-Niveau. Das schlichte Design und die Haptik unterstreichen ebenfalls das Premiumgefühl.

Lieferumfang des Meizu 15 Lite

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Out of the box gibt es:

  • USB-C Kabel
  • Netzstecker
  • SIM-Pin
  • Kurzanleitung

Display

Das Display des Meizu 15 Lite misst 5,46“ und sorgt mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln für ein gestochen scharfes Bild. Wenngleich die Displaygröße kaum kleiner ist, als die der handelsüblichen Geräte, so besticht das Smartphone dennoch mit seinem kompakten Charakter und liegt größentechnisch schon eher auf dem Level eines 5“ Smartphones. Die Farben des Displays sind lebhaft und die maximale Helligkeit sorgt auch für ein gut ablesbares Display im Freien. Auch der Kontrast kann sich sehen lassen. So lassen sich bei einem schwarzen Bild gerade mal 3 Lux messen.

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Das Panel des Meizu verarbeitet 10 Berührungspunkte gleichzeitig und reagiert schnell auf jegliche Eingabe. Zusätzlich ist die Haptik des 2.5D Glases sehr gelungen. Wie von selbst gleiten die Finger darüber, für mich als Swype-Nutzer eine absolute Wucht. Leider wird die Oberfläche des Displays nicht durch Gorilla Glas oder ähnliches geschützt. Allerdings entpuppte sich das Gerät als nicht allzu empfindlich im Test und fiel mir Testzeitraum mehr als einmal hin – ohne Spuren.

Insgesamt kann das Display des Meizu 15 Lite überzeugen, tolle Farben, eine gute Helligkeit, klasse Haptik und absolute Schärfe zeichnen das LCD Panel aus. Das fehlende Gorilla Glas ist dennoch ein Wermutstropfen.

Leistung und System

Im Meizu 15 Lite werkelt ein Snapdragon 626, der zwar schon etwas älter ist, aber dennoch Leistung bringt. Als GPU kommt die Adreno 506 zum Einsatz. Die 8 Kerne des Prozessors takten mit maximal 2,2 Ghz und werden von 4 GB RAM unterstützt. Dieser ist mit 5,6 GB/s recht flott und auch die Geschwindigkeit des 64 GB großen internen Speichers ist mit 286/78 MB/s Lese-/Schreibgeschwindigkeit zumindest beim ersten Wert auf einem guten Niveau. Das Meizu 15 Lite gibt es wahlweise mit 32 oder 64 GB internem Speicher. Von daher ist eine Speichererweiterung wahrscheinlich in den meisten Fällen notwendig. Leider kann beim Meizu 15 Lite aber nur auf einen Hybrid-Slot zurückgegriffen werden. Somit ist die Dual-SIM Funktion bei einer Speichererweiterung via Micro-SD Karte nicht möglich.

Der Snapdragon hat genug Dampf, um alle täglichen Doings zu meistern und reicht auch für Spiele mit mittleren Leistungsansprüchen. Er sorgt für einen flüssigen Betrieb im Alltag und es kam im Testzeitraum nie zu erheblich langen Ladezeiten oder Rucklern.

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Auf dem Meizu läuft das stark angepasste FlymeOS, welches aktuell auf Android 7.1.2 basiert. Das Design lässt sich über die App beliebig gestalten und auf die eignen Vorlieben anpassen. Auch einige Sonderfunktionen hält FlymeOS bereit. So kann die Reaktion des Homebuttons auf bestimmte Touchgesten individualisiert werden, wodurch eine Onscreen-Navigation überflüssig wird. Diese lässt sich aber dennoch bei Bedarf aktivieren. Auch Face-Unlock ist mit an Bord und reagierte immer tadellos und entsperrt das Gerät ohne Verzögerung. Mit einem Foto konnte ich das System nicht austricksen, denn das Meizu nutzt für die Gesichtserkennung einen Infrarot-Sensor. FlymeOS kommt ohne Bloatware, hat aber einige Systemapps, die sich nicht entfernen lassen. Dazu gehört auch der eigene App-Store und die Apps zur Verwaltung des Systems. Der Scan nach Schadsoftware blieb hingegen ohne Ergebnis. Bei der als Bedrohung bekannten App handelt es sich NICHT um Maleware. In der App Touch PAL ist das Ad SDK Cootek enthalten, welches dafür bekannt ist, Werbung im System einzublenden. Mit dem Update auf TouchPal 2018 wurde das Ad Paket allerdings entfernt!

Insgesamt ist FlymeOS ein flottes System, das sich stark individualisieren lässt und nützliche Zusatzfeatures bietet. In Verbindung mit der Hardware läuft es absolut flüssig und es kam nie zu Rucklern. Obwohl eine Benachrichtigungs-LED auf der Front vorhanden ist, gibt FlymeOS trotzdem die Möglichkeit eines optischen Signals für Benachrichtigungen. Dazu wird der Blitz auf der Rückseite genutzt, der je nach Benachrichtigungsart verschieden aufleuchtet. Das würde aber voraussetzen, dass man das Handy auf die Vorderseite legt, was in der Praxis wohl die wenigsten tun würden.

Kamera des Meizu 15 Lite

Bei der Hauptkamera setzt das Handy auf einen einzelnen 12 MP Sensor aus dem Hause Sony mit einer f/1.9 Blende. Die Auslösezeit als auch der Fokus sind super schnell und die Bilder sind farblich sehr dynamisch. Im HDR Modus werden die Farben noch mal etwas krasser und man holt noch mal mehr aus seinen Bildern heraus. Jetzt kommen wir zu den negativeren Punkten. Die Bilder leiden an zu wenig Details. Von weitem sehen die Bilder super aus, doch zoomt man nur minimal hinein so wird schnell sichtbar, dass es hier an vielen Details mangelt. Hier sehe ich allerdings mehr die Automatik von Meizu als Problem, als den Sensor selbst. Auch die mangelnden Einstellungen in der Kamera-App sind nicht besonders positiv. Bei schlechteren Lichtverhältnissen hat das Smartphone extrem zu kämpfen und die Bilder werden arg rauschig und teilweise matschig.

Die Frontkamera löst mit irrwitzigen 20 MP auf. Die Farben werden relativ echt dargestellt, aber auch hier mangelt es deutlich an Details. Auch die Schärfe geht rund um das Motiv in der Mitte extrem verloren.

Insgesamt macht die Kamera eine mittelmäßig gute Figur. Die Bilder werden farblich schön und sehen auf den ersten Blick auch gut aus, an Details mangelt es aber. Für den ein oder anderen Schnappschuss taugt das Smartphone alle Male, aber kann mit aktuellen Top-Geräten der Klasse absolut nicht mithalten.

Konnektivität

Das Meizu 15 Lite unterstützt alle für den deutschen Raum wichtigen 4G, 3G und 2G Frequenzen. So ist auch das LTE Band 20 mit an Bord. Der Empfang war immer gut und es kam nie zu ungewollten Verbindungsabbrüchen. Auch die Telefonqualität konnte überzeugen. Meine Gespräche wurden beidseitig immer gut übertragen. Im Smartphone finden zwei Micro-SIM Karten Platz. Wer den Speicher allerdings erweitern möchte, muss auf die Dual-SIM Funktion verzichten.

Das Meizu verfügt über WLAN a/b/g/n und Dualband (2,4Ghz und 5Ghz). Desweiteren wird auch Bluetooth 4.2 unterstützt, das keinerlei Probleme verursacht. Sowohl die Nutzung mit meiner Bluetoothbox und meiner Freisprecheinrichtung funktionierte tadellos.

Ebenfalls verfügt das Meizu 15 Lite über einige Sensoren. So gibt es neben dem Nährungs- und Helligkeitssensor auch ein Gyroskop und einen E-Kompass. Somit ist auch eine problemlose Navigation zu Fuß garantiert. Auch das GPS verrichtet einen guten Job. Die Verbindung zu den Satelliten ist schnell hergestellt und die Navigation stets genau. Ebenfalls überzeugend: der Fingerabdrucksensor, obwohl ich bei der geringen Größe echt skeptisch war. Dennoch entsperrt dieser zuverlässig in 10 von 10 Versuchen das Smartphone.

Akku

Akkulaufzeit Ergebnis Einheit: Std

Das Meizu 15 Lite verfügt über einen 3000 mAh, die ihm im Benchmark 8h 30 einbringen. Mit dieser Laufzeit kommt man locker über den Tag, erst recht, wenn man die Energiesparfunktionen von FlymeOS nutzt. Dank Quick Charge-Funktion lädt das Smartphone auch in knapp über einer Stunde wieder voll auf.

Fazit und Alternative

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Mathias:

Das Meizu 15 Lite ist eines der kompaktesten Smartphones, dass ich seit langem in der Hand hatte. Die Verarbeitung ist auf absolutem Premium-Niveau. Die Kamera ist leider nicht auf der Höhe der Konkurrenz und kann mit den fehlenden Details der Bilder nicht so recht überzeugen. Dafür bietet es eine echte Gesichtserkennung, ein flottes System und genügend Leistung für die die täglichen Aufgaben. Ich kann das Gerät jedem empfehlen, der ein hochwertiges und vor allem kompaktes Mitteklasse-Smartphone sucht.

82%
  • Design und Verarbeitung 100 %
  • Display 80 %
  • Leistung und System 80 %
  • Kamera 70 %
  • Konnektivität 100 %
  • Akku 60 %

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Jonas AndreThroAndiTammoGroo Letzte Kommentartoren
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Thro
Gast
Thro

Hallo,

ein wirklich interessantes Telefon, was alles hat, wonach ich suche (FHD, Bd 20, Metallbody, USB- C…) Aber eine wichtige Frage: im Artikel steht, es gibt eine Benachrichtigungs- LED. In der Übersichtstabelle rechts steht eindeutig „Nein“. Was stimmt?

Jonas Andre
Admin
TeamMitglied
Jonas Andre

Servus, das war nur ein Fehler in der Tabelle. Eine Benachrichtigungs-LED ist vorhanden.

Beste Grüße

Jonas

Andi
Gast
Andi

Es wäre schön, wenn ihr im Artikel noch auf den Unterschied zum 15er ohne lite eingehen würdet. Lohnt sich der Aufpreis?

Tammo
Gast
Tammo

Für mich ist die alte Android Basis ein no-go, wieso schmeißt man noch ein Telefon mit Android 7 auf den Markt, wenn doch schon Android 9 auf der Türschwelle steht.

Ansonsten scheints ein ganz ordentliches Telefon zu sein, würde es gar dem RN 6 Pro vorziehen, wegen der kompakteren Abmessungen, trotz des recht kleinen Akku’s und mäßiger Kamera, wenn es wenigstens Android 8 als Basis hätte und ggf. auch noch irgendwann Android 9 in Aussicht stünde.

Groo
Gast
Groo

Aufgrund des tollen „screen to body“-Verhältnisses habe ich das M15 Lite für meine Freundin bestellt.
Natürlich hatte ich es vorher auch ne Zeit in Benutzung und muss sagen das man für sein Geld wirklich ein Top-Handy bekommt.
Wie im Text schon steht ist die Verarbeitung perfekt und es liegt geschmeidig in der Hand.
Faceunlock klappt auch perfekt und was die Kamera angeht empfehle ich eine andere App zu testen!
Ich persönlich hatte „Open Camera“ installiert welche mittlerweile auf allen meinen Handys die Standard-Kamera-App ist.
Alles in allem war das M15 Lite das ausschlaggebende Argument das ich mir das Meizu 16 gekauft habe und welches schon sehnsüchtig erwartet wird 🙂

Die Updates sollen ja angeblich mittlerweile bei Meizu auch ganz gut funktionieren. Ob das wirklich stimmt wird sich herausstellen…

Von mir auf jeden Fall ne Kaufempfehlung für alle die ein Handy suchen was nicht den Riesendisplay-Trend mitmacht