Das Samsung S9+ ist das derzeit bekannteste High-End Smartphone im Android-Kosmos. Uns liegt nun die Duos Version zu einem ausführlichen Test vor. Es handelt sich bei dem Handy um das exakt identische Modell zur Standard-Version des S9+, nur dass eben zwei Nano-SIM Karten gleichzeitig in dem Handy Platz finden (Dual-SIM). Insofern bietet das S9+ Duos genau das, was man ansonsten nur mit den klassischen Chinahandys geboten bekommt: Die Möglichkeit, zwei Rufnummern gleichzeitig zu verwenden.

Da es nun aber schon 10.000 Testberichte zum Samsung S9+ gibt, wollen wir nicht einfach einen weiteren Bericht zu den bereits vorhandenen hinzufügen. Stattdessen werden wir der Frage nachgehen, ob und inwiefern das Samsung S9+ Vorteile gegenüber den Topsellern der High-End Phones aus China, dem OnePlus 6 und Xiaomi Mi8, einen Mehrwert liefert. Mit einem Preis von etwa 600€ kostet das Handy immerhin fast doppelt so viel wie die genannten Konkurrenten, obwohl die Hardware weitestgehend identisch ist. Lohnt sich also der Aufpreis, oder bezahlt man nur für den Markennamen? Im Folgenden finden wir es heraus.

Design und Verarbeitung

Samsung S9 Plus Duos 4

Das Samsung S9 Plus ist zweifelsfrei ein sehr edel verarbeitetes Smartphone. Durch die beidseitige Verglasung mit Corning Gorilla Glas 5 und die abgerundeten Ecken wirkt es fast wie aus einem Guss. Zudem hat sich Samsung die Kritik der Nutzer zu Herzen genommen und den Fingerabdruck unterhalb der Kamera platziert. Insgesamt liegt das Handy angenehm in der Hand, versprüht dabei einen Premium-Look und lässt sich angenehm entsperren. Den Trend zu immer schmaleren Displayrändern hat auch Samsung aufgenommen und das große 6,2 Zoll Display erstreckt sich über den Großteil der Front. Anders als Apple, Xiaomi, Huawei und Co. setzt Samsung dabei jedoch nicht auf eine Aussparung im Display, was dem Handy ein symmetrischeres Gesamtbild verleiht. Das Gewicht des Smartphones ist mit 189g allerdings etwas höher. Insgesamt kommt das Handy mit Maßen von 158 x 74 x 8,5mm auf ein Screen-to-body Verhältnis von 84%. Exakt dasselbe bieten auch das Xiaomi Mi8 und das OnePlus 6, jedoch weniger als das Vivo Nex oder Oppo Find X.

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Was die verbauten Bedienelemente angeht, so befindet sich rechts der Powerbutton und links die Lautstärkeregler. Leider gibt es linkerhand noch einen Bixby-Button, der den grottenschlechten „Smart-Assistant“ von Samsung startet. Dieser versteht auch nach mehr als einem Jahr immer noch kein Deutsch und steht technisch hinter dem Google-Assistant meilenweit zurück. Zudem kann der Button auch nicht deaktiviert werden, ohne dass man sich vorher einen Account bei Samsung anlegt – ein ziemlich schmutziger Trick, um die eigenen Nutzerzahlen zu steigern. Eine Neubelegung (z.B. Starten der Kamera oder Google Assistant) ist ebenfalls nicht möglich. Davon abgesehen bietet das S9 Plus Duos aber alle Anschlussmöglichkeiten, die man sich wünschen kann. In den SIM-Slot auf der Oberseite können zwei Nano-SIM Karten oder eine Nano-SIM und eine MicroSD eingesetzt werden (Hybrid Slot). Zudem gibt es einen zeitgemäßen USB Type C Slot und auch einen klassischen Kopfhörer-Anschluss. Ach ja – Das Samsung S9 Plus ist zudem nach IP68 Standard gegen Staub und Wasser geschützt. Laut Samsung kann das Handy bis zu einer halben Stunde unter Wasser überleben.

Zur Entsperrung des Smartphones dient zum einen der Fingerabdrucksensor und zum anderen Face-Unlock. Leider können uns beide Funktionen nicht wirklich überzeugen. Der Fingerabdrucksensor ist zwar zuverlässig, die Entsperrungszeit ist mit etwa einer Sekunde aber etwa doppelt so lang wie beim Xiaomi Mi8 oder OnePlus 6. Und auch der Face-Unlock funktioniert höchstens in 50% der Fällen – Auch hier liefert die Konkurrenz zweifelsfrei Besseres.

Insgesamt gibt es keine größeren Kritikpunkte am Design des Samsung S9+. Die Verarbeitung ist durch und durch hochwertig und das Handy wirkt ausgesprochen edel. Einzig und allein der nervige Bixby-Button sollte endlich beerdigt werden und der Fingerabdrucksensor ist zu langsam. Gleichzeitig muss auch gesagt werden, dass das Samsung S9 Plus zumindest äußerlich keine nennenswerten Vorteile gegenüber der kostengünstigeren chinesischen Konkurrenz bietet. Auch das Xiaomi Mi8 oder das OnePlus 6 bieten eine astreine Verarbeitung und Premium-Look. Die Entsperrung der genannten Geräte ist zudem wesentlich schneller – dafür verzichtet man aber auch das wasserdichte Gehäuse, Micro-SD und Im Falle des Mi8 auf den Klinken-Anschluss.

Wer sich nicht sonderlich für den Preis interessiert und nach einem wirklich außergewöhnlichen Handy sehnt, sollte einen Blick auf das Vivo Nex oder Oppo Find X werfen. Im Vergleich mit diesen Modellen wirkt das Samsung schon wieder etwas altbacken – der Preis ist aber dementsprechend auch genauso hoch wie bei Samsung.

Display

Samsung S9 Plus Duos 1

Samsung ist seit jeher ein Meister, wenn es um die Displayqualität geht – Kein Wunder, denn der koreanische Hersteller produziert schlichtweg alle AMOLED-Panels, die in aktuellen Handys zu finden sind. Das 6,2 Zoll große Display bietet mit einer 2K-Auflösung von 2960 x 1440 Pixeln eine enorme Pixeldichte von 529ppi. Von den Werkseinstellungen aus ist die Auflösung aber auf 2200 x 1080 (Full-HD) eingestellt, was einer Bildpunktdichte von 395ppi entspricht. Will man die höhere Auflösung, muss man diese zunächst in den Anzeige-Einstellungen aktivieren. Warum ist dies wohl so? Mit normaler Sehstärke werden schon ab etwa 300 Pixel pro Zoll keine einzelnen Bildpunkte mehr wahrgenommen. Die 2K-Auflösung bietet daher keinen sichtbaren Unterschied zu der Full-HD und dient einzig und allein dem Marketing (auch wenn Euch zahlreiche Testportale natürlich etwas anderes erzählen). Gleichzeitig benötigt die 2K-Auflösung mehr Rechenleistung und verringert somit auch die Akkulaufzeit. Samsung stellt das Handy daher einfach von Werk aus auf Full-HD und ca. 90% der Nutzer werden dies nicht einmal bemerken. Was die Kaufentscheidung angeht, sollte man zumindest die hohe Auflösung nicht allzu stark berücksichtigen. Bei der Nutzung von VR-Brillen kann die hohe Auflösung aber einen Unterschied machen.

Samsung S9 Plus Duos 21Nun aber genug mit der Kritik, denn das Display bietet in jeglicher Hinsicht ein außergewöhnliches Bild. Die Farben sind schön knackig, wirken bei Samsung aber nicht so übersättigt, wie dies bei den meisten Konkurrenten mit AMOLED-Screens der Fall ist. Der Kontrast ist unendlich hoch, da schwarze Inhalte schlichtweg nicht beleuchtet werden. Dies resultiert in Kombination mit der sehr hohen Helligkeit in einer guten Lesbarkeit im Freien, wobei gesagt werden muss, dass das Displayglas äußerst anfällig für Spiegelungen ist. Dank der hohen Leuchtkraft bleibt aber trotzdem alles lesbar. Zudem gibt es die von Samsung bekannte Always-ON Funktion, womit im Standby die Uhrzeit und andere Benachrichtigungen dauerhaft dargestellt werden. Diese kann in den Einstellungen auf eine bestimmte Zeitspanne festgelegt werden. Der Akkuverbrauch steigt durch die Funktion um etwa 1% pro Stunde, wobei das Display in der Hosentasche ausgeschaltet wird. Insgesamt kommt man so auch als Normal-Nutzer noch gut durch den Tag.

Softwareseitig bietet das Handy zudem die Möglichkeit, einen Lesemodus mit reduzierter Blaustrahlung für die Abendstunden zu aktivieren oder die Farbdarstellung in den Einstellungen zu verändern. Auch die Anzeige der Always-On Funktion kann konfiguriert werden.

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Das Samsung S9 Plus bietet eines der besten, wenn nicht sogar das beste Display, das derzeit in einem Handy verbaut ist. Dies liegt aber nicht an der hohen Auflösung sondern vielmehr an den kräftigen Farben, dem enormen Kontrast und der starken Helligkeit. Wer viel Wert auf das Display legt, wird das S9+ lieben.

Leistung

Samsung s9 plusCPU ZDas Samsung S9 Plus Duos wird in Europa mit dem hauseigenen Exynos 9810 Prozessor verkauft. In Amerika und China gibt es zudem noch eine Version mit Qualcomm Snapdragon 845 CPU. Der Exynos Prozessor wird im 10 nm-Verfahren hergestellt und verfügt über 8 Kerne in einer DynamiQ-Konfiguration, bestehend aus 4 Mongoose 3 Cores mit 2,9 GHz und 4 Cortex-A55 Cores im Stromsparcluster mit 1,9 GHz. Um die Grafikdarstellung kümmert sich eine Mali-G72 MP18 GPU mit 600 MHz. Zum Multitasking stehen dem Galaxy S9+ 6GB RAM zur Seite, während es beim normalen S9 mickrige 4GB RAM sind.

Die Geschwindigkeit des Smartphones ist, wie es sich für ein High-End Smartphone gehört, sehr hoch. Im System gibt es keine Lags oder Verzögerungen und Apps öffnen sich mit minimalen Ladezeiten. Auch lassen sich auch anspruchsvolle Spiele wie Asphalt 9 oder PUBG problemlos mit hohen Grafikeinstellungen zocken. Das Smartphone erwärmt sich dabei maximal auf lauwarme 37°C. Der interne Speicher erreicht eine Geschwindigkeit von 200MB/s im Schreiben und 800MB/s im Lesen und der Arbeitsspeicher bringt es ebenfalls auf sehr gute 15GB/s.

Wirft man einen Blick auf die Benchmarks, zeigt sich, dass die High-End Smartphones aus China mit ihrem Snapdragon 845 Prozessor zumindest theoretisch etwas mehr Geschwindigkeit erreichen.

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Inwiefern sich der Unterschied in der Praxis bemerkbar, dürfte wohl eine Frage des Nutzeranspruchs sein. Dass es gewisse Unterschiede zu Ungunsten des Samsung S9+ gibt, zeigen zahlreiche Speedtests auf Youtube (z.B. OnePlus 6 vs. Samsung S9+ oder Xiaomi Mi8 vs. Samsung S9+) und auch mir fällt beim direkten Wechsel vom OnePlus 6 zum S9+ auf, dass das Handy minimal langsamer ist. Allerdings kann hier keinesfalls von einem haushohen Unterschied gesprochen werden. Alles in allem handelt es sich bei dem Samsung S9+ um ein blitzschnelles Handy mit hervorragender Gaming-Tauglichkeit.

System

Das S9+ läuft mit der hauseigenen Android Distribution Samsung Experience, ehemals Touchwiz. Dieses kann man nun lieben oder hassen. Fakt ist, dass das System so weit verbreitet ist, dass unerfahrene Nutzer die Samsung-Oberfläche sogar für die Reinform von Android halten. Auf dem S9+ kommt die Benutzeroberfläche in der Version 9 zum Einsatz und basiert noch auf Android 8. Ebenso wie das Xiaomi Mi8 und das OnePlus 6 wird das S9+ vor Jahresende noch ein Update auf Android 9 Basis erhalten.

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Das Samsung Experience System kommt auf dem S9+ relativ schlank daher, wenn man es mit den Vorgängermodellen vergleicht. Statt der zahllosen Samsung-Apps wurde in einigen Fällen nun nur noch die besseren Alternativen von Google installiert. Dies betrifft zum Beispiel den Browser (Chrome), die E-Mail App (Gmail) und sogar den Musikplayer (Google Play Music). Lediglich der Kalender und die Tastatur stammen noch aus Samsungs eigener Programmierschmiede und man tut gut daran, auch diese direkt nach der Inbetriebnahme durch die Pendants von Google zu ersetzen. Abschalten sollte man natürlich auch den Bixby-Assistenten, der von Werk aus einen Home-Screen für sich alleine beansprucht. Der Homescreen und auch der Button können zum Glück deaktiviert werden.

Davon abgesehen stellt die Experience-Oberfläche allerlei praktische Zusatzfunktionen und Erweiterungen zur Verfügung, die auch wesentlich einfacher zu finden sind, als bei dem ehemaligen Touchwiz-System. Mit von der Partie sind zum Beispiel ein sehr guter Multi-Windows Modus, ein Safe-Space für sensible Apps und Dateien, ein Gaming-Modus, eine Benachrichtigungsverwaltung und ein Theme-Center, mit dem man die Optik des Systems anpassen kann. Sämtliche Funktionen sind gut strukturiert und sauber implementiert, allerdings auch nichts, was man nicht auch bei Xiaomis MIUI, Huaweis EMUI oder OxygenOS von OnePlus finden würde.

Die Wahl der Benutzeroberfläche ist im Jahr 2018 weitestgehend eine Frage des persönlichen Geschmacks. Samsung Experience arbeitet zuverlässig und bietet auch sämtliche Zusatzfunktionen, die man bei der Konkurrenz findet. Lediglich Bixby ist und bleibt uns ein Dorn im Auge.

Kamera

Das Samsung S9 Plus bietet im Vergleich zum Vorgänger eine technische Neuheit bei der Kamera. Es kommt nicht nur ein Dual-Kamera Setup zum Einsatz, sondern der Hauptsensor mit 12 Megapixel hat eine variable Blende, die je nach Lichtstärke zwischen einer Öffnung von f/1.5 und f/2.4 wechselt. Dies hat zwei Vorteile: Zum einen können bessere Low-Light Aufnahmen gemacht werden, da die große Öffnung es ermöglicht, mehr Licht einzufangen. Zum anderen kann die Öffnung bei Tageslichtaufnahmen reduziert werden, um eine Überbelichtung zu vermeiden. Die Anpassung der Blende wird im Automatik-Modus vom System vorgenommen, ohne dass der Nutzer dafür etwas machen muss. Im Pro-Modus lässt sich die Öffnung vom Nutzer zudem selbst einstellen. Vom technischen Aspekt aus betrachtet, kann man Samsung für diese Neuentwicklung im Bereich der Handyfotografie nur Lob aussprechen.

Die zweite Kamera auf der Rückseite ist ein 12 Megapixel Tele-Objektiv, das Zweifach-Zoom und Bokeh-Shots mit unscharfem Hintergrund ermöglicht. Beide Kameras werden durch einen optischen Bildstabilisator unterstützt und bei der Hauptkamera gibt es noch einen Dual-Pixel Autofokus.

Was die Bildqualität der Kamera angeht, spielt Samsung natürlich in der ersten Liga mit. Sowohl Aufnahmen bei Tageslicht als auch bei schlechten Lichtbedingungen gelingen in der Regel sehr gut. Die Bilder bei Tageslicht überzeugen mit vielen Details und quasi gar keinem Bildrauschen. Die Bilder haben einen sehr hohen Dynamikumfang, der teilweise fast etwas übertrieben aussieht. Interessanterweise gibt es hier auch kaum einen Unterschied mit oder ohne HDR-Modus, weshalb wir empfehlen, das S9+ einfach dauerhaft im Auto-HDR Modus zu belassen.

Was die Dual-Kamera Funktionen angeht, kann das S9 Plus ebenfalls überzeugen. Der zweifache Zoom vergrößert das Aufgenommene ohne Qualitätseinbußen und insbesondere der Bokeh-Modus (Samsung nennt diesen „Live-Fokus“) liefert erstklassige Portrait-Aufnahmen.

Lob kann auch für die Frontkamera ausgesprochen werden. Hier hat es uns neben der guten Schärfe insbesondere die angenehme Farbwiedergabe angetan.

Videos können mit dem S9+ mit einer Auflösung bis zu 4K mit 60FPS und optischer Bildstabilisierung gemacht werden. Insbesondere die Möglichkeit, stabilisierte 4K-Aufnahmen zu machen, gefällt uns in der Theorie sehr gut. In der Praxis zeigt sich allerdings, dass die Stabilisierung bei 4K-Auflösung nicht mehr besonders gut arbeitet, sodass man für Aufnahmen in Bewegung doch besser zu Full-HD wechselt. Die Schärfe der Aufnahmen ist bei allen Auflösungen sehr gut und der Fokus arbeitet schnell. Lediglich bei Aufnahmen der Frontkamera (bis zu 1080p) wird der Fokus häufig nicht richtig gesetzt. Hier sollte Samsung von Seiten der Software noch etwas nachbessern.

Insgesamt ist der Unterschied in der Flagship-Klasse eine Frage des Details und so erreicht das OnePlus 6 bereits eine vergleichbare Qualität wie das Samsung S9+, was in diesem Kamera-Vergleich gut herausgearbeitet wird:

Wer auf der Suche nach einer besonders guten Kamera ist, trifft mit dem S9+ dennoch eine gute Wahl, denn vielmehr ist derzeit einfach nicht drin. Gleichzeitig muss sich Samsung eingestehen, dass man den hartumkämpften Thron um die beste Kamera an das Huawei P20 Pro abgeben muss – Einen direkten Vergleich der beiden Smartphones findet Ihr hier.

Konnektivität und Kommunikation

In diesem Punkt kann unser Samsung 9 Plus Duos richtig überzeugen. Da es sich um die Dual-SIM Version handelt, können zwei Nano-SIM Karten gleichzeitig in dem Handy betrieben werden. Diese Möglichkeit bieten alle bisher genannten Chinahandys zwar auch, allerdings bekommt man bei dem Samsung noch die Möglichkeit zur Speichererweiterung on top. Um den Speicher per Micro-SD zu erweitern, muss man zwar auf einen der beiden SIM-Slots verzichten. Es ist aber trotzdem schön, diese Möglichkeit zu haben. Und auch davon abgesehen gibt sich das S9+ im Bereich Konnektivität keine Blöße. Der Internet- und Netzempfang ist stark und es werden alle in Deutschland nötigen LTE-Frequenzen unterstützt. Mit dabei ist auch Bluetooth 5.0 und Wifi mit .ac-Standard. Auch hier ist der Empfang und Datendurchsatz hoch, wenngleich das Xiaomi Mi8 noch etwas mehr aus der Leitung herauskitzeln kann.

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Beim internen Lautsprecher gab es zur neunten Generation auch ein Update. Es handelt sich nun um einen Stereo-Speaker, was in diesem Preisbereich auch angemessen ist. Der Klang ist sehr ausgewogen und gut differenziert. Für das Abspielen von Videos und kurzen Musik-Clips ist das S9+ damit bestens geeignet und auch bei der Verwendung der Freisprechfunktionen schlägt sich der Speaker gut. Richtig guten Sound bekommt man auch über den 3,5mm Klinke-Anschluss oder alternativ auch mit USB-Type C Kopfhörern.

Die Standortbestimmung wird per A-GPS, GLONASS, BDS und GALILEO erledigt und funktioniert im Freien innerhalb weniger Sekunden. Auch innerhalb von Gebäuden ist häufig noch ein Fix möglich. Zudem gibt es eine ganze Menge an Sensoren. Neben den Standards (Helligkeit, Näherung, Beschleunigung) gibt es noch ein Gyroskop, einen E-Kompass, einen Hall-Sensor für smarte Hüllen und ein Barometer.

Samsung s9 plus Samsung HealthObendrauf gibt es weiterhin einen Pulsmesser neben dem LED-Blitz auf der Rückseite. Das Messergebnis ergibt bei mir im entspannten Zustand immer Werte zwischen 42 und 45, was mir trotz meiner recht sportlichen Konstitution etwas unrealistisch erscheint. Mit dem Xiaomi Mi Band 2 liegt der Messerwert bei plausibleren 57bpm.

Der Sensor kann übrigens nun auch dazu verwendet werden, den Blutdruck zu messen. Hierfür muss man zur Kalibrierung ein Blutdruckmessergerät verwenden und sich die APK-Datei „My BP Lab“ herunterladen (im deutschen Store nicht verfügbar). Für Menschen mit Herzrhythmusstörungen oder einer Kreislauferkrankung ist diese Funktion sicher sehr interessant und meiner Meinung nach sind es genau solche Features, die ein über 600€ teures Handy bieten sollte.

Akkulaufzeit

Mit einem 3500mAh Akku ist die Kapazität für ein 6,2 Zoll großes Smartphone eher mittelprächtig. Allerdings ist der im 10nm-Verfahren gefertige Exynos Prozessor auch sehr stromsparend. Insgesamt erreicht das Samsung S9+ damit Akkulaufzeit, die für die meisten Nutzer ausreichend sein sollte. Über den Tag verteilt kann das Handy je nach Anwendungsprofil bis zu 7 Stunden aktiv verwendet werden. Zocker und Multimedia-Freaks kommen wahrscheinlich eher auf 5 Stunden. Für das Abspielen eines einstündigen Youtube-Videos werden etwa 10% Akku benötigt und beim Gaming etwa 15%. Damit liefert das S9+ vergleichbare Werte mit den Snapdragon Smartphones aus China, wenngleich die Akkulaufzeit etwas kürzer ist. In unserem Akkutest haben wir zudem den Verbrauch des Handys mit 2K-Auflösung und mit Standard Full-HD Auflösung vergleichen. Das Ergebnis sind etwa 10% mehr Akkuverbrauch im Schnitt, was überraschend wenig ist. Wer sein Smartphone sehr häufig verwendet, könnte beim S9+ auf diese 10% angewiesen sein, der durchschnittliche Nutzer wird wahrscheinlich auch mit 2K-Auflösung über den Tag kommen.

Akkulaufzeit Ergebnis Einheit: Std

Aufgeladen ist das S9+ mit dem mitgelieferten Ladeadapter in ziemlich genau einer Stunde und 45 Minuten. Damit braucht das Handy ein gutes Stück länger als die vergleichbaren Snapdragon 845 Geräte mit Quick Charge 3.0., welche in einer Stunde und 20 Minuten geladen sind.

Fazit und Alternative

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Jonas Andre:

Das Samsung S9 Plus (Duos) ist ein ausgereiftes Smartphone mit wenig Raum zur Kritik. Insbesondere muss man den Hersteller für seine konstante Verbesserung loben. So wurde im Vergleich zur achten Generation das System entrümpelt, sowie die Kamera und Haptik verbessert. Auch hat man an Kleinigkeiten gearbeitet, wie etwa der Integration eines Blutdruckmessers oder den Stereo-Lautsprechern. Gut finden wir zudem, dass Samsung an altbewehrten Standards festhält und das Handy mit einem Micro-SD Slot und Kopfhörer-Anschluss ausstattet.

Vergleicht man das Samsung S9+ preisunabhängig mit den chinesischen Konkurrenten Xiaomi Mi8 und OnePlus 6, können sowohl das S9+ als auch die China-Konkurrenz Vorteile für sich verbuchen. Als Stärken des S9+ können die Speichererweiterung, Staub- und Wasserschutz, der Puls- und Blutdruckmesser genannt werden. Das Display ist ebenfalls geringfügig besser, wobei hier im Normalgebrauch kaum ein Unterschied feststellbar ist. Die Verarbeitungsqualität ist bei allen genannten Modellen gleichhoch. Als Vorteile der Snapdragon-Geräte kann schließlich die etwas höhere Leistung, der schneller ladende Akku, der schnellere Fingerabdrucksensor und funktionierendes Face-Unlock genannt werden.

Dass die genannten Chinahandys damit eine bessere Preis-/Leistung bieten, steht außer Frage. Dennoch schafft es Samsung, ein rundes Gesamtpaket zu präsentieren, das auch Argumente für den höheren Preis präsentieren kann – und insofern kann man auch sagen, dass das Samsung S9+ neben den günstigen Alternativen eine klare Daseinsberechtigung hat.

92%
  • Design und Verarbeitung 90 %
  • Display 100 %
  • Leistung und System 80 %
  • Kamera 100 %
  • Konnektivität 100 %
  • Akku 80 %

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Hardmin
Gast
Hardmin

Nach wie vor stört mich aktuell bei Samsung dass nach eins bis zwei Jahren das Betriebssystem durch die Updates künstlich verlangsamt wird, so das ältere Geräte nicht mehr gut nutzbar sind.
Viele Kunden denken ihre Hardware wäre zu alt oder kaputt, dabei kann man dies mit Benchmarks testen und muss dann leider feststellen, das die Hardware eigentlich noch in Ordnung ist und spielt man einen Costom-ROM wie LineageOS oder ähnliche auf, zeigt sich wie gut die Geräte wieder laufen!

Das ist in meinen Augen eine riesen Sauerei, dafür sind die Samsung Geräte bei der Anschaffung einfach zu teuer! Ich war zu Zeiten von S2 und S3 noch ein großer Fan von Samsung, aber das ist lange vorbei!

Ach und an Samsung: der IP68-Standart kennt keine Zeitliche Einschränkung für das Untertauchen!
Ihr müsstet IP67 schreiben!

Thomas
Gast
Thomas

Häufig kann man die Mainstreamhandys wie das S9(+) mit einem o2 Vertrag günstig schießen, wodurch auf 2 Jahre gerechnet ein richtiger Schnapper entsteht, da im China-Einzelkauf natürlich noch der Vertrag on top kommt.
Außerdem funktioniert leider HD-Streaming über Netflix und Amazon weiterhin bei vielen Chinamarken nicht, was mich bisher vom Kauf der Preisleistungskracher abgehalten hat.
Auch wenn ich ein großer Xiaomi Fan bin, gibt es legitime Gründe weiterhin zu etablierten Marken zu greifen.

Popk1ller
Mitglied
Mitglied
Popk1ller

„Zudem kann der Button auch nicht deaktiviert werden, ohne dass man sich vorher einen Account bei Samsung anlegt“.

Hiermit war für mich das Lesen des Berichts zu Ende. Mögen die Geräte hardwarechnisch Top sein aber was Samsung mit seiner Bloatware so treibt geht gar nicht.

Andersrum wäre zu wissen wie gut sich das Gerät mit nem „reinen“ Android oder schlanker MIUI schlagen würde.

Wurstbock
Gast
Wurstbock

Finde die Fotos jetzt nicht wirklich besser als bei günstigeren Geräten, gerade wenn man die Fotos bei 100% betrachtet, es fällt wieder die übliche übertriebene Nachbearbeitung durch die Software auf.

Tiefenschärfe ist somit nicht mehr vorhanden.

Dirk Klatt
Mitglied
Dirk Klatt

Ich finde es gut, dass Ihr zum Vergleich auch mal ‚Mainstream‘-Geräte testet. Wirklich interessant dürfte es eh erst werden, wenn man die genannten Geräte (z.B. Oppo, Vivo) auch offiziell in D kaufen könnte! Das OP6 liegt lt. offiziellem Preis bei ca. 520€ (Herstellerwebseite).
Da ist die Preisdifferenz zum Samsung dann nicht mehr allzu groß. Außerdem habt Ihr unterschlagen, dass das S9 drahtlos geladen werden kann. M.E. ein absolutes Plus für ein aktuelles Top-Gerät.

Wasserkante
Gast
Wasserkante

Dual Sim + Micro SD 😉
Und ich dachte schon Samsung macht tatsächlich ein Triple Slot Handy .