Bisher war Cubot ausschließlich mit Geräten unterhalb der 150€ Grenze auf dem Markt vertreten, konnte sich hier aber durch eine zuverlässige Qualität und gute Preis-/Leistung zu einem der stärksten Chinahersteller mausern. Mit dem Cubot Power präsentiert das Urgestein der chinesischen Handyhersteller nun endlich ein leistungsstärkeres Smartphone.

Das neue Cubot Power verfügt über einen Helio P23 und ist damit leistungstechnisch in der Mittelklasse verortet. Zudem hat das Handy ein 6 Zoll Display im 18:9 Format, 6GB RAM und 128GB ROM. Hervorstechend im Datenblatt ist zudem der gigantische 6000mAh Akku, mit dem das Cubot Power eigentlich schon zu den sogenannten Big-Battery Phones gehört. Die Kamera auf der Rückseite löst mit 20 Megapixeln auf. Was das Cubot Power im Praxiseinsatz liefert, erfahrt Ihr im folgenden Testbericht.

Design

Cubot Power 5

Das Design des Cubot Power ähnelt dem günstigeren Cubot X18 Plus. Leider muss hier auch gleich die erste Kritik an dem Smartphone angebracht werden: Die Rückseite und der Rahmen bestehen, ebenso wie bei den günstigeren Modellen, aus Kunststoff. Theoretisch spricht nichts gegen Kunststoff-Smartphones, denn im Gegensatz zu Glas oder Metall kann so etwas Gewicht eingespart werden und auch der Empfang ist meist besser. Das Problem ist allerdings, dass Cubot eine Plastik-Rückseite mit glänzender Oberfläche verbaut hat. Dies wertet das Aussehen des Smartphones zwar auf, sorgt allerdings auch für eine große Anfälligkeit für Kratzer. Nun hat man zwei Möglichkeiten. Entweder man benutzt das Smartphone nur mit der mitgelieferten Hülle, oder man findet sich damit ab, dass zwangsläufig kleine Kratzer auf der Rückseite entstehen. Sehr unschön!

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Durch das 18:9 Format ist das Smartphone etwas länglicher als die alten 16:9 Handys. Die Maße betragen 158 x 74 x 11 mm. Die Dicke von 1,1 Zentimeter ist angesichts des großen Akkus noch angenehm. Das Gewicht liegt mit 211g im Durchschnitt für ein Smartphone mit dieser Akkugröße. In der Praxis kann man das Cubot Power zwar weder einen Handschmeichler nennen, noch fühlt sich das Smartphone besonders hochwertig an. Es liegt aber noch gut in der Hand und macht sich in der Hosentasche nicht störend bemerkbar. Auch ist eine einhändige Bedienung aufgrund des 18:9 Formates trotz des sehr großen Display noch möglich.

Die Vorderseite wird fast komplett vom Display bedeckt, sodass die Ränder links und rechts mit 2mm und oben und unten mit 1cm relativ gering ausfallen. Bedient wird das Smartphone mit On-Screen-Buttons, deren Position leider nicht in den Einstellungen angepasst werden kann. Oberhalb des Displays befindet sich neben der Ohrmuschel, Frontkamera und dem Näherungssensor noch eine Benachrichtigungs-LED.

Cubot Power 11

Cubot zeichnet sich als einer der wenigen Hersteller aus, der sich nicht zu überrissenen Screen-to-body Angaben hinreißen lässt. Auf eine Fake Dual-Kamera, die keinen Mehrwert bringt, wurde verzichtet. Unterhalb der Kamera befindet sich stattdessen nur der Fingerabdrucksensor und ein LED Blitz. Der Fingerabdrucksensor verrichtet eine sehr gute Arbeit und entsperrt das Smartphone in unter einer Sekunde aus dem Standby. Fehlerkennungen kommen so gut wie gar nicht vor.

Auf der Unterseite befindet sich ein zeitgemäßer USB-Type C Anschluss. Dieser fungiert mit einem Adapter auch als OTG-Anschluss, USB Type C Kopfhörer werden allerdings nicht erkannt. Dies dürfte allerdings die wenigsten Nutzer stören, da das Cubot Power noch über einen herkömmlichen 3,5mm Kopfhörer-Anschluss verfügt.

Zwei Nano SIM-Karten können seitlich in einen Einschub eingesetzt werden. Alternativ lässt sich einer der beiden SIM-Slots zur Speichererweiterung nutzen. Dies wird allerdings bei den Meisten nicht nötig sein, da der interne Speicher stolze 128GB misst.

Insgesamt ist das Cubot Power ein gut verarbeitetes Smartphone. Natürlich sollte man sich als Käufer bewusst sein, dass man hier kein handliches Smartphone erwirbt, da das Handy aufgrund seinen 6000mAh Akkus auch einiges auf die Waage bringt. Dies kann man dem Power aber nicht negativ anlasten. Kritik muss sich das Smartphone allerdings für die glänzende Kunststoff-Rückseite gefallen lassen. Wer lange ein unversehrtes Smartphone haben möchte, ist beim Cubot Power auf die Schutzhülle angewiesen.

Display

Cubot Power 14

Das Cubot Power bietet ein sehr großes 6 Zoll Display, das sich hervorragend zum Gaming und Video-Anschauen eignet. Dank des 18:9 Format und den geringen Rändern ist das Gerät trotzdem noch relativ handlich. Das Display hat eine Full-HD+ Auflösung von 2160 x 1080 Pixel. Somit ist das Bild vollkommen scharf und einzelne Bildpunkte sind dank 402ppi nicht mehr sichtbar. Es handelt sich um ein klassisches IPS-Panel, das uns im Test mit einer guten Blickwinkelstabilität, starken Kontrasten und lebendigen Farben zufriedenstellt. Wenngleich das Kunststoff-Gehäuse nicht wirklich würdig für ein 200€-Handy ist, muss sich das Display keinesfalls vor der Konkurrenz verstecken. Die Helligkeit ist ausreichend hoch und gewährleistet auch im Sonnenlicht noch eine gute Bedienbarkeit. Auch die automatische Helligkeitsregulierung funktioniert gut.

Cubot Power 10Der Touchscreen registriert bis zu 10 Berührungspunkte gleichzeitig und arbeitet zuverlässig und schnell. Beim Displayglas greift Cubot zwar nicht zu einem namenhaften Hersteller, in Gegensatz zur Rückseite ist die Front des Handys aber sehr kratzresistent. Ein Belastungstest mit Schraubenzieher und Schlüsselbund hinterließ keine Spuren auf dem Power.

Leistung

Das Cubot Power hat einen Helio P23 Prozessor verbaut. Angesichts der langsameren CPUs, die Cubot in den Vorgänger-Modellen verbaut hat, bringt der P23 das Power auf ein neues Level für den Hersteller. Der Octa Core ist recht ähnlich zum Helio P25, lediglich die Cortex A53 takten anders: von 4 x 2.6 GHz auf 4 x 2.3 GHz sowie das Energiesparcluster von 4 x 1.6 GHz auf 4 x 1.65 GHz. Dafür kommt als GPU nun die Mali G71 mit 700 MHz zum Einsatz statt der Mali T880 mit 900 MHz. Bedeutet auf dem Papier weniger Leistung, wenn auch nur minimal, dafür arbeitet der Helio P23 batterieschonender. In der Praxis läuft der Helio P23 auf dem Cubot Power sehr geschmeidig. Subjektiv würde ich sogar sagen, dass das Cubot Power mit seinem Helio P23 schneller läuft als alle bisher von mir getesteten P23 und P25 Geräte. Im System gibt es quasi keine Ladezeiten und das Öffnen von Apps funktioniert auch angenehm schnell. Beim Browsen im Internet oder in der Facebook-Timeline gibt es gelegentlich minimale Verzögerungen, die bei teureren Geräten so nicht auftreten. Davon abgesehen ist die Performance aber sehr geschmeidig. Auch Games lassen sich noch gut auf dem Gerät zocken, was bei dem starken Akku auch eine der prädestinierten Einsatzgebiete des Cubot Powers ist. Einfache Spiele wie Temple Run stellen natürlich ohnehin kein Problem für das Handy dar, aber auch anspruchsvolle Titel wie PUBG oder Asphalt 8 laufen flüssig.

Antutu Ergebnis Geekbench Multi Ergebnis

Ein weiterer Vorteil, den das Cubot Power für sich verbuchen kann, sind die großen Speichermodule. Der Arbeitsspeicher umfasst ganze 6GB RAM und ist somit auch für exzessives Multitasking geeignet. Mit einer Geschwindigkeit von 6 GB/s ist der Speicher ausreichend schnell. Zum Abspeichern von Apps, Games und Musik stehen zudem brachiale 128GB zur Verfügung. Die Lese- und Schreibgeschwindigkeit ist mit 180/195 Megabyte pro Sekunde sehr hoch. Die meisten Nutzer werden so viel Speicher zwar nicht benötigen, es ist aber trotzdem eine nette Zugabe, die komplette Musiksammlung auf dem Handy speichern zu können, ohne dabei auf eine Micro-SD angewiesen zu sein.

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Das Cubot Power ist ein sehr performantes Smartphone. Zwar kann es nicht ganz mit dem Mittelklasse-Spitzenreiter Xiaomi Redmi Note 5 mithalten, allerdings ist die Leistung für die meisten Nutzer vollkommen ausreichend. Im Vergleich mit anderen Geräten der Preisklasse ist das Cubot Power immer noch überdurchschnittlich schnell und auch aktuelle Games laufen flüssig.

System

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Beim System wurde nicht gespart und das Cubot Power hat das aktuelle Android 8.1 installiert. Die Oberfläche wurde vom Hersteller komplett jungfräulich belassen und man bekommt ein sauberes und aufgeräumtes System. Lediglich das Optionsmenü wurde an einigen Stellen erweitert und DuraSpeed zur Systemoptimierung integriert. Die Android 8 Features wie die Bild-in-Bild Funktion oder die überarbeitete Benachrichtigungs-Verwaltung sind allesamt verfügbar. Der Google Playstore und die deutsche Sprache sind natürlich von Werk aus vorinstalliert.

Kamera

Die Kamera auf der Rückseite hat nicht weiter benannten Samsung Sensor mit 20 Megapixel und einer f/2.0 Blende. Die Frontkamera hat 13 Megapixel. Der Hersteller bewirbt die Kamera mit einer verbesserten Zoom-Technologie mit wenig Verlusten. Wie leider so oft sind macht diese Funktion allerdings keinen wirklichen Unterschied zum normalen Digital-Zoom. Eine weitere Zusatz-Funktion ist der Nacht-Modus, in dem das Cubot Power Einstellungen für Low-Light-Fotografie optimiert und dabei auf die Vorteile seiner 6P-Linse ausspielen soll. Dies funktioniert in der Praxis tatsächlich gar nicht so schlecht und die Nachtaufnahmen sehen mit diesem Modus deutlich besser aus. Davon abgesehen kann die Kamera des Cubot Power in punkto Standard-Fotos überzeugen. Die Bilder haben eine gute Farbdarstellung und Schärfe. Auch der Weißabgleich gelingt, zumindest bei der Rückkamera, meistens sehr gut. Die Kamera kommt also auch mit Wechselspielen aus Schatten und Licht noch gut zurecht. Die Frontkamera mit 13 Megapixel kann ebenfalls schöne Fotos produzieren, hier gibt es bei starkem Sonnenlicht allerdings auch häufig Probleme mit dem Weißabgleich und die Bilder wirken überbelichtet. Auch hier kann man insgesamt aber noch von einer guten Qualität sprechen.

Videos können in Full-HD Auflösung aufgenommen werden und haben bei ausreichend Licht eine gute Qualität. Auch der Sound ist ordentlich. Zudem sollen die Videos bei Bedarf von elektronischer Bildstabilisierung unterstützt werden. Diese Funktion zeigt allerdings gar keine Wirkung und dementsprechend sind Videos in Bewegung ziemlich verwackelt.

Konnektivität

Cubot Power 9Wie immer ist das Cubot Power mit Dual-SIM ausgestattet. Es lassen sich zwei Nano SIM-Karten gleichzeitig in dem Handy betreiben. Alternativ kann man einen der beiden SIM-Slots zur Speichererweiterung verwenden. Aufgrund des 128GB großen internen Speichers dürfte dies aber kaum nötig sein. Das Cubot Power unterstützt alle in Deutschland nötigen Netzfrequenzen. Der mobilen Datennutzung sind somit keine Grenzen gesetzt. Es gibt Bluetooth 4.2 und Dual-Band Wifi. An Sensoren gibt es neben den Standards noch ein Gyroskop und einen E-Kompass und auch GPS wird unterstützt. Die Emfpangswerte von Wifi, GPS und Netz sind allesamt sehr stark – hier wirkt sich die Kunststoff-Rückseite positiv aus.

Cubot Power System Benchmarks 21Die Gesprächsqualität ist durchschnittlich und bei Telefonaten werden die Stimmen beidseitig gut übertragen. Auch die Freisprechfunktion lässt sich gut benutzen. Der Mono-Lautsprecher auf der Unterseite des Smartphones gibt einen brauchbaren Sound von sich. Wirklich richtig gute Klangqualität bekommt man allerdings nicht geboten, da es dem Sound deutlich an Tiefen fehlt. Alternativ lässt sich zum Musikhören auch ein Kopfhörer über den 3,5mm Anschluss verbinden.

Akku

In diesen Punkt hat das Cubot Power viel zu bieten. Mit ganzen 6000mAh hat das Power fast die doppelte Kapazität eines normalen 6-Zoll Handys am Start. Der Helio P23 arbeitet zudem recht energiesparsam. In Praxiseinsatz konnte ich das Handy mit einer durchschnittlichen Nutzung von 2-3 Stunden pro Tag drei Tage lang nutzen, ohne aufzuladen. Die Verbrauchswerte lesen sich durchgehend gut. Etwa 12% werden für eine Stunde High-End Gaming benötigt, etwa 8 Prozent gehen bei einer Stunde Full-HD Video Anschauen auf Youtube verloren. Jeweils mit halber Displayhelligkeit.

Akkulaufzeit Ergebnis Einheit: Std

Mit dem Cubot Power muss man sich also um einen leeren Akku nur selten Gedanken machen. Gleichzeitig muss aber auch gesagt werden, dass das Smartphone mit seinen 6000mAh in etwa die gleiche Akkulaufzeit erreicht wie das Redmi Note 5 mit 4000mAh und entsprechend leichterem Gewicht. Insofern kann zwar von einer guten Laufzeit aber nicht unbedingt von der besten Effizienz gesprochen werden.

Aufgeladen wird das Cubot Power mit einem 5V/2A Netzteil. Der gesamte Ladevorgang nimmt 3,5 Stunden in Anspruch.

Fazit und Alternative

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Joscha Becking:

Das Cubot Power ist ein fast durchweg gutes Smartphone. Die größte Kritik muss sich das Power für die Rückseite aus glänzendem Kunststoff gefallen lassen. Es ist schlichtweg ein No-Go, dass trotz sorgsamer Benutzung schon nach wenigen Tagen Kratzer auf dem Back-Cover entstehen. Wer auf die Optik des Smartphones nicht viel Wert legt, oder sowieso die mitgelieferte Schutzhülle verwendet, wird sich daran nicht stören. Ansonsten bekommt man ein sehr schnell arbeitendes Gerät mit neustem Android 8.1, einer guten Kamera und einer sehr guten Akkulaufzeit. Auch die Empfangswerte sind allesamt sehr gut.  Kleinere Kritikpunkte wie der mittelmäßige Lautsprecher und die fehlende EIS-Stabilisierung trüben den ansonsten positiven Gesamteindruck kaum.

Als Alternativen zum Cubot Power kann das Xiaomi Redmi Note 5 genannt werden. Wer noch deutlich mehr Akku-Power will, kann sich zudem den neuen Big-Battery Champion Ulefone Power 5 anschauen.

82%
  • Design und Verarbeitung 60 %
  • Display 90 %
  • Leistung und System 80 %
  • Kamera 80 %
  • Konnektivität 90 %
  • Akku 90 %

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*Preise inkl. Versand und Zoll. Zwischenzeitliche Änderung der Preise, Rangfolge, Lieferzeit und -kosten möglich. Preise zuletzt aktualisiert am 23.06.2018

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StephanSCARedhansenTobagega Ba Recent comment authors
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Stephan
Gast
Stephan

Ich bin immer auf der Suche nach einem ausdauernden Handy, wie hier das Cubot Power.
Das Xiaomi redmi note5 hat hier akkutechnisch besonders starkt abgeschnitten und auch besser als das Cubot.
Ich hatte erst das Maze Alpha und nun das Xiaomi redmi note5. Ich kann zwischen den beiden keinen, oder nur sehr geringen Unterschied in der Ausdauer feststellen. Mit beiden Geräten kam/komm ich ca. 5-6h Display on Zeit, bei ähnlicher Nutzung. Wenn nun auch der 6000 mAh Akku vom Cubot Power nicht so lange durchhalten soll wie das Note5?
Was mach ich falsch, mein Note5 schwächelt mir eigentlich zu schnell.

hansen
Gast
hansen

MediaTek Helio P23 bedeutet aber auch KEIN cyanogenOS und systemupdates wird es vermutlich auch keine geben.

SCARed
Gast
SCARed

abwarten. dank Projekt Treble könnte dies durchaus in der zukunft einfacher werden.

aber ja, es ist erst mal … kein vorteil!

Tobagega Ba
Mitglied
Mitglied
Tobagega Ba

hoffe die rücksteite vom cubot power ist nicht aus glas sonder aus kunststoff. dies bringt einen viel besseren sar-wert. ist es so wär es für mich ein absoluter kauf (falls nicht allzu teuer)