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CUBOT R19 Testbericht

Getestet von Lukas Winkel am
Firmware : CUBOT_R19_9052C_V05_20190812_20190812-1517
Bewertung: 67%
Vorteile
  • gute Verarbeitung
  • 3,5mm Klinkenanschluss
  • Benachrichtigungs-LED
  • Display ist ok
Nachteile
  • System ruckelt
  • Kamera ist unterirdisch
  • Mikro-USB
  • kaum Sensoren
  • schlechte Akkulaufzeit
  • schlechter Lautsprecher
Springe zu:
CPUMediatek Helio A22
RAM3 GB RAM
Speicher32 GB
GPUPowerVR GE8320
Display1520 x 720, 5,7 Zoll (IPS)
Betriebssystem9.0 Pie
Akkukapazität2800 mAh
Speicher erweiterbar Ja

Speichererweiterung
Hauptkamera13 MP
Frontkamera8 MP
USB-AnschlussUSB Type-C
KopfhöreranschlussJa
EntsperrungFingerabdruck, Face-ID
LTENein
NFCNein
SIMDual - nano
Gewicht160 g
Maße148,8 x 70,7 x 9,5 mm
Antutu71528
Benachrichtigungs-LEDJa
Hersteller
Getestet am09.11.2019

Mit dem Cubot R19 hat das chinesische Unternehmen ein Smartphone vorgestellt, das sich mit einem Display von nur 5,7 Zoll von der aktuellen Entwicklung zu immer größeren Bildschirmen absetzt. In der Vergangenheit konnte der Hersteller Cubot schon oft mit einer guten Qualität zu günstigen Preisen überzeugen und zählt daher auch zu den bekanntesten Chinahandy Marken in Deutschland. Das Datenblatt ist dafür, wie so oft, nicht besonders spektakulär. Ein MediaTek Helio A22 mit 3GB + 32GB Speicher treibt das Gerät an, Fotos werden angeblich mit einer Dualkamera geschossen und das Gehäuse besteht aus Kunststoff.  Ob das Cubot R19 eine Empfehlung wert ist, findet Ihr in diesem Testbericht heraus.

Lieferumfang des Cubot R19

Geliefert wird das Gerät in einem schwarzen Karton mit leichter Struktur und goldener Schrift. Das Ganze wirkt von außen sehr edel, innen geht es dafür nur noch mit schwarzer Pappe weiter.

Cubot R19 Lieferumfang

In der Verpackung finden wir natürlich das Handy selbst und außerdem ein 5 Watt Ladegerät mit Micro-USB Kabel, die Bedienungsanleitung und eine transparente Silikonhülle. Das Wichtigste ist enthalten, aber das war es dann auch.

Design & Verarbeitung

Wer das Cubot R19 bestellt, sollte sich darüber bewusst sein, dass die Ränder auf der Vorderseite erheblich größer sind als auf den Produktbildern. Das Display ist zwar tatsächlich mit einer Waterdrop Notch ausgestattet, die Seitenränder sind aber selbst für diese Preisklasse recht groß. Auch die Dicke hat Cubot auf den Bildern etwas geschönt. Unser Testgerät hat die Farbe “Gradient”, ein Farbverlauf von Türkis zu Schwarz, der in echt aber nicht so schön rauskommt wie auf den Werbefotos. Diese erwecken den Eindruck, es handele sich um Glas, tatsächlich besteht die Rückseite wie auch der Rahmen aus Plastik. Bei einem günstigen Handy spricht eigentlich nichts gegen Kunststoff, allerdings hat dieser im Falle des Cubot leider eine glatte Oberfläche. Die Rückseite ist daher extrem anfällig für Fingerabdrücke und Kratzer. Man tut also gut daran, die Hülle nur abzunehmen, wenn es absolut nötig ist. Das Display ist von einem nicht näher definierten 2,5D curved Glas abgedeckt, das sich mit Schlüssel und Co auch nicht ohne weiteres zerkratzen lässt.

So viel zu den negativen Punkten – die Verarbeitung ist sonst nämlich vorbildlich. Man kann keine Spalten erkennen, nichts knarzt und die abnehmbare Rückseite sitzt bombenfest. Auch der Power- und die Volume-Buttons rechts sitzen fest im Gehäuse. Auf der Oberseite wurde ein Klinkenanschluss verbaut und unten befinden sich die Lautsprecher und ein Micro-USB Port. Warum viele Hersteller noch auf diese veraltete Technologie setzen, erschließt sich mir nicht – anstatt einer unnützen zweiten Kamera (*ups* – Spoileralarm ;-)) hätte man auch einen USB-C Port verbauen können. Hinten ist links oben die Dualkamera mit Blitz platziert, die einen knappen Millimeter aus dem Gehäuse ragt. Mittig ein Fingerabdruckscanner und weiter unten das Logo. Auf der Front gibt es neben dem Display auch eine Benachrichtigungs-LED.

Cubot R19 ablösbare Rückseite

Das Gerät ist 148,8mm hoch, 70,7mm breit und 9,5mm dick. Das Gewicht liegt bei angenehmen 160 Gramm. Damit kann man das R19 noch angenehm mit einer Hand bedienen, allerdings besser mit Hülle, da es sonst sehr rutschig ist.

Alles in allem lässt die Verarbeitungsqualität des Smartphones kaum Wünsche offen. Das Material hätte aber etwas hochwertiger sein können und ein USB-C Port wäre schön gewesen.

Display

Wie schon gesagt, hat das Cubot R19 vergleichsweise große Displayränder, und zwar 4mm an den Seiten, 6mm oben und 12mm unten. Das IPS Display selbst misst 5.71 Zoll, hat abgerundete Ecken, eine Waterdrop Notch und löst mit HD+, also 1520 x 720 Pixeln auf. Damit kommen wir auf eine Pixeldichte von 295ppi. Für den normalen Betrieb ist das völlig ausreichend, wobei beispielsweise das Doogee N20 bei gleichem Preis und ähnlicher Ausstattung eine bessere Auflösung bietet.

Cubot R19 Display 1

Die Blickwinkel sind stabil und auch die Farbdarstellung ist wunderbar mit ausreichend Kontrast, Helligkeit und Farbtiefe. Das Touchscreen funktioniert zuverlässig und kann 5 Druckpunkte auf einmal erkennen. Der einzige Makel liegt in den Lichthöfen unten am Kinn und um die Notch, die sichtbar werden, wenn ein dunkles Bild angezeigt wird.

Cubot R19 2 5

Selbstverständlich gibt es einen Nacht-Modus, der auf Knopfdruck oder zeitgesteuert den Blauwert reduziert. Außerdem hat Cubot einen “Bildschirmschoner” programmiert. Dieser zeigt ähnlich wie bei einem Always-On Display die Uhrzeit an. Das wäre natürlich im normalen Betrieb aufgrund des IPS Panels ein Akkufresser schlechthin und lässt sich wohl aus diesem Grund auch nur während des Ladevorgangs einstellen.

Sonst gibt es keinerlei Besonderheiten. Weder Gesten lassen sich einrichten, noch die On-Screen-Buttons konfigurieren. Letztere sind die Standard-Konfiguration von Android bzw. Pixel Smartphones. Für “Zurück” gibt es einen extra Button, ins Home Menü kommt man über den mittleren Knopf, hält man diesen gedrückt, öffnet sich der Google Assistent und wischt man nach oben, erscheinen die offenen Anwendungen. Wischt man zweimal nach oben, gelangt man in den App Drawer. Alternativ lassen sich aber auch die drei klassischen On-Screen-Buttons einstellen.

Leistung

Im Cubot R19 arbeitet ein MediaTek Helio A22 (MT6761) Prozessor. Dabei handelt es sich um eine Quad-Core CPU mit einer Taktrate von bis zu 2,0GHz. Für die Grafik ist eine PowerVR GE8320 GPU zuständig und dem Setup stehen 3GB RAM und 32GB ROM zur Seite. Der Arbeitsspeicher hat eine Schreibgeschwindigkeit von knapp 5GB/s und der Festspeicher kommt auf 215MB/s im Lesen und nur noch 105MB/s im Schreiben, dafür lässt er sich um bis zu 128GB erweitern, ohne dass dabei einer der Sim-Slots besetzt wird. Das ist auch bitter nötig, denn beinahe 10GB sind schon vom System und den Google Apps belegt.

Antutu Ergebnis 3D Mark Ergebnis

Dass dieses ein Chipset der Einsteigerklasse ist, sollte jedem klar sein, denn als wirklich flüssig kann man das System nicht bezeichnen. Schon direkt nach dem Auspacken konnte ich die ersten Ruckler feststellen, was die Vorfreude auf das Gerät deutlich geschmälert hat. Das spiegelt sich auch in den Benchmarks wider – die Ergebnisse könnten viel schlechter nicht sein. In Hinblick auf den Preis ist das zwar in Ordnung und einfache Aufgaben wie Youtube oder Browsen gehen weitgehend flüssig von der Hand, für aufwendige 3D-Spiele ist das R19 allerdings offensichtlich nicht gemacht. Hier hat die GPU einfach zu wenig Power. Bis rechenaufwändige Spiele wie PUBG geladen haben, können schon einige Minuten vergehen. Ist die App einmal gestartet und die Startschwierigkeiten überwunden, laufen die Apps in niedrigster Grafikeinstellung weitgehend flüssig. Die Lautsprecher klingen blechern, wie aus dem letzten Jahrhundert und eigener sich höchstens, um ab und an eine Sprachnachricht anzuhören.

System

Das Smartphone läuft mit Android 9.0 nahezu als Stock-Version und ohne Bugs oder Fehler, ruckelt allerdings schon wenn mehrere Apps parallel geöffnet sind. Die einzige Änderung, die ich vorher noch nie gesehen hatte, ist der oben beschriebene Bildschirmschoner. Der Virenscanner konnte keine Malware feststellen, der Sicherheitspatch ist allerdings noch vom 5. Juli 2019 und es ist unwahrscheinlich, dass Cubot je ein Update bereitstellen wird.

Bloatware ist keine vorinstalliert und das System läuft komplett auf Deutsch. Das Widevine Level ist L3, HD-Streaming von Netflix und Amazon Prime Video ist also nicht möglich.

Kamera

Cubot R19 Design Verarbeitung 2 e1572390412590

Beworben wird das Smartphone mit einer 13.0MP + 2.0MP Dualkamera mit F/2.0 Blende. Die Fotos der Hauptkamera kann man dabei höchstens als akzeptabel bezeichnen. Die Bilder rauschen mal mehr und mal weniger und sind manchmal ausreichend scharf, manchmal aber auch nicht. Reproduzieren lässt sich das nicht und es gleicht eher einem Glücksspiel, ob man gute Fotos bekommt oder absolut unbrauchbare – meistens leider letzteres, selbst bei perfektem Licht. Die Farben sind oft zu blass, außer man fotografiert viel Grün. Das wirkt zu knallig und mit einem Stich ins Gelbe.

Mit der Hauptkamera kann man zwischen verschiedene Modi wählen. Der normale Foto-Modus hat keine weitere Besonderheit, im “Beauty-Modus” kann man seine Augen vergrößern, Hautunebenheiten entfernen und das Kinn schmälern. Im “Mono-Modus” werden die Bilder Schwarz-Weiß. Der “Nacht-Modus” bietet sogar einen kleinen Mehrwert im Dunkeln. Schwarze Flächen werden dabei dunkler und weniger rauschend, wirklich gut aber leider nicht. Mit dem “Pro-Modus” lassen sich keine besseren Ergebnisse erzielen. Entweder es passiert gar nichts, wenn man die Einstellungen ändert oder das Bild ändert sich so stark, dass man nichts mehr damit anfangen kann.

Sehr interessant ist auch der Bokeh-Modus. Es scheint, als wäre die 2MP Linse ohne Funktion. Ab und zu kommt eher zufällig die Warnung, dass man die zweite Linse nicht verdecken soll. Tut man es trotzdem, merkt man aber keinen Unterschied bei den Bildern. Der besondere Effekt: Die Software errechnet nicht etwa die Abstände, um den Hintergrund zu blurren, sondern geht davon aus, dass man das scharfe Objekt immer in der Mitte des Bildes platzieren und lässt dort einfach einen kreisrunden Bereich scharf. Nach außen hin wird das Bild dann immer verschwommener. Der Kreisradius lässt sich sogar einstellen. Ob Cubot wohl tatsächlich gedacht hat, das würde niemand bemerken? Besonders auffällig ist der Effekt, wenn man eine Ebene mit etwas Struktur fotografiert.

Videos sind nicht der Rede wert. Das Ergebnis ist mangels Stabilisierung komplett verwackelt, das Bild rauscht, mehr als Full-HD in 30FPS kann man nicht aufnehmen und der Ton ist extrem blechern. In den Einstellungen gibt es auch eine EIS Funktion, die aber genau wie die 2MP Linse absolut keinen Einfluss auf das Ergebnis hat.

Die 8MP Frontkamera ist wie die Hauptkamera auch sehr durchwachsen. Wenn sie Lust hat, macht sie ab und an akzeptable Fotos, entscheidet sich aber auch oft dagegen, wenn ihr das Licht nicht passt. Dann werden die Bilder wieder matschig oder schlecht belichtet.

Konnektivität

Der Empfang und die Ausstattung mit Sensoren ist durchschnittlich. WiFi wird mit 2,4GHz in den 802.1.1 a/b/g/n Standards unterstützt und LTE kann man mit allen in Deutschland nötigen Bändern empfangen (B1 / 3 / 7 / 8 / 19 / 20), der Empfang war mit einer o2 Sim-Karte stets gut. Bluetooth 4.2 ist an Bord und GPS sowie A-GPS sorgt für die Navigation. Auf NFC wurde verzichtet, dafür kann man 2 SIM- und eine MicroSD bis 128GB gleichzeitig einsetzen. An Sensoren gibt es lediglich einen Licht-, Beschleunigungs- und Näherungssensor. Allerdings keinen E-Kompass für die Fußgänger-Navigation oder ein Gyroskop.

Cubot R19 Akku

Entsperrt wird das R19 wahlweise über Muster oder Pin, mit einem Fingerprintsensor oder via Face-ID. Der Sensor ist angenehm flott und funktioniert auch stets zuverlässig und auch von der Gesichtserkennung bin ich positiv überrascht. Diese funktioniert zwar nur über die Kamera, es war mir aber nicht möglich, das Gerät mit einem Bild oder Video zu entsperren.

Akku

Akkulaufzeit Ergebnis Einheit: Std

Screenshot Cubot R19 7Der Akku ist mit 2800mAh eher knapp bemessen und reicht für einen Tag. Im Battery-Mark erreicht das Gerät einen Wert von 7,5 Stunden Screen-On-Time, was ein eher schlechtes Ergebnis ist und wohl dem kleinen Akku geschuldet ist. Mehr als einen Tag wird man damit nur als absoluter Wenignutzer erreichen. Normal-Nutzer können das Handy etwa 3-4 Stunden am Tag aktiv verwenden.

Das beiliegende Ladegerät liefert lediglich 5 Watt und es ist auch keine Quick-Charge Funktion angegeben. Dementsprechend langsam geht der Ladevorgang vonstatten. Immerhin kann man den Akku austauschen. Darunter befindet sich übrigens das CE-Zeichen. %name

Testergebnis

Getestet von
Lukas Winkel

Bisher war ich von den CUBOT Geräten stets begeistert. Für einen angemessenen Preis bekam man immer potente Hardware, mit der man auch etwas anfangen konnte.

Dem ist beim CUBOT R19 leider nicht so. Die Verarbeitungsqualität ist gut und der AUX-Anschluss sowie die Benachrichtigungs-LED wären positiv zu nennen. Das war es dann aber auch – der Helio A22 scheint mit dem System überfordert, die Kamera rauscht, kommt nicht mit der Belichtung klar und schummelt mit Zweitsensor und EIS, Sensoren gibt es kaum und auch die aktuellen Standards von WLAN und Bluetooth sucht man vergebens.

Kurz – es gibt kaum einen Grund, warum man das R19 kaufen sollte, auch wenn es aktuell nur 70€ kostet. Für um die 20€ mehr bekommt man das CUBOT X19, das UMIDIGI A5 Pro oder auch ein Redmi 7a. Alle Geräte können mit einem enormen Leistungszuwachs aufwarten, der den Aufpreis allemal rechtfertigt.


Gesamtwertung
67%
Design und Verarbeitung
70 %
Display
70 %
Leistung und System
70 %
Kamera
40 %
Konnektivität
80 %
Akku
70 %

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ZehergoblinSteinlaus Letzte Kommentartoren
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Zeher
Gast
Zeher

Könnt ihr bitte das LG G8 Think Q testen ?
Ihr habt bis jzt keine LG Smartphones getestet .
Danke im voraus

goblin
Gast
goblin

Hallo zusammen, seid ihr schon das Realme X2 Pro am testen? Würd mich riesig darüber freuen! Liebe Grüsse

Steinlaus
Gast
Steinlaus

Cubot schlampt in letzter Zeit gerade mit der Software massiv. Sehr schade, denn da ist man von diesem Urgestein eigentlich Besseres gewöhnt.