HMD Global soll Nokia zu neuem Erfolg verhelfen. Das Nokia 6.1 Plus ist eines der aktuellsten Smartphone aus Nokias AndroidONE Reihe und bereits seit Mitte Mai unter dem Namen Nokia X6 auf dem chinesischen Markt verfügbar. Für etwas über 200€ steht das 6.1 Plus nun in den Startlöchern und meine 10 Tage mit den Gerät sprechen durchaus für eine rosige Zukunft von Nokia. Da Nokia einst den Handymarkt uneingeschränkt dominierte, ist der Name fürs Marketing geblieben, aber alles andere hat sich fundamental geändert. Das Nokia 6.1 Plus wird von einem starken Snapdragon 636 Prozessor angetrieben und läuft mit purem Stock Android (AndroidONE). Das mit Notch ausgestattete und verhältnismäßig kleine 5,8 Zoll Display wird vor allem diejenigen ansprechen, die ein kleines Smartphone in der Mittelklasse suchen. Die Referenz hier für starke Preis-/Leistung in der Mittelklasse ist das Xiaomi Redmi Note 6 Pro, aber selbst vor dem König muss sich das Nokia 6.1 Plus kaum fürchten.

Nokia 6.1 Plus Lieferumfang 1

Nokia meldet sich mit dem 6.1 Plus zurück, unter finnischer Flagge und chinesischem Einfluss?!

Achtung! Das Nokia 6.1 Plus wird nicht offiziell nach Deutschland kommen. Man kann sich allerdings das Nokia X6 mit der AndroidONE Global ROM bei den üblichen China Shops bestellen. Einziger Wermutstropfen bleibt dann das fehlende LTE Band 20!

Design und Verarbeitung

Das Nokia 6.1 Plus gehört mit seinen Abmessungen von 147 x 71 x 8 mm ganz klar zu den kleinen Smartphones in der Mittelklasse (Im Vergleich: Ein RN6 Pro misst: 158 x 76,4 x 8,2mm und ein Mi A2 Lite: 149 x 72 x 8,8 mm). Auch 151g sind nahezu federleicht für ein Smartphone aus dem Jahr 2018 (RN6 Pro: 182g und Mi A2 Lite: 178g). Beim Design setzt Nokia voll auf Premium mit kratzresistentem Gorilla Glas auf Vorder- und Rückseite. Ein stabiler und hochwertig lackierter Metallrahmen rundet das Paket ab und sogar Power-Button und Lautstärkeregler bestehen aus Metall. Die Dual-Rückkamera ragt keinen Millimeter aus der Rückseite hervor und mit der mitgelieferten Schutzhülle ist das Modul auch vor direktem Kontakt mit Oberflächen geschützt. Die Materialwahl und die Verarbeitung lässt kaum Raum für Kritik. Wie bei jeder Glasrückseite besteht natürlich doppelte Bruchgefahr und Fingerabdrücke sind schnell und deutlich sichtbar.

Nokia 6.1 Notch Schriftzug 1 Nokia 6.1 Notch Schriftzug 2

Die Displayränder betragen 3mm links, rechts und oben. Die Notch ist mit 8 x 18mm sehr kompakt gehalten und auch unten sind lediglich 8mm Rand. Ich bin kein Fan von einem Markennamen auf der Vorderseite, aber das Nokia Logo prangert bei diesem Modell unter dem Display. Ebenso ist es nochmal auf der Rückseite unter dem mittig platzierten Fingerabdrucksensor und der Dual-Rückkamera mit Dual-Tone Dual-LED Blitz angebracht. Das Design ist allemal stimmig und das Zusammenspiel von Silber und Schwarz wird sogar auf die Buttons an der rechten Außenseite übertragen und damit sieht das Nokia verdammt hochwertig aus. Zum Entsperren steht ein Fingerabdrucksensor bereit und dieser entsperrt das Gerät in unter einer Sekunde aus dem Stand-By. Auch die Genauigkeit ist auf Flagship-Niveau, 9 von 10 Versuche sind umgehend erfolgreich.

Nokia 6.1 Plus Rückseite 2 Nokia 6.1 Plus Rückseite 1

Gesteuert wird das Nokia 6.1 Plus mit Android Sensortasten. Ebenso wie beim Mi A2 und Mi A2 Lite lassen sich die Tasten, bedingt durch AndroidONE, nicht individuell anpassen. Damit ist von links nach recht folgende Ordnung Pflicht: Zurück, Home, Multitasking. Das ist meiner Meinung nach verdammt ärgerlich und lässt sich nur mit Root ändern. In den Simkarteneinschub an der linken Außenseite können wahlweise 2 x Nano-Sims oder eine Nano und eine Micro-SD eingelegt werden. Das Nokia 6.1 Plus hat sogar noch eine tolle Überraschung bereit. Nicht nur ein aktueller USB-Type-C Anschluss kommt zum Einsatz, sondern Nokia schafft es sogar, den 3,5mm Klinkenanschluss am Leben zu lassen.

Nokia 6.1 Plus Design und Verarbeitung 3 Nokia 6.1 Plus Design und Verarbeitung 1 Nokia 6.1 Plus Design und Verarbeitung 2 Nokia 6.1 Plus Design und Verarbeitung 4

Auch wenn nur der Markenname Nokia bleibt, der finnische Konzern HMD Global (China finanziert mit Beteiligung vom größten Konzern der Welt – Foxconn) weiß selbstverständlich wie man Smartphones baut. Das zeigt man hier bei einem 200€ Gerät eindrucksvoll und lässt die meisten Hersteller alt aussehen. Nur eine Benachrichtigungs-LED hat der Hersteller vergessen, wer damit leben kann, erhält ein Gerät mit Premium Verarbeitung und allen wichtigen und vor allem aktuellen Ports. Bei Design und Verarbeitung kann das neue Nokia 6.1 Plus schonmal ordentlich punkten.

Display

Ein 5,8 Zoll großes IPS Display mit FHD+ Auflösung soll Inhalte gestochen scharf darstellen. Mit 2280 x 1080 Pixel und den daraus resultierenden 435 Pixel pro Zoll ist dies absolut kein Problem. Geschützt vor Glasbruch ist man außerdem durch Gorilla Glas 3. Die Blickwinkelstabilität ist exzellent und durch die Notch und schmalen Ränder wirkt das Nokia 6.1 Plus wirklich wie ein Full-Screen Smartphone. Die Farbdarstellung ist nicht akkurat und weiße Flächen haben einen deutlichen Blaustich. Gleichzeitig sind die Farben eher übersättigt. Leider gibt es keinerlei Einstellungsmöglichkeiten für die Farben, was schon sehr schade ist. Das Display ist keinesfalls schlecht, aber man muss mit dem Blaustich und den zu kräftigen Farben leben. Der Kontrast ist für ein IPS OK, aber die Notch scheint auch ausgeschaltet noch deutlich durch, ebenso wie beim Redmi Note 6 Pro. Bei der Lesbarkeit im Freien muss sich das Nokia 6.1 Plus auch gegenüber einem Redmi Note 6 Pro klar geschlagen geben. Die Helligkeit ist noch gut, aber an einem hellen Tag ist das Ablesen nicht mehr so einfach.

Nokia 6.1 Display

Bis zu 10 Berührungspunkte werden vom Touchdisplay schnell und genau umgesetzt. Der Vibrationsmotor gehört aber nicht zu den angenehmen und gibt ein plumpes und unschönes Feedback. Für Schnellschreiber ist der Touchscreen aber sehr gut geeignet. Doppelklick, um das Display aufzuwecken, lässt sich in den Displayeinstellungen anschalten.

Nokia 6.1 Display Test 2 Nokia 6.1 Display Test 1

Das Nokia 6.1 hat eigentlich ein hervorragendes Display. Es ist scharf, ausreichend hell und der Touchscreen arbeitet gut. Störfaktor bleibt der Blaustich bei weißen Flächen und die übertrieben starken Farben. Das wäre kaum schlimm, wenn man diese wenigsten individuell anpassen könnte. Das ist aber leider nicht möglich. 

Leistung und System

Mit dem Snapdragon 636 trifft Nokia nicht nur eine gute, sondern eine absolut nachvollziehbare Entscheidung für das Mittelklasse Segment. Der Prozessor besteht aus 4 x Kryo 260 Gold Kernen mit 1,8GHz Takt und 4 x Kryo Silber Kernen mit 1,6GHz Takt. Unterstützt wird das Ganze von einer Adreno 503 GPU, die ausreichend Power auch für aktuelle Spieltitel mit sich bringt. Wenn man die Grafiksettings nicht gerade auf Ultra schraubt, laufen Asphalt 9 oder PubG ohne nennenswerte Lags. Trotzdem ist ein Unterschied auf einem SD845 Smartphone spürbar. Wer wirklich gamen will, greift am besten zu einem Blackshark Gaming Smartphone oder zu dem preisgünstigsten SD845 Smartphone, dem Pocophone F1. Auch die Temperatur hält sich stets in Grenzen und der Akkuverbrauch ist durch die stromsparende 14nm Fertigung absolut nachvollziehbar.

Antutu Ergebnis Geekbench Multi Ergebnis Geekbench Single Ergebnis 3D Mark Ergebnis

SpeichergeschwidigkeitenAusgestattet mit 4GB LPDDR4X RAM und 64GB eMMV 5.1 Speicher ist auch für Multitasking und Daten ausreichend Speicher vorhanden. Den internen Speicher kann man bei Verzicht auf Dual-SIM sogar mit einer Micro-SD erweitern (getestet mit 200GB Sandisk, laut Nokia 400GB möglich). Die Performance in den Benchmarks liegt auf einem Niveau mit einem Xiaomi Redmi note 6 Pro. Nokia hat also bei der Optimierung einen guten Job gemacht. Subjektiv ist das System stets flüssig und reaktionsschnell, hier gibt es keinerlei Einschränkungen. Der RAM ist mit 5,9GB/s für die Mittelklasse sehr schnell und auch der Interne Speicher weiß mit 163/143 Lese/Schreib-Rate zu überzeugen.

AndroidONE auf dem Nokia 6.1 Plus

Nokia 6.1 Plus AndroidONE System 3 Nokia 6.1 Plus AndroidONE System 4 Nokia 6.1 Plus AndroidONE System 1 Nokia 6.1 Plus AndroidONE System 2

AndroidONE sollte für lange Updates und aktuelle Google Sicherheitspatches sorgen, leider läuft unser Testgerät noch auf Android 8.1, aber Android 9 Pie ist bereits angekündigt und in der „Pie“-peline, kleiner Scherz am Rande. AndroidONE ist grundsätzlich nicht gleichzusetzen mit Stock-Android, denn Anpassungen sind hier durchaus möglich, nur optisch bleibt man 100% beim Stock-Design. Aber Nokia bringt hier nicht Sinnvolles mit, so sind weder Farbeinstellungen des Displays noch ein Wechsel der Zurück und Multitasking Taste möglich. Eine Sache, die mich auch beim Mi A2 und Mi A2 Lite tierisch nervt. Eine gewisse individuelle Anpassung des Systems sollte jeder Hersteller zulassen, insbesondere wenn es um die Bedienung mit On-Screen-Tasten geht.

Nokia 6.1 Plus Android 8.1 System 2 Nokia 6.1 Plus Android 8.1 System 1 Nokia 6.1 Plus Android 8.1 System 3 Nokia 6.1 Plus Android 8.1 System 4

Es gibt natürlich einen App-Drawer (Übersichtsseite mit allen Apps), aber trotzdem ballert Nokia jede App, die man installiert, auf den Home-Screen. Diese kann man dann natürlich einfach löschen, trotzdem eine unnötige und nervige Anpassung. Abgesehen davon gibt es noch ein paar Zusatzgesten (Bewegungen) im Optionsmenü zu entdecken und Nokia-eigen ist die Kamera-App, die FM-Radio-App und eine Support-App. Die Standard Google Garde ist natürlich auch vorinstalliert. Auch bei der Notch lässt sich nichts wirklich anpassen, man hat sie eben und teilweise kommen die geöffneten Fenster nicht damit zurecht. Dies liegt mitunter auch an fehlender Optimierung seitens Nokia. Aber diese Problemchen sind bei weitem kein ernstes Problem, sondern einfach ein wenig ärgerlich. Anstatt der Benachrichtigungs-LED gibt es bei Nokia das Inaktivitätsdisplay, bedautet: Der Bildschirm zeigt beim Anheben etwaige Benachrichtigungen auf dem Display an, ohne dass man es entsperren muss. Auch an Widevine L1 hat der Hersteller gedacht. Netflix und Amazon können also problemlos in HD Qualität genossen werden.

Google Update Nokia 6.1 PlusAbgesehen davon erhält man mit dem Nokia 6.1 Plus ein sauberes und performantes Android System. Wer nicht gerade von MIUI, EMUI oder Oxygen OS wechselt, wird sich umgehend wohlfühlen. Wer bereits ein stark angepasstes UI genutzt hat, wird so einige Einstellungen und Individualisierungsmöglichkeiten vermissen. Dafür gibt es aber lange und viele Updates, so kann man sich unter „Sicherheit“ immer den aktuellen Google Sicherheitspatch installieren, ohne dass die Android Version verändert wird!

Kamera

Nokia 6.1 Plus Dual Kamera

Selbstverständlich verfügt das Nokia 6.1 Plus über eine Dual-Kamera. Diese besteht aus einem 16 Megapixel Hauptsensor mit f/2.0 Linsenöffnung und einem 5 Megapixel Tiefensensor mit f/2.4 Linsenöffnung. Der zweite Sensor erfüllt also nur eine Funktion, die Trennung von Vorder- und Hintergrund bei Bokeh Aufnahmen. Für schöne Selfies sorgt ein 16 Megapixel Sensor mit f/2.0 Linsenöffnung.

Die Hauptkamera schießt an hellen Tagen überzeugend Fotos mit vielen Details und guter Schärfe. Insbesondere die akkurate Farbwiedergabe und der stets korrekte Weißabgleich können hier überzeugen. Damit spielt das Nokia 6.1 Plus als erstes Mittelklasse-Handy in einer Liga mit einem Redmi Note 6 Pro. Auch der Auto-HDR Mode ist mit dabei und sorgt für gute Ergebnisse. Trotzdem sieht man im direkten Vergleich mit dem RN6 Pro deutlich, dass Xiaomi mit der AI die Farben stark anpasst und das gefällt mir persönlich einfach besser. Die Ergebnisse des Nokia wirken aber durchaus angenehm realistisch. Auch bei der Schärfe an den Kanten macht Xiaomi einen besseren Job. Bei Nachtaufnahmen geht es leider schnell bergab beim Nokia 6.1 Plus. Die Linse kann nicht mehr genug Licht einfangen und die Software zeichnet zu weiche Konturen.

Bokeh Aufnahmen mit unscharfen Hintergrund sind mit der Dual-Rückkamera möglich und gelingen auf Anhieb gut. Die Trennung von Vorder- und Hintergrund ist gelungen und man kann die Unschärfe live in der Kamera-App anpassen. Apropro Kamera App:

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Diese ist etwas überlaufen von verschiedenen Symbolen, man findet aber die meisten Einstellungen recht schnell. Auto-HDR, Live-Bokeh und zusammengesetzte Bilder von Front und Rückkamera in verschiedenen Zusammensetzungen sind hier möglich. Der Pro Modus (Manuell) ist etwas beschnitten und bietet bei Weitem nicht alle Einstellungsmöglichkeiten. Auch Panorama ist natürlich mit dabei. Lustige Emoticons sind im Selfie Modus dann sogar auch noch möglich. Die Auslösezeit ist minimal und der Fokus arbeitet stets schnell und genau.

Die Selfies des Nokia 6.1 Plus sind überraschend detailreich, scharf und auch farblich überzeugend. Auch bei Seflies sind Bokeh Aufnahmen möglich. Also hier spielt das Nokia ganz klar auf Xiaomi Redmi note 6 Pro Niveau. Videos können bei Beadarf in 4K mit 30 FPS und 1080p mit ebenfalls 30 FPS aufgenommen werden. Die Ergenisse können sich jeweils gut sehen lassen, aber der EIS sorgt nur bei 1080p für Stabilisierung, weshalb sich 4K nur für ruhige Aufnahmen oder beim Einsatz eines Gimbal eignet. Auch die Frontkamera nimmt mit 1080p auf und selbst hier werden die Aufnahmen stabilisiert.

Zusammenfassend kann das Nokia 6.1 Plus ordentlich punkten bei der Kamera. Die Konkurrenz in der Mitteklasse ist stark, aber bei Tageslichtaufnahmen kann das Gerät in jedem Fall mithalten. Bei den Selfies kämpft sich Nokia sogar zur Spitze durch, gemeinsam mit dem Redmi Note 6 Pro. Bei Schwachlicht hapert es dann aber deutlich, obwohl das in diesem Preisbereich fast immer der Fall ist.

Konnektivität und Kommunikation

Nokia 6.1 Plus Netz EmpfangDas Nokia 6.1 Plus funkt auf allen relevanten 2G, 3G und 4G (LTE) Frequenzen für Deutschland und Europa. Da das Nokia 6.1 Plus nicht in Deutschland erscheint, fehlt bei der Bestellung aus China das auf dem Land wichtige LTE Band 20. Wer in der Stadt wohnt, wird keinerlei Probleme haben.

Die vermutlich kleinste Ohrmuschel der Welt sorgt für überraschend laute und klare Gespräche. Auch die eigene Stimme wird unterstützt durch ein zweites Mikrofon an der Oberseite sehr gut übertragen. Eine Sache störte mich persönlich dennoch: Es kam bei jedem längeren Gespräch vor, dass ich versehentlich mit meiner Backe den „mute“ Knopf aktivierte, da sich das Display während längeren Gesprächen am Ohr aktivierte. Dies liegt an der Konfiguration des Näherungs-Sensors und kann problemlos mit einem Update behoben werden. Der Empfang war stets stabil und stark.

WIFI unterstützt den aktuellen ac-standard im 2,4 und 5GHz Netz. Reichweite und Datendruchsatz sind grundsätzlich gut, aber nicht auf Redmi Note 6 Pro Niveau. Bei gleichen Abstand zum Router verliert das Nokia 6.1 Plus bereits einen Balken und es kommen „nur“ noch 25 mBit durch die Leitung. Auch bei Bluetooth wird der aktuelle 5.0 Standard unterstützt und im Test zeigen sich keinerlei Probleme. Trotz USB-Type-C ist der USB nur ein 2.0, das ist aber sehr häufig der Fall. FM-Radiofans dürfen sich bei angeschlossenen Kopfhörer über den UKW Radioempfänger sehr freuen. OTG wird unterstützt, auf NFC muss man wie so häufig in der Mittelklasse leider verzichten. Neben den 3 Standardsensoren (Beschleunigungs-, Näherungs- und Helligkeits-Sensor) gibt es auch noch einen Kompass und Gyroskop.

GPS Test Fix Nokia 6.1 Plus 2 GPS Test Fix Nokia 6.1 Plus 3 GPS Test Fix Nokia 6.1 Plus 1

Auch beim GPS Empfang kann das Nokia 6.1 Plus ordentlich punkten. Der Fix ist schnell durchgeführt und die Position bleibt konstant auf 3-4m Genauigkeit. Also auch hier keinerlei Einschränkungen.

Der Lautsprecher an der Unterseite hat eine ziemlich kleine Öffnung und klingt sehr beschnitten. Nennenswert laut ist er dennoch, aber frei von Bässen und starker Betonung der Höhen. Für das ein oder andere Video mal ausreichend, aber nichts besonderes an dieser Stelle. Über den 3,5mm Klinkenstecker muss man dafür kaum meckern, dieser ist laut und differenziert, wenn man brauchbare Mittelklasse Kopfhörer ansteckt.

Akkulaufzeit

Nokia 6.1 Plus AkkulaufzeitDas Nokia 6.1 Plus verfügt über einen eher kleinen 3060 mAh Akku. In Anbetracht des kleineren Displays und dem sparsamen Snapdragon 636 Prozessor ist dies kein Grund zur Panik. Dennoch ist die Akkulaufzeit spürbar schwächer als beim RN5, RN6 Pro oder Mi A2 Lite. Im PCMark Akkutest hielt das Nokia 7 Stunden und 35 Minuten am Stück durch. Bei meiner normalen Testnutzung musste das Handy jeweils am Abend an die Ladestation mit 20-30 Prozent Rest. Der Stand-By Verbrauch ist mit 10% über Nacht (8 Stunden) leider auch etwas zu hoch. Mit dem mitgelieferten Adapter beträgt die Ladezeit knapp 2 Stunden von 0 auf 100. Aber das Nokia 6.1 Plus unterstützt auch Quick-Charge 3 und kann mit einem entsprechenden Adapter in 30 Minuten 35% Akku generieren. Von 0 auf 100 dauert es 1 Stunde und 40 Minuten mit einem QC 3 Netzteil.

Akkulaufzeit Ergebnis Einheit: Std

6-7 Stunden DOT sind mit dem Nokia 6.1 Plus möglich, aber durch den hohen Stand-By Verbrauch kann man diese nicht auf 2 Tage ausdehnen. Aber selbst bei einer derart intensiven Nutzung sollte man durch den Tag kommen, wer es mit der Nutzung übertreibt, muss allerdings zwischendrin nachladen. Die Akkulaufzeit ist also OK, aber eben nicht vergleichbar mit den Referenzmodellen in der Mittelklasse, die teilweise oben über 4000 mAh verfügen. Für die Akkugröße macht Nokia, außer bei der Stand-By Laufzeit, definitiv einen guten Job.

Fazit und Alternative

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Jonas Andre:

Nokia kann unter HMD Global mal wieder so richtig abliefern. Ein paar Dinge sollte man aber vor dem Kauf im Hinterkopf haben. Dazu gehören die fehlende Benachrichtigungs-LED, die nur bedingt durch das Inaktivitätsdisplay aufgefangen wird. Die Farbwiedergabe des Display ist nicht jedermanns Sache und kann nicht individualisiert werden. Die Dual-Kamera schwächelt extrem, sobald Licht fehlt und die Akkulaufzeit ist nur durchschnittlich und fas fehlende LTE Band 20 muss man auch noch verkraften.

Abgesehen davon erhält man hier eines der am besten ausgestatteten und hochwertigsten Mittelklasse Smartphones derzeit. Das Display ist gestochen scharf und im Full-Screen Design. Videos und Bilder bei Tageslicht können voll überzeugen. AndroidONE sorgt für massenhaft Updates, aber ist leider stark beschnitten im Vergleich zu Custom-Systemen. Die Geschwindigkeit im System ist super und man kommt mit dem Akku definitiv durch den Tag. Auch die Kamera kann bei normalen Lichtbedingungen überzeugen. Viele Suchen schon länger ein kleines, handliches Smartphone und mit dem Nokia 6.1 Plus trifft der Hersteller genau in diese Nische. In den nächsten Wochen erwarten wir noch mehr Nokia Smartphones im Testlabor und wenn Nokia so weiter macht, dann hat der finnische Hersteller wieder eine Zukunft. 

82%
  • Design und Verarbeitung 90 %
  • Display 80 %
  • Leistung und System 90 %
  • Kamera 80 %
  • Konnektivität 80 %
  • Akku 70 %

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Tudeledokus
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Tudeledokus

Toller review, vielen Dank.
Ich war der Meinung das 6.1 plus hat kein LTE band 20?

mtbjtr
Gast
mtbjtr

Es geht nunmal um die zweimalige Aussage im Test, dass es sich um ein kleines, kompaktes Gerät handelt.
1. „Das mit Notch ausgestattete und verhältnismäßig kleine 5,8 Zoll Display wird vor allem diejenigen ansprechen, die ein kleines Smartphone in der Mittelklasse suchen“
Quelle: https://www.chinahandys.net/nokia-6-1-plus-testbericht/
2. „Das Nokia 6.1 Plus gehört mit seinen Abmessungen von 147 x 71 x 8 mm ganz klar zu den kleinen Smartphones in der Mittelklasse“
Quelle: https://www.chinahandys.net/nokia-6-1-plus-testbericht/#preisvergleich

Für viele ist das aber ein riesen Totschläger, wenn sie ein neues Smartphone suchen. Displaygrößen von 4,5 – 5,2 Zoll würden sicherlich, gerade von einem größeren Prozentsatz deutscher Männer, gekauft werden. Diese findet man aber nur im Billigsegment, oder wieder in der Oberklasse. Dass gerade die Asiaten und Inder auf die riesigen Geräte stehen sehe ich täglich an meinen Kollegen. Deshalb finde ich es gut auf eine mögliche Lücke im Portfolio fast aller Hersteller für zumindest den deutschen und europäischen Markt hinzuweisen.

VonLiechtenstein
Gast
VonLiechtenstein

Oh man wie nervig, immer und ständig dieses Geheule bzgl. der Größe.
Die meisten Geräte sind so groß und fertig, es besteht keinerlei Ambition diese Geräte kleiner zu machen, schaut euch dort um wo dies versucht wird, beispielsweise bei Sony aber nervt nicht rum bei Herstellern und Modellen die das nicht versuchen.

Das ist gerade so als würde man sich unter jedem nicht Kleinwagen in einer Autozeitung über die Größe beschweren.

Die sind nicht für euch gemacht, dass ist kein Fehler sondern so gewollt, ihr interessiert hier deshalb nicht.

André
Gast
André

5,8″ = klein?? was stimmt mit euch nicht?
4,5″ wären meiner Ansicht nach kompakt. Das ist der Grund warum ich seit 5 Jahren kein neues vernümftiges Handy finde. Das neue Pixel 3 wäre für mich größentechnisch schon mal machbar, allerdings würde ich nur 1/3 des Preises ausgeben wollen. Ich warte bei Nokia auch noch auf ein handliches Oberklassen Smartphone.

Boris
Gast
Boris

Nur nebenbei – bei „angebissenem Apfel“ gibt es die Größen von 4 bis 4,7 Zoll.

André
Gast
André

Leider mag ich die Äpfel nicht sonderlich, muss wahrscheinlich aber bald zwangsweise darauf ausweichen müssen. Mein Traum wäre immer noch ein 5″ mit wenig Rand aus der oberen Mittelklasse. Das wäre dann vergleichbar mit einen alten 4,3″ Gerät.
Aber nun ja, anscheinend bin ich hier eine Ausnahme und das Thema ist unerwünscht.

Uwe
Gast
Uwe

Lass mich raten: Du kommst eigentlich von der Windows Mobile Welt zu Android und hast dich damals immer über die fehlenden Hardware Tasten bei den Lumias aufgeregt…

Eddy87
Gast
Eddy87

Ein Xiaomi Mi6 mit 5,15 Zoll, sollte doch durchaus passend sein…
Und natürlich ist es kompakt, das bezieht sich doch auf die Maße und nicht auf die Zollgröße. Es ist nun mal so, dass man mehr Display aus der Größe rasuholen kann als noch vor kurzem. Warum soll das ein Rückschritt sein. Ich finde es positiv.
Mein letztes S Phone hatte auch „nur 5,2“, und nun habe ich 6 Zoll und das Handset ist nur 4 mm größer und 3 mm breiter…! Ein neues Gerät mit 4,5 Zoll und der Umsetzung der heutigen Displays würde ja ein größe von 130 mm ergeben

Dirk Klatt
Mitglied
Mitglied
Dirk Klatt

Schon mal was von den Sony Compact Modellen gehört!?
Sind seit Jahren die einzigen handlichen Android-Geräte die technisch einigermaßen Up-to-Date sind am (europäischen) Markt.
Habe nach diversen China-Krachern seit Anfang 2016 ein Z1 Compact benutzt. Mein bestes Geräte bisher.
Seit Mai 2018 nun ein Z5 Compact. Neu für 169€. Bin damit 100%ig zufrieden. Mit 127mm passt das Teil in jede meiner (Jacken)Taschen.
Leider ist das neue XZ2 Compact nun auch 135mm lang. Mit Hülle ist man dann gleich wieder bei knappen 140mm…
Inzwischen gibt es ja die Micro-Teile von Unihertz (Atom). Hoffen wir mal, das da noch ein etwas größeres Gerät kommt.

Ach ja, ein iPhone SE scheidet bei mir aus. Will halt Android und nicht IOS.

Dirk Klatt
Mitglied
Mitglied
Dirk Klatt

Hmm,
inzwischen sind wir mit 147x71x8mm also bei klein und handlich angekommen.
Wenn das mit der ‚Kompaktheit‘ so weiter geht, werde ich wohl in 5 oder 6 Jahren auf Smartphones verzichten. 🙂
Ansonsten finde ich das Nokia recht gelungen. Einzig die fehlende Benachrichtigungs-LED ist ein absolutes NoGo. Das gilt aber m.W. für alle aktuellen Nokia’s.