Mit dem Oukitel WP1 präsentiert der Hersteller ein Outdoor-Smartphone mit solider Mittelklasse-Hardware. Für einen Preis von etwa 150€ erhält man 4/64GB Speicher, einen Helio P23 Prozessor, einen mächtigen 5000mAh Akku und natürlich die für den Outdoor-Einsatz obligatorische IP68 Schutzklasse. Auf dem Datenblatt klingen diese Werte schon einmal vielversprechend. Doch kann das Oukitel WP1 auch im Praxistest überzeugen? Dies und noch mehr klären wir im folgenden Testbericht.

Design und Verarbeitung

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Das Oukitel WP1 ist mit Maßen von 158 x 75 x 15,4 mm und einem 5,5 Zoll Display gerade noch so groß genug, um mit einer Hand bedient werden zu können. Auch in der Hosentasche kann das Smartphone noch gut verstaut werden, wenngleich das aufgrund des großen Akkus recht hohe Gewicht von 264g sich durchaus bemerkbar macht. Für ein Outdoor-Handy ist dies jedoch nicht ungewöhnlich und angesichts des dicken Akkus auch wirklich verzeihbar. Die Displayränder sind mit 1,5 cm oben und 1,5 cm unterhalb des Displays recht groß. Dieser Platz wurde leider nicht optimal genutzt. Das Doogee S60 zum Beispiel hat hier zwei große Kunststoff-Lippen verbaut, die das Handy bei Stürzen zusätzlich schützen. Eine solche Lippe ist zwar auch beim WP1 vorhanden, jedoch etwas schmaler. Einen Falltest aus einem Meter Höhe überlebte das Smartphone jedenfalls ohne Beschädigungen, was wohl auch auf den gummierten Rand des Smartphones zurückzuführen ist. Dieser federt das Gerät beim Aufprall ab. Allerdings liegt ein Displaybruch bei ungünstigen Aufprall-Winkel aufgrund der fehlenden Lippe durchaus im Bereich des Möglichen. Eine weitere Schwachstelle ist zudem die Kunststoff-Platte mit Glas-Optik, die das Wireless-Charging ermöglicht. Brechen wird diese zwar nicht, allerdings ist sie anfällig für Kratzer und wird diese bei entsprechender Nutzung auch definitiv davontragen.

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Was die sonstigen Outdoor-Qualitäten angeht, enttäuscht das Oukitel WP1 nicht. Wie immer gibt es Wasser- und Staubschutz nach IP68. Konkret bedeutet dies, dass kein Staub in das Innere des Gerätes dringen kann und es zudem gegen dauerhaftes Untertauchen bis zu einem Meter geschützt ist. Einen Schlamm-Test mit anschließendem Bad im Wasser überstand das Smartphone ohne weiteres.

oukitel wp1 simslotZum Aufladen und Verbinden mit dem PC bietet das WP1 einen modernen USB Type-C Anschluss. Dafür wurde allerdings auf den 3,5mm Kopfhörer-Anschluss verzichtet. Die Lautstärke-Regler und der Powerbutton befinden sich auf der rechten Seite und bestehen wie auch der Rahmen aus Metall. Zudem gibt es auf der Rückseite einen Fingerabdruckscanner, der das Smartphone in knapp unter einer Sekunde aus dem Standby aufweckt. Alternativ steht zur Entsperrung noch Face-Unlock zur Verfügung. Diese Entsperr-Möglichkeit funktioniert auf dem WP1 auch überraschend gut und entsperrt das Handy in etwa einer Sekunde bei genügend Licht zuverlässig. Man sollte sich zwar bewusst sein, dass Face-Unlock prinzipiell weniger sicher ist als Fingerprint, allerdings dürfte es für die meisten Nutzer trotzdem eine praktische Erweiterung darstellen. In den SIM-Slot auf der linken Seite können zwei Nano-SIM Karten eingesetzt werden. Alternativ kann man einen der beiden Slots zur Speichererweiterung per Micro-SD verwenden. Eine Benachrichtigungs-LED ist nicht vorhanden.

Insgesamt ist das Oukitel WP1 ein sehr ordentlich verarbeitetes Outdoor-Smartphone. Unsere Belastungstests konnte das Handy problemlos meistern, lediglich eine etwas größere Schutzlippe ober- und unterhalb des Displays wäre wünschenswert gewesen.

Display

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Mit seinen 5,5 Zoll zählt das Display das Oukitel WP1 heutzutage zu den kleineren Panels. Aufgrund der geringen Größe kann sich der Hersteller auch die HD-Auflösung von 1440 x 720 Pixel erlauben. Klar ist natürlich, dass ein Full-HD Panel sichtbar mehr Schärfe bietet. Auf der anderen Seite liegt die Bildpunktdichte mit 292ppi nur haarscharf unter dem Retina-Wert, sodass man im Alltag noch eine gute Schärfe geboten bekommt. Lediglich wer häufig Filme oder Games auf seinem Handy nutzen will, sollte lieber zu einem Full-HD Display greifen. Bei der alltäglichen Nutzung von Whatsapp, Facebook und dem Webbrowser hatte ich jedenfalls nichts am Display zu beklagen. Der Kontrast liegt für ein IPS-Panel im Durchschnitt und die Helligkeit ist sehr hoch. Das Oukitel WP1 kann also auch bei Sonneneinstrahlung noch gut benutzt werden. Die Farbwiedergabe ist von Werk aus angenehm natürlich. Eine Einstellung der Farbtemperatur etc. ist leider in den Einstellungen nicht möglich. Ebenso gibt es keinen Handschuh-Modus, der bei einem Outdoor-Handy durchaus sinnvoll ist. Auch gibt es keine Smart-Wake Features und nicht einmal einen Lesemodus. Von Seiten der Software hätte man also durchaus noch etwas mehr bieten können – wie viele Nutzer diese Funktionen aber tatsächlich verwenden, steht auf einem anderen Blatt.

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Der Touchscreen registriert bis zu 5 Berührungen gleichzeitig und arbeitet sehr schnell und präzise. Beim Displayglas greift Oukitel zu Marken-Ware von Corning Gorilla (Version unbekannt). Einen Kratztest mit Schraubenzieher übersteht das Display ohne Probleme.

Leistung

Im Oukitel WP1 werkelt ein Mediatek MTK6763T – besser bekannt als Helio P23. Der Octa-Core Prozessor ist in der Mittelklasse zu verordnen. Er verfügt über 8 ARM Cortex-A53 Kerne mit 2,3 Ghz im Leistungscluster und 1,65GHz im Stromsparcluster sowie eine ARM Mali-G71 GPU mit 700MHz. Dazu gesellen sich im WP1 4GB Arbeitsspeicher und 64GB interner Speicher. Insgesamt eine gute Ausstattung für ein Outdoor-Handy im Preisbereich um 200€. Dieser positive Eindruck bestätigt sich auch im Praxistest. Apps öffnen sich schnell und es gibt generell nur sehr wenig Ladezeiten. Auch mit vielen Apps im Zwischenspeicher kommt das Handy sehr gut klar und selbst als anspruchsvoller Nutzer empfinde ich die Systemgeschwindigkeit durchweg als gut. Somit lässt sich dem WP1 problemlos die Eignung als Daily-Driver zusprechen, zumindest sofern man sein Handy nicht häufig für anspruchsvolle Games verwendet. Diese schafft die Mali G71 GPU nämlich nur mit befriedigendem Resultat. Zwar sind selbst Asphalt 9 und PUBG noch spielbar, allerdings gibt es recht viele Framedrops, die das Zocken nicht gerade zum Genuss machen. Mit älteren Titeln kommt das Handy aber noch gut klar.

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Der Arbeitsspeicher ist mit 5GB/s angenehm schnell und auch der interne Speicher schlägt sich mit einer Lesegeschwindigkeit von 150 MB/s und Schreibgeschwindigkeit von 130 MB/s sehr gut.

Android

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Das Oukitel WP1 kommt mit einem Android 8.1 System. Wer Android in seiner Reinform kennt, kann diese Passage eigentlich fast überspringen, denn der Hersteller hat nicht sonderlich viel an dem System verändert. Die wenigen Veränderungen sind leider eher nicht so gelungen. So hat das Smartphone keinen Button für die App-Übersicht und alle Apps landen daher auf dem Homescreen. Dies wäre an und für sich ganz in Ordnung, wäre da nicht eine seltsame Einstellung des hauseigenen Launchers, der die Platzierung von Apps in der unteren Reihe blockiert. Allerdings ist dieses „Problem“ eigentlich kaum der Rede wert. Installiert Euch einfach einen alternativen Launcher wie z.B. Nova Launcher aus dem Playstore und verwendet diesen anstatt des Oukitel Launchers: Problem gelöst.

oukitel wp1 notfall informationDavon abgesehen arbeitet das System schnell und ohne Bugs. Auch auf schrottige Drittanbieter-Software wurde Gott sei Dank verzichtet. Lediglich eine Kompass- und Radioapp sowie Malewarebytes Antivirus befinden sich auf dem Handy. Ansonsten gibt es in den Einstellungen noch die Möglichkeit, Notfallinformationen zu hinterlegen. Diese können auf dem Sperrbildschirm mit einem Klick auf „Notfall“ entsperrt werden.

 

Kamera

Das Oukitel WP1 hat laut Hersteller eine Dual-Kamera auf der Rückseite. Wie so oft handelt es sich bei dem zweiten Sensor jedoch nur um einen Dummy, sodass sämtliche Dual-Kamera Funktionen (Bokeh, 2X Zoom) nicht nutzbar sind. Dies war aber zu erwarten und trifft mit Ausnahme des AGM X3 auf alle Outdoor-Handys zu.

Gehen wir also der wesentlich interessanteren Frage nach, wie sich die 13 Megapixel Hauptkamera mit Sony IMX135 Sensor schlägt. Sicherlich darf man von einem 200€ Outdoor-Handy nicht Fotos wie von einem High-End Gerät erwarten, allerdings sollte die Kamera für den ein oder anderen Schnappschuss herhalten können. Und genau diesem Anspruch wird das Oukitel WP1 gerecht. Die Fotos haben eine brauchbare Schärfe und sichtbares Bildrauschen sieht man erst beim Hinein-Zoomen. Die Farbwiedergabe ist ganz in Ordnung, allerdings wirken die Farben nicht besonders stark. Bei Nacht lässt sich die Kamera nicht wirklich sinnvoll verwenden, was aber in diesem Preisbereich ohnehin nicht zu erwarten ist. Der Fokus arbeitet schnell und in der Regel auch zuverlässig. Auch die Auslösezeit ist angenehm kurz. Was die Frontkamera angeht, so bekommt man von den 5 Megapixel in etwa das gleiche wie von der Hauptkamera geboten. Eine noch brauchbare Schärfe, leichtes Bildrauschen und eine recht gute Farbdarstellung. Im Großen und Ganzen also ein befriedigendes Ergebnis, das allerdings hinter der Qualität eines Doogee S60 liegt. Am besten Ihr schaut Euch die Testfotos einfach selbst an und entscheidet, ob die Qualität für Euch ausreichend ist.

Konnektivität und Kommunikation

Oukitel wp1 gpstestDas Oukitel WP1 ist ein Dual-SIM Handy. Es lassen sich somit zwei SIM-Karten gleichzeitig betreiben. Einer der beiden Nano-SIM Slots dient alternativ zur Speichererweiterung. Was den Netzempfang angeht, werden alle für Deutschland wichtigen Frequenzen unterstützt. Insgesamt ist die Anzahl der unterstützten Frequenzen allerdings niedriger als beim Cubot King Kong 3 oder Doogee S60. Nutzer, die häufig in den USA oder Asien unterwegs sind, sollten also eher zu den genannten Handys greifen. Hierzulande ist der Empfang jedenfalls gewährleistet und das Oukitel WP1 hat mich hier auch nicht enttäuscht. Im Gegenteil: Vielleicht aufgrund der Kunststoff-Platte auf der Rückseite ist der Netz- und GPS Empfang besonders stark, was bei einem Outdoor-Handy durchaus ein wichtiger Vorteil ist. Die Gesprächsqualität ist durchschnittlich und man selbst sowie der Gesprächspartner werden klar verstanden.

Oukitel wp1 sensorsAn Sensoren bietet das Oukitel WP1 die Standards im Preisbereich und noch ein bisschen mehr. Mit dabei sind ein E-Kompass, ein Gyroskop und auch ein Barometer sowie die obligatorischen Sensoren für Näherung, Beschleunigung und Helligkeit. Lediglich auf NFC muss man verzichten. Alle Sensoren funktionieren im Test zuverlässig. Der Lautsprecher befindet sich auf der Rückseite des Smartphones. Der Klang ist durchschnittlich. Insgesamt ist der Speaker etwas blechern und nicht sonderlich ausgeglichen, Verzerrungen treten allerdings kaum auf und der Klang ist sehr laut. Kopfhörer können nur über den USB Type C Port angeschlossen werden, wofür ein entsprechender Adapter beiliegt. Alternativ kann man sich auch ein paar USB-Type C Kopfhörer zulegen.

Zur drahtlosen Verbindung gibt es den etwas älteren Bluetooth 4.0 Standard sowie b/g/n Wifi. Beides funktioniert im Test gut und sowohl 2,4GHz als auch 5GHz Netze werden erkannt.

Akku

oukitel wp1 pcmarkbatteryDas Oukitel WP1 hat mit einem 5000mAh Akku fast die doppelte Kapazität eines gewöhnlichen Smartphones im petto. Zudem handelt es sich bei dem Helio P23 um einen recht sparsamen Prozessor und auch die niedrige Displayauflösung trägt der Laufzeit bei. Insgesamt kann das Oukitel WP1 sich damit locker zwei bis drei Tage bei durchschnittlicher Nutzung durchschlagen, ohne dass man das Smartphone zwischendurch aufladen muss. Über 2 Tage hinweg erreichte das Smartphone in meinem Fall 8 Stunden On-Screen-Time mit recht starker Belastung. Für das Abspielen eines einstündigen Youtube-Videos werden etwa 11% verbraucht. Gaming anspruchsvoller Titel schlägt mit 10% pro Stunde zu Buche. Insgesamt ist die Laufzeit also für die meisten Nutzer ausreichend, wenngleich an dieser Stelle angemerkt werden muss, dass noch mehr drin ist. Mit lediglich 1000mAh mehr erreicht das Cubot King Kong eine erheblich bessere Laufzeit mit weitestgehend gleicher Hardware-Ausstattung. Oukitel könnte und sollte also mit weiteren Updates eine bessere Laufzeit aus dem Akku herauskitzeln.

Akkulaufzeit Ergebnis Einheit: Std

Aufgeladen wird das Oukitel WP1 mit dem mitgelieferten Mediatek Pump Express Netzteil in etwas weniger als 2,5 Stunden. Zudem kann das Smartphone kabellos mit bis zu 10 Watt aufgeladen werden.

Fazit und Alternative

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Joscha Becking:

Das Oukitel WP1 ist ein solides Outdoor Smartphone. Angesichts des niedrigen Preises bekommt man ein überzeugendes Gesamtpaket. Das System ist sehr schnell, die nötigen Konnektivitäts-Standards sind vorhanden und die Outdoor-Funktionalität hält auch, was der Hersteller verspricht. Abzüge gibt es für die ausbaufähige Akkulaufzeit, die der großen Kapazität nicht ganz gerecht wird, sowie die kratzanfällige Rückseite. Zweites ist allerdings zu verzeihen, da diese schlichtweg der Preis für das Wireless-Charging Feature ist.

Als Alternativen können wir das Cubot King Kong 3 empfehlen. Hier bekommt man zwar kein Wireless-Charging, dafür aber eine phänomenale Akkulaufzeit und ähnliche Ausstattung zum gleichen Preis. Wenn das neue Outdoor-Handy etwas mehr kosten darf, ist weiterhin der Anführer unserer Outdoor-Bestenliste, das Doogee S60, zu nenn.

82%
  • Design und Verarbeitung 80 %
  • Display 90 %
  • Leistung und System 90 %
  • Kamera 70 %
  • Konnektivität 80 %
  • Akku 80 %

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