Mit dem Vernee V2 Pro schickt der chinesische Hersteller sein zweites Outdoor-Smartphone auf den Markt und hält dabei an einem  Konzept fest, das wir schon beim Vernee Active zu schätzen gelernt haben: hart im Nehmen aber trotzdem alltagstauglicher als die Modelle der Konkurrenz. Helio P23, satte 6GB RAM und 64GB ROM befinden sich beim V2 Pro hinter einem Full-HD+ Display im 18:9 Format, das durch Gorilla Glas geschützt wird. Damit besitzt das V2 Pro mehr Displayfläche als das Active, macht auf dem Datenblatt aber leichte Abstriche bei der Leistung. Ob sich diese im Alltag zeigen und wie das V2 Pro im Vergleich zu sonstigen Outdoor Handys abschneidet, haben wir unserem Test herausgefunden.

Verarbeitung & Design

Mit 260 Gramm Gewicht und Abmessungen von 164.2 x 79.4 x 13mm ist das Vernee V2 Pro kein schlankes Smartphone, wie etwa Flagschiffe von Xiaomi & Co, trägt aber auch nicht so dick auf wie viele andere Outdoor Handys.

Vernee V2 Pro Design Verarbeitung 3 Vernee V2 Pro Design Verarbeitung 1

Ansonsten weißt das V2 Pro eine überdurchschnittliche und solide Verarbeitung auf. Vernee kombiniert beim Gehäuse gummierte Kanten, matte Plastikelemente und eine strukturierte Plastikrückseite perfekt miteinander, sodass trotz der billig klingenden Materialauswahl, ein hochwertiges Gefühl in der Hand entsteht. Spaltmaße sucht man vergebens und für ein optisches Highlight sorgen zwei Aluminiumschienen an den jeweiligen Rändern des Smartphones. Diese sind optional in schwarz oder rot erhältlich und sind damit der einzige Unterschied zwischen den beiden Farbvarianten, die dem Käufer zur Wahl stehen. In die Aluminium-Elemente sind jeweils auf der linken und rechten Seite sämtliche Hardwarebuttons untergebracht, die ein bisschen fester in ihrer Halterung hätten sitzen können.

Vernee V2 Pro Design Verarbeitung 2 Vernee V2 Pro Design Verarbeitung 4

Vernee V2 Pro USB Type CAuf der Unterseite befindet sich, neben dem Mikrofon und dem Lautsprecher, der USB-C Ladeport, der von einer Gummikappe abgedichtet wird. Die Entscheidung für diese mag zwar rationaler Herkunft sein, ist aber in unseren Augen nicht die Praktikabelste. Andere Hersteller haben schon bewiesen, dass offenliegende Ports auch mit Wasserfestigkeit einhergehen können und bei Kappen besteht immer eine grundsätzliche Ungewissheit. Sollten diese nämlich nicht richtig eingesetzt sein oder über die Nutzungsdauer hinweg sich abnutzen, gehört eventuell der Schutz vor Wasser nach IP68, und beim nächsten Badegang auch das Smartphone, der Vergangenheit an. In unserem Test war dies glücklicherweise nicht der Fall und das Smartphone trotzte Wasser und Staub.

Rechts am Gerät befindet sich zudem der Hybrid-Slot, der gleichzeitig entweder zwei Nano-SIM-Karten oder eine Nano-SIM und eine Micro-SD Karte beherbergt. Auffällig ist, dass der Slot sich einfach per Hand entnehmen lässt und kein spezielles Tool dafür benötigt wird. So findet schnell die SIM im Ausland oder eine leere Micro-SD für neue Aufnahmen den Weg ins Smartphone. Auf eine Status LED müssen Besitzer des V2 Pro auch nicht verzichten.

passende MicroSDs auf

Lieferumfang des Vernee V2 Pro

In der Verpackung des Vernee V2 Pro liegt neben dem Smartphone selbst ein Fastcharge Ladeadapter, ein USB-C zu USB-A Kabel und ein Adapter für den Anschluss von 3.5mm Audiozubehör am USB-C Port. Damit schneidet der Lieferumfang im Vergleich zu denen anderer chinesischer Hersteller recht mager aus, in Anbetracht der Robustheit des Geräts kann man sich aber auch darüber streiten, ob eine Schutzhülle oder eine Folie überhaupt notwendig sind.Vernee V2 Pro Lieferumfang

Display

Vernee V2 Pro HandDas Display des V2 Pro besitzt, wie schon eingangs erwähnt, eine 2160 x 1080p Full-HD+ Auflösung, die sich über eine Display-Diagonale von 6 Zoll erstreckt und im 18:9 Format daherkommt. Damit kommt das Panel auf einen ppi-Wert von 403 Pixel pro Zoll, bei welchem man mit bloßem Auge keine einzelnen Bildpunkte mehr erkennen kann. Die Darstellung ist, dank IPS-Technik, farbgetreu, mit vernünftigem Schwarzwert und verändert sich auch bei stärkerem Blickwinkel kaum. Die Helligkeit bewegt sich auch auf einem guten Niveau und ermöglicht die Betrachtung selbst bei stärkerer Sonneneinstrahlung.

Bis zu 10 Finger gleichzeitig gleiten angenehm über das Glas und werden vom Digitizer zuverlässig erkannt. Ein nettes Detail ist dabei die Abrundung der Kanten zu den Seiten (2.5D Glas), die das Display sanft ins Gehäuse übergehen lässt. Dank Gorilla Glas ist die Oberfläche zudem sturz- und kratzresistenter als gewöhnliche Materialien und zeigte im Test keine Schwäche bei Kontakt mit Schlüsseln oder Münzen.

Leistung

Mit dem Helio P23 SoC von Mediatek steckt im V2 Pro ein Octa-Core Mittelklasse SoC des taiwanesischen Halbleiterherstellers. Der 2017 vorgestellte Prozessor teilt seine ARM Cortex-A53 Kerne gleichermaßen in jeweils ein Stromspar- (1.5GHz) und ein Performance-Cluster (2.0GHz) und wird im 16nm Verfahren hergestellt. Für die Grafik ist eine ARM Mali-G71 MP2 GPU mit zwei Kernen und einer 770MHz Taktrate zuständig. Die damit abgerufene Leistung kann selbstverständlich nicht mit Boliden wie dem Snapdragon 845 oder einem Spapdragon 660 verglichen werden, zeigt sich aber im V2 Pro von einer soliden Seite. Wie schon erwartet meistert die CPU Alltagsaufgaben ohne Probleme, lässt dabei keine nervigen Verzögerungen aufkommen und selbst Gaming-Titel wie PUBG-Mobile laufen bei niedrigsten Grafikeinstellungen noch halbwegs rund. Hier dürfte also für durchschnittliche Anwender genügend Leistung vorhanden sein. 74.000 Punkte im Antutu Benchmark unterstreichen diesen Eindruck und decken sich mit dem Ergebnis von Smartphones, die auf den selben Chipsatz setzen.

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Der eMMC 5.1 Hauptspeicher ist mit einer Geschwindigkeit von 163MB/s beim Lesen und 216MB/s beim Schreiben auf einem guten Niveau und mit einer Größe von 64 GB großzügig ausgestattet. Auch der LPDDR4X Arbeitsspeicher fällt mit 6GB groß aus, schwächelt aber etwas bei seiner Geschwindigkeit von 5GB/s. Multitasking stellt das V2 Pro trotzdem nicht vor eine Herausforderung und der Nutzer kann Hintergrund-Prozesse bequem über das vorinstallierte Tool DuraSpeed verwalten.

Antutu Ergebnis Geekbench Multi Ergebnis 3D Mark Ergebnis

System und Funktionen

Beim V2 Pro findet sich erneut das hauseigene VOS System, das auf Android 8.1 basiert und zu diesem Zeitpunkt mit den Sicherheitsupdates des 5. April 2018 versehen ist. Wieso der Hersteller zwingend eine eigene Bezeichnung für das UI finden musste, bleibt uns weiterhin ein Rätsel, da die Oberfläche 1:1 der von Stock Android gleicht. Die Optimierung findet mehr unter der Oberfläche statt. Erfreulich ist aber unterm Strich, dass das V2 Pro seitens Software auf dem aktuellsten Stand der Dinge ist, der den Besitzern hoffentlich durch Updates noch lange erhalten bleibt. Auch ein Scan auf Viren schlug im Test nicht an. Im Alltag zeugte das System von einer guten Optimierung seitens Vernee und lief stets performant und ohne Ruckler.

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Der links liegende Shortcut-Button ist von Werk aus für die Erstellung von Screenshots zuständig. Doch auch wenn diese Belegung sich für Handytester noch gerade so als praktikabel herausstellte, ist sie im Alltag schlichtweg nervig. Unzählige sinnbefreite Screenshots fanden sich nach zwei Wochen aktiver Nutzung im Album und belegen damit auf Dauer wertvollen Speicherplatz. Doch auch wenn der Hersteller selbst, wie eigentlich angekündigt, bis dato keine passende Anwendung bereitstellt, so wurden wir schon nach kurzer Suche fündig und konnten mit der APP Buttons Remapper die Taste neu belegen. Android sei Dank sind dabei dem Nutzer keine Grenzen gesetzt und diverse Aktionen können so innerhalb von Millisekunden gestartet werden. Ein toller Mehrwert, der insbesondere bei einem Outdoor Handy Sinn ergibt. Schnell die Taschenlampe mit Handschuhen starten? Kein Problem! Natürlich kann, dank der APP, dem Button auch keine Funktion zugewiesen werden, sodass keine unbeabsichtigte Bedienung mehr vonstatten geht. Um den Button richtig zu adressieren müsst ihr die Kennung F1 in der APP auswählen.

Vernee V2 Pro RückseiteZur Sicherung des Smartphones steht dem Nutzer ein auf der Rückseite angebrachter Fingerabdrucksensor zur Verfügung, der sehr schnell das Gerät entsperrt und in 9 von 10 Fällen den Finger des Besitzers zuverlässig erkennt. Zudem funktioniert auch die beworbene Gesichtserkennung und ist, selbst bei schwachem Licht, noch zuverlässig. Da sich diese jedoch recht einfach mit einem Foto überwinden lässt, sollte man mit dem Fingerabdrucksensor auf Nummer sicher gehen. Der neben der Kamera liegende Pulsmesser zeigte sich im Test, im direkten Vergleich zu einem Xiaomi Band 2, nicht sonderlich zuverlässig. Den damit gemessenen Werten sollte daher nicht viel Beachtung geschenkt werden.

Kamera

Beim V2 Pro prangen jeweils 2 Kameras auf Vorder- und Rückseite, wovon leider jedoch auch jeweils eine in Wirklichkeit eine Attrappe ist. Rückseitig wird der 21 MP Sensor von einem Dual-LED Blitz begleitet und auch auf der Front findet sich neben der 13 MP Linse eine einfache LED Leuchte.

Die Qualität der Aufnahmen, die mit dem Smartphone gelingen, sind leider insgesamt sehr durchwachsen. Bei guten Lichtverhältnissen trüben nur ein wahrnehmbarer Blaustich und ein etwas überbelichtender HDR-Modus das Vergnügen. Die Farben bleiben jedoch weiterhin recht neutral und auch die Schärfe sowie die Dynamik gehen in Ordnung. Selbst bei etwas schlechteren Lichtbedingungen, wie etwa einem Sonnenuntergang, kommt das V2 Pro noch nicht an seine Grenzen und produziert verwertbare Aufnahmen.

Sobald jedoch nur noch künstliches Licht in geringen Mengen zur Verfügung steht, kann von einer nahezu peinlichen Performance gesprochen werden. Die Fotos rauschen extrem und wirken, als wären sie in dichtem Nebel geschossen worden. Die Selfie-Kamera leidet unter ähnlichen Schwachpunkten und verdient damit auch kein besonderes Lob.

Funktionen wie Bokeh oder dualer Zoom werden zudem rein digital ermöglicht und sind höchstens eine nette Spielerei. Videoaufnahmen bei 1080p sind mit Front- und Rückkamera möglich und erreichen maximal 30 FPS. Auf eine Stabilisierung verzichtet der Hersteller zwar, die Aufnahmen sind aber dennoch halbwegs passabel. Die parallel dazu laufenden Audioaufnahmen wiederum nicht.

Konnektivität

Explizit unterstützt das V2 Pro unterstützt alle in Deutschland relevanten Funkstandards:Vernee V2 Pro Micro SD Dual SIM

  • GSM: 850MHz/900MHz/1800MHz/1900MHz
  • WCDMA: 850MHz/900MHz/1900MHz/2100MHz
  • FDD-LTE: B1/B2/B3/B4/B5/B7/B8/B20

Die Signalstärke sowie die Stabilität der Verbindung war bei uns stets fehlerfrei. Selbst den Vergleich mit deutlich teureren Smartphones muss das V2 Pro an dieser Stelle nicht scheuen. Telefonate halten zudem eine gute Gesprächsqualität für beide Teilnehmer bereit und auch der Lautsprecher besitzt eine für die Preisklasse, sehr zufriedenstellende Klangqualität. Mit dem WLAN, das 2.4GHz sowie das 5GHz Band und die Standards a/b/g/n unterstützt, hatten wir während unseres Testzeitraums auch keinerlei Probleme.

An Sensoren hat das V2 Pro folgendes an Bord:vernee v2pro screenshot 5 vernee v2pro screenshot 12

  • Beschleunigungssensor
  • Lichtsensor
  • E-Kompass
  • Annäherungssensor
  • Gyroskop

In Kombination mit dem gut funktionierenden GPS, das A-GPS, BDS und Glonass unterstützt, ermöglicht der E-Kompass so auch Fußgängernavigation. Der Standort wird dabei schnell ermittelt und ist durchgehend genau. Last but not least unterstützt das Smartphone auch die Kommunikation via Bluetooth in Version 4.2 und NFC. Letzteres ermöglicht somit auch die Nutzung von Google Pay.

Akku

vernee v2pro screenshot 11Im V2 Pro sorgt eine 6.200 mAh Zelle für die nötige Energie, die im Benchmark für ganze 13,5h OnScreen Time sorgte. Das ist in diesem Preisbereich ein hervorragender Wert, der selbst von manchen Smartphones mit größerem Akku, nicht übertroffen wird. Damit ist ohne weiteres eine Laufzeit von drei Tagen im Bereich des Möglichen.

Falls dann doch mal der Akkustand sich den 0% zuneigt, wird das V2 Pro mithilfe des beiliegenden Fast Charge Ladegeräts innerhalb von 3 Stunden und 40 Minuten vollständig aufgeladen. Ob man bei dieser Ladedauer, trotz Akkugröße, noch von Fast Charge sprechen kann, wagen wir zu bezweifeln.

Akkulaufzeit Ergebnis Einheit: Std

Fazit und Alternative

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Leonardo Staub:

Klar, nicht jedem sagen gummierte Ecken und gepanzertes Gehäuse zu und auch der nervige Trend von Fake Dual-Kameras will im Jahr 2018 leider noch nicht recht aufhören. Doch abseits dieser Kritikpunkte liefert Vernee mit dem V2 Pro ein ordentliches Smartphone. Gute Akkulaufzeit, vernünftige Performance und nützliche Funktionen finden in einem vor Wasser und Staub geschützten Gehäuse Platz, das den Spagat zwischen alltagstauglich und robust elegant meistert. Leider jedoch patzt das V2 Pro massiv in Sachen Kameras und verpasst damit den Status des Outdoor-Smartphone Geheimtipps. Wer aber auf der Suche nach einem soliden Smartphone für den etwas „anspruchsvolleren“ Außeneinsatz ist und dabei auf eine gute Kamera verzichten kann, sollte das Vernee V2 Pro in die engere Wahl nehmen.

83%
  • Design und Verarbeitung 90 %
  • Display 90 %
  • Leistung und System 80 %
  • Kamera 60 %
  • Konnektivität 90 %
  • Akku 90 %

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Bernd Pressler
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Bernd Pressler

Wie passen denn da eure Aussagen zusammen: „[…]Beim V2 Pro findet sich erneut das hauseigene VOS System, das auf Android 8.1 basiert und zu diesem Zeitpunkt mit den Sicherheitsupdates des 5. April 2018 versehen ist[…]“
und
„[…]Erfreulich ist aber unterm Strich, dass das V2 Pro seitens Software auf dem aktuellsten Stand der Dinge ist, der den Besitzern hoffentlich durch Updates noch lange erhalten bleibt.[…]“

Sind wir nicht inzwischen im August? Das man sich jetzt noch auf dem Stand vom April befindet, verheißt auf jeden Fall IMO nichts gutes. Das es besser geht, zeigt ja zum Beispiel Nokia.

cAMP
Gast
cAMP

Hi,
hattet ihr kein Problem mit der Akkuladung? Unser Testgerät ließ sich im ausgeschalteten Zustand maximal 1% laden. Nur im StandBy lädt es korrekt. mfG Florian

Geoldoc
Mitglied
Geoldoc

Nachdem ich seit vielen Jahren Android nutze und genau 2x eine Malware Befall hatte und beide Male bei einem Vernee M5, würde ich davor warnen.
Dass mein M5 kein Einzelfall ist kann man hier nachlesen:
https://www.android-hilfe.de/forum/vernee-m5.3165/achtung-verdaechtige-app.877286-page-3.html

Keine Ahnung, ob es eine Sicherheitslücke oder Absicht des Herstellers war, aber für mich sind die raus …