Motorola Moto G73 Test

Getestet von Erik Zürrlein am
Firmware : 3 + 4 Updateversprechen
Bewertung: 82%
Vorteile
  • Prozessor mit guter Leistung & 5G
  • sauberes & schnelles System
  • solide Kameras
  • viel Ausstattung & Speicher
  • gute Lautsprecher & 3,5mm Klinke
Nachteile
  • Akku & Laden etwas schwach
  • nur LCD-Panel & etwas dunkel
  • Kunststoff-Gehäuse
  • keine 4K Videos
  • keine Benachrichtigungs-LED und kein AOD
Springe zu:
CPUMediatek Dimensity 930 - 2 x 2,2Ghz + 2 x 2,0GHz
RAM8 GB RAM
Speicher256 GB
GPUIMG BXM-8-256 - MHz
Display 2400 x 1080, 6,5 Zoll 120Hz (IPS)
BetriebssystemMyOS - Android 13
Akkukapazität5000 mAh
Speicher erweiterbar Hybrid

Hybrid
Hauptkamera50 MP + 8MP (dual)
Frontkamera16 MP
USB-AnschlussUSB-C
KopfhöreranschlussJa
EntsperrungFingerabdruck, Face-ID
LTEJa - 1, 2, 3, 5, 7, 8, 18, 19, 20, 26, 28, 32, 38, 40, 41
NFCJa
SIMDual - nano
Gewicht181 g
Maße161,42 x 73,84 x 8,29 mm
Antutu429500
Benachrichtigungs-LEDNein
Hersteller
Getestet am14.03.2023

Zu einem Preis von rund 300€ hat das Motorola Moto G73 in der Mittelklasse eine Menge zu bieten: Der Dimensity 930 bietet eine beeindruckende Performance und 5G-Konnektivität, das Gerät ist standardmäßig mit 8 GB Arbeitsspeicher und 256 GB internem Speicher ausgestattet, der 5000mAh Akku bietet eine lange Akkulaufzeit und die Ausstattung ist umfangreich. Dazu hat es dank einer sauberen Benutzeroberfläche nah an Stock-Android und der Kombination aus USB-C + 3,5mm Klinke einige Alleinstellungsmerkmale am Start.

Aber das neue Motorola Moto G73 muss auch seine Position auf dem Markt neu finden: So hatte der Vorgänger, das Moto G72, noch ein AMOLED Display, ebenfalls mit 120 Hertz, schwenkt man nun zu LCD-IPS um, integriert dafür aber 5G. Die UVP bleibt mit 280€ vs. 300€ etwa gleich. Da Xiaomi (mit Redmi & Poco) und Realme die Preise auch in der Mittelklasse ordentlich angehoben haben, ist Motorola mit dem G73 auf ähnlichen Preisniveau mit seiner Hardware unterwegs. Wir hatten das Smartphone zwei Wochen im Praxistest!

Poco X5 Pro 5G Test Titel
Poco X5 Pro 5G
Motorola Moto G73 Schwarz PNG
Motorola Moto G73
Realme 10 Pro Test
Realme 10 Pro
Größe 163 x 76 x 8mm 161,42 x 73,84 x 8,29mm 163,7 x 74,2 x 8,5mm
Gewicht 181g 181g 190g
CPU Snapdragon 778G - 4 x 2,4 GHz + 4 x 1,8 GHz Mediatek Dimensity 930 - 2 x 2,2Ghz + 2 x 2,0GHz Snapdragon 695 - 2 x 2,2 GHz + 6 x 1,7 GHz
RAM 6 GB RAM, 8 GB RAM 8 GB RAM 6 GB RAM, 8 GB RAM
Speicher erweiterbar Nein Hybrid
hybrid web
Hybrid
Hybrid
hybrid web
Hybrid
Display 2400 x 1080, 6,7 Zoll 120Hz (AMOLED) 2400 x 1080, 6,5 Zoll 120Hz (IPS) 2400 x 1080, 6,7 Zoll 120Hz (IPS)
Betriebssystem Android 12, MIUI Android 13, MyOS Android 13, Realme UI
Akku 5000 mAh (67 Watt) 5000 mAh (30 Watt) 5000 mAh (33 Watt)
Kameras 108 MP + 8MP (dual) + 2MP (triple) 50 MP + 8MP (dual) 108 MP + 2MP (dual)
Frontkamera 16 MP 16 MP 16 MP
Anschlüsse 3,5mm Kopfhörer Anschluss, USB-C, Dual-SIM 3,5mm Kopfhörer Anschluss, USB-C, Dual-SIM 3,5mm Kopfhörer Anschluss, USB-C, Dual-SIM
Entsperrung Fingerabdruck, Face-ID Fingerabdruck, Face-ID Fingerabdruck, Face-ID
Empfang 5G: n1, n3, n7, n8, n20, n28, n38, n41, n77
4G: 1, 3, 7, 8, 20, 28, 38, 40, 41
5G: n1, n3, n5, n7, n8, n20, n28, n38, n41, n77, n78
4G: 1, 2, 3, 5, 7, 8, 18, 19, 20, 26, 28, 32, 38, 40, 41
5G: n1, n3, n5, n8, n20, n28, n41, n66, n77, n78
4G: 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12, 13, 17, 18, 19, 20, 26, 28, 38, 39, 40, 41
Zum Testbericht Zum Testbericht

Design & Verarbeitung

Das Motorola Moto G73 ist in den Farben Schwarz / Dunkelblau und Weiß / Silber erhältlich. Unsere weiße Version ist äußerlich recht unscheinbar, aber wirkt durchaus elegant. Auch die Kameraeinheit bleibt unauffällig klein. Besondere Farben und Materialien bietet Motorola erst für die Neo Modelle an. Das Moto G73 misst 161,42 x 73,84 x 8,29 Millimeter bei einem Gewicht von 181 Gramm. Auf eine IP-Zertifizierung verzichtet Motorola: Es soll spritzwassergeschützt sein und der SIM-Schlitten hat einen Gummidichtring. Das Display wird durch ein nicht näher-spezifiziertes gehärtetes Glas geschützt.

Am Rahmen liegen rechts der Powerbutton mit integriertem Fingerabdruckscanner und der Lautstärkewippe darüber. Unten am Gerät liegen der 3,5mm Kopfhöreranschluss, USB-C-Anschluss (2.0) und Lautsprecher. Der SIM-Slot befindet sich links und ein zweites Mikrofon zur Geräuschunterdrückung oben am Moto G73.

Bei den Materialien belässt man es bei einem Kunststoffrahmen und seidenmatter Rückseite aus Kunststoff. Die Verarbeitung ist solide. Mit dem runden Übergang von 2.5D Frontglas zu Rahmen und abgerundeter Rückseite liegt das Smartphone auch gut in der Hand. Das Design ist schön, mit den dezenten glänzenden Elementen, wie der Schliffkante am silbernen Rahmen, den Metallumrandungen der Kameraeinheit und den glänzenden Logos.

Ein besonderes Premiumgefühl will bei der Nutzung aber nicht aufkommen: Dafür fühlt es sich zu sehr nach Kunststoff an, die Buttons wackeln etwas und der Rücken hat dieses leicht hohle Klopfen beim Tippen. Die meisten von euch werden ohnehin die mitgelieferte Silikon-Schutzhülle nutzen.

Lieferumfang des Motorola Moto G73

Dem Smartphone legt der Hersteller das Ladegerät mit 33 Watt Leistung, ein beidseitiges USB-C Kabel und eine Silikonschutzhülle bei. Letztgenannte ist von ordentlicher Qualität und das Gerät liegt damit sicher in der Hand. Eine Displayschutzfolie war bei uns leider nicht auf dem Display vorinstalliert.

Display des Motorola Moto G73

In der Preisklasse finden wir bei Motorola enttäuschenderweise noch kein AMOLED-Display, stattdessen gibt es ein 120 Hertz LCD-Panel. Dieses misst 6,5 Zoll in der Diagonale im 20:9 Format. Mit der Auflösung von 2400 x 1080 Pixel erreicht es eine Bildpunktdichte von 404 Pixel pro Zoll. Die Helligkeit ist für ein LCD-Panel in Ordnung: Im manuellen Modus kann man maximal auf 380 Lux hochschrauben und mit automatischer Regelung sind 490 Lux möglich. Moderne AMOLED Displays sämtlicher Smartphones sind mindestens doppelt so hell.

Display Helligkeit (in Lux) Einheit: Lux

Die Bildwiederholungsfrequenz lässt sich entweder auf 120 oder 60 Hertz arretieren oder man lässt das Smartphone selbst entscheiden (30, 60, 90 oder 120 Hertz sind möglich). Mit einem AMOLED kann man das LCD nicht vergleichen: Die Displayhelligkeit ist geringer, gerade bei Sonnenschein, das Schwarz ist teils eher gräulich und sogar die 120 Hertz wirken beim Motorola Moto G73 weniger flüssig. Auch das Kinn unten ist mit 5,5 mm recht dick. Oben misst der schwarze Rahmen 3mm und links und rechts 2mm.

Software: Das Display ist von Haus aus auf kräftige Farben kalibriert, befindet sich aber bereits im Modus “Gesättigt”, wo auch die Farbtemperatur eingestellt werden kann. Bei “Natürlich” wird eine etwas blasse Darstellung geboten.

Die Schrift- und Anzeigegröße kann in vier bzw. fünf Stufen angepasst werden. Auch ein Dunkelmodus / Darkmode und Blaulichtfilter / Nachtlicht sind integriert sowie einstell- und terminierbar. Zwei zusätzliche Kniffe bietet Motorola zudem noch über die Software. Mit dem Vorschaudisplay gibt es für ein paar Apps eine erweiterte Darstellung von Benachrichtigungen auf dem Sperrbildschirm samt Interaktionsmöglichkeit. Eine dauerhafte Anzeige wie bei einem normalen AOD (Always-On-Display) bei AMOLE Displays ist aber leider nicht möglich. Das “clevere Display” bleibt aktiv, solange man darauf blickt.

Bedient wird das Motorola Moto G73 über die klassischen On-Screen-Buttons oder Wischgesten. Hierzu sind auch ein paar integriert für einen schnelleren Zugriff auf Multitasking, den Einhandmodus oder dem Direktstart von Apps. Für Videostreaming werden DRM-Inhalte dank Widevine L1 und auch HDR unterstützt.

Leistung

Bei der Wahl des Prozessors überrascht uns Motorola mit einem flotten Dimensity-Chip für eine gute Performance und 5G-Konnektivität. Der Dimensity 930 wurde erst im Mai 2022 von MediaTek vorgestellt. Gefertigt wird der Octa-Core von TSMC im 6nm-Verfahren und setzt auf zwei Cortex-A78 @ 2,2 GHz und sechs Cortex-A55 @ 2,0 GHz Kerne zusammen mit einem IMG BXM-8-256 Grafikchip.

Antutu
Geekbench Single
Geekbench Multi

Mit der Leistung des Dimensity 930 übertrifft das Moto G73 den Vorgänger mit Helio G99 um fast 20% und spielt nun in einer Klasse mit dem Motorola Edge 30 Neo (Zum Test), das vom Snapdragon 695 angetrieben wird. 3D-Games wie Genshin Impact laufen auf dem Gerät flüssig: Dieses z.B. in der Praxis auf niedrigen Grafikeinstellungen mit 45 FPS ohne störende Ruckler. Auch die Systemperformance des Motorola Moto G73 5G ist meist auf einem hohen Level und Apps starten zügig. Im Vergleich zu einem Flagship merkt man den ein oder anderen Ruckler oder Verzögerung schon.

Beim Speicher zeigt sich Motorola für die Preisklasse recht großzügig und stattet das Gerät von Haus aus mit 8GB Arbeits- und 256GB Systemspeicher aus. Dabei handelt es sich um LPDDR4x RAM. Beim internen Speicher handelt es sich um UFS 2.2 Speicher, der auf Datenraten von 930 MB/s beim Lesen und 800 MB/s beim Schreiben kommt. Bei Bedarf kann der Speicher über den Hybrid-Slot mit einer MicroSD-Karte erweitert werden.

Thermal Throtteling: Die Mittelklasse-Prozessoren sind üblicherweise kaum von Überhitzung und Leistungsdrosselung betroffen. Auch das Motorola Moto G73 bleibt kühl in den Benchmarks.

System des Motorola G73

Bei uns kam das Moto G73 mit Android 13 und der recht unauffälligen MyUX Oberfläche von Motorola an (im Test Build: T1TN33.14-11-5). Der Sicherheitspatch lag leider noch bei Dezember 2022, was aber am zeitnahen Release lag. Bezüglich des Updatezeitraums gab uns Motorola persönlich die Auskunft, dass 3 Jahre System- und 4 Jahre Sicherheitsupdate kommen sollen. Bisher war bei Motorola eher ein Android-Versionsupdate üblich. Bezüglich Bloatware waren drei Apps installiert, die mit einem Klick auch schon wieder verschwanden.

Beim Design des Launchers bleibt das Moto G73 recht nach an Stock-Android und auch viele zusätzliche Features sind nicht integriert. Die “Moto” App bringt die speziellen Features näher, ein “Leistungsmanager” optimiert das Gerät und beschleunigt den App-Start. Auch nützliche Funktionen wie eine Transkribier-App, Audioverstärkung und das Sicherheitscenter “MotoSecure” und der „Thinkshield“ (bekannt von den Lenovo Laptops) sind an Bord. Für Games steht der “Moto GameTime” Spielemodus bereit. Also Motorola motzt Stock Android ordentlich auf. 

Kamera des Motorola Moto G73

In der Preisklasse bekommt man die sonst die übliche Kamerahardware geboten: Häufig die 108 Megapixel Sensoren von Samsung (HM2 oder HM6), selten ein Sony IMX Sensor. Motorola wechselt von 108MP im Moto G72 zu einer Hauptkamera mit 50MP Auflösung in einer f/1.8 großen Blende im neuen Moto G73. Nähere Spezifikationen verschweigt man uns aber leider.

Bei der Hauptkamera handelt es sich vielleicht um den Samsung GN5 mit größeren 1,0 µm einzelnen Pixel – Der günstige Samsung JN1, der in unzähligen Budget-Handys eingesetzt wird, hat nur 0,64 µm. Auch ein Omnivision OV50 würde noch zur Debatte stehen. Soviel zum Sensoren-Raten.

Dazu kommt im Moto G72 noch eine Ultraweitwinkelkamera mit 8MP Auflösung und einem Sichtfeld von 118° und Autofokus, die auch für Makroaufnahmen und die Bestimmung von Tiefeninformationen bei Portraits genutzt wird. Auf unnötige Sensoren verzichtet Motorola. Die Frontkamera sitzt in einer mittigen Punch-Hole-Notch mit 4,5mm im Durchmesser. Die Spezifikationen im Detail:Motorola Moto G73 Test Kamera

  • Hauptkamera: 50MP, f/1.8, Autofokus
  • Ultraweitwinkel: 8MP, f/2.2, 118° Sichtfeld, Autofokus
  • Frontkamera: 16MP, f/2.4

Die Kameraapp ist übersichtlich aufgebaut, bietet dazu aber einen Pro-Modus, integriert Google Lens und hat mit Dual-Aufnahme / -Video (Haupt- und Frontkamera in einem Bild) sowie zwei Modi für kreative Aufnahmen. In der App bei den Sensoren (1x, 0,5x, Makro) fehlt mir ein Button mit 2x digitalem Zoom, vor allem da man auf der Produktseite bei Motorola mit “Hochauflösendem Zoom” wirbt (was ja auch mit Pixel Binning Sensoren relativ gut funktioniert).

Tageslichtaufnahmen

Aufnahmen bei Tageslicht und am besten noch bei Sonnenschein sind ein Kinderspiel für das Motorola Moto G73. Den Bildern sind scharf, der Kontrast ist stimmig, die dynamische Reichweite gut und die Details bei naher Betrachtung ausreichend: Man kann schon weit heranzoomen, bis es matschig wird. Dabei setzt Motorola auf eine recht natürliche Farbgebung, ohne den Kontrast und Sättigung künstlich-wirkend zu erhöhen.

In der Praxis fällt zudem auf, dass eine Überbelichtung – meist bei wolkenlosem Himmel – selten zu finden ist. Da braucht es schon einen starken Hell-Dunkel-Wechsel im Motiv. Ein Makel findet sich beim Fokus. Dieser wird auf einen zu kleinen Bereich gesetzt, bei nahen Motiven. So wird nicht das komplette Objekt scharf aufgenommen. Bei einer weitläufigen Kulisse tritt das Problem nicht auf. Dazu steht auch noch ein 50MP Modus bereit: Dieser erhöht in erster Linie signifikant die Auflösung (wenn benötigt), allerdings sinkt der Kontrast. Empfehlenswert ist der Modus meistens nicht.

Nahaufnahmen: Für Makroaufnahmen wird der UWW-Sensor genutzt. So bekommt man nicht die typischen grauenhaften 2MP Bilder, aber mehr als ein Gimmick ist auch hier der Modus nicht. Das größte Problem ist der kleine Fokusbereich: Nur ein kleiner Teil wird scharf aufgenommen, der Rest bzw. Hintergrund verschwimmt. Für normale Nahaufnahmen kann bis circa 30cm auch die Hauptkamera genutzt werden. Diese kreiert mit dem großen Sensor ein schönes natürliches Bokeh und liefert viele Details.

Nachtaufnahmen

Ansehnliche Nachtaufnahmen sollten in der Preisklasse zum Repertoire gehören, wobei sich hier schon qualitative Unterschiede auftun. Das Motorola Moto G73 legt hier mit dem größeren Kamerasensor einen Vorsprung zu den 108 Megapixel Konsorten hin. Gerade Motive mit wenig künstlicher Beleuchtung werden vom Motorola Handy hell genug aufgenommen. Normale Nachtaufnahmen sind ansehnlich, haben aber die üblichen Probleme: ISO-Rauschen beim Heranzoomen, unscharfe Strukturen. Aber für die 300€ Preisklasse liefert das Motorola Moto G73 5G passable Ergebnisse.

Der extra “Nachtsichtmodus” holt noch mehr Helligkeit und Bildschärfe bei wenig Licht aus der Aufnahme heraus. Loben darf man auch den gesteigerten Kontrast, durch höhere Schwarzwerte in den dunklen Bereichen. Bemängeln muss ich allerdings die Fehlerquote: Es schleichen sich einige verwackelte Nachtaufnahmen mit dem Modus ein und für den Testbericht hat es sich gelohnt, stets zwei Nachtfotos zu knipsen.

Ultraweitwinkel

Richtig gute Komplementärsensoren bekommt man in der Preisklasse meistens nicht, aber bei Tag produziert der 8MP UWW-Sensor ansehnliche extra weite Bilder. Steht genug Licht bereit, sind die Farben und Schärfe mit der Hauptkamera vergleichbar und können ruhig bei passender Kulisse genutzt werden. Beim Heranzoomen mangelt es an Details und die Randbereiche sind teils verschwommen. Werden die Lichtverhältnisse schwieriger, z.B. drinnen oder gar bei Nacht – der “Nachtsichtmodus” funktioniert nur mit der 50MP Hauptkamera – sollte man auf die UWW-Kamera verzichten.

Porträts

Für Porträtaufnahmen mit dem Bokeh-Effekt (unscharfer Hintergrund) wird vorrangig der UWW-Sensor zur Bestimmung der Tiefe / des Motivs genutzt. Beim Aufnehmen kann der Grad an Unschärfe bestimmt werden und das Portrait wird auch mit den Tiefeninformationen gespeichert.

Die Portraitaufnahmen gefallen uns ziemlich gut: Viele Details und scharfe Strukturen beim Motiv, dazu naturgetreue Farben. Bei der Trennung kommt es schon zu kleineren Fehlern, z.B. bei abstehenden Haaren. Dazu wird nur eine Ebene als Scharfe gesetzt: Der Hintergrund wird wie gewollt unscharf, aber was nach vorn hin absteht leider auch.

Frontkamera

Auch die Frontkamera arbeitet mit 4-in-1 Pixel Binning: Aus 16MP werden so 4MP Bilder. In den Einstellungen lässt sich allerdings die „hohe Auflösung“ auswählen, was die Selfies im Fokus schärft, denn mit 4MP sind sie zu weichgezeichnet. Bei Selfies kann man in der App zwischen einem Zuschnitt und dem vollen Sichtfeld wählen. Bei Letzterem wird auch ein weiter Teil des Hintergrundes mit aufgenommen. Mit dem fixen Fokus braucht es einen normalen Abstand, dann gehen die Selfies aber gut von der Hand. Auch die Frontkamera versteht sich mit Portraits samt dem Bokeh-Effekt. Für Selfies bei Nacht gibt es einen automatischen Nachtmodus, aber überzeugen können die Aufnahmen kaum.

Bei den Selfies gefällt die natürliche Farbwiedergabe. Auch wird der Himmel nicht überbelichtet, der Hintergrund könnte aber etwas schärfer aufgezeichnet werden. Insgesamt hatten wir aber schon deutlich bessere Selfie-Smartphones in der Preisklasse im Test.

Videos mit dem Motorola Moto G73

Videos nimmt die Hauptkamera mit Full-HD / 60 fps auf, die Ultraweitwinkel- und Frontkamera sind auf Full-HD / 30fps beschränkt. Ein EIS stabilisiert das Bild. Während der laufenden Videoaufnahme kann man nicht zwischen den Sensoren wechseln. Mit der „Dual-Aufnahme“ bekommt man aber das Videobild der Haupt- und Frontkamera gleichzeitig als Fenster. Die Videoqualität ist brauchbar, aber nicht mehr als Durchschnitt. Wer häufig mit dem Smartphone filmt, sollte sich hier anderweitig umsehen, zum Beispiel beim Poco F4 (zum Test) mit OIS.

Konnektivität und Kommunikation

Motorola Moto G73 Test SIMDank des Dimensity 930 Prozessors wird das 4G / LTE & 5G Netz genutzt und anständig viele Frequenzen werden genutzt. Am Empfang gibt es nichts zu bemängeln und auch in Gebäuden werden hohe Übertragungsraten ermöglicht. Der Hybrid-SIM-Slot nimmt entweder zwei Nano-SIM-Karten für den Dual SIM-Betrieb auf oder man nutzt den zweiten Platz für eine MicroSD-Karte zur Speichererweiterung.

Motorola Moto G73 Test Konektivitaet 2 Motorola Moto G73 Test Konektivitaet 1Zu den Konnektivitätsstandards zählen zudem noch WiFi 5 und Bluetooth 5.3. Beide Verbindungen liefen in der Praxis wie gewohnt tadellos. Dazu ist NFC mit an Bord und kann für mobiles Bezahlen genutzt werden. An Sensoren sind Licht, Näherung, Beschleunigung und ein Gyroskop verbaut.

Zur Standortbestimmung werden die Satelliten GPS, A-GPS, GLONASS und Galileo sowie ein E-Kompass genutzt. Im Freien wird die Position in ca. 5 Sekunden auf 1m genau bestimmt. Im Gebäude schafft das Moto G73 eine Genauigkeit von 3m in knapp 10 Sekunden.

Lautsprecher: Motorola verbaut beim Moto G73 Stereo-Speaker. Für das Tuning sind die Lautsprecher auch Dolby Atmos zertifiziert. Der Klang ist recht klar und Details werden differenziert wiedergegeben. Bass ist natürlich zu drucklos. Damit Ohr- und Hauptlautsprcher gleich laut erklingen, scheint es so, dass die maximale Lautstärke etwas begrenzt wurde. Für ein Video (z.B. YouTube) braucht es schon 50%. Beim Telefonieren schlägt sich der Ohrlautsprecher gut, er lässt zudem wenig vom Gespräch zur Außenwelt durch und das zweite Mikrofon liefert eine solide Filterung von Störgeräuschen. Beim Telefonieren wird, wenn verfügbar, auch VoWiFi und VoLTE genutzt.

Zur biometrischen Entsperrung sollte der Fingerabdrucksensor am Rahmen genutzt werden. Die Positionierung ist ergonomisch top und in unter einer halben Sekunde landet man auf dem Homescreen in über 95% der Versuche. Aber auch die Gesichtsentsperrung über die Frontkamera kann zusätzlich eingerichtet werden: Doppeltippen oder Anheben, um das Display zu aktivieren und schon ist das Moto G73 entsperrt.

Akkulaufzeit des Motorola Moto G73

Die Kapazität von 5000 mAh ist typisch für die Smartphone-Klasse. Hier arbeiten das optimierte System und der effiziente Dimensity Prozessor gut zusammen und ermöglichen eine Akkulaufzeit von etwa 6 Stunden Display-on-Time (DOT) verteilt über zwei Tage und eine Nacht.

Im PC Mark Akkubenchmark erzielt das Moto G73 mit 9 Stunden und 56 Minuten ein passables Ergebnis mit 120 Hertz Bildwiederholungsfrequenz. Mit 60 Hertz sind gar 12:13 möglich. Im Automatik-Modus, wo das Handy selbst entscheidet, hielt es 11 Stunden und 29 Minuten im Akkubenchmark durch. Die Konkurrenz zieht hier allerdings sichtlich davon.

Akkulaufzeit Einheit: Std
Ladegeschwindigkeit Einheit: Minuten

Bei der Schnellladegeschwindigkeit belässt es Motorola bei 30 Watt “TurboPower”. Xiaomi und Realme laden in der Preisklasse bereits deutlich schneller. Die Ladezeit von 0 auf 40% geht mit 20 Minuten recht fix. Nach 40 Minuten sind es bereits 70%, womit man durch den Tag kommt. Ein kompletter Ladevorgang braucht mit 75 Minuten deutlich länger als bei der Konkurrenz.

Testergebnis

Getestet von
Erik Zürrlein

Lange ist es her, dass wir ein Mittelklasse-Smartphone der G-Serie von Motorola im Praxistest hatten. Aber man kann sagen, dass sich das Warten gelohnt hat: Die neuen Modelle sind preislich auf Augenhöhe mit der Konkurrenz. Die MyUX Oberfläche leistet in der Praxis tadellose Arbeit und bietet eine flüssige Benutzererfahrung. Dazu liefert der Dimensity 930 Prozessor ab und die Bildqualität der Kamera überzeugt. In Hinblick auf Akku, Ladegeschwindigkeit und Display ist die Konkurrenz aber definitiv besser aufgestellt.

Die Preisklasse über 300€ ist für das Motorola Moto G73 zu stark, aber wird es noch etwas günstiger, sollte es bei der Kaufentscheidung berücksichtigt werden. Meine beiden Favoriten wären derzeit das Nothing Phone 1 (zum Test), das auch ein Android-nahes System hat, aber in jeder Hardwarekategorie deutlich mehr bietet, als Motorola. Gleiches gilt für das Google Pixel 6a (zum Test), nur eben hier kompakter und mit stärkerem Fokus auf der Kamera. Alternativ kann man in der Preisklasse getrost das Poco X5 Pro (zum Test) empfehlen, das gerade beim Prozessor und dem Display auftrumpft. Aber das Motorola G73 war auch noch nicht in Angeboten verfügbar und wird sich bestimmt zu einer tollen Alternative in der ~250€ Preisklasse entwickeln.


Gesamtwertung
82%
Design und Verarbeitung
80 %
Display
75 %
Leistung und System
85 %
Kamera
85 %
Konnektivität
90 %
Akku
75 %

Preisvergleich

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CHR15714N
Mitglied
Mitglied
CHR15714N(@chr15714n)
14 Tage her

Im Fazit steht, dass Nothing Phone 1 wäre quasi dauerhaft für 300€ zu kaufen, habt ihr euch da verschrieben? Habe das in De bislang nicht für unter 360€ gesehen?

jonas-andre
Autor
Team
Jonas Andre(@jonas-andre)
1 Stunde her
Antwort an  CHR15714N

Servus, entschuldige die späte Antwort. Das war ein Fehler, da hatte Erik den falschen Preis auf dem Schirm. Sollte angepasst sein,

Beste Grüße

Jonas

PAnEurorpean
Gast
PAnEurorpean (@guest_95394)
15 Tage her

Mal davon abgesehen, dass das G73 für mich auf Grund des Displays und des fehlenden AOD bzw. Benachrichtigungs-LED ein absolutes “Geht garnicht” ist, toppt es Euer Preisvergleich :-))
Beim Motorola mit € 300 am günstigsten, ist es bei Amazon mit € 455 am teuersten – und Eure Empfehlung – wieviel Provision bekommt Ihr ???

Preisvergleich.jpg
jonas-andre
Autor
Team
Jonas Andre(@jonas-andre)
15 Tage her
Antwort an  PAnEurorpean

Servus, wo die 455€ da herkommen kann ich dir leider nicht sagen. Bei Amazon kann man das Gerät noch gar nicht kaufen. Die Empfehlung habe ich auch angepasst.

Beste Grüße

Jonas

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