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Xiaomi Black Shark 3 Testbericht

Getestet von Erik Zürrlein am
Firmware : 11 20.03.10
Bewertung: 86%
Vorteile
  • starke Leistung & Kühlung
  • AMOLED mit 90Hz
  • großer Akku & 65 Watt
  • große Auswahl an Zubehör
  • Triple Cam mit Sony IMX686...
Nachteile
  • ... aber Kamera mit Luft nach oben
  • "Magic Press" statt Schulterbuttons
  • kein NFC & Wireless Charging
Springe zu:
CPUSnapdragon 865 - 1 x 2,84GHz + 3 x 2,42GHz + 4 x 1,8GHz
RAM8 GB RAM, 12 GB RAM
Speicher128 GB, 256 GB
GPUAdreno 650 - 587MHz
Display2400 x 1080, 6,6 Zoll 90Hz (AMOLED)
BetriebssystemAndroid 10, MIUI
Akkukapazität4720 mAh
Speicher erweiterbar Nein
Hauptkamera64 MP + 13MP (dual) + 5MP (triple)
Frontkamera20 MP
USB-AnschlussUSB Type-C
KopfhöreranschlussJa
EntsperrungFingerabdruck, Face-ID
LTEJa - 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12, 17, 18, 19, 20, 26, 28, 34, 38, 39, 40, 41
NFCNein
SIMDual - nano
Gewicht222 g
Maße168,7 x 77,3 x 10,4 mm
Antutu561760
Benachrichtigungs-LEDJa
Hersteller
Getestet am15.06.2020

Dieses Jahr liefert uns Xiaomis Gaming-Marke gleich zwei Flagships: das Black Shark 3 und 3 Pro. Die Pro Version kommt mit größerem Display und höherer Auflösung. Aber auch das kleine Black Shark 3 darf sich direkt im Testbericht beweisen. An Hardware protzt das Black Shark 3 mit einem Snapdragon 865, 5G Empfang, 90Hz Display, großem 4720mAh Akku und den typischen Gaming-Features, die wir schon von den Vorgängern kennen.

Black Shark ist inzwischen offiziell in Europa angekommen und bietet die Modelle in einem Online Store an: hier startet das Black Shark 3 für 599€ mit 8/128GB Speicher oder für 729€ mit 12/256GB. Klar kriegt man das Gaming-Smartphone in China günstiger: 8/128GB für 3499 Yuan ca. 441€, 12/128GB für 3799 Yuan ca. 479€ und mit 12/256GB für 3999 Yuan ca. 504€.

Kann vielleicht schon das normale Black Shark 3 dem Nubia Redmi Magic 5G den Rang ablaufen: Dieses hatten wir bereits im Test und es konnte mit einem 144 Hz Display und vielen Gaming-Features auftrumpfen, nur die Software war noch nicht perfekt.

Xiaomi Black Shark 3 und Black Shark 3 Pro im Vergleich:

Black Shark 3

Xiaomi Black Shark 3 Testbericht Beitragsbild

Black Shark 3 Pro

Xiaomi Black Shark 3 Pro

Display:6,67 Zoll, 20:9, 2400 x 1080 Pixel, 90Hz, AMOLED7,1 Zoll, 19,5:9, 3120 x 1440 Pixel, 90Hz, AMOLED
Maße:168,7 x 77,3 x 10,4 mm, 222g177,8 x 83,3 x 10mm, 253g
Hardware:Snapdragon 865, Adreno 650, LPDDR5, UFS 3.0Snapdragon 865, Adreno 650, LPDDR5, UFS 3.0
Kamera:Hauptsensor: Sony IMX686, 64MP, f/1.8, Pixel Binning 16MP

Ultraweitwinkel: 13MP, f/2.25

Bokehsensor: 5MP, f/2.2

Hauptsensor: Sony IMX686, 64MP, f/1.8, Pixel Binning 16MP

Ultraweitwinkel: 13MP, f/2.25

Bokehsensor: 5MP, f/2.2

Frontkamera:20MP, f/2.220MP, f/2.2
Akku:2 x 2360mAh, 65 Watt Laden2 x 2500mAh, 65 Watt Laden

Design und Verarbeitung

Im typischen Gaming-Dress erwartet uns das Black Shark 3 mit deutlich mehr Sicken, Kanten und verschiedenen Materialien, als wir es von den modernen Flagships kennen. Die LED-Beleuchtung für die Atmosphäre darf natürlich nicht fehlen. Das Design ist definitiv anders und auffallend, die Rückseite ist in der Form leicht angepasst und bietet etwas Halt für die Finger. An der Verarbeitung gibt es nichts zu bemängeln, Buttons haben einen ordentlichen Druckpunkt und der Einsatz von Metall unterstützt das solide und massive Gefühl.

Xiaomi Black Shark 3 Testbericht FarbenMit dem 6,67 Zoll Display im 20:9 Format misst das Black Shark 3 dabei 168,7 x 77,3 x 10,4 mm und bringt 222g auf die Waage. Der Rahmen ist aus Metall, wie auch Teile der Rückseite, der 4720mAh Akku wirkt sich auch auf das Gewicht aus. Das Black Shark 3 bekommt man in zwei Farben: komplett Schwarz oder Silber mit blauen Akzenten. Das große Modell mit 12/256GB ist indessen nur in Schwarz erhältlich.

Auf der Rückseite findet sich oben die Triple Cam mit Dual LED-Blitz unten, im anderen Element sind vier goldene Pins zum Verbinden des Zubehörs. Die Kameras stehen nicht aus dem Gehäuse bzw. sind in dem dreieckigen Element untergebracht, die 0,5mm erhöht sind und der Halteposition dienen. Auf der Rückseite leuchtet das Black Shark Logo sowie zwei längliche Elemente unten und oben. Die LED-Beleuchtung lässt sich in vollen Zügen individuell konfigurieren und auch als Notification-LED nutzen. Zusätzlich steht noch das AMOLED Panel als Always-On-Display in MIUI-Manier zur Verfügung.

etwas größer als das OnePlus 7T

Am Rahmen liegt unten mittig der USB-C Port mit Mikrofon und unten der 3,5mm Klinkenanschluss leicht nach rechts versetzt, was angenehmer beim Halten im Landscape-Mode ist. Links am Rahmen befindet sich die Lautstärkewippe und SIM-Slot, mit Platz für zwei Nano-SIM-Karten. Auf der rechten Seite ist das zweite Mikrofon eingelassen sowie der Powerbutton oben und Schieber für den Shark Space unten.

Lieferumfang des Black Shark 3

Unser Lieferumfang sieht leider etwas knapp aus, denn das Black Shark 3 kam einzeln ohne jegliche Verpackung oder Netzteil. Sonst findet man im Karton das 65 Watt Schnellladegerät, USB-C Kabel, vorinstallierte Displayschutzfolie sowie eine Schutzhülle für das Black Shark 3.

Dazu bietet Black Shark auch noch reichlich Zubehör an, das wir hier kurz im Schnelldurchlauf auflisten:

  • Magnetic Charging Cable für 25€: Das Kabel hält magnetisch an den vier Kontaktpunkten der Rückseite und stört so nicht beim gleichzeitigen Zocken und Aufladen. Die Ladegeschwindigkeit ist hier auf 18 Watt begrenzt.
  • Black Shark Fun Cooler Pro für 39€: Der Lüfter wird an der Rückseite mittig angebracht und dreht mit bis zu 6200 RPM. Dazu sind noch LEDs für die passende Optik verbaut. Etwa blöd ist dabei die Stromversorgung, denn der Lüfter wird nicht mit den vier Kontaktpunkten verbunden und muss per Kabel betrieben werden. Also entweder ein Ladegerät verbinden oder per OTG mit dem Black Shark 3.
  • Black Shark Fun Cooler für 33€: Die normale Version verzichtet auf die LED-Beleuchtung. Auch benötigt dieser eine externe Stromversorgung.
  • Black Shark 3 Fun Case für 22€ in Schwarz oder Grau: Eine ganz normales Case im Black Shark Look, das hinten beide Elemente und die Buttons am Rahmen ausspart.
  • Black Shark 3 Fun Frame für 20€ in Schwarz oder Grau: Dieses Case schützt nur den Rahmen, ist aber auch entsprechend leichter.
  • Black Shark GamePad 3 für 60€: das Gamepad wird links an das Black Shark 3 geklippt und via Bluetooth verbunden. Die Akkulaufzeit ist mit 45 Stunden angegeben und bietet einen Analogstick, vier Gamebuttons, zwei Schulterbuttons, einen „Homebutton“ und An- und Aus Schieber.

Display

Auf der Front verbaut man ein 6,67 Zoll großes Display, das im länglichen 20:9 Format gehalten ist. Auf eine Frontkamera oder Einschnitt für die Notch verzichtet man, stattdessen bleibt oben und unten ein Rand für die Technik und auch Platz für die Hände im Landscape-Mode über. Der Rahmen misst oben und unten 6mm sowie links und rechts 2,5mm. Die Screen-to-Body Ratio liegt dadurch bei nur ca. 82%.

Im Black Shark 3 Pro bekommt man sowohl das größere als auch hochauflösendere Display. Aber auch das Black Shark 3 ist mit den 2400 x 1080 Pixeln und der Bildwiederholungsrate von 90Hz gut gerüstet. Auch die Bildpunktdichte von 394 PPI ist definitiv ausreichend und einzelne Pixel erkennt man mit dem bloßen Auge nicht.

Auch die 90 Hertz stehen dem Black Shark 3 gut: in den Einstellungen kann man zwischen dauerhaft 60Hz und „intelligenten“ 90Hz wechseln. Bei letzterem verzichtet die Joy UI auf dem Homescreen und den Einstellungen auf 90Hz, öffnet man eine App, läuft diese mit erhöhter Bildwiederholungsfrequenz. Hier kann man auch einzelne Apps abwählen (z.B. WhatsApp nur auf 60Hz). Dazu kann man im Shark Space für jedes Game separat 60 und 90Hz festlegen.

Zum Einsatz kommt ein AMOLED Panel, für das die MIUI / Xiaomi typischen Kalibrierungseinstellungen bereitstehen. Die Wahl hat man zwischen dem Cinema Mode, Natural und Standard Mode. Dazu kann man noch stufenlos zwischen warm und kalt einstellen oder die True View dies automatisch anhand des Bildschirminhaltes kalibrieren lassen. Auch im Shark Space kann man für jedes Game einzeln zwischen Standard, Automatisch, HDR und Benutzerdefiniert wählen. Ebenfalls gut umgesetzt ist der Dark Mode, der dem AMOLED Panel zu Gute kommt und auch ein terminierbarer Nachtmodus mit Blaulichtfilter steht zur Verfügung.

Sonst gehört das AMOLED Panel nicht zu den absolut besten auf dem Markt, ein OnePlus 8 Pro ist schon nochmal besser bei den Farben und der Schärfe – nicht nur wegen der höheren Auflösung und 120Hz Bildwiederholungsrate. Aber auch so ist das Display des Black Shark 3 ein Genuss und für die Zwecke definitiv sehr gut. Das Panel leuchtet mit bis zu 530 cd/m² im manuellen Modus und geht im automatischen Modus mit Sunlight Boost auf 600 cd/m² hoch. Auch in der prallen Sonne konnte man noch genügend erkennen sowie draußen im Schatten noch ein Game zocken.

Der Touchscreen weist eine Abtastrate von 270Hz auf, wodurch Eingaben blitzschnell umgesetzt werden. Black Shark gibt die gesamte Latenzzeit bei Eingaben mit 24ms an. Für DRM Inhalte steht nur Widevine L3 bei unserer China Version zur Verfügung.

Leistung und System

Wie es sich für ein Gaming-Smartphone standesgemäß gehört, mangelt es dem Black Shark 3 nicht an Leistung. Dafür ist auch in der neuen Generation der neuste Top-Prozessor von Qualcomm unter der Haube: der Snapdragon 865. Der Octa Core ist im 7nm Verfahren gefertigt, taktet mit dem Prime Core bis zu 2,84GHz, einem Leistungscluster mit drei Kernen mit 2,42GHz und dem Energiesparcluster zu 1,8GHz. Für Grafikberechnungen steht die Adreno 650 bereit.

Zwei Speichergrößen stehen für das Black Shark 3 in der Global Version zur Verfügung: 8/128GB in Schwarz oder Grau für 599€ sowie 12/256GB in Schwarz für 729€. Im Test haben wir die chinesische Version mit 12GB RAM und 128GB Speicher. Verbaut wird hier schneller UFS 3.0 Speicher der 1550 MB/s read und 200 MB/s write erreicht. Der LPDDR5 Arbeitsspeicher schafft 17 GB/s.

Antutu Ergebnis Geekbench Single Ergebnis 3D Mark Ergebnis Geekbench Multi Ergebnis

die passive Kühlung

Klar ist Rechenleistung wichtig, aber die muss das Black Shark 3 auch über längere Gaming-Sessions aufrecht halten können. Das Nubia Red Magic 5G hat hier theoretisch die Nase vorne mit der aktiven Luftkühlung. Beide Xiaomi Black Shark 3 setzen dabei nur auf eine passive Kühlelemente mit „Liquid Cooling“. Bevor das Black Shark 3 aber auch nur ans Überhitzen denkt, war bei mir die Luft raus nach einer 2 Stunden Gaming-Session. Im Shark Space hat man hierfür die Wahl zwischen mehreren Leistungsprofilen, wobei die höchste Stufe sogar den externen Lüfter voraussetzt.

System – MIUI / Joy UI auf dem Black Shark 3

Ihr kennt Xiaomis System MIUI? Bei Black Shark wird es umbenannt in Joy UI und ein paar Gaming Features kommen dazu. Bei uns handelt es sich um die Version JOYUI 11 20.03.10 basierend auf MIUI 11 und Android 10. Der Sicherheitspatch ist mit Februar 2020 nicht mehr ganz aktuell, sollte bei der verkäuflichen Global Version aber frischer sein.

MIUI sollte vielen ein Begriff sein und die Nutzung war gewohnt angenehm. Der Snapdragon 865 hat keine Probleme mit dem System und das Black Shark 3 ist rasend schnell unterwegs. Bloatware war bei uns gar nichts an Bord, das könnte aber in der Global Version anders aussehen. Nur ein paar Joy UI / Black Shark Features brauchen eine separate App, wie die Steuerung der Lichteffekte, Theme Store oder auch die Bedienungsanleitung / „Players Manual“.

Die Google Dienste und Apps waren schon größtenteils an Bord, wie auch der Google Play Store und alle Apps aus dem Store ließen sich installieren. Wie die Vergangenheit zeigt, ist der Update Support etwas schlechter als bei Xiaomi – klar, selbes System, aber die Joy UI ist ja nochmal spezieller.

Spielemodus: der separate Shark Space

Nun noch ein paar extra Worte zum Shark Space, der Anlaufzentrale zum Zocken. Zum Shark Space 3.0 kommt man über den Schieber an der Seite und bekommt direkt alle Spiele und manuell zugeordneten Apps präsentiert. Startet man ein Spiel, ist man im Game Mode, wodurch der Arbeitsspeicher geleert wird und ja nach Gusto auch Anrufe oder Notifications blockiert werden. Wischt man im Spiel von oben rechts oder links zur Mitte hin, öffnet sich außerdem nochmal ein Overlay für Schnelleinstellungen.

Einstellungen für den Game Mode global oder jedes Spiel einzeln lassen sich sehr vielfältig einstellen: Performance, Displaykalibrierung, Touchdisplay, Audio, Netzwerk und Lichteffekte. Auch das Gaming Zubehör lässt sich komplett nach Geschmack definieren. Wünsche bleiben hier meiner Meinung nach keine offen.

Spezielle Game-Steuerung:

Xiami Black Shark 3 Testbericht Screenshots Shark Space Xiami Black Shark 3 Testbericht Screenshots Magic PressNubia hat beim Red Magic die sensitiven Schulterbuttons, das Black Shark 3 Pro hat sogar haptische Schulterbuttons (echte Knöpfe!), nur das normale Black Shark 3 hat noch Master Touch 3.0. Mit der Eingabemethode bin ich auch schon beim Vorgänger nicht warm geworden: unter dem Display sind Sensoren, die links und rechts den Druck auf das Touchpanel registrieren. Magic Press lässt sich auch in den Alltag integrieren und als Shortcut festlegen. Die Stärke kann man auch nach Bedürfnissen anpassen und ein Shortcut auf die In-Game-Buttons legen. Ich sag es mal so: mit den Daumen erreicht man auch so jede Stelle auf dem Display und einen Geschwindigkeitsvorteil hatte ich durch Master Touch ebenfalls nicht. Mit den Schulterbuttons hingegen kommen auch noch die Zeigefinger ins Spiel und das hat mir dann schon deutlich mehr gebracht.

An Zubehör mangelt es daneben aber nicht und schon das Gamepad mit dem Analog Pad sollte eine große Erleichterung sein. Wer es dann auf die Spitze treiben möchte nutzt einfach die Black Shark mechanische Tastatur und Maus.

Kamera

Die Kamera ist wohl nicht das Hauptargument eines Gaming-Smartphones, darf aber bei den Flagships heutzutage nicht zu kurz kommen. Xiaomi verbaut deshalb den Sony IMX686 mit einer Auflösung von 64MP – der geistige Nachfolger des Sony IMX586 mit 48MP, auf den man schon beim Vorgänger gesetzt hat.

Den Sony IMX686 kennen wir schon vom Redmi K30 und Pocophone F2 Pro – dort hat er ja bereits seine Lorbeeren geerntet. Die Aufnahmen des Black Shark 3 kommen aber noch nicht ganz an dieses Level heran, was eigentlich hauptsächlich an der Software liegt, z.B. werden flächige Strukturen (eine Wiese, auf der nicht der Fokus liegt) zu matschig. Die entsprechende Software ist an sich da im Hause und der Sony IMX686 im Black Shark 3 hat noch Potential. Derzeitige App Version der Kamera: 3.0.0227.1507.

Xiami Black Shark 3 Testbericht Screenshots KameraDie Kamerasensoren:

  • Hauptsensor: Sony IMX686, 64MP, f/1.8, Pixel Binning 16MP, 6P Linsen, PDAF Autofokus
    • Video: 4K / 60fps, 4K / 30fps + EIS, Slow Motion 1080p / 240fps
  • Ultraweitwinkel: 13MP, f/2.25
  • Bokehsensor: 5MP, f/2.2
  • Frontkamera: 20MP, f/2.2

Dazu liefert die Software noch zahlreiche Features und Modi: einen Nachtmodus für die Hauptkamera, Panorama, Auto HDR & AI Bildverbesserung, RAW Aufnahmen im Pro Modus und 64MP Aufnahmen ohne Pixel Binning. Ein Makro Modus lässt sich ebenfalls aktivieren und erlaubt es der Hauptkamera den Fokus auf ein näheres Motiv zu legen.

Hauptkamera: Groß sind die Erwartungen an den Sony IMX686 vom Poco F2 Pro und Redmi K30. Auch im Black Shark 3 arbeitet der 64MP Sensor mit Pixel Binning und gibt 16MP aus. Bei gelungenen Aufnahmen bekommt man sehr viele Details, einen hohen Dynamikumfang und eine knackige Schärfe. Etwas zurückgehalten hat man sich bei den Farben, ohne den AI Modus sind sie sehr realitätsnah.

Das größte Manko am Hauptsensor des Black Shark 3 ist meiner Meinung nach die komplett verwaschene Darstellung außerhalb des Fokus. Fotografiert man eine Landschaft, tritt dies nicht so auf und es bleiben viele Details insgesamt erhalten. Fokussiert die Kamera dann auf den einen Baum in der Landschaft, werden Strukturen drumherum zu Pixelmatsch.

Dazu noch ein paar Vergleichsaufnahmen mit dem OnePlus 7T und dem alten Sony IMX586 48MP Sensor: hier ist die Software deutlich besser und auch aus der Ultraweitwinkelkamera holt man bei Nacht zumindest etwas heraus.

Bei Nachtaufnahmen kann man den speziellen Nightmode definitiv empfehlen, da er sehr gut funktioniert und auch nicht zu Überbelichtung neigt. Ohne den Nightmode hat das Black Shark 3 mit hoher ISO und Rauschen zu kämpfen.

Auch Ultraweitwinkelaufnahmen sind mit dem 13MP soweit je nach Situation eine Alternative. Mit der Hauptkamera können sie klar nicht mithalten, sie zeigen zum Rand hin den typischen Blur und bei Nacht ist der Sensor gänzlich unbrauchbar.

Selfies sind ebenfalls soweit solide und es werden viele Details aufgenommen bei einer Bildgröße von 20MP. Gerade Farben und Details des Hintergrundes wissen zu gefallen sowie steht bei Bedarf auch der Portrait Modus für Selfie-Bokehs bereit. Klar darf auch hier ein Beauty Mode nicht fehlen.

Um Bokehs zu erstellen, greift das Black Shark 3 auf den dritten Sensor mit 5MP zurück, um das Motiv in den Fokus zu setzen. Für Portraits lässt sich beim Aufnehmen die Blendengröße, also den Grad der Unschärfe, festlegen, aber nicht im Nachhinein anpassen. Die Abtrennung erfolgt gewohnt gut und Bokhes gehen sicher von der Hand.

Für Videos steht ein elektronischer Bildstabilisator bis 4K / 30fps zur Verfügung, oft stabilisiert er aber nicht ordentlich. Auch der Ultraweitwinkelsensor kann mit 4K / 30fps und 1080p / 60fps aufnehmen, nur kann man während der Videoaufnahme nicht zwischen den Kamerasensoren wechseln. Auch fällt auf, dass der Fokus recht langsam gesetzt wird, sonst kann man durchaus zwischendurch ein Video aufnehmen.

Zusammenfassung:

Wie schon der Vorgänger Sony IMX586 hat der neue IMX686 ein sehr großes Potential und ist in der Smartphone-Sparte eine gute Wahl. Aber wie auch beim Vorgänger: das Black Shark 3 wird etwas zurückgehalten im Konzern und könnte noch mehr leisten. Klar, es ist ein Gaming-Smartphone mit anderem Fokus, aber trotzdem sehr schade, da das Pocophone F2 Pro eindrucksvoll zeigt, was möglich gewesen wäre.

So kann man, wie es sich für ein Flagship in dem Preisbereich, mit der Triple Cam das Black Shark 3 ohne schlechtem Gewissen raus gehen und sein Gaming-Smartphone für Bilder zücken. Auch die beiden anderen Sensoren erledigen ihren Job, sollten aber bei schlechteren Lichtverhältnissen nicht unbedingt zum Einsatz kommen.

Konnektivität

Dank des Snapdragon 865 ist auf 5G mit an Bord, was uns erhalten bleibt, ist dafür der Dual SIM mit zwei Nano-SIM Plätzen. Xiaomi Black Shark 3 Testbericht Produktfotos 1Aber wer 5G nutzen möchte, kann nur eine Karte einsetzen. Die Global Version des Black Shark 3 unterstützt folgende Netzwerk-Frequenzen:

 

  • FDD LTE (B1, B2, B3, B4, B5, B7, B8, B12, B17, B18, B19, B20, B26, B28)
  • TDD LTE (B34, B38, B39, B40, B41)
  • 5G NR NSA (N78)

Xiaomi Black Shark 3 Testbericht Features 1Auch die China Version wäre eine Möglichkeit hinsichtlich der unterstützten LTE-Frequenzen:

  • FDD LTE (Band B1, B3, B4, B5, B7, B8, B12, B17, B20)
  • TDD LTE (Band B34, B38, B39, B40, B41)
  • 5G NR SA & NSA (N41, N78, N79)

Mit unserer China Version war der Empfang solide und auf einem Level mit anderen Flagships. Auffälligkeiten gab es hier soweit keine. Zum Telefonieren sind die Lautsprecher ausreichend laut und die beiden Mikrofone arbeiten gewohnt zufriedenstellend. Mit unserer Anleitung „WLAN-Telefonie (VoWIFI) und VoLTE bei Xiaomi Smartphones aktivieren“ ließ sich auch beides aktivieren und nutzen. Nicht an Bord ist hingegen NFC.

Xiami Black Shark 3 Testbericht Screenshots VoLTE VoWIFI Xiami Black Shark 3 Testbericht Screenshots WiFi DualMit lokalen Netzwerken verbindet man sich über WiFi 6 im ax-Standard mit 2.4 & 5.0 Ghz WLAN-Netzen. Auch steht 2×2 MIMO zur Verfügung. Dazu lässt sich noch der Dualband-WLAN-Geschwindigkeitsboost aktivieren, wo ein 2.4 und 5.0GHz WiFi gleichzeitig genutzt wird. Mit zwei separaten DSL / Kabel Anschlüssen geht sicher noch mehr, aber auch aus meiner 50K DSL Leitung wurden 57 Mbit/s Download herausgekitzelt. Der Empfang war soweit gut, aber ca. 10% schwächer als bei einem OnePlus 7T.

Zur Navigation gibt ein elektronischer Kompass die Richtung vor und das Black Shark 3 unterstützt folgende Navigationsdienste: GPS, Galileo, GLONASS, Beidou, QZSS und A-GPS. Auch hier klappte die Navigation im Auto wie gewohnt und auch auf der Autobahn kamen Navigationsansagen ohne Verzögerung an. Die Verbindung mit Android Auto war ebenfalls kein Problem. Auch Bluetooth in der Version 5.0 funktioniert ohne Beanstandungen und unterstützt die Audio Codecs aptX HD und LDAC.

Ebenfalls sehr gut sind die beiden Lautsprecher: diese sind zum Nutzer hingerichtet und tönen im Stereo-Betrieb etwa gleich laut. Das Lautsprechergitter misst oben 20mm und unten 39mm. Für eine normale Lautstärke sind schon 30-40% der maximalen Leistung ausreichend, mit 80% kann man auch einen kleinen Raum beschallen. Der Klang ist gut für die Größe des Geräts und auch ein bisschen Bass lässt sich raushören.

Biometrische Entsperrung:

Der Fingerabdrucksensor im Display ist dabei etwas träger als man es von anderen Flagship derzeit gewohnt ist. Die Stelle leuchtet weiß auf und der Scanvorgang startet. Hier muss man den Finger dann aber auch bis zum Schluss drauf liegen lassen, dann kommt man auf eine sehr gute Entsperrgenauigkeit. Statt 0,5 Sekunden sind es so aber häufiger mal 1,5 Sekunden. Xiaomi bzw. Black Shark wird hier keinen anderen Fingerabdruckscanner einsetzen als bei den anderen Modellen. Also vielleicht folgt hier bald noch ein Update.

Auch so ein Problem, das mir in der Praxis öfter mal passiert ist: durch die symmetrische Bauform und nahezu schwarze Front, nimmt man das Black Shark 3 gerne mal falsch herum in die Hand. Mit Face ID / Entsperren per Frontkamera erhöht man die Entsperrgeschwindigkeit merklich. Der Scanvorgang startet aber erst, nachdem man den Powerbutton betätigt hat.

Akkulaufzeit

Nicht nur ein Akku ist im Black Shark 3 verbaut, sondern gleich zwei mit 2360mAh. Dies braucht man für die extrem hohe Ladegeschwindigkeit von 65 Watt. So stehen über den Tag 4720mAh zur Verfügung, die natürlich lange halten können, aber auch beim Gaming schnell geleert werden können.

Akkulaufzeit Ergebnis Einheit: Std

Xiami Black Shark 3 Testbericht Screenshots AkkubenchmarkIm PC Mark Battery Benchmark stehen zumindest schonmal 15 Stunden und 43 Minuten auf der Uhr mit 60Hz Bildwiederholunsrate, im 90Hz Modus (durchgehend) sind es nur noch 12:30. Verzichtet man auf Gaming dann erreicht man über zwei Tage hinweg eine Display-On-Time von 8:30. Eine Stunde Gaming schlägt mit 20% zu Buche.

Das 65 Watt Ladegerät lag uns ja leider nicht bei. Damit soll es aber 50% in 10 Minuten und 100% in 35 Minuten erreichen, was ziemlich ordentlich ist. Sonst unterstützt das Black Shark 3 auch noch Quick Charge 4+ sowie Power Delivery mit bis zu 30 Watt. Wireless Charging steht nicht zur Verfügung, dafür aber das magnetische Kabel mit 18 Watt.

Testergebnis

Getestet von
Erik Zürrlein

Die Black Shark Serie wird mit dem dritten Modell sinnvoll fortgesetzt: Snapdragon 865, 5G und 90Hz Display sind die größten Verbesserungen und in der aktuellen Flagship Generation auch quasi das Pflichtprogramm. Auch so ist das Black Shark 3 grundsolide und ein gutes Gaming Smartphone mit viel Leistung und einem ausdauernden Akku. Auch hat man mit den zahlreichen Gadgets aus dem Zubehör-Programm viele Möglichkeiten, das Gaming-Erlebnis zu erweitern. Die Kamera setzt mit dem Sony IMX686 zwar auf das richtige Zugpferd, hat aber noch Luft nach oben.

Die zwei gröbsten Mankos am Black Shark 3 sind dabei die Pro-Version, zu der man neidisch rüber schielt sowie die komische Gaming-Steuerung Magic Press, in der ich persönlich keinen Vorteil sehe.

Eine Argumentation für das Black Shark 3 sieht für mich so aus: „mal was anderes abseits der herkömmlichen Flagships, hin und wieder ein bisschen mobiles Gaming und MIUI ist mir soweit sympathisch“. Dann spricht auch nichts gegen das Black Shark 3, auch wenn der Preis in Europa recht hoch angesetzt ist. Die mobilen Gamer mit höheren Ansprüchen werden vom Nubia Red Magic 5G mit der besseren Kühlung oder dem insgesamt besseren Black Shark 3 Pro mehr angesprochen.


Gesamtwertung
86%
Design und Verarbeitung
85 %
Display
85 %
Leistung und System
95 %
Kamera
75 %
Konnektivität
85 %
Akku
90 %

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Boris
Gast
Boris (@guest_64580)
5 Monate her

Wie jetzt keine die Notch??? Wie geht das denn? Was für ein Rückschritt von Xiaomi.

Boris
Gast
Boris (@guest_64611)
5 Monate her
Antwort an  Boris

Nein und nochmal nein – ein Smartphone ohne Notch ist Blasphemie !
 

Jan
Gast
Jan (@guest_64642)
5 Monate her
Antwort an  Boris

Notch hin Notch her manchmal und ist etwas Retro gar nicht mal so schlecht, ich bin froh das mein 📱keine Notch hat und außerdem die Schallplatte ist ja auch wieder gekommen obwohl es weitaus leichter ist online oder auch per Funk (z.b. Sat, DAB+ etc.) an Musik 🎶 zu kommen allerdings macht die Schallplatte halt den besten Sound gegenüber all dem was es bisher gab oder gibt! 😉 📀

Boris
Gast
Boris (@guest_64613)
5 Monate her
Antwort an  Boris

Sie könnten wenigstens ein schönes Loch dem Display verpassen können um das Smartphone modern aussehen zu lassen aber so… pfui Teufel !

jyuitty
Gast
Simon (@guest_66693)
3 Monate her
Antwort an  Boris

Öhm, also ich aktiviere den Modus diese hässliche Notch zu verstecken absichtlich bei meinem Gerät. Denn Ästhetik geht wirklich anders – aber gut wer’s braucht! Der wirkliche Mehrwert ist wirklich minimal, und beim Gaming u. A. auch alles Andere als Hilfreich!