Poco X4 GT Test

Getestet von Jonas Andre am
Firmware : 13.0.5
Bewertung: 88%
Vorteile
  • schnell und genauer Fingerabdruckscanner
  • ausreichend helles und flüssiges Display
  • spitzenmäßige Leistung ohne Hitzeprobleme
  • aktuellste Empfangsstandards
  • 3,5mm Kopfhöreranschluss
  • guter Stereo Lautsprecher
  • gute Akkulaufzeit
  • gute Verarbeitung
Nachteile
  • keine Speichererweiterung
  • keine Stabilisierung bei Videos in 4K
  • komplett aus Kunststoff
  • keine Benachrichtigungs-LED und kein AOD
Springe zu:
CPUMediaTek Dimensity 8100 - 4 x 2,85GHz + 4 x 2,0GHz
RAM8 GB RAM
Speicher128 GB, 256 GB
GPUARM Mali-G610 MC6 - MHz
Display 2460 x 1080, 6,6 Zoll 144Hz (IPS)
BetriebssystemMIUI - Android 12
Akkukapazität5080 mAh
Speicher erweiterbar Nein
Hauptkamera64 MP + 8MP (dual) + 2MP (triple)
Frontkamera16 MP
USB-AnschlussUSB-C
KopfhöreranschlussJa
EntsperrungFingerabdruck, Face-ID
LTEJa - 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 20, 28
NFCJa
SIMDual - nano
Gewicht200 g
Maße164 x 74,5 x 8,9 mm
Antutu830900
Benachrichtigungs-LEDNein
Hersteller
Getestet am25.07.2022

Smartphone mit Prozessoren von Mediatek sind leider rar gesät. Realme hat mit dem GT Neo 3 ein erstklassiges Gerät auf dem Markt, aber die Preis-Leistung des China-Handys konnte uns nicht überzeugen. Im Xiaomi Universum sind Poco und Redmi mittlerweile für Geräte mit exzellenter Preis-Leistung verantwortlich und einen echten Preisbrecher hatten wir mit dem Poco X4 GT nun gute 2 Wochen im Praxistest. Das Gerät kommt mit dem Dimensity 8100 als Herzstück, mindestens 8GB RAM, einem 144Hz schnellen IPS Display und 5080 mAh Akku samt 67 Watt Ladegeschwindigkeit auf den Markt. Damit bekommt ihr eine günstigere, aber ebenso leistungsstarke Alternative zum Poco F4 5G geboten. Im ausführlichen Testbericht erfahrt ihr alles, was ihr vor dem Kauf wissen solltet.

Poco X4 GT Hand Rueckseite Spiegelungen 1

Design und Verarbeitung

Das Poco X4 GT misst 164 x 74,5 x 8,9 Millimeter und bringt knapp 200 Gramm auf die Waage. An Farben stehen Schwarz, Silber und Hellblau zur Auswahl, wobei die Rückseite und der Rahmen entsprechende eingefärbt sind. Die Rückseite ist in allen Farbvarianten matt lackiert und besteht ebenso wie der Rahmen aus Kunststoff. Damit ist das X4 GT ein waschechter Plastikbomber. Die Stabilität und die Verarbeitung sind davon aber kaum negativ beeinflusst. Die beiden abgehobenen Kameralinsen im Modul auf der Rückseite stehen mit 3mm deutlich aus der Rückseite hervor und sorgen auch mit Schutzhülle für ein kippeln auf flachen Oberflächen. Im Licht beginnt die Rückseite golden zu glänzen und der Effekt gefällt mir ziemlich gut. Sämtliche Übergänge am Poco X4 GT sind sauber umgesetzt und nicht knarzt oder wackeln bei der Nutzung. Die notwendige Beschriftung (CE, Mülltonne, Firma, etc.) ist dezent untergebracht, ebenso wie das POCO Logo mit 5G Attribut. Im Kameramodul steht lediglich “64MP”, was ich als positiv empfinde. Das Design auf der Vorderseite wird durch eine mittig platzierte Punch-Hole-Notch bestimmt.

Starten wir unseren Rundgang um das Smartphone rechts außen am X4 GT. Dort befindet sich die Lautstärkewippe (ebenfalls aus Kunststoff) und darunter der Power-Button mit integrierten Fingerabdrucksensor. Der Sensor entsperrt das Handy blitzschnell und ohne Fehlerkennung zuverlässig aus dem Stand-by. Ob das direkt beim Auflegen des Fingers oder nur beim Drücken passieren soll, könnt ihr selbst festlegen. Zur Unterstützung könnt ihr auch noch die Gesichtserkennung hinzuschalten, wobei das hier eigentlich nicht notwendig ist.  Die linke Seite des Rahmens ist komplett sauber. Unten befindet sich das der SIM-Karteneinschub (2 x Nano), der USB-C-Anschluss (2.0), das Hauptmikrofon und ein Lautsprecherausgang. Der Stereo-Sound des Poco X4 GT wird durch eine zusätzliche Öffnung an der Oberseite erzeugt. Dort sind auch der gute alte 3,5mm Kopfhöreranschluss, ein Infrarot-Sender und ein zusätzliches Mikrofon zu finden. Einziger Kritikpunkt an dieser Stelle ist die fehlende Speichererweiterung über eine Mikro-SD-Karte.

Wer ein perfekt verarbeitetes Kunststoff-Smartphone sucht, ist beim Poco X4 GT an der richtigen Adresse. Die matte Rückseite schützt vor Kratzern und die blaue Version hat coole Spiegelungen zu bieten. Klares Highlight am Gerät ist der 3,5mm Kopfhöreranschluss, den es in diesem Preisbereich kaum noch auf dem Markt gibt. Eine Benachrichtigungs-LED gibt es leider nicht und ihr müsst aufgrund der Displaytechnik auch auf ein Always-On-Display verzichten.

Lieferumfang des Poco X4 GT

Poco X4 GT Lieferumfang

Poco liefert im Paket alles mit, was für eine Nutzung des Smartphones auch notwendig ist. Dabei sind der 67W starke Ladeadapter und ein USB-A auf USB-C Kabel. Auch eine Silikonschutzhülle ist mit im Paket und eine Displayschutzfolie bereits auf dem Display aufgebracht. Hier gibt es nichts zu beanstanden und die Hülle hat wie mittlerweile üblich einen Stöpsel für den USB-C-Anschluss integriert. Ich bin mittlerweile tatsächlich ein großer Fan von diesem Stöpsel, da er zuverlässig Schmutz aus dem Anschluss heraushält. Klarer Nachteil ist, dass man immer etwas herumfuchteln muss, um das Kabel anzuschließen.

Display des Poco X4 GT

Die Smartphones heutzutage sind bei den Kernkomponenten fast schon langweilig identisch. Da hat sich Poco eine schöne Alternative einfallen lassen und verbaut im X4 GT einfach mal wieder ein LCD-Panel. Das Display misst 6,6 Zoll in der Diagonalen und löst mit 2460 x 1080 Pixel auf. Daraus resultieren gestochen scharfe 407 Pixel pro Zoll. Das Verhältnis von 20,5:9 ist etwas ungewöhnlich, aber in der Praxis auch nicht spürbar. Mit 144Hz setzt Poco bei der Bildwiederholungsfrequenz auf einen sehr hohen Wert und bietet auch eine dynamische Anpassung der Bildwiederholungsfrequenz an. Die sinkt im Automatikmodus immerhin auf 50Hz, wenn man nichts auf dem Display macht. In der Nutzung ist man ansonsten immer auf 120Hz und bei manchen Apps (z.B. YouTube) geht es dann auf 60Hz runter. Wirklich dynamisch ist das ganze also nicht, aber die Option für 90Hz ist definitiv positiv und bringt ein gutes Verhältnis zwischen flüssiger Darstellung und guter Akkulaufzeit. Dass ich allerdings einen Unterschied zwischen 120 und 144Hz wahrnehmen würde, wäre eine Lüge.

Poco X4 GT Display Test

Display Helligkeit (in Lux) Einheit: Lux

Farbeinstellungen Poco X4 GTDie Helligkeit ist für ein IPS-Display gut, aber mehr als die Hälfte eines AMOLED sind nicht möglich. Mit 500 Lux im Standard und immerhin 630 Lux mit automatischer Helligkeit handelt es sich um ein hochwertiges LCD-Panel. Dennoch sind bei weißen Hintergründe schattige Stellen an den Rändern und insbesondere um die Notch herum sichtbar. Die Lesbarkeit im Freien war auch an den vergangenen Sonnentagen eigentlich kein großes Thema für mich. Nur weil der Wert der Helligkeit bei AMOLED-Technik doppelt so hoch ist, ist nicht die Lesbarkeit doppelt so gut. Man erkennt auch an hellen Tagen sämtliche Inhalte auf dem Display des Poco X4 GT ohne Probleme, solange die Sonne nicht direkt auf das Display einprasselt. Eine zusätzliche Option für DC-Dimming bietet das Poco nicht, aber PWM geplagte Nutzer sollten aufgrund der Displaytechnik keine Probleme haben. Das Display unterstützt sogar HDR10+ und Dolby Vision, was bei dieser Helligkeit aber nicht weiter relevant ist. Mit Widevine L1 Zertifizierung lassen sich sämtliche Streaming Anbieter in HD-Qualität nutzen. Die Farbdarstellung des Displays kann umfangreich konfiguriert werden, aber die Darstellung von Schwarz ist im Vergleich zu einem AMOLED Display nicht drin.

Poco X4 GT Display und Raender 1

Hervorragend und schnell funktioniert der 10-Punkt Touchscreen des Poco X4 GT. Der erreicht laut Hersteller eine Abtastrate von 270Hz, wenn man die Bildwiederholungsrate auf 90Hz oder darunter stellt. Geschützt vor Kratzern wird das Display durch eine bereits aufgebrachte Displayschutzfolie und kratzresistentem Gorillas Glas 5. Ein nicht zu vernachlässigender Vorteil eines LCD-Displays sind die Preise für Ersatzteile. Während ein AMOLED für ein Mittelklasse-Gerät um die 100€ kostet, zahlt man für ein LC-Display nicht mal die Hälfte. Zusammenfassend bekommt man mit dem Poco X4 GT ein ausreichend helles, super flüssiges und konfigurierbares Display geboten. Der Nutzen der 144Hz Option ist ebenso wie die 7-stufiges DynamicSwitch und die HDR10+ Zertifizierung fragwürdig. Klare Kritikpunkt sind die schattigen Bereiche bei weißem Hintergrund, die allerdings bei jedem LC-Display zutage treten.

Leistung und System

Der Dimensity 8100 bietet richtig viel Leistung zu einem fairen Preis. Zumindest im Poco X4 GT, denn Realme entschied sich beim GT Neo 3 für einen Mondpreis. Der Dimensity 8100 wird im modernen 5 Nanometer Verfahren gefertigt und setzt auf folgende Kerne:

  • 4x ARM Cortex A78 @2,85GHz
  • 4x ARM Cortex A55 @2,00GHz

Für grafisch anspruchsvolle Aufgaben ist eine Mali G610 MC6 GPU integriert, die gegenüber High-End Qualcomm Chips definitiv den Kürzeren zieht. Poco meint es ernst mit der Leistung des X4 GT und so kommen mindestens 8GB LPDDR5 RAM zum Einsatz. Auch beim Speicher setzt man auf modernen UFS 3.1, der mit einer Lese/Schreibgeschwindigkeit von 1829/1218 MB/s voll überzeugen kann. In der Praxis bedeutet diese Hardware keinen Unterschied zu einem Flagship Smartphone bei der Geschwindigkeit. Das Poco navigiert pfeilschnell durchs System, installiert Apps nach einem Augenzwinkern und wird auch bei anspruchsvolleren Aufgaben nicht ausgebremst. Wenn viel Leistung zum günstigen Preis bei euch Priorität hat, dann führt aktuell kaum ein Weg am Poco X4 GT vorbei. Das, was wir uns eigentlich schon vom Poco X4 Pro gewünscht hatten, liefert dieses Jahr die GT-Version und ist damit der Nachfolger des Poco X3 Pro. Im Unterschied zu den vielen Redmi-Smartphones bekommt man mit dem X4 GT brachiale Leistung unter 300€ geboten.

Antutu
Geekbench Single
Geekbench Multi
3D Mark (Wildlife)

Hitze und Stabilität

Qualcomm quält uns Nutzer insbesondere in den Sommermonaten mit Handwärmer-Smartphones. Mediatek scheint hingegen die bessere Fertigung bei TSMC zu genießen und das macht den hier verbauten Dimensity 8100 für lange Spiele-Sessions einfach viel interessanter. Dadurch, dass die Höchstleistung lange Zeit aufrechterhalten bleibt, schlägt das Poco X4 GT einen Snapdragon 8 Gen 1 nach etwa 10 Minuten unter Last auch in den Benchmarks. Das X4 GT bleibt dabei aber auch nicht kalt, sondern wir messen an wärmsten Stelle 42°C. Das ist spürbar, jedoch kein Beinbruch. Sowohl im CPU-Throttle Test als auch im 3D-Mark Wildlife Stresstest liefert das Smartphone hervorragende Ergebnisse.

Poco-Launcher mit MIUI 13

Das sogenannte “MIUI for Poco” basiert auf Android 12 und ihr dürft mit 2 weiteren Android Versionen und drei weiteren MIUI-Versionen rechnen. Mit direkten Updateversprechen hält sich Poco wie auch Xiaomi bislang noch zurück. Das System hat im Gegensatz zu normalen MIUI einen Zwang zum App-Drawer (Übersichtsseite mit allen Apps) und ist optisch leicht angepasst. Wie üblich kann man aber auch einfach den Launcher wechseln. Die Werbung im System entfernt ihr mit unserer aktuellen Anleitung in etwa 10 Minuten. Viel Bloatware lässt sich einfach so deinstallieren, wer noch mehr System-Apps beseitigen will, kann das mit dieser Anleitung erledigen.

Xiaomis Gamecenter ist natürlich mit dabei!

Die Systemgeschwindigkeit beim Poco X4 GT wird durch zusätzliche Apps ohnehin nicht belastet und Leistungsreserven gibt es genügend. Über Bugs oder Abstürze kann ich nicht klagen und gerade ist der aktuellste Sicherheitspatch eingetroffen.

Kamera des Poco X4 GT

Poco X4 GT Kamera TestDie Kamera hat beim Poco X4 GT ebenso wie beim F4 GT keinen hohen Stellenwert. Das sieht man schon mit einem Blick auf das Datenblatt, denn die Sensoren sind nicht die Besten und auch einen OIS für die Hauptkamera hält man hier nicht für notwendig.

  • Hauptkamera: 64MP, Samsung GW1, f/1.9
  • Ultraweitwinkelkamera: 8MP, Samsung S5K4H7, 120°, f/2.2
  • Makrokamera: 2MP, OmniVision OV02B10, 4cm, f/2.4
  • Frontkamera: 16MP, OmniVision OV16A1, f/2.45

Also auch die 64MP Hauptkamera wird im Gegensatz zum F4 GT nochmals heruntergestuft auf einen älteren Samsung GW1 Mittelklasse-Sensor. Aber das ist nur das Datenblatt, schauen wir lieber auf die Praxis.

Tageslichtaufnahmen

Die Hauptkamera des X4 GT produziert bei guten Lichtverhältnissen scharfe und detailreiche Aufnahmen. Die Farben wirken kräftig, aber Xiaomi übertreibt es hier nicht mit der Software. Dafür könnt ihr extra den AI-Modus aktivieren, wenn euch übertriebene Farben lieber sind. Die Dynamik in den Aufnahmen ist ordentlich und für die Preisklasse angemessen. Soweit haben wir also eine wirklich gute Schönwetterkamera im Freien. Sobald weniger Licht zur Verfügung steht, wird insbesondere die Schärfe in Mitleidenschaft gezogen und auch der Kontrast in den Aufnahmen nimmt ab.

Die Ultraweitwinkelkamera stammt hier ebenfalls von Samsung und macht genau wie die Hauptkamera ordentliche Bilder an hellen Tagen. Dennoch ist die dynamische Reichweite deutlich geringer und die Unschärfe an den Rändern störend. Immerhin passt die Farbgebung noch und sorgt für brauchbare Bilder. Für den ein oder anderen Schnappschuss ist die Kamera definitiv zu gebrauchen. In Innenräumen oder bei Nacht kann sie aber nicht mehr genutzt werden.

Die Selfie-Kamera hat sichtbare Probleme mit der Schärfe und auch die Farbdarstellung ist eigenartig. Hier stimmt irgendwas mit der Software nicht und man sollte nicht viel von der Frontkamera des X4 GT erwarten. Auch Portraitaufnahmen sind mit der Hauptkamera möglich und die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Nachtaufnahmen

Die Nachtaufnahmen mit der Hauptkamera entsprechen letztendlich den meisten Konkurrenten des Poco X4 Pro. Das ist etwas verwunderlich, da der Sensor doch recht alt ist. Dennoch holt Xiaomi mit seinem Nachtmodus viel aus den Aufnahmen raus und die aufgehellten Bilder wirken kaum künstlich. Besonders Aufnahmen mit vielen dunklen Stellen und die Schärfe im Allgemeinen profitiert vom Nachtmodus. Alle anderen Kameras des X4 GT kann man bei Nacht hingegen getrost vergessen.

Videoaufnahmen

Immerhin hat das Poco X4 GT überhaupt die Möglichkeit in 4K mit 30 FPS Videos aufzuzeichnen. Leider verzichtet Poco gerade bei dieser Auflösung auf eine Stabilisierung und macht die Aufnahmen in Bewegung und ohne ruhige Hand damit unbrauchbar. Die Qualität kann hingegen überzeugen und auch der Sound ist Xiaomi typisch ziemlich gut. Auch der Fokus funktioniert bei Aufnahmen astrein. Die Selfie-Kamera kann maximal 1080p / 30 FPS aufzeichnen und das Ergebnis sieht besser aus, als die Selfies von oben.

Zusammenfassung: Kamera des Poco X4 GT

Das Kamerasetup des Poco X4 GT hat abgesehen von der ordentlichen Hauptkamera klare Schwächen. Videos werden bei 4K nicht stabilisiert, was in diesem Preisbereich einfach zum Standard gehört. Die Selfie-Kamera hat ebenfalls Probleme bei der Farbdarstellung und Schärfe. Der Makro-Sensor ist gewohnt unbrauchbar und damit bleibt nur die Fotografie mit der Hauptkamera bei Tag und Nacht übrig. Immerhin liefert Poco in dieser Kerndisziplin der Preisklasse entsprechende Ergebnisse. Zusätzlich kann bei guten Lichtverhältnissen auch mal die UWW-Kamera zum Einsatz kommen.

Konnektivität und Kommunikation

Poco X4 GT Sim Netz EmpfangDas Poco X4 GT funkt auf sämtlichen hierzulande notwendigen 2G, 3G, 4G (LTE) und 5G Frequenzen. Dabei war der Empfang stets stabil und auch stark.

  • 4G (LTE): B1/2/3/4/5/7/8/20/28/38/40/41
  • 5G: N1/3/5/7/8/20/28/38/40/41/77/78

Die Gesprächsqualität ist exzellent und kann mittels VoLTE und VoWiFi noch weiter gesteigert werden. Der Näherungssensor funktionierte im Test ohne jede Auffälligkeit und dunkelte das Display bei jedem Telefonat zuverlässig ab. Der SAR Wert liegt bei 0,6 W/kg für Körper und 1 W/kg für Kopf.

Mit dem Mediatek Dimensity 8100 Prozessor bekommt man hier modernste Standards wie etwa Bluetooth 5.3. Der Nutzen ist durchaus fraglich, aber in der Praxis funktionierte selbst die Verbindung zu meinem zickigen Seat Mii Electric (VW-Freisprecheinrichtung) konstant und perfekt. Mit LHDC und aptX werden auch hochauflösende Codecs unterstützt. Auch beim WLAN kann das Poco X4 GT mit WiFi 6 Unterstützung voll punkten. Direkt neben dem Router kommen 800/50 MBit/s aus meiner Gigabit-Leistung. Und 10 Meter und 2 Wände später sind immer noch 500/50Mbit/s drin. Die Standortbestimmung klappt in der Praxis sowohl im Auto als auch als Fußgänger ohne Probleme. In den bekannten Testapps sieht es zwar gut aus, aber nicht überdurchschnittlich. Neben den drei Standardsensoren (Beschleunigungs-, Näherungs- und Helligkeitssensor) ist auch noch ein Gyroskop, Kompass und der beliebte Infrarot-Sender verbaut. NFC zum Bezahlen fehlt selbstverständlich auch nicht und über OTG lassen sich USB-Geräte mit dem Poco X4 GT koppeln.

Dolby Atmos Poco X4 GTDer Stereo-Sound wird Xiaomi-typisch über zwei Öffnungen an der Ober- und Unterseite realisiert. Das Ergebnis kann sich im Preisbereich definitiv hören lassen und wird lediglich von den besten Flagships da draußen geschlagen. Die Lautstärke ist hoch, der Sound ausgewogen und selbst Bässe werden rudimentär vermittelt. Der Stereo-Effekt ist ebenso gut umgesetzt und beide Öffnungen erreichen die gleiche Lautstärke. Obendrein kann man mit Dolby-Atmos den Sound auch noch individuell anpassen.

Über den 3,5mm Kopfhöreranschluss könnt ihr Hi-Fi Sound erwarten und auch FM-Radio-Fans kommen mit der vorinstallierten UKW-Radio-App auf ihre Kosten. Der 3,5mm Kopfhöreranschluss könnte für einige Interessenten ein Highlight sein. Im Gesamten brilliert das Poco X4 GT in dieser Kategorie wie kaum ein anderes Smartphone. Spitzenmäßiger Empfang quer durch alle Kategorien und ein “veralteter” 3,5mm Kopfhöreranschluss machen das X4 GT zu einem echten Empfangswunder. Die aktuellsten Standards sieht man in dieser Preisklasse auch nicht immer. Dual-GPS und Netzfrequenzen für die Nutzung in Asien und Amerika hätten das Smartphone dann perfekt gemacht.

Akkulaufzeit des Poco X4 GT

Auch wenn das Poco X4 GT eine Performance wie das ein oder andere Flagship liefert, geht das kaum auf Kosten der Akkulaufzeit. Positiv ist auch, dass man das LCD einfach auf 90Hz stellen kann und damit weiterhin ein flüssiges System und eine astreine Akkulaufzeit erhält. Im Benchmark sieht man die Unterschiede je nach Bildwiederholungsfrequenz eindeutig, wobei die Automatik dauerhaft bei 120Hz verbleibt und so immer noch 12 Stunden am Stück durchhält.

In der Praxis kam ich ohne Gaming problemlos auf 8-9 Stunden DOT (Zeit mit eingeschaltetem Display) über 2 Tage hinweg. Am Ende des zweiten Tages waren immer noch 10-20% Rest im Akku. Das ist ein hervorragendes Ergebnis und bei 200 Lux Helligkeit verbraucht eine Stunde YouTube Streaming nur 5% Akkukapazität. Auch der Stand-By-Verbrauch ist mit 2-3% über Nacht einfach fantastisch.

Akkulaufzeit Einheit: Std

Mit Xiaomis hauseigenem Ladestandard und dem mitgelieferten 67W Ladeadapter geht es rasant von 1 auf 99% in nur 44 Minuten. Damit hat man auch in knapp 20 Minuten wieder genug Kapazität für einen Tag intensive Nutzung.

Ladegeschwindigkeit Einheit: Minuten

Letztendlich liefert das Poco X4 GT sogar eine bessere Akkulaufzeit als das Poco X4 Pro, wobei man hier deutlich mehr Leistung mit dem Dimensity 8100 hat und in der Theorie ein LCD-Panel, das mehr Strom verbraucht. Die Akkulaufzeit des X4 GT ist exzellent, kann mittels Bildwiederholungsfrequenz gut verlängert werden und das Smartphone ist auch blitzschnell wieder aufgeladen.

Testergebnis

Getestet von
Jonas Andre

Das Fazit zum Poco X4 GT Test ist angenehm einfach. Einen Tod muss man beim Handykauf eigentlich immer sterben und hier ist das definitiv die Kamera. Die Fotos sind bei Tag zwar gut, aber bei Nacht nimmt die Qualität ab. Zudem gibt es keine stabilisierten 4K-Aufnahmen. Das IPS-Display erreicht zwar nur die Hälfte der Helligkeit von modernen AMOLED Displays, aber in der Praxis hat mich das in den letzten Sommerwochen kaum gestört. Die typischen LCD-Schwächen mit Schatten an den Rändern bei weißen Displayinhalten kann man hingegen nicht wegdiskutieren. Die Hauptkamera liefert für einen Preisbereich unter 300€ ordentliche Aufnahmen, aber vielmehr solltet ihr von den gesamten Kameras am Poco X4 GT nicht erwarten. Was dann übrig bleibt, sind überdurchschnittliche Ergebnisse in allen anderen Bereichen. Die beste Performance unter 300€, exzellenter Empfang mit modernsten Standards und eine bärenstarke Akkulaufzeit. Das X4 GT ist außerdem spitzenmäßig verarbeitet, aber mit dem vielen Kunststoff muss man klarkommen. Immerhin ist die Rückseite matt und damit weitestgehend unempfindlich gegenüber Kratzern.

Die Preise sind aktuell recht hoch angesetzt und unter 300€ muss das X4 GT definitiv fallen. Der härteste Konkurrent ist dann das Poco F4 5G, das letztendlich ein besseres Gesamtpaket liefert. Ein Realme 9 Pro+ oder OnePlus Nord 2 sind ebenfalls brauchbare Alternativen, wenn ihr nach einer richtig guten Kamera sucht.


Gesamtwertung
88%
Design und Verarbeitung
90 %
Display
80 %
Leistung und System
100 %
Kamera
70 %
Konnektivität
95 %
Akku
90 %

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Wibbel
Gast
Wibbel (@guest_89560)
14 Tage her

Vielen Dank für den Test, auf den ich wirklich schön gewartet habe. Vieles macht Xiaomi mit diesem Modell richtig. Und ja, eine Tod muss man eigentlich immer sterben, insb. in diesem Preisbereich. Ist die Kamera denn wirklich so ein spürbarer downgrade zum F4?
Das Xiaomi nicht wenigstens Eis freigibt was die HWbkann…
Ich halte das Modell mal als heißen Kandidaten für eine Neuanschaffung im Kopf,und hoffe auf einen g Cam Mod…

Danke für diesen differenzierten Test

Joschbo
Autor
Team
Joscha (@joschbo)
13 Tage her
Antwort an  Wibbel

Hallo Wibbel, die Kamera vom Poco X4 GT ist wirklich nicht schlecht. An deiner Stelle würde ich mir die Testfotos mal an einem großen Bildschirm anschauen und dann überlegen, ob dir gefällt, was du siehst. Das Poco F4 hat bei der Kamera einfach noch ein bisschen mehr drauf. Es ist aber kein gigantischer Unterschied. Ansonsten sollten Gcam Mods zumindest funktionieren. Meine Erfahrung ist halt, dass diese auf Mediatek-Prozessoren meistens nicht ganz so gute Resultate erzielen. Lg

Wibbel
Gast
Wibbel (@guest_89598)
12 Tage her
Antwort an  Joscha

Vielen Dank für die Rückmeldung bzw. deine Meinung.

Lg

Daniel D.
Gast
Daniel D. (@guest_89554)
14 Tage her

Wenn man das Display unter erweiterte Einstellungen Manuell einrichtet Sättigung sehr hoch macht und Kontrast Gamma niedrig auf P3 bekommt man so kräftige Farben das man sogar an Amoled rankommt keine Ahnung wie das möglich ist Filme und Spiele gerade Genshin FPS 49 stable auf höchste Einstellungen sieht richtig genial aus definitiv top 5 der besten Genshin Impact Handys. Für den Preis gibt’s nicht besseres gute Arbeit!

Shorty
Gast
Shorty (@guest_89553)
14 Tage her

Gutes Gesamtpaket zum vernünftigen Preis (im Gegensatz zu Realme). Mal sehen wann Realme hier endlich die Preise senkt, Druck ist ja jetzt da.

Nomadd
Gast
Nomadd (@guest_89557)
14 Tage her
Antwort an  Shorty

Welches Gerät von Realme findest du denn überteuert ?
Das Poco x4 gt hat nur ein IPS Display und kein aod.
das plastikgehäuse macht es auch net besser.
Also für 300 Euru würde ich lieber ein nord2 oder realme 9 plus kaufen.
Selbst das Redmi note 11s würde ich lieber kaufen da man dort was für ein Geld bekommt.
Poco F4 ist sicherlich auch die bessere alternative.

Auweia
Gast
Auweia (@guest_89706)
7 Tage her
Antwort an  Nomadd

Das GT Neo 3 mit dem selben Prozessor ist in Europa doppelt so teuer als in China. Denke mal das ist gemeint.

Nomadd
Gast
Nomadd (@guest_89710)
7 Tage her
Antwort an  Auweia

prozessor ist nicht alles.

Guenther_Schmittke
Gast
Günther (@guest_89551)
14 Tage her

Smartphones mit Mediatek sind rar? What? Die gibt’s wie Sand am Meer. Und… Wer möchte diesen Prozessor nutzen? Custom Roms sind nicht möglich, also nach 2 Jahren keine Updates mehr und das Ding kann in den Müll.

Alexander K. aus W.
Gast
Alexander K. aus W. (@guest_89550)
14 Tage her

Wow, der Antutu-Score ist mal ne Ansage. Eigentlich hab ich mich auf das F4 eingeschossen für meine Freundin, allerdings ist das hier wohl das passendere Handy für sie. Sie macht kaum Fotos, hat immer eine Hülle um das Handy und das Display ist ihr auch nicht besonders wichtig. Wenn es sich unter 250 Euro bewegt, ist es eine starke Überlegung wert.

Daniel D.
Gast
Daniel D. (@guest_89555)
14 Tage her

Gibt es aktuell bei der Hauptseite für 265 schau mal bei mydealz.de

ZweiPi
Gast
ZweiPi (@guest_89548)
14 Tage her

ich habe das X4 GT am Releasetag bestellt. Die mitgelieferte Hülle finde ich laprig, sie sitzt nicht fest an den langen Seiten. Der Schutz am Ladeport ist sehr fummelig. Widgets auf der Frontseite laden je nach Lust und Laune beim Neustart, oft gar nicht. Das Zeichen für Ohrhöhrer verschwindet nicht beim Rausziehen. Fotos im Halbdunkel waren im Gegensatz zum Mi 9T pro sehr schwach. Die Gesprächsqualität ist eher blechern. Dafür ist der Sound bei Wiedergabe ganz gut durch Stereosound. Fingersensor und gesichtserkennung funktionieren sehr gut bei mir. Geschwindigkeit und Akkulaufzeit waren meine Kriterien. Kamera war mir zweitrangig. Kunststoff ist mir… Weiterlesen »

Rene_Iseli
Gast
Rene (@guest_89583)
13 Tage her
Antwort an  ZweiPi

Das mit den Widget ist ein Bug von der Software das hatt mein Poco F2 Pro seit Mui 13 Update auch!

Cookie
Gast
Cookie (@guest_89545)
14 Tage her

Ich verstehe die negative Bezeichnung Plastikbomber. Wieviele packen ihr Cellphone in einen Bumper oder anderen Hülle, 70-80%? Was soll ich dann mit einer Glas- oder Metallrückseite? Falls das Cell ungeschützt runterfällt, Glas zerbrochen, Metall verbogen und oder verbeult. In meinen Augen 3 : 0 für Plastik.

deo
Gast
deo (@guest_89543)
14 Tage her

Danke für den Test.
Das X4 GT sehe ich als Nachfolger und Upgrade des X3 Pro und nicht des X4 Pro.
Das Fehlen der Benachrichtigung LED ist allerdings bitter bei einem Telefon mit IPS-Display.
Ansonsten sind die Steigerungen gegenüber des X3 Pro deutlich, wobei das schon ein hohes Niveau vorgibt.
Die Gesamtwertung des X3 Pro erreicht es aber nicht, wie so viele Neuvorstellungen des 2022er Jahrgangs.

Stephan
Gast
Stephan (@guest_88653)
1 Monat her

Ich denke dass es für den Early Bird Preis von der P/L ziemlich gut ist. Was sagt ihr dazu?

Medmedoc
Mitglied
Mitglied
Medmedoc (@medmedoc)
1 Monat her

Und wo ist der Preiswecker…?

Der_Baliner
Gast
Der_Baliner (@guest_88534)
1 Monat her

Laut Gizmochina, soll es sich um ein rebranded Redmi Note 11T Pro handeln, dass mit einem Samsung ISOCELL GW1 daherkommt.

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