Das Umidigi Z2 Pro ist nun schon einige Zeit auf dem Markt – warum also jetzt erst der Testbericht? Nun, lange Zeit war das Smartphone de facto nicht benutzbar, da die Software fehlerhaft und unfertig war. Derzeit versucht Umidigi, aus dem Z2 Pro mittels OTA-Updates ein brauchbares Smartphone zu machen. Inwiefern das bisher gelungen ist und wie viel sich seit meiner letzten Bestandsaufnahme geändert hat, klären wir im ausführlichen Testbericht.

Design & Lieferumfang

Die Vorderseite

Beginnen wir die imaginäre Wanderung rund um das Umidigi Z2 Pro herum einfach mal auf der Vorderseite. Dort befindet sich ein sehr großes Display mit 6,2 Zoll, das oben von einer breiten Notch unterbrochen wird. Die Notch misst 33 Millimeter in der Breite, was in etwa den Abmessungen der des iPhone X entspricht. Im Gegensatz zu diesem hat das Umidigi Z2 Pro unter dem Display aber ein sogenanntes Kinn, das mit sechs Millimetern aber angenehm dünn ausfällt. Das gesamte Gerät misst 153,4 x 74,4 x 8,3 Millimeter und wiegt 165 Gramm.

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Die Notch des Umidigi Z2 Pro ist eindeutig breiter als der Türsteher.

Innerhalb der präsenten Einkerbung im Display befindet sich eine sehr, sehr kleine Hörmuschel. Das ist mir tatsächlich sogar im Praxis-Einsatz negativ aufgefallen, da ich das Handy manchmal ein wenig hin- und herbewegen musste, damit ich bei einem Telefonat die Hörmuschel auch an meinem Ohr hatte und etwas hören konnte. Rechts daneben befinden sich zwei Kamera-Linsen, wobei nur die erste überhaupt funktioniert. Die zweite Linse ist eine Attrappe. Links von der Hörmuschel ist ganz viel freier Platz. Hätte Umidigi den freien Platz weg gelassen und die zweite, unnötige da nicht funktionierende Front-Kamera nicht verbaut, hätte man die Notch deutlich kompakter bauen können.

Die Rückseite

Weiter geht es auf der Rückseite. Während die Front immer schwarz ist, ist die Farbe der Rückseite je nach bestellter Version unterschiedlich. So gibt es eine „Luxury Ceramic Edition“, deren Rückseite komplett schwarz und aus Keramik ist. Außerdem gibt es die Farben „Carbon Fiber“ (ebenfalls schwarz, aber eben in Carbon-Optik) und „Twilight“ (ein Farbverlauf mit verschiedenen Grün-, Blau- und Lila-Tönen). Mein Testgerät ist in der Farbe „Twilight“, die mir persönlich ausgesprochen gut gefällt. Sie sieht edel, aber nicht so 08/15 wie normales schwarz oder weiß aus. Außerdem spiegeln die Farben im Sonnenlicht ziemlich ansprechend.

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Die Farbe „Twilight“ sieht wirklich verdammt cool aus!

Ebenfalls auf der Rückseite befindet sich eine Dual-Kamera, zu der ich später noch ein paar Worte verlieren werde. Die beiden Linsen sind mittig und vertikal angeordnet, was mir persönlich ziemlich gut gefällt. Mittlerweile ist Umidigi dazu übergegangen, die Kameras auf der linken Seite und im „iPhone-Style“ anzuordnen. Unter den beiden Kameras befindet sich ein nicht funktionierender Fingerabdrucksensor, auch dazu später mehr. Links neben den Linsen sitzt ein Dual-Tone Blitz.

Weiter unten befindet sich das Umidigi-Logo, ein Entsorgungshinweis und das CE-Zeichen. Die Rückseite ist an den Seiten angenehm abgerundet und geht perfekt in den Metallrahmen über. Trotz des enorm großen Displays liegt das Umidigi Z2 Pro deswegen ausgezeichnet in der Hand.

Der Metallrahmen

Der Rahmen besteht – wie schon gesagt – aus Metall. Oben und unten wird er von sehr dezenten Antennenstreifen unterbrochen, die sich nicht auf der Rückseite fortführen. Vielleicht waren die kleinen Antennenstreifen dennoch eine blöde Idee – aber dazu mehr unter der Überschrift „Konnektivität“.

Auf der linken Gehäuseseite befinden sich keinerlei Knöpfe, sondern nur der Sim-Karten-Slot. Dieser muss mittels Sim-Pin aus dem Gehäuse geholt werden. Auf der Oberseite befindet sich ein Mikrofon, auf der Unterseite ein Lautsprecher und ein weiteres Mikrofon. Dieses befinden sich unter Gittern, die symmetrisch zum Gehäuse und zum dazwischen liegenden USB-C-Port angeordnet sind.

Auf der rechten Gehäuseseite befinden sich der Ein-/Aus-Schalter und die Lautstärkewippe. Beide Knöpfe haben einen wirklich ausgezeichneten Druckpunkt. Was am kompletten Gehäuse leider nirgendwo zu finden ist, sind eine Benachrichtiguns-LED und ein 3,5mm-Klinkenanschluss.

Meine Einschätzung zur Optik und Haptik

Ich bin wirklich niemand, der leichtfertig in Jubelstürme ausartet, aber das Umidigi Z2 Pro ist eines der schönsten Smartphones, das ich je in den Händen gehalten habe. Die Materialauswahl ist ausgezeichnet – das Handy fühlt sich hochwertig an, ist aber nicht zu schwer. Fingerabdrücke sind zwar sichtbar, aber verglichen mit anderen Smartphones nicht besonders stark. Das Handy liegt super gut in der Hand und ist auch ohne Schutzhülle sehr robust.

DSC4755Die Twilight-Rückseite ist zwar von Huawei abgekupfert, aber dennoch gegenüber einer schwarzen oder weißen Rückseite ziemlich einzigartig. Die Front wird fast komplett vom Display eingenommen, das Kinn ist angenehm schmal. Nur die sehr große Notch ist ein wenig störend, vor allem da sie auch deutlich kleiner hätte gebaut werden können.
Die Kamera-Anordnung auf der Rückseite ist nicht 08/15 sondern ausnahmsweise mal nicht im iPhone-Style gehalten. Die Elemente um die Linsen herum und der Fingerabdrucksensor sind in schwarz gehalten und sehen dadurch sehr hochwertig aus.

Ganz ehrlich: Die Optik und Haptik des Umidigi Z2 Pro bewegen sich auf absolutem High-End-Niveau. Hier können sich einige andere Hersteller – ja, sogar Xiaomi – teilweise eine dicke Scheibe von abschneiden!

Der Lieferumfang

Abgesehen von dem Umidigi Z2 Pro finden sich in der typischen schwarzen Umidigi-Packung noch ein paar Zubehör-Teile. So ist auf dem Handy bereits eine Schutzfolie vorinstalliert. Außerdem befindet sich in der Packung eine Hülle, die mit Kunstleder überzogen ist.

Ob die Hülle nun schön ist oder nicht? Keine Ahnung, meine Meinung dazu ändert sich von Tag zu Tag. Manchmal fühlt sie sich gut an, manchmal irgendwie nicht. Da ich persönlich aber sowieso keine Hüllen verwende, ist mir das relativ egal.

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Ebenfalls mit dabei ist ein schwarz glänzendes Fast-Charging Netzteil und ein rotes USB-A auf USB-C Kabel. Da am Gerät kein Klinkenanschluss verbaut ist, legt Umidigi einen weißen Adapter von USB-C auf 3,5mm-Klinke dazu. Schade, dass der Adapter nicht auch in dem stylischen Rot des Ladekabels gehalten ist.

Außerdem mit von der Partie ist eine Bedienungsanleitung in englischer Sprache, ein Sim-Pin und insofern man die „Ceramic Edition“ bestellt auch ein QI-Ladegerät für drahtloses Aufladen mittels Induktion.

Display

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Das Display ist leider nicht besonders hell.

Umidigi verbaut im Z2 Pro ein 6,2 Zoll großes Display mit einer Auflösung von 2246×1080 Pixeln („Full HD +“). Daraus resultiert eine Pixeldichte von 403 Pixeln pro Zoll. Es handelt sich um ein herkömmliches IPS-Display, auf OLED muss man beim Z2 Pro also verzichten.

Erst mal die positiven Aspekte: Die Farbwiedergabe des Displays ist ausgezeichnet, die Schärfe ebenfalls. Es lassen sich in keiner Situation einzelne Pixel erkennen und mein Testgerät hat nicht mit Pixelfehlern zu kämpfen. Die Farbtemperatur lässt sich in den Einstellungen anpassen. Der Touchscreen reagiert sehr zuverlässig, auch auf Multi-Touch Gesten.

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Die Schärfe des Full-HD-Screens ist wirklich ausgezeichnet, die Helligkeit aber leider nur unterer Durchschnitt.

Leider gibt es aber auch einige negative Aspekte. Das Display hat nämlich mit sehr starkem Backlight Bleeding zu kämpfen, was auf Grund der Notch äußerst negativ auffällt. Wenn ich zum Beispiel ein YouTube-Video gucke, ist das nicht verwendete Display links und rechts neben der Notch nicht schwarz, sondern leuchtet mir in irgendeinem grauen Möchtegern-Schwarz entgegen. Das Backlight Bleeding, das besonders an den Rändern des Displays auftaucht, gepaart mit dem sowieso schon sehr schlechten Schwarzwert, lässt die Notch einem immer wieder negativ ins Auge springen.

Auch die Funktion „Notch verbergen“ in den Einstellungen macht dadurch irgendwie keinen Sinn mehr. Bei einem OLED-Display wäre der Bereich um die Notch immerhin wirklich schwarz und die Einkerbung wäre unsichtbar, beim Umidigi Z2 Pro wiederum leuchten diese Bereiche einem die ganze Zeit entgegen und lenken die Aufmerksamkeit auf die Einkerbung.

Alles in allem hat das Display also seine guten Seiten (Schärfe, Farbwiedergabe), aber auch seine schlechten Seiten (Backlight Bleeding, Schwarzwert).

Leistung

Die Systemleistung ist tatsächlich eine der Paradedisziplinen des Umidigi Z2 Pro. Der brandneue Mediatek Helio P60 arbeitet mit vier Cortex-A73 Kernen mit bis zu 2,0 GHz im Leistungs-Cluster und mit vier Cortex A-53 Kernen mit bis zu 2,0 GHz im Energiespar-Cluster. Als Grafikeinheit kommt eine ARM Mali G72 mit 800 MHz Taktfrequenz zum Einsatz.

Dem SoC stehen sechs Gigabyte RAM zur Verfügung, die für ein gutes Multitasking sorgen. Der Nutzer kann auf 128 Gigabyte internen Speicher zugreifen, der via Micro-SD-Karte um bis zu 256 Gigabyte erweiterbar ist. Speicherprobleme sollten also bei niemandem auftreten.

Die Performance im Praxistest

In der Theorie klingt das ja alles ziemlich gut: ein neuer Mediatek-Prozessor, sehr viel RAM und eine schnelle Grafikeinheit. Aber wie gut ist die Leistung des Umidigi Z2 Pro im Praxis-Einsatz?

Nun, ziemlich gut! Der Mediatek Helio P60 macht einen verdammt guten Job und alle Apps starten ohne eine wahrnehmbare Ladezeit. Parallel zum Z2 Pro verwende ich derzeit auch das Xiaomi Redmi Note 6 Pro mit dem Qualcomm Snapdragon 636, und obwohl MIUI als schneller als Stock Android gilt, hat das Z2 Pro bei der Performance die Nase vorn. Am ehesten ist der Helio P60 wohl als Konkurrent zum Qualcomm Snapdragon 660 einzuordnen.

Auch Multitasking macht mit dem Umidigi Z2 Pro durchaus Spaß. Zwar bleiben nicht ganz so viele Apps im Hintergrund offen wie bei einem Oneplus 6, das auch mit sechs Gigabyte RAM ausgestattet ist, aber acht bis zehn Apps lassen sich ohne Probleme parallel verwenden.

Auch die 3D-Performance ist durchaus gut, sogar anspruchsvolle Spiele wie Real Racing 3 laufen auf mittleren bis hohen Einstellungen flüssig. Kleinere 3D-Games wie Temple Run sind natürlich überhaupt kein Problem. Die Hitzeentwicklung hält sich auch bei langen Gaming-Sessions überraschenderweise stark in Grenzen.

Antutu Ergebnis 3D Mark Ergebnis

Kurze Anmerkung bzgl. der Benchmarks: Geekbench funktioniert auf dem Umidigi Z2 Pro leider nicht, deshalb konnten wir nur Antutu und 3DMark testen. Sollte sich die Situation ändern, reichen wir die Werte nach.

Für den Preis, den Umidigi für das Z2 Pro haben will, bewegt sich die Performance im oberen Mittelfeld. Ich würde sie sogar noch besser einstufen, wenn es nicht Geräte wie das Xiaomi Pocophone F1 oder das Honor Play geben würde, die eine deutlich bessere Performance zu einem ähnlichen Preis anbieten würden. Ich habe mich aber nie eingeschränkt gefühlt, das System des Z2 Pro läuft immer flüssig und auch 3D-Spiele waren kein Problem. Die Zukunftssicherheit eines High-End-Prozessors hat die Leistung des Umidigi Z2 Pro vielleicht nicht, derzeit ist sie aber mehr als ausreichend für alles, was man mit seinem Smartphone tun möchte.

Betriebssystem

Auf dem Umidigi Z2 Pro kommt Android 8.1 Oreo zum Einsatz. Stand 23. Oktober 2018 ist der Sicherheitspatch vom 5. Juli 2018 installiert. Ein Update auf Android 9.0 Pie wurde von Umi vage in Aussicht gestellt. Im Gegensatz zu älteren Umidigi-Geräten kommt hier nicht UmiOS, sondern Stock Android zum Einsatz.

Das bedeutet: keine nervige Bloatware, ein aufgeräumtes System mit durchgängiger Optik (nicht wie dieser echtes Android/MIUI Misch-Masch bei Xiaomi) und eine gute Performance. Diesmal gibt es bei den Apps auch keine Dopplungen – Chrome ist zum Beispiel der einzige installierte Browser. Zusätzlich zum Google-Standard hat Umi noch einen Dateimanager und eine extra Taschenlampen-App vorinstalliert. Letztere ist tatsächlich sinnlos, da man die Taschenlampe natürlich auch über die Schnellzugriffe aktivieren kann.

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Das reine Android 8.1 Oreo läuft sehr flüssig auf dem Umidigi Z2 Pro.

Als das Z2 Pro ausgeliefert wurde war die Software ein absolutes Wrack. Mobile Payments haben nicht funktioniert, das Gerät änderte die Pin bei jedem Neustart von alleine, der Bokeh-Modus der Kamera hat nicht funktioniert und die Front-Kamera war falsch herum. Mittlerweile hat Umidigi diese Probleme mit diversen OTA-Updates eliminiert.

Ein paar Sachen funktionieren aber leider immer noch nicht. In den letzten Wochen hat Umidigi aber sehr häufig Updates veröffentlicht, weswegen ich optimistisch bin, dass diese Probleme in Zukunft gelöst werden. Mit der aktuellen Firmware ist der Fingerabdrucksensor aber komplett ohne Funktion! Wenn du dir das Z2 Pro kaufst, solltest du das im Hinterkopf behalten. Wenn Umidigi das nachpatcht ergänzen wir diesen Testbericht entsprechend.

Im Gegensatz zum Fingerabdrucksensor funktioniert die Gesichtsentsperrung übrigens vorzüglich. Das System lässt sich außerdem nicht durch Fotos austricksen.

Kamera

Im Umidigi Z2 Pro kommen zwei Dual-Kameras zum Einsatz. Als erstes gucken wir uns jetzt mal die Hauptkamera, also die beiden Sensoren auf der Rückseite an.

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Bei der Dual-Kamera des Umidigi Z2 Pro handelt es sich um zwei echte Sensoren.

Die Hauptkamera des Umidigi Z2 Pro

Hierbei handelt es sich um einen S5K2P7-Sensor mit 16 Megapixeln und um einen zweiten Sensor mit acht Megapixeln. Umidigi hat ausführlich zelebriert, dass der zweite Sensor kein Fake ist. Und das ist er tatsächlich nicht. Mittels Firmware-Update hat Umi dem sekundären Sensor mittlerweile eine Funktion verpasst. Der Bokeh-Modus ist echt! Hurra!

Die Ernüchterung: Besonders gut ist er leider nicht. Im Gegenteil, vernünftige Fotos mit Bokeh lassen sich mit dem Z2 Pro eigentlich nicht aufnehmen. Das deutlich günstigere Xiaomi Redmi Note 6 Pro hat die Nase hier um Längen vorn.

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Bei guten Lichtverhältnissen lassen sich die Ergebnisse durchaus sehen.

Natürlich lassen sich auch Bilder ohne Bokeh schießen – und die sind okay. Von gut sind sie weit entfernt, schlecht sind sie aber auch nicht. Die Schärfe ist bei Tageslicht völlig in Ordnung. Die Farben sehen immer etwas matt und wenig gesättigt aus. Bei weniger gutem Licht nimmt die Schärfe dann drastisch ab und die Farben werden noch weniger präsent. Im Allgemeinen wirken die Bilder sehr wenig brillant, sondern sehen irgendwie „wischi-waschi“ aus.

Der Autofokus funktioniert übrigens eher schlecht als recht. Selbst bei normalen Indoor-Bedingungen springt der AF teilweise ziemlich lange hin und her.

Der Videomodus unterstütz maximal 1080p mit 30 Bildern pro Sekunde. Selbst mein OnePlus One, das zum Marktstart im Jahr 2014 (!) nur knapp 50 Euro mehr gekostet hat als das Z2 Pro, kann Videos in 4K aufnehmen. Ich hoffe, dass Umidigi eine solche Funktion per Update nachliefert.

Obwohl ganz ehrlich, vielleicht lieber doch nicht. Immerhin ist die Videoqualität schon bei 1080p eher einem 100-Euro-Smartphone würdig, und nicht einem Gerät, das über 250 Euro kostet.

Die Front-Kamera des Umidigi Z2 Pro

Ebenso wie am Heck sind auch in der Notch auf der Vorderseite angeblich zwei Sensoren verbaut, ebenfalls mit 16 und mit acht Megapixeln Auflösung. Das kann ich so leider nicht bestätigen, der zweite Sensor lässt sich unter keinen Umständen ansteuern, ist also de facto nicht existent. Der Bokeh-Modus der Front-Kamera wird mittels Software erzeugt (oder auch nicht, siehe Fotos unten).

Anfangs waren alle Bilder der Front-Kamera falsch herum, das hat Umidigi nun mittels Update behoben. Die Schärfe der Cam ist bei gutem Licht überraschend gut, die Farbwiedergabe ist aber immer grässlich.

Der Bokeh-Modus ist irgendwie ein Paradoxon. In der Kamera-App wird nämlich ein (unglaublich schlechtes) Bokeh angezeigt, das abgespeicherte Foto ist dann aber ein ganz normales Bild ohne Bokeh-Effekt. Hier einmal kurz der Vergleich:

Die Front-Kamera nimmt Videos mit bis zu 1080p auf.

Konnektivität

Das Umidigi Z2 Pro beherrscht alle möglichen 2G-, 3G- und 4G-Frequenzen, inklusive dem in Deutschland immer noch wichtigen LTE-Band 20. VoLTE und VoWiFi sind ebenfalls mit an Bord. Schade ist eigentlich nur: Der Empfang ist relativ schlecht. Das liegt ausnahmsweise mal nicht am mäßigen Mobilfunknetz in Deutschland, sondern am Umidigi Z2 Pro selbst.

Verglichen mit dem Redmi Note 6 Pro, das ich parallel im selben Netz getestet habe, war sowohl der Empfang, als auch die Internetgeschwindigkeit merklich schlechter. Selbiges lässt sich leider auch beim WLAN beobachten.

Das Umidigi Z2 Pro unterstützt WLAN a/b/g/n/ac im 2,4- und im 5GHz-Band. Leider ist der WLAN-Empfang sehr schlecht, im Vergleich mit anderen Geräten nochmal merklich schlechter als der Mobilfunk-Empfang.

Screenshot 20181023 171647Noch schlimmer sieht es beim GPS aus. Während der Navigation mit Google Maps (außerorts, ohne Häuser rechts und links) hat das Umidigi Z2 Pro mehrmals das GPS-Signal verloren oder den Standort komplett falsch bestimmt (wir waren auf der Autobahn, das Handy war scheinbar auf der Landstraße circa 50-100 Meter nebenan). Besonders für Fußgängernavigation ist das Z2 Pro dadurch praktisch komplett ungeeignet.

Was sehr gut funktioniert sind Bluetooth 4.2 und NFC. Während NFC mit der ersten Firmware nicht korrekt funktioniert hat, ist mittlerweile auch mobiles Bezahlen via Google Pay kein Problem.

Akku

Ich bin mit dem Umidigi Z2 Pro bisher fast immer durch einen Tag gekommen. Ausnahme war ein Reisetag, wo das Bahn-Tickets buchen, Flug-Tickets vorzeigen, mobile Bezahlen am Flughafen, andauernde Musik hören mit Spotify und mit Bluetooth-Kopfhörern und das circa drei Stunden lange Navigieren mit Google Maps denn Akku schon gegen 16 Uhr in die Knie gezwungen hat.

Wegen dieser verhältnismäßig positiven Erfahrungen finde ich es auch sehr seltsam, dass das Z2 Pro in unserem Akku-Benchmark so schlecht abgeschnitten hat. Klar, mit einem Mi Max 3 kann es in der Tat bei weitem nicht mithalten, aber so viel schlechter ist es definitiv auch nicht.

Akkulaufzeit Ergebnis Einheit: Std

Abseits solcher Sonderfälle war ich mit der Akkulaufzeit aber immer sehr zufrieden. Auch das Aufladen des Akkus geht mittels USB-C sehr schnell, der Strom wird mit 18 Watt in den Akku gepumpt. 20-30 Prozent innerhalb von 20 Minuten sind keine Seltenheit.

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Der Akku wird mit dem mitgelieferten Netzteil sehr schnell aufgeladen.

Das Z2 Pro unterstützt außerdem Wireless Charging, was natürlich deutlicher langsamer ist als das Aufladen per Kabel. Angeblich soll der Strom mit dem Wireless Charger von Umidigi aber mit 15 Watt in das Z2 Pro gepumpt werden. Das wäre wohl Rekord.

 

Fazit und Alternative

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Benjamin Kalt:

Das Umidigi Z2 Pro hat das Potential zu einem verdammt guten Telefon. Design und Haptik sind auf aller höchstem Niveau und auch die Leistung und das Betriebssystem sind super. Allerdings gibt es auch ein paar Probleme, die man schlichtweg nicht unter den Tisch kehren kann. So funktioniert der Fingerabdrucksensor derzeitig noch nicht, was bei einem Handy dieser Preisklasse einfach nicht sein kann. Besonders negativ fällt zudem auch der schwache WLAN-, GPS und Mobilfunkempfang auf. Ob der Hersteller den schlechten Empfang durch ein Softwareupdate verbessern kann, ist leider fraglich. Unserer Meinung nach liegt das Problem hier eher auf Hardware-Ebene. Dennoch ist das Umidigi Z2 Pro ein Gerät, das wir definitiv im Auge behalten werden und sollten weitere Updates für Verbesserungen sorgen, werden wir den Bericht entsprechend ergänzen.

73%
  • Design und Verarbeitung 100 %
  • Display 70 %
  • Leistung und System 90 %
  • Kamera 60 %
  • Konnektivität 50 %
  • Akku 70 %

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VonLiechtensteinBenjamin KaltThomas SlunitschekChristopherJonas Andre Letzte Kommentartoren
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Tho Tslu
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Tho Tslu

Nie wieder Umidigi. Design ist zwar ganz cool, Funktion dagegen jedoch eine Katastrophe. Mein S2 hat einfach gefühlt unendlich viele Probleme:
– schießen von nicht verwackelten Bildern unmöglich
– regelmäßiger Neustart wenn man mobil im Internet unterwegs sein will da hier die Verbindung immer wieder abbricht
– Speicherkarte muss in letzter Zeit auch immer mal wieder entnommen werden damit sie wieder erkannt wird.
– Ladegerät im Gerät abgeraucht. Seitdem hält das USB Typ-C nicht mehr von alleine in der Buchse
– Teilweise komplette spontane Systemabstüze wo man dann nur hofft, dass ein Neustart klappt
– Bei der Verwendung eines Bluetooth headsets muss das Gerät auch ständig neu gestartet werden damit eine Verbindung klappt.

Für mich einfach zu viele Fehler die gerade was das Laden angeht auch extrem gefährlich (Brand) werden können. Schade eigentlich, dass sich das Induktive laden noch nicht wirklich durchgesetzt hat.

Christopher
Gast
Christopher

Ihr solltet mal euer Wertungssystem überarbeiten. Ein derart überteuertes und im Grunde unbenutzbares Smartphone kann doch keine 73% kassieren.

Enzio
Gast
Enzio

Umi könnte hervorragende Smartphones bauen, wenn sie nicht immer wieder so absurd herumschludern würden. Dass sie Design und Haptik beherrschen, steht mittlerweile außer Frage, aber gerade die Software ist bei ihren Geräten durch die Bank eine extreme Baustelle. Und das peinliche Getrickse mit Fake-Cams, das den Gesamteindruck dann immer wieder herunterzieht, hätten sie eigentlich nicht nötig.

Momentan wissen die wohl selbst nicht, was sie eigentlich sein wollen – eine Billigklitsche, die die Kunden abzockt, oder ein ernsthafter Hersteller, der oben mitspielen möchte. Die grundsätzlich steigende Qualität ihrer Geräte spricht für Zweiteres, das Gefake und Geschludere für die erste Variante. Da die Firma bereits einmal kurz vor der Pleite stand und nur durch einen Investor gerettet wurde, bin ich aber vorsichtig zuversichtlich, dass sie sich bessern.

Dirk Runge
Gast
Dirk Runge

Ganz ehrlich Leute…warum testet ihr eigentlich Geräte von Herstellern, die nun wirklich als schwarze Schafe bekannt sind. Umidigi, Elephone, Bluboo und wie sie alle nicht heißen und gebt den dubiosen Herstellern hier in Deutschland eine Plattform.
Ich kann da echt nur noch den Kopfschütteln. Im Grunde, auch wenn die Bewertungen ja meist ehrlich und unterdurchschnittlich ausfallen, werden hier doch (meist unerfahrene User) animiert, sich mit diesen Herstellern und ihren Geräten auseinanderzusetzen. Erklärt mir (uns) doch mal genauer eure Intention.

Jonas Andre
Admin
TeamMitglied
Jonas Andre

Hallo Dirk,

ich glaube kaum, dass dieser Testbericht Leute zum Kauf animiert. Wenn wir nur „gute“ Handys testen, würde es ziemlich eigenartig bei uns ausschauen. UMIDIGI macht auch ziemlich viel Werbung und die Nachfrage nach Testberichten zu diesen Geräten ist bei unseren Lesern immer wieder sehr hoch. Auch nach Jahren der Enttäuschung durch UMIDIGI oder UMI hat sich daran nichts geändert. UMI hat auch wirklich ein anständiges Low Budget Gerät mit dem UMIDIGI ONE Pro bereitgestellt. Aber leider ist das Internet auch voll mit FAKE Tests und es gibt auch Youtube Videos, die tatsächlich Leuten nahelegen sich dieses Gerät zu bestellen, ohne das die Kunden wissen, auf was Sie sich einlassen.

Beste Grüße

Jonas