Vivo X90 Pro+ Test

Getestet von Jonas Andre am
Updatezeitraum: 13.0.17.1.W10
Bewertung: 93%
Vorteile
  • griffige Kunstleder-Rückseite
  • perfektes Display (Curved, 120Hz, 2K)
  • überlegender Fingerabdrucksensor
  • starkes Kamera-Setup (Fotos und Videos)
  • außergewöhnliches Design (rote Version)
  • IP68-Zertifizierung
  • hohe Ladegeschwindigkeit (kabelllos/kabelgebunden)
  • Leistung am Limit (SD 8 Gen 2, DDR5 RAM, UFS 4)
  • sehr guter Stereo Sound
Nachteile
  • China-Version mit extrem viel Bloatware
  • kein Android Auto
  • aktuell nur als Import erhältlich
  • Selfie-Videos nur in Full-HD
  • teuer
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CPUSnapdragon 8 Gen 2 - 1 x 3,2 GHz + 4 x 2,8 GHz + 3 x 2,0 GHz
RAM12 GB RAM
Speicher256 GB, 512 GB
GPUAdreno 740
Display 3200 x 1440, 6,8 Zoll 120Hz (AMOLED)
BetriebssystemOriginOS - Android 13
Akkukapazität4700 mAh
Speicher erweiterbar Nein
Hauptkamera50 MP + 48MP (dual) + 64MP (triple)
Frontkamera32 MP
USB-AnschlussUSB-C
KopfhöreranschlussNein
EntsperrungFingerabdruck, Face-ID
4G1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12, 17, 18, 19, 20, 25, 26, 28, 34, 38, 39, 40, 41
5G1, 3, 5, 7, 8, 20, 28, 38, 41, 66, 77, 78
NFCJa
SIMDual - nano
Gewicht221 g
Maße164,5 x 75,3 x 10 mm
Antutu1257300
Benachrichtigungs-LEDNein
Hersteller
Getestet am01.01.2023

Mit dem Vivo X90 Pro+ haben wir das aktuell leistungsstärkste und am besten ausgestattete Flagship des chinesischen Smartphone-Riesen im Test. Wann und ob das Smartphone seinen Weg auch auf den europäischen Markt findet, steht aktuell noch nicht fest. In China steht das Gerät aber bereits in direkter Konkurrenz zum Xiaomi 13 Pro (zur Ankündigung). Das Vivo X90 Pro+ bietet mit dem neusten Snapdragon 8 Gen 2 Prozessor brachiale Leistung, hat ein starkes Quad-Kamera-Setup auf der Rückseite verbaut und liefert alle Flagship-typischen Ausstattungsmerkmale inklusive eines extravaganten Designs. Preislich startet das High-End Smartphone in China bei 870€. Wer mit einem Import liebäugelt, der muss aktuell aber noch über 1000€ hinlegen. Welche Einschränkungen so ein chinesisches Importsmartphone mit sich bringt und wo Vivo sämtlichen Flagships hierzulande deutlich voraus ist, klären wir jetzt im ausführlichen Testbericht. 

Sobald das Vivo X90 Pro+ den Weg nach Europa bzw. Deutschland findet, wird es mit Funtouch OS ausgeliefert und nicht mit Origin OS. Den Anschnitt über das System in diesem Vivo X90 Pro+ Test könnt ihr dann entsprechend ignorieren. Bei Origin OS sind ein paar Anpassungen notwendig, die ihr bei der offiziellen Global Version nicht machen müsst.

Design und Verarbeitung

Das Vivo X90 Pro+ misst 164,5 x 75,3 x 10 Millimeter und bringt anständige 223 Gramm auf die Waage. Damit ist es weder ein leichtes, noch ein handliches Smartphone geworden. Vielmehr zählt das X90 Pro+ klar zu den Phablets, wobei die abgerundete Vorder- und Rückseite für eine exzellente Lage in der Hand sorgen. Sehr positiv zu vermerken ist auch die griffige Kunstlederrückseite. Egal, ob in dezentem Schwarz oder in extravagantem Rot (wie bei unserem Testgerät). Um die lederartige Rückseite kommt man beim X90 Pro+ nicht drumherum. Sogar auf der mitgelieferten Hülle bekommt man haptisch einen ähnlichen, wenngleich nicht den gleichen Eindruck wie direkt beim Smartphone selbst.

Das kreisrunde Kameramodul auf der Rückseite vereint vier unterschiedliche Kamerasysteme und entsprechend groß fällt es auch aus. Dabei ist es nicht zentriert platziert, sondern leicht nach links versetzt. Es ragt gewaltige 4,4mm aus der Rückseite hervor. Auf flachen Oberflächen liegt das Vivo X90 Pro+ entsprechend schräg auf und kippelt etwas. Optisch auffällig ist das blaue ZEISS-Logo, die rote T*-Beschriftung und der dreifach-LED-Blitz. Der LED-Blitz ist leider nicht durch Glas vor Kratzern geschützt. Abgegrenzt wird die Kamera dann noch durch einen silbernen Streifen mit dem Schriftzug “Extreme Imagination”. Darunter folgt dann nur noch das Vivo Logo. Die Rückseite ist stark abgerundet und geht nahtlos in den schmalen Metallrahmen über.

Das Design der Vorderseite ist durch einen Punch-Hole Notch mit 3,5mm Durchmesser geprägt. Die Ränder des Displays sind stark abgerundet und die Wischgesten lassen sich perfekt nutzen. Zu Fehlerkennungen kam es zu keiner Zeit. Durch die Rundungen messen die Ränder links und rechts zum Display gerade mal 2mm und oben und unten sind es auch nur 3mm. Damit wirkt das Vivo X90 Pro+ bereit für das Jahr 2023. Design ist und bleibt jedoch Geschmackssache. Ich persönlich kann jedoch sagen, dass mir kaum ein Handy haptisch und optisch so gut gefallen hat, wie das neue Vivo Gerät. Vor Wasser und Staub muss man auch keine Angst haben, denn das Vivo X90 Pro+ ist nach IP68 davor bestens geschützt. Für Benachrichtigungen steht ein anpassbares Always-On-Display zur Verfügung, beachten muss man allerdings, dass hier kein WhatsApp angezeigt wird, sondern nur chinesische Apps. Für Benachrichtigungs-Junkies ist die China Version damit schonmal raus.

Beim Fingerabdrucksensor bietet Vivo abermals eine riesige Fläche, wobei man allen anderen Hersteller deutlich voraus ist. Auch die Möglichkeit zwei Finger gleichzeitig aufzulegen, um zu entsperren, gibt es nur bei Vivo. Geschwindigkeit, Genauigkeit und alleine der Vorgang zum Einscannen des Fingers sind nach wie vor von einem anderen Stern. Kein Hersteller kann da im Ansatz mithalten. Rechts außen am Rahmen befindet sich wie üblich der Power-Button und die Lautstärkewippe. Beide Knöpfe bestehen aus Metall und haben einen exzellenten Druckpunkt. An der Unterseite ist ein Lautsprecher, das Mikrofon und ein USB-C (3.1) Anschluss nebst dem SIM-Slot untergebracht. Letztgenannter fasst wie üblich zwei Nano-SIMs und der Speicher des X90 Pro+ ist nicht erweiterbar. An der Oberseite überrascht das Vivo Smartphone mit einem Infrarot-Sender, den wir eigentlich nur von Xiaomi Smartphones kennen. Direkt daneben ist noch das übliche zweite Mikrofon platziert. Stereo Sound erzeugt das X90 Pro+ mithilfe der Ohrmuschel, die als zweiter Lautsprecher fungiert.

Vivo X90 Pro Vorderseite

Zusammenfassend ist das Vivo X90 Pro+ zwar ein großes, dickes und schweres Smartphone, glänzt allerdings mit Handlichkeit und einer gehobenen Haptik. Mit der roten Version bekommt man einfach etwas Besonderes, das definitiv Blicke auf sich zieht. Dafür reicht normalerweise schon der riesige Kamerahügel. Der Fingerabdrucksensor bleibt eine eigene Liga, was Entsperrfläche, Geschwindigkeit und Genauigkeit angeht. Die Verarbeitung ist spitze und Vivo hat in dieser Kategorie an alles gedacht. Ob das Design euch auch zusagt, könnt nur ihr selbst entscheiden. Die Rückseite ist kratzresistent und griffig, was bei einem Flagship die absolute Ausnahme ist.

Lieferumfang des Vivo X90 Pro+

Vivo X90 Pro Lieferumfang

Das Vivo X90 Pro+ wird weiterhin mit so viel Zubehör geliefert, dass man hier auch von einem Lieferumfang sprechen kann. Neben dem 80 Watt starken Ladeadapter (China-Stecker) ist eine hochwertige Hülle in Gerätefarbe, ein USB-C auf USB-C Kabel und eine SIM-Nadel mit im Paket. Gerade die Hülle ist eher ungewöhnlich für den Lieferumfang eines Flagships.

Display des Vivo X90 Pro+

Vivo X90 Pro Display

Fulminant geht es mit dem Vivo X90 Pro+ auch beim Display weiter. Die 6,78 Zoll Displaydiagonale wirkt durch das Curve-Design etwas kleiner. Die Auflösung könnt ihr auf 3200 x 1440 Pixel hochschrauben. Dann erhaltet ihr gestochen scharfe 518 Pixel pro Zoll, bei der optionalen Full-HD-Auflösung sind es dann “nur” 388 Pixel pro Zoll. Auch letzteres reicht für eine perfekte Schärfe und ist auch die Standardeinstellung des Vivo X90 Pro+. Das E6 AMOLED unterstützt LTPO-Technik und liefert maximal 120 Hertz. Die werden automatisch auf bis zu 10Hz runtergeregelt und das klappt in der Praxis auch schnell und zuverlässig. Die 1440Hz Pulsweitenmodulation regelt die Helligkeit im direkten Sonnenlicht auf maximal 1800 Lux. Im manuellen Modus geht es nur rauf auf 800 Lux. Das ist nicht nur fast ein neuer Spitzenwert im Test, sondern sorgt in der Praxis auch für eine perfekte Lesbarkeit im direkten Sonnenlicht.

Display Helligkeit (in Lux) Einheit: Lux

Die Blickwinkelstabilität ist gut und die Spiegelungen an den Rändern des Smartphones verhältnismäßig gering. Für die Farbeinstellungen stehen neben Standard, Professionell und Hell auch noch “ZEISS Natürliche Farben” zur Auswahl. Bis auf letzteres kann man noch zusätzlich die Farbtemperatur anpassen. Das sind ausreichende Möglichkeiten, aber nicht die besten für eine individuelle Anpassung der Displayfarben. Der Kontrast ist AMOLED typisch einfach perfekt.

Vivo X90 Pro Display Test

Auch wenn das X90 Pro+ bislang nur in China erhältlich ist, unterstützt es Widevine L1 und damit Netflix, Amazon Prime, Disney+ etc. in HD Qualität. HDR und Dolby Vision unterstützt das Display zwar auch, aber zumindest bei Netflix ist beides nicht nutzbar. Bei kostenlosen Anbietern wie YouTube habt ihr natürlich keinerlei Einschränkungen.

Die Bildwiederholungsfrequenz schaltet durch die LTPO-Technik blitzschnell zwischen 10 und 120Hz hin und her. Beim AOD spart man mit 30Hz etwas Akkulaufzeit, in Betrieb sind ohne Bewegung aber sogar 10 oder 24Hz möglich. Sobald man scrollt oder wischt, schießt die Bildwiederholungsfrequenz sofort auf 120Hz und alles ist perfekt flüssig. Auch bei Videos und Apps wie YouTube wird auf 60Hz reduziert. Neben einer Automatik hat man auch einen 60 oder 120Hz Modus zur Auswahl. Der 120Hz Modus macht aber fast immer genau das gleiche wie der Automatikmodus. Der Touchscreen des Vivo X90 Pro+ ist über jeden Zweifel erhaben. Hier gab es keinerlei Auffälligkeiten oder Problemen. 10 Berührungen werden gleichzeitig erkannt und blitzschnell umgesetzt (1200Hz Abtastrate). Über den Schutz des Displayglas macht Vivo leider keine Angabe.

Das Display ist jedenfalls extrem hochauflösend, mit 120Hz perfekt flüssig, wechselt die Bildwiederholungsrate mittels LTPO blitzschnell, ist hell und unterstützt alle bekannten Standards. 

Leistung und System

Für Spitzenleistung im Jahr 2023 soll ein brandneuer Snapdragon 8 Gen 2 Prozessor sorgen. Der Octa-Core Prozessor wird von TSMC im aktuellen 4-nm-Verfahren hergestellt und sorgt beim Vivo X90 Pro+ in Kombination mit 12GB DDR5 RAM und mindestens 256GB UFS 4 Speicher für neue Bestwerte in sämtlichen Benchmarks. Die neuen Kerne und hohen Taktraten sorgen für einen ordentlichen Schub sowohl im Geekbench in der Single- und Multicoreperformance. Auch im gemischten Benchmarks Antutu geht es ordentliche 25% nach oben auf nunmehr 1,25 Millionen Punkte. Und zuletzt sorgt die Adreno 740 GPU im 3DMark Benchmark für einen beachtlichen Leistungsschub.

Antutu (v9)
Geekbench Single (v5)
Geekbench Multi (v5)
3D Mark (Wildlife Extreme)

Der interne UFS 4 Speicher (in unserem Fall 256GB) bringt es auf starke Lese/Schreibraten von 3407/2873 MB/s. Auch das sind nie dagewesene Spitzenwerte. Wie erwartet ist das Vivo auch in der Praxis unglaublich schnell und auch mit anspruchsvollen Spieltiteln oder ausuferndem Multitasking nicht ins Schwitzen zu bringen. 

Überraschend zuverlässig zeigt sich das Vivo X90 Pro+ auch beim Thema Hitze. Der Snapdragon 8 Gen 1 war noch als Hitzkopf bekannt und beim Snapdragon 8+ Gen 1 wurde es dann etwas besser. Vivo kam aber auch mit den vorherigen Prozessoren überraschend gut klar und liefert auch hier im CPU Throttle Test eine gute Stabilität von 78% und im 3DMark Stresstest sogar exzellente 85,6%. Dabei erhitzt sich das Smartphone nach einem kompletten Stresstest auf 43°C an der wärmsten Stelle. Das sind ebenfalls Spitzenwerte und das Vivo X90 Pro+ damit kaum von Thermal Throtteling betroffen. Dies kommt auf dem aktuellen Smartphone-Markt bei Flagships selten vor. Wer ein konstant leistungsstarkes Smartphone sucht, bei dem man auch beim Speicher keine Kompromisse eingehen muss, ist bei Vivo jedenfalls goldrichtig. 

Origin OS 3 auf Android 13 Basis

Apropos Kompromisse. Origin OS ist ein stark angepasstes System, das eigentlich nur für den chinesischen Markt gedacht ist. Anders als bei Xiaomi kann man daran auch nichts ändern und ist de facto für immer auf der China-Oberfläche gefangen. Man kann das Origin OS System allerdings gut nutzbar machen. Wie das genau funktioniert, habe ich euch in einer ausführlichen Anleitung zum Einrichten von Vivo und IQOO Smartphones erklärt. Nach der Anleitung bekommt ihr alle Benachrichtigungen und seid den Großteil der Bloatware los. Wer noch mehr unnütze chinesische Apps deinstallieren mag, der kann diesen Bloatware Guide nutzen.

Android Auto funktioniert nicht

Android Auto funktioniert nicht und es gibt auch keine Lösung für das Problem!

Starten wir mit den positiven Dingen am System: Ihr habt sehr viele Anpassungs- und Einstellungsmöglichkeiten im Origin OS System. Das kann zunächst überfordernd wirken, macht aber auch irgendwie Spaß, da es immer wieder neue Dinge zu entdecken gibt. In China bekommen Vivo Smartphone 3 bis 4 Jahre Updates, also auch dort seid ihr auf der sicheren Seite. Ihr bekommt die OTA Updates ganz normal auf eurem chinesischen Gerät. Die Sprache lässt sich auch ohne weiteres Zutun einfach auf Deutsch stellen, wobei die Übersetzung an einigen Stellen etwas holprig ist. Aber man versteht eigentlich bei fast jeder Einstellung, was damit gemeint ist. Die Nachteile der China Version sind schnell benannt: Kein Android Auto und nur Anrufe und SMS (und chinesische Messenger Apps) auf dem AOD. Des Weiteren Google Standortverlauf und Google Assistent jeweils nur eingeschränkt nutzbar. Das kann aktuell leider nicht umgehen. 

Kamera des Vivo X90 Pro+

Bei der Kamera ist Vivo spätestens seit dem X70 Pro+ ganz vorn mit dabei, wenn es um die besten Kamera-Smartphones auf dem Markt geht. Beim X90 Pro+ geht man dafür bei der Hardware in die Vollen und hat mit Zeiss einen deutschen Optik-Spezialisten an Bord. Das Ergebnis der Zusammenarbeit mit Zeiss sind dabei nicht nur Softwareanpassungen, sondern auch die bekannte T* Beschichtung kommt beim X90 Pro+ zum Tragen. Bevor es ans Eingemachte in der Praxis geht, werfen wir zunächst einen Blick auf die Hardware.

Vivo X90 Pro Kamera

  • Hauptkamera: 50 Megapixel (Sony IMX989), f/1.75, 1 Zoll, Autofokus, OIS
  • Ultraweitwinkel-Kamera: 48 Megapixel (Sony IMX598), f/2.2, 1/2 Zoll, 114°
  • Zoom-Kamera 1: 50 Megapixel (Sony IMX758), f/1.6, 50mm, OIS, 2x Zoom, Autofokus
  • Periskop-Kamera 2: 64 Megapixel (OmniVision OV64B), f/3.5, 1/2 Zoll, 90mm, Autofokus, OIS, 3,5x Zoom, bis 100x Digitalzoom
  • Selfie-Kamera: 32 Megapixel (Samsung s5kgd2sp), f/2.45

Ein ToF-Sensor unterstützt stets zuverlässig bei Portraitaufnahmen mit sämtlichen Kameras.

Tageslicht

Die Hauptkamera des Vivo X90 Pro+ glänzt bei Tageslicht in fast allen Situationen mit einer treffenden Belichtung. Der Dynamikumfang ist erstklassig, sämtliche Aufnahmen gestochen scharf und an Details mangelt es auch nicht. Im Standard ist die Farbdarstellung kräftig und die Aufnahmen wissen zu gefallen. Wer eine akkurate Farbgebung bevorzugt, kann zum Zeiss optimierten “natürliche Farben” Modus greifen. In der folgenden Bildreihe könnt ihr euch den Farbunterschied zwischen den Kameras einmal genauer anschauen. Von links nach rechts seht ihr die Haupt-, UWW- und Periskop-Kamera.

Für Portraitaufnahmen kann man die dedizierte 50-Megapixel-Kamera mit zweifach Zoom nutzen. Die Ergebnisse sind hervorragend.

Die Abtrennung zwischen Vorder- und Hintergrund gelingt exzellent, die Farben sind nahezu perfekt und trotz festen Fokus ist die Schärfe angenehm. Alternativ kann man auch die Periskop-Zoom-Kamera für schöne Portraits nutzen.

Bei allen Kameras lässt sich der ZEISS natürliche Farbmodus aktivieren. Der wirkt in etwas so trist wie die Realität und liefert eine auf das Handydisplay optimierte akkurate Farbdarstellung. Hier einmal ein paar Vergleichsaufnahmen.

Alle weiteren Aufnahmen sind mit Standardeinstellungen und HDR Modus auf Automatik geschossen.

Die Ultraweitwinkel-Kamera liefert zwar deutlich weniger Details als die Hauptkamera, aber kann sowohl bei der Farbgebung als auch bei der Schärfe in den Aufnahmen ordentlich punkten. Die Aufnahmen wissen mit Leichtigkeit zu gefallen und sind einem Flagship allemal würdig.

Da die UWW-Kamera auch einen Fokus hat, kann man auch brauchbare Makroaufnahmen schießen.

Die letzte Kamera im Bunde ist dann die Periskop-Zoom-Kamera, die coole Aufnahmen mit einem gewissen Abstand ermöglicht. Bis Zoom-Stufe 10 sind die Ergebnisse definitiv brauchbar und auch ansehnlich. Die Aufnahmen mit 3,5-fachen Zoom sind Bildern mit digitalem Zoom klar überlegen. Sie sind detailliert und in den meisten Fällen auch farblich exzellent abgestimmt. Bei schwierigen Lichtverhältnissen mangelt es den Aufnahmen etwas an Dynamik.

Nachtaufnahmen

Alle drei Kameras auf der Rückseite können den Nachtmodus nutzen. Damit werden die Aufnahmen etwas heller und es kommen teilweise mehr Details zum Vorschein. Bei der Hauptkamera überzeugt in den meisten Fällen die gute Farbgebung und das geringe Rauschen in den Aufnahmen. Auch ohne Nachtmodus fängt das Vivo X90 Pro+ mit dem 1 Zoll großen Sensor viel Licht ein und die Bilder erstrahlen. Dabei ist der dunkle, aber nicht pechschwarze Himmel ein klares Highlight bei den Aufnahmen. Die Schärfe ist noch gut, aber die Details leiden etwas unter dem Weichzeichner.

In die Nachtaufnahmen der UWW-Kamera sollte man am PC-Bildschirm zwar nicht mehr reinzoomen, aber die Aufnahme an sich kann noch überzeugen. Die Schärfe nimmt auch mit Nachtmodus sichtbar ab und ein Rauschen überschattet die Details. Die gute Farbgebung und die hervorragende Lichtausbeute lassen die Aufnahmen aber dennoch schön wirken.

Zum Schluss liefert dann auch noch die Periskop-Zoom-Kamera wirklich brauchbare Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen. Die Aufnahmen sind manchmal etwas gelb-stichig und trotz OIS etwas anfällig für Wackler. Letzteres umgeht man einfach, indem man ein paar Aufnahmen macht. Wenn die Aufnahme passt, dann sind Details und Schärfe einfach sensationell.