Xiaomi Mi Mix Fold Test

Getestet von Joscha am
Firmware : MIUI 10.0.5
Bewertung: 82%
Vorteile
  • super 8 Zoll AMOLED Display
  • faltbar!
  • starke Leistung
  • alle wichtigen Konnektivitätsstandards
  • gute Akkulaufzeit
  • hohe Ladegeschwindigkeit
  • fast uneingeschränkt in Deutschland nutzbar
Nachteile
  • System nur in Englisch
  • sehr schwer
  • schwache Kameras
  • teuer
  • empfindliches Display auf Innenseite
Springe zu:
CPUSnapdragon 888 - 1 x 2,84GHz + 3 x 2,42GHz + 4 x 1,8GHz
RAM12 GB RAM, 16 GB RAM
Speicher256 GB, 512 GB
GPUAdreno 660 - 840MHz
Display 2480 x 1860, 8 Zoll 60Hz (AMOLED)
BetriebssystemMIUI - Android 10
Akkukapazität5000 mAh
Speicher erweiterbar Nein
Hauptkamera108 MP + 8MP (dual) + 13MP (triple)
Frontkamera20 MP
USB-AnschlussUSB-C
KopfhöreranschlussNein
EntsperrungFingerabdruck, Face-ID
LTEJa - 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12, 17, 18, 19, 20, 26, 28, 34, 38, 40, 41
NFCJa
SIMDual - nano
Gewicht317 g
Maße173,27 x 69,8 x 17,8 mm
Antutu806588
Benachrichtigungs-LEDNein
Hersteller
Getestet am26.06.2021

Neben den knallhart auf Preis-/Leistung fokussierten Smartphones der Redmi & Poco Reihe, arbeitet Xiaomi im hohen Preissegment an Handys mit besonders innovativen Features. Großes Aufsehen erregte neulich das Xiaomi Mi 11 Ultra – ein Smartphone mit brachialer Kamera und einem zweiten Display auf der Rückseite. Doch im gleichen Zug stellte Xiaomi auch noch das erste faltbare Smartphone vor.

Das Xiaomi Mi Mix Fold soll es mit dem Samsung Galaxy Z Fold 2 und dem Huawei Mate Xs aufnehmen. Wir haben das bisher exklusiv auf dem chinesischen Markt vorgestellte Xiaomi Mi Mix Fold einem ausführlichen Test unterzogen. Was die Stärken und Schwächen des faltbaren Xiaomi Smartphones sind, erfahrt Ihr im Folgenden.

Xiaomi Mi Mix fold display innen 4

Design und Verarbeitung

Mit einem 8,01 Zoll großen OLED Display ist das Mi Mix Fold Foldable-Smartphone etwas größer als das Samsung Galaxy Z Fold 2. Aufgeklappt misst das Gerät 173,27 x 133,38 x 7,62 Millimeter und eingeklappt bleiben immer noch riesige 173,27 x 69,8 x 17,8mm übrig. Selbst heutzutage kann man da nicht von kompakt sprechen, aber immerhin ist das Gerät aufgeklappt außergewöhnlich schmal. Das Gewicht hingegen ist enorm. Das Xiaomi Mi Mix Fold bringt 317 Gramm bei der schwarzen Version und 332g bei der Special Edition aus Keramik auf die Waage. Dies entspricht etwa 1,5 Mal dem Gewicht eines durchschnittlichen Smartphones. In der Praxis hat es mich dennoch nicht gestört, das Xiaomi Mi Mix Fold in der Hosentasche zu transportieren. Problematisch wird es allerdings, wenn man enge Hosen trägt, da die Dicke des Smartphones dann störend wirkt.

Bei Foldables gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten für den Klappmechanismus. Das Display kann zum Nutzer hin oder vom Nutzer weg geklappt werden. Das Huawei Mate Xs kann so auf ein zweites Display verzichten. Xiaomi greift beim Xiaomi Mi Mix Fold aber zu Samsungs Variante und so benötigt das Mi Mix Fold im eingeklappten Zustand ein zusätzliches Display. Dieses zweite Display ist ein 6,5 Zoll großes AMOLED mit einer 90Hz Bildwiederholungsrate und einer Auflösung von 2520 x 840 Pixel. Dies entspricht einer einem Seitenverhältnis von 3 zu 1. Das Display ist also extrem lang und gleichzeitig relativ schmal. Mit diesem Format macht die Nutzung von Videos und Games natürlich kaum Sinn. Stattdessen ist das äußere Display dafür gedacht, kurz auf Textnachrichten zu antworten, eine Sprachnachricht zu verschicken oder zur Not auch mal ein paar E-Mails zu lesen. Diese Funktionen erfüllt es im Praxistest auch ohne Probleme. Wenn man das äußere Display verwendet und das Gerät dann aufklappt, wird die Anzeige auf dem inneren Display fortgesetzt. Beim Zuklappen hat man die Wahl, ob das innere Display auf das äußere übertragen werden soll oder das Mix Fold in den Standby wechselt.

Der Klappmechanismus fühlt sich hochwertig an und das Xiaomi Mi Mix Fold erweckt zumindest den Eindruck, als würde es die vom Hersteller versprochenen 400.000 Klappvorgänge durchhalten. Der Klappmechanismus ist so gestaltet, dass das Smartphone auch halb aufgeklappt arretieren kann. Somit ist es möglich, das Smartphone wie einen Mini-Laptop vor sich aufzustellen. Der untere Bildschirm blendet dann die Tastatur ein, während auf dem oberen Teil Google Docs geöffnet ist. Natürlich lassen sich auch verschiedene Apps mit einer integrierten Split-Funktion ausgezeichnet nutzen.

Xiaomi Mi Mix Fold aufgeklappt

Auf der Rückseite des Smartphones befindet sich eine Triple-Kamera, die ganze 3 Millimeter aus dem Gehäuse herausragt und dafür sorgt, dass das Smartphone nicht flach auf Unterlagen aufliegt. Ansonsten gibt es noch einen dezenten Schriftzug mit dem Hersteller- und Modellnamen. Weniger ansprechend ist dafür der “Innovation for Everyone” Schriftzug auf dem Scharnier, den Xiaomi sich auch hätte sparen können. Der Dual-SIM Slot befindet sich auf der rechten Seite und die Lautstärke-Regler und der Powerbutton sind in angenehmer Position links platziert. Der Powerbutton dient gleichzeitig als Fingerabdrucksensor und entsperrt das Smartphone in Windeseile. Alternativ steht auch eine Face-Unlock Option zur Verfügung. Diese läuft allerdings nur über die Frontkamera auf der Vorderseite und steht daher im aufgeklappten Zustand nicht zur Verfügung. Dafür hat man auf der Innenseite ein vollkommen unterbrechungsfreies Riesen-Display.

Kommen wir noch etwas auf die Stabilität des Smartphones zu sprechen. Generell hat uns die Vergangenheit gelehrt, dass manche neuen Entwicklungen direkt nach dem Erscheinen marktreif sind und zu keinen Defekten führen. Ich denke hier an die Pop-Up Kameras, zu denen wir keinen einzigen Kommentar über ein nicht funktionierendes Modul erhalten haben. Was den Klappmechanismus des Mi Mix Fold angeht, bin ich ebenfalls optimistisch, dass dieser einige Jahre durchhalten kann. Bedenken macht mir aber das innenseitige Display. Dieses setzt statt auf Glas auf einen biegbaren Kunststoff, der enorm anfällig für Kratzer ist. Im Test verursacht schon leichter Druck mit einem spitzen Gegenstand dauerhafte Kratzer. Natürlich ist das Display durch den Klappmechanismus geschützt. Allerdings besteht die Gefahr, dass sich Krümel aus der Hosentasche darauf absetzen und beim Zusammenklappen eingequetscht werden. Unser Testgerät hat aus diesem Grund nach zwei Wochen schon leichte Gebrauchsspuren, trotz sehr vorsichtiger Behandlung.

Erfreulich ist, dass Xiaomi eine ansteckbare Schutzhülle in den Lieferumfang packt. Diese besteht aus zwei Teilen und wird auf der Außenseite angebracht und hat natürlich eine Aussparung für das Display auf der Front. Ansonsten gibt es im Lieferumfang noch ein USB-A auf C Kabel, ein Netzteil und eine SIM-Nadel. Zur Verwendung des Netzteiles ist ein EU-Adapter nötig, der von sämtlichen Shops dem Paket beigelegt wird.

Das Xiaomi Mi Mix Fold ist Xiaomi’s erster Versuch, ein klappbares Handy auf den Markt zu bringen. Wir waren in unserem Test von den Vorteilen des großen Displays sehr angetan und auch ansonsten ist das Smartphone astrein verarbeitet. Bedenken sollte man allerdings, dass das Display auf der Innenseite sehr empfindlich ist und das Smartphone ausgesprochen schwer ist.

Displays des Xiaomi Mi Mix Fold

Das acht Zoll große AMOLED Hauptdisplay löst mit 2480 x 1860 Pixel (WQHD) auf und hat eine Standardbildwiederholungsrate von lediglich 60 Hertz. Dank der hohen Auflösung kommt das Display auf eine Bildpunktdichte von 387 Pixel pro Zoll. Einzelne Bildpunkte kann man nicht mehr erkennen und alles wirkt perfekt scharf. Zudem ist der Kontrast dank AMOLED-Technik nahezu perfekt.

Xiaomi Mi Mix fold display innen 3

Das Display hat aufgeklappt ein Verhältnis von 4:3. Die meisten Apps werden damit gut dargestellt und auch Websites wirken toll auf dem Display des Xiaomi Mi Mix Fold. Zudem schießen Smartphones im Standard Fotos im 4:3 Format, sodass der Viewfinder der Kamera-App das gesamte Display als Vorschau nutzen kann. Einen schwarzen Balken hat man dafür beim Anschauen von YouTube Videos im klassischen 16:9 Format oben und unten. Das gilt aber mittlerweile auch für alle normalen Smartphones.

Xiaomi Mi Mix fold display aussen 4

Auch das äußere Display arbeitet mit AMOLED Technik und hat eine Auflösung von 2520 x 840 auf 6,5 Zoll. Im Gegensatz zum Display auf der Innenseite kommt hier ein 90Hz Panel zum Einsatz, das Inhalte deutlich flüssiger wirken lässt. Aufgrund der schmalen und länglichen Form macht die Nutzung des äußeren Displays dennoch nicht wirklich viel Spaß, sodass man es hauptsächlich für Aufgaben verwendet, die schnell zu erledigen sind. Einen guten Kontrast und Farbdarstellung können wir dem Display aber ebenfalls bescheinigen.

Die maximale Helligkeit des inneren Displays liegt im Standard bei 432 Lux und kann im Sonnenlicht auf 613 Lux gesteigert werden. Das Display lässt sich im Sonnenlicht noch einigermaßen gut ablesen, allerdings erreichen die meisten AMOLED-Panels aktueller Oberklasse-Smartphones deutlich höhere Werte. Dies gilt auch für das äußere Display, das mit 450 Lux im Standard und 730 Lux im Boost etwas bessere Werte als das Display auf der Innenseite erzielt.

Die Farbdarstellung der beiden Displays ist im Standard ausgewogen und kann auf Wunsch stufenlos in der Temperatur angepasst werden. Wie immer stehen auch ein Dark-Mode, ein Lesemodus und ein Sonnenlichtmodus zur Auswahl. Ein Always-On Display ist ebenfalls vorhanden und wird auf Wunsch auf dem äußeren Screen angezeigt. Xiaomi stellt dem Nutzer hierbei eine Vielzahl an verschiedenen Styles zur Auswahl.

Das Display ist wohl der größte Pluspunkt des Xiaomi Mi Mix Fold. Mit ganzen 8 Zoll bietet es mehr Platz für Inhalte als irgendein “normales” Smartphone auf dem Markt. Wer unterwegs gerne Games zockt oder Filme anschaut, wird das große Display lieben. Auch Office-Arbeiten gelingen deutlich besser als auf normalen Smartphones und das Lesen von eBooks und Websites ist ein Genuss. Hinnehmen muss man dafür das hohe Gewicht und die kratzempfindliche Innenseite.  

Leistung

Das Xiaomi Mi Mix Fold ist mit dem Snapdragon 888 ausgestattet. Dies ist der aktuell schnellste mobile Prozessor auf dem Markt. Der Octa-Core Prozessor ist im 5 Nanometer Verfahren gefertigt und verfügt über 8 Kerne. Das Leistungscluster bilden ein schneller ARM Cortex-X1 Prime Core mit 2,84 GHz und drei schnelle Cortex-A78 Kerne mit 2,42 GHz. Das Energiesparcluster besteht aus vier Cortex-A55 Kerne mit 1,8 GHz. Für die Grafik sorgt eine Adreno 660 GPU. Der Prozessor wird im Mi Mix Fold von 12 oder 16GB LPDDR5 RAM und 256 oder 512GB nicht erweiterbarem UFS 3.1 Speicher unterstützt.

Antutu Ergebnis Geekbench Multi Ergebnis Geekbench Single Ergebnis 3D Mark (Slingshot) Ergebnis

Dass das Xiaomi Mi Mix Fold so ziemlich jede Herausforderung in puncto Leistung problemlos erfüllt, dürfte klar sein. Apps öffnen sich blitzschnell und jedes Game aus dem Google Playstore läuft ohne Lags oder Framedrops. Gerade für Gamer dürfte das große Xiaomi Mi Mix Fold damit eine ausgezeichnete Wahl sein, denn auf dem großen Bildschirm macht Zocken deutlich mehr Spaß.

Der interne Speicher schafft es auf eine Geschwindigkeit von 1840 MB/s im Lesen und 760 MB/s im Schreiben. Der RAM verarbeitet Daten mit bis zu 51 GB/s.

Xiaomi Mi Mix fold 3dmark 2Wie jedes andere Android-Smartphone mit einem aktuellen 5 Nanometer Prozessor hat auch das Xiaomi Mi Mix Fold seine Probleme mit Dauerbelastung. Insbesondere grafisch anspruchsvolle Aufgaben sorgen auf Dauer dafür, dass sich das Smartphone deutlich erhitzt. Um den Hitzeproblemen entgegenzuwirken, arbeite Xiaomi laut Spezifikationen von folgenden Kühlmechanismen “Buttery cooling system – VC chamber + Bionic-structure graphene + thermal gel + multilayer graphite sheet“. In unserem Test erzielt das Kühlsystem zumindest so gute Ergebnisse, dass das Smartphone keinen Benchmark Stress-Test wegen Überlastungen abbricht. Die Temperatur von 53 °C an der heißesten Stelle (obere Seite mit dem Kamera-Modul) ist allerdings an der Grenze zum Unangenehmen. Gleichfalls muss man relativierend dazu sagen, dass das Hitzeproblem gewissermaßen konstruiert ist und nur bei Benchmarks auftritt. Selbst bei aufwendigen Games wird das Xiaomi Mi Mix Fold nicht so warm, dass es unangenehm in der Hand wird.

System des Xiaomi Mi Mix Fold

Das Xiaomi Mi Mix Fold läuft aktuell mit einem MIUI 12.0.11 System auf Android 11 Basis. Da das Xiaomi Mi Mix Fold bisher nur für den chinesischen Markt veröffentlicht wurde, ist das System nur in Englisch und Chinesisch verfügbar. Zudem ist der Google Playstore nicht vorinstalliert. Allerdings ist eine nachträgliche Installation mit dieser Anleitung in wenigen Minuten erledigt. In der Anleitung findet Ihr zudem noch ein paar nützliche Tipps zur Nutzung der China-ROM.

Die chinesische Software des MIUI Systems lässt sich auf englischer Sprache gut nutzen. Allerdings gibt es hier und da etwas Werbung, die Ihr mit dieser Anleitung deaktivieren könnt. Zudem gibt es eine Handvoll chinesischer Apps, die mit dieser Anleitung entfernt werden können. Danach ist das System sauber und bietet im Wesentlichen die Features, die man auch von global veröffentlichten Xiaomi Smartphones kennt. In unserem Test fiel uns lediglich auf, dass manche Apps Probleme mit der Anzeige von Benachrichtigungen haben. Dieses Problem kann man beheben, indem man den MIUI Battery Saver für die entsprechende App deaktiviert.

Was die Nutzung als Foldable angeht, wurde das MIUI System gut auf das Xiaomi Mi Mix Fold angepasst. Die Always-On Anzeige auf dem äußeren Display funktioniert gut und der Wechsel des Displays erfolgt ohne Verzögerung. Um das große Display besser zu nutzen, kann man auf Floating-Windows und die Split-Screen Funktion zurückgreifen. Beides klappt im Test gut, wobei das Verhältnis des Splitscreens nur in voreingestellten Seitenverhältnissen möglich ist.

Das chinesische MIUI System besteht auch den SafetyNet Test und kann für Banking-Apps problemlos genutzt werden. Auch Google Pay funktioniert ohne Einschränkungen. Widevine L1 ist ebenfalls vorhanden und das Display ist mit HDR10 und HDR Dolby Inhalten kompatibel. Mit Level 3 Camera Api steht auch der Nutzung des Google Camera Mods nichts im Weg. Schade ist allerdings, dass Xiaomi.eu angekündigt hat, keine extra ROM für das Xiaomi Mi Mix Fold zu entwickeln. Insofern ist man vorerst auf das chinesische System beschränkt. Sollte das Xiaomi Mi Mix Fold jedoch irgendwann auch global veröffentlicht werden, lässt sich die Global ROM wie immer nachträglich installieren.

Kamera des Xiaomi Mi Mix Fold

Um die Kamera des Mix Fold machte Xiaomi auf der Präsentation einen großen Hype, denn sie wurde 2 Jahre mit einem Investment von 140 Millionen RMB (rund 18 Millionen Euro) entwickelt. Dabei kam ein eigener Surge C1 Bildprozessor und eine Flüssigkeitslinse heraus. Den Namen Surge kennen wir noch vom Xiaomi Mi 5C, das damals mit einem hauseigenen Prozessor namens Surge S2 versehen wurde. Der Chipsatz wurde dann aber nie mehr gesehen und wir hoffen, dass den Bildprozessor C1 nicht das gleiche Schicksal ereilt. Der Surge C1 sorgt laut Xiaomi für eine schnelle Bildverarbeitung und eine bessere Bildqualität. Der Einsatz des eigenen Bildprozessors war nötig, um die Flüssigkeitslinse mit 8 Megapixel zu integrieren. Diese macht es möglich, dass der Sensor Fotos mit verschiedenen Brennweiten aufnehmen kann und daher für Makro-Shots und Zoom-Aufnahmen mit dreifacher Vergrößerung genutzt werden kann. Neben dem 8 Megapixel Sensor mit Flüssigkeitslinse gibt es dann noch eine 108 Megapixel Hauptkamera und eine 13 Megapixel Ultraweitwinkel-Kamera. Im Ganzen sieht das Kamera-Setup folgendermaßen aus:

  • Hauptkamera: 108 MP Samsung S5KHM2, f/1.75, 26mm, 1/1.52″
  • Makro-Zoom-Kamera: 8 MP Omnivison ov08a10
  • Ultraweitwinkel-Kamera: 13 MP Omnivision ov13b10, f/2.4
  • Selfie: 20 MP Samsung s5k3t2

Hauptkamera

Aufnahmen bei Tageslicht über die Hauptkamera wirken blass und den Bildern mangelt es sichtbar an Dynamik. Die Menge an Details ist typisch für den 108 Megapixel Samsung HM2 Sensor recht hoch, aber wirklich scharf sind die Aufnahmen auch nicht. Hier stimmt offensichtlich etwas mit der Software nicht, denn der Sensor sollte deutlich bessere Aufnahmen liefern.

Insgesamt schießt das Xiaomi Mi Mix Fold Aufnahmen auf Mittelklassenniveau mit der Hauptkamera. Das Redmi Note 10 Pro macht mit dem gleichen Sensor und Qualcomm Bildprozessor deutlich bessere Aufnahmen. Für den Preis des Mi Mix Folds sind diese Aufnahmen ein absolutes No-Go.

Ultraweitwinkel

Die Aufnahmen der Ultraweitwinkel-Kamera entsprechen dem Niveau aktueller UWW-Kameras der oberen Mittelklasse. Die Verzerrung an den Rändern wird von der Software gut korrigiert. Auch Details sind in ausreichender Menge vorhanden und die Dynamik ist gut. Die Farbdarstellung der Aufnahmen ist allerdings übersättigt, was den Bildern im Vergleich zur Hauptkamera die Brillanz raubt.

Nacht

Bei Nachtaufnahmen macht das Xiaomi Mi Mix Fold keine gute Figur. Die Bilder haben immer ein sichtbares Bildrauschen. Zudem sind recht viele Fotos verwackelt und dadurch unbrauchbar. Unter Verwendung des Nachtmodus bekommt man einen besseren Kontrast und etwas mehr Details in die Aufnahmen, dafür bekommt die Farbdarstellung einen unrealistischen Einschlag ins Gelbliche. Andere High-End Smartphones bietet im Bereich Nachtfotografie deutlich mehr.

Zoom

Die Zoom-Aufnahmen mit dreifacher Vergrößerung haben eine gute Schärfe und eine akkurate Farbdarstellung. Details sind ebenfalls ausreichend vorhanden, wenngleich das Xiaomi Mi Mix Fold hier sicher kein Spitzenreiter ist. Etwas störend beim Aufnehmen von Fotos ist die fehlende OIS Stabilisierung, die teilweise verwackelte Aufnahmen zur Folge hat.

Makro

Dank der Flüssigkeitslinse kann die Zoom-Kamera auch zum Aufnehmen von Makro-Shots verwendet werden. Die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen. Man kommt sehr nah an das Objekt heran und die Bilder fördern Dinge zutage, die man mit dem bloßen Auge nicht sehen kann. Auch die Farbdarstellung und der Kontrast der Aufnahmen ist gut.

Selfies

Das Xiaomi Mi Mix Fold nimmt Selfies mit einer guten Schärfe und natürlichen Farbdarstellung dar. Die Dynamik der Aufnahmen ist allerdings nicht besonders hoch und bei Gegenlicht kommt es oft zu einem Ausbrennen des Himmels im Hintergrund. Die Details der Aufnahmen sind ebenfalls nur durchschnittlich.

Portraits

Portraits gelingen mit den Xiaomi Mi Mix Fold hervorragend. Die Abtrennung zwischen Hinter- und Vordergrund ist selbst in schwierigen Situationen noch ohne auffällige Fehler. Auch die Farbdarstellung ist angenehm natürlich.

Video

Videos nimmt das Xiaomi Mi Mix Fold mit bis zu 8K und 30 FPS auf. Aufnahmen mit bis zu 4K 60FPS werden gut stabilisiert. Die Farbdarstellung der Hauptkamera kann überzeugen. Lediglich eine leichte Übersättigung bei Grüntönen fällt gelegentlich auf. Der Fokus arbeitet etwas langsam, wird dafür aber immer richtig gesetzt. Über die Videos der Ultraweitwinkel-Kamera und Zoom-Kamera kann ansonsten das Gleiche gesagt werden wie über deren Fotos. Schade ist, dass Xiaomi einen fließenden Wechsel zwischen den Linsen nur in der Full-HD Auflösung ermöglicht, obwohl die UWW und Hauptkamera auch mit 4K aufnehmen können. Selfie-Videos werden ebenfalls stabilisiert, haben aber nur eine mittelmäßige Qualität. Eine Schande ist, dass Xiaomi es nicht ermöglicht, das äußere Display in Kombination mit der Hauptkamera für Selfie-Videos zu benutzen.

Zwischenfazit zur Kamera des Xiaomi Mi Mix Fold

Marketing-Hype über die Flüssigkeitslinse hin oder her. Das Xiaomi Mi Mix Fold schneidet im Bereich Fotografie und Videos nicht besser ab als Smartphones der Mittelklasse. Die Flüssigkeitslinse ist vielleicht eine spannende Entwicklung, bis aus der Technik aber wirklich ein Mehrwert entsteht, können noch ein paar Jahre ins Land gehen. Wer viel Wert auf eine gute Kamera legt, lässt die Finger vom Mi Mix Fold!

Konnektivität

Xiaomi Mi Mix Fold SIM Slot

Das Xiaomi Mi Mix Fold ist ein Dual-SIM Handy. Unterstützt werden auch in der China-Version alle 4G und 5G Netzfrequenzen, die man für den Einsatz in Deutschland benötigt.

  • 5G: n1 / n3 / n28a / n41 / n77 / n78 / n79
  • 4G: FDD-LTE: B1 / B2 / B3 / B4 / B5 / B7 / B8 / B12 / B17 / B18 / B19 / B20 / B26 / B28A
  • 4G: TDD-LTE: B34 / B38 / B39 / B40 / B41 / B42
  • 3G: WCDMA: B1 / B2 / B4 / B5 / B6 / B8 / B19; CDMA EVDO: BC0
  • 2G: GSM: B2 / B3 / B5 / B8 CDMA 1x: BC0

Der Empfang war im Test durchweg gut. Bei Telefonaten kann man auf VoWifi und VoLTE zurückgreifen. Die Qualität war im Test einwandfrei und man wird beidseitig klar verstanden, auch mit Verwendung der Freisprechfunktion. Hierbei profitiert das Xiaomi Mi Mix Fold auch von seinen vier Lautsprechern. Die Speaker liefert nicht nur einen sehr lauten Klang, sondern haben auch deutlich mehr Tiefe und Räumlichkeit als normale Smartphone-Lautsprecher. Der Spaß beim Anschauen von Videos oder Abspielen von Musik wird so deutlich gesteigert.

An weiteren Empfangsstandards bietet das Mi Mix Fold modernes WiFi 6 und Bluetooth 5.2. Auf einen 3,5mm Kopfhöreranschluss muss man verzichten und bei USB-C erwartet uns wie gewohnt nur 2.0. An Sensoren gibt es neben den Standards (Näherung, Helligkeit, Beschleunigung, E-Kompass, Gyroskop) diesmal noch ein Barometer und Hall-Sensor. Wie immer gibt es bei Xiaomi auch eine Infrarot-Fernbedienung. NFC ist ebenfalls vorhanden und funktioniert auch mit Google Pay. Die Standortbestimmung erfolgt über GPS, A-GPS, GLONASS, BDS, Beidou und Galileo zielsicher in Sekundenschnelle. Das Xiaomi Mi Mix Fold greift dabei auf Dual-GPS zurück und empfängt im Durchschnitt um die 50 Satelliten. Beachten sollte man allerdings, dass das Xiaomi Mi Mix Fold aufgrund seiner Größe in die meisten Navi-Halterungen nicht reinpasst.

Akkulaufzeit des Xiaomi Mi Mix Fold

aufgeklappt

Das Xiaomi Mi Mix Fold verfügt über einen 5020mAh großen Akku. Der Akku muss allerdings das große 8 Zoll Display mit Energie versorgen und ist dementsprechend gar nicht mal so groß. In der Praxis konnte ich das Xiaomi Mi Mix Fold durchschnittlich zwei Tage mit einer aktiven Nutzungszeit von 5 Stunden nutzen, wobei am zweiten Abend noch etwas Akkukapazität übrig geblieben war. Die Laufzeit sollte also auch locker für einen Tag intensiver Nutzung mit Gaming ausreichen. In Akkutest verbraucht das Xiaomi Mi Mix Fold 15 Prozent beim Abspielen eines einstündigen YouTube Videos und 19 Prozent beim Gaming von Asphalt 8, gemessen mit einer mittleren Helligkeit von 200 Lux. Insgesamt ist das ein angemessenes Ergebnis.

Akkulaufzeit Ergebnis Einheit: Std

Aufgeladen wir das Xiaomi Mi Mix Fold mit dem mitgelieferten 67 Watt Charger von 0 auf 100% in 46 Minuten. Nach 30 Minuten Ladezeit sind wieder 80% im Akku. Wireless Charging wird bauartbedingt nicht unterstützt.

Testergebnis

Getestet von
Joscha

Als faltbares Smartphone ist das Xiaomi Mi Mix Fold ein genialer Begleiter für alle, die unterwegs gerne Filme und Videos schauen oder Games zocken. Auch für “Office-Arbeiten” ist das Xiaomi Mi Mix Fold besser geeignet als jedes normale Smartphone. Wie so oft im Leben zahlt man für das große Display aber auch einen Preis. Das Xiaomi Mi Mix Fold ist zum einen ziemlich teuer und zum anderen deutlich schwerer als gewöhnliche Smartphones. Zudem erfordert das empfindliche Display auf der Innenseite einen sorgsamen Umgang und die Kamera ist weit entfernt von dem Niveau eines High-End Smartphones.

Eine Kaufempfehlung für das Xiaomi Mi Mix Fold können wir nur für hartgesottene Fans der Marke aussprechen. Das Samsung Galaxy Z Fold 2 gibt es aus Deutschland zu einem ähnlichen Preis, wobei man auf lokale Reparatur bei einem Garantiefall zurückgreifen kann. Das Xiaomi Mi Mix Fold hingegen muss aus China importiert werden, weshalb mit einem Defekt deutlich größere Umstände und Kosten verbunden sind.

Das Experiment faltbare Smartphones ist trotz dieser Umstände sehr interessant und Xiaomis erster Versuch ist definitiv geglückt. Wenn sich jemand das Xiaomi Mi Mix Fold bestellt hat, würden wir gerne von Euren Erfahrungen hören. Hinterlasst uns also einen Kommentar!


Gesamtwertung
82%
Design und Verarbeitung
80 %
Display
100 %
Leistung und System
80 %
Kamera
50 %
Konnektivität
100 %
Akku
80 %

Preisvergleich

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*Preise inkl. Versand und Zoll. Zwischenzeitliche Änderung der Preise, Rangfolge, Lieferzeit und -kosten möglich. Preise zuletzt aktualisiert am 20.10.2021

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Günter
Gast
Günter (@guest_79112)
3 Monate her

“Das Display ist also extrem lang und gleichzeitig relativ schmal. Mit diesem Format macht die Nutzung von Videos und Games natürlich kaum Sinn.” … Die Aussage gilt für alle aktuellen Handys im “Dachlattenformat” 20:9!! Und dass nicht nur für Videos und Games. Ein völlige Fehlentwicklung in meinen Augen.

Wackelohr
Mitglied
Mitglied
Wackelohr (@wackelohr)
3 Monate her

Hallo,
ich bin ein Freund großer Smartphones und finde das Gerät als Designstudie interessant. Aber- meine Meckerliste wäre sehr lang, nur zwei Sachen: warum hat das Gerät eine so alberne Breite, daß man mit dem Außendisplay fast nichts anfangen kann? (8,5 cm Breite wären gut.) Und zweitens der Preis. Wer soll das bezahlen?

Gruß Georg

Androfox
Gast
Androfox (@guest_79102)
3 Monate her

Ich werde nie verstehen wie ein 6,5″ und ein 8,1″ Display in unüblichen Seitenverhältnis Sinn machen. Will man Filme und Spiele genießen hat man entweder Balken oben und oben oder links und rechts. Ob Inhalte jemals wieder eher quadratische Formate üblich werden wage ich zu bezweifeln. Filme zb werden immer breiter (21:9 = üblich).
Ich sehe die Zukunft eher in Flip phones. 6,5-7″ reichen den meisten Menschen aber sie empfunden es meist als zu groß in der Tasche, perfekt also wenn es klappbar ist.

JoeM
Gast
JoeM (@guest_79075)
3 Monate her

So ein überteuertes Gerät würde ich nie kaufen. Ich wüsste nicht wo da der Mehrwert ist. Lieber ein gescheites Smartphone und ein Top Tablet kaufen als so eine Beta- Gurke. Da muss man keine Kompromisse eingehen. Man stelle sich nur mal vor mit so einem unhandlichen Klopper als Daily- Driver herumzulaufen.

Balkanese
Gast
Balkanese (@guest_79077)
3 Monate her
Antwort an  JoeM

Naja gut, für Frauen mit Handtasche ist ein “dicker Klopper” kein Problem. Ich denke deswegen schon, dass sich das Prinzip zum aufklappen durchsetzen wird. Du musst sehen, dass die Geräte in 2 Jahren sehr viel besser und hoffentlich dann auch nur noch halb so teuer sein werden. Und wollen doch unterwegs kein Tablet dabeihaben, aber wenn du so ein schön großes Display einfach in der Hosentasche hast ist das schon eine tolle Sache, denke ich.

JoeM
Gast
JoeM (@guest_79079)
3 Monate her
Antwort an  Balkanese

Ich wüsste nicht wozu man ein so großes Display im Alltag brauchen würde, die meisten Leute die ich kenne würden lieben Smartphones mit kleineren Displays kaufen, aber jede Generation wird immer größer !

as@as
Gast
[email protected] (@guest_79080)
3 Monate her
Antwort an  JoeM

Damit hast du deine Frage selbst beantwortet. Die Masse will große Handys, sonst würden die Hersteller nicht immer Größere rausbringen

Hans-Dieter
Gast
Hans-Dieter (@guest_79103)
3 Monate her

Nur ein Teil der Kunden möchten diese Riesigen Smartphones weit über 6,5″, immer mehr Kunden möchten wieder kleinere Geräte, da sie nicht Filme und Serien darüber schauen oder 16h am Tag in Instagram und Co. abhängen.

Kleinerer Geräte werden auch gut verkauft, siehe Samsung Galaxy A20e 5,8″, iPhone 12 Mini 5,4″ und iPhone 12 (Pro) 6,1″.