Die Alternative schlechthin für das Xiaomi Mi Max 3 ist da: Das Honor Note 10 ist mit seinen 6,95 Zoll ein waschechtes Phablet – und das Display ist sogar ein AMOLED-Screen! Kommt hier die ultimative Phablet-Erfahrung? Das Honor Note 10 hat mich nun gut 2 Wochen begleitet und wie es mir erging, erfahrt Ihr im Testbericht.Honor Note 10 Testbericht SampleDas Honor View 10 war mit seinem 6 Zoll 18:9 Bildschirm nur der Vorgeschmack, denn beim Note 10 steht das Display klar im Fokus. Angetrieben wird dieses vom altbekannten Kirin 970, wobei der Octa Core schon wirklich nicht mehr taufrisch ist – den Kirin 980 gibt es aber erst im Huawei Mate 20 Pro – flankiert wird er von 6GB Arbeitsspeicher, bei uns 64GB Speicherplatz und einem üppigem 5000 mAh Akku. Die Hauptkamera ist die gleiche wie im handlichen Honor 10, nur die Frontkamera ist eine mit geringerer Auflösung. Dafür finden in dem großen Gehäuse zwei große Lautsprecher Platz, sodass man Stereo Sound mit Dolby Atmos Zertifizierung bekommt – voller Fokus auf den Multimedia-Konsum.

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Honor hat noch weitere Big-Display-Smartphones in der Pipeline. Ganz vorne dran ist das bisher größte Phablet bisher, das Honor 8X mit 7,12 Zoll und Snapdragon 660, aber auch das Honor Play mit Kirin 970 gehört mit seinen 6,3 Zoll nicht zu den kleinsten Vertretern. Im Testbericht erfahrt ihr alles, was ihr über das Honor Note 10 wissen müsst und ob sich EMUI auch für Phablets eignet.

Design und Verarbeitung

Kompakt ist das Honor Note 10 definitiv nicht! Muss es auch nicht, ist ja schließlich ein Phablet. Aber so viel größer als andere Smartphones ist es, trotz der Displaydiagonale von 6,95 Zoll, nicht  wirklich und die Einhandbedienung ist bedingt auch noch möglich. Zum Tippen greift man aber gerne mal mit beiden Händen zu. Zurzeit ist es in der Farbe Schwarz – schwarze Front und schwarze Rückseite – sowie Blau – schwarze Front und blaue Rückseite erhältlich. Unsere schwarze Rückseite ist nicht ganz tiefenschwarz, wie beim OnePlus, sondern ein Zwischending aus Anthrazit und Schwarz.

Honor Note 10 Testbericht Produktfotos 14 Honor Note 10 Testbericht Produktfotos 15

Honor Note 10: 177 x 85 x 8 mm 6,95 Zoll 231g
Xiaomi Mi Max 3: 176 x 87 x 8mm 6,9 Zoll 218g
Xiaomi Mi8: 155 x 75 x 7,5mm 6,21 Zoll 176g
Xiaomi Mi Mix 2S: 151 x 75 x 8,2mm 6 Zoll 194g
OnePlus 6: 155 x 75 x 7,8mm 6,28 Zoll 177g

Im Lieferumfang findet sich neben dem Honor Note 10 und dem Beilege-Zettelwerk noch eine Schutzhülle, die leicht grau ist, eine vorangebrachte Displayschutzfolie, der Huawei Super Charger, ein USB-C Kabel und USB-C auf 3,5mm Klinkenadapter.

Honor Note 10 Testbericht Produktfotos 8 Honor Note 10 Testbericht Produktfotos 7 Honor Note 10 Testbericht Produktfotos 9 Honor Note 10 Testbericht Produktfotos 11 Honor Note 10 Testbericht Produktfotos 10 Honor Note 10 Testbericht Produktfotos 12

Das Honor Note 10 ist sowohl vorne als auch auf der Rückseite aus Glas und beides sind glatte Flächen. Auf der Vorderseite rundet sich das Display 2.5D zum Rahmen hin, wodurch sich ein schöner Halbkreis ergibt. Der Abstand zwischen Display und Rahmen misst oben 7,4mm – hier findet noch die Frontkamera, Sensoren und ein kleiner Lautsprecher zum Telefonieren Platz – unten beträgt er 6,4mm und beherbergt nur einen Honor-Schriftzug in Chrom. An den Seiten beträgt er ca. 2mm. Oben rechts findet sich auf der Front auch noch die RGB-Benachrichtigungs-LED.

Die Rückseite ist ebenfalls aus Glas, wobei es hier viel griffiger ist – leider auch ein Magnet für Fingerabdrücke. Das Honor View 10 hatte ich vor knapp einem halben Jahr auch im Test und hier war der Rücken ebenfalls komplett glatt, aber aus Metall. Beim Honor Note 10 gefällt sie mir aus Glas besser – bei einem Sturz will man aber unbedingt die mitgelieferte Silikonschutzhülle dran haben. Hier liegt die Kameraeinheit, die zwar vertikal angeordnet ist, aber aus zwei einzelnen Linsen besteht und mit dem Schriftzug „AI CAMERA“ geschmückt wird, darunter der Fingerabdrucksensor und unten links in der Ecke noch ein „honor“ Print. Der Rahmen aus schwarz-mattem Metall zieht sich einmal komplett ums Gehäuse und behält auch seine Rundung bei. Rechts liegen die Lautsprecherwippe und der Powerbutton, zusätzlich ist ein Stück weiter unten noch ein Button, der als Kameraauslöser dient oder den GPU Turbo aktiviert. Auf der anderen Seite sitzt der SIM-Slot. Oben und unten am Rahmen wird dieser durch je zwei Empfangsstreifen unterbrochen und ist fast komplett mit kleinen Löchern versehen (48mm breit). Hier sind die Lautsprecher und Mikrofone untergebracht. An der Unterseite liegt auch noch mittig der USB-C Port.

Das Honor Note 10 bringt an sich alles mit, was ein Flagship braucht inklusive einer tollen Verarbeitung und Anmutung. Als Ganzes ist es aber irgendwie zu groß, um als Flagship-Schmuckstück wahrgenommen zu werden. Die Größe überstrahlt bei vielen, die das Smartphone in der Hand hatten, die tollen Materialien und das Design. Im Vergleich zum Mi Max 3 liegt es aber besser in der Hand. Das liegt zum einen an den 2mm geringeren Breite und auch an der griffigeren Rückseite, sodass ich es mit einer Hand noch gut greifen kann.

Display

Honor Note 10 Testbericht Produktfotos 3 Honor Note 10 Testbericht Produktfotos 4Das Herzstück im Honor Note 10 ist ganz klar das Display. Die anderen Kategorien sind Nebenakteure, die man in einem Smartphone halt nun mal auch braucht, aber beim Display hat man nicht gespart und ein AMOLED-Panel verbaut. Das Display misst stolze 6,95 Zoll in der Diagonale und ist im 18,5:9 Format. Die Auflösung beträgt dadurch 2220 x 1080 Pixel, wodurch das Note 10 eine Bildpunktdichte von 355 PPI erreicht. Zum Vergleich das Xiaomi Mi Max 3: 6,9 Zoll, 18:9, IPS, 2160 x 1080 Pixel, 350 PPI. Damit erreichen beide Smartphones eine Displayfläche von 122,4cm², aber das Honor Note 10 ist 2mm schmaler, was sich positiv auf die Handlichkeit auswirkt. Mit dem starken AMOLED Display konnten wir außerdem eine Helligkeit von 830 cd/m² messen – damit kann man auch die pralle Sommersonne ignorieren.

Das Full HD+ Display bietet alles, was man als Multimedia-Liebhaber so braucht. Die Kontraste sind stark und das Schwarz sehr tief. Von TVs kennt man den Begriff HDR und HDR10, der auch hier genannt wird. In den Einstellungen kann man das Bild ein wenig anpassen. Ein Lesemodus oder automatischer Blaulichtfilter sind aber an Bord.

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Die Auflösung reicht aus, aber bei der Größe hätte es auch schon fast ein 2K Display sein können – sitzt man näher als sonst vor dem Smartphone, dann können geübte Augen hier und da nicht ganz runde Icons und Buchstaben erkennen. Allerdings lässt sich Netflix und Amazon Prime in FHD streamen, da es die Widevine L1 Freigabe erhalten hat. Auch macht für mich die Bild in Bild Funktion mit so einem Display erst Sinn: oben ein YouTube Video und unten eine Website oder News.

Zur Bedienung bietet das Honor Note 10 nicht die neue Gestensteuerung, nur eigene Sachen, wie den NaviDot oder Einzeltastenbedienung – ausblenden lassen sich die Buttons also nicht komplett, wie bei Xiaomi. Vermisst habe ich es nicht, denn das Max 3 lässt sich nicht ganz so einfach mit Gesten bedienen, wie z.B. ein Redmi 6a. Der Touchscreen registriert außerdem 10 Punkte gleichzeitig. Geschützt wird das Display von Haus aus mit einer Displayschutzfolie, aber mit welcher Technologie das Displayglas gehärtet ist, lies sich nicht herausfinden.

Eines ist das Honor Note 10 in meinen Augen schon: eine Therapie für jeden, der Angst vor den „zu großen“ Displaydiagonalen hat. Nach den zwei Wochen kommt mir mein Daily Driver, das OnePlus 6, auf einmal richtig klein vor. Davor hätte ich es am liebsten in die Phablet Bestenliste statt in die „Smartphone normal“ gepackt, aber nun freue ich mich über das normal große Display.

Für Pendler, Smartphone Junkies, Nutzer, die sehr viel mit dem Smartphone arbeiten oder auch gelangweilte Studenten in der Vorlesung ist das Display genial! Mit den fast 7 Zoll kann man ohne Probleme die Desktop Version einer Website anschauen oder auch Videos & Serien besser genießen als auf den winzigen 5 Zoll Smartphones.

Leistung

Im Honor Note 10 findet man einen sehr schnellen Octa-Core Prozessor, nur leider ist es immer noch der Kirin 970 der Huawei Tochterfirma HiSilicon. Der Chip setzt sich aus vier Cortex A73 Kernen mit 2,4 GHz und vier A53 Cores á 1,8 GHz zusammen. Als GPU kommt die Mali-G72 zum Einsatz – die ehrlich gesagt auch der Flaschenhals des Gespanns ist. Huawei Honor setzt zurzeit groß auf die GPU-Turbo „Innovation“. Ziel ist es, den Takt der Grafikeinheit zu erhöhen, um die Leistung zu verbessern.

Honor Note 10 Testbericht Phablet Screenshots 6 Honor Note 10 Testbericht Phablet Screenshots 8 Honor Note 10 Testbericht Phablet Screenshots 7 Honor Note 10 Testbericht Phablet Screenshots 9 Honor Note 10 Testbericht Phablet Screenshots 20 Honor Note 10 Testbericht Phablet Screenshots 4Honor Note 10 Testbericht Phablet Screenshots 10

Ganz salopp gesagt: der GPU Turbo wäre nicht nötig gewesen, wenn eine anständige GPU verbaut wäre. Das Adreno Pendant 630 von Qualcomm hat das nicht nötig. Beim Honor Note 10 ist die Meldung „GPU Turbo“ ein paar Mal aufgetaucht, da unser System aber auf der chinesischen ROM basiert, bleibt der Inhalt der Benachrichtigung verschlüsselt. Grundsätzlich arbeitet der Grafikboost nur im Hintergrund und verbessert das Gaming-Erlebnis. Zur Kühlung soll, wie im BlackShark, eine Art Flüssigsystem integriert sein. Nach 15min Volllast im Benchmark, taktet das Note 10 aber auf 90% der Leistung runter.

Antutu Ergebnis Geekbench Multi Ergebnis Geekbench Single Ergebnis 3D Mark Ergebnis

Die Benchmarks und Zahlen sprechen noch immer für die Klasse eines Kirin 970 und das Honor Note 10 legt ein einwandfreies Arbeitstempo an den Tag. Dass es irgendwo mal ruckelt, eine Website langsamer als am Desktop PC aufgebaut wird oder Apps nicht in der selben Sekunde starten, habe ich nicht erlebt in der Testzeit.

Als Speicher bekommt man entweder 6GB Arbeitsspeicher plus 64GB Systemspeicher oder 128GB. In der größten Version sind es dann 8GB RAM plus 128GB Speicher. Der Arbeitsspeicher ist mit seinen 7,6 GB/s ordentlich fix und ist super für Multitasking. Der Systemspeicher ist per UFS 2.1 angebunden und ebenso schnell. Wem die 128GB nicht reichen, kann den Speicher über den Hybrid-Slot bis zu 256GB per MicroSD-Karte erweitern – dann lässt es sich aber nicht mehr im Dual-SIM-Betrieb nutzen, da man den zweiten Slot für die Speichererweiterung opfert.

6GB RAM + 64GB ROM 6 + 128GB 8 + 128GB
400€ 440€ 520€

An sich ist genau dieses Setup uns schon von 3 Smartphones davor bekannt: das Honor View 10, Honor 10 und Huawei Mate 10 Pro. Gegen den Snapdragon 845 kann der Kirin 970 nicht standhalten, aber mit dem Snapdragon 835 schon. Und dadurch kriegt man quasi ein Flagship. Nur die GPU wird früher oder später zum Flaschenhals bei 3D-Games. Mit dem GPU-Turbo wirkt Huawei Honor da ein wenig dagegen – beim Kirin 980 macht man es dann hoffentlich besser.

EMUI – System

Unser Honor Note 10 wurde vom CECT-Shop geliefert. An Bord war EMUI in der Version 8.2, das auf Android 8.1 basiert. Der Sicherheitspatch ist mit August 2018 entsprechend aktuell. Das Honor Note 10 ist erstmal nur auf dem chinesischen Markt verfügbar, dementsprechend ist unsere ROM nicht nativ von Honor: das System ist gut in Deutsch übersetzt, nur finden sich hier und da ein paar Schnipsel auf Chinesisch.

Honor Note 10 Testbericht Phablet Screenshots 1 Honor Note 10 Testbericht Phablet Screenshots 2 Honor Note 10 Testbericht Phablet Screenshots 16 Honor Note 10 Testbericht Phablet Screenshots 17

Über EMUI sollten die meisten unter unseren Lesern schon Bescheid wissen. Der Launcher von Huawei kommt auch bei Honor zum Einsatz und bietet, ähnlich via Samsungs Touch Wiz, viele Einstellungsmöglichkeiten und noch mehr Apps, wie Health, Reader, Musicplayer, einen Design-Store oder ein Game-Center. Der Unterschied ist nur, dass EMUI das Smartphone nicht langsamer macht. Auch findet sich auf der chinesischen ROM, anders als auf der deutschen, keine Bloatware oder Werbe-Apps, die davor nach deinstalliert werden wollen. Wem EMUI dennoch nicht zusagt, kann natürlich auch den Launcher wechseln, die entsprechende Einstellungen findet man unter „Apps und Benachrichtigungen“. Zum Beispiel kann man den Rootless Pixel Launcher oder den Evie Launcher gut benutzen.

EMUI an sich ist ok – es wird nicht mein Lieblingslauncher, denn hier steht schon Oxygen OS vom OnePlus, danach MIUI und dann Stock Android vom Google Pixel – aber an sich wird jeder damit gut zurechtkommen. Es ist einfach kein Grund gegen ein Honor Smartphone. Außerdem werden die Smartphones 2 Jahre lang mit den neusten Updates versorgt, auch das Honor 9 bekommt Android 9. Unsere China ROM erhält ganz normal Updates – ob eine Global ROM, wahrscheinlich gekoppelt mit dem Note 10 für Europa, erscheint, ist noch nicht bekannt, aber die Global Version wird bereits in den Shops schon gelistet.

Kamera

Das Phablet bringt auch alles mit sich, was es braucht, um heutzutage gute Fotos zu machen. Dabei liegt, wie wir es bei Honor Smartphones kennen, der Fokus auf besonders ansehnlichen Aufnahmen: die Bilder sollen gleich auf den ersten Blick begeistern mit knackigen Farben, hohem Kontrast und auf Wunsch auch sehr starkem Bokeh-Effekt. Dafür ist im Honor Note 10 das gleiche Kamerasetup verbaut wie im Honor 10. Es ist ein 16MP in RGB (Farbe) und ein 24MP Sensor in Monochron (Schwarz / Weiß), bei beiden ist die Blende f/1.8 groß. Die Frontkamera hat leider ein Downgrade erhalten und löst nun nur noch mit 13MP auf und hat eine f/2.0 Blende.

Die Hauptkamera macht einen guten Job: das Phablet kostet zwar über 400€ und ein Mi8 oder OnePlus 6 sind nochmals besser, aber die Bilder, die mir in der Testzeit gelungen sind, kann man ohne sich zu schämen auf dem großen Fernseher ansehen. Teilweise verschwimmen ein paar Strukturen bei Landschaftsaufnahmen oder die Software übertreibt es mit kontrastreichen Farben, aber bei Makros sieht man, dass es auch anders geht. Das OnePlus 6 bietet einfach noch mehr Details, wenn man näher hin scrollt und außerdem sind Bokehs hier echt und nicht mit Hilfe der Software kreiert. Die Aufnahmen entstanden am späten Abend, wo das OP6 mehr Licht auf die größere Linse bekommt – das Honor Note 10 rauscht deshalb ein klein wenig.

Honor Note 10 Testbericht Phablet Screenshots 15Angetan hat es mir wieder mal die Kamera App von EMUI, denn anders als die schlanke Kameraapp bei OnePlus, lädt das Honor Note 10 zum Spielen ein mit den vielen Modi. Wie ich finde, erhält man mit dem Modus „Blende“ die besten Bokeh Shots. Der Grad des Tiefenunschärfe-Effekts lässt sich frei bestimmen und die Software trennt sauber zwischen dem Motiv im Fokus und dem Hintergrund. Im Modus Porträt bekam ich, trotz aktiviertem Bokeh Effekt, diesen leider häufig nicht. Hier will die App erst ein Gesicht erkennen, bevor es soweit ist. Im Nachtmodus sucht man sich z.B. ein Geländer, um das Honor Note 10 abzustützen, lässt die Kamera ein paar Sekunden lang Licht einfangen und kann mit ein bisschen Nachbearbeitung tolle Nachtaufnahmen knipsen.

Auch hier kommt wieder der Begriff AI – Artificial Intelligence: aktiviert man ihn, dann nimmt die NPU – Neural Processing Unit – des Kirin 970 einem die Arbeit ab und wählt den passenden Modus aus, stimmt die Farben auf das Motiv ab und man erhält ohne Nachbearbeitung ein tolles Foto. Die Funktion schafft es, zwischen Hunden und Katzen zu unterscheiden und wählt auch nach Umgebung aus, was gerade besser aussieht. Der Effekt lässt sich darauf hin in der Galerie wieder vom Foto nehmen, falls es zu unnatürlich geworden ist.

Beim Aufnehmen von Fotos vermisste ich grundsätzlich den OIS, optischen Bildstabilisator: auch wenn mir kein Bild am Ende verwackelt war, so sieht man beim Aufnehmen stets wie zittrig die eigene Hand ist.

Die Selfiekamera ist schlechter als die des Honor 10 und das macht sich auch in den Ergebnissen bemerkbar. Die näheren Details (Gesicht) sind ungefähr auf dem selben Level, wenn auch ein bisschen gröber. Farben bleiben recht neutral und auch der Rand der Haare wird nicht verwaschen. Den Hintergrund kann man mit dem Honor Note 10 mit einem Selfie meistens kaum einfangen: dieser wird zu verwaschen, außerdem hatte ich oft das Problem, dass er draußen gnadenlos überbelichtet wurde – im dunkleren Wald ging’s dann wieder. Auch die Frontkamera kann Bokehs schießen, was auch hier voll elektronisch passiert. Und das funktioniert auch ganz gut, die Person steht dann eben noch deutlicher im Fokus. Es gibt bessere Selfie-Smartphones als das Honor Note 10, aber die Aufnahmen sind trotzdem noch zu gebrauchen – außer sie sind überbelichtet.

Videos lassen sich in 4K mit 30fps aufnehmen, wobei hier dann der elektronische Bildstabilisator nicht mehr arbeitet. Greift man auf die App Open Camera (zum PlayStore) zurück, dann kriegt man auch stabilisierte 4K Aufnahmen. Die besten Ergebnisse erhält man bei FHD mit 60fps, da hier das Bild nicht verwackelt ist und Farben besser zur Geltung kommen. Im Modus Zeitlupe schafft der Sensor 120fps.

Konnektivität

Das Honor Note 10 ist, wie quasi alle China-Smartphones, ein Dual-SIM Handy. Bisher ist nur die China Version vorgestellt worden und erhältlich. Im Grunde beherrscht das Phablet alle Frequenzen, die für Deutschland nötig sind – außer LTE Band 20. Ich wohne knapp 10km außerhalb von Würzburg und bin selbst dort nicht darauf angewiesen. Das einzige mal, wo es sich bemerkbar gemacht hat, war beim Spaziergang in einem nahen Naturschutzgebiet mitten im Wald. Der ständige Wechsel zwischen 2G und 3G zog auch ziemlich stark am Akku. Folgende Frequenzen unterstützt das Note 10:Honor Note 10 Testbericht Produktfotos 13

  • GSM: 850 / 900 / 1800 / 1900; CDMA 800
  • HSDPA 850 / 900 / 1900 / 2100; CDMA2000 1xEV-DO / TD-SCDMA
  • LTE FDD: B1 / B3 / B5 / B7 / B8; TD-LTE: B34 / B38 / B39 / B40 / B41

Der Empfang ist sehr gut und stabil (Telekom), Ausflüge ins Internet machen mit dem schnellen Internet und dem riesigen Display richtig Freude. Telefonieren kann man mit dem Phablet auch, wie man es gewohnt ist. Das geräuschunterdrückende Mikrofon leistet gute Arbeit, aber teils führte es dazu, dass auch meine Stimme leiser beim Gesprächspartner ankam. VoLTE war bei mir von Anfang an freigeschalten und wurde auch genutzt – zu WiFi Calling findet man keine Option in den Einstellungen. Dabei zieht man mit dem großen Gerät schon die Blicke auf sich. Aber auch der Lautsprecher lässt sich außerordentlich gut als Freisprecher nutzen.

Im Honor Note 10 finden gleich zwei Lautsprecher Platz am Rahmen oben und unten. Hier sind fast beide Seiten komplett gelocht. Im Soundcheck gehören die Speaker zu den besten, die wir je hatten. Zertifiziert sind sie sogar mit Dolby Atmos, das sich An- und Ausschalten lässt in den Schnelleinstellungen. Dabei bekommt der Sound ein bisschen mehr Brillanz und Räumlichkeit. Bass findet sich leider trotzdem nur wenig wieder, aber stellt man das Honor Note 10 vor sich, lässt sich auch die Serie auf Netflix genießen.

Honor Note 10 Testbericht Phablet Screenshots 18Zur Navigation stehen GPS, A-GPS, GLONASS und BeiDou bereit, unterstützt wird man zusätzlich durch einen elektronischen Kompass. Einen Fix kriegt man schon in unter 5 Sekunden auf circa 100m genau, nach knapp 20 Sekunden wird die Position dann auf 3m genau bestimmt. Die Navigation mit dem Honor Note 10 klappt ziemlich gut: im Auto hat man ein riesiges Display als Navi und wir wurden auch selten neben der Autobahn angezeigt. Aber er hatte nicht immer eine schnelle Datenverbindung parat, wovon sich Google Maps aber nicht stören lässt. Das weitere Paket an Sensoren umfasst: die drei Standards (Licht, Näherung, Beschleunigung/Lage), Schrittzähler und ein Gyroskop.

In lokale WLAN Netzwerke funkt das Honor Note 10 im ac-Standard und versteht auch Dual Band (2.4 & 5.0 GHz). Die Bluetooth Version ist mit 4.2 leider nicht mehr so aktuell, dafür gibt es NFC – wie sollte man auch sonst unterwegs bezahlen können? An Anschlüssen steht leider nur ein USB-C Port bereit – der 3,5mm Klinkenanschluss wurde wegrationalisiert und durch einen USB-C auf 3,5mm Klinkenadapter ergänzt. Dafür wurden meine Xiaomi USB-C Headphones als Headset erkannt.

Zur biometrischen Entsperrung lässt sich entweder der Zeigefinger nutzen oder das Gesicht. Der Fingerabdrucksensor wurde auf der Rückseite platziert. Der Sensor an sich funktioniert super und leistet sich bei den 10 Versuchen am Stück keinen Fehler. Da das Phablet aber so groß ist, kommt man wirklich schwierig an ihn ran – ein Stück weiter unten hätte es auch getan. Mit Face Unlock kriegt man bei Honor noch eine zweite Methode, um sein Phablet fix zu entsperren. Zeitlich liegt man hier bei knapp 0,5 Sekunden über den Fingerabdrucksensor und 0,8(?) über Face Unlock. Bei Nacht klappt es leider nicht, da kein Infrarot Sensor verbaut ist. Dafür muss man sein Smartphone nur anheben und schon springt die Gesichtserkennung an. Das lässt sich zum Glück auch ausschalten, denn manchmal ging so auch die Kamera vom Sperrbildschirm an und einmal sogar der Notruf.

Akkulaufzeit

Honor Note 10 Testbericht Phablet Screenshots 21 Honor Note 10 Testbericht Phablet Screenshots 12Die 6,95 Zoll Displaydiagonale und der Octa Core wollen beide mit Strom versorgt werden und dafür stehen 5000mAh bereit. Honor hat den Platz des Gehäuses gut genutzt und einen entsprechen großen Akku verbaut, der schier unendlich langen Multimedia-Genuss verspricht. Das bestätigt sich auch so in der Praxis, denn das Honor Note 10 mutierte bei meinem Smartphone Konsum zu einem 3-Tages-Läufer. Am Ende des 3. Tages stand das Honor Note 10 auf 3% bei gut 9:30 Display-On-Time. Das bestätigt auch der PC Mark Batterybenchmark mit 11:10 Stunden auf der Uhr. Im Streaming Test bei einer Stunde YouTube Videos bei mittlerer Bildschirmhelligkeit auf mittlerer Lautstärke braucht das Note 10 7%. Das ergibt in der Theorie 14 Stunden Streaming.

Schlägt es damit sogar das Mi Max 3? Nein, Xiaomi hat das Thema Optimierung der Akkulaufzeit gemeistert und lässt Hersteller der Big-Battery-Smartphones alt aussehen. Das Mi Max 3 bietet 500mAh mehr Akkukapazität und der Prozessor ist verbrauchsärmer. So stehen dort auch 13 Stunden als Benchmarkerbebnis. Trotzdem eignen sich für starke Multimedia-User beide Smartphones, zumal man beim Honor Note 10 schneller nachladen kann.

Akkulaufzeit Ergebnis Einheit: Std

Als dass dieser lange Atem nicht schon reichen würde lädt man das Note 10 mit Huaweis Super Charge Technik. Das mitgelieferte Netzteil pumpt 5V und 4,5 Ampere in den Akku. Von 0% bis 100% dauert es gerade mal 1:50. Wenn man mal eben nachladen will, dann geht es von 50 auf 90% in 35 Minuten.

Fazit und Alternative

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Erik Zürrlein:

An sich bin ich nach der Testzeit recht zufrieden mit dem Honor Note 10. Das kleine Honor 10 hat mir schon gefallen, das Phablet macht aber vieles anders. Der Fokus liegt auf Multimedia und das kann das Teil: das Display ist sehr ansehnlich und leuchtstark – der Kirin 970 mit GPU Turbo rockt die aktuellen 3D-Games – die Kamera macht ansehnliche Bilder und lädt zum Experimentieren ein – und der Akku ist für mindestens zwei lange Tage gut.

Ein paar Patzer leistet sich das Honor Note 10 dann aber schon im Test: die Selfiecam belichtet gerne über, der Kirin 970 ist nicht mehr ganz taufrisch, ein 3,5mm Klinkenanschluss wäre wünschenswert, kein Band 20 und es könnte leichter sein. Hier merkt man, dass man das Preislimit 450€ einhalten wollte – bzw. seitens Huawei aus auch sollte. In der Kalkulation stand der Nutzen als Multimedia-Maschine weit oben, da tröstet das AMOLED Display über eine schwächere Selfiekamera hinweg.

Ja die Phablets haben es in Zeiten der riesigen Full-Screen-Smartphones nicht leicht und dementsprechend wenig Auswahl gibt es zurzeit gerade auch auf dem Markt. Neben dem Mi Max 3 ist das Honor Note 10 bei uns aber gerade gewissermaßen konkurrenzlos – nennt mir jetzt bitte nicht das Samsung Note 9 für 1000€ mit 6,4 Zoll Display 😉. Wer ein Phablet mit Flagship-Genen möchte, darf beim Honor Note 10 gerne zugreifen – unseren Segen hat das Note 10. Unentschlossene können auch gerne bei unserem Phablet Vergleich vorbeischauen.

85%
  • Design und Verarbeitung 90 %
  • Display 100 %
  • Leistung und System 80 %
  • Kamera 80 %
  • Konnektivität 70 %
  • Akku 90 %

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Stephan Oehlschlaeger
Gast
Stephan Oehlschlaeger

Ist eine Global-Version mittlerweile verfügbar?

Peter Greddy
Mitglied
Peter Greddy

Ich glaube nicht … leider.

Peter Greddy
Mitglied
Peter Greddy

Netter Bericht! Wirklich! Ich hatte immer große Phones, vor Jahren hieß es immer es ist zu groß und heute werden es immer mehr die es mögen. Ich habe seit 10 Monaten das Xiaomi Max 2 und suche nun ein großes Phone mit NFC. Das Honor Note 10 ist von den Specs her wirklich nett aber mit der Glasrückseite und kein SD-Prozessor eben leider ein NO-Go für mich. Aber Preis/Leistung finde ich echt Spitze.
Ich warte noch auf das Honor 8X was ja anscheinend eine SD-Cpu hat oder eben auf das Moto P30 Note.
Ansonsten macht weiter so!
PS: Der war richtig gut: „nennt mir jetzt bitte nicht das Samsung Note 8 für 1000€ mit 6,4 Zoll Display“

MikeB
Gast
MikeB

Die Samsung Geräte sind von der Displaybreite her sowieso uninteressant.