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Samsung stellt Produktion in China vollständig ein

Laut eines t3n-Berichts von Anfang Oktober hat Samsung sich komplett aus China zurückgezogen – zumindest was die Produktion angeht. Zuletzt wurde nach Angaben der Agentur Reuters das letzte Werk in Huizhou geschlossen, in dem jährlich viele Millionen Smartphones produziert wurden.

Samsungs Rückzug aus dem Land der Mitte

003 galaxynote10plus product images aura glow front with penLetztes Jahr hat Samsung damit begonnen, seine Produktionskapazitäten aus China abzuziehen und entweder komplett aufzugeben oder in andere Länder zu verlagern (dazu gleich mehr). Den Anfang machte 2018 das Werk in Shenzhen, in dem primär Netzwerk-Komponenten hergestellt wurde. Bald folgte das Werk in Tianjin, in dem jährlich 36 Millionen Smartphones hergestellt wurden. Zuletzt musste jetzt die Fabrik in Houizhou dran glauben, in der bis zuletzt jährlich 72 Millionen Smartphones vom Band gelaufen sind.

Die Gründe für Samsungs schnellen Rückzug

Hier lässt sich natürlich fast nur spekulieren. Ein Grund für den Rückzug aus China sind definitiv die steigenden Arbeitskosten im Reich der Mitte – ein Smartphone in Vietnam oder Indien zu produzieren ist einfach billiger für den Hersteller.

Außerdem ist es natürlich in Samsungs Interesse, die Lieferkette so kurz wie möglich zu halten. Deswegen macht Produktion in China für den koreanischen Elektronikriesen wenig Sinn – bei Smartphones haben sie dort in den letzten Jahren extrem an Marktanteil verloren.

Verlagerung der Produktion nach Indien und Vietnam

Stattdessen verlagert Samsung einen großen Teil der frei gewordenen Kapazitäten nach Vietnam und Indien. Die dortigen Fabriken haben bereits letztes Jahr weit mehr Smartphones produziert als die in China und die Zahl wird sich in Zukunft wohl noch erhöhen.

Grund für die Wahl dieser Länder sind natürlich die sehr geringen Arbeitskosten. Außerdem hat der koreanische Hersteller in Indien derzeit 23 Prozent Marktanteil und wird dort nur vom chinesischen Konkurrenten Xiaomi überboten. In Vietnam kommt Samsung sogar auf 29 Prozent Marktanteil bei Smartphones und ist somit die Nummer zwei nach Apple.

Unsere Einschätzung

Auf der einen Seite ist der Rückzug aus China bedeutend für den aktuellen Zustand des Smartphone-Geschäfts von Samsung. Zwar sind sie aktuell immer noch Weltmarktführer, die Spitzenposition bröckelt aber schon seit längerer Zeit. Das liegt vor allem daran, dass Samsung als Platzhirsch von Alternativen wie Xiaomi oder BBK Electronics (Oppo, Vivo, Oneplus, Realme) aus wichtigen und großen Märkten verdrängt wird. Immerhin – Apple geht es derzeit nicht anders.
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Lucas
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Lucas

Hallo Benjamin, schau Dir mal diese Statistik an, damit relativiert sich dann die Aussage “in Vietnam hinter Apple”.
Gruß aus Ostafrika, Lucas

Simon2
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Simon2

Ich vermute hier vorwiegend eher politische als wirtschaftliche Gründe. Vermutlich war es für Samsung sowieso schwer in China Fuß zu fassen und mit neuen Fabriken wirklich viel einzusparen. Die Dichte von Südkorea und USA hat hier eventuell den Ausschlag gegeben (reine Vermutung), dass sie komplett von einer Fertigung in China abweichen und sich lieber andere vergleichbar günstige Länder suche.

DJ91
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DJ91

Ich finde es ja sehr erstaunlich wie Samsung, mit nachweislich auch günstigeren Telefonen, in Vietnam hinter Apple liegen kann.

Dschai
Gast
Dschai

Genau das war auch mein Gedank; ich wsste nicht, wieso die Vietnamesen reicher als die Inder sein sollten …

Surfer
Gast
Surfer

Apple ist wahrscheinlich als westliches Statussymbol zu sehen.