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Aufero Laser 1 – Lohnt sich ein China-Laser?

Erinnert Ihr Euch noch an Ortur? Das chinesische Unternehmen verkauft seit 2018 Laser-Gravierer/Cutter und das entsprechende Zubehör. Nun hat das Unternehmen ein neues Gerät unter neuem Namen vorgestellt: Der Aufero Laser 1 greift auf die Ortur-Hardware zurück, verspricht aber ein Plug-and-Play Erlebnis, das insbesondere Anfänger ansprechen soll. Das ist definitiv kritisch zu betrachten, denn so ein Laser ist kein Spielzeug und sollte nicht einfach leichtfertig gekauft werden. Worauf Ihr deshalb achten solltet und was den Aufero Laser 1 auszeichnet, erfahrt Ihr in diesem Artikel.

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Umgang mit Lasern und Recht

Gerade chinesische Hersteller beschäftigen sich leider wenig mit den europäischen Standards und Gesetzen. Dennoch entsteht seit wenigen Jahren ein Trend, denn letztendlich ist jeder Käufer selbst verantwortlich, auf die eigene Sicherheit zu achten. Wir haben uns deshalb entschieden, dennoch über solche Geräte zu berichten und gleichzeitig über die Rechtslage und die Risiken zu informieren. An dieser Stelle sei aber noch einmal darauf hingewiesen, dass wir keine Experten auf dem Gebiet sind und Ihr Euch im Zweifel ausführlich selbst informieren solltet!

Wer beginnt, sich mit Lasern zu beschäftigen, wird ziemlich schnell auf die verschiedenen Klassen (1 bis 4) stoßen, wobei ein Laser Klasse 1 nahezu ungefährlich ist und bei einem Laser der Klasse 4 höchste Vorsicht geboten ist. In diese Klassifizierungen zählt einerseits die Stärke des Lasers hinein, andererseits aber auch die getroffenen Schutzmaßnahmen.

Ortur Aufero Laser 1 2Der Aufero Laser 1 zählt – Überraschung – zur Klasse 4. Das bedeutet, er kann zu Verbrennungen, im schlimmsten Fall sogar zur Erblindung führen. Angesichts dessen ist der Verkauf in Deutschland auch streng reglementiert. Für deutsche Händler ist es etwa verboten, Laser der Klasse 3R oder höher an Privatpersonen zu verkaufen – für Händler außerhalb der EU gilt diese Regel allerdings nicht und der Käufer macht sich auch nicht strafbar – allerdings haftet er für eventuell entstehende Schäden selbst. Gewerbetreibende hingegen benötigen einen Lehrgang, müssen den Laser registrieren uvm.

So oder so solltet Ihr einige Regeln beim Umgang beachten:

  • Niemals direkt in den Laser schauen!
  • Arbeiten ausschließlich mit Schutzbrille (darauf achten, dass sie die entsprechende Wellenlänge filtert)!
  • Im Idealfall ein Gehäuse mit Absaugung um den Laser bauen!

Der Aufero Laser 1

Eigentlich handelt es sich hier nicht um ein einzelnes Modell, sondern nur um eine geteilte Basis. Je nach Eurem Bedarf, könnt Ihr Euch zwischen einem von drei Laser-Modulen entscheiden (dazu später mehr). Bis auf die Leistung teilen sich die Geräte aber alle Funktionen.

Aufero hat hier ein Plug-and-Play System geschaffen, dass es insbesondere Einsteigern erleichtern will, in die Welt der Laser einzutauchen. Das bedeutet, der Aufero Laser 1 kommt vormontiert – lediglich das Laser-Modul muss noch angeschraubt werden, dann kann es losgehen. Laut Aufero geht das in nur einer Minute.

Ortur Aufero Laser 1 1Der maximale Gravier-/Schnittbereich liegt bei 180 x 180 Millimeter, was schon für viele Aufgaben ausreicht. Betrieben wird das Gerät mit Ortur-Hardware und Firmware. Obwohl es sich um ein unbekanntes Unternehmen handelt, können wir uns also darauf verlassen, dass der Laser zuverlässig arbeitet. Das 24V/2A Motherboard sorgt für hohe Genauigkeit und die Firmware arbeitet schnell. Außerdem sind vier Sicherheits-Features integriert (Kipp-Sensor, Belichtungszeit-Begrenzung, USB-Verbindungs-Check, Strom-Kontrolle), die wie oben erwähnt aber keinesfalls ausreichend sind.

Für den Betrieb eines Lasers braucht Ihr auch das entsprechende Programm auf dem PC. Hier empfiehlt Ortur LaserGRBL, das allerdings nur für Windows verfügbar ist. Mac User können auf das (kostenpflichtige) LaserBurn zurückgreifen.

Die nutzbaren Materialien variieren je nach Laser-Modul. Graviert/geschnitten wird je nach Material mit Geschwindigkeiten zwischen 100mm/min und 3000mm/min.

LU2-2 7W

Der Laser erreicht eine optische Leistung von bis zu 1.600mW und einen sehr feinen Brennpunkt von 0,07 x 0,06mm. Damit eignet er sich besonders für feine Gravuren von Holz, Lebensmitteln, Steinen, Kork, Pappe oder Leder. Dünnes Holz, Leder und Pappe lassen sich außerdem schneiden.

LU2-4LF 20W

Dieses Modul erreicht eine optische Leistung von bis zu 5.500mW und einen größeren Brennpunkt von 0,12 x 0,15mm. Es eignet sich zum Gravieren von härteren Materialien wie Keramik, Schieferstein, beschichtetes Metall oder Edelstahl. Helle Materialien sollten zuvor schwarz angemalt werden, um mehr Hitze zu übertragen.

LU2-4SF 20W

Die letzte Diode erreicht ebenfalls eine optische Leistung von 5.500mw und hat mit 0,17 x 0,25mm den größten Brennpunkt. Allerdings erreicht sie gleichzeitig die längste Schärfentiefe, sodass sie sich besonders zum Schneiden von Holz, Acryl, Kork, etc. eignet. Gravieren kann dieser Laser selbstverständlich auch.

Unsere Einschätzung

Ortur Aufero Laser 1 5Definitiv handelt es sich beim Aufero Laser 1 um ein cooles Gerät, das deutlich mehr Leistung bietet als die bisher verfügbaren Laser in diesem Preisbereich. Mehr Leistung heißt aber auch noch mehr Vorsicht: Ein Laser, der bis zu 10mm dickes Holz schneiden kann, kommt mit Sicherheit auch durch Haut und Knochen. Alleine daher raten wir Euch von einem Kauf ab. Wer sich dennoch dafür entscheidet, sollte unbedingt das passende Schutzgehäuse mit dazu kaufen oder sich selbst eines bauen und sich nicht von dem Plug-and-Play Versprechen täuschen lassen.

Verkauft werden die Ortur und Aufero Laser über einen eigenen Shop mit Versand aus Belgien. Außerdem verspricht Aufero einen europäischen Support, der schnell und unkompliziert Hilfe leistet. Fällig werden dafür normalerweise 229€ für den 7W-Laser bzw. 329€ für die 20W Geräte. Ab dem 18.10. sind die Geräte allerdings für einen Monat lang reduziert und dann für 199€ bzw. 299€ zu bekommen.

Quellen

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Tigerarmin
Gast
Tigerarmin (@guest_81860)
1 Monat her

Leute, übertreibt nicht immer so. Mit denselben Maßstäben müsstet Ihr auch vom Autofahren und Autokauf abraten, das ist nämlich noch vielfach gefährlicher – vom Fliegen ganz abgesehen.

Tigerarmin
Gast
Tigerarmin (@guest_81863)
1 Monat her
Antwort an  Lukas Winkel

“Legal” heißt einfach nur, die Poltik hat das entschieden – wie immer natürlich rein willkürlich. Man darf politische Entscheidungen aber durchaus kritisch hinterfragen und sie nicht nur einfach brav nachbeten.

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