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Eufy Security Türklingel im Test

Getestet von Philip Hauck am
Vorteile
  • lokaler Speicher
  • gute Bildqualität
  • Echo Dot als Klingel nutzbar
  • gute Anleitung für Einrichtung
  • keine Abo-Kosten
  • Akku- und Strombetrieb
Nachteile
  • schwache Diebstahlsicherung
  • Videoübertragung zeitversetzt
  • Sprachübertragung in schlechter Qualität
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Smart-Home ist in aller Munde: Saugroboter und Waschmaschinen starten via Sprachbefehl, kluge Thermostate helfen Energiesparen und Häuser werden mit allerlei Sensoren gegen Einbrecher sicher gemacht. Smarte Türklingeln erobern jetzt auch den Raum vor der Haustür. Mit der Neuauflage der kabellosen Eufy Security Türklingel kann man bequem vom Sofa oder von unterwegs sehen, wer vor der Tür steht – und sogar mit ihm kommunizieren. Obendrein will das System mit den Smart-Displays von Amazon und Google funktionieren. Ob dieses vielversprechende System in der Praxis überzeugt, soll der Test zeigen.

EufyKlingel 1

Eufy ist eine Marke von Anker und bietet neben Saugrobotern unter anderem ein breites Portfolio an Sicherheitsausrüstung für die eigenen vier Wände an. Brandneu ist die Eufy Security Video-Türklingel, die wahlweise auch mit Batterien betrieben werden kann, eine aufwendige Verkabelung entfällt. Und: Im Vergleich zum Vorgänger-Modell kann sie auch mit smarten Displays (Amazon und Google) sowie anderen Echo-Geräten arbeiten.

Lieferumfang der Eufy Security Türklingel

Im Lieferumfang enthalten sind die Video-Türklingel mit integriertem Akku (plus USB-C-Ladekabel und Ethernet-Kabel), die Steuerzentrale Homebase 2 (mit Netzteil) und das nötige Montagematerial (inkl. Bohrvorlage und Schrauben). Eine Wandhalterung plus ein 15-Grad-Adapter für eine abgewinkelte Montage sowie ein Pin zum Lösen der Türklingel sind ebenfalls enthalten. Eine sehr ausführliche und verständliche Bedienungsanleitung, auch in deutscher Sprache, rundet das Gesamtpaket ab.

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Einrichtung und Montage

Mit dem sehr ausführlich gehaltenen Handbuch ist die Installation kein Hexenwerk. Nachdem die Türklingel aufgeladen und die Homebase angesteckt ist, kann die Einrichtung in der App “Eufy Security” losgehen. Die App führt Schritt für Schritt in Wort und Bild durch die Installation. Lästig ist nur, dass die Homebase mittels Ethernet-Kabel für die Einrichtung an das Modem geklemmt werden muss. Nach der einmaligen Installation connected die Homebase via WLAN. Die Basisstation fungiert fortan als Reichweitenverstärker und kann weitere Strecken zwischen Router und Klingel überbrücken. Die Klingel ist nun einsatzbereit.

losslesse eufysecuritydoorbell 8 von 8Zur Montage der Türklingel: Es ist möglich, die Eufy Security Türklingel mittels Akku zu betreiben oder auch an den vorhandenen Stromkreis der alten Türklingel anzuschließen. Theoretisch lässt sich sogar der alte Gong weiter nutzen, zusätzlich zu den weiteren Klingel-Optionen der Eufy (dazu später mehr). Dies konnte ich mangels Gong aber nicht testen. Auch hierfür liefert das Handbuch eine ausführliche Anleitung. Mit zwei Dübeln und zwei Schrauben wird die Klingel an der gewünschten Wand befestigt. Für ein exaktes Bohren liegt die Schablone bei. Sobald die Halterung an der Wand hängt, kann die Türklingel eingehängt werden. Sie lässt sich allerdings nur mit der beiliegenden Nadel wieder lösen (vergleichbar mit einer SIM-Karten-Schacht-PIN). Diese Prozedere soll (zumindest ein klein wenig) dem Diebstahlschutz dienen.

Design und Verarbeitung

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Die Klingel in schwarz-glänzender Optik misst 14 × 5,6 × 3 Zentimeter und wiegt gut 200 Gramm. Oben sitzt die große Kameralinse, mittig prangt der Produktname und unten ist der große Klingelknopf untergebracht. Wer zum ersten Mal an der Haustür mit der Eufy-Türklingel Kontakt hat, wird sich schwertun, gleich ins Schwarze zu treffen: Die runde Klingeltaste hebt sich kaum vom restlichen Erscheinungsbild ab. Optional leuchtet um den Klingelknopf ein blauer LED-Ring auf.

losslesse eufysecuritydoorbell 5 von 8Der Gesamteindruck überzeugt. Die Verarbeitung ist sehr solide und man kauft der Eufy Doorbell ab, dass sie ihr Versprechen, gegen Spritz- und Regenwasser geschützt zu sein, halten kann (IP65-Zertifizierung). Der Hersteller gibt zudem an, dass die Klingel mit Temperaturen von -20 bis 50 Grad zurechtkommt. Was schnell klar wird: Die Eufy ist (vor allem oberhalb der Kameralinse) sehr kratzempfindlich. Die glänzende Oberfläche ist zudem ein Magnet für Fingerabdrücke und Staub. Sehr ungünstig Voraussetzungen für eine Türklingel.

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Funktionen und Alexa

Sobald die Eufy Türklingel montiert und über die App eingerichtet ist, kann es losgehen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, den Klingel-Vorgang zu individualisieren: Die einfachste ist ein Ding Dong nur über die Homebase. Das ist die Standardeinstellung. Drückt zum Beispiel der Postbote außen auf den Button, klingelt es zweimal aus der Homebase mit einem individualisierbaren Ton, die Lautstärke lässt sich ebenfalls einstellen. Zusätzlich lässt sich ein Klingel-Feedback an der Türklingel selbst aktivieren.

eufysecurity app 6Ganz wichtig: Um alle Funktionen nutzen zu können, braucht es ein Smartphone. Dieses fungiert gleichzeitig als weitere Basis zum – Ding Dong – klingeln und benachrichtigen. Auch das Bild wird auf Wunsch auf das Smartphone-Display gesendet. Hier kann man wählen: Soll gleich ein Live-Bild aufploppen oder zunächst nur ein Schnappschuss, den man bei Bedarf live schalten kann. So hat man mit dem Smartphone die heimische Haustür immer im 120-Grad-Blick, egal wo man gerade ist.

Eines der interessantesten Features ist die Amazon Alexa Echo-Kompatibilität. Als die Eufy Doorbell frisch auf den Markt kam, funktionierte das noch nicht. Doch nach einigen Wochen kam ein Update, das die Funktion freischaltete. In der Praxis sieht das so aus: Ihr habt einen Raum im Haus, wo ihr eure alte Türklingel nur schwer gehört habt? Oder ihr wollt zusätzlich zum akustischen auch ein optisches Signal, wenn es an der Tür bimmelt? Dann solltet ihr euch einen Echo Dot (oder Google Nest) zulegen.

eufysecurity app 9 eufysecurity app 8Die Einrichtung ist halbwegs simpel: Ihr ladet euch in der Amazon Alexa App den Skill herunter und verknüpft ihn mit eurem Eufy-Account. Fortan erkennt Alexa eure Türklingel und die Homebase unter “Alle Geräte” (ggf. nochmal über die Gerätesuche gehen, wenn nötig). Klickt nun in der Alexa App auf die Türklingel und wählt den Punkt “Geräte für Ankündigungen” aus.

Hier könnt ihr auswählen, welche eurer Echo-Geräte mit der Türklingel kollaborieren sollen. Und das klappt überraschend gut: Der Postbote klingelt, die Homebase bimmelt, das Smartphone vibriert und zusätzlich die aktivierten Echo-Geräte.

Toppen lässt sich das ganze noch mit einem smarten Display (z.B. Echo Show). Auf Wunsch zeigt dieses zusätzlich das Bild der Türklingel-Kamera an. Zuvor braucht die Show aber den Befehl: “Alexa, zeige die Türklingel”. Die Option, dass nach einem Klingeln automatisch das Kamerabild auf dem Echo Show angezeigt wird, funktioniert nicht.

eufysecurity app 7Und jetzt kommt der richtig heiße Sch***: In dieser Live-Ansicht fungieren Echo Show und Eufy Türklingel als Video-Gegensprechanlage. So könnt ihr bequem dem Postboten sagen, wo er das Paket ablegen soll – während ihr bequem in der Badewanne liegt. Zumindest in der Theorie. Leider war die Übertragung um fast fünf Sekunden zeitversetzt und ruckelte häufig. Somit war eine flüssige Kommunikation nicht möglich.

Ob das mit Google Nest- oder Apple-Geräten besser funktioniert, konnte mangels Hardware nicht getestet werden.

Besser als die Live-Kommunikation funktioniert das Übermitteln von bis zu drei vorab aufgenommenen Sprachnachrichten. Sprüche wie “Bitte Paket in die Garage legen” oder “Hasta la vista, baby” kommen auf Knopfdruck (am Smartphone) aus der Türklingel.

Videoqualität

Die Eufy Türklingel nimmt mit 2560 × 1920 Pixeln im Seitenverhältnis 4:3 auf. Bei schwachem Licht kommt WDR (Wide Dynamic Range) ins Spiel, auch eine Verzerrungskorrektur ist an Bord. Alles in allem wirkt das Bild (selbst bei Gegenlicht) recht ausgewogen. Gesichter sind gut zu erkennen und die Schärfe ist hoch. Selbst die Nachtsicht ist mehr als nur ein Werbegag, sie funktioniert dank mehrerer Infrarot-LED gut.

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Gespeichert werden die Aufnahmen verschlüsselt auf der Homebase 2. Dafür stehen 16 GByte zur Verfügung, die sich mittels USB-Stick erweitern lassen. Die lokale Videospeicherung hat den Vorteil, dass sensible Daten im Haus bleiben und nicht automatisch in eine Cloud wandern. Das bewahrt den Nutzer auch vor einem teuren Abo, das System bleibt kostenlos.

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App und weitere Features

eufy secirity profileDie App sieht aufgeräumt aus und lässt kaum einen Wunsch offen. Neben den oben genannten Einstellmöglichkeiten zum Klingeln lässt sich auch die Sensitivität der Bewegungserkennung einstellen. Auch lässt sich feintunen, welche Bereiche für die Bewegungserkennung scharf gestellt werden sollen. So lässt sich verhindern, dass Nachbars Katze zehn Mal am Tag eine Benachrichtigung auslöst. Praktisch: Es lassen sich Zeitpläne aktivieren, sodass die Kamera nur im eingestellten Zeitraum scharf gestellt ist für die Bewegungserkennung.

Durch die zahlreichen Optionen wie Bewegungserkennung, 16 GB Speicher, Zeitpläne und Nachtsicht lässt sich die Eufy Türklingel auch als Überwachungskamera gut nutzen. Natürlich lässt sich gegen Aufpreis auch ein Cloud-Abo dazubuchen.

Akku

Der Hersteller lehnt sich weit aus dem Fenster und schreibt dem Akku eine Laufzeit von sechs Monaten zu. Das ist schwer übertrieben. Nach einem Monat – zugegeben mit vielen Klingelsessions und mit Bewegungserkennung – war die Energie aufgebraucht. Dann musste die Klingel raus aus ihrer Halterung und per microUSB an die Dose. Im Normalbetrieb sollte eine Akkuladung aber durchaus zwei bis maximal drei Monate halten. Clever mitgedacht: Der Akkustand ist jederzeit über die App überprüfbar.

Testergebnis

Getestet von
Philip Hauck

Für rund 200 Euro gibt es ein stimmiges, schickes Paket: Eine schlanke, schwarze Türklingel, eine Homebase mit integriertem Speicher und zahlreiche Funktionen in der App. Wer einen modernen Ersatz für seine Türklingel sucht oder vielleicht keinen Stromanschluss für eine konventionelle Klingel besitzt, ist mit der Eufy Türklingel in der Akku-Version gut bedient. Die Standardfeatures funktionieren tadellos – klingeln, benachrichtigen, Video aufzeichnen.

Darüber hinaus steckt oft der Wurm drin. Die Software ist noch nicht ganz ausgereift, die eigentlich sehr gute Videoübertragung ruckelt oft, die Sprachausgabe ist dumpf und knarzig. Die gute Nachricht: Eufy legt ständig Updates nach, die tatsächlich Verbesserungen bringen. Wie beispielsweise bei der Amazon Echo-Integration. Nun lassen sich alle nativen Echo-Geräte als Audio- und Video-Output für die Türklingel nutzen.

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Genscher
Gast
Genscher (@guest_66435)
2 Monate her

Ich muss hier mal sagen, dass dieses Paket wirklich eine positive Ausnahme darstellt. Es gibt im Prinzip kein System mehr, wo man ohne Cloud auskommt. Alle reden von Datenschutz, aber gleichzeitig Alexa und Co benutzen 😉 Wir werden es uns ernsthaft anschauen! Endlich etwas ohne Internetzwang!

Jan
Gast
Jan (@guest_66043)
2 Monate her

Stellt sich jetzt nur noch die Frage wie hoch da die Reichweite ist zwischen der Klingel und der Homebase 2 und ob beziehungsweise wie gut das ganze auch ohne Internet funktioniert, weil man vielleicht draußen im Garten etc. ist und je nach Tageszeit auch die Internet Verbindung mit unter stark schwankt oder halt auch mal ausfallen kann.